Premiere Star neu auch in der Schweiz empfangbar

Premiere Star schliesst eine langfristige Vereinbarung mit Teleclub und kann neu, nach Deutschland und Österreich, auch in der Schweiz empfangen werden. Der Schweizer Pay-TV Teleclub bietet die Sender von Premiere Star über Satellit an.

Premiere Star schliesst eine langfristige Vereinbarung mit Teleclub und kann neu, nach Deutschland und Österreich, auch in der Schweiz empfangen werden. Der Schweizer Pay-TV Teleclub bietet die Sender von Premiere Star über Satellit an.
Ab 1. November wird das Programmpaket von Premiere Star, zu dem unter anderen auch die Pay-TV-Sender RTL Living, Romance TV, Playhouse Disney und Turner Classic Movies gehören, über Teleclub angeboten.
Teleclub erreicht schweizweit über 230’000 Satellitenhaushalte. Durch den Abschluss der Vereinbarung baut Premiere Star seine Reichweite weiter aus. Das über Teleclub angebotenen Premiere Star Paket umfasst Sender im Bereich Film, Kinder, Lifestyle und Sport.

Konzessionen: Leuenberger begründet seine Entscheide

An einer langen Pressekonferenz am Freitagmorgen hat Bundesrat Moritz Leuenberger die von Bakom getroffenen Konzessionsentscheide kommentiert und begründet. Er tat dies mit starkem Bezug auf das geltende Gesetz. Die negativen Bescheide hält er für verkraftbar.

An einer langen Pressekonferenz am Freitagmorgen hat Bundesrat Moritz Leuenberger die von Bakom getroffenen Konzessionsentscheide kommentiert und begründet. Er tat dies mit starkem Bezug auf das geltende Gesetz. «Die Entscheide sind uns nicht leicht gefallen. Wir sind uns bewusst, es geht um viel», sagte er gegenüber den Medienvertretern in Bern. «Wir haben eine Wettbewerbssituation geschaffen, und das war vom Gesetzgeber so gewollt.»
Oberstes Kriterium bei der Bewertung sei die Erfüllung des Leistungsauftrags gewesen. Dazu müssten die Veranstalter organisatorische Vorkehrungen zur Qualitätssicherung treffen, professionelle Medienschaffende beschäftigen und Ausbildungsmöglichkeiten anbieten. Neben diesem «Input», war laut Leuenberger aber gleichermassen auch der «Output» der Sender zu gewichten. Dabei gehe es um die eigentliche Programmleistung, die über journalistische Qualität verfügen müsse. Beurteilt wurde hier vor allem in Hinsicht auf den regionalen Service Public und des Vielfaltsangebotes. Jedes Gesuch wurde von zwei Bakom-Experten unabhängig geprüft. Dann wurden die Ergebnisse der Prüfung verglichen. «Wir haben nicht im Zweifelsfall für die Bisherigen entschieden», sagte Leuenberger weiter und wies immer wieder auf die Richtlinien des Gesetzgebers hin.
«Für die Verlierer im Radiobereich ist die Situation nicht einfach. Aber es gibt deswegen nicht weniger Arbeitsplätze.» Die neuen Sender hätten bereits signalisiert, dass sie speziell an den Arbeitskräften der nicht berücksichtigten Sender interessiert seien.
Zum Fall Tele Züri, das seine Konzession im Gebiet Zürich-Nordostschweiz an den Winterthurer Sender Tele Top von Günther Heuberger verloren hat, sagte Leuenberger: «Tele Züri kann und wird weiter senden. Wir haben uns ausdrücklich bei der Cablecom erkundigt. Ausserdem sendet die Station schon heute in Gebieten, die über das Konzessionsgebiet hinausgehen. Dort hätte man den Sender abschalten müssen». Nun müsse man das nicht und könne sich sogar noch ausdehnen – theoretisch auf die ganze Schweiz.
Die beiden Bewerbungen seien beide auf sehr hohem Niveau anzusiedeln und deshalb als gleichwertig zu betrachten. In so einem Fall sei die Frage der Medienkonzentration entscheidend. Die starke Konzentration von Tele-Züri-Besitzerin Tamedia lasse deshalb keinen anderen Entscheid zu.

