Die Post lanciert neue Kundenzeitung

Die Post lanciert am Mittwoch die neue Kundenzeitung «Magazin» in drei Sprachen und mit einer Auflage von 2,3 Millionen Exemplaren. Konzipiert haben die Publikation die beiden Agenturen Lemongrass Communications und Arnold.Inhalt und Form.

 Die Post lanciert am Mittwoch die neue Kundenzeitung «Magazin» mit einer Auflage von 2,3 Millionen Exemplaren. Leserinnen und Leser erhalten darin aktuelle Informationen über den Konzern, seine Dienstleistungen und Produkte sowie Hintergrundinformationen, wie die Post am Mittwoch mitteilte. Die Post gibt bereits seit 1978 eine regelmässig erscheinende Publikation für ihre Privatkunden heraus. Um ihre Kommunikationsziele besser zu erreichen, liess sie ihre bisherige Kundenzeitung im Jahr 2007 analysieren. Aufgrund dieser Evaluation konzipierten die beiden Zürcher Agenturen
«Lemongrass Communications» und «Arnold.Inhalt und Form.» die Publikation redaktionell und grafisch neu. Die Kundenzeitung erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache und wird gratis allen Schweizer Privathaushalten ohne Stopp-Werbung-Kleber am Briefkasten zugestellt. In diesem Jahr ist eine weitere Ausgabe für Anfang November geplant. Ab 2009 wird die Periodizität voraussichtlich auf viermal pro Jahr erhöht.

Klatsch as Klatsch can bringt Umsatz

Bloggosphäre Gawker Media, Amerikaserfolgreichstes Blogging-Unternehmen, wirft Millionen ab.

Bloggosphäre Gawker Media, Amerikaserfolgreichstes Blogging-Unternehmen, wirft Millionen ab. 
Ein guter Blog, so die gesammelte Weisheit der Brancheninsider, muss süchtig machen. Warum sonst sollte man sich mehrmals täglich auf die immer gleiche Website begeben, um sich dort einige Schnipsel neuen Contents zu Gemüte zu führen? Diesen Grundsatz hat sich der englische Journalist Nick Denton zu eigen gemacht, als er vor sechs Jahren begann, in New York das zum Medienimperium herangewachsene Gawker Media aufzubauen. «Genau das, was englische Zeitungen schon seit Jahren machen, ist auch im Internet erfolgreich», sagt Denton, ein ehemaliger Financial-Times-Journalist. Das Kernstück des Unternehmens, das inzwischen aus 15 verschiedenen Websites besteht, ist Gawker.com, ein ständig aktualisierter und erweiterter Klatsch-Blog über die amerikanische und vor allem die New Yorker Medienszene. Hier geht es etwa um die Stars und Macher der neuesten hitverdächtigen TV-Serien, wie derzeit den «Sex and the City»-Verschnitt für Teenager namens «Gossip Girl», das in diesem Jahr auch nach Deutschland kommen soll. Es geht um die neuesten Sparmassnahmen bei der New York Times, es geht um die US-Tour der deutschen Band Tokio Hotel oder auch um ein schon 20 Jahre altes Video, das den ausrastenden Talkmoderator Bill O`Reilly zeigt, der nicht kapierte, was auf seinem Teleprompter geschrieben war und vor Ärger explodierte.
Doch obwohl Gawker.com die meiste Presse bekommt und Amerikas grösste Medienkonzerne dort Werbung schalten, sind beim Publikum die Tech- und Gamingblogs Gizmodo.com, Lifehacker.com und Kotaku.com noch beliebter. Aber auch der Sexblog Fleshbot.com, das Celebrityblog Defamer.com und die Modesite Jezebel.com erfreuen sich grosser Beliebtheit beim Publikum. Defamer verbuchte in diesem Jahr einen Hit, als dort ein Scientology-Video von Tom Cruise zu sehen war, das dem Unternehmen fast 250 Millionen Pageviews bescherte.
Allen Blogs von Gawker Media ist eines gemein: Ihr zynischer, respektloser und daher unterhaltsamer Ton, der nach Unternehmensangaben insgesamt 20 Millionen Nutzer anzieht. «Er hat einen neuen Stil in die Klatschberichterstattung eingeführt, der eher an den englischen Stil angelehnt ist», meint Alex Halavais, Kommunikationsprofessor an der Universität Quinnipiac in Connecticut. «Das heisst, gebt den Lesern, was sie wollen.»
Wo die Leser sind, bleiben auch die Werbekunden nicht aus. «Blogs spielen eine wachsende und ertragreiche Rolle in der Werbung, weil man die Leser in immer kleinere Segmente einteilen kann», sagt Halavais. Zudem sei es möglich, mit Hilfe der Click-through-Zahlen genau zu messen, wer sich eine Werbebotschaft tatsächlich anschaut.
Der Jahresumsatz von Gawker Media wird auf rund zwölf Millionen Dollar geschätzt, wobei die Produktions- und Personalkosten gering bleiben, werden doch auch die Leser aufgefordert, Tipps und Interna aus ihren Unternehmen einzuschicken. 130 Angestellte hat das Unternehmen inzwischen. «Reden ist billig», meint Blogger und Kulturkritiker Mark Dery, Dozent an der New York University, auf den Konversationston der Blogs anspielend. «Es ist eine Arbeit für milchgesichtige Uni-Absolventen, die bereit sind, für einen Hungerlohn zu arbeiten.» Obwohl Denton seine Produkte als «Web-Journalismus» bezeichnet, wollen Autoren, die für die klassischen Medien arbeiten, damit in der Regel nichts zu tun haben. Dery nennt Blogging «Meinungsphrasendrescherei. Schade nur, dass es dabei den Journalismus in den Abgrund reisst.»
Gerti Schön, New York
 

Datenschlachtplatte

Kolumne Der verlinkte Bürger hätte heute die Möglichkeit, zum Datengourmet zu werden. Das Angebot besteht. Alles, was man tun muss, ist reduzieren.

