Agentur am Flughafen lässt Biker Jeansstoff spüren

Die Agentur am Flughafen realisiert die neue Kampagne für Jeans von Rokker. Neben Servietten und Tischsets aus Schleifpapier wurden auch mit Schleifpapier überzogene Stangen und Tresen eingesetzt.

Die Agentur am Flughafen realisiert die neue Kampagne für Jeans von Rokker. Diese wirkten auf den ersten Blick wie jede andere auch: Stylish und komfortabel, so die Agentur. Bei näherem Betrachten aber erkenne man, dass der Stoff innen aus Hightechmaterial gefertigt ist und Motorradfahrern somit einen massiv höheren Schutz als Lederhosen biete. Wie schmerzhaft Schürfwunden sein können, liess die Agentur die Biker am eigenen Leibe erfahren. In ausgewählten Bikerkneipen legte sie bedruckte Tischsets sowie Servietten aus Schleifpapier auf, die auf die Rokkersite verweisen.
Für diese Aktion wurden neben Servietten und Tischsets aus Schleifpapier auch mit Schleifpapier überzogene Stangen und Tresen eingesetzt.
Verantwortlich bei The Rokker Company, Rebstein: Michael Kuratli (Inhaber) und Kai Glatt (Inhaber). Verantwortlich bei Agentur am Flughafen AG, Altenrein: René Eugstair (CD), Dominique Rutishauser (AD), Benita Sutter (Grafik), Miriam Egli (Beratung).
img090218_rokker

Radio1 sendet live von der Langstrasse

Am kommenden Freitag berichtet Radio1 ab Mittag bis Mitternacht live von der Zürcher Langstrasse.

Am kommenden Freitag berichtet Radio1 ab Mittag bis Mitternacht live von der Zürcher Langstrasse. Neben den stündlichen Einschaltungen der Radio1-Reporter sollen auch Quartierbewohner, Geschäftsleute, Polizisten und Szenekenner zu Wort kommen. Dazu wurden mobile und fixe Standorte eingerichtet.
Der Sender wolle mit dieser 12-Stunden-Reportage Momentaufnahmen von einem Quartier liefern, das sich in den letzten Jahren mit der städtischen Aufwertungspolitik stark verändert habe, so Radio1 in einem Communiqué. In Zukunft sollen vermehrt 12-Stunden-Reportagen ins Programm aufgenommen werden, wie der Redaktionsleiter Sandro Brotz ankündigte.

Flop der Woche: Unzulässige Sponsorenwerbung bei der SRG

Das Schweizer Fernsehen muss dem Bakom wegen unzulässiger Sponsorenwerbung für den TCS 341’000 Franken abgeben. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine entsprechende Beschwerde der SRG abgewiesen.

Das Schweizer Fernsehen muss dem Bakom wegen unzulässiger Sponsorenwerbung für den TCS 341’000 Franken abgeben. Das Bundesverwaltungsgericht hat eine entsprechende Beschwerde der SRG abgewiesen. Der Touring Club Schweiz (TCS) hatte ab 2006 die Reisesendung «Einfachluxuriös» und ab 2007 die Wetterprognose «Meteo» gesponsert. Das Bakom kam im Februar 2008 zum Schluss, dass die SRG unzulässige Werbeaussagen zugunsten des Sponsors gemacht habe, und ahndete den Gesetzesverstoss mit der Entziehung der entsprechenden Einnahmen.
Der SRG habe die Unzulässigkeit der Aussagen bekannt sein müssen, weshalb ihr insofern ein unentschuldbares Fehlverhalten vorzuwerfen sei. Die Schwere der begangenen Rechtsverletzung rechtfertige die Einziehung ohne Weiteres. Dies umso mehr, als die SRG «Wiederholungstäterin» sei und entweder nicht gewillt oder dann nicht in der Lage sei, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.

Condé Nast Deutschland stellt Vanity Fair ein

Aus für eines der pompösesten Medienprojekte der letzten Jahre: Condé Nast Deutschland stellt seinen People-Titel Vanity Fair per sofort ein. Die aktuelle Ausgabe wird die letzte sein.

