Privatim, die Vereinigung der schweizerischen Datenschutzbeauftragten, hat anlässlich des dritten Europäischen Datenschutztages vom 28. Januar eine Umfrage in Auftrag gegeben. Rund 1’600 Personen wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Demoscope in allen Schweizer Regionen befragt. Daraus geht hervor, dass der Datenschutz für die Bevölkerung in der Schweiz wichtig ist.
Drei Viertel sorgen sich um ihre Daten im Internet. Neun von zehn pochen auf Datenschutz in Unternehmen und Verwaltungen. Für knapp ein Fünftel ist die Privatsphäre ungenügend geschützt. Laut Privatim widerlege die Studie, dass sich die Bevölkerung nicht um ihre Daten sorge, heisst es in einer Medienmitteilung vom Dienstag.
26 Prozent der Befragten erachten es als sehr wichtig, 52 Prozent als wichtig, was mit ihren Daten im Internet geschieht. Am bedeutendsten ist der Internet-Schutz gemäss Studie den 15- bis 34-Jährigen.
Vertrauen in öffentliche Stellen – Misstrauen gegenüber Unternehmen
22 Prozent finden es sehr wichtig und 69 Prozent wichtig, dass Unternehmen und Verwaltungen persönliche Daten schützen. Mehr als vier von fünf Befragten vertrauen öffentlichen Stellen wie der Polizei, Spitälern oder Einwohnerämtern, dass sie ihre Daten richtig verwenden. Unternehmen kommen deutlich schlechter weg.
22 Prozent misstrauen den Krankenkassen, 44 Prozent den Kreditkartenfirmen und
54 Prozent den Telecom-Anbietern. Generell erachten daher knapp 18 Prozent der Befragten den Schutz als ungenügend, 15 Prozent geben an, bereits mindestens einmal von Datenmissbrauch betroffen gewesen zu sein. Laut Studie wenden sich bei konkretem Missbrauch aber nur ein Viertel an die kantonalen Datenschutzbeauftragen wenden würden.
Laut Privatim-Präsident Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich, beschweren sich Betroffene vor allem über die Weitergabe ihrer Daten. Es bestehe aber eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Wunsch nach gutem Schutz und einer Sorglosigkeit insbesondere beim Umgang mit privaten Daten im Internet.