 
Kolumne Der verlinkte Bürger hätte heute die Möglichkeit, zum Datengourmet zu werden. Das Angebot besteht. Alles, was man tun muss, ist reduzieren. 
Das Versprechen der IT-Revolution war – typisch Technologie, typisch  Revolution – dass sie uns befreit und bereichert. Befreit von Propaganda, vom TV-Müll, vom Werbetrommelfeuer; bereichert, indem sie uns die langweiligen Aufgäbeli abnimmt und mehr Zeit für Wichtiges lässt. Und?Wir lesen und schreiben heute mehr als früher. Die Öffnung der Publikationsmittel (Blogs) hat der Meinungsäusserung viele schöne Instrumente in die Hand gegeben. Nachrichten sind zugänglicher und transparenter geworden. Das Internet ist eine Elektroschockwaffe gegen die Schweinekerle, die versuchen, Information zu ihren eigenen Gunsten zu zerhacken, abzuschleifen, schönzupinseln. Wir können heute Politiker richtiggehend röntgen, bevor wir sie wählen. Und das Beste daran: Alles ist gratis! Aber?
Wir haben mehr Datenmüll und weniger Freizeit: Wir haben heute mehr Aufgäbeli (in der Inbox) und weniger Musse, sie zu lösen. Wir werden mit noch dümmerer Werbung (Spam) bombardiert, schreiben (simsen) und lesen (piepiep-piepiep) noch mehr Datenfastfood (und Gratiszeitungen). Die Grossunternehmen sind noch ausgebuffter unterwegs (mit Viral Campaigns, Blogjubelpersern und «Socialmedia-Consultants»). Wir überbieten einander im Bloggen, Twittern, Tublern, Facebooken. Wir verlinken fröhlich unseren Freundeskreis mit den Dubeliseiten, wo Spanner und Spammer, Neider und Neurotiker, alte endlich losgewordene Nervensägen wieder über einen herfallen. Daten-Fastfood-Junkies geworden sind wir. Wie konnte es so weit kommen?
Revolutionen sind Teufelskreise: auf den schlaffen König Luis XVI folgte Robespierre und auf ihn der Obertyrann Napoleon Bonaparte I. Und im Internet?
Ironischerweise wird noch immer von «Volksherrschaft im Netz» gesprochen, ja sogar, «der Pöbel» sei jetzt an der Macht, heisst es. Tatsache ist: Das World Wide Web ist in den Händen von ein paar wenigen Alleinherrschern – Google, Yahoo! und Microsoft – die sich die schönsten Internetgrundstücke schon lange untereinander aufgeteilt haben. Einen Webservice ausserhalb der Geltungsbereiche der drei Internet-Kaiser gewinnbringend zu führen ist deutlich schwieriger, als einen «richtigen» Laden aufzuziehen. Wenn man die Erfolgsgeschichte geglückter Start-ups wie Youtube untersucht, dann sieht man: Der Traum von der lustigen Website, die mit einem guten Infoangebot allein User findet und Geld bringt, ist eine Fata Morgana – man braucht Beziehungen und massiv Geld, sonst läuft gar nichts. Microsoft-Chef Steve Ballmer will sich nun bekanntlich Yahoo! unter den Nagel reissen und damit die Internet-Titanen auf zwei reduzieren. Und dann soll wohl in einem digitalen Russlandfeldzug Kaiser Google gebodigt werden …
Wie dem auch sei, die Revolution ist aus. Das Volk hat zu den napoleonischen Schlachtplänen nichts mehr zu sagen. – Die Frage bleibt: Was hat uns die Revolution gebracht?
Die Geburt der weltberühmten französischen Küche gehe darauf zurück, so sagt man, dass nach der Enthauptung des Königs das mehrtausendköpfige Küchenpersonal des Palace Royale arbeitslos geworden sei und dann in der Stadt Paris unzählige Gourmet-Restaurants für den Bürger eröffnet habe. – Tatsächlich hätte der verlinkte Bürger heute die Möglichkeit, zum Datengourmet zu werden. Das Angebot besteht. Alles, was man tun muss, ist reduzieren: E-Mail-Accounts auf einen einzigen runterspecken. Facebook-Benachrichtigungen abhacken. Xing-Account schälen. Twitter verbraten und sein Handy tieffrieren.
> Oliver Reichenstein ist Kommunikationsarchitekt und lebt in Tokio

Elf Mandli aus Baar

Euro II Die Agentur Adcom in Baar will die Nati mit elf Flaschen motivieren.