Konzessionsentscheide: Die Verlierer reichen Rekurs ein

Tele Züri, Radio Energy und viele der anderen abgewiesenen Konzessionsbewerber haben angekündigt, gegen die Entscheide des Bakom Rekurs einzulegen. Sie können dies innert 30 Tagen beim Bundesverwaltungsgericht tun.

Tele Züri, Radio Energy und viele der anderen abgewiesenen Konzessions- bewerber haben angekündigt, gegen die Entscheide des Bakom Rekurs einzulegen. Sie können dies innert 30 Tagen beim Bundesverwaltungsgericht tun. Wie das Bakom am Freitag mitteilte, entscheidet das Gericht dann als einzige Beschwerdeinstanz.
Die nun erteilten Konzessionen gelten bis 2019. Sie treten frühestens nach Ablauf der Beschwerdefrist und spätestens nach Ablauf der altrechtlichen Konzessionen in Kraft. Für die Fernsehstationen laufen die alten Konzessionen bis Ende 2008, für die Radios bis Ende März 2009. Beschwerden haben laut Bundesrat Moritz Leuenberger aufschiebende Wirkung. Bis zum Abschluss des Verfahrens und einem negativen Beschwerdeentscheid des Bundesverwaltungsgerichts kann die betreffende Station also im bisherigen Rahmen weitersenden.
Unklar ist, was dies im Verlauf des nächsten Jahres für die beiden Radio- konzessionen im Raum Zürich bedeutet. Roger Schawinski hat mit seinem Sender Radio 1 im Kampf um die grosse Bewilligung für die Region Zürich-Glarus den Konkurrenten Radio Energy ausgestochen. Die kleine Konzession für den Grossraum Zürich, auf der Radio 1 bislang sendete, wird nun Guiseppe Scagliones Kanal RMC Züri zugesprochen. Da der hinter Energy stehende Medienkonzern Ringier jedoch sofort Rekurs eingereicht hat, könnte es hier zu Problemen führen. Mit der dadurch erwirkten aufschiebenden Wirkung wäre Schawinski möglicherweise zur vorübergehenden Einstellung seines Sendebetriebs gezwungen. Eine heikle Situation, auch für das Bakom, befindet Werbewoche-Medienexperte Markus Knöpfli. Nach seiner Einschätzung wird das Bakom es jedoch nicht zu einer zwischenzeitlichen Abschaltung von Radio 1 kommen lassen.
Als äusserst spannend bezeichnet Knöpfli auch die Situation im Werbebereich: «Die zwei neuen Player in der Zürcher Radiolandschaft bringen Bewegung ins Spiel.» Guiseppe Scaglione, der mit seinen beiden neuen Konzessionen (Jugendradio und RMC Züri) und seinem Kabelangebot nun in einer sehr komfortablen Situation ist, hat sich noch nicht auf einen Vermarkter festgelegt.

AY&R macht fürs Heks doppelte Geschenke

Die Zürcher Agentur AY&R animiert mit ihrer neuen Kampagne für das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) zu originelleren Geschenkideen. Der Clou dabei ist folgender: Jedes Geschenk kommt doppelt an.

Die Zürcher Agentur AY&R animiert mit ihrer neuen Kampagne für das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) zur Findung von originelleren Geschenkideen. Der Clou dabei ist folgender: Jedes Geschenk kommt doppelt an. Beim Beschenkten in Form einer Geschenkurkunde, und bei bedürftigen Menschen in der ganzen Welt tatsächlich. Eine Büchse Würmer beispielsweise lockert und düngt das Feld einer armen kambodschanischen Familie nachhaltig und soll so für grössere Ernten sorgen.
AY&R will mit dieser Kampagne das Spenden mit Spass verbinden, schreibt die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Es sollen damit auch Leute erreicht werden, welche von den geläufigen, oft deprimierenden Fundraising-Aufrufen abgeschreckt werden.
Die Website Hilfe-schenken.ch sowie weitere Werbemassnahmen wie Anzeigen, Plakate, Banner und Mailings sind ab Ende Oktober im Einsatz.
Den neuen Internetauftritt von Heks hat die Agentur Snowflake mit der aktuellsten Version des Systems TYPO3 umgesetzt. In der Projektdatenbank der Website kann zusätzlich nach geografischen und textlichen Aspekten gesucht werden. Snowflake verknüpfte mit dieser Datenbank das Spendenformular, so dass die Besucher bestimmen können, an welchen Projekten sie sich finanziell beteiligen möchten, schreibt die Agentur in einer Mitteilung.
Verantwortlich beim Heks: Hanspeter Bigler (Leitung Kommunikation), Ruedi Lüscher (Aktionen/Events), Annelies Hegnauer (Teamleitung Marketing/Fundraising) Verantwortlich bei AY&R: Markus Gut (CCO), Christian Bobst, Philipp Skrabal (CD), Martin Stulz (Text), Lukas Wietlisbach, Martin Bettler, Emi Lehmann (Grafik), Marcel Mägerle, Kerstin Schnyder (Beratung), Noe Flum (Fotografie), Süsstrunk & Jericke (Bildbearbeitung).

