Zur Sache: Fingerspitzengefühl

Zwei Dinge sind mir äusserst zuwider. Einmal der immer grösser werdende Anspruch des Staates, respektive der Politiker, möglichst alle Bereiche der Gesellschaft zu kontrollieren. Und dann der immer weiter um sich greifende Populismus. Aber schön der Reihe nach.

Zwei Dinge sind mir äusserst zuwider. Einmal der immer grösser werdende Anspruch des Staates, respektive der Politiker, möglichst alle Bereiche der Gesellschaft zu kontrollieren. Und dann der immer weiter um sich greifende Populismus. Aber schön der Reihe nach.
Immer weitere Bereiche sollen unter die Kontrolle des Staates gelangen. Werbeverbote für legal erhältliche Genussmittel werden gefordert. Bis heute sind es Zigaretten und Tabak, bald einmal werden es fetthaltige und zuckerhaltige Lebensmittel sein. Beschränkungen in den Aussagen der Automobilhersteller werden in Brüssel gefordert, man kann Wetten abschliessen, bis solches auch in der Schweiz zum Thema wird. Unter dem Deckmantel der Vorsorge lässt sich alles verkaufen. Es braucht nur einen schweren Ski-Unfall eines Prominenten, schon erschallt der Ruf der Politik nach einem Helmobligatorium. Alles, was irgendwie gefährlich sein könnte, versucht man zu verhindern. Der Bürger muss vor sich selbst geschützt werden. Die Vorsorge wird zur Fürsorge. Von der Wiege bis zur Bahre. Nur wenige wehren sich dagegen.
Nun aber hat die Politik ein neues Spielfeld entdeckt. Die Finanzbranche. Zweifelsohne ist die Finanzkrise, die sich jetzt in eine Wirtschaftskrise ausgewachsen hat, neben vielen anderen Faktoren durch falsche finanzielle Anreize in den Teppichetagen der Finanzinstitute beeinflusst worden. Die Gier nach immer mehr – mehr Boni, mehr Expansion – war jahrelang die treibende Kraft in der Finanzwirtschaft. Aber Achtung: Alle haben das Spiel mitgespielt. Warner gab es sehr wenige. Warum auch, es ging ja gut, vom Börsenhype profitieren konnten viele. Die Banker und die Wirtschaft generell mokierten sich über die Politik. Das war im Nachhinein taktisch nicht gerade geschickt, denn das hohe Ross, auf dem gewisse Wirtschaftsführer hockten, wurde immer wackliger.
Es kam noch schlimmer: Die UBS musste als grosse stolze Schweizer Bank in Bern antraben. Man brauchte Geld, man brauchte Hilfe. Die Regierung konnte das Finanzinstitut nicht im Regen stehen lassen. Die Milliarden flossen. Und schon war die Politik wieder zur Stelle. Da man keine Sicherheiten fordern konnte, forderten die Politiker – zum Glück vergeblich – Einflussnahme. Von links bis rechts, alle waren sich einig: Kontrolle muss her.
Das Minenfeld war bereit. Doch die Einsicht bei der UBS fehlte. Anstatt den vielen normalen UBS-Mitarbeitern, die keine exorbitanten Saläre beziehen, mittels neuer Arbeitsverträge zum Beispiel anstelle eines kleinen Bonus einen 13. Monatslohn auszubezahlen, hielt man am Unwort Bonus fest. Es kam, wie es kommen musste: Die Politiker schreien nach Kontrolle, das Volk ist empört, gewisse Medien ziehen mit. Eine unheilige Allianz zwischen politischer Kontrolle, medialem Aufschrei und Volkes Stimme. Das hätte man vermeiden können. Durch Fingerspitzengefühl und bessere Kommunikation.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
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Superspot: Microsoft lanciert Horror-Video

Die ADC-Skala zur Bewertung von Werbung reicht von «Weltklasse» bis «Erschreckend». Der Microsoft-Songsmith-Spot sprengt die Skala nach unten deutlich. Angemessen wäre eine «Hiroshima»-Klasse.