 
Euro II Die Agentur Adcom in Baar will die Nati mit elf Flaschen motivieren. 
Ein Bierbrauer kann nicht so tun, als würde ihn eine EM im eigenen Land nichts angehen. Bier und Fussball gehören einfach zusammen. Die Brauerei Baar schickt deshalb «11 Mandli» auf den Platz. Die Brauerei Baar ist ein Familienbetrieb seit 1862 und kann auf eine ergebene Fan-Gemeinde zählen. Das Erdmandli im Schriftzug zieht sich wie ein roter Zwerg durch die Geschichte des Unternehmens, durch Biernamen und Etiketten. So war schnell klar, dass das speziell auf den Fussballsommer hin gebraute, leichte, hellspritzige Bier völlig passend «11 Mandli» heissen musste.
Die 11 Mandli, assistiert von Adcom und ihrem Trainer Gide Kuhn, helfen aber nicht nur gegen den Durst, sondern begleiten Abnehmer von mindestens 35 Flaschen Bier mit Tipps und Gadgets sicher durch die EM. Das Promo-Set enthält: eine Triller-Pfeife (Hände weg vom Bier), eine rote Karte (der Nachbar ist Deutschland-Fan), ein Jasskarten-Set (die Österreicher spielen) und ein Kondom (das Spiel geht in die Verlängerung).
 
Andreas Panzeri
 
 
Weitere Euro-Kampagnen:
 
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Nike
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Pro Infirmis
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Swisslos
 

Ressort: Abonnenten-Briefe

Presse Auf die Leserbriefseite der Neuen Luzerner Zeitung schaffen es (fast) nur die Abonnenten. Nicht sachgerecht, sagt der Experte.

 
Presse Auf die Leserbriefseite der Neuen Luzerner Zeitung schaffen es (fast) nur die Abonnenten. Nicht sachgerecht, sagt der Experte. 
Die Antwort kam überraschend, Jakob Hitz (Name geändert) hatte in einem umstrittenen regionalen Abstimmungskampf der Neuen Luzerner Zeitung (NLZ) einen Leserbrief gesandt und umgehend eine Absage erhalten, verbunden mit einem «Angebot für ein Jahresabonnement zu ausserordentlich günstigen Bedingungen». Grund für die Nichtberücksichtigung seiner Zuschrift: Auf der Leserbriefseite der NLZ «sollen grundsätzlich unsere Abonnenten Vorrang haben». Roland Bucher, zuständig für das Ressort Forum, bestätigt die Regelung. Man mache diese auch transparent in einem gelegentlich erscheinenden Kasten auf der Forumseite. Sie hat allerdings einige naheliegende Tücken: Sollen beide Konkubinatspartner ein Abo lösen? Und was ist mit jenen, die die Zeitung am Arbeitsplatz abonniert haben? Da müsse ein zurückgewiesener Leserbriefschreiber einfach intervenieren: «Der Aufwand für ein Telefon ist ja nicht wahnsinnig gross», meint Bucher.Stefan Ragaz, stellvertretender NLZ-Chefredaktor, erklärt, dass die Redaktionsleitung diese Regelung vor rund zwei Jahren beschlossen habe: «Für mich ist es klar, dass Abonnenten Vorrang haben vor Nichtabonnenten.» Auch habe «eine abonnierte Zeitung kein Interesse daran, die Abo-Einnahmen zu schmälern». Die Regelung sei «einer von mehreren Filtern» in jenen Zeiten, in denen besonders viele Leserbriefe auf der Redaktion einträfen, das heisst insbesondere vor umstrittenen Abstimmungen.
Von der NLZ-Leserbriefseite verbannt sind in besagten Wochen auch jene lokalen oder kantonalen Politikerinnen und Politiker, die sich kein NLZ-Abonnement antun wollen. Draussen bleiben auch jene Nichtabonnenten, die sich das Vergnügen der morgendlichen Zeitungslektüre in einem Café gönnen. Es sei denn, die Redaktion befindet, dass ihre Beiträge und Argumente neu beziehungsweise wichtig sind.
Der Presserat hat in den letzten Jahren mehrmals betont, dass es keinen Anspruch auf die Publikation eines bestimmten Leserbriefes gebe, jedenfalls so lange nicht, «als keine willkürliche generelle Publikationssperre über einen Leserbriefschreiber verhängt» werde. Auch nicht in Regionen, in denen ein Medienverlag eine Vormachtstellung habe. Medienjurist Peter Studer, bis vor kurzem Präsident des Presserates, ist von einer solchen Praxis, von der er bis anhin noch nie gehört hat, «befremdet». Sie sei zwar kein Ethikverstoss, aber nicht sachgerecht. «Die Seite heisst ja auch Leserforum und nicht Abonnentenforum», sagt Studer. Nichts einzuwenden hat er gegen sachgerechte Kriterien, wie beispielsweise «den Bezug auf einen erschienenen Artikel». Eine solche Regel gilt bei der Basler Zeitung, wie Heidi Ranz von der Administration Leserbriefe erklärt. Vor Abstimmungen veröffentlicht die BaZ jeweils noch eine zusätzliche Seite mit Leserbriefen, die zu den Abstimmungsvorlagen Stellung nehmen. Nur sachgerechte Kriterien kennt man auch beim Tages-Anzeiger, wie der gelegentlich für die Leserbriefe zuständige Peter W. Frey berichtet: «Die Redaktion entscheide nach Inhalt, Relevanz und Interesse.»
Auch beim Bund in Bern werden Zuschriften mit der «Abonnentenkartei» abgeglichen, auch hier haben Abonnenten Vorrang, dies berichtet Filip Haag, verantwortlich für die Leserbriefseite. Falls die Zuschrift sich jedoch auf einen erschienenen Bund-Artikel bezieht, dann geht die Bund-Redaktion grundsätzlich davon aus, dass es sich um einen Abonnenten handelt. Haag sieht denn auch im Abdruck eines Leserbriefes «eine Dienstleistung am Leser». Und nicht am Abonnenten.
Hans Stutz
 

