Facelifting für Radio Basel 1

Ab 1. September sendet das Lokalradio Basel 1 mit einem aufgefrischten Programm. Unter dem Motto «näher dran» möchte der Sender die Nähe zur Hörerschaft verstärken und bietet mehr Unterhaltung, Informationen und Service.

Inhaltlich wird sich Radio Basel 1 im Unterhaltungsbereich auf Comedy, Musik, Kino, DVD, Partys, Freizeit und Multimedia konzentrieren. Im Informations- und im Servicebereich werden lokale und regionale Geschehnisse sowie hörernahe und polarisierende Themen im Mittelpunkt stehen. Miteinbezogen wird auch die Hörerschaft, sei es via Strassenumfragen, E-Mail oder SMS. Silvana Imperiali, Geschäftsführerin von Radio Basel 1: «Wir wollen Themen aus dem Leben, auch solche, die polarisieren und den Dialog fördern. Radio Basel 1 soll eine Plattform für unsere Hörer sein.»
Musikalisch soll das bestehende Format weiterentwickelt und die Positionierung auf Schweizer und regionaler Musik weiterhin verstärkt werden. Ein neues Senderlayout sowie neue Audiosignete und Claims mit der Aussage «näher dran» sollten dem Lokalradio zusätzliche Hörernähe und Emotionalität geben, konkretisierte Imperiali gegenüber der Werbewoche.

Zur Sache: Mattscheibe

Da verirrt sich ein Eichhörnchen in das Unterwerk Aubrugg des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich, es gibt einen Kurzschluss, das arme Tier wird gegrillt – vollständiger Stromausfall in Zürich Nord. So weit, so gut, das kann passieren.

Da verirrt sich ein Eichhörnchen in das Unterwerk Aubrugg des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich, es gibt einen Kurzschluss, das arme Tier wird gegrillt – vollständiger Stromausfall in Zürich Nord. So weit, so gut, das kann passieren. Obwohl die Frage erlaubt sei, warum ein solch wichtiges Unterwerk nicht so konzipiert ist, dass freilaufende Tierchen keinen Kurzschluss verursachen können? Es könnten ja auch marodierende Nachtbuben oder sonstige Bösewichte sein. Doch lassen wir das.
Betroffen war auch das Areal des Schweizer Fernsehens. Während Banken und Spitäler, für die eine ununterbrochene Stromversorgung lebensnotwendig ist, über eine effektive Notstromversorgung verfügen, scheint dies beim Service-public-Sender SF nicht der Fall zu sein. Leutschenbach ist für einen solchen Notfall nicht gerüstet. Es gibt zwar ein Notstromkonzept, aber das ist so dimensioniert, dass es nur in der Lage ist, einzelne Sendungen punktuell zu stützen. Falls der Strom im ganzen Areal ausfällt, reiche es nicht, so SF-Sprecher Marco Meroni zu den Medien. Toll.
Die Folge war, dass das Programm von SF anderthalb Stunden unterbrochen war. Nix also mit dem GP von Valencia, nix mit der olympischen Schlussfeier. Die Glotze blieb dunkel und die Zuschauer wanderten zu den ausländischen Sendern ab. Vielleicht blieben sie auch dort. Pech gehabt. In jedem anderen Unternehmen wäre ein solcher Zwischenfall ein Super-GAU. Nicht aber beim Schweizer Fernsehen. Eine betroffene Fernseh-Direktorin, die sich in der «Tagesschau» entschuldigt, war grad alles. Eine Notstromversorgung, die einen Ausfall verhindern würde, wäre nur mit sehr hohen Kosten realisierbar, heisst es aus Leutschenbach. Die Hoffnung, dass schon nichts passiert, hat die Fernsehverwalter auf dem falschen Fuss erwischt. Peinlich, unnötig und lächerlich ist die ganze Angelegenheit. Ein Sender, der so viel Wert auf Service public legt, sollte eigentlich unter allen Umständen jederzeit senden können. Möchte man meinen.
Das ist Dilettantismus in reinster Form. Nur ein öffentlich-rechtlicher Sender, der von Zwangsgebühren profitiert, kann sich eine solche Haltung weit weg von Kundenorientiertheit leisten. Es geht nicht nur um verärgerte Zuschauer. Es geht auch um Werbekunden, die ihre Spots im Umfeld der Übertragungen gesendet haben wollten und nicht irgendwann abends in einer Wiederholung mit entsprechend tieferen Zuschauerzahlen. Es ist anzunehmen, dass diese Einbussen bei den Ratings entschädigt werden, aber das macht die Blamage nicht kleiner.
Oder vielleicht kommt das ganze Desaster der SRG sogar zupass, als weiteres Argument für die nächste Gebührenerhöhung. Wer weiss? Glückliche Umstände.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Erste Abgänger des Schweizer Lehrgangs für Werbetext

