2009 wird super werden

Wenn wir in die Karten der Weihnachtsgrüsse schauen, verspricht das neue Jahr ein sehr kreatives zu werden.

Eigenwerbung ist nicht unbedingt die grösste Stärke der Werbebranche. Einmal im Jahr erleben wir aber die grosse Ausnahme. Dann nämlich, wenn uns der Pöstler noch vor dem Feuerwerk in der Silvesternacht fast täglich mit einem Feuerwerk an kreativen Glückwunschkarten überrascht. Gleich eine eigene Domain für diese optimistischen Grüsse hat Trimedia mit www.2009-wird-von-uns-allen-besonders-viel-talent-fordern.ch eingerichtet. Andere wie Erdmannpeisker, Werbeanstalt oder Unikat haben modisch Tragbares von Socken bis Schürzen bedrucken lassen. Cosmic liess in einem Buch alle ihre Mitarbeitenden ihre Vorstellung von Glück definieren. Ein spezielles Buch gestaltete auch JWT+H+F mit einer Abhandlung über die «Markenpflege» des Samichlaus. «Weise Weihnachten» statt nur weisse wünschte uns mit einem Büchlein Polyconsult. Wie man die Sterne erfolgreich deutet, lehrte uns die Contexta. Mit einem lehrreichen Buch wünschte auch Walker viel Erfolg für 2009 sowie Publicis mit einer Weihnachtsgeschichte, in der ein Löwe die Krippe bewacht. Ein Krippenbild schickte auch Spillmann Felser Leo Burnett. Das gleiche wie im letzten Jahr, weil die Agentur «lieber in Kunden investiert» als in Weihnachtskarten. Kartenkunst trotz allem pflegen aber weiterhin die Neue Lgk mit dem aufmerksamen Elch, Markus Cavegn, Brandezza mit dem festlich verfremdeten Tempo-Logo oder das Migros-Magazin mit Spuren im Schnee vom Weihnachtsmann. Königlich freuen durften wir uns am 6. Januar schliesslich noch über die Kuchen von Wapico und Numéro 10. Klassisch wird unsere Freude bei einem Konzert dank Euro RSCG sein. Und Freude für andere schenkte uns BSSM mit einer Flädlisuppe als Symbol für ihre Spende an die Winterhilfe.
Die Werbewoche dankt für all diese und noch viel mehr solcher kreativen Wünsche und schaut in diesem Sinn optimistisch ins 2009.

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Philipp Petersson beteiligt sich an Condor Films

Erneute Veränderungen bei der Zürcher Filmproduktionsfirma Condor Film. Nach verschiedenen Wechseln in der Geschäftsleitung, betrifft sie nun die Besitzverhältnisse: Philipp Petersson, Leiter der Abteilung Commercials, beteiligt sich rückwirkend per 1. Januar 2009 als Aktionär am Unternehmen.

Erneute Veränderungen bei der Zürcher Filmproduktionsfirma Condor Film. Nach verschiedenen Wechseln in der Geschäftsleitung, betrifft sie nun die Besitzverhältnisse: Philipp Petersson, Leiter der Abteilung Commercials, beteiligt sich rückwirkend per 1. Januar 2009 als Aktionär am Unternehmen. Die Aktien werden damit zwischen den bisherigen Mitinhabern, dem als Geschäftsführer tätigen Kristian Widmer, und der Gründerfamilie Fueter neu aufgeteilt. Widmer hält weiterhin eine Mehrheitsbeteiligung.
Philipp Petersson arbeitet seit 2006 für Condor Films. Im Jahr 2007 übernahm er von Martin Fueter die Leitung der Abteilung Commercials und wurde Mitglied der Geschäftsleitung. «Die Partnerschaft mit Philipp Petersson ist Ausdruck unserer erfolgreichen Zusammenarbeit und unserer gemeinsamen Pläne für die Weiterentwicklung der Condor Films. Gleichzeitig ist sie Teil der Strategie, das Management nachhaltig einzubinden. Mit einem Aktionariat aus mehrheitlich im Unternehmen operativ tätigen Personen sollen die Synergien zwischen unseren Kompetenzfeldern auch auf oberster Führungsebene nochmals verstärkt werden», wird Kristian Widmer in einer Pressemitteilung vom Mittwoch zitiert.

«Auf die Kreation guter Arbeitsplätze bin ich am meisten stolz.»

Frank Bodin ist Werber des Jahres. Im Gespräch mit der Werbewoche analysiert der helle Kopf von Euro RSCG seinen Werdegang, den Werbemarkt Schweiz und dessen mögliche Zukunft.

