Zu guter Letzt: Neue Schuhe für Frankreichs Wunderfüsse

Die öffentliche Adelung eines Athleten erfolgt nicht durch die Verleihung von Pokalen oder Titeln: Ein Sportler darf sich erst Star nennen, wenn er seinen eigenen Schuh geschustert bekommt.

Die öffentliche Adelung eines Athleten erfolgt nicht durch die Verleihung von Pokalen oder Titeln: Ein Sportler darf sich erst Star nennen, wenn er seinen eigenen Schuh geschustert bekommt. Und sind solche Stars dann erst einmal erkoren und schuhtechnisch bestückt, kennt auch das Werbebudget ihres Ausstatters oft keine Grenzen mehr. Man erinnere sich da an Basketballstars wie Michael Jordan oder Charles Barkley, deren Nike-Schuhe mit aufwendigen Spots beworben wurden. Ersterer profitiert noch heute davon, Jahre nach seinem Rücktritt als aktiver Ballwerfer. Noch immer legen Tausende von Menschen mehrere hundert Franken auf den Tisch, um sich wenigstens einen Hauch der Sportlichkeit von «His Airness» an die Füsse schnallen zu können. Derzeit macht Konkurrent Puma von sich reden. Für die neuen Finken der französischen Fussballstars Franck Ribéry (FC Bayern München) und Nicolas Anelka (Chelsea) hat der Sportartikelhersteller zwei originelle Spots abdrehen lassen. Stürmer Anelka gerät dabei in die Gewalt einer als Domina tätigen Landsfrau. Ihre Bedingung: «Nur wenn Anelka in der Champions League gegen Bordeaux mit den neuen Schuhen spielen darf, wird er freigelassen.» Wir gehen mal schwer davon aus, dass Chelsea-Trainer Felipe Scolari auf diesen Deal eingeht.

Agence Trio verbreitet für Lotterie Romande Weihnachtsstimmung

Die Lotterie Romande hat ihr Rubellos Noël à Vie ins Leben zurückgeholt. Um dies zu kommunizieren hat die Werbeagentur Agence Trio eine Kampagne lanciert, die an Weihnachten und Kino denken lässt.

Die Lotterie Romande hat ihr Rubellos Noël à Vie ins Leben zurückgeholt. Um dies zu kommunizieren hat die Werbeagentur Agence Trio eine Kampagne lanciert, die an Weihnachten und Kino denken lässt.
Die Noël à Vie-Kampagne erscheint auf Plakaten und Web-Bannern, in Presseanzeigen, und in einem TV-Spot und wird per Direct-Marketing verbreitet.
Verantwortlich bei Loterie Romande: Véronique Chassot. Verantwortlich bei Agence Trio: David Narr (Kundenberatung), Michael Kamm (Strategische Planung), Aline Di Silvestro (Konzept/Text), Christophe Lacorbière (Grafik), Christophe Lacorbière, Laurent Huwyler (Multimedia). Fotograf: Pascal Habousha. Produktion: Le-Studio Production.

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Schweiz–Österreich 3:1

In Paris sind die Epica Awards vergeben worden. Drei Schweizer Agenturen konnten punkten.

Journalisten der europäischen Fachpresse kamen letzte Woche in Paris zusammen und jurierten 4945 Arbeiten aus 51 Ländern für die Epica Awards 2008. Am meisten Beiträge wurden aus Deutschland (1230), Schweden (589), Frankreich (491) und England (358) eingereicht. Die Schweizer Kreativen kamen mit 122 Arbeiten immerhin auf Rang 9 beim Einreichen, direkt vor Russland. Auch bei der Jurierung durfte sich die Schweiz sehen lassen. Drei Agenturen können sich über einen Epica Award freuen. Advico Young & Rubicam wurde ausgezeichnet in der Kategorie Print für ihre Musikinstrumente von Rowen. In der gleichen Kategorie schaffte es Saatchi & Saatchi Simko mit den Sujets «Hounds» für Otrivin. Eine dritte Auszeichnung ging an Ruf Lanz für ihre Ingenieur-Rekrutierungsidee im Auftrag von McKinsey & Company.
Zum Vergleich: Die österreichischen Agenturen, die mit 102 Arbeiten nur knapp weniger als die Schweizer eingereicht hatten, mussten sich mit nur einem Award begnügen.
Neben den Epica in neun Kategorien gibt es in Paris auch fünf Epica d`or. Gleich drei davon gingen nach Grossbritannien. DDB London errang den begehrten Gold-Award in zwei Sparten: Der TV-Grand-Prix ging an den Volkswagen-Polo-Spot mit dem singenden Hund, der in Cannes bereits mit Silber bedacht worden war. Dazu gewann DDB London den Grand Prix Press mit einer doppelsinnigen Kampagne für Marmite Snacks: Man liebt sie oder hasst sie, je nach Perspektive. Der dritte englische Sieger ist Lowe London für John Lewis im Bereich Outdoor mit der «Shadows»-Kampagne, in der zahlreiche Konsumartikel die Silhouette des jeweiligen Zielpublikums an die Wand zeichnen.
Die interaktive Epica d`or ging an die schwedische Agentur Great Works für Absolute Vodka. Für den gleichen Kunden erhielt TBWA Germany den Grand Prix in der Kategorie Integrated Campaigns.
Auffallend war für Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier, der unter den 29 Juroren in Paris die Werbewoche und damit die Schweiz vertreten durfte, dass aus eher exotischen Ländern wie zum Beispiel Ägypten ebenso exotische und amüsante Spots überraschen konnten. Ein «eher spezieller Witz» zeigt sich als Trend in den skandinavischen Ländern. England hat ein bisschen seinen legendären Humor verloren, dafür zeigten sich die Franzosen wie gewohnt charmant verspielt. Deutschlands Werbung ist eher rational.
Andreas Panzeri
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Advico Young & Rubicam: Rowen.
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Ruf Lanz: McKinsey & Company.
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Saatchi & Saatchi Simko: Otrivin.