Am 28. August nahmen die fünf ersten Absolventen des Diplomlehrgangs «Textpraktiker/in EB Zürich» das Diplom für ihre Werbetext-Kompetenz entgegen.

Manuela Mani, Aysun Önaktug, Felix Schaad, Eveline Stamm und Jeanine Tinner erhielten am 28. August ihr Diplom von EB-Zürich-Bereichsleiter Nikolaus Stählin. Hierfür mussten sie anhand einer echten Fallgebung aus der Wirtschaft eine Diplomarbeit schreiben und in einer pitch-ähnlichen Situation beim Fallgeber präsentieren.
Das Diplom, ausgestellt von Lehrgangsleiter Maurice Codourey und seinem Team, soll als Vorstufe zum angestrebten neuen eidgenössischen Fachausweis «Text und Konzept» dienen. Ein entsprechender Antrag wurde im Frühling 2008 beim Bundesamt für Berufsbildung und Technologie eingereicht. Die eidgenössische Prüfung soll 2010 erstmals durchgeführt werden. Inhaber des Diploms «Textpraktiker/in EB Zürich» sollen mit einer zusätzlichen Prüfungsvorbereitung direkt an der eidgenössischen Prüfung teilnehmen können.

Aufgefallen: Vereinte Berner

Die Berner Grafikerszene lädt zu einer gemeinsamen Ausstellung. Am 12. September präsentieren sich die kreativen Namen der letzten 30 Jahre erstmals zusammen.

Die Berner Grafikerszene lädt zu einer gemeinsamen Ausstellung. Am 12. September präsentieren sich die kreativen Namen der letzten 30 Jahre erstmals zusammen. Als «Museum» für diesen Exkurs in die Geschichte und gleichzeitig Galerie für neue Arbeiten dienen die Räumlichkeiten der Agentur Cosmic am Uferweg 15.

Bald ist wieder Winter

Mediabox baut ihre Online-Kompetenz aus und bringt nach dem Szenen-Pool jetzt auch noch einen Snow-Pool mit einer Community von 200’000 Unique Usern.

