Internet punktet weiter

Im Dezember setzt der Werbedruck beim Medium Internet seine markante Steigerung mit 13 gewonnenen Indexpunkten fort, wodurch der Jahreszuwachs 2008 112 Indexpunkte beträgt. Der Gemi zeigt ein bereits gewohntes Bild: Das Internet vermag sich auch im letzten Monat des Jahres um ganze 13 Indexpunkte auf 369 zu steigern.

Im Dezember setzt der Werbedruck beim Medium Internet seine markante Steigerung mit 13 gewonnenen Indexpunkten fort, wodurch der Jahreszuwachs 2008 112 Indexpunkte beträgt. Der Gemi zeigt ein bereits gewohntes Bild: Das Internet vermag sich auch im letzten Monat des Jahres um ganze 13 Indexpunkte auf 369 zu steigern. Das Total der E-Medien bleibt im Berichtsmonat mit einem Indexpunkt im Minus, während alle erfassten Medien mit 194 Indexpunkten einen Gleichstand ausweisen. Das Fernsehen muss im Dezember ein Minus von 3 Indexpunkten auf 450 hinnehmen, der Werbedruck des Mediums Radio bleibt mit 246 Punkten gleich und Teletext steigt um einen Indexpunkt auf 155. Für das gesamte Jahr 2008 konnten TV um 26, Internet um 112, Teletext um 22, alle E-Medien zusammen um 28 und das Total aller Medien um 6 Indexpunkte zulegen. Im Minus schlägt nur das Radio mit 6 Indexpunkten zu Buche.
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Unter gutem Stern in eine neue Zukunft

Die Neuordnung der Privatradiolandschaft startet mit guten Vorzeichen: Noch nie wurden die Sender so lange genutzt wie im letzten Jahr. Die Reichweiten hingegen sind rückläufig.

Das Getöse im November und im Dezember um Radio Energy Zürich hat dem Sender vermutlich genützt. Zwar ist seine Reichweite im 2. Semester 2008 im Vergleich zur selben Periode im Vorjahr auf exakt 200’000 Hörer gefallen, diese hören aber eindeutig länger hin: Der Ringier-Sender, der bisher eine Nutzungsdauer von etwa 40 Minuten täglich auswies, wird nun plötzlich während 51,9 Minuten eingeschaltet – gut zehn Minuten mehr als bisher und so lang wie noch nie.
Auch andere Sender haben bemerkenswerte Nutzungssprünge zu verzeichnen: Sunshine wird ebenfalls gut zehn Minuten länger gehört (neu 49,7), bei Capital FM sind es 14 Minuten mehr (neu 44,7), und Munot konnte seine Nutzung innert eines Jahres gar mehr als verdoppeln, von 14,8 Minuten auf 30,9 Minuten.
Spannung im Grossraum Zürich
Überhaupt hören die Deutschschweizer mehr Radio, innert Jahresfrist ist die Hördauer um exakt 7 Minuten auf neu 123,1 Minuten angestiegen. Die wachsende Beliebtheit zeigt sich zwar schon seit Längerem, überraschend ist aber der grosse Sprung. Und dass die Privatradios besonders stark dazu beitragen, trotz sinkender Reichweiten. Ihr Marktanteil hat sich jedenfalls um 1,6 Prozentpunkte auf 26,3 Prozent erhöht, während SRG- und Auslandsender Federn lassen mussten.
> Übersicht Radios Deutsch- und Westschweiz und Tessin
Schon das erste Semester 2009 wird es nun spannend, jedenfalls im Grossraum Zürich, wo im März zwei neue Sender starten. So werden das Jugendradio von Giuseppe Scaglione und das Winterthurer Radio Stadtfilter die Szene zwangsläufig aufmischen. Aber auch Roger Schawinskis Radio 1, dessen Reichweite äusserst labil ist, sucht offenbar noch seinen Platz: Wurde es von Mitte März bis Juni 2008 von 107 400 Personen eingeschaltet, reduzierte sich die Hörerschaft im zweiten Semester auf 74’700 Personen.
Umwälzungen in der Romandie
In der Westschweiz, primär im neuen Gebiet Arc Lémanique, dürfte es ebenfalls schon bald zu Umwälzungen kommen. Neu teilen sich dort die vier Sender Lac, One FM, Lausanne FM und Rouge FM dasselbe Gebiet, das allerdings grösser ist als ihre heutigen Rayons. Da ihre Konzessionen nicht bestritten sind, können sie ihre Ausdehnung nun lancieren.
Die Neuordnung steht jedoch nur teilweise unter einem guten Stern. Zwar stieg auch in der Romandie die Hördauer – innert Jahresfrist um 3,8 Minuten auf 113,1 Minuten. Gleichzeitig nahm aber die Gesamtreichweite des Mediums Radio signifikant ab. Die Privatradios haben sowohl zur stärkeren Nutzung als auch zur Reichweitenreduktion wesentlich beigetragen, weshalb sich ihr Marktanteil nur um 0,2 auf 23,9 Prozent erhöhte. Die SRG-Sender hingegen konnten sich in jeder Hinsicht steigern.
Stagnation im Tessin
Im Tessin zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Hördauer nahm ebenfalls um 3,6 Minuten auf 113,5 Minuten zu, wobei die Privatradios überproportional um mehr als 4 Minuten zulegten. Da sie aber innert Jahresfrist auch knapp 10’000 Hörer verloren, kommen sie punkto Marktanteil kaum vorwärts. Auch die Neukonzessionen werden hier nicht viel ändern: Zum Zug kamen dieselben Radios wie bisher.
Markus Knöpfli

Der Digitalisator

Nicolas Noth will in der neuen Position als Director Business Development den internationalen Vorsprung von Planetactive im Internet nutzen, um auch den Schweizer Markt weiter auszubauen.

