Publigroupe verkauft ihre Liegenschaft an der Zürcher Holbeinstrasse

Nachdem die in Zürich stationierten Mitarbeiter des Publigroupe-Bereichs «Media Sales» in den «Baslerpark» umgezogen sind, hat die Vermarkterin nun die Liegenschaft an der Holbeinstrasse im Seefeldquartier verkauft. Käuferin ist die Züblin Immo AG.

 Nachdem die in Zürich stationierten Mitarbeiter des Publigroupe-Bereichs «Media Sales» in den «Baslerpark» umgezogen sind, hat die Vermarkterin nun die Liegenschaft an der Holbeinstrasse im Seefeldquartier verkauft. Käuferin ist die Züblin Immo AG. Über den Verkaufspreis haben die beiden Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Für die Publigroupe resultiert aus dem Verkauf ein Buchgewinn nach Steuern von rund 35 Millionen Franken. Weiterhin in ihrem Besitz behalten will die Publigroupe die Liegenschaft Neumühlequai, die sich an prominenter Lage gleich beim Central in Zürich befindet. Die Liegenschaft soll langfristig vermietet werden.

Google drängt ins Geschäft der Online-Mediaplanung

Der Suchmaschinenbetreiber Google hat mit Google Ad Planner einen kostenlosen Service zur Erhebung von Media-Daten im Internet angekündigt. Bei den Konkurrenten Nielsen Online und Comscore nimmt man die Neuigkeit gelassen.

 
Der Suchmaschinenbetreiber Google hat mit Google Ad Planner einen kostenlosen Service zur Erhebung von Media-Daten im Internet angekündigt. Gemäss einem Bericht auf Ftd.de erhofft sich der Internetriese dadurch einen weiteren Schub für sein Geschäft mit Onlinewerbung. Damit drängt er in den Markt von weltweit etablierten Internet-Marktforschern wie Nielsen Online oder Comscore.Google Ad Planner erstellt für Kunden Statistiken über Seitenzugriffe, Verweildauer und demografische Daten der Benutzer durch einen direkten Zugriff auf den Webserver. Dies im Gegensatz zu Nielsen oder Comscore, die ihre Nutzungsdaten anhand repräsentativer Kontrollgruppen und Umfragen erheben. Gemäss Ftd.de wurde letztere Messmethode jedoch oft als zu ungenau kritisiert. Die Schweizer Internetforscherin Net-Metrix kombiniert beispielsweise beide Ansätze.
Bei der Konkurrenz nimmt man Googles Ankündigung gelassen entgegen. Einzelheiten des neuen Mess-Dienstes seien bislang nicht bekannt, sagte Nielsen-Online-Chefin Susan Hickey gegenüber der New York Times. Das Unternehmen gehe aber davon aus, dass Kunden auch weiterhin für gut recherchierte Daten über das Verhalten von Internetnutzern zahlen werden.
Eine weitere kritische Stimme im Wall Street Journal gab die fehlende Unabhängigkeit Googles zu bedenken, weil das Unternehmen Analyse und Onlinewerbung gleichzeitig anbietet. «Aus unserer Sicht ist das Letzte, was wir wollen, dass dieselbe Firma, an die unsere Werbegelder fliessen, uns auch in der Mediaplaung berät», wird eine Werbemanagerin zitiert.

Direktvermarkter lancieren Zertifizierung für Telefonmarketing

Telefonmarketing und Direct Sales haben einen lausigen Ruf. Um Image und Entwicklung der Branche zu fördern, hat nun der Schweizer Direktmarketing Verband SDV eine Zertifizierung durch die SQS initiiert. Anbieter von Telefonmarketing und Direct Sales sollen indirekt zu korrektem Verhalten gezwungen werden.

 
Telefonmarketing und Direct Sales haben einen lausigen Ruf, obwohl die Branche in der Schweiz rund 5’000 Personen beschäftigt. Um Image und Entwicklung der Branche zu fördern, hat nun der Schweizer Direktmarketing Verband SDV eine Zertifizierung durch die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme SQS initiiert. Damit will sich der Verband auch gegen «Schwarze Schafe» in der Branche abgrenzen, wie es in einer Mitteilung heisst. Und er will, dass zertifizierte Unternehmen einen Marktvorteil gegenüber nicht-zertifizierten erlangen.Damit erreicht der Verband das bereits seit längerem gesetzte Ziel, die Anbieter zu einem korrekten Verhalten zu zwingen (siehe:
). Seit Ende 2005 besteht der Ehrenkodex Direct Sales, per 1. Januar 2008 wurde zusammen mit dem Verband CallNet.ch der Ehrenkodex Telefonmarketing im Privatbereich (B2C) eingeführt. Der SDV wollte jedoch mehr, «denn wir wissen, dass solche Kodizes gerne Papiertiger bleiben», hält SDV-Präsident Jakob Nef fest. Die Zertifizierung soll den Ehrenkodizes Nachdruck verschaffen.Um umfassend und schnell über die Vorteile des Gütesiegels Direktmarketing zu informieren, hat der SDV mit
eine Online-Plattform eingerichtet. Darauf sind beispielsweise die Vorteile für die Auftraggeber zu finden oder zehn goldene Regeln im Umgang mit Telefonmarketing und Direct Sales. Die Website dient auch als Drehscheibe für Dienstleister, Auftraggeber und Endkonsumenten sowie als Anlaufstelle für Fragen oder allfällige Beschwerden.