WW: 1996 wurde der Texter Frank Bodin als CD zu McCann-Erickson nach Genf berufen. Drei Jahre später war die Agentur eine der kreativsten und erfolgreichsten. Was war das Erfolgsrezept?
Frank Bodin: Erstens eine Idee, wie sich die Agentur von anderen Agenturen im Markt zu unterscheiden hat, zweitens harte Arbeit, drittens Glück, für das man dankbar sein muss, viertens ein hervorragendes Team. Der Erfolg der Agentur war nicht nur mein Verdienst, sondern der Verdienst einer damals ausserordentlichen Führungs-Crew, die unterschiedlichste Stärken zu vereinen wusste. Solange alle am gleichen Strick zogen, war die Agentur unschlagbar.
War McCann Ihr erster Kaderjob?
Mein Einstieg als hauptberuflicher Werber erfolgte 1992 bei der GGK. Dort war ich sieben Monate Texter, bevor ich für dreieinhalb Jahre zu Jean-Etienne Aebi wechselte. McCann-Erickson war dann meine erste Chance in eigener Verantwortung. Ich erinnere mich noch genau, wie mich einige Kollegen belächelten und mir einen raschen Untergang in der kreativen Wüste Genfs prophezeiten. Entscheidend für mein Ja, in die Westschweiz zu gehen, waren die gesunde wirtschaftliche Basis der Agentur und der internationale Standort Genfs, fernab vom Werbe-Mekka Zürich. Ich rechnete mir aus, dass sich da etwas Neues, anderes aufbauen liess. Ich bin mit einer klaren Strategie angetreten, nämlich aus einer gesunden amerikanischen Opel-Adaptationsagentur eine Schweizer Weltklasseagentur zu machen. Mein Glücksfaktor war, dass wir gleich bei Beginn zum Pitch um eine der Schweizer Symbolmarken, nämlich das SBB-Gesamtbudget, eingeladen wurden, das wir dann auch gewannen.
Der schnelle Erfolg wiederholte sich bei Euro RSCG Schweiz, wo Sie 2001 Chairman und CEO wurden. Wie haben Sie dort den Turnaround geschafft?
Ein Turnaround bedeutet rasche Veränderung und rasche Veränderung bedeutet Radikalität, allerdings mit dem notwendigen Respekt vor der Vergangenheit. Ich hatte eine glasklare Vision, wie die Marke Euro RSCG erneuert werden musste, um erfolgreich zu sein: Creating Results mit Intelligenz und Innovation. Ich war gezwungen, die gesamte Führungscrew in Zürich und Basel auszuwechseln. Die Markenstrategie war auch Grundlage für die Geschäftsstrategie, ein Fünfjahresplan mit klaren Vorgaben: Top-5 kreativ, Top-5 quantitativ und eine Profitabilität, die auch dem Shareholder Freude macht. Zur Erreichung der Ziele galt es eine neue Ideen-Agentur-Kultur zu schaffen. Hierfür konzentrierte ich mich zu Beginn weniger auf die Kreation, sondern auf anderes. Zum Beispiel habe ich erst mal eine strategische Planung eingeführt mit Tools wie beispielsweise die StarEssence. Und dann habe ich bis zum Umfallen gearbeitet.
Sie haben Musik studiert und sind dann quasi über Nacht als Texter eingestiegen. Woher kommt Ihr Wissen für strategisches Arbeiten?
Ich habe ja auch das Wirtschaftsgymnasium besucht und Jura studiert, ohne abzuschliessen. Zudem sind die meisten klassischen Musiker den Mathematikern sehr wesensverwandt.
Die Regeln in der Kompositionslehre …
Johann Sebastian Bach bezeichnete das Komponieren als 10 Prozent Inspiration und 90 Prozent Transkription, also 10 Idee und 90 Handwerk. Kommt in der Werbung hinzu, dass sie ja einem Zweck dient und daher oft ein enges Vorgabenkorsett besteht. Wer die kreativen Mechanismen in der Werbung etwas genauer analysiert, erkennt sehr schnell Muster. Mir wurde es als Nur-Werbekreativer irgendwann langweilig. Vieles, was sich kreativ nennt, ist nicht wirklich kreativ, sondern eher die Neuordnung bekannter Mechanismen. Wirklich kreativ ist beispielsweise eine Erfindung. Oder die These eines Wissenschafters.
Sie haben es demnach nie als Spagat empfunden, das Wirken zwischen dem Kreativen und dem Unternehmerischen?
Einerseits habe ich eine sehr kreative, intuitive Seite, gleichzeitig aber auch eine sehr analytische, rationale. Das ist wie Schach spielen und gleichzeitig Schachfiguren schnitzen – eine Gabe, aber auch manchmal halt eine Schwierigkeit für meine Mitmenschen und mich selbst. Da kann es schon auch mal vorkommen, dass mich Kreativkollegen dann plötzlich nicht mehr als kreativ anschauen, oder umgekehrt, dass ich nicht ganz ins Klischee einer CEO-Karriere passe.
Was macht Euro RSCG heute so erfolgreich?
In erster Linie die Mitarbeitenden von Euro RSCG und der Erfolg unserer Kunden. Ich betrachte die Auszeichnung als Werber des Jahres darum auch als Auszeichnung unserer Leute in Zürich und Genf und unserer Auftraggeber. Hinzu kommen spezifische Stärken unserer Agentur wie unsere kreative Leistung. Oder unsere strategische Power mit einem grossen Wissen zu Markenführung und Marktverständnis. Oder unser Power-of-one-Modell mit den integrierten Units für Direkt- und Onlinemarketing. Oder unser crossmediales Denken: Zum Beispiel waren wir die erste Agentur, die den Crossmedia-Award gewonnen hat. Oder dass wir als eine der ganz wenigen Agenturen über zwei wirklich starke Standorte in der Schweiz verfügen und den Röstigraben überbrücken. Ich mache allerdings kein Geheimnis daraus, dass das letzte Jahr für mich trotz überdurchschnittlichem Neugeschäftserfolg auch ein schwieriges Jahr war. Das Jahr hat mit einem Unfall begonnen. Bänderabriss. Dann sind wir von einer Pechsträhne verfolgt worden, bei der die Agentur nichts dafür konnte: Kaum hatten wir zum Beispiel Tele2 gewonnen und waren mit einer spektakulären Kampagne on air, wurde der Kunde mit Sunrise fusioniert. Dasselbe ist uns nur einige Monate zuvor mit 1818 passiert. Dies und einige andere Enttäuschungen drückten auch auf meine Moral. Allerdings gabs und gibts auch unzählige Lichtblicke, allen voran glückliche Kunden und die derzeit wirklich beste Crew, die Euro RSCG Zürich und Genf je hatte. Diese Leute verdienen Chancen, ihr Können und Herzblut unter Beweis zu stellen. Das war nun schamlose Eigenwerbung.
Sie haben über 500 Preise gewonnen. Welcher bedeutet Ihnen am meisten?
Kundengewinne sind der schönste Preis. Kreativpreise können eine schöne Bestätigung für die geleistete Arbeit sein und eine Motivation. Da gibt es einige. Natürlich bleibt mein erster Preis am Jecklin-Musik-Wettbewerb unvergessen, aus dem ein Auftritt in der Tonhalle und eine Schallplatteneinspielung resultierte. Stolz war ich auch auf die mehrfachen Aargauer Meistertitel im Fechten und sogar eine Medaille an der Schweizer Meisterschaft. Den ersten ADC-Würfel habe ich gleich für meinen allerersten Werbetext für das Grand Hotel Victoria-Jungfrau gewonnen. Unvergessen ist mein erster Löwe, der auf der Bühne in Cannes als einziger stehen blieb, weil ich nicht hin durfte. Eine Anzeige mit zwei kopulierenden Hirnen wurde von Readers Digest als weltbeste Anzeige mit dem Global Gold Pegasus ausgezeichnet. Der Gold-EFFIE letztes Jahr und der Grand Prix an den AME Awards in New York vor einem Monat sind jüngste Beweise für Kampagnen, bei denen Kreativität massgeblich zur Erreichung der Zielsetzungen beigetragen hat. Und natürlich freut mich besonders die Wahl zum Werber des Jahres.
War es manchmal ein Frust, neun Mal nominiert zu sein?
Über die letzten Jahre so oft nominiert zu sein, ist ein Zeichen für Beständigkeit. Ich hatte nie ein Problem damit, dass ich nicht Werber des Jahres wurde, sondern nur, wenn meine Nichtwahl derart thematisiert wurde.
Mainstream wäre einfacher?
Profilierung ist einer unserer Jobs. Ich hatte das Glück, rasch Karriere zu machen. Ich hatte keine Angst, auch heilige Kühe unserer Branche zu hinterfragen und zur Schlachtbank zu führen. Und ich habe noch anderes gemacht als nur Werbung, zum Beispiel Bücher geschrieben und komponiert, was nicht nur Interesse an meiner Person weckte, sondern auch Neid und Missgunst von Leuten, die mich überhaupt nicht kannten. Das hat mir in gewissen Momenten wehgetan und machte mir zu schaffen. Zum Glück bin ich von wunderbaren Menschen umgeben, gleichermassen zu Hause wie im Geschäft.