1290582382_img081030_heks_ayr1
1290582382_img081030_heks_ayr
1290582382_img081030_heks_ayr3
1290582382_img081030_heks_ayr4

Media Mountain und CCI lancieren multimediale Snow Parks

Auf die kommende Wintersaison hin lancieren die Amsterdamer Agentur Media Mountain und das Beratungsunternehmen Cotting Consulting fünf kostenlose Snowparks mit den Elementen Action, Filming und Sharing. Wer die Parks in den Skiorten Verbier, Flims-Laax, Sölden, Livigno und Tignes benutzt, wird automatisch von Kameras gefilmt.

Auf die kommende Wintersaison hin lancieren die Amsterdamer Agentur Media Mountain und das Beratungsunternehmen Cotting Consulting fünf kostenlose Snowparks mit den Elementen Action, Filming und Sharing. Wer die Parks in den Skiorten Verbier, Flims-Laax, Sölden, Livigno und Tignes benutzt, wird automatisch von Kameras gefilmt.
Die Videos können danach auf Grossbildschirmen angesehen werden und stehen gleichzeitig auf der Website des Titelsponsors zum Downloaden bereit.Der Schwerpunkt sei auf die Erlebnisstrategie ausgerichtet, man stelle dabei nicht die Marke ins Zentrum, sondern die Konsumenten, schreibt die Agentur CCI in einer Mitteilung.
Verschiedene Rechte, wie Werbung im und um den Snow Park und im Abspann der Clips, sowie für Spots auf den Grossbildschirmen und Präsenz auf der Website des Titelsponsors sind noch nicht vergeben.

Ausland zeigt Interesse am Businessmodell der Jungfrau Zeitung

Das Geschäftsmodell der Jungfrau Zeitung stösst auf breites Interesse. Deren Verleger Urs Gossweiler präsentierte an der IFRA Expo in Amsterdam die Strategie seines Medienhauses für Lokalisierung und Multimedia und folgte einer Einladung der BBC nach London. Dort liess er sich von News-Chef Peter Horrocks den riesigen Newsraum der BBC zeigen.

Das Geschäftsmodell der Jungfrau Zeitung stösst auf breites Interesse. Deren Verleger Urs Gossweiler präsentierte an der IFRA Expo in Amsterdam die Strategie seines Medienhauses für Lokalisierung und Multimedia und folgte einer Einladung der BBC nach London. Dort liess er sich von News-Chef Peter Horrocks den riesigen Newsraum der BBC zeigen.
Die Konzentration auf lokale Inhalte bei gleichzeitiger multimediale Verarbeitung und Distribution sei auch bei Amsterdamer Zeitungshäuser unterschiedlicher Kultur- und Wirtschaftsräume auf Interesse gestossen, so Gossweiler Media in einem Pressecommuniqué. Auch Zeitungsverlage aus Kanada, Indonesien, Indien, Kuwait, Deutschland und Belgien zeigten sich laut Gossweiler an seinem Modell interessiert.
Als erstes Medienhaus der Schweiz führte die Jungrau Zeitung Web TV ein. Daraus entstand die Zusammenarbeit mit Pro Sieben Schweiz. Seit einigen Monaten produziert Gossweiler die Kochsendung Funky Kitchen für das Schweizer Fenster des Privatsenders.
1290582378_img081031_horrocks_gossweiler
Peter Horrocks, Chef News bei der BBC in London, zeigt Urs Gossweiler seinen Newsraum.