Von Werbung belogen?

Aufgefallen Der koreanische Autohersteller Kia ist offizieller Sponsor der Uefa-Euro 2008. Deshalb ist Kia in diesen Tagen besonders im Fernsehen mit TV-Spots präsent. Aufgefallen ist uns nicht der Spot, sondern der Beitrag eines Bloggers, der sich von Kia respektive von der Werbung belogen fühlt.

 
Aufgefallen Der koreanische Autohersteller Kia ist offizieller Sponsor der Uefa-Euro 2008. Deshalb ist Kia in diesen Tagen besonders im Fernsehen mit TV-Spots präsent. Aufgefallen ist uns nicht der Spot, sondern der Beitrag eines Bloggers, der sich von Kia respektive von der Werbung belogen fühlt. Im Spot gestalten Fussballfans die Karosserien ihrer Autos in den jeweiligen Landesfarben der teilnehmenden Mannschaften. Aufgefallen ist dem aufmerksamen Internetschreiberling, dass der Spot gar nicht in Italien gedreht wurde, wie es dem Zuschauer suggeriert wird, sondern vor seiner eigenen Haustür. «So lügt mal wieder die Werbung», titelt er deshalb im Internet. Kurze Recherchen zeigen, dass der Spot vermutlich in Berlin gedreht wurde. Dass Echtheit und Authentizität der Drehorte nicht zwingend stimmen müssen, weiss man aus Filmklassikern wie Winnetou. Der Film muss in seiner Handlung in erster Linie glaubwürdig sein. Und damit hat Kia, eine Tochter von Hyundai, offensichtlich kein werberisches Problem. Kia wirbt nach einer Untersuchung der Media-Agentur Initiative Media effizienter als alle anderen zehn offiziellen Euro-Hauptsponsoren. (cl)

Bei Anpfiff Premiere

Unternehmen Einen Special Event der besonderen Art führte die Lande-Regia-Langenbach-Gruppe durch.

 
Unternehmen Einen Special Event der besonderen Art führte die Lande-Regia-Langenbach-Gruppe durch. 
Erst im Januar hatte die Lande-Langenbach-Gruppe mit Werken im schweizerischen Rupperswil und Schafisheim die Akquisition der Regia HighPack AG in Oensingen mitgeteilt. «Wie beweisen unsere Absicht einer nachhaltigen Entwicklung und unser langfristiges Engagement, indem auch für die Zukunft in der ganzen Gruppe namhafte Investitionen am Standort Schweiz geplant sind», teilte Beat M. Schelling, VR-Präsident und Inhaber, in diesem Zusammenhang mit. Mit der Einweihung der neuen 6-Farben-High-Tech-Bogenoffsetdruckmaschine mit Doppellackwerk Rapida 162-6 am 11. Juli 2008 am Standort in Schafisheim liess er seinen damaligen Worten sogleich weitere Taten folgen. Investitionen für Kunden«Wir sind ein Dienstleistungsunternehmen und investieren für unsere Kunden. Sie stellen die Anforderungen, die wir bisher nicht vollumfänglich erfüllen konnten», sagte Verwaltungsratspräsident Beat M. Schelling anlässlich der Einweihung der neuen 6-Farben-Druckmaschine. «Umweltschutz und Ressourcen-Schonung liegen uns genauso am Herzen wie die Verpackungskosten. Alle diese Faktoren tragen dazu bei, dass wir weiter investieren müssen», erklärte Schelling. Er appellierte an die zahlreich erschienenen Gäste, eine «Geiz-ist-geil»-Entwicklung, wie sie derzeit noch immer in Deutschland propagiert werde, in der Schweiz zu vermeiden. Hier findet derzeit eine Renaissance der Industrieproduktion statt. Der Absatz der Verpackungen konnte in den letzten Monaten weiter erhöht werden. «Das macht», so Schelling, «Mut zu Investitionen in neue Technik, in Mitarbeitende und in neue Firmen.» Als Beispiel führte er die Akquisition der Regia HighPack AG an, die es ermögliche, ein noch breiteres Sortiment aus einer Hand anbieten zu können. «Fordern Sie uns heraus, wir sind bereit, die Herausforderung anzunehmen», wandte er sich an die Teilnehmer.
Schweizer PremiereIn seinem Fachreferat zum Thema Reptile Brain zeigte Martin Amann von der Amann & Partner Designagentur Reinach den Teilnehmenden, wie die Verpackungsgestaltung über das limbische System den Kaufentscheid beeinflusst. Anschliessend erläuterte Peter Rickenmann, Geschäftsführer Print Assistent Rapida Grossformat, KBA, die Spezifikationen der Hightech-Bogenoffsetdruckmaschine Rapida 162-6, die in der Schweiz ihre Premiere hat. Bereits mit ihren Dimensionen von 35 Metern Länge, 6 Metern Breite und 4 Metern Höhe sei die Anlage sehr speziell. Aber auch die technischen Möglichkeiten lassen keine Wünsche offen. So sorgen 6 Farbwerke mit Doppellackwerk und der automatische Plattenwechsel für Effizienz. Zur Qualitätskontrolle trägt eine Kamera bei, die jeden Bogen einzeln misst und die Werte mit dem Sollbogen vergleicht. Verpackungen werden immer anspruchsvoller. Veredelungen wie Matt-/Glanzeffekte und spezielle Lackierungen sind heute nicht nur bei Verpackungen von Premiumprodukten ein Must. Die Rapida 162-6 bietet dafür optimale technische Voraussetzungen. Mit einem unterhaltsamen Abendprogramm und der Präsentation des EM-Gruppenspiels Schweiz-Türkei auf Grossleinwand fand der Special Event auf Schloss Lenzburg seinen Abschluss.
Sabine Flachsmann