Aus für eines der pompösesten Medienprojekte der letzten Jahre: Condé Nast Deutschland stellt seinen People-Titel Vanity Fair per sofort ein. Die aktuelle Ausgabe wird die letzte sein.
Das Erstaunliche: Noch im Dezember hatte Verleger Jonathan Newhouse für die deutsche Ausgabe eine Bestandsgarantie abgegeben. «Die Welt ändert sich rapide und in einer Weise, auf die niemand wirklich vorbereitet sein kann», erklärt Newhouse nun. Verantwortlich sei die weltweite Wirtschaftskrise. «In einem normalen ökonomischen Klima hätten wir tapfer an Vanity Fair festgehalten». In der jetztigen trostlosen Wirtschaftslage sei das jedoch unmöglich.
Laut Spiegel Online schlug die Nachricht von der Einstellung auf der Berliner Redaktion des Blatts wie eine Bombe ein. Verlagsvorstand Newhouse habe die schlechten Nachrichten persönlich verkündet. Niemand, so sagten mehrere Redakteure gegenüber dem Spiegel, habe damit gerechnet, dass Vanity Fair zu diesem Zeitpunkt vom Markt genommen werden würde. Die Entscheidung habe die Mitarbeiter vor allem deswegen überrascht, da Newhouse ja erst vor kurzem besagte Bestandsgarantie abgegeben hatte.
Vanity Fair war im Februar 2007 mit einer Auflage von 500’000 Exemplaren gestartet. Als Zielgruppe nahm man damals «die neue Leistungselite Deutschlands» ins Auge. Mit rund 50 Millionen Euro war es ausserhalb der USA die grösste Investition des Medienhauses Condé Nast (Vogue, GQ, The New Yorker) und die wohl spektakulärste Neugründung am hiesigen Zeitschriftenmarkt der vergangenen Jahre.
Trotz mehrfacher Kurswechsel schaffte es das Blatt nie auf ein Auflagen- und Reichweitenniveau, das für einen Erfolg notwendig gewesen wäre. Offiziell lag die verkaufte Auflage des Wochenmagazins zuletzt bei 196’727 Exemplaren. Mit 38’000 Abos und 75’800 Exemplaren im Einzelverkauf trat der Titel jedoch auf der Stelle.

Im Geigy-Stil

Das Museum für Gestaltung Zürich zeigt eine Geschichte des Schweizer Designs anhand der Werbung der ehemaligen Geigy in Basel.