Aufbauend war sicher auch die Arbeit in zahlreichen Jurys wie Cannes, Clio oder auch Präsident bei den Golden Drums. Was hat Ihnen das bedeutet?
Erstens kommt man mit den besten und interessantesten Leuten aus der ganzen Welt zusammen. Und zweitens finden diese Jurys rund um den Globus statt. In der Wüste von New Texas aus Tausenden von Einsendungen die Clios zu bestimmen oder in London mitten in der Stadt mit guten Leuten gute Werbung anzuschauen ist Inspiration und Freude.
Wie erleben Sie das Ansehen des Berufsstandes der Werbung?
Gemessen an den Bewerbungen, die Euro RSCG täglich erhält, ist das Ansehen unseres Berufsstandes höher, als einige vermuten. Auch ein gutes Zeichen ist, dass viele unserer Kunden uns als Partner anschauen und nicht einfach als Lieferanten. Aber es ist kein Geheimnis, dass es in der Medien- und Werbewelt schon eine gefährliche Tendenz der Verrohung und Stillosigkeit gibt. Werbung ist keine Ware und auch nicht einfach nur eine Dienstleistung. Zwischen einem Consultant und einem Werber gibts einen grossen Unterschied: Mit Werbung kann plötzlich etwas Magisches entstehen, das ein Unternehmen fundamental ändern kann. Die Magie unserer Branche müssen wir unbedingt hochhalten.
Auf der anderen Seite sieht man die Tendenz, dass Coop und Migros über den Abverkauf Werbung machen. Suchmaschinenmarketing hat auch eine ganz andere Kreativität. Wird die klassische Werbung langsam zum Luxusprodukt?
Überhaupt nicht. Mit neuen Medien haben wir zusätzliche und fantastische Verbreitungsmöglichkeiten. Hinzu kommen die crossmedialen Chancen durch die intelligente Verknüpfung der unterschiedlichsten Kanäle. Das darf aber nicht zu zwei Irrtümern führen. Irrtum Nummer 1 ist, dass diese neuen Möglichkeiten alles berechenbar machen: Das Unberechenbarste ist nämlich das, um was es geht: der Mensch. Und Irrtum Nummer 2 ist, dass neue Medienkanäle die Ideen und Inhalte ersetzen.
Einige wollen Werbung, die man gar nicht mehr als Werbung wahrnimmt. Ist das erstrebenswert?
Schleichwerbung, Guerilla- und Viral-Marketing tönt irgendwie ungesund. Mit der Digitalisierung und damit der Demokratisierung der Medien können wir den Menschen nicht mehr unser Werbeprogramm aufzwingen, weil sie uns nämlich jederzeit wegfiltern können. Das heisst doch für uns nichts anderes, als dass unsere Werbung so gut gemacht sein muss, dass sie gerne von den Menschen angeschaut, gelesen, gehört, gefühlt wird. Egal in welchem Medium auch immer. Der Inhalt, die Idee werden künftig also noch viel wichtiger und müssen unser oberstes Anliegen sein und nicht in welchen neuen Kanälen wir die Leute neu belästigen können.
Es gibt im Moment die Tendenz zu grossen Agenturen und die Fragmentierung mit Spezialisten. Wo sehen Sie die Chancen?
Eine aussergewöhnliche Idee braucht im Grunde nur einen Kopf. Allerdings benötigen deren crossmediale Umsetzung, Handling und Time to Market bei komplexeren Aufgabenstellungen eine gewisse Grundgrösse. Und mehrere Menschen können sich auch gegenseitig inspirieren. Acht der Top-10-Agenturen im BSW-Ranking sind auch in den Top 10 des Kreativ-Rankings. Allerdings ist Grösse relativ: Wenn Sie die zehn grössten Agenturen der Schweiz nehmen, so sind diese im Verhältnis zu den Agenturen in den grossen Märkten wie Deutschland, Frankreich, UK Davids gegen Goliaths im internationalen Konkurrenzkampf. Das bereitet uns Sorgen.
Sie sind aktuell BSW-Präsident. Was ist Ihre Motivation?
Es gibt kaum ein Gremium, in dem man sich mit derart vielen Branchen-Leadern regelmässig austauschen kann. Das finde ich ein Privileg. Die 55 Werbeagenturen und 10 Mediaagenturen des BSW leading swiss agencies machen nur etwa 7 Prozent aller Agenturen der Schweiz aus, jedoch betreuen sie ca. 2/3 aller Werbegelder: die BSW-Agenturen verantworteten im Jahr 2007 Werbegelder im Betrag von über 2 Milliarden Franken und erwirtschafteten 363 Millionen Franken Bruttobetriebserträge. Das zeigt die Bedeutung der Branche. BSW leading swiss agencies ist nicht nur der Verband der Top-Agenturen, sondern versteht sich wie «the leading hotels of the world» auch als Qualitäts¬label, das für die Auftraggeber Investitionssicherheit bedeutet und für die Agenturen einen Status, auf den sie zu Recht stolz sein dürfen. Der BSW tut darum auch viel für die Qualitätsförderung. Zum Beispiel mit Aus- und Weiterbildungsprogrammen. Oder mit der Durchführung des Swiss EFFIE, der einen besonders hohen Stellenwert bei den Auftraggebern hat. Oder mit Engagements wie die englischsprachige Publikation «Creativity swiss made», um den Werbestandort Schweiz gegenüber den international tätigen Schweizer Konzernen und auch gegenüber international tätigen Unternehmen im Ausland zu stärken. Das ist eine Form von Standort-Marketing für Schweizer Marketing. Wir brauchen einen gesunden Protektionismus.
Heimatschutz?
Wenn ein grosses französisches Unternehmen statt in Frankreich eine Agentur in der Schweiz berücksichtigen würde, dann gäbe dies eine Revolution. In der Schweiz ist das anders. Gegen einen gesunden Protektionismus ist bei aller Globalisierung nichts einzuwenden. Wenn hiesige Agenturen nicht mithalten, sollen sie auch nicht geschützt werden. Aber das ist ein Teufelskreis: Je mehr ins Ausland abwandert, umso mehr Arbeitsplätze werden hier vernichtet und um so weniger international erfahrene Leute gibt es in der Schweiz. Ich finde es darum ein wirklich berechtigtes Anliegen unserer Branche, dass in der Schweiz ansässige Unternehmen in erster Linie Schweizer Agenturen berücksichtigen sollten, bevor sie nach London, Paris oder Frankfurt reisen. Wenn nun ein Ur-Schweizer Detailhandelsriese eine deutsche Agentur zum Pitch lädt, dann ist dies nicht nur ein Problem unserer Branche, sondern ein Problem für die ganze Schweiz. Es geht um Arbeitsplätze. Übrigens: Auf die Kreation guter Arbeitsplätze bin ich am meisten stolz.
Und sonst? Was macht Sie glücklich, in der Werbung zu arbeiten?
Glückliche Kunden. Glückliche Mitarbeitende. Und wenn meine Kinder zu mir kommen und fragen, ob die geilen Tele2-Spots von unserer Agentur seien und ich dies mit Ja beantworten kann.
Denken Sie noch manchmal an Ihre damals auch mögliche Karriere als Musiker?
Nein, überhaupt nicht. Ich hatte einstmals das Glück, unter Yehudi Menuhin spielen zu dürfen. Jahre später fragte ich ihn für eine Testimonial-Kampagne an und erklärte ihm bei dieser Gelegenheit, dass ich nicht mehr Musiker, sondern nun Werber war. Menuhins Reaktion: Erstens, dass er bei der Kampagne gerne mitmache, und zweitens, dass die besten Leute, die er kennen gelernt hätte, diejenigen seien, die gewusst hätten, «wann mit dem Geigen aufzuhören sei». Ich wollte nie als Musiklehrer enden und der Entscheid geschah bewusst. Ich habe dann andere Sachen versucht, Komposition, Jura, Opernregie … Irgendwann habe ich in dieser Phase die Werbung nicht nur ausprobiert, sondern für mich entdeckt. Bis heute, wobei ich mir durchaus vorstellen kann, irgendwann wieder was völlig Neues anzufangen. Auch Kunst ist nach wie vor wichtig für mich. Im Moment realisiere ich Roboter-Skulpturen, zusammen mit Johannes Hedinger. Die Premiere mit der ersten Skulptur war im Oktober in Berlin an der Kunstmesse. Ziel ist eine Installation mit 50 humanoiden Robotern in einem Raum, die den Menschen, das Menschliche imitieren. Es ist unglaublich skuril, wenn sich ein Roboter in einem Spiegel betrachtet oder selber in die Luft sprengt.
Kunst und Werbung als gegenseitige Befruchtung?
Nein, das trenne ich konsequent. Ich brauche einen Kontrapunkt zu meinem Job.
Interview: Andreas Panzeri