Mit einem 2009 veröffentlichten Promo-Video wirbt Microsoft für Songsmith, ein neues Computerprogramm, mit dem man sich den eigenen Karaokesound zusammenschustern kann. Das Promo-Video ist schlicht grauenvoll und zu allem Elend auch noch hundertprozentig ernst gemeint. Es könnte durchaus aus irgendeinem bizarren Paralleluniversum stammen, in dem die Ironie noch nicht erfunden worden ist. Ein nettes Detail – und der Spot ist voller netter Details – ist, dass das Mädchen im Video das Programm auf einem Mac laufen lässt. Damit Sie auch glauben, dass es sich um einen offiziellen Spot handelt, sehen Sie ihn am besten gleich auf der Microsoft-Webseite.
» zum Spot

McCann-Erickson: Für Studio Line Freiheitsgefühl verbreitet

Die Werbeagentur McCann-Erickson hat für Studio Line ein globales Kommunikationskonzept entworfen. Vermittelt werden soll die Botschaft «Freiheit und unbegrenzte Möglichkeit».

Die Werbeagentur McCann-Erickson hat für Studio Line ein globales Kommunikationskonzept mit Bannern, Logo, Tag’on und Anzeigen entworfen. Vermittelt werden soll die Botschaft «Freiheit und unbegrenzte Möglichkeit». Um diese Aussage zu unterstreichen, wurde eine Partnerschaft mit dem Crans-Montana Champs Open eingegangen. Der Anlass für Snowboard Freestyler und Freeski, der dieses Jahr vom 4. bis 8. Februar stattfindet, sei für Studio Line der ideale Partner, da beide das Gefühl vermittelten, dass alles möglich sei, schreibt die Agentur in einer Pressemitteilung vom Mittwoch. Zusätzlich sind während des Schneesportanlasses spezielle Veranstaltungen geplant.

Direktbucher machen weiter im Takt

Wenig Bewegung an der Direktbucher-Front. Mit .ch kommt nur ein neuer Titel dazu. Und noch immer weigern sich einige, ihre Karten offen auf den Tisch zu legen.

Seit Tamedia vor vier Jahren damit begonnen hat, Mediaagenturen zu honorieren, die bei Tamedia-Titeln direkt statt über Publicitas buchen, hat sich die sogenannte Direktbuchungsentschädigung (DBE) in der Branche etabliert. Immer mehr Eigenregieverlage schlossen sich Tamedia an – wobei diese Angebote unterschiedlich ausgestaltet wurden. Eine Werbewoche-Umfrage macht nun klar: Alle bisherigen Angebote gelten unverändert auch dieses Jahr. Die einzige Neuerung: Ab diesem Jahr honoriert auch die Gratiszeitung .ch ihre direktbuchenden Kunden – mit einem Prozentsatz, der je nach Volumen gestaffelt ist.
Unklar ist weiterhin, was die Weltwoche tut. «Ich möchte mich zu dieser Diskussion nicht äussern», richtete Verlagsleiterin Maike Juchler einmal mehr aus. Und auch die Freiburger Nachrichten drückten sich zum wiederholten Mal um eine Antwort.
Von den Verlagen mit Publicitas-Regie ist weiterhin die NZZ der einzige, der keine DBE, sondern eine von der P akzeptierte Handlingsentschädigung (HE) gewährt. P und NZZ tun dies, damit die NZZ-Titel gegenüber den Eigenregietiteln mit DBE nicht benachteiligt werden. Die NZZ-HE beträgt weiterhin ein Prozent und wird an Kunden und Agenturen ausbezahlt, deren jährlicher BK-/JUP-berechtigter kommerzieller Anzeigen- und Beilagenumsatz bei NZZ-Titeln mindestens 500’000 Franken beträgt. Sie gilt für Buchungen in der NZZ, der NZZ am Sonntag, im Magazin Z, bei NZZ Campus, Bücher am Sonntag und neu auch bei der NZZ Chronik, nicht aber für Buchungen im NZZ Folio und auf NZZ Online.
Die andern Verlage in P-Regie, St. Galler Tagblatt, LZ Medien, die Verlage der Mittelland-Zeitung und Zürcher Land-Zeitung, die drei Regionalzeitungen im Tessin sowie die Edipresse-Zeitungen, sind bisher der NZZ nicht gefolgt. Da und dort könnte sich das aber noch dieses Jahr ändern (siehe Kasten). Und in Chur, wo die Südostschweiz-Titel «in Teilregie» selbst vermarktet werden, steht man punkto DBE ohnehin Gewehr bei Fuss. «Bei der Südostschweiz gelten die allgemein gültigen Tarife und Rabatte. Die Entwicklungen im Bereich DBE oder HE beobachten wir jedoch sehr genau», sagt Susanne Lebrument, Geschäftsleiterin der SO-Publicitas.
Im Online-Bereich ist die Situation unterschiedlich: Tamedia, die seit 2006 bei selbstvermarkteten Websites eine unterschiedliche DBE bezahlte, hat diese nun per 2009 auf 15 Prozent vereinheitlicht – ohne festgechriebenes Mindestvolumen. .ch hingegen behandelt Online-Kunden explizit gleich wie bei Print. Und Axel Springer Schweiz kennt im Online-Bereich «individuelle Lösungen für ausgewählte Kunden mit grossen Volumen». Andere Verlage haben sich bisher zu keinen solchen Angeboten bekannt.
Dass die Publicitas an der DBE generell keine Freude hat, ist klar. Robert Schmidli, CEO der Publicitas, nutzte deshalb seinen Auftritt an der Dreikönigstagung, um den Eigenregieverlagen ins Gewissen zu reden. Bei den angeschwärzten Verlagen reagiert man gelassen. «Die DBE honoriert die Mehrleistung der Mediaagenturen, auf eine allfällige Rabattierung von Werbeleistungen hat sie deshalb keinerlei Einfluss», widerspricht etwa Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer. Auch bei Ringier ist man der Meinung, dass «die DBE keinen wesentlichen Einfluss auf die eigentliche Preisgestaltung» hat. Und selbst Bruno Hegglin, vor einem Jahr noch Mitglied der Publicitas-Geschäftsleitung und jetzt Leiter Werbemarkt der Neuen Luzerner Zeitung, stellt sich vor die Eigenregieverlage: «DBE/HE haben aus unserer Sicht zu dieser Entwicklung weder beigetragen noch sie verstärkt.»