Starke Knochenarbeit

Pharma Die Werbeanstalt Schweiz rückt die Mineralienprodukte von Sandoz mit einer neuen Kampagne in ein neues Licht.

 
Pharma Die Werbeanstalt Schweiz rückt die Mineralienprodukte von Sandoz mit einer neuen Kampagne in ein neues Licht.  
Viele Personen in der Schweiz leiden unter Calcium- und Magnesium-Mangel und sind sich dessen nicht einmal bewusst. Die aktuelle Werbekampagne von Sandoz aus der Kreation der Zürcher Werbeanstalt soll schweizweit auf diesen Missstand hinweisen. «Nicht mit dem Mahnfinger und auch nicht mit der für Pharma-Werbung üblichen Art und Weise», wie Stratege Reto Dürrenberger erklärt.Die Kommunikation der Werbeanstalt basiert auf drei Phasen. Als erstes strategisch mit einem TV-Spot. Es könnte gleichwohl eine Szene aus «The Mumie» oder aus «Indiana Jones» sein. Und vielleicht ganz geschickt, weil letzterer ja mit einem neuen Film aktuell im Kino ist. Die Geschichte im Spot hat jedenfalls interessante Anlehnungen: Ein Forscherpaar befindet sich auf Schatzsuche. Die Szene zeigt, wie der Wissenschafter und Abenteurer von seiner Assistentin begleitet in eine alte Grabkammer schreitet. Hier ist er endlich am Ziel seiner Träume angekommen. Vor den beiden liegt ein goldener Sarkophag. Aus diesem werden die Entdecker aber von einem lebendig gewordenen Skelett erschreckt. Zum Glück für die Abenteurer leidet das Skelett allerdings an Calcium-Mangel: Das Knochgerüst zerfällt zu Staub, bevor es richtig gefährlich werden kann.
Mit dieser filmischen Parodie wird «ziemlich mutig» aufzeigt, was die Konsequenzen von Calcium-Mangel bereits in uralten Zeiten gewesen sind, nämlich brüchige Knochen.
 
 

Für die Realisation dieser aufwändigen Produktion der Peek GmbH konnte Michael Steiner gewonnen werden. Der Regisseur von Spielfilmen wie «Grounding» und «Mein Name ist Eugen» hat sein Büro gleich einen Stock über den Räumen der Werbeanstalt. Konnten so vielleicht ein bisschen Reisespesen für die PPM gespart werden, ist der Film ansonsten eher mit aufwändiger Kelle angerichtet worden. Über eine Woche wurde im Studio in Uster eine wie grosses Kino wirkende Grabkammer aufgebaut. Die Dreharbeiten dauerten zwei bis drei Tage. Dazu kamen raffinierte Animationen, die in den Londoner Elephant Studios realisiert worden sind.
Nach dem Film folgt in der Kampagne eine taktische Ebene. Auf dieser wird in der üblichen Klarheit, Ehrlichkeit und mit dem Fokus «The Product is the Hero» auf die einzelnen Produktvorteile der Mineralienprodukte von Sandoz hingewiesen. Dazu hat das Team um CD Sarah Hiltebrand marktsegmentspezifische Anzeigen und Internetbanners gestaltet. Diese richten sich zielgerecht an Personen, die heutzutage am meisten und im Speziellen an Calcium- und Magnesium-Mangel leiden. In einer dritten Ebene wird die Beweisführung schliesslich auf der eigens eingerichteten Website mit einem Calcium- und einem Magnesium-Test erbracht. Über diesen kommt man automatisch zu den entsprechenden Info-Seiten
sowie auch .Auch im Handel wird am POS das Angebot von Sandoz integrierend kommuniziert. Die Mineralprodukte sind erst seit Januar 2008 im Sortiment von Sandoz. Vorher waren die Mineralienprodukte noch bei Novartis angegliedert. Die Werbeanstalt arbeitet seit drei Jahren für Sandoz. In den ersten Kampagnen haben die Werber «auf das Konto Branding einbezahlt», wie Dürrenberger meint. Diese Arbeiten in einem für Pharma bisher ungewohnten und unkonventionellen Stil haben Sandoz mittlerweile mitgeholfen, die Marktführerschaft im Generikamarkt zu erreichen, wie sich Robin Koenig, Head of Marketing & Branding bei Sandoz Pharmaceuticals, freut. Die Werbeanstalt durfte sich mit ihren Ideen für Sandoz in diesem Jahr zudem über den Gewinn der Marketing-Trophy freuen. Der Erfolg hat dazu geführt, dass die Schweizer Werbeanstalt inzwischen auch für Adaptationen in anderen Sandoz-Ländern angefragt worden ist. Auf sicher abgelehnt haben Dürrenberger und Hiltebrand aber ein Angebot für China.
 
