Gina, der automobile Quotenhit

Auto BMW startete für das Konzeptauto Gina eine Viralkampagne. Die Aktion ist ein Quotenhit.

 
Auto BMW startete für das Konzeptauto Gina eine Viralkampagne. Die Aktion ist ein Quotenhit.  
Gina ist keine erotische Frau, sondern ein Konzeptauto von BMW. Das Kürzel Gina, so teilt BMW mit, stehe für «Geometrie und Funktionen in N-facher Ausprägung». Was das heisst, kapieren die wenigsten. Hinter «N-facher Ausprägung» versteht der Autobauer aus Deutschland keine Blechkarosserie, sondern eine Aussenhülle aus Textilgewebe. Das Konzeptauto ist mit einer Art Haut überzogen, die sich über einen Karbonrahmen spannt. Die Idee des futuristischen Gefährts existiert angeblich schon seit 2001. In diesem Jahr will BMW sein Prunkstück der Öffentlichkeit vorstellen und vermutlich in Serie gehen. Dass BMW nicht nur im Autobau neue Wege beschreitet, zeigt sich nun auch im Kommunikationsstil. Statt Zuerst Journalisten über die Neuheit zu informieren, wurden diesmal zuerst die Blogger mit PR-Material eingedeckt. Die Idee dahinter: eine aufwändige Viralkampagne.
Am 10. Juli, fünf Tage vor der offiziellen Pressekonferenz, informierte BMW ungefähr 40 Weblog-Autoren über das Konzeptauto «Gina Light Visionary Model». Innert weniger Stunden tauchte im Internet ein geheimnisvoller, mit einer Spycam gedrehter Trailer auf, der das Wunderauto zum ersten Mal zeigte. Wie ein Rundblick in der Blogosphäre offenbart, war die Aktion ziemlich erfolgreich. Das Video entwickelt sich zum Quotenrenner. Bis zum offiziellen Präsentationstermin schauten Hunderttausende User den Film an und diskutierten im Internet angeregt über das Konzeptauto.
Nach fünf Tagen streute BMW ein zweites Video, welches Gina entpackt zeigte und ein Interview mit dem Chefdesigner Chris Bangle beinhaltete. Durch die hohe Aufmerksamkeit, erzeugt durch die Trailerphase, wurde das Video angeblich binnen Minuten vielfach verlinkt und verbreitete sich viral durch Tausende Blogs. Die Nutzungsstatistiken lassen selbst hartgesottene Internetwerber verblüffen. Die Zahl der Zuschauer stieg zeitweise stündlich um 100’000 und marschiert heute auf YouTube in Richtung 3-Millionen-Marke. Auf der bekannten Videoplattform schaffte es die Premiere des neuen BMW-Modells zum «most viewed film of the day».
Der Erfolg der Viralkampagne war nicht zufällig, sondern eine minutiös geplante Aktion. Auf der Internetsite Sierralog geben die Macher einen detaillierten Einblick über den Verlauf der Kampagne. Um über die Entwicklung immer im Bild zu sein, wurden die angeschriebenen Blogger fortlaufend kontrolliert, damit diese das Video beispielsweise nicht in eigenen Videochannels veröffentlichen. Um das geheimnisvolle Konzeptauto Gina populär zu machen, spielten die Werber auf der gesamten Web-2.0-Klaviatur. So fütterte BMW nicht nur die Videoplattformen mit Inhalten, sondern auch Online-Dienste wie Twitter oder die Fotocommunity Flickr. Der Fall Gina zeigt einmal mehr eindrücklich auf, wie sich ein richtig gestreutes Gerücht wie ein Lauffeuer verbreiten kann.
Christian Lüscher
England stellt irreführendes Viralmarketing unter StrafeViralkampagnen,
wie sie BMW für das Konzeptauto Gina im Internet kursieren liess, sind in England illegal. Auf der Insel werden künftig irreführende und anonyme Viralmarketing-Aktionen bestraft. Wie das Institut of Practitioners of Advertising (IPA) in einer Stellungnahme schreibt, seien verantwortungslose und unehrliche «Buzz-Marketing-Techniken» seit dem 26. Mai 2008 illegal. Die Behörden zielen insbesondere auf verdeckte Kampagnen in Social Networks wie Facebook oder Myspace. Zweifelhafte und irreführende Werbeaktionen hätten in jüngster Vergangenheit drastisch zugenommen. Künftig wird das Verteilen positiver Markenbotschaften, wenn der Absender nicht klar deklariert ist, als Straftat angesehen. Den Agenturen soll es verboten sein, mit Konsumenten über soziale Netzwerke oder Blogs zu kommunizieren, wenn sie den Absender nicht offenlegen. Des Weiteren wollen die Behörden verbieten, dass Viralspots von Werbetreibenden unter falschen Namen veröffentlicht werden. IPA-Direktor Marina Palmoba sagt: «Diese Einschränkungen sind meiner Ansicht nach nicht schlecht. Jeder verantwortliche Werber sollte sich sowieso von solchen Methoden distanzieren.» Experten gehen davon aus, dass auch bald in der Schweiz Verbotsdiskussionen geführt werden. (cl)