In Deutschland gehört Planetactive im Bereich Digital Marketing zu den Top-Ten-Agenturen. Das Unternehmen aus dem Netz von Ogilvy beschäftigt über 90 Mitarbeitende. Das Mutterhaus ist in Düsseldorf. Eine immer wichtigere Rolle spielt aber auch die Niederlassung in Zürich. Im Schweizer Markt gibt es viel Nachholbedarf rund um die Vermarktung im Internet. Dazu tendieren die Kurven für Werbung im Internet noch weiter nach oben, seit sich die wirtschaftliche Krise täglich präziser abzeichnet. «Die Kunden wollen Werbung mit messbarem Erfolg», meint Nicolas Noth. Seit dem 1. November verstärkt er neben Managing Director Martin Sinning das Führungsteam bei der Zürcher Fullservice-Agentur für digitales Marketing. Der Director Business Development will «die strategische Ausrichtung und Positionierung der Agentur sowie das Produkte-Portfolio weiterentwickeln». Ein wichtiger Teil wird auch die Beratung von Kunden einnehmen. «Mehr Swissness» in der Führung bei Planetactive ist dabei ein willkommener Nebeneffekt, obwohl die Niederlassung Schweiz von Planetactive bereits im November 2000 gegründet wurde und somit schon lange für helvetische Grössen wie Migros, Toblerone, Axa Winterthur oder Swisscom arbeitet.
Planetactive wirbt für sich, dass die spezialisierte Agentur im Bereich Internet bereits weiter als viele Konkurrenten ist. Für Nicolas Noth ist es deshalb eine Chance, an vorderster Front mit dem Momentum dieses Vorsprungs wirken zu können, statt nur «Entwicklungshilfe im Internet zu leisten», wie er das bei früheren Stellen machen musste. Trotzdem erlebte er diese Vorzeiten der digitalen Zukunft als bereichernd.
Der ursprüngliche Berufstraum des heutigen digitalen Medienmenschen war «Wirtschaftsjournalist mit Verständnis für die politischen Zusammenhänge». Die Motivation für ein solches Engagement ist im Elternhaus gereift. Der Vater war Filmer und Mitbegründer des legendären Pressebüros Cortesi in Biel. Die Mutter Mitarbeiterin der ersten Stunde beim bilinguen Radio Canal 3. In diesem «inspirierenden Umfeld» mit vielen Leuten aus den Medien entschloss sich Nicolas Noth zu einem Studium der Wirtschaftswissenschaften und Politologie in Bern. Da wohnte er aber bereits in Zürich und das sollte nicht ohne Folgen bleiben.

Faszination Osteuropa
Hier fand er nämlich einen Studentenjob, der seine Interessen bald einmal in neue Welten lenken sollte. Nicolas Noth konnte bei Vontobel EC Consulting erste berufliche Erfahrungen sammeln. Dieses Beratungsunternehmen innerhalb der Bankholding war damals vor allem mit dem Aufbau der neuen Finanzstrukturen in Osteuropa beschäftigt. Als Folge des Umbruchs mussten Tschechien und die Slowakei sich neu finanzieren, neue regionale Einheiten schaffen und damit auch neue Steuer-Autonomien. Vontobel EC Consulting lieferte dazu über ein Mandat vom Büro für Zusammenarbeit mit Osteuropa des EDA die Grundlagen für die politischen Entscheidungsträger. «Man suchte Spezialisten aus der Schweiz für den Transfer unseres föderalistischen Know-hows nach Osten.»
Nicolas Noth musste zuerst Reports der Berater abtippen, dann wurden ihm eigene Recherchen übertragen. Der Werkstudent hielt sich immer öfters und länger in Prag auf und war von seinem Mitwirken am Wendepunkt der Geschichte fasziniert. Und das Studium? «Diese Zeit war bereichernd und natürlich sehr intensiv, weil die Osteuropa-Projekte sich immer mehr ausgedehnt haben», erinnert er sich. Zur Lösung des Konflikts hat Noth seine zweite Lizenziatsarbeit mit einem Projekt im Osten verkoppeln können. Zwar war sein Professor in Bern als Schweizer Gesundheitsökonom zu Beginn nicht sonderlich begeistert, dass Noth jetzt mit einem Papier zur «tschechischen Gesundheitsreform» abschliessen wollte. Schliesslich fand er das Resultat aber doch «sehr interessant». Allerdings musste Noth die letzten Recherchen für seinen Studienabschluss im Osten selbstständig durchziehen. Vontobel EC Consulting wurde verkauft und damit sein Mandat gestoppt.
Für seine berufliche Weiterentwicklung suchte Noth zuerst weiter einen Wirkungskreis mit einem Fokus zu Osteuropa. Das führte ihn 1994 zu Ecoprocess. Diese Schweizer Agentur hat damals Strategien gesucht und angeboten, wie Schweizer Unternehmen in den Markt von Osteuropa expandieren konnten. Nach einer Bürotrennung ist Noth mit einem der Partner mitgegangen. Man wollte etwas Selbstständiges aufbauen. Mit dem Projektmanagement für das bundesrätliche Aktionsprogramm «Energie 2000» hatten die Jungunternehmer schnell auch ein interessantes Mandat im Portfolio. Inzwischen vier Jahre nach seinem Studienabschluss wollte der Wirtschaftswissenschafter seine Kompetenzen und wertvollen Erfahrungen mit Finanzprojekten aber präziser einsetzen.
Mehr Chancen zum Mitgestalten ortete der Manager bei Pragmatica. «Diese Firma hat mir bereits vom Namen her sehr gut gepasst. Hier soll der pragmatische Ansatz zum Programm gemacht werden.» Der Start-up in Zürich hat bei Noths Eintritt 1998 mit acht Mitarbeitenden für alle grossen Banken und Versicherungen Lösungen für die Probleme an der Schnittstelle zwischen Business und IT entwickelt. «Wir fungierten als Vermittler oder Übersetzer vom Informatiker zu den Banken, welche die neue Technik gerne nutzen wollten», sagt Noth über diese Aufträge.
Zu einem weiteren Zweig bei Pragmatica wurde das Entwickeln von Websoftware. Zuerst hat man die Programme nur zur Verbesserung der eigenen Kommunikation gebraucht. Später wollte man das Wissen auch kommerzialisieren, vor allem mit Applikationen für KMU. Pragmatica hat mit einem Webinterface Zugriffe von überall her auf die Daten eines Unternehmens ermöglichst. Dinge, die heute selbstverständlich sind, damals aber noch revolutionär. Entsprechend schnell hat sich Pragmatica entwickelt. Es folgte der Gang an die Börse. Aus acht Leuten wurden fast hundert innerhalb von nur drei Jahren. Um auch mit den immer mehr spezialisierten Ingenieuren sich in einer gemeinsamen Sprache finden zu können, hat Noth in dieser Zeit nebenbei auch noch ein Postgraduate-Studium in Wirtschafts¬informatik absolviert.