Die Krux mit den LeserbriefenLeserbriefe
Sie gelten auch in Zeiten von Blogs und Bürgerjournalismus immer noch als wichtiges Instrument freier Meinungsäusserung. Für die einen oder anderen ist es zwar eine etwas antiquierte Form, seine Meinung kund zu tun. Doch an Beiträgen für die Forumsspalten der gedruckten Presse mangelt es nicht, denn für das Publikum ist es heute selbstverständlich, sich in den Medien auf vielerlei Arten zu exhibitionieren.
Das war nicht immer so. Leserbriefe waren oft Mangelware. Verlage und Redaktionen mussten sich deshalb etwas einfallen lassen. Von der NZZ zum Beispiel ist überliefert, dass sie abgedruckte Leserbeiträge honorierte. Selbst Schüler machten sich einen Sport daraus, die Nachrichtenlage nach einträglichen Themen abzuklopfen.
Ein amüsantes Beispiel aus der Boulevardpresse hat Publizist Karl Lüönd in seiner Ringier-Jubiläumsschrift kolportiert: Hansjürg «Fibo» Deutsch, heute beim Verlag für den TV-Bereich verantwortlich und als junger Student im Solde von Blick, erinnert sich: «Es gab eine Phase, da waren zu wenig gute Leserbriefe da, vor allem aus dem zwischenmenschlichen Bereich. Also begann ich solche Briefe zu schreiben und erfand am laufenden Band neue Probleme.» Deutsch löste als Leserbriefschreiberin Seline Kalberer heftige Leserdiskussionen aus. Als Frau hatte er dem Blick geschrieben, der Mann weigere sich, beim Sonntagsspaziergang den Kinderwagen zu schieben. «Und plötzlich standen Frauen vor der Tür der Redaktion, die bei dieser Frau Kalberer ihr Herz ausschütten wollten.»
Das pure Gegenteil geschieht derzeit auf Kuba. Seit ein paar Wochen druckt das Parteiorgan Granma erstmals seit der Revolution Leserbriefe ab, auch sehr kritische.
Das wurde erst im Zuge der vom neuen Präsidenten und Bruder des Maximo Lider, Raul Castro, eingeleiteten Phase der Selbstkritik möglich. Die Öffnung bleibt jedoch kontrolliert. Auch das neue Regime verbietet den Kubanern weiterhin Medien wie Internet oder Satelliten-TV.
 
René Worni 

wir.bâloise wird aufgefrischt

Relaunch Medianovis ist von der Bâloise-Gruppe mit der Neukonzeption und der Produktion der Konzernmitarbeiterzeitung wir.bâloise beauftragt worden.

 
Relaunch Medianovis ist von der Bâloise-Gruppe mit der Neukonzeption und der Produktion der Konzernmitarbeiterzeitung wir.bâloise beauftragt worden. Der Versicherungskonzern mit Hauptsitz in Basel setzt dabei auf das Know-how von Medianovis in der visuellen Gestaltung und der effizienten Realisation von Printmedien. Die Gesamtauflage beträgt 11’000 Exemplare pro Ausgabe viermal im Jahr.Den Relaunch und das Zeitungskonzept realisiert Medianovis mit dem Online-Redaktionssystem K4. Bisher erschien wir.bâloise in den europäischen Kernmärkten der Bâloise-Gruppe in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Niederländisch. Neu wird sie auch in englischer Sprache durch Medianovis produziert. Die Zeitung ist ausserdem auf
abrufbar.

Werbebrief entdeckt seine Zukunft

Direktmarketing Sony verknüpft mit E-Bridge das Mailing mit dem Internet.