Snowboarden, Skifahren, Freeriden, Jumpen, Carven: Vielfältig sind die Möglichkeiten im Winter. Und noch vielfältiger sind die zahlreichen Websites, auf welchen sich die Wintersportler austauschen. Mediabox Online bündelt jetzt erstmals die wichtigsten Communitys aus diesen Bereichen und macht sie für den Werbetreibenden «einfach und zu exklusiven Konditionen zugänglich», wie Sandro Proietto erklärt. Mit Snowpool.ch erreichen Interessierte auf einen Schlag rund 200’000 Unique User auf den trendigsten Online-Plattformen der Schweiz. Dazu gehört zum Beispiel Twoleftfeet.ch, das laut den Betreibern «grösste und umfangreichste Board-Sportportal im deutschsprachigen Raum. Hier wird täglich aktuell über den nationalen und den internationalen Boardsport berichtet. Infos über die angesagten Events finden sich auf Raiders.ch. Meteo-News, Lawinenbulletins sowie Angaben zu Bergbahnen und Pistenverhältnissen in sämtlichen Schweizer Skigebieten finden sich auf Rideguide.ch. Dazu sind im Pool auch die hippsten Foto- und Filmseiten aus der weissen Szene vertreten.
Mediabox verfolgt mit diesem neuen Pool konsequent die Idee, stark strukturierte Produkte für die Werbung homogen zusammenzustellen. Bereits mit dem Szenen-Pool sind die wichtigsten Communitys aus den Bereichen Film, Musik, Trendsport, Gaming und Lifestyle zu einem Medium vereinigt worden, mit welchem mit einem «Klick» rund 800’000 Unique User erreicht werden können. «Die Akzeptanz ist sehr gross. Innert drei Monaten haben die grossen Kunden zugeschlagen», freut sich Proietto. Zusammen hat man eine Stärke. Allein geht man verloren. Um nach diesem Konzept die Jugend und andere Zielgruppen noch lückenloser erreichen zu können , soll demnächst ein weiterer Pool folgen. Mit den dort gebündelten Portalen will Mediabox eine Ernst zu nehmende Konkurrenz zu Tilllate bieten und auch mehr User als die Site von 20 Minuten erreichen. Dort sind es Wemf-beglaubigt bereits über 600’000.

Laster-Ungetüm als WerbeträgerBekannt gemacht werden die Angebote von Mediabox in dieser Woche auch an der Emex in Zürich. Werbung in eigener Sache macht rund um die Messe ein Ungetüm von einem Lastwagen. Dieser Werbeflitzer ist von Colani gestylt worden und wird extra aus Mailand eingefahren. Die auffälligste Werbung auf dem Truck ist für News.ch. Das ist pikanterweise nicht das Portal für die neue Gratiszeitung aus dem Hause Tamedia, sondern eine Domain der Vadian.net in St.Gallen. Diese Partner von Mediabox sind noch im Besitz zahlreicher «sleeping beauties» sowie auch illustren und bereits aktiven Domains wie Wetter.ch, Restaurant.ch, Fashion.ch, Hotel.ch oder auch Stellenmarkt.ch. Auch hier will Mediabox in passender Zukunft noch mehr aktiv werden.
Technisch arbeitet der Vermarkter mit dem gleichen System wie AdLink – «ausgereift und professionell». Als ein Novum in der Branche hat Mediabox zusammen mit Software-Spezialisten in Österreich auch eine exklusive Möglichkeit entwickelt, wie Werbespots auf einem ihrer Pool-Portale «recycled» werden können. Der technisch speziell bearbeitete Spot erscheint dazu nur in einem schmalen, aber neugierig machenden Streifen auf dem Bildschirm. Auf diese Weise stört er die User nicht beim Lesen der News. Wird der Filmstreifen aber mit der Maus berührt, blendet er in voller Grösse über den Schirm. Die Idee ist bereits von Victorinox, Axa oder der Beratungsstelle für Unfallverhütung mit Interesse aufgenommen worden. Eine dankbare Möglichkeit sieht Proietto in diesem System auch für das Schalten von Filmtrailern.
Andreas Panzeri

Erfolgsbox
Die Mediabox gibt es seit 2001. Damals ist der Vermarkter mit zwei Leuten und fünf Medien gestartet. Heute arbeiten nahe der Zürcher Binz neun Media¬spezialisten für unzählige Medien aus dem Portfolio der Independent-Magazine. Dazu werden auch weiterhin kreative Ideen aus dem Bereich Below the line vermittelt. Zur Box gehören zudem zwei Guides. «Wo die Schweiz den Sommer feiert!» und «Wo die Schweiz den Winter feiert!» werden inhouse redaktionell betreut und selber produziert. Die Distribution erfolgt über die Railway-Schalter der SBB, Citydisc und Kioske.