Angelhaken im Informationsmeer

Wer im Medienmeer fischt, bewegt sich in Gewässern mit einem grossen Artenreichtum und einer dichten Population. Heute sind die Medien die Fische, die sich um die Würmer der Nutzer balgen. Gastkommentar von Josefa Haas, Leiterin des Medieninstituts.

Der Wurm müsse dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Mit dieser Aussage des ehemaligen RTL-Chefs Helmut Thoma reden sich Medienleute gerne heraus, wenn sie schlechte Qualität ans Publikum bringen. Wie so manche Metapher prägt auch diese den Blick und dokumentiert eine verbreitete Haltung unter den Medienmanagern der 90er-Jahre: «Das tumbe Publikum können wir so billig wie möglich abspeisen. Hauptsache, die Rechnung geht am Schluss für uns auf.» Warum diese Herren überhaupt im Mediengeschäft sind, ist die Frage: Offenbar schätzen sie weder ihre Produkte, noch behandeln sie die Kunden als Könige.
Zynismus und Arroganz machen blind. Wer lange mit den Würmern ein gutes Geschäft gemacht hat, verpasst leicht den Moment, wenn die Rollen neu verteilt werden: Wie verhalten sich die Wurmanbieter, wenn das Publikum zum Fischer wird? Dann lässt es sich kaum noch mit einem Wurm abspeisen. Was bei ihm ins Netz oder an die Angel kommt, wird schonungslos sortiert. Die schlechten landen im besten Fall wieder im Wasser. Der Fisch, der dem Fischer gefällt, muss einer Reihe von Qualitätsansprüchen genügen: Frisch muss er sein, nicht zu fischig und zu grätig, fest im Biss und von einem gewissen Gewicht. Wer im Medienmeer fischt, bewegt sich in Gewässern mit einem grossen Artenreichtum und einer dichten Population. Heute sind die Medien die Fische, die sich um die Würmer der Nutzer balgen.
Ideen fischen – wer dieser Leidenschaft frönt, dem eröffnet sich in der Medienwelt ein Paradies der Verlinkungen und Assoziationen. Auf den Fisch gekommen bin ich in einem Szenemagazin. Von einem neuen Trend war dort die Rede: Fischen im urbanen Umfeld. In den städtischen Gewässern lebt die Fischerei wieder auf. Neben dem Feiern, Sport und Surfen in der digitalen Welt beschäftigen sich offenbar Trendsetter mit einer Tätigkeit, bei der Geduld, Aufmerksamkeit und Zeit gefordert sind. Für Aussenstehende ist das Fischen eine ganz und gar langweilige und ineffiziente Sportart, bei der die Muskeln vor allem für das Aufsuchen der Standorte und das Ausbalancieren im Stehen beansprucht werden. Der meditative Blick ins Wasser, der lockere Griff um die Rute, damit nicht der leiseste Ruck verpasst wird, im entscheidenden Moment dann die Entschlossenheit, mit welcher der Fisch aus dem Wasser gezogen wird. Die Jungen und Wilden suchen offenbar wieder Momente der Konzentration. Zeit wird beim Fischen entschleunigt. Dabei bleibt viel Zeit, um den eigenen Gedanken freien Raum zu lassen. Multitasking und Instant-Information fordern selbst den fittesten Geistern gelegentlich eine Ruhepause ab.
Die Gratispublikationen erinnern an den lesenswerten Roman «Lachsfischen in Jemen». In einem Umfeld, das für auf Papier gedruckte Inhalte gemeinhin als Wüste gilt, finden sich immer wieder bunte Fische. In den Lokalen und Geschäften der I-Phone-Besitzer liegt eine Auswahl von Zeitschriften auf. Diese Gratispublikationen setzen auf Lesestoff und Fotografie. Für jede Zielgruppe gibt es eine auf sie zugeschnittene Ausgabe. Sogar an die Blogger richtet sich ein eigenes Heft. Publizistisch überraschen sie nicht mit grossen Innovationen. Bei der Typografie und der Bildauswahl dominiert die klassische Magazinsprache. Die Texte sind persönlich essayistisch. Werbung und Redaktion sind nicht immer unterscheidbar. Doch die Herausgeber orientieren sich am traditionellen Verlegerhandwerk: Sie erreichen ihre Leser mit interessanten Inhalten an ihren Treffpunkten und bieten einen attraktiven Werbeträger.
Medienanbieter, denen heute die Nutzer wegschwimmen, können sich im Web darüber informieren, weshalb erstmals seit den 50er-Jahren wieder ein Lachs im Rhein bei Basel gefangen wurde. Die edelsten Fische sind auch die anspruchsvollsten. Gerade diese werden von den Fischern am meisten geschätzt. Die heutigen Mediennutzer sind schon lange keine passiven Fische mehr, die man mit irgendwelchen Würmern locken kann. Sie können heute aus einem Meer von Angeboten auswählen. Dabei orientieren sie sich je nach Lebensstil und aktuellen Bedürfnissen an unterschiedlichen Ansprüchen. Sie erwarten differenzierte Angebote mit spezifischen Qualitäten. Diese müssen jedoch klar ausgeprägt und konsequent umgesetzt sein. Medienanbieter können diese Fische mit grosser Aufmerksamkeit züchten: Schweizer Mediengewässer mit Lachsen, Forellen und grossen Hechten sorgen dafür, dass die Fischer nicht in fremden Gewässern auf Fang gehen müssen.