Newsroom bei Ringier
Die Pragmatica war auch nach dem Platzen der Internetblase noch erfolgreich. «Ich meinte, nach dem von 0 auf 100 kommt auch noch das von 100 auf 1’000», kommentiert Noth mit leichter Ironie. Als Ausbaupläne aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung für das von ihm aufgebaute Kompetenz-Center aber immer mehr gestutzt wurden, entsann sich Noth, dass er «ursprünglich einmal Journalist» werden wollte, und suchte sich 2004 eine Herausforderung im Medienbereich.
«Ich fand mit Ringier ein spannendes Medienhaus, das mich schon lange interessierte und bei dem ich viel lernen konnte.» In einer neu geschaffenen Stelle an der Zürcher Dufourstrasse wurde Nicolas Noth «Creative Manager» für Projekte, Strategie und digitale Weiterentwicklung innerhalb der Blick-Gruppe, direkt dem damaligen Konzernbereichsleiter Bernhard Weissberg unterstellt. Mit dem Gedanken, dass Print und Online besser vernetzt werden könnten, hat der Creative Manager schon 2005 den Newsroom ins Spiel gebracht. Eine Idee, die jetzt unter Marc Walder bis zum Jahre 2010 realisiert werden soll. «Vieles war damals wohl noch zu früh, weil es auch die Notwendigkeit noch nicht so stark gab», analysiert Noth heute. Man habe in der ersten Phase der sinkenden Auflagenzahlen «noch ziemlich hilflos reagiert». Mit der Zeit und der Entwicklung der Technik wurden aber immer mehr Projekte konkreter. Schliesslich sind verschiedene Ideen gebündelt worden. Noth, der sich in dieser Zeit zum dipl. Medienmanager weiterbildete, wurde die Leitung von Blick Online übertragen und später auch der Web-Auftritt von Heute. Er war Mitglied der Geschäftsleitung der Blick-Gruppe. «Mit solchen Portalen konnte ich meine Liebe zum Digitalen wie auch die Liebe zur Zeitung ausleben», meint Noth – und kommt damit auf die 360-Grad-Strategien zu sprechen, die er jetzt bei Planetactive für Werbekunden verwirklichen will.

Den Takt angeben
Bevor er aber auf diesem Planeten aktiv wurde, holte ihn Mitte 2007 der damalige Verwaltungsratspräsident Thomas Sterchi zu Condor Films, wo er Leiter der Abteilung Corporate Film & New Media und Mitglied der Geschäftsleitung wurde.
Er musste aber «realisieren, dass Film in einem Traditionshaus wie Condor anderen Prinzipien gehorcht als das Internet». Deshalb suchte er «eine Möglichkeit, von dieser Seitenstrasse des Films wieder auf die digitale Hauptstrasse zurückzufinden».
Und die alten Wege nach Osten? «Das ist mittlerweile kein Thema mehr, seit ich eine Familie mit zwei kleinen Mädchen habe», meint Noth. Nicht die Familie ist aber der Grund, wieso er mit seinem Musikspiel aufgehört hat. Als Schlagzeuger in einer Punkband tingelte Nicolas Noth in den Achtzigerjahren durch ganz Eu¬ropa. Immer noch nachhämmernd ist die Erinnerung an einen Auftritt als Vorgruppe bei den Iron Maiden in Bukarest. Man müsse aber als Musiker «seine Grenzen erkennen». Und alleine trommeln im Keller ist nicht sein Ding. Eine Idee wäre es hingegen, für seine beiden Töchter «ein digitales Schlagzeug zu kaufen». Die Mädchen hätten ihren Spass. Und der Vater einen guten Grund, wieder damit anzufangen.

Andreas Panzeri

Digital Bang
«We create value» nimmt Planetactive für sich in Anspruch und setzt dabei auch auf selbst entwickelte Technologien. Mit dieser Einstellung und den entsprechenden Tools hat sich die Agentur einen Namen als digitaler Fullservice-Anbieter gemacht. Nun soll Nicolas Noth helfen, den «Digital Bang» auszulösen.

Presse TV: Neue Sendeplätze bringen gute Einschaltquoten

Die Sendungen von Presse TV, die seit Jahresbeginn auf SF1 und SF Zwei auf neuen Sendplätzen ausgestrahlt werden, bringen gute Zuschauerzahlen. Besonders positiv bewertet das Unternehmen den Wechsel vom vierzehntäglichen auf einen wöchentlichen Senderhythmus.