Neuer Kommunikationschef bei Coca Cola Schweiz

Matthias Schneider ist neuer Leiter der Abteilung Unternehmenskommunikation bei Coca Cola Schweiz. Er löste per 1. Oktober Pia Lehmann ab, die das Unternehmen Ende September nach zehn Jahren verlassen hat.

Matthias Schneider ist neuer Leiter der Abteilung Unternehmenskommunikation bei Coca Cola Schweiz. Er löste per 1. Oktober Pia Lehmann ab, die das Unternehmen Ende September nach zehn Jahren verlassen hat.
Neben der Unternehmenskommunikation trägt Schneider die Verantwortung für die Bereiche Corporate Identity, Public Affairs und Brand PR. Zuvor war er stellvertretender Leiter des Standortmarketings Euro 2008.

Neues Webradio Swiss.fm

Die Genfer Agentur Agencing Inc. startete am Samstag das neue Webradio Swiss.fm. Mit News und Chillout-Musik, aus dem Studio in San Francisco, zielt das Radio vor allem auf Hörer des schweizerischen, französischen und kanadischen Marktes.

Die Genfer Agentur Agencing Inc. startete am Samstag das neue Webradio Swiss.fm. Mit News und Chillout-Musik, aus dem Studio in San Francisco, zielt das Radio vor allem auf Hörer des schweizerischen, französischen und kanadischen Marktes.
Agencing Inc hat bereits Themenradios wie Wimaxradio.fm, Slow.fm, Chillout.fm, Ktfm.fm lanciert, und auch Webradios für Marken wie Le Shop in Französisch und Deutsch.
Das Musik-Newsradio startet am Freitag um 23 Uhr.

Draftfcb übt sich für Alpenbitter in Geheimniskrämerei

Mit neuen Sujets hat die Agentur Draftfcb eine Kampagne für das Bier Appenzeller Alpenbitter lanciert. Der neue Auftritt knüpft an die Kampagne vom letzten Jahr, mit dem Slogan «mehr verraten wir nicht damit Appenzeller das Original bleibt» an.

Mit neuen Sujets hat die Agentur Draftfcb eine Kampagne für das Bier Appenzeller Alpenbitter lanciert. Der neue Auftritt knüpft an die Kampagne vom letzten Jahr, mit dem Slogan «mehr verraten wir nicht damit Appenzeller das Original bleibt» an.
Auf den Sujets sind die Informationen über Rezeptur und Herstellung mit Kräutern und Produkt-Elementen verdeckt, getreu dem Appenzeller Motto «die Rezeptur muss ein Geheimnis bleiben».
Die Kampagne erscheint ab Montag schweizweit auf Inseraten und Plakaten.
Verantwortlich bei Appenzeller Alpenbitter: Willi Felder. Verantwortlich bei Draftfcb Lowe Group: Florian Birkner (Creative Director), Sebastian Hugelshofer, Urs Hartmann (Art Director), Patrizia Harzenmoser (Grafik), Marcel Elsener (Text). Aline Litchenhaus: Christoph Bögli (Beratung).
1290582376_img081031_alpenbitter_plakat1
img081031_alpenbitter_plakat

Neuer PR-Leiter bei KPMG

Stefan Mathys wechselt nach über sieben Jahren als PR-Chef bei KPMG in die berufliche Selbstständigkeit. Er wird Partner bei Barino Consulting, bleibt jedoch noch bis Ende 2008 im Unternehmen. Abgelöst wird Mathys von Andreas Hammer, der ab 1. November als neuer PR-Leiter für die externe Kommunikation verantwortlich ist.

Stefan Mathys wechselt nach über sieben Jahren als PR-Chef bei KPMG in die berufliche Selbstständigkeit. Er wird Partner bei Barino Consulting, bleibt jedoch noch bis Ende 2008 im Unternehmen. Abgelöst wird Mathys von Andreas Hammer, der ab 1. November als neuer PR-Leiter für die externe Kommunikation verantwortlich ist.
Andreas Hammer war in den letzten zwei Jahren als Geschäftsführer der FDP des Kantons Zürich tätig. Davor arbeitete er als Berater in verschiedenen international tätigen PR-Agenturen in der Schweiz.