 
Direktmarketing Sony verknüpft mit E-Bridge das Mailing mit dem Internet. 
Nach wie vor gilt der Werbebrief als erfolgreiches Medium, um neue Kunden zu gewinnen. Kein Wunder deshalb: In der Schweiz ist der klassische Werbebrief das am häufigsten eingesetzte Direkt-Werbemittel. Laut dem Dialogmarketing-Verband Schweiz fliesst jeder vierte Werbefranken in adressierte Mailings. Das bewährte Papierformat könnte jedoch bald der Vergangenheit angehören, denn eine neue Generation von Briefpost hat den Sprung in die digitale Welt geschafft. Der Elektronikriese Sony DADC hat eine Technologie entwickelt, die das traditionelle Mailing mit dem Internet nahtlos verbindet und die «personalisierte Medienintegration» in die Realität umsetzt.
Hohe RücklaufquoteDie Rede ist von E-Bridge, einem neuen Trendmedium. Eigens produzierte CDs und seit kurzem sogar DVDs können an den Kunden gesandt werden, der diese auf dem PC abspielen kann. Auf dem Datenträger finden sich Inhalte, die das Unternehmen für den Kunden persönlich aufbereitet hat und eine Kontaktaufnahme ermöglicht. Der Ausarbeitung sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Die Vorteile sieht Sony DADC in einer besonders hohen Rücklaufquote und einer individuellen Kundenansprache.
Laut Christian Dankl, verantwortlich für E-Bridge bei Sony DADC, löse die Technologie ein Problem, mit welchem sich Werber immer stärker konfrontiert sehen: jenes der Reizüberflutung. Konnten im Jahre 1965 beispielsweise 80 Prozent der 18- bis 40-jährigen Männer mit drei Werbespots erreicht werden, braucht es heute 117 Spots, um das gleiche Ziel zu erreichen.
Die Frage nach der Werbeeffizienz ist heute aktueller denn je.
In jahrelanger Forschungsarbeit hat Sony ein Verfahren entwickelt, um CDs zu
individualisieren. Im Detail heisst das: Während der Produktion des Datenträgers wird jede Disc mit einer eigenen Serial-Nummer versehen. Legt der Empfänger dann die erhaltene CD ein, wird er persönlich begrüsst und es folgt ein auf den Empfänger abgestimmtes multimediales Erlebnis. Ein Klick und der Adressat wechselt nahtlos von der Offline- in die Online-Welt. So sind beispielsweise die Bestellformulare ausgefüllt, damit der angeschriebene Kunde nur einen Klick von der beworbenen Ware entfernt ist. Laut Eigenbeschreibung biete E-Bridge eine kostenoptimierte Möglichkeit, Verluste eines Medienwechsels von Offline- zu Online-Medien zu minimieren.
Automobilindustrie interessiertGrosse Nachfrage der Wunder-Disc besteht derzeit in der Automobilindustrie. Beispiel Audi. Anfang November letzten Jahres verschickte der deutsche Autohersteller an 12 000 Kunden solche CDs, auf welcher die Vorzüge des neuen Audi A4 multimedial vorgestellt wurden. Auch das italienische Automobilunternehmen Maserati setzte bei der Vorstellung des Gran Turismo Coupe auf ein solches CD-Mailing mit dem Argument, ein aussergewöhnliches Auto verlange nach einer aussergewöhnlichen Präsentation. 8000 ausgewählte Personen konnten mit nur einem Klick die virtuelle Tour mit dem Maserati starten. Und auch die japanische Automarke Lexus verschickte kürzlich ein solches multimediales Mailing, um das Modell IS250 zu bewerben. Ziel war eine hohe Generierung an Probefahrten.
Trotz des schwierigen Markenumfeldes können sich die Zugriffsstatistiken nach der Aktion sehen lassen. Lexus konnte doppelt so viele Testfahrten verbuchen im Vergleich zu traditionellen Mailings. Insgesamt verschickte der Autohersteller 25’000 personalisierte CDs. Die Response-Quote liegt bei 11 Prozent, wie aus einer Case-Studie zu lesen ist.
Wie Christian Dankl erklärt, funktioniere der Medienbruch für die Kunden vom Netz in die Offline- Welt ohne Schwierigkeiten. Der umgekehrte Weg sei aber oft blockiert. Wie verschiedene Untersuchungen zeigen, bevorzugen Kunden bei Response-Aktionen zum einen den Kanal des Kommunikationsanstosses. Zum anderen ist der generelle Medienwechsel von Off- zu Online bei vielen Konsumenten nicht sonderlich beliebt ist. Mit E-Bridge will Sony nun diese Hemmschwelle tiefer setzen, um so das Direktmarketing attraktiver zum machen.
Wie verschiedene Studien eindrücklich zeigen, weisen die CD-Mailings eine im Schnitt doppelt so grosse Response-Quote auf als klassische Print Mailings und E-Mail-Marketing-Aktionen. Nicht nur die Rücklaufrate spricht für die personalisierte Disc, auch die Image-Werte sprechen für das CD-Mailing. Wie eine Studie der Fachhochschule Salzburg aufzeigt, konnten sich nach zwei Monaten zwei Drittel der adressierten Kunden der Warenhauskette La Redoute an das Mailing erinnern.
Erfolg einfach messbarNeben der guten Kontaktqualität und des hohen Rücklaufes hat E-Bridge noch einen anderen Vorteil gegenüber dem klassischen Werbebrief. Die CD löst ein Problem der Messbarkeit. Traditionelle Mailings haben den Nachteil, dass die Werber immer sehr spät wissen, ob eine Aktion erfolgreich war oder nicht. Durch die Vernetzung mit dem Internet kann der Kampagnenmanager jeweils in Sekundenschnelle das User-Verhalten auf dem Datenträger oder auf der jeweiligen Landingpage analysieren. Auch können im Detail Verweildauer, Kaufabbruchraten und Nutzungsprofile unter die Lupe genommen werden.
Christian Lüscher
Google AdWords für den MittelstandAuch das Suchmaschinenunternehmen Google
setzt auf die noch junge Direktmarketingmethode E-Bridge. Um das AdWords-Programm, Googles wichtigste Einnahmequelle, bei Schweizer KMU bekannter zu machen, gab das Unternehmen kürzlich ein CD-Mailing in Auftrag. Der Brief beinhaltet nur eine CD. Legte der Empfänger den Datenträger ein, bekam dieser einen Grundkurs in Google AdWords vermittelt. Online-Werbung kann einfach sein. Google sponserte den Adressaten Guthaben zwischen 50 und 200 Euro, damit diese das Werbeprogramm gleich sofort testen konnten. Wie erfolgreich die Mailingaktion war, wollte Google auf Anfrage nicht sagen. Laut eines Sony-DADC- Mitarbeiters war die Response-Rate zwischen 10 und 16 Prozent. Nach einer erfolgreichen Aktion sind laut Sony DADC weitere Mailings für Google geplant.
 