Die Sendungen vom Verlegerfernsehen Presse TV, die seit Jahresbeginn auf SF1 und SF Zwei auf neuen Sendplätzen ausgestrahlt werden, bringen gute Zuschauerzahlen. Dies teilte das Gemeinschafts-Unternehmen von NZZ, Ringier, Basler Zeitung und Springer Schweiz am Mittwoch mit. Besonders positiv bewertet PTV-Geschäftsführer Fibo Deutsch den Wechsel vom vierzehntäglichen auf einen wöchentlichen Senderhythmus. Die guten Werte sind aber nicht zuletzt dadurch erreicht worden, dass auch die Einschaltquoten bei den Wiederholungen auf SF Info stetig gestiegen sind.
Die einzelnen Sendungen seien nun nicht mehr «in einem Ghetto am Samstag- und Sonntagabend auf SF Zwei zusammengedrängt» und am Sonntag hoffnungslos von Blockbustern konkurrenziert, sondern zielgruppengenau auf beiden Kanälen eingepasst, heisst es weiter. So schauen die meisten Personen, welche die Sendung «Gesundheitssprechstunde» mitverfolgen, auch die nachfolgenden volkstümlichen Sendungen «Hopp dä Bäse!» oder den «Samschtig-Jass». Offenbar verfügen die Sendungen über ein beinahe identisches Publikum.

La Regione Ticino und Publicitas führen Zusammenarbeit fort

Die Tageszeitung La Regione Ticino und Publicitas erneuern ihre Zusammenarbeit. Mit dem neuen Fünfjahresvertrag wird die mehr als hundertjährige Partnerschaft bestätigt.

Die Tageszeitung La Regione Ticino und Publicitas erneuern ihre Zusammenarbeit. Mit dem neuen Fünfjahresvertrag werde die mehr als hundertjährige Partnerschaft bestätigt, schreibt Publicitas in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Das Tessiner Team von Publicitas wird unter der Leitung von Fabio Belmelli seine Aktivitäten auf die konstante regionale Marktbearbeitung sowie die intensive Promotion der Tessiner Tageszeitung im Schweizer Werbemarkt und Norditalien fortsetzen.
La Regione Ticino konnte seit dem Jahr 2000 seine Leserzahlen um einen Viertel steigern. Laut Angaben von Mach-Basic 2008-2 erreicht die Zeitung heute 107’000 Leser.

Charles Vögele: Neuer Leiter Unternehmenskommunikation

Daniel Bärlocher wird ab dem 1. Februar 2009 die Leitung der Unternehmenskommunikation und der Investor Relations bei der Charles Vögele Gruppe übernehmen. Der bisherige Funktionsinhaber Renzo Radice bleibt noch bis Anfangs März.

Daniel Bärlocher wird ab dem 1. Februar 2009 die Leitung der Unternehmenskommunikation und der Investor Relations bei der Charles Vögele Gruppe übernehmen. Der bisherige Funktionsinhaber, Renzo Radice, wird Bärlocher noch bis zur Bilanzmedienkonferenz am 3. März 2009 unterstützen und bis dahin Ansprechpartner für die Medienvertreter bleiben.
Daniel Bärlocher hat ein Lizentiat in Betriebswirtschaftslehre der Universität Zürich. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Unternehmensberater und Revisor bei Balmer-Etienne Treuhand wechselte er 2001 als Consultant zur PR-Agentur Dr. Peter P. Knobel.

Den Lokal-TVs brechen die Reichweiten weg

Ein Fünfjahresvergleich der TV-Nutzung zeigt: Die Deutschschweizer Lokalfernsehen sind punkto Leistung weit zurückgefallen und müssen wieder fast von vorn beginnen. Eine schlechte Ausgangslage für den Start in die neue Lokal-TV-Ordnung.

Die positive Botschaft zuerst: Die Deutschschweizer Gesamtbevölkerung schaltete die Lokal-TVs 2008 durchschnittlich eine halbe Minute länger ein als noch 2004. Bei den 14- bis 49-Jährigen nahm die Nutzung gar um 1,1 Minuten zu. Doch das ist bereits das Ende des erfreulichen Teils. Gemäss den Daten von Mediapulse verlieren die acht grössten Sender, die im Telenewscombi (TNC) zusammengeschlossen sind, im Fünfjahresvergleich massiv Reichweite und auch Marktanteile. So weist das TNC heute 117’000 Zuschauer weniger aus als 2004, 100’000 davon allein bei der jüngeren Zielgruppe. Auch der TNC-Marktanteil erreichte 2008 in beiden Zielgruppen den tiefsten Wert der letzten fünf Jahre. Dabei war 2004 noch nicht einmal das beste bisherige TNC-Jahr: 2005 wies das Kombi mit 1,3 Millionen Zuschauern seinen Reichweitenrekord aus – notabene noch ohne Tele Südostschweiz als Mitglied.
Unter den Einzelsendern traf es die Tamedia-Sender Tele Züri und Tele Bärn am happigsten: Sie haben heute ein Viertel weniger junge Zuschauer als 2004. Den anderen Sendern erging es nicht viel besser. Der einzige Lichtblick ist Tele Ostschweiz: Es konnte 2008 bei den Jungen 13,5 Prozent zulegen, bleibt aber unter dem Bestwert von 2004.
Letztlich kann niemand die Verluste schlüssig erklären. Liegt es daran, dass immer mehr Leute auf Satellitenantenne statt Kabelanschluss umsteigen? Weil Lokal-TVs nicht über Satellit empfangbar sind, würden sie dadurch Zuschauer verlieren. Doch Swisscable, der Verband der Kabelnetzfirmen, verzeichnet keinen Einbruch bei den Kabelabos, bloss 2007 eine leichte Abnahme um 0,8 Prozent – und das zum ersten Mal.
Auch die Ausweitung des TV-Angebots wird als Argument für den Zuschauerschwund ins Feld geführt: So habe sich mit 3+ ein neuer Sender etablieren können. Einfluss habe auch die veränderte Mediennutzung der jungen Leute: Diese konsumierten TV vermehrt über Internet oder das digitale Bluewin TV. Doch beide Nutzungsformen würden von Mediapulse noch nicht ausgewiesen.
Letzteres stimmt nur teilweise. Manuel Dähler, CEO von Mediapulse, bestätigt, dass etwa das Internet-Streaming über Zattoo oder Wilmaa noch nicht ausgewiesen werde. Bluewin TV hingegen werde gemessen und die dortige Nutzung der Lokal-TVs auch der Gesamtnutzung des jeweiligen Senders angerechnet.
Vermutlich ist die Branche also primär punkto Programmqualität gefordert. Ob die Gebühren, die ihr bald zufliessen, diesbezüglich eine Trendwende herbeiführen, bleibt abzuwarten. Ohnehin stehen andere Entwicklungen im Vordergrund: Die Sender, vorab das nicht konzessionierte Tele Züri, werden ihr Sendegebiet teils schon ab Februar stark ausdehnen und einander über den Zaun fressen. Neue Gebiete wie das Oberwallis werden erschlossen, andere wie die Innerschweiz wohl doppelt besetzt. Doch allein der Ausbau von Angebot und technischer Reichweite hilft der Branche auf Dauer kaum. Zumal die Gefahr besteht, dass sie sich zerstreitet.
Anders in der Westschweiz: Sind dort erst einmal alle konzessionierten TVs auf Sendung, lässt sich endlich die ganze Romandie über Lokal-TV abdecken. Das wird die Szene dort festigen. Dank grösserer Verbreitungsgebiete werden die einzelnen Sender zudem besser messbar. Immerhin zeigt aber die explosionsartige Entwicklung beim Genfer Léman Bleu schon jetzt, dass Investitionen ins Programm etwas bringen und dass in der Westschweiz noch ein riesiges Potenzial schlummert. Ähnliches lässt sich über die Situation im Tessin sagen.