Bevor Geigy mit Ciba fusionierte und beide zusammen sich mit Sandoz zu Novartis zusammenschlossen, ist das Basler Chemieunternehmen schon lange mit einem immer wieder neu überraschenden Branding aufgetreten. «Geigy forscht für morgen» – dieser zukunftsorientierten Devise lebte der ehemalige Basler Chemiekonzern auch in seiner Kommunikation nach. Die Werbeabteilung des Chemiekonzerns wurde für seinen «Geigy-Stil» berühmt. Das Atelier am Basler Hauptsitz galt damals als eine der wichtigen Talentschmieden der Schweizer Grafik. Es verfügte zudem über gute Kontakte zur Allgemeinen Gewerbeschule Basel, über Verbindungen zum Verband Schweizerischer Grafiker und zum Schweizerischen Reklame-Verband.
Unter der langjährigen Leitung von Max Schmid arbeiteten bei Geigy unter anderen Roland Aeschlimann, Karl Gerstner, Jörg Hamburger, Steff Geissbühler, Andreas His, Toshihiro Katayama und Nelly Rudin. Auch freischaffende Gestalter wie Michael Engelmann, Gottfried Honegger, Armin Hofmann, Herbert Leupin, Warja Lavater, Numa Rick und Niklaus Stoecklin wurden beauftragt. Als Fotografen tätig waren neben René Groebli und Peter Hemann auch Jakob Tuggener und René Burri sowie der Architekturfotograf Ezra Stoller.
Als Markus Kutter als Angestellter 1958 das 200-Jahr-Jubiläum von Geigy organisieren musste und dazu mit Karl Gerstner zusammenspannte, ist der Grundstein zur späteren GGK gelegt worden.
In den 60er-Jahren orientierte sich das Basler Atelier auch an der Entwicklung der Ateliers der Tochterfirmen in den USA und Grossbritannien und setzte damit vermehrt auf Werbung. Mit den international verkauften Produkten trug Geigy und die Werbung aus der Schweiz in den Fünfziger- und Sechzigerjahren massgeblich zur weltweiten Verbreitung des «Swiss Style» in der Grafikszene bei.
Die Ausstellung im Zürcher Museum für Gestaltung präsentiert erstmals umfassend diesen bedeutenden Schweizer Beitrag zur Designgeschichte. Die Ausstellung «Good Design, Good Business» zeigt Schweizer Grafik und Werbung, welche die Werbeabteilung von J. R. Geigy zwischen 1940 und 1970 hervorbrachte. In der Ausstellung sind mehr als 300 Exponate zu sehen. Ausgestellt werden Plakate, Inserate, Werbekarten, Broschüren, Zeitschriften und Bücher, aber auch Schallplatten, Werbegeschenke sowie Verpackungen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Mai zu sehen. Am 5. März diskutieren Jean Etienne Aebi, Ruedi Baur und Stefan Haas in einem Podiumsgespräch über «Good Design = Good Business? – Gestaltung als Werbefaktor». Am 5. Mai debattieren Richard Hollis, Manuel Krebs und Lars Müller über «Swiss Style forever? – Schweizer
Grafik heute».
Andreas Panzeri
1290581983_img090218_museum_geigy1
Plakat zur aktuellen Ausstellung.
1290581983_img090218_museum_geigy2
Anonym. Schaufensterplakat, um 1960.
1290581983_img090218_museum_geigy3
Max Schmid, Peter Hemann, Foto für ein Buch 1955.
1290581984_img090218_museum_geigy4
Andres Janser, Barbara Junod, Buchdeckel 2009.

TSR gewinnt Tauziehen mit französischem Privatsender M6

Das Westschweizer Fernsehen TSR hat laut SDA nach eigenen Angaben das gerichtliche Tauziehen mit dem französischem Privatsender M6 gewonnen. Demnach hat M6 in der Westschweiz Filme und Serien ausgestrahlt, für welche die TSR Exklusivrechte besass.

Das Westschweizer Fernsehen TSR hat laut SDA nach eigenen Angaben das gerichtliche Tauziehen mit dem französischem Privatsender M6 gewonnen. Demnach hat M6 in der Westschweiz Filme und Serien ausgestrahlt, für welche die TSR Exklusivrechte besass.
M6 wird seit Herbst 2001 in Teilen der Westschweiz mit zwei Signalen ausgestrahlt. Das zweite Signal überträgt die Schweizer Werbefenster. Aus Sicht von TSR verletzt M6 mit diesen auf den Schweizer Markt ausgerichteten Werbeblöcken das Urheberrecht und betreibt zudem unlauteren Wettbewerb.
Insbesondere heble M6 so die von der TSR für die Schweiz erworbenen Exklusiv- Ausstrahlungsrechte für verschiedene Filme und Serien aus. Wie TSR am Mittwoch mitteilte, habe das Appellationsgericht des Kantons Freiburg festgehalten, dass M6 Urheberrechte verletzt habe und unlauterer Wettbewerb betreibe.

Zu guter Letzt: Zwitscherkrieg zwischen Promis

Gezwitscher nimmt der Mensch ja eigentlich als etwas Schönes, Beruhigendes wahr. Seit einiger Zeit wird aber vor allem über mobile Kommunikationsmittel gezwitschert. Und nicht immer bleibt der Ton da fröhlich und nett...