Suva-Prävention wird Kampagne des Jahres

Die Leserschaft von Tele und Werbewoche hat gewählt: Ruf Lanz gewinnt bereits zum dritten Mal die Kampagne des Jahres mit ihren Ideen für die Suva.

Die Experten der Werbewoche und die Leserschaft der Programmzeitschrift Tele lieben es offenbar gerne vorsichtig. Bereits zum dritten Mal wird nämlich eine Suva-Kampagne zur Kampagne des Jahres gewählt. Und bereits zum dritten Mal stammt die Arbeit von Ruf Lanz. 2004/05 holte die TV-Kampagne «Herrentoilette» für SuvaRisk am meisten Stimmen. 2005/06 folgte die Idee «Damit Unfälle nicht zum Horror werden – Velohelm tragen» für SuvaLiv.
Zum Hattrick wurde nun «Krankenschwester» für SuvaPro. Diese Kampagne konnte beim Televoting 42,19 Prozent der Stimmen generieren. Auf dem zweiten Platz landeten die witzigen Eierköpfe von Wirz für die Zeitung Sonntag. Diese Kampagne konnte 11,24 Prozent der Stimmen für sich gewinnen. 10,22 Prozent gingen auf das Konto von Floralp aus der Agentur Spillmann Felser Leo Burnett. Knapp abgeschlagen holte Chio Chips von Cosmic aus Bern noch 8,18 Prozent.
Ein Kränzchen winden Danielle Lanz und Markus Ruf auch ihrem Auftraggeber: «Eine Werbeagentur kann immer nur so gut sein, wie ihre Auftraggeber es zulassen. Schön, dass bei einem so grossen Unternehmen wie der Suva immer wieder innovative Ideen durchkommen.» Mit SuvaPro sind nun alle drei Angebotsmarken der Suva, die von Ruf Lanz betreut werden, vom Publikum mit dem Titel Kampagne des Jahres ausgezeichnet worden. Ruf Lanz hat das Mandat kurz nach der Agenturgründung im Herbst 2001 in einem Pitch gewonnen. Seither ist die Agentur für diesen Kunden über 100 Mal national und international ausgezeichnet worden.
Andreas Panzeri
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Der Sieger-Spot für die Suva zeigt, dass selbst im Spital niemand vor Arbeitsunfällen gefeit ist.
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Auf dem zweiten Platz landet die Kampagne von Wirz für Sonntag aus dem AZ-Verlag.
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Rang drei für Butter der Marke Floralp mit den «ausgefressenen» Plakaten von Spillmann Felser Leo Burnett.