 
Andreas Panzeri

Integration 2.0

News Die Drupa hat in Ansätzen gezeigt, wohin sich der Bereich Prepress und auch die vernetzte Produktion beziehungsweise Prozessintegration entwickelt.

 
News Die Drupa hat in Ansätzen gezeigt, wohin sich der Bereich Prepress und auch die vernetzte Produktion bzw. Prozessintegration entwickelt. 
Die Drupa 2008 ist vorbei. Ob es sich um eine «Inkjet-Drupa» gehandelt hat, ist auch nach dem Besuch der Messe schwer zu sagen. Fest steht: Der Inkjetdruck wie der Digitaldruck als Ganzes haben sich in Düsseldorf sichtbar gefestigt präsentiert, sind aus heutiger Sicht nicht mehr wegzudenken. Da verwundert es kaum, dass die Ansteuerung von Digitaldrucksystemen ein wichtiges Thema war. Entzaubert wurde an der Drupa 2008 Post-Script. Die Bedeutung der 1985 von Adobe entwickelten Seitenbeschreibungssprache, die in der Folge als wichtige Komponente die ganze Satzherstellung veränderte, wurde durch das Portable Document Format (PDF) neu definiert – ebenso das Visualisieren von und der Umgang mit Dokumenten. Über die vielen Jahre war bei der Ausgabe jedoch alles mehr oder weniger beim Alten geblieben und PostScript bis zum Erscheinen der Adobe PDF Print Engine 1 (APPE 1) der Ausgabekanal der grafischen Industrie schlechthin. Die neue, zur Drupa vorgestellte Adobe Print Engine 2 verbindet nun als eine wichtige Neuerung die Standards PDF und JDF miteinander. Das Job Definition Format übernimmt dabei den Transport der administrativen Daten sowie der Angaben zum Ausschiessen und beschreibt die Eckdaten des Printprodukts (Papiersorte, Produktionsfarben, Weiterverarbeitung etc.) samt den Merkmalen für die Ausgabe/Belichtung (inkl. Überfüllen und Ausschiessen) bzw. transportiert diese Parameter zum RIP oder Ausgabegerät. Technisch unterstützt die APPE 2 sämtliche «normalen» PDF-Formate, darüber hinaus PDF/X-1, PDF/X-3, PDF/X-4, PDF/X-5 und das neue Format PDF/VT, das speziell für die Bedürfnisse des Drucks von variablen Daten (V) und für das Segment Transaktionsdruck (T) entwickelt wurde. Die APPE 2 ist kompatibel mit der ebenfalls zur Drupa vorgestellten Software Acrobat 9 wie auch mit den JDF-Spezifikationen 1.1, 1.2 und 1.3 sowie mit den aktuellen Farbprofilen des ICC (v4).
Web-2-Print und JDFEin nicht neues, aber an der Drupa stärker in den Vordergrund gerücktes Thema war Web-2-Print. Hier geht es längst nicht mehr (nur) darum, dass ein Printmedien-Dienstleister eine Lösung ins Web stellt, damit seine Kunden sich etwa Visitenkarten bestellen können. Vielmehr gehören zu modernen Web-2-Print-Modellen so genannte Storefront-Systeme, welche die Abbildung von relevanten Prozessen im Internet ermöglichen. Hierzu zählt die Unterstützung zur Herstellung von Druckvorlagen samt administrativer und kaufmännischer Abwicklung (Kalkulation, Nachkalkulation) sowohl im konventionellen Druck wie auch zur Herstellung von Drucksachen, Dokumenten, Mailings und dergleichen im Digitaldruck. Ein weiteres wichtiges, wenn auch als solches nur schwer erkenn- bzw. sichtbares Thema waren die erweiterten Möglichkeiten der Prozessintegration. Nach der Konsolidierung des JDF-Hypes der Drupa 2004 gehen sowohl die Aussteller als auch die Anwender differenzierter mit dem Thema um: Vernetzt wird dort, wo es Sinn macht. Und das sind immer mehr Bereiche. So ermöglicht das Job Definition Format auch bei den Web-2-Print-Szenarien eine von Beginn weg durchgängige Vernetzung mit den entsprechenden nachgelagerten Prozessen.
Agfa hat, wie im Vorfeld bekannt gegeben, seine Workflow-Lösungen neu in vier Bereiche gegliedert und zu der Apogee Suite zusammengefasst. So beinhaltet die neue Suite die Bereiche Apogee Publish (mit Apogee Media und Securseal), Apogee Portal (Web Approval und Project Manager), Prepress (Render, Control, Manage, Automate, Platemaker) und Apogee Color (Proof, PDF&Proof, Colortune) und deckt so alle Bereiche vom kreativen Design-Prozess bis zur Ausgabe auf Proof-Geräten und Plattenbelichtern sowie Digitaldrucksystemen von Agfa oder anderen unterstützten Systemen ab. Im Herzen der Suite stehen mit Apogee Portal und Apogee Prepress Lösungen zur Einbindung des Kunden in die Drucksachenabwicklung und zur Datenverarbeitung und Ausgabesteuerung. Besonders interessant ist das neue Apogee Media. «Apogee Media, Teil von Apogee Publish, beinhaltet zwei Hauptelemente: ein Asset-Management auf Basis eines SQL-Servers und eine PublikationsEngine, die eng mit Adobe InDesign zusammenarbeitet», erklärt Thomas Häuptli von Agfa Graphics. Ein integrierter J2EE-Server erlaubt externen Mitarbeitern via Internet den Zugriff auf Inhalte (neben Text und Bild werden auch multimediale Inhalte verwaltet). Durch das Java Applet werden den Anwendern webbasierte Anwendungen wie Text- und Bildbearbeitungsprogramme zur Verfügung gestellt, mit denen die einzelnen Inhaltsbestandteile angelegt, erstellt und geändert werden können. Apogee Media setzt intern auf die Markierungssprache XML. Es lassen sich gruppenspezifische Zugänge etwa für Fotografen (nur Bild-Upload) oder Redaktoren (nur Textzugriff und/ oder Layoutzugriff) einrichten.