Sonys CD-SchmiedeSony DADC ist führend
im Bereich optischer Speichermedien. Als Technologie- und Lösungsanbieter für die Unterhaltungs-, Werbe- und Informationsindustrie bietet Sony DADC Replikation (CD, DVD, UMD, Blu-ray) sowie Software-Services. Die Mehrheit des Umsatzes wird mit Produkten erzielt, die jünger als vier Jahre sind. Positive Schlagzeilen schrieb der Elektronikspezialist Anfang Jahr. Sony DADC investiert in den kommenden Monaten massiv in den Ausbau der österreichischen Werke in Thalgau und Anif. Das Unternehmen reagiert auf die wachsende Nachfrage nach der 50 Gigabyte Speicher umfassenden Blu-ray Disc auf dem Weltmarkt. Derzeit liegt der weltweite Bedarf an diesem noch relativ jungen Disc-Format bei 100 Millionen Stück pro Jahr. Die Nachfrage steigt aber rasant. Experten rechnen mit einer Verdoppelung innerhalb eines Jahres. Besonders die im Januar bekannt gewordene Entscheidung des US-Filmstudios Warner Bros., künftig seine Filme in hoher Auflösung nur mehr auf Blu-ray Disc zu produzieren, hat die Nachfrage angekurbelt. (cl)

500’000 Fläschchen Eve für Mahara McKay

Anlässlich der Printkampagne mit Mahara McKay beliefert Cardinal rund 800 Beauty- und Coiffeursalons sowie Fashion-Boutiquen mit insgesamt 500'000 Fläschchen des neuen Lifestylegetränks Eve. Eve-Botschafterin McKay ist von der Kampagne begeistert.

 
Anlässlich der Printkampagne mit der Eve-Botschafterin Mahara McKay beliefert Cardinal rund 800 Beauty- und Coiffeursalons sowie Fashion-Boutiquen mit insgesamt 500’000 Fläschchen des neuen Lifestylegetränks Eve. Die Sommeraktion mit dem frischen Aperitiv im Cüpliglas soll sechs Wochen dauern und wird in allen grösseren Schweizer Städten durchgeführt. Die Anfang Juni in Schweizer Lifestyle- und Frauen-Magazinen lancierte Printkampagne zeigt die ehemalige Miss Schweiz und bekannte DJane Mahara McKay mit Freundinnen – und natürlich einem kühlen Glas Eve in einer der drei Geschmacksrichtungen Litchi, Grapefruit und Passion Fruit. «Diese Szene vor der Kamera zu spielen fällt mir leicht, denn meine Freundinnen und ich stossen ja auch sonst gerne mit einem Eve an», sagt die Eve-Botschafterin McKay dazu.  

Euro 08: SRG hilft sich selbst

TV-Forschung Während der EM wird die Ausserhaus- TV-Nutzung auf mindestens vier Arten erhoben. Die für die TV-Forschung zuständige Mediapulse hat sich lange auf diese spezielle Herausforderung vorbereiten können.