Impressum: Auch Ringier entlässt ohne Not Mitarbeitende

Der Berufsverband Impressum wirft Ringier vor, die gegenwärtigen Rückgänge bei den Inserateeinnahmen als Vorwand zu benutzen, um ohne grossen Widerstand Personal reduzieren oder neu auswählen zu können. Das angekündigte Effizienzsteigerungsprogramm scheine ausschliesslich auf dem Buckel der Beschäftigten umgesetzt zu werden.

Der Berufsverband Impressum wirft Ringier vor, die gegenwärtigen Rückgänge bei den Inserateeinnahmen als Vorwand zu benutzen, um ohne grossen Widerstand Personal reduzieren oder neu auswählen zu können. Das angekündigte Effizienzsteigerungsprogramm scheine ausschliesslich auf dem Buckel der Beschäftigten umgesetzt zu werden, heisst es in einer Meldung vom Mittwoch. Es werde aber auch auf dem Buckel der Leserschaft getan, denn ausgedünnte Redaktionen bedeuteten reduzierte journalistische Qualität.
Aus Sicht der Mitarbeitenden seien die Entlassungen unverständlich, zumal sie ohne ersichtliche wirtschaftliche Not ausgesprochen werden, schreibt Impressum. Das erfolgreiche und grösste Schweizer Medienunternehmen werde laut eigenen Angaben das Jahr 2008 mit einem Umsatzplus von 10 Prozent abschliessen. Gleichzeitig sollten nach dem Kauf von Onlineportalen weitere Akquisitionen folgen.
Die Sorge gelte nun den entlassenen Medienschaffenden, die ihre ganze Kraft und Professionalität in Ringier-Produkte gesteckt hätten und nun ohne eigenes Verschulden auf der Strasse landeten, so der Verband weiter. Eine adäquate Anstellung im Medienbereich zu finden, werde für die Betroffenen zur Zeit sehr schwierig werden dürfen. Impressum fordert die Geschäftsleitung von Ringier auf, in Zusammenarbeit mit der Personalkommission sowie den Verbänden Alternativen zu den Kündigungen zu suchen.

Ein Bluff reicht nicht

Auch grosse Versprechungen sind verbindlich: Das Bakom nimmt die konzessionierten Sender beim Wort.