Migros lanciert grosse Sommer-Promo

Die von der Migros lancierte Sommer-Promo «Murmelmania» spielt mit dem Panini-Effekt: Pro 20 Franken Einkauf gibts eine von insgesamt 32 verschiedenen Murmeln, zum Sammeln, Spielen und Tauschen. Die Kundenbindungs- und Imagekampagne, die auf Familien mit Kindern zielt, dauert bis am 30. September 2008.

 
Ein Netzwerk von Agenturen unter der Ägide von Alborghetti Communications lässt für die Migros per 1. Juli gesamtschweizerisch eine Sommer-Promotion mit Namen «Murmelmania» vom Stapel. Während drei Monaten werden in allen Filialen, Restaurants und vielen Fachmärkten Murmeln mit den Migros-Kinderfiguren Lilibiggs zum Sammeln, Spielen und Tauschen abgegeben. Ziel ist eine verstärkte Kundenbindung im Segment Familien mit Kindern sowie Verkaufs- und Imageförderung. Zielgruppe sind Familien mit Kindern zwischen vier und elf Jahren.Das Konzept stammt von der niederländischen Agentur Nebus Loyalty, die die Umsetzung begleitete. Alborghetti Communication realisierte das Kommunikationskonzept und die Beratung und bestimmte zusammen mit Z.B.Werbung die Werbemittel. Exxtra Kommunikation war für Beratung, Gesamtkoordination der Kommunikationsdisziplinen, die Events sowie den TV-Spot verantwortlich. Flowcube wurde mit PR betraut und Station AG mit der Webseite sowie der Onlinewerbung. Die Lilibiggs sind eine Kreation von Michael Meister.
Im Zentrum der Promotion steht das Sammeln von 32 Murmeln und einer Joker-Murmel für ein Solitaire- und Sammelspielbrett. Pro 20 Franken Einkauf gibt es eine Murmel gratis. Als weitere Promotionselemente wurde verschiedenster Zubehör produziert. Als Kommunikationsmittel dienen Direct Mailings, ein Informationsflyer, rund 20 verschiedene POS-Werbemittel, Inserate für die Eigen-, Sonntags- und Publikumspresse, die Webseite www.murmelmania.ch, eine umfassende Online-Kampagne sowie ein TV-Spot. Die «Murmelmania» dauert bis zum 30. September 2008.
 
Verantwortlich beim Migros Genossenschafts-Bund:

Wolfgang Schuster (Leiter Marktbearbeitung Super-/Verbrauchermarkt), Eliane Züger (Projektmitarbeiterin) und Christine Purgly (Leiterin Kindermarketing).Bodenkleber

Kassentrennstab

Rotair

Rückwandsteller

Tragtasche

Thomas Matter beteiligt sich am Privatsender 3+

Die Matter Group von Financier Thomas Matter steigt beim Privatsender 3+ ein: Inhaber und Geschäftsführer Dominik Kaiser hat ihr 7,1 Prozent seiner Anteile verkauft. Operativen Einfluss auf die TV-Aktivitäten von 3+ soll die Matter Group nicht nehmen.