Markus Knöpfli

> Zur Tab.: Konditionen für Direktbucher 2009

Mehrere P-Pachten stehen zur Diskussion
Möglicherweise weitet sich der Kreis der Eigenregieverlage und damit der DBE-Anbieter bald, denn mindestens drei Grossverlage mit Publicitas-Vollpacht sind daran, ihr Verhältnis zur P neu zu gestalten. Edipresse wird wohl schon im Februar mitteilen, ob der Verlag seine Zeitungen in P-Pacht belässt oder ob sie – wie die Zeitschriften – in die Eigenregie wechseln. Auch bei der gesamten NZZ-Gruppe steht das Verhältnis zur P auf dem Prüfstand. Ebenso bei der AZ Medien, die ihren Vertrag für Mittelland-Zeitung und Sonntag mit der P per Ende 2009 vorsorglich gekündigt hat, wie Sprecherin Eva Keller bestätigt. Allerdings erfolgt die regionale Marktbearbeitung der Aargauer Zeitung (AZ) seit 1. Januar wieder ausschliesslich über die P: Das Aargauer Medienhaus hat die Aktivitäten ihrer Firma Media Factory Ende letzten Jahres im regionalen Anzeigenmarkt zurückgefahren. Bisher hatte sie dort für die AZ parallel zur P Anzeigen akquiriert. (mk)

Top der Woche: Oscar-Nomination für Schweizer Kurzfilm

Dieser Film ist nicht «Auf der Strecke» geblieben, obwohl er bei der Filmförderung damals durchgefallen ist. Nach bisher mehr als 50 Preisen, darunter Schweizer Filmpreis 2008, Grand Prix am Internationalen Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand, Bester Europäischer Kurzfilm sowie Student-Oscar, ist der Kurzfilm des Schweizers Reto Caffi jetzt auch noch für den echten Oscar nominiert.