Haben die leer ausgegangenen Radio- und TV-Sender in ihren Konzessionsgesuchen bloss zu wenig geblufft? Möglich. Doch das Bakom will alle Betreiber auf ihren Zusicherungen behaften.
Ringier hadert bekanntlich damit, dass sein Radio Energy Zürich keine Konzession erhielt. Was aber Konzernchef Michael Ringier besonders ärgert: dass das UVEK einzig die eingereichten schriftlichen Gesuche und nicht auch das bisher gesendete Energy-Programm bewertet hat. «Nächstes Mal lügen wir auch das Blaue vom Himmel herunter, um eine Konzession zu erhalten», schimpfte er am 19. November im Rahmen seines traditionellen Herbst-
mediengesprächs.
Ringier ist nicht der einzige, der zu suggerieren versucht, dass primär die besten Bluffer zu Konzessionen kamen und (angeblich) ehrliche Gesuchsteller leer ausgingen. Auch sein Gegenspieler Roger Schawinski schlug in diese Kerbe – zumindest betreffend Konzessionsvergabe in der Südostschweiz und im Rüebliland. Obwohl die dortigen Gewinner Hanspeter Lebrument und Peter Wanner bisher punkto Ausbildung und Qualitätskontrolle wenig bis nichts geleistet hätten, hätten sie in ihren Gesuchen «vollmundig gewaltige Pläne vorgelegt, um so zu punkten», polterte Schawinski auf Persoenlich.com.
Was dem Radiopionier aber besonders sauer aufstiess: dass das UVEK Lebrument und Wanner diese Versprechen auf dem Papier abnahm, jedoch nicht berücksichtigte, dass ja er, Schawinski, über hundert der erfolgreichsten und besten Mitarbeiter in den heutigen elektronischen Medien der Schweiz praktisch ausgebildet hat. Und weiter: «Wenn ich angekündigt hätte, jedes Jahr drei Mitarbeiter an die Columbia School of Journalism nach New York zu schicken, hätte ich wohl die Konzessionen im Aargau und in Graubünden erhalten.»
Marcel Regnotto, Sektionschef Veranstalter im Bundesamt für Kommunikation (Bakom), reagiert gelassen auf solche Vorwürfe. «In der ersten Enttäuschung schiesst mancher übers Ziel hinaus», sagt er. In der Sache selbst zeigt er sich aber unerbittlich: Bakom und UVEK hätten sicher kein Interesse, die Konzession dem besten Lügner zu vergeben, sagte er. Deshalb sei den Gesuchstellern schon in der Ausschreibung deutlich gemacht worden, dass sie ihre Absichten genau darlegen müssten – und dass diese nachher als verbindlich erklärt würden. «Es war also klar, dass wir die Kandidaten beim Wort nehmen», sagte Regnotto.
Doch wie das? Regnotto schildert ein Kontrollsystem auf drei Ebenen. Zum einen müsse sich jeder Veranstalter ein eigenes Qualitätssicherungssystem verpassen. Demnächst wähle er zudem aus einer Reihe von Experten, die das Bakom bestimmt, seinen «Evaluator» aus. Dieser berichte dem Bakom alle zwei Jahre schriftlich, wie er die Fortschritte der jeweiligen Radio- oder TV-Station einschätzt und welche Massnahmen er vorschlägt. Ferner sei jeder Veranstalter punkto Lohnniveau und Arbeitsbedingungen dem Bakom Rechenschaft schuldig. «Wir haben auch Mittel, um diese Angaben zu überprüfen», betont Regnotto. Mit der dritten Ebene, der Programmanalyse im Informationsbereich, werden Institute beauftragt. Und deren Berichte veröffentlicht.
Sollte sich herausstellen, dass ein Veranstalter seinen Versprechen krass zuwiderhandelt, werde das Bakom im Rahmen eines Aufsichtsverfahrens aktiv, sagt Regnotto. Das Amt könne bei Sendern mit Gebühren-Splitting den Betrag um bis zu 50 Prozent senken. Und dort, wo keine Splitting-Gelder fliessen, könne die Konzession eingeschränkt, suspendiert oder auch entzogen werden.
Dass solche Verfahren sehr lange dauern, bestreitet Regnotto nicht. «Da aber die Sanktionen einen einschneidenden Charakter haben, werden sie auch prophylaktisch wirken», ist er überzeugt. Die Instrumente stünden jedenfalls bereit, und das Bakom sei auch gewillt, sie anzuwenden, um den Leistungsauftrag durchzusetzen.
Doch wie starr sind die UVEK-Vorgaben? Engen sie die Sender nicht allzu sehr ein? Regnotto verneint. Die UVEK-Vorgaben beträfen weder die Musikauswahl noch das anzupeilende Zielpublikum. «Wir behaften die Veranstalter nur auf ihren Zusicherungen im Bereich Information. Daher bleibt den Veranstaltern genug Freiraum, um sich in einem wandelnden Medienmarkt positionieren zu können», meint Regnotto.
Auf die Frage, ob die neuen Richtlinien strenger seien als bisher, sagt er: «Dieser Eindruck täuscht nicht.» Zwar würden sich die Erwartungen an die Veranstalter nur wenig von den bisherigen unterscheiden, aber der Gesetzgeber verlange eine eingehendere Kontrolle. «Dies auch deshalb, weil die gebührenfinanzierten Veranstalter jetzt wesentlich mehr Geld erhalten.»
Das Budget, das dem Bakom für die künftige Programmforschung im privaten Bereich zur Verfügung steht, beläuft sich laut Regnotto auf jährlich rund 300000 Franken. Dieser Aufwand sei «tragbar» im Verhältnis zu dem, was auf dem Spiel stehe – «nämlich eine vielfältige Medienlandschaft».
Zurück zu Radio Energy Zürich. Gemäss UVEK steht bekanntlich keine weitere Frequenz zur Verfügung. Trotzdem sei hier eine theoretische Frage erlaubt: Angenommen, es käme doch noch eine weitere Zürcher Frequenz zum Vorschein – hätte dann Energy automatisch Anspruch darauf? «Nein», sagt Regnotto klar. Denn wenn ein solch fiktiver Fall einträte, müsste der Gesamtbundesrat erst den Anhang 1 zur RTVG ändern. Darin sind sämtliche Versorgungsgebiete definiert und die Anzahl Konzessionen festgelegt. Danach müsste der neue Sendeplatz öffentlich ausgeschrieben werden. «Energy würde also nicht als erster Kandidat auf der Warteliste diesen Freiplatz ex lege erhalten», sagt Regnotto.
Markus Knöpfli