Aufgefallen: Make the right move

Ogilvy & Mather bringt Bewegung in die Uni St. Gallen. Eine 1,5 Meter mal 5 Meter grosse Wandtafel wurde als überdimensionales Schiebespiel im Provisorium der HSG aufgehängt.

Ogilvy & Mather bringt Bewegung in die Uni St. Gallen. Eine 1,5 Meter mal 5 Meter grosse Wandtafel wurde als überdimensionales Schiebespiel im Provisorium der HSG aufgehängt. Die mit betriebswirtschaftlichen Formeln voll gekritzelte Tafel ist Teil einer Mitarbeiterrekrutierung von SAP. Zusätzlich nutzt «The global market leader in business software» die Präsenz vor Ort mit einem speziellen Tür-Design. In St. Gallen können verschiedene Lehrräume gesponsert werden.

In virtuellen Netzwerken werden alte Freundschaften gepflegt

Facebook hat bereits 100 Millionen Mitglieder, Myspace hat diese Grenze bereits vor zwei Jahren durchbrochen und verfügt heute über mehr als 200 Millionen Mitglieder. Doch zur völligen Vernetzung ist es noch nicht gekommen.

Social Networks wie Facebook, Myspace oder StudiVZ sind heute Teil des täglichen Lebens. Bereits wickeln Millionen von Menschen einen Grossteil ihrer Kommunikation über diese Kanäle ab. Facebook hat bereits 100 Millionen Mitglieder, Myspace hat diese Grenze bereits vor zwei Jahren durchbrochen und verfügt heute über mehr als 200 Millionen Mitglieder. Doch zur völligen Vernetzung ist es noch nicht gekommen: Wie eine Umfrage von 20 Minuten Online ergab, sind hierzulande lediglich 47 Prozent der Internetuser Mitglied in einer Online-Community. Mehr als die Hälfte von ihnen halten sich ausserdem weniger als fünf Stunden pro Woche in den virtuellen Netzwerken.
Die Mehrheit der User ist an realen Kontakten interessiert und gibt als Hauptgrund für die Mitgliedschaft an, sich «mit alten Freunden und Bekannten zu vernetzen», schreibt 20 Minuten. Auf Platz zwei steht der Zeitvertreib. Erst auf dem dritten Platz folgt der Wunsch, neue Freunde zu finden.

Ruf Lanz beugt für die Suva gegen Fouls vor

Auf Schweizer Sportplätzen wird zu viel gefoult. Deshalb hat die Suva die Zürcher Werbeagentur Ruf Lanz mit dem Entwurf einer neuen Kampagne beauftragt.

Auf Schweizer Sportplätzen wird zu viel gefoult. Dies ist jedenfalls die Meinung der Suva. Deshalb hat sie die Zürcher Werbeagentur Ruf Lanz, die seit 2001 für die Werbeauftritte der Freizeitssicherheits-Angebotsmarke SuvaLiv verantwortlich zeichnet, mit dem Entwurf einer neuen Kampagne beauftragt. Die Aufgabe war es, ein Sujet zu kreieren, das für so unterschiedliche Sportarten wie Fussball, Handball oder Volleyball eingesetzt werden kann. Deshalb hat sich die Agentur für den schmerzstillenden Ice-Spray, der in den unterschiedlichsten Sportarten zum Einsatz kommt, entschieden.
Um die grosse Anzahl der Fouls in der Schweiz zu demonstrieren, wurden nicht weniger als 37’000 Ice-Sprays zu einem Berg getürmt, der verblüffende Ähnlichkeit mit dem Matterhorn hat. Das Sujet kommt sowohl als Inserat wie als Plakat zum Einsatz.

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Weltneuheit aus Rothrist

Rivella gibt es jetzt auch in Gelb. Reinhold hat zum Lancieren des neuen Soja-Drinks die wohl grösste Kampagne der Saison gestaltet. Allein im Zürcher HB wurden 50’000 Musterflaschen verteilt.