 Die Matter Group von Financier Thomas Matter steigt beim Privatsender 3+ ein: Inhaber und Geschäftsführer Dominik Kaiser hat ihr 7,1 Prozent seiner Anteile verkauft. Matter wolle in Firmen investieren, die sich durch ein professionelles Managment und gute Produkte auszeichnen. «Beides sehe ich bei 3+», wird Matter in einer Mitteilung von 3+ zitiert. «Die Strategie des TV-Senders stimmt, das Potential ist gross. Ich traue 3+ einiges zu.» Der Financier, der als Privatperson auch am NZZ Verlag beteiligt ist, verfolge die Aktivitäten von 3+ seit Anfang an, schreibt die Handelszeitung am Mittwoch. Auf die TV-Aktivitäten von 3+ soll die Matter Group keinen operativen Einfluss nehmen. «Es geht mir bei meinem Engagement nicht darum, ins operative TV-Geschäft einzusteigen, sondern Geld zu verdienen», so Matter gegenüber der Handelszeitung. Dominik Kaiser bleibt mit einem Anteil von 83,1 Prozent Hauptaktionär von 3+.
Der Privatsender konnte bereits vor kurzem prominente Unterstützung melden: Der ehemalige RTL-Chef Helmut Thoma wird Verwaltungsrat bei 3+ (siehe
). Thoma wie Matter kennen Kaiser schon länger. Laut Handelszeitung steht das Engagement des Ex-RTL-Machers aber in keinem Zusammenhang mit Matters Einstieg.

ADC: Ist Werbung Chefsache oder besser nicht?

Zusammen mit der Handelszeitung und der Bilanz veranstaltet der ADC am 1. Oktober 2008 einen Fachanlass zur Frage: «Ist Werbung Chefsache oder besser nicht?». Der Diskussion stellen sich unter anderen Swisscom-CEO Carsten Schloter und BAG-Direktor Thomas Zeltner.

 
Zusammen mit der Handelszeitung und der Bilanz veranstaltet der ADC am 1. Oktober 2008 einen Fachanlass für Führungskräfte zur Frage «Ist Werbung Chefsache oder besser nicht?». Dem Thema stellen werden sich Swisscom-Chef Carsten Schloter, Urs Berger, Geschäftsleiter der Mobiliar, Jura-Geschäftsleiter Emanuel Probst und BAG-Direktor Thomas Zeltner. Moderiert wird die Experten- und Podiumsdiskussion von Martin Spieler, Chefredaktor der Handelszeitung, und Kaspar Loeb, CEO von Saatchi&Saatchi Simko. Gemäss Mitteilung vom Mittwoch sollen auch erstmals Resultate einer Erhebung veröffentlicht werden, die sich damit auseinandergesetzt hat, wer in den Unternehmen über die Werbung entscheidet. Der Anlass findet im Hotel Widder in Zürich statt, ein Eintritt kostet 100 Franken. 

News aus Nachbars Garten

Presse Amerikas krisengeschüttelte Zeitungsverlage entdecken den «hyperlocal journalism».