Lowe macht BMW wintertauglich

Die zur Draftfcb/Lowe Group gehörende Agentur Lowe entwarf für ihren Kunden BMW Schweiz eine neue Plakatkampagne. Winterliche Sujets sollen auf die Vorteile des intelligenten Allradsystems aufmerksam machen.

Die zur Draftfcb/Lowe Group gehörende Agentur Lowe entwarf für ihren Kunden BMW Schweiz eine neue Plakatkampagne. Drei winterliche Sujets sollen dem Betrachter aufzeigen, dass BMW mit X-Drive über ein intelligentes Allradsystem verfügt, welches bei zahlreichen Modellen eingesetzt wird.
Die Kampagne wird ab dem 15. Januar 2009 auf nationalen Plakatwänden zu sehen sein.

Verantwortlich bei BMW Schweiz: Roger Calisi (Leiter Marketing Kommunikation). Verantwortlich bei Lowe: Daniel Comte (ECD), Roland Jäggi (AD), David Honegger (Text); Rolf Jeger, Alessandra Ira, Christina Koch (Beratung).

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Auch Prüfungsexperten müssen optimal auf eine Prüfung vorbereitet sein (Teil 1)

Für die Vorbereitung von Prüfungsexperten auf die mündliche Prüfung zur Berufsprüfung für Marketingfachleute mit eidgenössischem Fachausweis wurden neue Standards gesetzt.

Von 14. bis 17. April 2009 finden in der Kantonsschule in Reussbühl LU die mündlichen Prüfungen für Marketingfachleute mit eidgenössischem Fachausweis (früher Marketingplaner) erstmals nach neuer Prüfungsordnung statt. Diese wurde im Rahmen der Prüfungsreform überarbeitet und um neue Prüfungsfächer erweitert. Eines dieser neuen Fächer sind die Präsentations- und Kommunikationstechniken. Bei der Vorbereitung der Prüfungsexperten auf die mündliche Prüfung wurden neue Standards gesetzt.
Zunächst musste Peter Gilli, der verantwortliche Fachvorstand für dieses neue Prüfungsfach, ein profiliertes Expertenteam von über 70 ausgewiesenen Spezialisten rekrutieren. Die Anforderungen an einen Prüfungsexperten laut Peter Gilli: «Alle Experten haben sich an entsprechenden eidg. Prüfungen erfolgreich qualifiziert und haben in ihrer täglichen Praxis mit Prä­sentations- und Kommunikationstechniken zu tun. Somit können sie aus fundierter Theorie und praktischer Erfahrung schöpfen. Es gibt also keine Prüfungsexperten, welche nur über angelerntes Wissen verfügen, sondern grundsätzlich muss immer auch die Praxiserfahrung nachgewiesen werden.» Die weitaus meisten von Peter Gilli rekrutierten Prüfungsexperten sind denn auch in Führungspositionen oder als Firmen¬inhaber tätig.
Weil es sich um eine eidgenössische Berufsprüfung handelt, welche unter Aufsicht des BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) durchgeführt wird, muss von Beginn an auch in bisher nicht geprüften Fächern die Prüfungsqualität gemäss der vom BBT genehmigten Prüfungsordnung gewährleistet sein. Peter Gilli: «Um diesem hohen Anspruch gerecht zu werden, müssen sich also nicht nur die Prüfungskandidaten, sondern auch die Prüfungsexperten intensiv auf die bevorstehende Prüfung im April 2009 vorbereiten.» Aus diesem Grund wurde entschieden, alle Experten nicht wie üblich zu einem, sondern gleich zu zwei obligatorischen Schulungstagen aufzubieten. Dazu Peter Gilli: «Die Prüfung muss auf Anhieb qualitativ und quantitativ perfekt durchgeführt werden.»
So trafen sich Ende November alle Prüfungsexperten aus der ganzen Schweiz in einem Schulungscenter in Olten. Es wurde über die neue Prüfungsordnung informiert, was von den Experten erwartet wird und wie die Prüfung im Detail abläuft. Für diese Schulung war Peter Gilli, der grosses Know-how als eidgenössicher Prüfungsexperte und reiche Praxiserfahrung als Inhaber einer Firma für Marketing-Services mitbringt, der richtige Profi. Er ist Fachausweis- und Diplominhaber und weiss deshalb aus eigener Erfahrung sehr genau, auf was es an der Prüfung ankommt.
Dies bestätigt zum Beispiel Markus Steinmann: «Obwohl ich seit bald zehn Jahren als Experte an eidg. Diplomprüfungen tätig bin, war diese Weiterbildung etwas ganz Spezielles. Die Methodik und das Fachwissen der Experten wurde auf hohem Niveau nachhaltig konsolidiert.»
Allen Anwesenden wurde ein detailliertes Manual übergeben, das von jetzt an zur Standardausrüstung eines Prüfungsexperten gehört und vor jeder Prüfung als Wegleitung durchgearbeitet werden muss. Zudem wird vor jeder Prüfung die obligatorische Weiterbildung durchgeführt. Experten, die nicht daran teilnehmen, werden als Folge dann nicht zu Prüfungen aufgeboten.
«Aus der Praxis für die Praxis» hiess es anschliessend im Programm, als Patrick Rohr, bekannt als früherer TV-Moderator der «Arena», den Prüfungsexperten aus seiner täglichen Praxis in seiner offenen, spontanen Art sehr professionell und glaubwürdig berichtete. So wurden die Teilnehmer zusätzlich von einem ausgewiesenen Kommunikationsprofi auf den neusten Stand der Dinge gebracht.
Hierzu Prüfungsexpertin Nicole Walter: «Die Erwartungen an Patrick Rohr waren enorm hoch, da alle Zuhörer bereits routinierte Kommunikatoren sind. Trotzdem ist es ihm gelungen, uns pragmatische und höchst wertvolle Tipps mit auf den Weg zu geben.»
Der zweite Teil des Seminars für die Prüfungsexperten wird im März 2009, also kurz vor der mündlichen Prüfung, stattfinden, um das Gelernte im Rahmen einer Probeprüfung noch weiter zu optimieren und so den letzten Schliff für eine perfekt durchzuführende Prüfung zu bieten. Wir werden darüber auf unserer Doppelseite von Swiss Marketing berichten, die am 17. April 2009 in der Werbewoche erscheint.