Dieser Film ist nicht «Auf der Strecke» geblieben, obwohl er bei der Filmförderung damals durchgefallen ist. Nach bisher mehr als 50 Preisen, darunter Schweizer Filmpreis 2008, Grand Prix am Internationalen Kurzfilmfestival von Clermont-Ferrand, Bester Europäischer Kurzfilm sowie Student-Oscar, ist der Kurzfilm des Schweizers Reto Caffi jetzt auch noch für den echten Oscar nominiert. Die Story handelt von einem Warenhausdetektiv, der die meiste Zeit vor den Bildschirmen der Überwachungskameras sitzt und dort neben potenziellen Ladendieben auch eine unverdächtige, aber hübsche Verkäuferin kontrolliert. Dank der Kameras schafft er es nach Arbeitsschluss meist auf die gleiche S-Bahn wie sie – und bekommt so gelegentlich ein Lächeln geschenkt. Bis zu dem Tag, an dem ein Mann sie begleitet – und die Ereignisse sich überstürzen. Ein komplexes Epos im Miniformat, das von Liebe und Rache, Mut und Feigheit sowie Schuld und Sühne handelt. Mit einem sehr nuancierten Roeland Wiesnekker in der Hauptrolle.

Webagentur Mitlinks verpflichtet neuen Kreativen

Die Zürcher Agentur Mitlinks – spezialisiert auf die Gestaltung und Entwicklung von Markenauftritten im Web – verpflichtet mit Marcel Tanner einen neuen Kreativen. Tanner ist ausgebildeter Interaction Designer.

Die Zürcher Agentur Mitlinks – spezialisiert auf die Gestaltung und Entwicklung von Markenauftritten im Web –verpflichtet mit Marcel Tanner einen neuen Kreativen. Tanner ist ausgebildeter Interaction Designer.
Sein Aufgabenbereich bei Mitlinks soll die Gestaltung neuer Anwendungsprozesse sowie die
Visualisierung komplexer GUI’s und Websites umfassen, schreibt die Agentur in einer Mitteilung vom Mittwoch. Ein halbjähriges Praktikum bei der Crossmedia-Agentur Maxomedia ermöglichte ihm erste praktische Erfahrungen als Flash-Enwickler und Screendesigner. Tanner studierte an der ZHdK Design, mit Schwerpunkt Interaction Design.
Mit der Verpflichtung von Tanner verfügt Mitlinks neu über 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ziegler Papier: Anhaltendes Wachstum bei schrumpfendem Ertrag

Ziegler Papier konnte im Geschäftsjahr 2008 ihren Umsatz mit 127 Millionen Franken um über 8,5 Prozent steigern. Der Personalbestand blieb bei 182 Mitarbeitenden stabil.

Ziegler Papier konnte im Geschäftsjahr 2008 ihren Umsatz mit 127 Millionen Franken um über 8,5 Prozent steigern. Der Cashflow liegt unter zehn Prozent des Umsatzes, investiert wurden rund drei Millionen Franken. Der Personalbestand blieb bei 182 Mitarbeitenden stabil.
Der Schweizer Markt bleibt für das Unternehmen weiterhin wichtig. Im Inland abgesetzt wurden rund 40 Prozent von den 72’500 Tonnen Papier (2007: 70’000 Tonnen). Die Marktstellung in Europa wurde weiter ausgebaut. Exportiert wurde hauptsächlich in den EU-Raum, schwergewichtig nach Deutschland, England, Holland, Österreich und Italien.
Die Geschäfte in Asien und den USA seien währungsbedingt zurückgefahren worden, schreibt die in Grellingen ansässige Papierfabrik in einer Pressemitteilung. Die hohen Energie- und Rohstoffkosten sowie der starke Schweizer Franken haben den Ertrag negativ beeinflusst. Der Hersteller von Injektpapieren für Transactional Documents erwartet für 2009 eine positive Ertragsentwicklung sowie rückläufige Auftragseingänge infolge der Wirtschaftskrise. Schwerpunkte bilden neue Produkte im Injekt-Bereich sowie im Segment der Silikonbeschichtungen.