Gezwitscher nimmt der Mensch ja eigentlich als etwas Schönes, Beruhigendes wahr. Sind die Laute von Vögeln zu vernehmen, fühlt sich unsereins näher mit der Natur verbunden. Seit einiger Zeit wird aber vor allem in Büros und über mobile Kommunikationsmittel gezwitschert. Mikro-Bloggen oder «twittern» heisst die neue Sucht. Allerdings sind die Kurznachrichten, die über das Social Network Twitter verbreitet werden, weitaus nicht immer fröhlicher Natur. So wie der Krieg, der derzeit zwischen Promiblogger Perez Hilton und der britischen Popsängerin Lily Allen tobt. Hilton hatte seine Twitter-Freunde dazu aufgerufen, sie sollten sich via Twitter dazu stark machen, dass er einen Gastauftritt im nächsten Videoclip von Allen bekommt. Dies fand die Sängerin gar nicht amüsant. «Sorry, aber die Rolle der neidischen Schwuchtel haben wir schon mit jemand Anderem besetzt», zischte sie ihn an, ehe es noch derber zur Sache ging. Hilton wird’s recht sein: An Lesern wird es ihm in nächster Zeit nicht fehlen. Aber auch seriösere Zeitgenossen verbringen ihre Zeit mit dem ultraschnellen Netzwerk. Der Dienst ist mittlerweile so verbreitet, dass auch mehr als zehn Prozent der Angehörigen des deutschen Bundestags und hochrangige amerikanische Politiker die ganze Welt mehrmals täglich von ihren derzeitigen Aktivitäten wissen lassen. Der US-Sicherheitsbeauftragte Peter Hoekstra enttarnte via Twitter kürzlich sogar einen hochgeheimen Trip in den Irak. «Bin gerade in Bagdad geladet», teilte der US-Diplomat per Mikroblog mit.

Lowe bewirbt neu lancierte BMW 3er Reihe

Lowe hat für die neue BMW 3er Reihe eine Kampagne gestartet.

Lowe hat für die neue BMW 3er Reihe eine Kampagne gestartet. Gemeinsam mit BMW (Schweiz) hat die zur Draftfcb/Lowe Group gehörende Agentur eine internationale Kampagne spezifisch auf den Schweizer Markt angepasst. Bedeutender Teil der national erscheinenden Kampagne ist BMW Efficient Dynamics, ein Paket für weniger Emissionen bei gleichzeitig erhöhter Fahrleistung.
Die Anzeigen für die BMW 3er Reihe werden seit Anfang Februar mit breiter Streuung in der Schweizer Tages- und Sonntagspresse sowie in ausgewählten Fachmagazinen geschaltet.
Verantwortlich bei BMW Schweiz: Roger Calisi (Leiter Marketing Kommunikation). Verantwortlich bei Lowe: Florian Birkner (CD), Urs Hartmann (AD), Marcel Elsener (Text), Rolf Jeger, Alessandra Ira, Christina Koch (Beratung), Jasmin Keiser (DTP).
img090218_bmw3_lowe

Etats der Woche

Die Baselworld ist der weltweit wichtigste und grösste Branchen-Event der Uhren- und Schmuckindustrie. Nach einer Agenturevaluation arbeitet die Interactiv-Agentur Futurecom aus der Y&R-Gruppe jetzt neu für die Weltmesse.

Futurecom für Baselworld
Die Baselworld ist der weltweit wichtigste und grösste Branchen-Event der Uhren- und Schmuckindustrie. Über 2’000 Aussteller präsentierten 2008 ihre Neuheiten den rund 100’000 Besuchern. 2981 Medienleute berichteten in alle Welt. Nach einer Agenturevaluation arbeitet die Interactiv-Agentur Futurecom aus der Y&R-Gruppe jetzt neu für die Weltmesse.
Metzgerlehner für Luzerner
Mit dem Gewinn des Pitches um die Marke Luzerner von Emmi ist Metzgerlehner Worldwide Partners erfolgreich ins neue Werbejahr gestartet. Die Kreativen aus Erlenbach sind neu für die Bewerbung des Luzerner Rahmkäses verantwortlich.
Cornèr Bank für cR
Seit fünf Jahren ist cR Basel die Leadagentur von Cornèrcard, dem Kreditkarteninstitut der Cornèr Bank. In einem Pitch haben die Basler Werber nun auch das Mandat für die Bankkommunikation gewonnen.