Bericht und Fotos: Patrick Bernd Buchert
www.swissmarketing.ch, Redaktion: [email protected].

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(v.l.): Peter Gilli (Fachvorstand), Referent Patrick Rohr, Claude Dubois (Prüfungsleiter Marketingfachleute und Bereichsleiter Berufsprüfungen bei Swiss Marketing).

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Markus Steinmann und Nicole Walter.

Publicis Dialog fängt für Ricardo das Januarloch ein

Publicis Dialog hat für das Auktionshaus Ricardo.ch das Thema Januarloch eingefangen. Dieses wird den Deutschschweizern direkt nach Hause gesendet.

Publicis Dialog hat für das Auktionshaus Ricardo.ch das Thema Januarloch eingefangen und dieses den Deutschschweizern direkt nach Hause gesendet. Um die Aufmerksamkeit in den überfüllten Briefkästen auf das Mailing zu lenken, schaut die Lasche mit einem grossen optischen Loch aus dem Briefkasten heraus – die Werbebotschaft ist deshalb bereits vor dem Öffnen des Briefkastens sichtbar. Das Laschenmailing soll die Neugier am Angebot auf Ricardo.ch wecken. Denn die Internetauktion ermögliche es, das Januarloch zu stopfen, schreibt die Agentur in einer Mitteilung.
Für die französische Schweiz wurde statt dem Januarloch die Qualität der Weihnachtsgeschenke in Frage gestellt. Das Mailing soll zeigen, dass unbrauchbare oder doppelte Geschenke über die Auktion im Internet einfach und günstig verkauft werden können.
Das Mailing wird grossflächig in den Agglomerationen der Romandie und der Deutschschweiz gestreut.

Verantwortlich bei Ricardo.ch: Marcel Sennhauser (Leiter Marketing & Kommunikation), Laurent Wendling (Branding & Advertising Manager). Verantwortlich bei Publicis Dialog: Oliver Gisi (Text/Konzept), Fabian Zahner (Text), Suzanne Friedli (Art), Gabriele Knus, René Stettler und Dominic Siegrist (Beratung).

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Helen Hürlimann wechselt als Produzentin zu Radio 24

Helen Hürlimann ergänzt neu das Redaktionsteam von Radio 24. Die 45-jährige Radiofrau wird beim Zürcher Privatsender die neugeschaffene Funktion der Produzentin übernehmen.

Helen Hürlimann ergänzt neu das Redaktionsteam von Radio 24. Die 45-jährige Radiofrau wird beim Zürcher Privatsender die neugeschaffene Funktion der Produzentin übernehmen.
Hürlimann hat von 2000 bis 2006 als Produzentin der Mittagsinformationssendung «Rendez-vous» beim Schweizer Radio DRS gearbeitet. Zuvor war sie Co-Leiterin des Regionaljournals Zürich-Schaffhausen. Ihre Schwerpunktthemen sind Politik und Sport.
Bis zu ihrem Start bei Radio 24 ist Hürlimann noch als Medienbeauftragte von Terre des Hommes Schweiz tätig und arbeitet an einem Filmprojekt über den Schweizer Frauenfussball.

Coca-Cola gibt 16 Agenturen den Laufpass und startet mit neuem Slogan

Nicht nur der grösste Arbeitgeber der Schweiz, die Migros, sondern auch der Softdrink-Gigant Coca-Cola organisiert angesichts der rauen Wirtschaftslage seine Werbebemühungen völlig neu: Der Konzern kürzt die Anzahl seiner Agenturen in Europa drastisch und startet mit einer neuen Kampagne.

Nicht nur der grösste Arbeitgeber der Schweiz, die Migros, sondern auch der Softdrink-Gigant Coca-Cola organisiert angesichts der rauen Wirtschaftslage seine Werbebemühungen völlig neu: Der Konzern kürzt die Anzahl seiner Agenturen in Europa drastisch. Statt wie bisher 20 sollen künftig nur noch vier Agenturen für die Bewerbung des Softdrinks zuständig sein. Wie die britische Zeitung Guardian berichtete, soll die Zusammenarbeit mit Wieden & Kennedy in Amsterdam, Mutter in London, McCann Erickson und Senior Rushmore in Madrid bestehen bleiben.
Die Zusammenarbeit mit den Agenturen soll durch die Gründung des sogenannten «Coke Red European Agency Networks» besser koordiniert werden können. Zudem soll der Austausch zwischen den Agenturen verstärkt werden, um die Konzeption und Umsetzung integrierter Marketingkampagnen zu optimieren, sagte ein Sprecher von Coca-Cola Europa gegenüber Horizont.net.
Parallel zur Umstrukturierung verabschiedet sich der Konzern von seinem bisherigen Slogan «The Coke Side of Life». Die neue Kampagne soll in Zeiten der Rezession bei den Konsumenten für gute Stimmung sorgen. Deswegen wurde die aufmunternde Botschaft «Open Happiness» entwickelt.
Der Getränkeriese startet in den kommenden Wochen seinen Auftritt in den USA in Print und TV. Es ist der erste große Markenauftritt für die Hauptmarke seit drei Jahren. Wie die früheren Kampagne dürfte auch die aktuelle aus dem Amsterdamer Büro der Agentur Wieden + Kennedy stammen, heisst es auf Horiozont.net weiter. Der Slogan «The Coke Side of Life» hat Anfang 2006 die «Real»-Kampagne verdrängt.