Schneller ÜberblickIn der Praxis kann ein Redaktor oder Corporate Publisher einen Text mittels des integrierten Textverarbeitungsprogrammes oder im Word erfassen. Hochladen geschieht durch Drag & Drop in den Apogee Media Desktop. Texte werden im Hintergrund automatisch in eine XML-Datei konvertiert und für die Weiterverarbeitung in InDesign vorbereitet. Der Layouter kann durch ein PlugIn direkt aus InDesign auf die freigegebenen Inhalte zugreifen und in die Seite einfügen. Ab diesem Zeitpunkt sind XML-Content und InDesign-Dokument verknüpft. Ist die Seite fertiggestellt, kann der Layouter/Grafiker den entsprechenden Status der Seite bzw. des Dokuments festlegen. Diese Stati können im Vorfeld vom Administrator festgelegt und ergänzt werden. So sind Stati für «Korrektorat» oder «Gut zum Druck» denkbar. Als Besonderheit lassen sich die Seiten von Publikationen jederzeit als PDF oder in Form einer JPEG-Preview darstellen, ohne die Notwendigkeit eines lokalen InDesigns. Doch die Funktionalität von Apogee Media geht weit über ein klassisches Preview hinaus; so lassen sich die einzelnen Inhalte einer Seite, die so genannten «XML-Container», über den WebClient anklicken und bearbeiten. Damit können Textänderungen vorgenommen werden oder es kann der Ausschnitt von Bildern korrigiert werden, wiederum ohne die Notwendigkeit eines lokalen InDesigns. Eine Erweiterung auf QuarkXPress, das zur Drupa in Version 8 erschienen ist, liesse sich offenbar realisieren; ob und wann XPress unterstützt wird, lässt Agfa bislang noch offen. Agfas Apogee Media ist damit ein Produktions-Management-Tool, das nicht nur die Datenverwaltung, sondern auch den Publikations- und Korrekturprozess organisiert.
Softproof ist ein Begriff, dessen Zuordnung vielen unklar ist. Genau genommen kann man nur dann von einem Softproof sprechen, wenn der darstellende Monitor kalibriert ist; doch das ist bekanntermassen kein einfaches Unterfangen. Agfa hat nicht zuletzt deshalb das Thema Farbe in die neue Apogee Suite integriert. «Apogee Color», so heisst die durchgängige Komponente, geht dabei einen besonders interessanten Weg. Der Anwender, der das Gut zum Druck erteilen soll, sieht durch einen Prozentwert und ein entsprechendes Icon dargestellt, wie «gut» sein Monitor aktuell ist (dazu muss allerdings beim erstmaligen Einsatz mit einem entsprechenden Messgerät der Monitor definiert und mit der Agfa Software Color Tune Display kalibriert werden). Ist das geschehen, kann die Software das verwendete Farbrofil des entsprechenden Monitors auslesen und berechnet über das Color Management ein Softproof, das für diese Ansichtsbedingungen ausgelegt ist.
Erweiterte AusgabemöglichkeitenNeu bei Apogee Prepress 5.0, dem klassischen Druckvorstufen-Workflow, sind die erweiterten Ausgabemöglichkeiten. So lassen sich neben Computer-to-Plate-Systemen nun auch Digitaldrucksysteme von Canon und HP ansteuern. Als Vorteil dieses Hybrid-Workflows kann Agfa die Ausgabesysteme derart ansteuern, damit etwa die Digitaldruckausgabe innerhalb des (kleineren) Offsetdruck-Farbraums erfolgt. Die Unternehmen profitieren davon, dass sie sich nicht mit mehreren Workflows für ihre unterschiedlichen Ausgabe- und Drucksysteme auseinandersetzen müssen. Neu besteht in Apogee Prepress 5.0 auch die Möglichkeit, via JDF Voreinstellungen an Postpresssysteme – etwa an Maschinen von Polar-Mohr – weiterzugeben. Agfa bietet innerhalb der Apogee Suite – genauer im Apogee-Prepress-Bereich – eine Inksave-Funktion an. Die «Farbsparmassnahme» erfolgt bei Agfa während des Rendering-Prozesses (Rip-Vorgang) innerhalb der Adobe PDF Print Engine. Berücksichtigt wird dabei die Spezifikation der Druckmaschine (also Punktzunahmen und andere maschinentechnische Charakteristiken). «Inksave spart im Rollenoffset vordergründig Druckfarbe, während beim Bogenoffset vor allem die damit erzielbare stabilere Graubalance im Vordergrund steht», fasst Thomas Häuptli die Vorteile zusammen. Beim Modul Platemaker, vormals Print-Drive, hat Agfa eine interessante, «Versioning» genannte Funktion eingebaut. Dem vor allem in der Schweiz oft vorkommenden Sprachversionen/Sprachwechseln lässt sich damit besser Rechnung tragen, indem das Druckresultat vorher auf dem Bildschirm simuliert werden kann – und damit, noch bevor eine Druckplatte ausgegeben wurde.
Jürgen Franck
Der Beitrag wird in der nächsten Ausgabe von w&p fortgesetzt.