Vom Diebstahl bis zur Marketingaktion: Viele Gründe für stark vergünstigte Printabos

Unter dem Auflagenanteil «Sonstiger Verkauf» subsummieren sich die unterschiedlichsten Absatzvarianten für Zeitungen und Zeitschriften.

Auflagendumping bei der Berner Zeitung – so titelte die Werbewoche in der letzten Ausgabe. Ausgangspunkt war die Tatsache, dass die Berner Zeitung (BZ) in der Stadt Bern pro Ausgabe fast 18’000 stark vergünstigte Exemplare verteilt, während der Bund bloss 2’424 Exemplare auf dieselbe Art vertreibt. Die hohe BZ-Zusatzauflage ist an sich nicht anrüchig, ist sie doch im Auflagenbulletin 2008 der Wemf offen unter der Rubrik «Sonstiger Verkauf» ausgewiesen. Vor der Diskussion um die Zukunft des Bundes muten die unterschiedlichen Vertriebsstrategien desselben Verlagshauses aber seltsam an, gewinnt man doch den Eindruck, Espace Media habe ihr Baby BZ marketingmässig mehr gefördert als das Adoptivkind Bund.
Wie dem auch sei, die BZ-Auflage wird derzeit analysiert. Die Werbewoche wirft nun das Augenmerk auf weitere Titel mit hohem Auflagenanteil «Sonstiger Verkauf» (SV). Unter diese Kategorie fällt jener Teil der Auflage, für den gemäss Wemf-Definition «weniger als 50 Prozent des vollen Abonnement- bzw. Einzelverkaufspreises gelöst werden». Oft handelt es sich um Exemplare, die an Restaurants, Schulen und Bibliotheken abgegeben werden. Aber auch gewisse Schnupperabos, Zielversände und Promoexemplare zählen dazu.
Interessanterweise nutzen die Verlage die Möglichkeit, ihre verkaufte Auflage mit günstigst abgegebenen Exemplaren aufzumöbeln, sehr unterschiedlich. So weist etwa die Neue Luzerner Zeitung 2008 unter der Rubrik «Sonstiger Verkauf» bloss ein einziges Exemplar aus, während der Matin Dimanche 50 820 SV-Exemplare hat, ein Viertel seiner Auflage. Der Sonntagstitel belegt damit den Spitzenplatz unter den Schweizer Tageszeitungen. Mit einer Ausnahme: Der BZ-Split Solothurner Tagblatt weist mit 40,5 Prozent einen noch höheren SV-Anteil aus, die BZ als Ganzes hingegen kommt auf 16,5 Prozent. Damit rangiert sie nach Matin Dimanche und Matin Semaine immerhin auf Platz drei. Vor allem aber ist der Abstand auf den nächstfolgenden Titel riesig: Es ist der Tages-Anzeiger mit bloss 4,3 Prozent SV-Anteil. Doch das Gros der Tageszeitungen liegt unter einem Prozent.
Bei den Publikums-, Frauen- und Wirtschaftstiteln sind einige SV-Anteile wesentlich höher – beim Business Guide zum Beispiel macht dieser Auflagenteil ganze 63,9 Prozent aus. Mit einigem Abstand folgt Bolero (44,7 Prozent) und TV8 (28,9 Prozent) sowie – zwischen 20 und 25 Prozent – Fémina, Télé Top Matin, SI Style und L’Hebdo. Was auffällt: Unter den ersten zwölf figurieren fünf Frauen- und vier Programmtitel.
Doch weshalb verteilen diese Titel so hohe Anteile ihrer Auflage stark vergünstigt oder fast umsonst? Und auf welchen Kanälen – neben den oben erwähnten?