Bundesrat beantragt Zulassung von Bier- und Weinwerbung im TV

Künftig soll auf Schweizer Fernsehkanälen wieder für Bier und Wein geworben werden dürfen. Eine entsprechende Aufweichung des Alkoholwerbeverbots im Radio- und Fernsehgesetz (RTGV) wurde am Mittwoch vom Bundesrat beantragt.

Künftig soll auf Schweizer Fernsehkanälen wieder für Bier und Wein geworben werden dürfen. Eine entsprechende Aufweichung des Alkoholwerbeverbots im Radio- und Fernsehgesetz (RTGV) wurde am Mittwoch vom Bundesrat beantragt.
Mit der Lockerung will die Landesregierung die definitive Teilnahme der Schweiz am EU-Filmförderungsprogramm Media ermöglichen und damit eine Benachteiligung der Schweiz gegenüber ausländischen TV-Werbefenstern vermeiden. Dieser Zusatz zum Media-Abkommen überwies das Gremium am Mittwoch dem Parlament.
Das Geschäft war im Dezember 2007 vom Parlament an den Bundesrat zurückgewiesen worden. Die beiden Räte wollten am Werbeverbot für Alkohol, Politik und Religion festhalten. Das Verbot kollidiert jedoch mit der ab 2009 geltenden EU- Richtlinie «Fernsehen ohne Grenzen», deren Übernahme eine Bedingung für die Media-Teilnahme ist.
Der Bundesrat hat nun mit der EU im Sinne eines Kompromisses eine Änderung des Abkommenstextes vereinbart: Die strengeren Werbevorschriften können im Rahmen eines Schlichtungsverfahrens durchgesetzt werden, vorausgesetzt sie sind verhältnismässig, nicht diskriminierend und im öffentlichen Interesse. Das Verbot religiöser und politischer Werbung sowie der Werbung für Spirituosen und Mischgetränke wie Alcopops kann dank diesem Verfahren somit aufrechterhalten werden.
Anders ist es bei der Werbung für Bier und Wein. Weil diese nach dem geltenden RTGV für lokale TV-Veranstalter bereits zugelassen ist, wird das Argument des Gesundheits- und Jugendschutzes kaum genügen, um gegenüber der EU ein Werbeverbot für einen Teil der TV-Programme zu begründen.
Deshalb beantragt der Bundesrat mit der Genehmigung und Finanzierung des Media-Abkommens gleichzeitig eine RTGV-Revision, welche Bier- und Weinwerbung zulässt. Er geht davon aus, dass die Auswirkungen auf das Konsumverhalten gering sein werden, da in den anderen Massenmedien bereits breit für Alkohol geworben werden darf.
Unterschiedliche Reaktionen
Der Antrag des Bundesrats wurde unterschiedlich aufgenommen. Die CVP bezeichnet den Vorschlag als unbefriedigend: Das Radio- und Fernsehgesetz sei erst vor kurzem revidiert worden. Dabei habe das Parlament nach intensiver Diskussion am Alkoholwerbeverbot grösstenteils festgehalten, hielt CVP-Generalsekretär Reto Nause gegenüber der SDA fest.
Der Bundesrat argumentiere bei seinem Entscheid so, wie wenn Werbung keinen Einfluss auf die Konsumgewohnheiten der Menschen habe, erklärte Michel Graf von der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA). Wenn dies wirklich der Fall wäre, gäbe es schon lange keine Werbung mehr. Die Aufhebung des Werbeverbots müsse abgedämpft werden, forderte er. Werbespots für Bier und Wein sollten laut Graf erst nach 21 Uhr ausgestrahlt werden dürfen.
Positiv reagierten die Fernsehanbieter. «Wir begrüssen, wenn der Bundesrat zwischen in- und ausländischen Fernsehanbietern gleichlange Spiesse schaffen will», sagte SRG-Sprecher Daniel Steiner.
Nur teilweise einverstanden mit dem bundesrätlichen Vorschlag ist die SVP. Sie will die Aufhebung nur auf privaten Sendern, nicht aber bei der SRG zulassen.
Das Media-Programm unterstützt die Förderung der Entwicklung, den internationalen Vertrieb und die Vermarktung europäischer Filme sowie die Aus- und Weiterbildung von Filmschaffenden. Es verfügt über ein Gesamtbudget von 755 Millionen Euro (1,245 Milliarden Franken). Der Beitrag der Schweiz beträgt 41,07 Millionen Franken, verteilt auf sieben Jahre.