Top der Woche: Scholz & Friends schluckt Basler Agentur Favo

Das Europäische Agentur-Netzwerk Scholz & Friends baut seine Präsenz auf dem Schweizer Markt aus. Es übernimmt die Basler Agentur Favo und richtet sich damit neben Zürich einen zweiten Schweizer Standort ein.

Das Europäische Agentur-Netzwerk Scholz & Friends baut seine Präsenz auf dem Schweizer Markt aus. Es übernimmt die Basler Agentur Favo und richtet sich damit neben Zürich einen zweiten Schweizer Standort ein.
Die Favo soll weiterhin von Managing Director Hinrik Wachsmuth geführt werden, der bereits im Frühjahr 2008, nach dem Wechsel der Hauptgesellschafterin ¬Alice Stümcke in die Industrie, die Leitung übernommen hatte. Alice Stümcke wird künftig den Verwaltungsrat der Scholz-&-Friends-Gruppe in der Schweiz ergänzen. Die bisherigen Mitglieder Yvonne Hodel und Dr. Andreas Ritter verbleiben unverändert im Verwaltungsrat.
«Mit der Favo wird eine der führenden Basler Agenturen zu einem wesentlichen Element der Scholz-&-Friends-Gruppe in der Schweiz», wird Erich Baumgartner, CEO von Scholz & Friends Schweiz, in der Mitteilung zitiert.
Kunden sind die UBS, Nike, Kimberly-Clark, Hotelplan, Globus Reisen, Johnson & Johnson und der FC Basel.

Planen ist besser als streiten

Auch in kleinen Agenturen mit wenigen Mitarbeitern kann es rund um die schönsten Tage des Jahres zu Interessenkollisionen kommen. Darauf sollten Sie als Arbeitgeber achten. Von Irmtraud Bräunlich Keller, lic. rer. pol., Redaktorin und Arbeitsrechtsexpertin beim Beobachter-Beratungszentrum.

Den Zeitpunkt der Ferien bestimmt der Arbeitgeber», heisst es im Gesetz. Allerdings muss er dabei «auf die Wünsche des Arbeitnehmers so weit Rücksicht nehmen, als dies mit den Interessen des Betriebs oder Haushalts vereinbar ist». Im Klartext heisst das, dass die Ferienwünsche der Mitarbeitenden wenn möglich zu respektieren sind. Eltern schulpflichtiger Kinder zum Beispiel sollten die Möglichkeit erhalten, die Erholungspause in den Schulferien zu beziehen.
Kommt es jedoch zu Engpässen oder Konflikten, dürfen Sie als Arbeitgeber ein Machtwort sprechen. Die Ferienzuteilung darf allerdings nicht willkürlich erfolgen. Beachten Sie folgende Punkte:

  • Als Arbeitgeber müssen Sie den Betrieb so organisieren, dass regelmässige Ferienbezüge möglich sind. Es empfiehlt sich, Anfang Jahr einen Ferienplan aufzustellen, wo alle Mitarbeitenden ihre Wünsche deponieren können. Im Streitfall haben die Vorgesetzten das letzte Wort.
  • Die Ferien sind in der Regel im betreffenden Dienstjahr zu gewähren. Nur in Ausnahmefällen und aus triftigen betrieblichen Gründen dürfen Sie einen Angestellten aufs nächste Jahr vertrösten. Mindestens zwei Ferienwochen müssen zusammenhängen.
  • Sie haben das Recht, Betriebsferien anzuordnen. Das muss aber frühzeitig geschehen, am besten zu Beginn des Jahres, mindestens aber drei Monate im Voraus.
  • Sie haben auch das Recht, eine Feriensperre für besonders arbeitsintensive Zeiten zu verhängen. Aber auch dies sollte möglichst frühzeitig verkündet werden. Verreist ein Mitarbeiter ohne Ihre Einwilligung eigenmächtig in die Ferien, kann dies je nach den Umständen Grund für eine fristlose Entlassung sein.
  • Kurzfristige oder auch tageweise Ferienzuteilung müssen Ihre Angestellten nicht akzeptieren – schon gar nicht, um eine Betriebsflaute zu überbrücken. Wurde der Ferienzeitpunkt einmal festgelegt, sind Verschiebungen nur im Notfall möglich. Allfällige Reiseannullierungskosten gehen dann zulasten des Arbeitgebers.
  • Feiertage, die in die Ferien fallen, werden nicht als Ferienbezug angerechnet. Erkrankt jemand während der Ferien, verlangen Sie am besten ein Arztzeugnis. Die verpatzten Tage kann der Mitarbeiter dann später nachbeziehen.
  • Ferienansprüche verjähren erst nach fünf Jahren, wobei bei jedem Ferienbezug immer die ältesten Ansprüche zuerst getilgt werden. Aus diesem Grund kommt es praktisch nie zu einer Verjährung der Ferienansprüche. Regelungen in einem Personalreglement oder Arbeitsvertrag, wonach Ferien verfallen, die nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt bezogen werden, sind nicht zulässig. Das Bundesgericht hat in einem Entscheid festgehalten: «Es ist der Arbeitgeber, der den Zeitpunkt der Ferien festlegt und dafür sorgen kann und muss, dass der Arbeitnehmer seine Ferien im Laufe des betreffenden Dienstjahres bezieht. Grundsätzlich ist er damit auch dafür verantwortlich, wenn der Anspruch erst viel später geltend gemacht wird.»