Markus Knöpfli

> Zu den Tab.: Zahlen der Lokal-TVs im Fünfjahresvergleich (2004-2008)

Werbedruck steigt leicht

Der Schweizer Werbemarkt ist dank guten Resultaten zu Jahresbeginn auch im letzten Jahr insgesamt leicht gewachsen. Der Werbedruck nahm um 2,6 Prozent auf 3,95 Milliarden Franken zu. Damit liege das Jahr 2008 in der 10-Jahres-Analyse im Mittelfeld, teilte das Werbe- und Medienforschungsunternehmen Mediafocus mit.

Der Schweizer Werbemarkt ist dank guten Resultaten zu Jahresbeginn auch im letzten Jahr insgesamt leicht gewachsen. Der Werbedruck nahm um 2,6 Prozent auf 3,95 Milliarden Franken zu. Damit liege das Jahr 2008 in der 10-Jahres-Analyse im Mittelfeld, teilte das Werbe- und Medienforschungsunternehmen Mediafocus mit. Erfasst wurde der Werbedruck in den Bereichen Print, Fernsehen, Radio, Plakat, Kino, Teletext und Internet. Der Monat Dezember brachte allerdings einen Rückgang von 1,1 Prozent. Deutliche Vorboten eines möglichen Überschwappens der Rezession auf die Werbeindustrie seien dennoch nicht sichtbar. Mit dem dritten Minusmonat in Folge könne man das Fernsehen als erstes Opfer schwindender Werbebudgets ausmachen. Im Gesamtjahr verloren die Kinos mit einem Minus von 10 Prozent am deutlichsten an Boden. Die drei grössten Werbetreibenden im letzten Monat des Jahres 2008 waren Coop, Migros und L’Oréal.
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Werbung im Rotlicht

Unternehmen investieren viel Geld in Werbung, damit Konsumenten ihre Produkte sexy finden – und kaufen. Dass Cablecom, Coop und Ackermann mit ihren Werbebannern nun auf Pornoseiten im Internet auftauchten, war aber zu viel des Sexappeals.