Arbeitnehmer zum Kündigen animiert

Stellenportale Ganz gleich, ob Handwerker, Verkäuferin oder Büroangestellter: Warum freuen sie sich, gerade ihren alten Job gekündigt zu haben? Der Grund: Bei Job-Scout24 findet jeder von ihnen eine grosse Auswahl an attraktiven neuen Stellen.

 
Stellenportale Ganz gleich, ob Handwerker, Verkäuferin oder Büroangestellter: Warum freuen sie sich, gerade ihren alten Job gekündigt zu haben? Der Grund liegt auf der Hand: Bei Job-Scout24 findet jeder von ihnen eine grosse Auswahl an attraktiven neuen Stellen. Mit dem Claim «Jetzt kündigen» werben Inserate im Blick, 20 Minuten, L’Hebdo, Le Matin Bleu, Railposter und Online-Banner für das Stellenportal JobScout24. Für die Konzeption und Umsetzung aller Print- und Online-Werbemittel der «Jetzt kündigen»-Kampagne ist die Agentur Maxomedia verantwortlich.

Rätselraten im Internet

Online Das Internet ist den Werbeagenturen fremd. Das zeigt eine Analyse ihrer Web-Auftritte. Fazit: enttäuschend.

 
Online Das Internet ist den Werbeagenturen fremd. Das zeigt eine Analyse ihrer Web-Auftritte. Fazit: enttäuschend.  
«Viele Werbeagenturen unterhalten die schlechtesten Webseiten, die wir zu sehen bekommen», sagte Christoph Glauser von der Firma Argyou im Dezember dem Branchendienst persoenlich.com. Und in der Tat: Schweizer Werbeschmieden kommunizieren alles andere als ausgewiesene Internetkompetenz. Lange Ladezeiten, nervöse Flash-Animationen, irreführende Links, verpixelte Logos, plötzlicher Baulärm aus den Lautsprechern oder nicht aktualisierte Agenturinfos sorgen beim Besucher für irritierende Blicke. «Soll ich hier wirklich Online-Kompetenz einkaufen?» dürfte sich so manch besorgter Marketingchef schon gefragt haben. Nicht selten müssen sich Leute seiner Zunft durch komplexe Navigationsmenus klicken, um an die richtigen Informationen zu gelangen. Dass Werbeagenturen damit oft ein Rätselraten im Internet veranstalten, kann jeder im Selbstversuch überprüfen. Die Werbewoche hat zwölf hiesige Agenturwebseiten unter die Lupe genommen und in mehreren Kategorien gegeneinander antreten lassen (siehe Tabelle). Das Resultat überrascht. Kreative Schwergewichte wie Publicis oder Ruf Lanz, die im Werbewoche-Kreativranking Top-Platzierungen belegen, enttäuschen auf breiter Front. Oliver Reichenstein, ausgewiesener Usability-Experte und Gründer der Firma iA, fasst die desolate Situation zusammen: «Keiner Agentur gelingt der Spagat zwischen Usability und Marke. Entweder ist die Seite brauchbar, aber nicht markenkonform, oder sie bildet das Papierdesign naiv in Flash ab und versucht durch bedeutungslosen Animationsfirlefanz Interaktivität zu mimen.»
 
 

Aufgefallen sind der Redaktion und Oliver Reichenstein der rege Gebrauch von Flash-basierten Internetseiten. Reichenstein: «Gut sind die wenigsten. Vom Konzept her sind die meisten eher schwach auf der Brust.» Bemängelt werden bei den meisten Flash-Experimenten zum einen die langen Wartezeiten beim Laden des Auftritts, zum anderen die Spielereien, die alles andere als medienkonform sind. Der unangemessene Einsatz von Flash ist für den in Japan lebenden Informationsdesigner symptomatisch, aber nicht das einzige Übel. «Das mediale Fehlverständnis der Werber zeigt sich auch im unmotivierten Einsatz von Klängen. Das Internet ist kein Fernseher. Die Kontrolle über Bild, Ton und Text muss ganz in die Hände des Benutzers gelegt werden.»
Obwohl die meisten Schweizer Agenturen im Internet einen überforderten Eindruck hinterlassen, alleine sind sie keineswegs. Selbst in den USA verärgern die lausigen Webauftritte Marketingmanager, die kürzlich sogar ihren Unmut in der Fachzeitschrift Advertising Age äusserten. Der Grundtenor: Die meisten Agenturseiten taugen nichts. Die befragten Manager attestieren den Agenturen Selbstverliebtheit. Statt Mehrwert zu bieten, glichen die Auftritte bunten Spielwiesen, auf denen sich die Kreativen einfach möglichst hip gäben und dabei weit weg vom seriösen Businesspartner seien. Die Entwicklung hat in den USA inzwischen gar einen Namen: «Digital Masturbation».
So schlimm ist es in der Schweiz jedoch noch nicht. Überzeugt hat die Werbewoche die beiden Webseiten der Zürcher Agentur JWT+H+F und der in Bern ansässigen Kreativschmiede Contexta. Überraschend enttäuschend punkteten Jung von Matt/Limmat, Wirz, Publicis und Ruf Lanz. Sie tun sich nicht nur mit der Aktualisierung der Inhalte schwer, sondern überzeugen auch in den Kategorien Medienkonformität, Markennähe, Usability und Informationsdesign kaum. Ganz über die Bücher muss Lowe.
Christian Lüscher