Da sah die Konkurrenz wohl rot. Am Dienstag dieser Woche ist in der Schweiz die gesamte Auflage der Pendlerzeitung 20 Minuten auf gelbem Papier gedruckt worden. Auf dem Tielblatt war zu lesen: «Ab heute ist alles anders.» Im Innern des Blattes dann die Aufklärung auf einer Anzeigenstrasse über volle acht Seiten. «Rivella gelb ist da.»
Nach rot (1952), blau (1959) und grün (1999) gibt es jetzt auch Rivella gelb. Die Weltpremiere mit dem ersten Softdrink auf der Basis von Soja wird ebenfalls aus einem «Abfallprodukt» gewonnen – Molke, die bei der Herstellung von Tofu anfällt. Die Bio-Soja wird in Süddeutschland geerntet. Im Winter kommt sie von einem Fairtrade-Lieferanten in Brasilien. Bei Rivella in Rothrist hat man vier Jahre am laktosefreien Drink experimentiert. Jetzt verspricht man sich sehr viel vom Markt in einem trendigen Lifestyle-Bereich, aber auch bei Leuten ohne Lust oder Lizenz für Milchserum.
Entsprechend grosszügig durfte Reinhold bei der Lancierungskampagne einschenken. Ein grossformatiges «Kunstbuch» mit Hintergründen zu Rivella gelb hat den Weg zu den Regalen der Grossverteiler geebnet. Für kleinere Abnehmer wie Restaurants wird ein Mailing in einer Auflage von 45’000 verschickt, inklusive Soja-Samen, Erde und Töpfchen. Im Zürcher Hauptbahnhof ist am Lancierungstag eine Lounge über 600 m2 eingerichtet worden. Ziel: 50’000 Musterflaschen an den Mann und an die Frau bringen. Eine ähnliche Aktion hat auf dem Place de la Riponne in Lausanne stattgefunden. Eine Flotte von sechs gelb gebrandeten Mini wird in nächster Zeit in zehn Städten weitere Trinkproben verteilen. Im Späthernst folgt eine Plakatkampagne. Neben einem breiten Set von Anzeigen wird bereits auch ein Spot geschaltet. Nach dem noch anonymen Teaser kommt jetzt die Aufklärung, trendig inszeniert in einem Lifestyle-Ambiente. Produziert wurde der Spot in Zürich von Reto Salimbeni und seiner Manifesto Films. Der Film wird fortan als Basismedium für das neue Branding eingesetzt.
«Wenn wir ein anderes Rivella ankündigen, gibt es einen Erklärungsbedarf», meint Patrick Naef, der bei Reinhold die Gesamtverantwortung für dieses Budget hat. Die Anzeigen und Plakate sind anders als der Film mit einem guten Schluck Information über Soja, Rivella und Bio durchtränkt.
Nischenprodukte wie zum Beispiel Coke Zero oder Redbull haben den Umsatz von Rivella in den letzten Jahren etwas eindampfen lassen. Mit gelb soll jetzt nicht nur in der Flasche alles anders werden.
Andreas Panzeri

Schadenfreude bleibt die schönste Freude

Wirz Werbung geht für die Mobiliar- Kampagne mit 8 neuen Sujets ins 11. Jahr.

Es gibt nur wenige Kampagnen, die sich so lange in der Werbung halten wie die der Mobiliar. Und noch weniger Kampagnen sind nach 10 Jahren auch noch so beliebt und erfolgreich. Anfang des Jahres wurde das vielfach ausgezeichnete Konzept erst noch mit dem Titel «Kampagne des Jahres» bedacht.
Dass man sich auf diesen Lorbeeren nicht ausruht, haben die Kreativen von Wirz Werbung jetzt wieder bewiesen. Besonders stolz ist CD Matthias Freuler auf das schnelle Reagieren seiner Crew mit einem Spezialsujet zum Ausscheiden der Schweizer Nati bei der Euro. Es zeigte auf einer grossen Anzeige eine Vielzahl von Situationen, wie Mobiliar-Versicherte ihre TV-Geräte zum Fenster hinauswerfen.
Dazu sind in den vergangenen Wochen zahlreiche Sommer-Sujets geschaltet worden, die sich auf gewohnt humorige Weise mit den Missgeschicken der Versicherungsnehmer im Urlaub und zu Hause befassen. Wie die Formate der Anzeigen demonstrieren, wächst die Kreativität – über die Idee hinaus – immer mehr auch in den Bereich der grafischen Gestaltung. Die Ideen sprengen sichtbar den Rahmen, nachdem man auch schon mit der Platzierung diverse Experimente angestellt hat. (pan)