Werbung ist nicht immer alles. Sie kann auch mächtig nach hinten losgehen. Dann nämlich, wenn Banner und Slogans in einem Umfeld auftauchen, das die werbende Firma in ein falsches (in diesem Fall rötliches) Licht taucht. So mehrfach geschehen in den vergangenen Wochen: Coop zum Beispiel fiel mit seinem Werbebanner auf der Internetsite des Schweizer Webhosters Wuala.com auf. Wuala bietet seinen Usern virtuelle Festplatten an, über die diese mit anderen Nutzern der Website Daten austauschen können.
Coop und die blonden Nackten
Eigentlich ein super Service. Der Haken: Da es sich um von Usern erstellte Inhalte handelt, kann es passieren, dass über die Plattform auch illegal kopierte Filme und Musikfiles oder Nacktfotos und Pornos den Eigentümer wechseln. So prangte Coop in schönstem Orange neben Filmchen von Brit, Babe und Scarlett, Nackten in Blond, Braun und Rot. Coop Porno statt Coop pronto? Peinlich. Der irritierte Detailhändler reagierte prompt: Man sei davon ausgegangen, dass die beauftragte Werbeagentur die Coop-Werbung «nur in rechtlich einwandfreien und seriösen Umfeldern» einblendet, hiess es. Gesagt und rasch gelöscht, das abtrünnige Banner.
Die Werbeagentur, von der Coop spricht, ist Initiative Media, die wiederum AdLink Internet Media mit der Vermarktung der Coop-Banner beauftragt hat. Der ausgestreckte Zeigefinger richtet sich also auch auf AdLink. «Wir schliessen Websites generell erst nach einem ausführlichen Check in unser Netzwerk ein und garantieren unseren Werbekunden, dass keine religiösen, sexuellen und politischen Umfelder oder Themen belegt werden», erklärt Stephan Suter, Geschäftsführer von AdLink Internet Media. «Die Verantwortung für den Inhalt der betreffenden Website liegt aber beim Betreiber – er hat AdLink Media gegenüber auch sämtliche möglichen Inhaltskontrollen zu gewährleisten. Erhalten wir selber Kenntnis davon, dass eine Website rechts- oder sittenwidrigen Content enthält, machen wir den Betreiber sofort darauf aufmerksam, stoppen Kampagnen und schliessen die betreffende Website umgehend aus dem AdLink-
Media-Netzwerk aus.»
Auch bei Wuala handelte AdLink entsprechend. «Einen Tag bevor diese Sache bekannt wurde, hätte ich für Wuala meine Hand ins Feuer gelegt», sagt Suter. «Wuala befindet sich noch in der Betaphase und wird von der ETH Zürich unterstützt. Aber es handelt sich eben um ein Angebot mit User-Generated-Content. Auf solchen Seiten kann jedermann binnen Sekunden Inhalte einstellen, die dort nicht hingehören.»
Natürlich wird Wuala.com permanent auf unerwünschten Content wie zum Beispiel Kinderpornografie gecheckt. Der Webhoster wird dabei sogar von der Internetpolizei Kobik (Schweizerische Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) unterstützt. Ausserdem können User verdächtige Inhalte melden, die dann sofort geprüft und gegebenenfalls gelöscht werden. Dennoch: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nicht auf Websites werben, deren Inhalte User erstellen, rät Suter. Unternehmen aber schalten gerne Werbung auf Sites mit User-Generated-Content, am liebsten bei den Branchengrössen Youtube oder Facebook. Denn so können sie schnell und kostengünstig Zielgruppen ansprechen, die sie sonst nicht erreichen.
Banner im Strafraum
Wie Coop fühlte sich kürzlich auch das Schweizer Internetversandhaus Ackermann peinlich entblösst: Seine Werbung tauchte auf der Website Celeblounge.net auf, die unter anderem Nacktvideos von Stars feilbietet. «Diese Schaltung ist ohne Kenntnis von Ackermann geschehen», betont Karin Müller, Pressesprecherin des Ackermann-Versands. «Wir haben sofort unsere Media¬agenturen in der Schweiz und in Deutschland kontaktiert und die Schaltung untersagt. Werbung auf solchen Seiten wünschen wir nicht.» Die Namen der mit der Mediavermarktung beauftragten Agenturen will Müller nicht nennen. Aber sie verrät, wie die Fehlschaltung der Anzeige passieren konnte: Offenbar hatte ein Zwischenhändler ohne Erlaubnis das Pop-up des Versandhauses neben die Pornos geschaltet.
Das Banner des Telekommunikationsdienstleisters Cablecom landete auf einer nicht minder zwielichtigen Site: Trotz Verbot stellen viele Internetportale urheberrechtlich geschützte Inhalte zum Download bereit, zum Beispiel Filme, Bücher oder Zeitschriften. Wer sich in den vergangenen Wochen auf einer dieser Seiten eine Ausgabe von Psychologie heute herunterladen wollte, erblickte am unteren Bildschirmrand ein Cablecom-Banner – zudem in Klickweite zum Link «Tipp: gratis Vibrator & Kondome». Na sowas. Wie Coop zieht sich Cablecom auf die Insel der Ahnungslosen zurück: Man habe von all dem nichts gewusst, beteuerte ein Unternehmenssprecher vergangene Woche gegenüber der Gratiszeitung 20 Minuten: «Die Anmeldung erfolgte von einem Partner, der selbst ein Affiliate-Programm aufgebaut hat. In unseren Bestimmungen ist vermerkt, dass es untersagt ist, Werbung von Cablecom auf Seiten zu schalten, welche pornografischen oder rassistischen Content zeigen. Dieser Partner arbeitet wiederum mit einer Agentur zusammen, welche auch Werbung auf solchen Seiten schaltet. Wir haben das per sofort unterbunden.»
Wissen schützt vor Fehlern nicht
Alle von den Fehlschaltungen betroffenen Unternehmen haben ihren Mediaagenturen das Werben auf dubiosen Internetseiten nun noch einmal mit Nachdruck untersagt. Dabei sind es Coop, Cablecom und Ackermann selbst, die bei ihrer Agentur Werbeschaltungen in dieser Form gebucht haben – mit der Entscheidung, auf Seiten mit User-Generated-Content zu werben. Offenbar wussten die Firmen aber nicht über die potenziellen Probleme Bescheid, die dieser Werbekanal mit sich bringen kann. Für Inhalte auf einer User-Generated-Content-Website kann nicht einmal der Betreiber permanent hundertprozentig garantieren, auch wenn er sein Angebot ständig kontrolliert und unerwünschten Content sofort löscht. Das sollten Unternehmen bei ihrer Werbeplanung im Hinterkopf haben.
Bei Coop wird das werbliche Ärgernis wahrscheinlich schon vergessen sein. Wuala.com aber ist mit 6000 Usern ein kleiner Fisch – verglichen mit anderen usergemachten Internetsites wie Youtube oder Facebook. Die winzige Panne könnte für den Webhoster zum grossen Happen werden, an dem er schliesslich erstickt.
Ein Gedanke sei am Schluss noch erlaubt: Wie dramatisch ist die Fehlschaltung der Werbebanner wirklich? Natürlich kommt es dem Image von Unternehmen nicht zugute, wenn bekannt wird, dass deren Werbung auf dubiosen Websites auftaucht. Entsprechend empfindlich reagieren die Konzerne auf die geschilderten Fälle. Ausserdem bezahlen sie ihre Mediavermarkter ja dafür, dass diese via Werbung auf den richtigen Kanälen die gewünschten Zielgruppen erreichen. Aber der durchschnittliche Coop-Einkäufer, Cablecom-Telefonierer und Ackermann-Besteller hat von den Fehlschaltungen vermutlich nicht viel mitbekommen. Und Personen, die gerade dabei sind, sich verbotenerweise Zeitungen, Zeitschriften oder Pornofilme aus dem Internet herunterzuladen, interessieren sich wohl auch herzlich wenig für die im gleichen Moment aufpoppenden Banner von Coop, Cablecom und Co. Der einzig haltbare Vorwurf, den man den betroffenen Mediaagenturen also machen könnte, wäre deshalb: Zielgruppe verfehlt.
Anne-Friederike Wilhelm
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Coops mittlerweile gelöschtes Werbebanner auf Wuala.com.
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Die Zeit, Spiegel, Stern und Fibratoren in schönstem Einvernehmen mit Cablecom.