 
Presse Amerikas krisengeschüttelte Zeitungsverlage entdecken den «hyperlocal journalism». 
Hyperlocal News, also lokale Berichterstattung, die sich auch den kleinsten und scheinbar unbedeutendsten örtlichen Ereignissen widmet, entwickelt sich in den USA zum Hoffnungsträger für das krisengeschüttelte Zeitungsgewerbe. Denn in einer Zeit, wo nationale und internationale Nachrichten durch zahlreiche Quellen und per Internet umgehend abrufbar sind, werden Geschichten aus der Nachbarschaft zu kostbaren Informationshäppchen, die nur über ganz bestimmte Kanäle abrufbar sind.Einer der Verlage, der das Konzept bis ins Kleinste perfektioniert hat, ist der Zeitungsriese Gannett. Zu dem grössten Verlag des Landes gehören nicht nur die nationale Tageszeitung USA Today, sondern auch 85 Lokalblätter über die gesamten Vereinigten Staaten verteilt. Gannett führte vor einem Jahr das so genannte Information Center ein, was bedeutet, dass die Nachrichtenredaktionen jeder Lokalzeitung nicht mehr nur die Printinhalte bestimmen, sondern den Content ausserdem zentral auf Plattformen wie Interent oder Mobiltelefon verbreiten.
Noch wichtiger ist, dass die Leser in die Berichterstattung einbezogen werden, indem man sie ermutigt, Tipps und Beobachtungen an die Redaktion weiterzugeben. «Das Informationszentrum fängt bei den Kunden an, was sie wissen wollen», sagt Sue Clark-Johnson, Chefin des Gannett-Zeitungsgeschäfts. «Es geht nicht mehr darum, dass wir die Nachrichten für sie auswählen.» Das Kalkül ist, auf diese Weise neue Werbekunden unter den Klein- und Mittelstandsunternehmern zu finden, die in den Printversionen oder auf den dazugehörigen Webseiten Anzeigen schalten.
So genannte Citizen Journalists – Bürger einer Stadt, die journalistische Arbeit für ein etabliertes Medium liefern – will Gannett jedoch nicht beschäftigen. Sie sollen involviert werden, indem man sie um Rat fragt, aber die Auswahl und das Verfassen der Geschichten professionellen Journalisten überlässt.
«Wenn lokale Zeitungen und ihre Webseiten über etwas nicht berichten, weil es nur ein paar Hundert Leser interessieren könnte, tun sie sich damit keinen Gefallen», sagt Mark Krzos, der bei der Gannett-Zeitung News Press in Fort Myers, Florida, arbeitet. Er ist ein so genanntet mobiler Journalist, auch «MoJo» genannt, was bedeutet, dass er die meiste Zeit bei der Recherche oder im Auto verbringt, um dort seine Geschichten zu verfassen und dann gleich zum nächsten Termin weitereilt. Er deckt im Lauf eines Tages alles ab, von einem Softballspiel für Senioren oder dem jüngsten Stau in der Stadtmitte bis hin zu Müllproblemen am Strand. «Wenn lokale Zeitungen sich weigern, diesen Service zu liefern, können sie einpacken», urteilt Krzos.
Auch die Washington Post begann vor einem Jahr ein Experiment mit hyperlokalem Journalismus, indem es die Website LoudounExtra.com einführte, wo die täglichen Ereignisse in einer Vorstadt von Washington namens Loundoun abgedeckt werden. Doch obwohl die Site intelligent gemacht ist, hat sie nicht den gewünschten Zuspruch erhalten, was vor allem dem Umstand zugerechnet wird, dass die Site im Rahmen der Washington Post nicht beworben und wichtige lokale Ereignisse in Loudoun auf der Website der Post nicht verlinkt wurden. Kritiker weisen darauf hin, dass die Washington Post eine internationale Marke ist, die sich mit einem hyperlokalen Ansatz den Ruf ruinieren könnte.
Brian Steffens, Direktor der National Newspaper Association, hält dies für Schwarzmalerei. «Lokale Nachrichten stellen auch für grosse Zeitungsverlage eine Marktlücke dar, weil man sie in anderen Medien wie dem Fernsehen oder Radio in diesem Masse nicht bekommt», sagt er. «Warum sollten sie sich auf nationale Berichterstattung beschränken? Das wäre ja, als würde man sagen, ich verkaufe Eis, aber nur Vanilleeis.»
Gerti Schön, New York

Le Blick des Romands

René Worni über die letzte Pressenische der Westschweiz.