Nun soll auch Lifestyle bald nichts mehr kosten

Folgt den Gratis-Zeitungen eine Schwemme von Gratis-Lifestyle-Magazinen? Tamedia, Ringier und auch Good News planen jedenfalls.

Ende Oktober lanciert Tamedia zusammen mit Tilllate und Annabelle das People-Magazin 20 Minuten Friday, und kürzlich berichtete das Newsnetz, dass offenbar auch Ringier an einer Gratis-LifestyleZeitschrift werkelt. Doch damit nicht genug. Auch bei der Konzertagentur Good News Productions, an der die Deutsche Entertainment AG (DEAG) zu 52 Prozent und Ringier zu 48 Prozent beteiligt sind, stellt man derzeit Überlegungen für ein Magazin mit ähnlicher inhaltlicher Ausrichtung an. «Bei Ringier und bei uns werden unabhängig von einander je eigene Konzepte erarbeitet. Sie sollen den jeweiligen Bedürfnissen Rechnung tragen», sagt André Béchir, Gründer und Geschäftsführer von Good-News. Ausgehend davon werde bis Ende September entschieden, ob sich etwas Gemeinsames realisieren lasse. Sonst würden wohl zwei Parallel-Zeitschriften lanciert.
Der Grund für die Aktivitäten bei Good News: Die Konzertagentur braucht einen Ersatz für das Ausgehmagazin Week, das sie seit 2003 gemeinsam mit 20 Minuten herausgegeben und jeweils alle 14 Tage in einer Gesamtauflage von 90′ 000 Exemplaren vertrieben hatte – davon 60’000 Exemplare freitags über die Boxen von 20 Minuten. Im Juni hatte Tamedia den Vertrag wegen des eigenen Projekts gekündigt und den Vertrieb über Boxen ab dem 3. Juli eingestellt – für Good News und Ringier überraschend. «Wir benötigen auf jeden Fall eine Publikumszeitschrift, um ein breiteres Publikum zu erreichen», sagt Béchir.
Das neue Konzept steht aber noch nicht. Auch das Budget ist noch offen. Béchir ist auf der Suche nach neuen Partnern. «Wir benötigen auch eine Redaktion», sagt er. Fest steht, dass sich das neue Heft um Unterhaltung, Lifestyle, People und natürlich Musik drehen soll. Alles andere steht zur Diskussion. Week, das zuletzt noch 229 000 Leser auswies, erschien im Tabloidformat und mit einem Umfang von 40 Seiten, davon 6 Seiten redaktionell, 3 weitere extra für Members. Der redaktionelle Teil wurde von 20 Minuten erstellt.
Béchir macht kein Hehl daraus, dass ihm eine Kooperation mit einem Ringier-Titel am liebsten wäre. «Für Ringier wäre dies wirklich eine Chance, denn dank unserer Kontakte im Showbiz könnten wir Interviews mit diversen Stars ermöglichen», sagt er. Denkt er an Blick oder Blick am Abend? Béchir winkt ab: Der Blick arbeite bereits mit einem Konkurrenten zusammen – und dieser Vertrag scheine nicht zur Disposition zu stehen. Doch für Béchir ist klar: Bisher wurde nicht das ganze Potenzial von Good News genutzt. Zwar sei die Zusammenarbeit zwischen 20 Minuten und Good News «sehr gut» gewesen. «Letztlich fehlte aber das Herzblut. Man hätte aus Week etwas Spannenderes machen können», sagt er. Das sei ein Grund dafür, weshalb Week seit der Lancierung langsam, aber stetig Leser verloren habe.
Markus Knöpfli