TV-Forschung Während der EM wird die Ausserhaus-TV-Nutzung auf mindestens vier Arten erhoben.Da für die Euro 08 insgesamt 16 UBS-Arenen sowie in den vier Hostcitys weitere Public-Viewing-Arenen eingerichtet wurden, werden mehr Menschen denn je die Spiele ausserhalb der eigenen vier Wände schauen: auf öffentlichen Plätzen und in Restaurants. Allein für die UBS-Arenen rechnet Veranstalter Perron 8 je nach Wetter und Erfolg der Schweizer Mannschaft mit 1 bis 2 Millionen Besuchern.Das stellt die Fernsehforschung in der Schweiz vor Probleme. Denn das eingesetzte Messsystem Telecontrol (TC) ist an die TV-Geräte in Privathaushalten angeschlossen und erfasst die TV-Nutzung ausser Haus oder auf dem Handy nicht. Somit wird TC nur einen Bruchteil der gesamten TV-Nutzung erfassen können, zumal sich unter den Zuschauern auch zahlreiche aus dem Ausland angereiste Fans befinden, die vom TC-System ohnehin nicht erfasst werden.
Die für die TV-Forschung zuständige Mediapulse AG hat sich lange auf diese spezielle Herausforderung vorbereiten können. Und vor einem Jahr kündigte sie auch an, dass sie der Ausserhaus-TV-Nutzung während der Euro 08 ein besonderes Augenmerk widmen werde. Doch fünf Tage vor dem Sportevent sagte CEO Manuel Dähler bloss: «Tatsächlich haben wir bestimmte Absichten betreffend Ausserhaus-TV-Nutzung während der EM 08. Allerdings werden wir erst nach dem erfolgreichen Gelingen des Vorhabens Näheres dazu kommunizieren. Vielleicht gelingt es ja auch nicht …»
Der SRG, die tagesaktuelle Quoten zur Ausserhausnutzung benötigt, nützt dieses Zögern nichts. «Wir haben Mediapulse um eine Erhebung gebeten, die aber nicht zustande kam. Deshalb organisierten wir selbst eine Erhebung», sagt SF-Direktorin Ingrid Deltenre. Konkret erhielt das Marktforschungsinstitut Demoscope den Auftrag, während der EM täglich schweizweit 350 Personen telefonisch zu befragen, wo und auf welchem Weg (TV, Public Viewing, Handy TV, Internet, Radio …) sie die Spiele verfolgt haben. «Die Zahlen werden uns dann jeweils am Folgetag zur Verfügung gestellt. Einiges werden wir auch kommunizieren», sagte Deltenre. Allerdings werde man aufpassen müssen, dass kein Zahlensalat entstehe. Denn schon jetzt sei klar, dass die Demoscope-Resultate, auch jene zur TV-Nutzung zu Hause, nicht mit den genaueren TC-Haushaltmessungen übereinstimmen werden. «Uns geht es denn auch weniger um absolute Zahlen, sondern eher um Trends und darum, dass wir die ungefähre Differenz zwischen der TV-Nutzung zu Hause und derjenigen auswärts aufzeigen können», sagt Deltenre.
Auch die Publisuisse, die spezielle TV-Werbeangebote für die UBS-Arenen verkauft, braucht Zahlen. Die EM-Verantwortliche Manuela Gerber greift aber auf drei andere Erhebungen zurück. Zum einen zählt Perron 8 die Besucher vor Ort mittels Drehkreuzen an den Arenen-Eingängen. Ferner sind Personen angestellt, die anhand von Autonummern, Fahnen und Outfits den Anteil der vom Ausland angereisten Fans schätzen. Und schliesslich bezieht die Publisuisse Daten – von Mediapulse. Denn Letztere lässt im Rahmen ihrer Grundlagenforschung ohnehin täglich etwa 115 Personen vom Institut Konso zur Mediennutzung befragen – und während der Euro hängt Konso einfach ein paar spezifische Fragen an. Anders als bei Demoscope sind die Konso-Resultate aber erst nach der EM verfügbar.
Und: Schon einmal, während der WM 06, hatte Mediapulse den Konso-Fragenkatalog ergänzen lassen. Zudem nutzte Mediapulse damals die Tatsache, dass sich die TV-Nutzung auch mit den mobilen Radiocontrol-Uhren messen lässt – sogar ausser Haus. Ein Vergleich zwischen TC- und RC-Messung ergab auch, dass an der WM 06 ausser Haus bis zu 20 Prozent zusätzliche TV-Nutzung stattfand. Vermutlich wird Mediapulse auch diesmal eine solche Parallelauswertung vornehmen.
 
Markus Knöpfli
 

1:0 für die Umwelt

Entsorgung ViznerBorel und Manifesto Films haben das erste Goal für die Euro 08 geschossen.