Neu für KMU: Rechtsberatung bei Fragen, die Ihr Unternehmen betreffen. Der neue Service des Beobachters: kompetente Rechtsberatung für KMU und ihre Mitarbeiter – 6 Monate für nur Fr. 99.– (Einführungspreis).
Sie erreichen die Rechtsexpertinnen und -experten montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr unter der Telefonnummer 043 444 54 09. Zudem erhalten Sie vollen Zugriff auf die Beratungsplattform Helponline.ch und eine Beobachter-Zeitschrift alle 14 Tage. Im Preis inbegriffen ist auch ein Geschenk: das Standardwerk für KMU vom Beobachter-Buchverlag, «So kommen Sie zu Ihrem Geld», im Wert von Fr. 48.–.
Bestellen Sie das Beratungsabonnement für KMU unter Werbewoche.ch/werbewoche/kmu-beratung.html oder per Telefon: 0800 83 0800.

Den Weg der Profis bekannter machen (Teil 1)

Das duale Berufsbildungssystem der Schweiz erhält national und international gute Noten. Es sichert den Nachwuchs an gut ausgebildeten Fachkräften und ist ein wichtiger Eckpfeiler für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Allerdings sind die Bildungswege und Karrierechancen zu wenig bekannt. Hier setzt die Kampagne Berufsbildungplus.ch an. Von Monique Grossrieder, Projektleiterin Höhere Berufsbildung BBT, Koprojektleiterin Kampagne Berufsbildungplus.ch.

Die Schweiz verfügt über eine bewährte Berufsbildung. Diese ist arbeitsmarkt¬bezogen und Teil des Bildungssystems. Sie baut auf klar definierten Bildungsangeboten auf und ist von einer hohen Durchlässigkeit geprägt: Der Besuch weiterführender Bildungsangebote und Tätigkeitswechsel im Verlauf des Berufslebens sind ohne Umwege möglich. Auf allen Ebenen ist ein vielfältiges Weiterbildungsangebot vorhanden.
Vielfalt führt zu Unkenntnis
Trotz einem funktionierenden Informations- und Beratungsangebot zur Berufsbildung sind die verschiedenen Möglichkeiten und Chancen der Berufsbildung zu wenig bekannt. Im Vergleich zur akademischen Ausbildung hat die Berufsbildung ein Image-Defizit. Es besteht die Gefahr, dass aufgrund ungenügender Kenntnisse und falscher Vorstellungen die Möglichkeiten der Berufsbildung verkannt werden. In der öffentlichen Wahrnehmung werden die Karrierechancen der Berufsbildung immer noch als zweitrangig eingestuft.
Die Gesamtstrategie 2007 bis 2009
Im Sommer 2007 startete die nationale Kampagne zur Förderung der Berufsbildung. Der Bund sorgt für die breitenwirksame Sensibilisierung. Die Kantone und die Organisatio¬nen der Arbeitswelt tragen zur Verankerung der gemeinsamen Kampagne bei. Berufsbildungplus.ch ist auf drei Jahre konzipiert und will Unternehmen, Jugend¬liche und Erwachsene für die Berufsbildung als «Weg der Profis» sensibilisieren.
Die Kampagnenstrategie basiert auf fünf Pfeilern:
1. Die Dachmarke
Aufbau und Integration einer klaren Markenhierarchie, bestehend aus der Dachmarke Berufsbildungplus.ch, die das Thema verständlich adressiert und keine Fehlinterpretationen zulässt. Die Markenhierarchie gibt der gesamten Kommunikation als Bild- und Wortmarke eine visuelle Identität und eine Konsistenz mit entsprechender Signalwirkung und stimmiger Tonalität. Verbildlicht wird die Marke mit dem roten Pfeil, der immer nach oben rechts zeigt.
2. Vernetzung über Oline-Plattform
Das Online-Portal Berufsbildungplus.ch bildet als Informationsdrehscheibe das zentrale Kommunikationsinstrument der Kampagne. Über diese Plattform werden Informationsangebote aller Partner vernetzt.
3. Horizontale Sensibilisierung
Breite Vermittlung von Basiswissen zu Inhalten und Möglichkeiten der Berufsbildung in der Schweiz. Es wird eine Aktualisierung des Wissensstandes bei den «Endkunden» (Jugendliche, Bildungsinteres¬sierte, Unternehmen) und Beeinflussern angestrebt sowie eine Steigerung der Wertigkeit der Berufsbildung (Image).
4.Vertikale Sensibilisierung
Verbreitung und Vertiefung der Information über die Kantone und die Organisationen der Arbeitswelt. Einbindung des breiten Netzwerks und damit Mobilisierung der Basis.
5. Fokussierung
Marketing für die einzelnen «Berufsbildungsprodukte» (berufliche Grundbildung, Berufsmaturität und höhere Berufsbildung) bei den dafür relevanten Endkunden und Beeinflussern. Diese Fokussierung erfolgt im Rahmen der Dachmarkenstrategie.

Für 2009 wird die bewährte integrierte Kommunikationsstrategie weitergeführt mit dem Ziel, eine langfristige Verankerung der Dachmarke zu erreichen. Die privat- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Berufsbildung soll aufgezeigt werden. Die Berufsbildung soll als gleichwertige Alternative zu anderen Bildungswegen erkannt werden und ein positives «Wir-Gefühl» über alle Branchen und Zielgruppen hinweg schaffen. Weitere Informationen unter Berufsbildungplus.ch..

Im 2. Teil veröffentlichen wir eine Stellungnahme von Martin Stalder, Ressortleiter Höhere Berufsbildung, Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT). Dieser Artikel erscheint in vier Wochen auf der Swiss-Marketing-Doppelseite in der Werbewoche Nummer 5 vom 12. Februar 2009.

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Eines von vielen Sujets, hier als Fensterkleber für öffentliche Verkehrsmittel.

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Diese Broschüre kann bestellt werden: Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT), Stichwort Berufsbildungplus.ch, Effingerstrasse 27, 3003 Bern, Tel. 031 322 21 29, [email protected], .

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