Flügel für Good News
Die überraschende Vertragskündigung durch Tamedia machte bei Week eine Sommerpause nötig. Ab dem 28. August und noch bis Ende Jahr erscheint das Heft aber wieder alle 14 Tage und mit 30’000 Exemplaren. Es wird an die gut 15’000 Good-News-Member verschickt und in Firmen aufgelegt. Und Tamedia bleibt in der Pflicht: So wird 20 Minuten weiterhin die sechs redaktionellen Week-Seiten besorgen und diese obendrein jeweils dienstags nach Erscheinen von Week in der eigenen Zeitung abdrucken. Was den Good-News-Nachrichten vorübergehend eine Mega-Reichweite verleiht. (mk)
Fakten zu Good News Productions
Aktionäre: Deutsche Entertainment AG (DEAG) 52 %, Ringier 48 %. Ringier hat die Stimmenmehrheit
Anlässe pro Jahr: 80–100
Besucher pro Jahr: 600’000 bis 800’000
Umsatz pro Jahr: 50 Mio. Franken
Mitarbeiter: 20
Tochterfirmen: Fortissimo AG (Produktion) und EM Event Marketing AG (Veranstaltungen)

Kopf der Woche: Herz und Marke

Markus Bircher ist Stratege bei der Werbeagentur By Heart und zudem – heute noch – Geschäftsführer von Brandezza. Diese Tochter entwickelt psychologisch Markentechnik für die Praxis

Erfolgreiche Marken bieten immer beides: Praktische Vorteile und emotionale Vorteile. Marken sprechen direkt unsere Gefühle, Motive und Träume an. Darum ist es für die Kreativen in der Agentur By Heart wichtig, Marken in der Gefühlswelt der Konsumenten zu positionieren. Aber wie?
«Wir sind überzeugt, dass Marken faszinieren müssen. Das ist, wie wenn ich in eine Bar hineingehe. Niemand hat hier die Chance, mir seine Lebensgeschichte zu erzählen und mich argumentativ von sich zu überzeugen. Ich setze mich nur zu jemandem, der mich unmittelbar anspricht, anmacht und fasziniert», vergleicht Markus Bircher. Marken funktionieren ähnlich und psychologische Mechanismen werden deshalb immer wichtiger. Vor allem auch in Zeiten, wo Werber gar nicht mehr die Gelegenheit und das Budget haben, um lange argumentieren zu können.
Die Werbeagentur By Heart ist vor 14 Jahren von Hans Siegwart und Markus Bircher gegründet worden. In einer ehemaligen Weintrotte am Zürcher Zeltweg arbeiten heute 15 Leute «für viele schöne Schweizer Premium-Marken», wie Markus Bircher stolz erklärt. Die Agentur ist stark positioniert für Markenwerbung. Wer zu By Heart kommt, will keinen «kreativen Überflieger». Dafür arbeitet die Agentur zum Teil schon neun Jahre für die gleichen Kunden, zum Beispiel die PKZ-Gruppe. Meist ist By Heart «sehr stark bis in die strategischen Fragen involviert».
Bei dieser langjährigen Suche nach neuen Ideen, wie man eine Marke stärken und ihr einen eigenständigen Auftritt geben kann, ist bei Markus Bircher und seinem Team immer mehr das Interesse gereift, noch mehr in Erfahrung zu bringen, wie Marken genau funktionieren.