Gewinneinbruch bei der New York Times

Die New York Times Company, Verlagsgruppe der New York Times, musste im Gesamtjahr 2008 ein Umsatzminus von elf Prozent und einen Verlust von 58 Millionen Dollar hinnehmen. Weil bis im Jahr 2011 eine Kreditlinie von insgesamt 800 Millionen Dollar fällig wird, gerät der Konzern nun arg unter Druck.

Die US-Verlagsgruppe rund um die renommierte New York Times bekommt die Wirtschaftskrise immer schärfer zu spüren. Wegen einbrechender Werbeumsätze halbierte sich im Schlussquartal 2008 der Überschuss auf knapp 28 Millionen Dollar. Der Umsatz fiel ebenfalls im letzten Quartal um elf Prozent auf 772 Millionen Dollar, wie die New York Times Company am Mittwoch bekannt gab. Im Jahr 2008 erlitt die Gruppe wegen hohen Abschreibungen einen Verlust von insgesamt 58 Millionen Dollar. Der Umsatz sank im Gesamtjahr um acht Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Noch 2007 hatte der Konzern einen Gewinn von 230 Millionen Dollar verbuchen können.
Der Traditionskonzern, zu dem unter anderem auch die Zeitung Boston Globe gehört, braucht frisches Geld, weil im Mai eine Kreditlinie über 400 Millionen Dollar ausläuft und im Jahr 2011 eine weitere Kreditlinie in gleicher Höhe fällig wird. Angesichts dieser Probleme will sich das Unternehmen von seinem Anteil an der Sport-Holding New England Sports Ventures trennen, zu der unter anderem der Baseball-Verein Boston Red Sox gehört. Ausserdem würde der Verkauf der Anteile an dem erst vor kurzem gebauten Verlagsgebäude im Herzen New Yorks 225 Millionen Dollar einbringen. Der von Stararchitekt Renzo Piano entworfene 52-stöckige Wolkenkratzer gehört dem Times-Konzern zu 58 Prozent.
Erst kürzlich bekam der Verlag eine Finanzspritze von 250 Millionen Dollar vom mexikanischen Milliardär Carlos Slim. Der 68-jährige Geschäftsmann kann dadurch mittelfristig seine Beteiligung von bisher knapp sieben Prozent an dem Zeitungshaus stark ausbauen.

Vom Strassenfeger zum Gassenhauer

Vizner Borel will mit einer grossangelegten Roadshow die Nutzfahrzeuge von VW zum Gassenhauer machen

VIzner Borel hat eine Roadshow für die Händler der VW-Nutzfahrzeuge konzipiert. Seit der vergangenen Woche ist VW mit seinen Wagen auf Tour durch die Schweiz, zum Beispiel bei der Amag in Solothurn sowie in Autohäusern in Oensingen und Frutigen. Unter dem Motto «VW-Nutzfahrzeuge, die besten Werkzeuge für Profis» erfahren Interessierte, wie Caddy, Crafter und Transporter ausgestattet sind, welche Um- und Aufbauten bei den einzelnen Fahrzeugen möglich sind und wie die Wagen die Arbeit von Handwerkern und Co. erleichtern können.
Abgefahrene Werbung
Für die Präsentation «on the road» hat Vizner Borel Anzeigen, Mailings, Guerilla-Massnahmen, einen Händlerauftritt und eine Microsite konzipiert und umgesetzt. Unter Roadshow.ch kann man zum Beispiel verfolgen, wo die Roadshow gerade Halt macht, und sich für das Event anmelden.
Ausserdem hat Vizner Borel die bei der Roadshow als «Vorführwagen» verwendeten Fahrzeuge in ein Kleid gehüllt, das zeigt, wie und womit das Fahrzeug beladen werden könnte: Der Caddy transportiert Gemüse, der Crafter packt einen ganzen Umzug und der Transporter fasst alles, was ein Sanitärinstallateur braucht – samt der schon mit Schaumwasser gefüllten Badewanne. So können die Nutzfahrzeughändler ihren Kunden zeigen, was alles in den Nutzfahrzeugen von VW steckt.

Anne-Friederike Wilhelm

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Psychometer kürt die 20 besten Spots

Das Interdata-Forschungsinstitut hat das Erfolgsrezept für Fernsehspots analysiert.