 
René Worni über die letzte Pressenische der Westschweiz.  
Lokal ist hip. Besonders in Amerika – wo denn sonst. Seit einiger Zeit ist dort im Journalismus «strictly local» ein waschechter Trend, an dem kein Zeitungsverleger vorbeikommt. Der mediale Blick in Nachbars Garten gilt gar als letzter Hoffnungsträger gegen den Niedergang der krisengebeutelten US-Presse. Zeitungsriese Gannett mit USA Today und 85 Lokalblättern  machts vor. Gannetts Lokalkonzept gilt auch im Vorarlberg des Eugen A. Russ und seinem Vorarlberger Medienhaus als wichtiger Innovationstreiber. Wer heute durch Vorarlberg fährt, gerät bestimmt in die Fänge eines mobilen Journalisten, eines «MoJo», die rund um die Uhr jede noch so kleine Bewegung kartografieren. Die hiesigen Verleger pilgerten sämtlich zur Inspiration nach Vorarlberg. Und natürlich zu Urs Gossweiler, der sich mit seiner Jungfrauzeitung bereits zu Lebzeiten in der hiesigen Branche ein Denkmal gesetzt hat. Vor diesem Hintergrund ist die Schliessung der redaktionellen Aussenstellen beim Westschweizer Le Matin praktisch ein antizyklischer Krebsgang. Doch Matin-Chef Peter Rothenbühler hat nicht gut lachen und sitzt in der Bredouille. Die angestammte und teilweise vom französischen Pressezar  Philippe Hersant gesteuerte Lokalpresse hält die Romandie engmaschig im Griff. Die Gratistitel (Le Matin bleu auch noch – parbleu! – aus eigenem Hause) sahnen die überregionalen Themen locker zum Nulltarif ab. Da bleibt wohl nur noch der Schritt zum echten (zum echten?) Boulevard – notabene à la Blick. Rothenbühler betet bereits brav Ringiers Blick-Credo nach, alles müsse magaziniger werden.
Anlässlich der Euro 08 haben Le Matin und Blick schon den Ernstfall erprobt: Man hat redaktionelle Artikel ausgetauscht und in einem gemeinsamen Inseratenkombi Anzeigen verkauft. Über solches Kombinieren gegen den gemeinsamen Feind Tamedia (u. a. 20 minuten/s) freut man sich bei Edipresse und Ringier wohl gleichermassen und im Hinblick auf einen längeren Schulterschluss.
Nach dem Relaunch von Le Matin vom kommenden September dürften die beiden Blätter kaum mehr voneinander zu unterscheiden sein. So gesehen braucht der Matin auch kein Büro in Zürich. Denn an der Dufourstrasse sind bei Bedarf immer ein paar Rechner frei.
René Worni, Redaktor

3276 Franken pro Jahr und Haushalt für Medien

Die Schweizer Haushalte haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 3276 Franken für Medien ausgegeben. Das sind 139 Franken mehr als im Vorjahr. Am meisten profitiert haben davon das Internet und die sogenannten Consumer Electronics.

 Die Schweizer Haushalte haben im vergangenen Jahr durchschnittlich 3’276 Franken für Medien ausgegeben. Das sind 139 Franken oder 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Am meisten profitiert haben davon das Internet und die sogenannten Consumer Electronics.Der gesamte Medienkonsum belief sich 2007 auf 11,3 Milliarden Franken. Davon entfielen 6,2 Milliarden auf Inhalte, 3,5 Milliarden auf Geräte und 1,6 Milliarden Franken auf den Zugang. Das geht aus der Studie über die Medienbudgets des Verbandes Schweizer Presse hervor, die am Mittwoch in Zürich vorgestellt wurde.
Die Presse ist mit 1,8 Milliarden Franken, rund ein Drittel des gesamten Content-Budgets, nach wie vor die grösste Produzentin von Inhalten. Sie muss aber einen Rückgang hinnehmen: Während die Ausgaben für Inhalte im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent anstiegen, sanken die Ausgaben für Print um 3,1 Prozent.
Mehr Geld ausgegeben wurde vor allem für mobilen Content und für Internet-Downloads. Die Ausgaben in diesen Bereichen stiegen um 24,1 Prozent auf 1,41 Millionen Franken an.
Die Ausgaben für Fernsehinhalte nahmen um 3,5 Prozent auf 823 Millionen Franken zu, auch die Umsätze mit Büchern sind um 2,5 Prozent auf 812 Millionen Franken gestiegen. Die Ausgaben für Kino sanken dagegen um 15,5 Prozent auf 208 Millionen Franken.