 
Entsorgung ViznerBorel und Manifesto Films haben das erste Goal für die Euro 08 geschossen. 
Die Euro 08 naht – und wohl auch der Abfallberg. Damit wir höchstens auf dem Spielfeld des Ruhmes und nicht im Abfallelend untergehen, hat eine Arbeitsgemeinschaft mit zahlreichen Massnahmen vorgesorgt. Unter anderen wurde in Zürich ein aufwändiger Werbespot mit dem vielsagenden Titel «Ein Goal für die Umwelt» produziert. Dieser Film ist für die Uefa Euro 08 im Rahmen eines gemeinsamen Nachhaltigkeitskonzepts für die Schweiz und Österreich in den drei Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Kultur/Soziales erarbeitet worden.
Das auffallendste Medium für diese Abfall-Appelle ist ein Spot, der an allen Public Viewings in der Schweiz und auch in Österreich gezeigt wird. Gedreht wurde er auf der Bahnhofstrasse in Zürich.
Die Werbeagentur ViznerBorel hat bereits mit diversen Kampagnen rund um das Thema Recycling Erfahrungen gesammelt und wurde deshalb mit der Entwicklung dieses Anti-Littering-Spots beauftragt. Keine leichte Aufgabe, wie Creative Director Guillaume Borel erklärt: «Niemand interessiert sich kurz vor dem Anpfiff eines Matchs für Abfallentsorgung.» Die Agentur hat deshalb voll auf die Kraft der Emotionen gesetzt. «Mit unserem Konzept wollen wir die Leute involvieren, informieren und mitreissen.»
Ein Euro-Shirt als HonorarDer 60-Sekunden-Spot ist von Reto Salimbeni und seiner Manifesto Films realisiert worden. Der Spot nimmt die Bildsprache grosser Werbefilme wie für Coca-Cola oder Nike auf – schliesslich muss er bei den Public Viewings auch in diesem Umfeld bestehen können. Dank viel Goodwill aller Beteiligten ist das Budget aber «einiges bescheidener». Wie hat Regisseur Salimbeni trotzdem mit wenigen Statisten eine solch ansteckende Begeisterung wie in einem voll ausverkauften Stadion auf die Leinwand zaubern können? «Die Begeisterung ist offensichtlich da im Land. Wir mussten die Leute nicht besonders motivieren. Die im Film gezeigte Siegesstimmung der Fans ist echt gefühlt. Viele freiwillige Statisten haben aus purem Spass mitgemacht. Als Honorar gab es nur ein Euro-Shirt.» Salimbeni als Filmer mit italienischen Wurzeln ist ein echter Fussballfan. Er kennt deshalb diesen Jubel und Siegesposen aus frühester Jugend. «Ich wollte aber nicht persiflieren und die Stimmung ins Lächerliche ziehen.»
Für die Dreharbeiten stand nur ein knapper Tag zur Verfügung. Dazu musste ein Teil der Zürcher Bahnhofstrasse abgesperrt werden.
Der Aufwand hat sich auch für die Verantwortlichen der Stadt gelohnt. Zu Beginn stand nämlich die Idee im Raum, den Spot noch billiger von Studenten drehen zu lassen. Aber bei der Euro 08 geht es um eine höchste Meisterschaft. Die Kreativen finden es deshalb «grundsätzlich gut, wenn man auch bei institutioneller Werbung mit professionellen Kommunikationsagenturen zusammenarbeitet und damit diese wichtigen Anliegen professionell kommuniziert».
Salimbeni wollte für seinen Stil die Mittel des Entertainment ausnützen, damit die Leute Lust haben, eine solche Message aufzunehmen – «aus Spass und nicht unter dem Mahnfinger».
Die Stadt Zürich hat rund um den Spot eine Kommunikationsstrategie realisiert, die das Entsorgen während der Euro 08 «sehr einfach macht», wie die Verantwortlichen hoffen. Zu diesem Konzept gehören Einwegbecher ebenso wie eine international verständliche Signalisation mit neu entwickelten Piktogrammen. Diese weisen zu den flächendeckend aufgestellten Sammelstellen. Und ViznerBorel zeigt sich stolz: «Das erste Tor, das an der Euro 08 geschossen worden ist, ist das Tor in diesem Film.»
Andreas Panzeri

Schweizer Werbung wählt Vizepräsidenten

Der Verband Schweizer Werbung hat anlässlich der Vorstandssitzung vom Dienstag drei neue Vizepräsidenten gewählt. Es galt zwei Ersatzwahlen sowie eine Bestätigungswahl vorzunehmen.

 
Der Verband Schweizer Werbung hat anlässlich der Vorstandssitzung vom Dienstag drei neue Vizepräsidenten gewählt. Es galt laut Mitteilung vom Mittwoch zwei Ersatzwahlen sowie eine Bestätigungswahl vorzunehmen. Für die Sektion «Agenturen» wurde Peter Leutenegger (Draftfcb/Lowe Group) neu zum Vizepräsidenten gewählt. Ebenfalls neu im Amt ist für die Sektion «Auftraggeber» Christian Merk  (Zurich Financial Services Group). Als Vize bestätigt wurde für die Sektion «Auftragnehmer» Christian Kauter (APG Affichage).

«Glaubwürdigkeit ist der Schlüssel unseres Erfolgs»

Gaby Darbyshire, Vice President für Business-Entwicklung bei Gawker Media, erklärt den Erfolg von Gawker.

 
Gaby Darbyshire, Vice President für Business-Entwicklung bei Gawker Media, erklärt den Erfolg von Gawker. 
Was sind die Gründe für den kommerziellen Erfolg von Gawker Media?Wir berichten nur über Dinge, von denen wir glauben, dass unser Stil einen frischen Ton in die allgemeine Berichterstattung bringen kann. Unsere Blogs waren einzigartig, als wir sie launchten, aber wir haben inzwischen jede Menge Nachahmer. Unsere Leser sind loyal und sie können sicher sein, dass unsere Redaktoren ihre Ware frisch auf den Tisch liefern. Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit sind der Schlüssel unseres Erfolgs.
Glauben Sie, dass meinungslastige Blogs wie Ihre die Zukunft des Journalismus sind?Nein. Es wird immer Bedarf für gut recherchierten Journalismus geben, der nicht meinungslastig ist. Aber ich glaube, dass es in Zukunft darauf ankommen wird, wie man die Fakten interpretiert, und das wird die Marke einer Zeitung definieren. In den USA besteht die Erwartung, dass Zeitungen objektiv sein müssen und Reporter politisch keine Meinung haben sollen. Das ist schwierig einzuhalten ohne unglaubwürdig zu sein. Ich glaube aber, das wird sich ändern. In Europa wird das ja längst so praktiziert.
Planen Sie weitere Blogs einzuführen?Wir launchen neue Titel nur selten und nur wenn wir glauben, dass wirklich eine Marktlücke besteht, die wir mit etwas Neuem füllen können.
Wer sind ihre Konkurrenten?Wir haben jede Menge Konkurrenz zu den einzelnen existierenden Blogs, aber es gibt kein anderes Blog-Publishing-Unternehmen wie uns. Unser einziger direkter Konkurrent, Weblogs Inc., wurde 2005 an AOL verkauft.
 
Interview: Gerti Schön
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