SFLB gestaltet Nobel-Restaurants aus Abfallcontainern

SFLB hat für Brot für alle und Fastenopfer eine Werbe-Aktion gestartet, die auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen soll. Diverse Abfallcontainer in Zürich und Umgebung sind dafür in Restaurants umgestaltet worden. Die Container sollen darauf aufmerksam machen, dass die verschwendeten Lebensmittel anderen Menschen fehlen.

SFLB hat für Brot für alle und Fastenopfer eine Werbe-Aktion gestartet, die auf Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen soll. Diverse Abfallcontainer in Zürich und Umgebung sind dafür in Restaurants umgestaltet worden. Die Container sollen darauf aufmerksam machen, dass die verschwendeten Lebensmittel anderen Menschen fehlen.
In der Schweiz landen über ein Drittel aller eingekauften Lebensmittel im Container, schreibt SFLB. Weil wir zu viel einkaufen, zu schlecht einteilen oder, allgemeiner gesagt, zu viel verschwenden. Nun machen die von SFLB gestalteten Container in Zürich und Umgebung darauf aufmerksam. Die Aktion von Brot für alle und Fastenopfer soll Menschen in dem Moment ansprechen, in dem sie etwas wegwerfen.
Verantwortlich bei Brot für alle/Fastenopfer: Matthias Dörnenburg (Fastenopfer: Leiter Marketing und Kommunikation), Anne Bickel (Brot für alle: Leiterin Marketing und Kommunikation). Verantwortlich bei Spillmann/Felser/Leo Burnett: Pablo Schenke (Art Director), Christian Schäfer (Text), Martin Spillmann, Patrick Suter (Creative Director), Charlotte Gut (Beratung).
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Lycos macht dicht: 500 Mitarbeitern verlieren ihren Job

Das europäische Internetportal Lycos wird eingestellt. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, haben Vorstand und Aufsichtsrat des niederländischen Unternehmens beschlossen, den Betrieb einzustellen.

Das europäische Internetportal Lycos wird eingestellt. Wie am Mittwoch bekannt gegeben wurde, haben Vorstand und Aufsichtsrat des niederländischen Unternehmens beschlossen, den Betrieb einzustellen. Das Domaingeschäft, das Shoppinggeschäft sowie das dänische Portal soll verkauft werden. Das unprofitable Webhosting- und Portalgeschäft wird ganz dicht gemacht. Damit verlieren 500 der 700 Mitarbeiter ihren Job, davon 230 bei der deutschen Tochtergesellschaft in Gütersloh.
Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann hatte das ursprünglich gemeinsam mit der US-Firma Lycos Inc gehaltene Unternehmen im März 2000 an die Börse gebracht und ist inzwischen – wie die spanische Telefonica – mit rund 32 Prozent beteiligt.
Dank Zukäufen stieg die Firma mit Sitz im niederländischen Haarlem kurzzeitig sogar zu Europas führendem Internet-Portal auf. Doch all die Jahre schaffte Lycos Europe nicht, genügend Geld zu verdienen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat sich ein Verlust von 17,1 Mio. Euro angehäuft.
Lycos Europe konnte sich letztlich nicht gegen Konkurrenz durch Suchmaschinenbetreiber wie Google und Yahoo, Internetanbieter wie United Internet oder Netzwerkseiten wie Facebook durchsetzen. Zudem kämpfte das Unternehmen mit sinkenden Werbeerlösen und hohen Kosten.
Lycos kämpft mit sinkenden Umsätzen und schreibt rote Zahlen: In den ersten 3 Quartalen 2008 häufte sich Einbussen in der Höhe von 17,1 Millionen Euro an.