Tages-Anzeiger und NZZ senken Honorarbudgets

Die gedruckte Presse muss sparen: Sowohl der Tages-Anzeiger, wie auch die NZZ haben vor kurzem Sofortmassnahmen zur Reduzierung ihrer laufenden Kosten beschlossen. Beim Tagi werden die Honorarbudgets um 10 Prozent zurückgeschraubt sowie Einsparungen bei den Beratungskosten und bei der Imagewerbung vorgenommen.

Die gedruckte Presse muss sparen: Sowohl der Tages-Anzeiger als auch die NZZ haben vor kurzem Sofortmassnahmen zur Reduzierung ihrer laufenden Kosten beschlossen. Beim Tagi betreffen die Senkungen alle Ressorts gleich. Wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer am Dienstag bestätigte, wird die Zeitung in diesem Jahr in allen Bereichen ihr Honorarbudget um 10 Prozent zurückschrauben, sowie Einsparungen bei den Beratungskosten und bei der Imagewerbung vornehmen. Der Züritipp hat bereits tiefere Saläre für seine freien Mitarbeiter festgelegt.
Das Magazin, News und Newsnetz (vorerst) nicht betroffen
Im Kulturressort des Tages-Anzeigers plant man höchstwahrscheinlich, das Geld anderweitig einzusparen. So werden wohl schlicht weniger Aufträge an Externe verteilt. Ausserdem wird die Stelle von Kunstredaktorin Barbara Basting, die vor kurzem zu DRS2 wechselte, nicht ersetzt.
Das Magazin betreffen die Kürzungen jedoch (vorerst) nicht. Verlag und Redaktion der Samstagsbeilage sind seit 2005 eigenständig und nicht mehr Teil des Tages-Anzeigers. Das Magazin gehört zum Tamedia-Unternehmensbereich Medien Schweiz, der Tagi zum Unternehmensbereich Zürich & Nordostschweiz. Auch die Pendlerzeitung News und das Newsnetz sind derzeit noch nicht betroffen.
Zeilenhonorar bei NZZ ein Drittel tiefer
Auch die NZZ hat vor kurzem eine Kürzung des Honorarbudgets vorgenommen. Freie Mitarbeiter des NZZ-Feuilletons verdienen neu statt 2,10 Franken pro Zeile nur noch 1,40 Franken. Die Ansätze wurden also von einem Tag auf den anderen um rund einen Drittel gekürzt. Schreibt also ein freier Mitarbeiter eine fünfzigzeilige Konzert- oder Theaterkritik, verdient er heute gerade mal noch siebzig Franken.
Dass diese Massnahmen in Anbetracht der weiter sinkenden Abozahlen und Inseratschaltungen wohl nur den Anfang darstellen, ist stark zu vermuten. In Bezug auf weitere Sparmassnahmen hält man sich bei Tamedia derzeit allerdings noch bedeckt. Auch zum Thema Der Bund will man weiterhin nichts Konkretes sagen: Tamedia werde spätestens Ende des ersten Halbjahres 2009 Entscheide fällen. Noch sei völlig offen, ob der Titel erhalten bleibe oder verschwinde. «Wir schliessen auch einen neuen Titelnamen nicht grundsätzlich aus», sagte Zimmer gegenüber der Werbewoche. «Denkbar sind aber weiterhin auch Modelle, in denen beide bisherigen Titel weiter bestehen.»
Adrian Schräder

Schriften, Böxli und Printtagging

Webdesigner und Printdesigner leben in verschiedenen Welten. Dabei hätten beide eine Menge voneinander zu lernen. Gastkommentar von Oliver Reichenstein, Informationsarchitekt in Tokio.