635 Marketingplaner erhalten eidg. Fachausweis

635 frischgebackene Marketingplaner konnten am 28. Juni 2008 ihre eidgenössischen Fachausweise entgegennehmen. Der Gesamtnoten-Durchschnitt ist mit 4.32 der beste aller Zeiten.

 
635 frischgebackene Marketingplaner konnten am 28. Juni 2008 ihre eidgenössischen Fachausweise entgegennehmen. Die Übergabe fand in festlichem Rahmen im Kursaal von Bern statt. Dieses Jahr schlossen 913 Teilnehmer die Prüfung ab, von denen 635 (69,7 Prozent) die Prüfung bestanden haben. Mehr noch: Der Gesamtnoten-Durchschnitt ist mit 4.32 der beste aller Zeiten. Die Schweizer Wirtschaft könne sich somit auf hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen, schreibt der Verband Swiss Marketing in einer Mitteilung vom Mittwoch.
Unter den zehn Notenbesten sind 7 Frauen. Und bei den fünf Notenbesten, die alle aus der Deutschschweiz kommen, haben die Frauen die Oberhand: Patrik Zeder aus Bern (Note 5.2), Christoph Amgwerd aus Wohlen/AG (5.1), Muriel Kern aus Zürich (5.1), Andrea Rufener aus Fraubrunnen/BE (5.1) und Katharina Käppeli aus Zürich (5.1). Der eidg. Fachausweis als Marketingplaner soll die Gewissheit vermitteln, dass sein Inhaber in der Lage ist, eine Kaderposition im Marketingbereich wahrzunehmen.
Zum Abschluss des Anlasses wurde Alain Jaccard nach fünfjähriger Präsidentschaft der Prüfungskommission von seinem Nachfolger Andreas Balazs mit herzlichen Worten des Dankes verabschiedet.
 
Bild (v. l. n. r.): Der neue Präsident der Prüfungskommission Andreas Balazs mit seinem Vorgänger Alain Jaccard

Drei Teilschuldsprüche im ISMM-Prozess

Das Zuger Strafgericht hat am Mittwoch im Prozess gegen Manager des ehemaligen Sportrechtevermarkters ISMM/ISL drei Angeklagte in Nebenpunkten zu Geldstrafen verurteilt. Das Gericht anerkannte in zwei Fällen den Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung.

 Das Zuger Strafgericht hat am Mittwoch im Prozess gegen Manager des ehemaligen Sportrechtevermarkters ISMM/ISL drei Angeklagte in Nebenpunkten zu Geldstrafen verurteilt. Das Gericht anerkannte in zwei Fällen den Vorwurf der mehrfachen Erschleichung einer Falschbeurkundung, wie die SDA meldete. Ein dritter Angeklagter wurde wegen Veruntreuung verurteilt. Die drei weiteren Angeklagten wurden vollumfänglich freigesprochen. Zwei der Strafen lauten auf 60 Tagessätze à 200 beziehungsweise 500 Franken. Der dritte Verurteilte wird mit 240 Tagessätzen à 350 Franken bestraft.
Der internationale Fussballverband Fifa hatte den Fall ins Rollen gebracht. Im Frühling 2001 hatte er zwei ISMM-Manager angezeigt. Er warf ihnen vor, ihm Ansprüche in der Höhe von 70 Millionen Franken in betrügerischer Absicht vorenthalten zu haben. Die Zuger Strafverfolgungsbehörde dehnte die Untersuchung auf vier weitere ISMM-Manager aus. Ermittelt wurde auch wegen betrügerischem Konkurs und Gläubigerschädigung. Die Fifa zog ihre Anzeige 2004 unbegründet wieder zurück. Als ehemalige Privatklägerin wurden dem Verband vom Gericht nun Untersuchungskosten von 118’000 Franken auferlegt.
Die 1982 gegründete ISMM war auf dem Gebiet des Sports weltweit das grösste Medien- und Marketingunternehmen. Sie vermarktete unter anderem die TV-Übertragungsrechte für die Fussball-WM 2008 und 2006. Im Frühling 2001 geriet die Gesellschaft in finanzielle Schieflage und musste Konkurs anmelden.