Für ihre traditionelle Untersuchung hat Interdata in Luzern und Linz für die Epoche 2007/2008 wieder alle bei uns relevanten TV-Spots analysiert. Abgefragt mit dem «Psychometer» wurden 19 Dimensionen, darunter die vier wichtigsten Kriterien Aufmerksamkeit, Gefallen, Meinungsverbesserung und Kaufanreiz. Von den 620 gemessenen Spots gelang es nur einem einzigen, in allen vier Dimensionen unter die besten 20 zu fallen. «Fitnesscenter» für Zweifel stammt aus der Küche von AY&R. Auf immerhin drei Nennungen schaffte es «Tarzan» von Swissmilk von der Agentur Ruf Lanz. 10 Spots erzielten in zwei Dimensionen eine Top-Position. 53 der gemäss Interdata immer noch «besten» Spots schafften es wenigstens in einer der vier wichtigsten Dimensionen.
Die Tests erfolgten mit 120 Testpersonen, jeweils zur Hälfte Männer und Frauen im Alter von 16 bis 50 Jahren. Der Test misst nach einmaligem Vorspielen des Blocks den Spontan-Recall, die gestützte Erinnerung, den Bekanntheitsgrad des Spots vor dem Text, die vier oben erwähnten Resonanzwerte sowie die Detailanmutung anhand einer Listenvorlage: sympathisch, unterhaltend, interessant, gute Produktdarstellung, überzeugend, durchschnittlich, langweilig, übertrieben.
> Übersicht Ergebnisse
Forschungsleiter Jos W. Vloemans in Luzern interpretiert die Grundvoraussetzung für das «Geheimnis des Erfolgs» mit «Interesse wecken». Wer keine interessante Botschaft hat, bleibt auf der Strecke. Spots, die gut im Gedächtnis bleiben und das Ansehen der Marke stärken, sind auch weit überdurchschnittlich unterhaltend. Sie arbeiten also mit Humor. Kombiniert wird das Augenzwinkern vorzugsweise mit sympathiegebenden Elementen.
Andreas Panzeri

Yahoo schreibt wegen Umbau rote Zahlen

Yahoo hat wegen des Konzernumbaus und Abschreibungen auf das internationale Geschäft Ende 2008 rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand im Schlussquartal ein Minus von 303 Millionen Dollar nach einem Plus von 206 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz gab um ein Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar nach.

Yahoo hat wegen des Konzernumbaus und Abschreibungen auf das internationale Geschäft Ende 2008 rote Zahlen geschrieben. Unter dem Strich stand im Schlussquartal ein Minus von 303 Millionen Dollar nach einem Plus von 206 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz gab um ein Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar nach.
Die erst seit zwei Wochen amtierende Yahoo-Chefin Carol Bartz sagte am Dienstagabend nach US-Börsenschluss, das Unternehmen habe einige Arbeit vor sich. Sie zeigte sich aber zuversichtlich. Yahoo baute zuletzt rund zehn Prozent seiner Stellen ab und verlor gegenüber dem Wettbewerber Google im Geschäft mit Werbung rund um die Online-Suche weiter an Boden. Im Gesamtjahr 2008 brach der Gewinn um mehr als ein Drittel auf 424 Millionen Dollar ein. Der Umsatz wuchs um drei Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar, wie Yahoo am Dienstag am Firmensitz im kalifornischen Sunnyvale mitteilte.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn von Yahoo lag im Schlussquartal bei 238 Millionen Dollar. Er übertraf die Erwartungen der Analysten, der Umsatz blieb leicht dahinter zurück. Die Aktie lag in einer ersten Reaktion nachbörslich im Plus. Im Tagesverlauf hatte sie zuvor bereits 1,5 Prozent auf 11,34 Dollar gewonnen.
Für das laufende Quartal rechnet Yahoo mit einem Umsatz von zwischen 1,53 und 1,73 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn soll zwischen 75 und 85 Millionen Dollar liegen und damit deutlich unter den Erwartungen von Experten.

Im Plakatspital füllen sich die Betten

Für die neue Wintersport-Kampagne der Suva hat Ruf Lanz präventiv Plakatstellen zu Spitalbetten gemacht.