Comedia wertet Konzessionsentscheide als Signal für Medienvielfalt

Die Mediengewerkschaft Comedia hat die Konzessionsentscheide des Uvek als Signal für Medienvielfalt und Gesamtarbeitsverträge gewertet. Comedia hofft nach der Vergabe auf eine Medienvielfalt der gesunden Konkurrenz im Dienste der journalistischen Qualität.

Die Mediengewerkschaft Comedia hat die Konzessionsentscheide des Uvek als Signal für Medienvielfalt und Gesamtarbeitsverträge gewertet. Comedia hofft nach der Vergabe auf eine Medienvielfalt der gesunden Konkurrenz im Dienste der journalistischen Qualität.
Insgesamt hat Comedia die Vergabe der strittigen Radio- und Fernsehkonzessionen
als positiv bewertet. Denn Tele Top im Raum Zürich-Nordostschweiz werde, wie in der Konzessionseingabe zugesichert, mit den Gewerkschaften einen Firmenvertrag abschliessen, schreibt Comedia in einer Mitteilung vom Freitag. Anders Tele Züri, das keinen Gesamtarbeitsvertrag respektiere. Ausserdem sei der Entscheid, Roger Schawinski’s Radio 1 im Raum Zürich eine Konzession zu erteilen, ein begrüssenswerter Beitrag zur Medienvielfalt.
Die Medienunternehmen werden von der Gewerkschaft aufgefordert, auf die neue Konkurrenz mit verstärkten Investitionen in die publizistische Leistung zu reagieren.

20 Minuten lanciert Lifestyle-Magazin Friday

Das neue Lifestyle-Magazin von 20 Minuten ist lanciert. Mit einer von Prominenz gespickten Taufparty hat Tamedia am Donnerstagabend sein jüngstes Baby ins Leben gerufen. Ein Gratisheft für die junge weibliche Leserschaft von 16 bis 28, auf das Chefredaktor Marco Boselli (43) mächtig stolz ist, wie er im Gespräch mit der Werbewoche herausstreicht.