OSW: Mozart mit Ray Ban

Für die Konzertpianistin Marianne Schroeder, bekannt für ihre Interpretationen zeitgenössischer Kompositionen, hat die Oswald Siegfried Werbeagentur (OSW) ein Veranstaltungsplakat gestaltet.

Für die Konzertpianistin Marianne Schroeder, bekannt für ihre Interpretationen zeitgenössischer Kompositionen, hat die Oswald Siegfried Werbeagentur (OSW) ein Veranstaltungsplakat unter dem Konzertmotto «Verborgene Klänge – Von den Kelten zu Mozart» gestaltet. Der Auftritt habe in den Kreisen der Basler Freunde Klassischer Musik für viel Aufsehen gesorgt, teilte die Agentur mit. Verantwortlich auf Kundenseite:
Marianne Schroeder. Verantwortlich bei Oswald Siegfried Werbeagentur (OSW): Michael Oswald (Art Direction ), René Fisch (Text), Nadine Siegfried (Beratung), Miriam Gramelsbacher (Beratungsassistentin).

Kein Schutz für Zigarettenmarke Leader

Die Zigarettenmarke Leader erhält in der Schweiz keinen Markenschutz. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde einer griechischen Firma abgewiesen.

 Die Zigarettenmarke Leader erhält in der Schweiz keinen Markenschutz. Das Bundesverwaltungsgericht hat die Beschwerde einer griechischen Firma abgewiesen. Laut dem Urteil der Berner Richter ist das englische Wort «Leader» eine Qualitätsbeschreibung, bei welcher der Durchschnittskonsument an ein Spitzenprodukt denkt. Eine solche Qualitätsbezeichnung entbehre jeglicher Unterscheidungskraft und müsse auch mit Blick auf Konkurrenten für Werbezwecke freigehalten werden.Aus der in der Schweiz zugelassenen Marke Boss könne nichts zu Gunsten von Leader abgeleitet werden. Der Begriff «Boss» finde im Gegensatz zu «Leader» üblicherweise nur zur Bezeichnung von Personen Anwendung.
Das Institut für geistiges Eigentum hatte der internationalen Marke Leader die Schweizer Registrierung 2007 verweigert. Das Urteil kann nun noch am Bundesgericht angefochten werden.

Das Leder wird runder

Tourismus SFLB bringt Schweizer Frauen zum Weinen – wegen des Endes der Euro 08.

 
Tourismus SFLB bringt Schweizer Frauen zum Weinen – wegen des Endes der Euro 08. 
An der EM feierte nicht mehr «König», sondern «Königin Fussball». Im Halbfinal zwischen Deutschland und der Türkei fieberten beim ZDF 14,15 Millionen Frauen und «nur» 13,34 Millionen Männer mit. Eine neue Entwicklung, denn lange Zeit war Fussball eine typische Männersache. Seit der WM 2006 ist nun eine Trendwende zu spüren. Dabei stellten Experten fest: Frauen identifizieren sich noch stärker mit einzelnen Spielern als Männer.Völlig richtig also die Idee, dass Spillmann Felser Leo Burnett in einer europäischen
die Frauen nun um das Ende der Fussballfeste weinen lässt. Der von SFLB und Pumpkin Film produzierte
zeigt diverse Schweizerinnen, welche sich in den vergangenen drei Wochen als Gastgeberinnen engagiert und mit den Fans und ihren Fussballidolen mitgefiebert haben. zeigen, wie schwer es den Schweizerinnen fällt, sich wieder ihrem Alltag zu widmen. Schon kurz nach dem Abpfiff des letzten Spiels haben die Schweizer Frauen Sehnsucht. Sehnsucht nach den vielen tollen Fussballern, den unzähligen Gästen und Fans aus ganz Europa. Der
ist diese Woche am TV zu sehen in Deutschland, Holland, Italien und Frankreich. Die Premiere war gleich nach Abpfiff des Finals. Da der gedacht und gemacht ist als «Dankeschön und bis bald mal wieder»-Abschied, kommt in der Schweiz nicht zum Einsatz.Andreas Panzeri
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