Ein Denkanstoss, der buchstäblich einfährt – und hoffentlich mit dazu beiträgt, dass Raserunfälle bald Schnee von gestern sind. So erlebten Zugfahrende in den letzten Wochen die neuste Kampagne von Ruf Lanz für ihren Kunden SuvaLiv. Aufgehängt waren die Plakate zielgerichtet auf den Perrons von Bahnhöfen, auf welchen die Wintersportler auf ihre Züge nach Chur, in die Berge der Innerschweiz oder ins Berner Oberland warteten.
Ein F12-Plakat hat ziemlich genau die Form und Grösse eines Spitalbettes. Diese Ähnlichkeit brachte Ruf Lanz auf die Idee für eine entsprechend plakative Visualisierung der Statistik. Aufgrund des im Vergleich zu früher viel aktiveren Freizeitverhaltens gibt es in der Schweiz inzwischen deutlich auch mehr Nichtberufsunfälle als Berufsunfälle. Dabei passieren 32 Prozent aller Sportunfälle beim Wintersport. Das ist kein Zufall, denn auf den Skipisten tummelt sich alles vom Kleinkind mit Stemmbogen bis zum Abfahrtscrack mit über 100 Kilometer pro Stunde. Gewisse Wintersportler überschätzen dabei ihre Fähigkeiten – und damit unterschätzen sie auch das Risiko. Die Folge sind Kollisionen mit anderen Wintersportlern und zahlreiche, teilweise schwere Unfälle. Dramatisch vor Augen geführt wurde uns das zu Beginn dieser Saison mit einem deutschen Politiker und seinem Zusammenstoss mit einer Frau, die an den Folgen des Unfalls verstarb. Auch wenn es glimpflicher abläuft, entstehen bei einem Unfall mit Versicherten oft sehr hohe Kosten für die Suva.
Die Suva-Angebotsmarke SuvaLiv engagiert sich für die Erhöhung der Freizeitsicherheit. Sie hat in den letzten Jahren zusammen mit Ruf Lanz bereits mit mehreren preisgekrönten Kampagnen an die Eigenverantwortung der Wintersportler appelliert. Die aktuelle Kampagne arbeitet mit einem dreistufigen Plakataushang. Am 5. Januar wurden auf den einschlägig frequentierten Bahnperrons zuerst drei Plakate mit noch unberührten «Spitalbetten» aufgehängt. Mit zunehmender Dauer des Plakataushangs füllten sich dann die Betten langsam mit Opfern von Skiunfällen. Diese sind keine Models wie sonst in der Werbung. Ruf Lanz hat über ein «Casting» in 20 Minuten echte Betroffene gesucht. Diese waren tatsächlich Opfer von Pistenrasern. Ihre ganz persönliche Schicksalsgeschichte findet sich auf den Plakaten nun in einem Krankenbericht, den sich die Unglücklichen über die Brust halten. Damit die Folgen ihrer Unfälle richtig dargestellt sind, war beim Shooting mit Fotograf Oliver Nanzig auch ein Chirurg als «Art Director» dabei, neben Grit Wolany von der Agentur.
Nach gut drei Wochen sind inzwischen alle Spitalbetten auf den Plakatstellen mit solchen Opfern von Pistenrasern belegt. Dazu wird jetzt auch der Claim verständlich: «Damit die Skisaison nicht hier endet: Rasen Sie nicht.»
Markus Ruf, der als Pendler zwischen Zug und Zürich auf seinem Weg zur Arbeit die zunehmende Bettenbelegung in seinem «Spital» verfolgen konnte, freute sich täglich über die aufmerksamen Wahrnehmungen der Passanten. Mit dem Trick, dass die Plakate alle paar Tage wechselten und trotzdem im Aufbau die gleichen blieben, hat wohl niemand gedankenlos vor den Plakaten auf den Zug warten können. Inserate oder ein Film sind hingegen mit dieser Idee nicht realisierbar. Die weitere Vertiefung der Kampagne wird von der Suva-internen PR gesteuert. Für die weiteren Freizeitthemen Velohelm und Fairplay beim Fussball will Ruf Lanz dann wieder über alle Medien Prävention leisten.
Andreas Panzeri
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