Le Matin schliesst Regionalbüros

Die Westschweizer Tageszeitung Le Matin schliesst ihre Regionalbüros in Sitten, Freiburg, Genf, Delsberg, Biel und Zürich. Die Sparmassnahme erfolgt, weil Gratiszeitungen und der rückläufige Werbemarkt dem Zeitungstitel zusetzen.

 Die Westschweizer Tageszeitung Le Matin schliesst ihre Regionalbüros. Die Sparmassnahme erfolgt, weil Gratiszeitungen und der rückläufige Werbemarkt dem Zeitungstitel zusetzen. Geschlossen werden die Büros in Sitten, Freiburg, Genf, Delsberg, Biel und Zürich, wie Le Matin-Chefredaktor Peter Rothenbühler auf Anfrage der SDA zu einem Bericht der Freiburger Tageszeitung La Liberté sagte. Die betroffenen Korrespondenten werden laut Rothenbühler in der Zentrale in Lausanne stationiert oder von ihren Wohnorten aus arbeiten. Da die Westschweiz nicht so gross sei, sei dies nicht mit grossen Problemen verbunden. Grossereignisse will die Zeitung in Zukunft flexibel mit zusätzlichen Personen abdecken.

Viel Energy für Coop Pronto

Instore-Radio Nach Coop setzt nun auch Coop Pronto auf Instore-Radio, um die Kauflust der Kunden anzukurbeln.

 
Instore-Radio Nach Coop setzt nun auch Coop Pronto auf Instore-Radio, um die Kauflust der Kunden anzukurbeln. 
Vor einem Jahr haben Coop, IP Multimedia und Ringiers Radio Energy für das gesamte Coop-Filialnetz das erste Instore-Radio lanciert. Seither werden die Kunden in den über 850 Verkaufsstellen während des Einkaufens mit einem Mix aus Musik und Werbespots berieselt. Pro Woche können so gemäss Coop rund 3,7 Millionen Brutto-Werbekontakte erzielt werden.Coop Pronto, die zu 51 Prozent Coop und zu 49 Prozent ConocoPhillips gehört, zieht nun ab 1. Juli 2008 nach und installiert den von Radio Energy produzierten Sound in seinen insgesamt 195 Verkaufsstellen ebenfalls. Die Exklusiv-Vermarktung übernimmt – wie beim Instore-Radio von Coop – die Goldbach-Tochter IP Multimedia (IPM). Das neue Angebot reiht sich ein in die drei bereits verfügbaren Coop-Instore-Radionetze Retail (801 Standorte), Bau+Hobby (68) und City (63). Sandrine Pituctin, bei IPM zuständig für das Produkt Instore-Radio, freut sich: «Coop Pronto erweitert das Potenzial unseres jungen Werbemediums enorm.» Tatsächlich ist Coop Pronto, die derzeit 41 ihrer Läden als Standalone und 154 kombiniert mit Coop-Tankstellen betreibt, im schweizerischen Convenience-Markt die Nummer eins und befindet sich weiter auf Expansionskurs.
«Wir schaffen in den verschiedensten Regionen der Schweiz ständig neue Stellen – pro Jahr bis zu 20 neue Shops, mit und ohne Tankstelle», heisst es auf der Homepage. 2007 verzeichneten die Coop-Pronto-Shops allein 58,7 Millionen Kundenbesuche, zehn Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Hinzu kamen weitere 20 Millionen Personen, die bloss ihr Auto betankten. Um auch diese Treibstoff-Kunden in die Läden zu locken, wird das Instore-Radio von Coop Pronto deshalb auch ausserhalb der Shops bei den Zapfsäulen zu hören sein.
Obwohl sich Coop Pronto punkto Sound und Vermarktung beim Mutterkonzern Coop anlehnt, werden gemäss Pituctin zwei Dinge doch anders gehandhabt: Weil die Kundenbesuche in den Pronto-Shops meist von kurzer Dauer seien, sind auch die Loops mit einer Dauer von 15 Minuten viermal kürzer als in den Coop-Läden. «Dadurch wird ein Werbespot aber viermal stündlich ausgestrahlt», sagt Pituctin. Zweitens kann über das Instore-Radio von Coop Pronto auch für Produkte geworben werden, die nichts mit dem Ladensortiment zu tun haben, also beispielsweise für Autos oder Reisen. In den Coop-Verkaufsstellen hingegen dürfen über das Instore-Radio nur gelistete Produkte beworben werden. Ein 20-Sekunden-Spot, der eine Woche lang in sämtlichen Coop-Pronto-Shops ausgestrahlt wird, kostet brutto 11’000 Franken.
Coop Pronto seinerseits entschied sich gemäss Andreas Hofer, Leiter Convenience bei Coop, primär aus zwei Gründen für das Instore-Radio: Zum einen hoffe man nach den Erfahrungen in den Coop-Läden auch bei Coop Pronto auf «zusätzliche Impulse direkt am POS». Zweitens habe man sich auch Überlegungen punkto Corporate Identity gemacht. «Bisher waren in unseren Shops je nach Musikgeschmack des Filialleiters verschiedene Stilrichtungen zu hören, von kirchlichen Klängen über Volksmusik bis zu Heavy Metall», berichtet Hofer. Der Sound von Radio Energy soll nun der Convenience-Kette zu einem einheitlicheren Auftritt verhelfen.
Markus Knöpfli
Immer offen für WerbungAn Verkaufsstellen von Coop Pronto
gibt es mehrere Werbemöglichkeiten: Neben dem neuen Instore-Radio lässt sich auch auf Plakaten, Kleinplakaten sowie auf AdScreens werben. Gemäss Andreas Hofer ist Clear Channel Outdoor mit der Vermarktung der Plakatstellen beauftragt, die Kleinplakate an den Zapfsäulen besorgt Coop Pronto selbst, und die Akquisition für AdScreen war Sache von Cinecom (PubliGroupe). Aus technischen Gründen, so Hofer, sei das AdScreen-Netz seit einem halben Jahr aber stillgelegt, doch wolle man es bald wieder in Betrieb nehmen. Noch sei aber nicht entschieden, welcher Vermarkter zum Zug kommen wird, sagt er. (mk)