«20 Minuten braucht eine Hochglanz-Schwester, in der wir die Konsumwelt abbilden können.»
Das neue Lifestyle-Magazin von 20 Minuten ist lanciert. Mit einer von Prominenz gespickten Taufparty hat Tamedia am Donnerstagabend sein jüngstes Baby ins Leben gerufen. Ein Gratisheft für die junge weibliche Leserschaft von 16 bis 28, auf das Chefredaktor Marco Boselli (43) mächtig stolz ist.
Mit einem nahezu pompösen Event feierte der Nachfolger des Musik basierten Ausgangsmagazins Week am Donnerstag seine Taufe. Im jüngst eröffneten Klub Escherwyss auf dem Sulzer Areal traf sich die Schweizer Medien-, PR- und Showgeschäftsprominenz, um auf das neue, verstärkt auf die Bedürfnisse der Werbeindustrie ausgerichtete Lifestyle-Magazin anzustossen. Das Magazin, geboren aus einem von den Köpfen der Pendlerzeitung 20 Minuten, dem Frauenmagazin Annabelle, der Veranstaltungsplattform Tilllate und der Tamedia-Spitze gespiesenen Ideenpool, erscheint heute Freitag zum ersten Mal.
Auf dem Cover prang die amerikanische Schauspielerin Lindsay Lohan, bekannt für ihre Ausflüge ins Gesangsfach und zahlreiche Eskapaden. Und genau solche Persönlichkeiten und ihr Leben sollen in Zukunft das auf Hochglanzpapier gedruckte und in vielerlei Hinsicht an das Layout der Annabelle erinnernde Blatt füllen. Ein Interview mit Chefredaktor Marco Boselli.
Was hat den Tod von Week herbeigeführt?
Wenn man wie wir eine Zeitung macht, die 1,5 Millionen Leser erreicht, hat man für eine Gratiszeitschrift aus dem gleichen Haus ähnliche Ansprüche. Week hat leider nie mehr als 240’000 Leser erreicht. Also mussten wir uns hinterfragen. Da schien etwas mit den Erwartungen, mit dem Potenzial, dass das Blatt eigentlich hätte, nicht zu stimmen. Das haben wir ziemlich genau analysiert. Wir haben ein gutes Heft gemacht, aber schlussendlich gab es in den Regionen bereits andere Blätter, die uns überlegen waren. Zum Beispiel der Züritipp oder andere Veranstaltungskalender aus Bern oder Basel. Uns ist es einfach nie gelungen, ein gutes, gesamtschweizerisches Produkt zu machen, welches das Potential der Marke 20 Minuten voll ausnutzt. Ausserdem haben wir auch von Kundenseite gemerkt, dass das Bedürfnis mehr im Lifestyle-Bereich liegt. Dafür war allerdings die Papierqualität vom Week nicht gut genug. Deswegen haben wir diese Kunden nie bekommen. Wir haben zwar immer schwarze Zahlen geschrieben, aber es war ein stetes Treten an Ort. Das hat uns als Macher frustriert.
Was wurde dann unternommen?
Wir haben dann entschieden, dass es so nicht weiter gehen kann und haben uns ins stille Kämmerlein zurückgezogen. Wir haben uns überlegt: Was wäre denn ein Magazin, das hierzulande erfolgreich sein könnte? Was gibt es noch nicht? Was interessiert den Werbemarkt? – Wir sind schliesslich ein Gratisheft, da ist man abhängig von seinen Inserenten. Und dann war es eigentlich nahe liegend, dass man nicht zwischendrin Korrekturen vornimmt, sondern dass man das Ganze von A bis Z neu angeht.
Nochmals zusammenfassend: Was hat Week gefehlt?
Eine neue Rechnung, eine neue Herangehensweise. Wenn man ein Heft machen will, dass in dieser Form massentauglich ist, muss man Hochglanzpapier, eine grosse Redaktion und ein grosses Budget für Bilder haben. Will man diese Kosten dann wieder decken, dann definiert das die Art des Inhalts, den man machen muss. Und das ist dann eben nicht mehr Musik, sondern Lifestyle, Kosmetik und Fashion. 20 Minuten braucht eine Hochglanz-Schwester, in der wir die Konsumwelt besser abbilden können.
Schon Week wurde im Verlag oft als Prestigeblatt bezeichnet, soll 20 Minuten Friday diese Rolle auch erfüllen?
Week war ein Prestigeobjekt. Jetzt hat eine neue Zeitrechnung angefangen. Friday wird auch ein Prestigeobjekt. Ich glaube, es ist uns gelungen, wieder eine Innovation auf den Markt zu bringen. Wir haben herausgefunden, dass unsere Hunderttausende von Lesern keine Zeitschrift haben, die sich mit ihren Bedürfnissen deckt.
Das Layout erinnert streckenweise stark an Annabelle. Wie verläuft die Zusammenarbeit?
Das war eine interessante Entwicklung. Wir haben bei Tamedia eine sogenannte «Innovationsgruppe», in der man sich über neue Projekte Gedanken macht. Alle Chefredaktoren sind dort dabei. Die Annabelle-Chefredaktorin Lisa Feldmann und ich haben herausgefunden, dass wir beide ein Problem haben. Wir haben das Potenzial unserer Marke nicht ausgeschöpft, der Annabelle fehlt ein junges Standbein. Deshalb haben wir dann beschlossen, die beiden Probleme zusammenzulegen und eine Lösung zu suchen. Relativ schnell kam dann auch noch Tilllate ins Boot. Sie hatten das Problem, dass sie bislang keine Printanbindung hatten.
Wie ist man dann weiter vorgegangen?
Nun, man muss ehrlich sein: Es gibt bereits Zeitschriften, die ähnlich funktionieren. In Amerika existieren relativ viele solche Titel. Wir fanden, mit unserer starken Marke 20 Minuten im Rücken, mit der unglaublich guten Distribution über das Boxensystem, müsste es doch möglich sein, ein Heft zu machen, das sich über Werbeeinnahmen finanzieren kann. Dann haben wir uns in einer Fünfergruppe zusammengesetzt und einen Entwurf konzipiert. Als dieser stand, haben wir ihn der Unternehmensleitung von Tamedia präsentiert. Nach kritischer Beurteilung kam dann relativ schnell das Okay.

(Interview: Adrian Schräder)

1290582378_img081031_friday_2
1290582378_img081031_friday_3
1290582378_img081031_friday_4
get_footer();