G+J Deutschland schraubt Gewinnerwartung zurück

Der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr hat seine Gewinnerwartungen für Deutschland zurückgeschraubt. Die Senkung ihrer langfristigen Renditeziele für die kommenden Jahre liege an der gesamtwirtschaftlichen Situation, so G+J Deutschland-Vorstand Bernd Buchholz zu Horizent.net.

Der Zeitschriftenverlag Gruner+Jahr hat seine Gewinnerwartungen für Deutschland zurückgeschraubt. Die Senkung ihrer langfristigen Renditeziele für die kommenden Jahre liege an der gesamtwirtschaftlichen Situation, so G+J Deutschland-Vorstand Bernd Buchholz zu Horizent.net.
Die aktuellen Sparpläne des Zeitschriftenverlages sehen eine Entlassung von 110 Redakteuren von «Capital», «Impulse» und «Börse Online» vor und die Schliessung der Standorte dieser Magazine. Eine neue Zentralredaktion für Wirtschaftsthemen soll in Hamburg aufgebaut werden. Auch das Gesellschaftsmagazin Park Avenue wird ab Januar nächsten Jahres eingestellt. Der Umsatz des Titels hätte in den kommenden Jahren sich verdreifachen müssen. Den Glauben daran habe er angesichts der hinzukommenden Wirtschaftskrise verloren, so Buchholz weiter.
Die betriebsinternen Kündigungen werden nun im Rahmen von Sozialplänen verhandelt. Von einem rabiaten Vorgehen können nicht gesprochen werden, so Buchholz. Die Konditionen ihrer Aufhebungsverträge und Sozialpläne seien deutlich fairer als bei anderen Medienhäusern.

Orange ist die Farbe der Gemeinsamkeit

Saatchi & Saatchi Simko lanciert die neue Brand Vision für Orange.