«Die Post ist neutraler als die Zuvo»

Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien (BZM), erklärt, warum sein Haus die Prevag der Post verkauft hat.

 
Beat Meyer, CEO der Basler Zeitung Medien (BZM), erklärt, warum sein Haus die Prevag der Post verkauft hat. 
WW: Als Ringier vor kurzem die Post mit der Frühzustellung des Blick beauftragte, äusserten Sie die Befürchtung, die Post könnte die Verleger so lange weich klopfen, bis diese ihr die Frühzustellung abtreten. Nun gibt die BZM als erster Verlag klein bei. Weshalb?Beat Meyer: Es gab kein Weichklopfen, jedoch sehr gute Gespräche mit der Post. Denn wir waren zum Schluss gekommen, dass es keinen Sinn macht, die Post weiter zu konkurrenzieren. Wenn wir eine Geschäftstätigkeit betreiben, dann sollte ein Ausbau möglich sein. Eine solche Perspektive sahen wir für die Prevag aber nicht mehr, nachdem die Post entschieden hatte, den Bereich Frühzustellung zu intensivieren. Die Post hat ja genug Ressourcen, um Marktanteilsverschiebungen zu ihren Gunsten zu erreichen. Die Frühzustellung des Blick war nur das erste Beispiel. Ein anderes wäre, wenn sie die Basellandschaftliche Zeitung (bz), die derzeit von der Prevag vertrieben wird, als Kundin gewinnen würde. Darum entschlossen wir, mit der Post einen Deal einzugehen: Sie garantiert uns eine gute Vertragungsqualität, und wir trennen uns im Gegenzug von diesem Geschäftsfeld.Wie konkret ist ein Wechsel der bz zur Post?Der Vertrag zwischen bz und Prevag läuft zwar noch über 2008 hinaus, aber wir wissen, dass die AZ-Medien schon bei der Post sondiert haben.
Sie haben die Prevag vollständig verkauft. Erhielten Sie im Gegenzug eine Beteiligung an der Postmail AG, der jungen Frühzustellfirma der Post?Nein, das war aus unserer Sicht keine Option.
Warum nicht?Weil Logistik und Distribution per Definition nicht zu unserem Kerngeschäft gehören.
Nicht nur die Post, auch die Zuvo, die Distributionstochter von Tamedia und NZZ, war an der Prevag interessiert. Warum gaben Sie der Post und nicht der Zuvo den Zuschlag?Primär wollen wir unsere Eigenständigkeit sichern. Zwar unterhalten wir mit Tamedia, die zu 50 Prozent an der Zuvo beteiligt ist, sehr gute und lukrative Projekte. Wir wollen der Tamedia allerdings nicht unbedingt ein noch stärkeres Standbein in der Nordwestschweiz verschaffen, indem wir die Zuvo als Distributionskanal für unseren Titel installieren. Deshalb scheint uns die Post in diesem Bereich der neutralere Partner zu sein als die Zuvo.
Sie haben noch die Distriba, die allerdings in der unadressierten Tagzustellung tätig ist. Wird sie auch verkauft?Nein, denn anders als bei der Frühzustellung gehen wir im Prospektgeschäft noch von einem Entwicklungspotenzial aus.
Interview: Markus Knöpfli
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