Im Internet sind kleine Schriften ziemlich beliebt. Das ist erstaunlich, denn Webseiten sind ja eigentlich da, um gelesen zu werden. Es ist noch erstaunlicher, wenn man weiss, dass die Schriftgrösse, die der Webbrowser vorgibt (16 Pixel), an sich wunderbar lesbar wäre. Sie wirkt gross, wenn man sie neben einen gedruckten Text hält. Wenn man die Schriftgrössen aber perspektivisch vergleicht, dann entspricht der Web-Text der Druckschrift im Leseabstand.
Der Grund, warum Webdesigner kleine Schriften verwenden, hat einen historischen und einen technischen Grund: Bildschirmschriften wurden in einer Zeit entwickelt, wo Bildschirme sehr viel kleiner waren als heute. Und so hat man auch entsprechend kleine Schriften entwickelt. Der Bildschirm hat zudem eine niedrigere Auflösung als das Papier.
Die Aufgabe des Designers: Probleme lösen
Dadurch hat man sehr wenig Gestaltungsspielraum, ausser man macht die Leseschrift kleiner. Je kleiner die Schrift, desto leichter wird die Aufgabe für den Designer, desto hübscher die Seite. Aber die Aufgabe des Designers ist, Probleme zu lösen und nicht Schönheitspreise zu gewinnen.
Auch mit den Böxli machen es sich Designer oft zu leicht. Vergleicht man eine durchschnittliche Webseite mit einer professionellen Druckseite, sieht man: Webdesigner verwenden viel mehr Rahmen und Böxli als Printdesigner.
Ein Beispiel ist BBC.com. Da ist alles, der Aufmacher, das Wetter und jeder Teaser, in einem Böxli drin. Es ist anstrengend für das Auge, von Böxli zu Böxli zu springen. Dass die Böxli Web-2.0-runde Ecken haben, macht die Sache nicht besser.
Was Webdesigner von Grafikern lernen können
Dass die Böxlerei eine ebenso schlechte Angewohnheit ist wie die kleine Schrift, zeigt sich, wenn man nachliest, wie die – auch für einen Nichtdesigner – sehr einleuchtende typografische Regel für Linien lauten:
1. Bringe die Elemente, die inhaltlich zusammengehören, optisch nahe zusammen.
2. Setze Elemente, die nicht zusammengehören, räumlich voneinander ab.
3. Dinge, die nicht zusammengehören, aber aus Platzgründen nahe zusammengebracht werden müssen, werden durch Linien abgetrennt, damit man sie auseinanderhalten kann.
Mit anderen Worten: Man verwendet Linien nur, wenn nicht genug Weissraum vorhanden ist. Weissraum ist ja keine Geschmacksfrage, sondern ein Ordnungselement. Wenn man nun Linien nicht nur links und rechts, sondern auch oben und unten zieht und diese Linien verbindet, wenn man also eine Box macht, dann bedeutet das, dass das, was in der Box ist, etwas wirklich anderes ist als das, was um die Box herum geschieht. Webseiten, die noch und noch Böxli verwenden, kommunizieren: Hier sind viele Dinge beieinander, die eigentlich nicht zusammengehören. Anders gesagt: Diese Seite ist ein Puff.
Warum werden Böxli dennoch so übermässig eingesetzt? Böxli werden eingesetzt, weil es einfacher ist, einen Rahmen um alles rum zu machen als sich eine klare Struktur zu überlegen. Sie sind also oft ein Indiz eines «puffigen» Informationsdesigns.
Was Grafiker von Webdesignern lernen können
Die Beispiele Böxli und kleine Schrift zeigen schön, wie Webdesigner von Grafikern lernen können. Ich meine: Grafiker sollten auch von Webdesignern lernen. Denn noch viel erstaunlicher als die kleinen Schriften und die Böxli sind doch die oft undurchschaubare Informationsarchitektur und die unfreundlichen Bleiwüsten, die uns die heutigen Zeitungen und Zeitschriften noch immer vorsetzen.
Die Lösung des Problems: Schlüsselwörter farbig auszeichnen. Ein Text mit farbigen Schlüsselwörtern kann der Leser in fünf Sekunden erscannen. Sieht vielleicht nicht so hübsch aus, aber die wahre Schönheit des Textes ist keine ästhetische, sie liegt in der Lesbarkeit. Wären alle Texte in diesem Heft mit Schlüsselwörtern durchsetzt, dann könnte man jeden Artikel scannen und schnell darauf prüfen, ob da was Interessantes
drinsteht.
Ausserdem wüsste man dann auch, nach welchen Schlüsselwörtern man suchen muss, um den Text online wieder zu finden und zu kommentieren. Denn Schlüsselwörter haben eine einfache Entsprechung online: Der Webdesigner nennt es tagging. Auch die Redaktoren hätten ihre helle Freude an Printtags, weil farblich abgehobene Schlüsselwörter neben Dachzeile, Titel, Lead und Zwischentiteln spitze Haken sind, um den Leser in den Text zu ziehen. Oder?

Zu guter Letzt: Hella von Sinnen wird 50

Seit zwanzig Jahren im Showbusiness und immer noch eine grosse Klappe: Die deutsche Künstlerin, Moderatorin und Unterhalterin Hella von Sinnen wird 50.

Seit Jahrzehnten ist die Comedy-Grösse Hella von Sinnen im deutschsprachigen Fernsehen so präsent, dass kaum jemand vermeiden konnte, sich sein Urteil über sie zu bilden. Am 2. Februar wird blonde Komikgrösse mit bürgerlichem Nachnamen Kemper nun 50 Jahre alt. Dazu sagte sie Sätze wie: «Das ist das Schöne am Älterwerden, da wird man weiser.» Haben die Jahre die Frau mit der grossen Klappe gezähmt? «Es kann natürlich sein, dass man mit 30 mehr Lust hat auf wilde Dinge», räumt sie ein.
Damals, 1988, gelang ihr der Durchbruch im noch jungen deutschen Privatfernsehen, gemeinsam mit Hugo Egon Balder im RTL-Nonsense-Magazin «Alles nichts oder?!». Mindestens einmal pro Sendung pirschte sich von Sinnen an die Kamera heran und zeigte den «Tschaka-Tschaka»-Tanz, der zu ihrem Markenzeichen wurde. Für Furore sorgte die Feministin Anfang der 90er Jahre mit «Weiber von Sinnen»: Den nackten Busen aus Balders «Tutti Frutti» setzte sie die «ersten Erotik- Clips für Frauen» entgegen, plauschte mit Promis über Sex und Seitensprünge, besuchte Prostituierte.
Von einem Tabubruch will sie rückblickend trotzdem nicht reden. «Da haben wir halt mal ’nen kleinen nackten Schniedel gezeigt», sagt sie. Lieber spricht sie über ihre aktuellen «lustigen kleinen Projekte»: Ein Band mit ihren liebsten Donald-Duck-Geschichten, eine Kunstausstellung mit Handy-Fotos. Als darstellende Künstlerin, sagt sie, geniesse man es, wenn abends mal etwas einfach still an der Wand hängt und sich nicht bewegt. Nach wie vor ist sie als professionelle Quasselstrippe eine TV-Grösse – und stolz darauf: «Es ist ja nicht selbstverständlich, dass man 20 Jahre als Entertainerin im Fernsehen sein durfte.»
Vor ein paar Jahren hat von Sinnen ihre Angst vor dem Älterwerden eingestanden.
«Als ich 30, 40 wurde, war es furchtbar», erklärte sie damals. Auge in Auge mit dem nächsten runden Geburtstag demonstriert sie Gelassenheit: «Ich bin dankbar, dass ich 50 werden darf und gesund durchs Leben gehen kann.» Woher der Sinneswandel? «Meine Gattin» – Cornelia Scheel, Tochter eines früheren deutschen Bundespräsidenten – «hatte die Faxen dicke von diesem ‹Jammer, Jammer, schon wieder ein paar Jahre älter›», sagt sie. Also reisst sie sich jetzt zusammen, gibt sich Mühe, jeden Tag zu geniessen und die alte Hella zu bleiben.
(Bild:Keystone)
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