Facebook oder Tilllate sind ein zeitgemässer Ausdruck dafür, dass Menschen sich verbinden wollen. Mobility ist ein ebenso gemeinschaftlich organisiertes Konzept für modernes Automieten. Coop und Migros sind Genossenschaften, die das Leben angenehmer machen. Das Rote Kreuz hat von der Schweiz aus internationale Solidarität in die Welt hinaus gebracht. Und schliesslich wurde in unserem Land auch die Demokratie «erfunden». Der theoretische Unterbau für die neue Brand Vision von Orange kann sich auf ein überzeugendes Bedürfnis abstützen: «Together we can do more.»
Dieser Claim, den man eher als Bekenntnis bezeichnen müsste, drückt «den Kern der Orange-Markenvision für die nächste Generation aus», erklärt Pascal Schaub, Stratege bei Saatchi & Saatchi Simko. Sein Mutterhaus in London hat die Kampagne in den grossen Zügen ausgeheckt. Jetzt wird die Botschaft «Together we can do more» in 22 Ländern auf das lokale Umfeld angepasst und eingesetzt. In Rumänien zum Beispiel wurde die Idee mit einer grossen Kunstausstellung umgesetzt, wo viele Menschen gemeinsam ein gigantisches Objekt aus alten Autopneus geschaffen haben. In Polen läuft eine Aktion «gemeinsam Weihnachten feiern».
Abenteuer in den Schweizer Bergen
In der Schweiz hat sich Saatchi & Saatchi Simko an das Filmkonzept der Engländer angelehnt. Aber anstelle eines Velorennens wie auf der grossen Insel haben die Schweizer auf ein gemeinsames Abenteuer in den einheimischen Bergen gesetzt. «Ich bin nichts ohne meine Freunde, aber mit ihnen kann ich alles.» Mit dieser Idee führt die internationale Kampagne die Vision von Orange als Marke ein.
Im gleichen Duktus hat Saatchi & Saatchi für den Preisplan Optima nun eine reale Schweizer Filmgeschichte rund um einen Patrouillenlauf entwickelt: «Ich bin Marc Boesch und habe dank drei Menschen, die mir nahe stehen, die Herausforderung meines Lebens gemeistert.» Beim Preisplan Optima kann jeder Abonnent drei Nummern bestimmen, die er unbeschränkt gratis anrufen kann. Das Angebot mit Optima macht in der Schweiz über 50 Prozent der gesamten Einnahmen von Orange aus.
Der Film soll also visualisieren: Orange gibt dir die Tools in die Hand, um selber Communities zu bilden. Orange wird somit als integrierte Telekomanbieterin positioniert, bei der «die Menschen, ihre Emotionen und ihre persönliche Erfahrung im Mittelpunkt stehen». Damit stützt sich die Marke auf weltweit feststellbare gesellschaftliche Veränderungen ab. Die Zeit der reinen Ich-Bezogenheit ist vorbei. Die Menschen definieren sich wieder stärker über das Wir und was sie in der Gruppe erleben. Dabei realisieren sie, dass sie zusammen mit anderen Menschen mehr erreichen und sich selbst weiter entwickeln können, als wenn sie versuchen, die Herausforderungen des Lebens alleine anzupacken.
> Zum Film
In der neuen Kampagne von Orange kommen deshalb auch in den Printsujets Menschen zu Wort, die erklären, wie sie sich durch die Interaktion und Kommunikation mit anderen Menschen verändern und weiterentwickeln. «Die Marke Orange lebt seit jeher von Emotionen und rückt Menschen ins Zentrum», erklärt Andreas S. Wetter, CEO von Orange Schweiz. «Diesen Ansatz führt die neue Kampagne nun konsequent weiter, indem sie Orange als Telekommunikationsanbieterin positioniert, bei der die Menschen im Mittelpunkt stehen und nicht die Technologien.»
Die Kampagne wird in den kommenden Monaten den gesamten Auftritt von Orange in der Schweiz prägen. Nach und nach werden die ersten Sujets ergänzt durch weitere Geschichten, die auf wahren Begebenheiten mit Schweizerinnen und Schweizern beruhen.
Nach der Schweiz sind Spanien und Polen an der Reihe und im nächsten Jahr neun europäische Länder sowie die weiteren Orange-Gesellschaften in Afrika und im Nahen Osten.
Andreas Panzeri
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Auch Film braucht Image

KSB/SJ hat zusammen mit der Zürcher Filmstiftung drei Jungtalenten eine Chance gegeben: Sie drehten Spots für Imagewerbung rund um Filmkunst.

Ja zum Film» lautete im Jahre 2004 der Claim für die populäre und sehr erfolgreiche Werbung für die Zürcher Filmstiftung. Die Kampagne aus dem Studio von KSB/SJ hat massgeblich dazu beigetragen, dass die städtische Abstimmungsvorlage angenommen wurde. Seither fördert die Zürcher Filmstiftung das professionelle Filmschaffen, indem sie hauptsächlich die Entwicklung und Produktion von Spielfilmen, Kurzfilmen, Animationsfilmen sowie Dokumentarfilmen für das Kino finanziell unterstützt.
Die Filmstiftung ist bei der Gründung mit einem Startkapital von 20 Millionen Franken ausgestattet worden und kann seither jährlich 8 bis 9 Millionen verteilen. Neben Geldern für die Produktion werden auch Preise für erfolgreich laufende Filme ausgerichtet. Letzte Woche wurden in Winterhur diese Zürcher Filmpreise vergeben. Dabei gingen zum Beispiel 20’000 Franken an Micha Lewinsky für das Liebesdrama «Der Freund». Sabine Boss wurde für «Das Geheimnis von Murk» mit 10’000 Franken geehrt. Im Bereich «Succès Cinéma» wurden Spielfilme belohnt, die mindestens 30000 Zuschauer ins Kino locken konnten. So bekam «Tell» von Mike Eschmann als eine Art Trostpflaster für den Flop an den Kassen gemäss Reglement immerhin noch 180’000 Franken sowie «Breakout» vom gleichen Regisseur 250’000 Franken für 70’000 Zuschauer.
Um einerseits den Nachwuchs zu fördern und anderseits Imagewerbung für die Filmstiftung zu machen, ist in diesem Jahr auch ein Wettbewerb unter 13 Filmschaffenden lanciert worden. Das Konzept stammt wieder von KSB/SJ und ermöglichte drei Jungtalenten die Produktion von je einem Spot. Oliver Rihs drehte «Love», Simon Nagel «Spiel» und Carmen Stadler «Schnee». (pan)
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