Beim englischsprachigen Business Guide bietet der Basler Verleger Dominique Hiltbrunner international tätigen Firmen Jahresabos im Multipack und zu Vorzugskonditionen an – für deren Mitarbeiter. Im ersten Jahr bezahlt die Firma die Abos, für die Aboerneuerung werden die Empfänger persönlich angeschrieben. «Wir pushen diesen Kanal, weil von den Abonnenten doch ein minimales Committment verlangt wird – eines, das grösser ist, als wenn wir den Titel gratis abgeben würden», sagt Hiltbrunner. Die spätere Umwandlungsquote in Vollabos betrage rund 60 Prozent.
Ganz anders die Situation bei den Edipresse-Bezahltiteln Matin Dimanche und Matin Semaine. Diese werden in offenen Boxen vertrieben, weshalb einige Exemplare gestohlen und andere nur teilweise bezahlt werden, erklärt Théo Bouchat, CEO von Edipresse Schweiz. Die Folge: «Jedes ganz oder teilweise gestohlene Exemplar fällt in der Wemf-Statistik unter die undifferenzierte Kategorie ‹mehr als 50 Prozent Rabatt›», sagt Bouchat. Dies gelte natürlich auch für die Matin-Beilagen Fémina und Télé Top Matin. «Wobei gestohlene Exemplare ja auch gelesen würden», fügt er noch rasch hinzu. Trotzdem prüft Edipresse derzeit, bei Bezahlzeitungen auf offene Boxen zu verzichten. Bouchat: «Der Entscheid fällt noch dieses Jahr.» Warum aber ist der SV-Anteil beim TV Guide so viel tiefer? Weil er 24 Heures und Tribune de Genève beiliege, die primär über Abo und Kiosk vertrieben würden, sagt der CEO.
Ganz anders die Situation bei Blick, NZZ, NZZ am Sonntag (NZZaS) und Annabelle: Hier bilden die Exemplare den Hauptharst des SV-Anteils, die zu Vorzugspreisen von Airlines bezogen und gratis an Passagiere abgegeben werden. Bei NZZ und NZZaS stammt ein Teil der SV-Exemplare auch noch von Kombiabo-Aktionen der beiden Titel. Die Annabelle hingegen beliefert auch private Kliniken und Lesezirkel. Wobei Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer betont, dass der SV-Anteil bei der Annabelle «deutlich unter den Anteilen anderer Schweizer Frauenzeitschriften» liege.
Den erstaunlich hohen SV-Anteil bei Bolero schreibt Ringier-Sprecher Stefan Hackh primär der Belieferung «vieler Boutiquen» zu, dasselbe gilt für SI Style, das aus der Startphase 2006 auch noch Einführungs- und Kombiabos (mit der Schweizer Illustrierten) mitführt. Gar «historische» Wurzeln hat der SV-Anteil beim TVStar. Denn der Titel, der auch im «Partnervertriebssystem» zusammen mit Tagezeitungen vertrieben wird, gehörte früher der Basler Zeitung Medien. «Die BaZ nimmt uns nach wie vor viele Exemplare zu Vorzugskonditionen ab und setzt diese zur Werbung von Abonnenten ein», schreibt Jörg Tobuschat, Verlagsgeschäftsführer TV-Zeitschriften bei Axel Springer Schweiz. Ähnliches scheint bei Ringiers TV8 der Fall zu sein, das gemäss Stefan Hackh samstags mit Le Temps und La Liberté vertrieben wird. Bei Illustré und L’Hebdo sowie bei Tamedias Tages-Anzeiger werden die SV-Anteile hauptsächlich mit Schnupperabos begründet. Christoph Zimmer: «In einem wettbewerbsintensiven Markt wie Zürich mit einem grossen Medienangebot ist die Nachfrage nach Schnupperabonnements hoch. Der Tages-Anzeiger entspricht mit seinem Angebot dieser Nachfrage.» Womit er wohl Tamedias Hoffnung umschreibt, dass die Regionalsplit-Offensive endlich greifen möge. Pikant: Die Zürcher LandZeitung kommt mit einen 14-mal geringeren SV-Anteil aus (nur 0,3 Prozent).
Markus Knöpfli