Der Marke auf den Grund gehenAus diesem Bedürfnis ist vor fünf Jahren Brandezza gewachsen. Markus Bircher hat den Kontakt mit der Hochschule für Angewandte Psychologie in Zürich gesucht. Dort hat sich Professor Daniel Süss begeistern lassen. Bereits das erste Forschungsprojekt konnte mit Hilfe des Nationalfonds angegangen werden. Bei diesem ging es um die Frage der Messbarkeit von psychologischen und emotionalen Leistungen einer Marke.
Seither geht es in mehreren Studien immer wieder neu um die Frage: Wie viel Werbung braucht eine Marke? Was braucht sie genau? Welche Markenleistungen bieten die grösste Hebelwirkung auf die Markensympathie? «Als Werbeagentur ist man heute seinen Kunden gegenüber in einem Erklärungsbedarf», ist Bircher überzeugt. Werber müssen auch ehrlich sagen können: Was kann Werbung, und was kann sie nicht? Wo gibt es Möglichkeiten, auch mit anderen Instrumenten gleiche oder sogar bessere Effekte zu erzielen? Dazu ist für Bircher die Psychologie «ein wichtiges Erklärungsmodell». Man muss allerdings seine ethischen Gründsätze haben und Bircher hat im Verlauf seines Studiums auch ausgiebig über Vance Packard und seinen damaligen Aufreger «Die geheimen Verführer» diskutiert. Aber er ist überzeugt, dass es falsch wäre, nicht wirklich zu nutzen, was wir über psychologische Mechanismen wissen. «Das sind wir unseren Kunden schuldig. Werbung soll schliesslich funktionieren.» Leute können nicht mehr so einfach soziodemogafisch Marken und Märkten zugeordnet werden. Umso mehr ist es wichtig, seine Zielgruppen zusätzlich auch noch psychografisch anzuschauen. «Dann erkennt man, dass Werbung trotzdem nicht so unberechenbar ist.»
Markus Bircher hat in Zürich Germanistik studiert und schon während des Studiums «immer Werbetexte geschrieben». Er war Steiner-Schüler, «was vielleicht eine gewisse Affinität zu Marken erklärt, denn dort war Werbung ein Tabu». Mehr ausleben konnte er sein Interesse bei GGK, wo Bircher ein erstes Praktikum machte. Dann hat er sich sein Studium bei einer kleinen Agentur als «Bursche für alles» finanziert. Nach dem Studium ist er richtig bei GGK Zürich eingestiegen und hat dort «viel gelernt». Vertiefende Einblicke in die Werbung fand er später bei einer Nachfolgeagentur von Grendene und Lanz, bei der damaligen HSG&L. Dort hat Bircher seinen heutigen Geschäftspartner Hans Siegwart kennengelernt. Als nach zwei Jahren eine grosse Umstellung in der Geschäftsleitung anstand, entschlossen sich die beiden zur Selbstständigkeit. 1994 wurde By Heart gegründet. In den Räumen einer alten Weinhandlung am Zeltweg haben die zwei Kreativen «sehr klein angefangen». Es ging aber schnell voran und während die Weinhandlung immer mehr abbauen musste, haben die Werber parallel dazu immer mehr Räume übernehmen können.
Nach viel Aufbauarbeit in das Start-up-Unternehmen Brandezza wird Bircher sich nun wieder stärker auf By Heart konzentrieren. Brandezza ist gerade daran, sich räumlich und personell zu verselbstständigen. Denn die Nachfrage nach den innovativen Brandezza-Instrumenten hat sich beständig entwickelt und macht es nötig, dass dieses Unternehmen unabhängig auftreten kann.
Für Markus Bircher ist diese Entwicklung sehr positiv. Und By Heart bietet ihm immer noch durchaus genügend Aufgaben, mit denen er sich beschäftigen kann. In seiner Freizeit spielt Markus Bircher Klavier, «nicht sehr gut, aber leidenschaftlich». Neue Ideen reifen bei ihm auch, wenn er in seinem «kleinen, aber lustigen» Segelboot auf dem Zürichsee kreuzt.
Andreas Panzeri

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