Tabelle1: Tageszeitungen mit besonders hohem Auflagenteil «sonstiger Verkauf» 2008
Tabelle2: Tageszeitungen mit besonders hohem Auflagenteil «sonstiger Verkauf» 2008

Wenn Experten mit Experten filmen

Die SBB auf Hollywoods Spuren: Addictive und Mike Huber haben den Präventionsfilm «Der Experte 3» realisiert.

Nach dem Motto «Sicherheit geht alle an» analysiert «Der Experte 3» echte Schicksale von Bahnangestellten, die bei einem Unfall massiv zu Schaden oder gar zu Tode gekommen sind. Im Stil eines actiongeladenen Kinofilms sind die verhängnisvollen Szenen mit Schauspielern nachgestellt worden. Aus Pietätsgründen aber nicht an Originalschauplätzen. Auch die dritte Folge der bereits mit dem Filmpreis Edi prämierten Serie folgt dem Konzept von Michel Girardin. Dieser realisiert mit seiner Creative Consulting regelmässig Präventionskampagnen für die SBB. Neu hat der Autor jetzt mit Stephan Christen und seiner Addictive zusammengespannt. Produzent Christen war Berater bei Bosch & Butz, bevor er vor zehn Jahren Addictive gegründet hat. Neben unzähligen Spots sieht er in Zukunft auch Chancen für einen neu entdeckten Corporate Film «der qualitativ gehobenen Art».
> Zum Film
Der Opener dieses ersten 12-Minuten-Films wurde mit viel Stunt-Know-how, aber ohne doppelten Boden, sprich 3D, produziert. In solchen und anderen Szenen sind beim «Experten» insgesamt zwei von zwölf Autos verschrottet worden. Als Hauptdarsteller und Presenter wurde wie in den Vorgängerfilmen der international bekannte Schweizer Stuntman Oliver Keller verpflichtet. Für weitere Spannung sorgt die Musik von Moritz Schneider. Für die Bilder hat Kameramann Holger Diener auf zwei RED gesetzt und diese «bis ans Limit gefordert».
Die Lieblingsspielzeuge der kreativen Tüftler ermöglichten Bilder «in Kinoqualität» – trotz Kurzfilmbudget. Technisch heikel wurde es für die hochsensible RED, als bei einer Unfallszene in einem Tunnel die starken elektrischen Strahlungen der Lokomotive vorübergehend ein «ziemlich kreatives Eigenleben» der Bilder provozierten. Für die spektakulären Einstellungen musste das Team die wenigen Stunden ohne Bahnverkehr zwischen Mitternacht und dem frühen Morgen nutzen.
Obwohl natürlich alles abgesichert wurde, wirkte es für Stephan Christen immer noch «sehr unheimlich und dramatisch», wie sich der Kameramann und ein Schauspieler unter den vorbeidonnernden Zug legen mussten. Regie führte Mike Huber, bekannt vom Regiepool bei Condor Commercials. Er hat bereits bei den ersten beiden Folgen des «Experten» inszeniert. Diese Art von Action liegt dem Absolventen der NY University. Mike Huber inszenierte kürzlich auch «Heldin der Lüfte» mit Melanie Winiger oder den Thriller «Liebe und Wahn». Zudem ist Huber Gründungspartner von Boutic, einem Zürcher Studio für Motion Design.
Mit 3’000 Kopien wird der «Experte» jetzt bei den SBB in verschiedenen Workshops eingesetzt.
Andreas Panzeri

1290581982_img090218_experte3_sbb1
Produzent Stephan Christen (l.) spannte erstmals mit Regisseur Mike Huber zusammen.
1290581982_im090218_sbb_experte2
Im Präventionsfilm «SBB – der Experte» hat die Produktion Addictive zwölf Autos eingesetzt und zwei davon verschrottet.

Cosmic: Eigenwerbung per Agenturentscheider

Die Agentur Cosmic Bern hat ein Tool entwickelt, das dem Nutzer die Wahl einer Agentur erleichtern soll. Auf Agentur-entscheider.ch kann unter verschiedenen Kriterien wie Budget, Zielgruppe oder Marketinginstrument ausgewählt werden.

Die Agentur Cosmic Bern hat ein Tool entwickelt, das dem Nutzer die Wahl einer Agentur erleichtern soll. Auf Agentur-entscheider.ch kann unter verschiedenen Kriterien wie Budget, Zielgruppe oder Marketinginstrument ausgewählt werden. Anschliessend berechnet der Webmechanismus die entsprechende Agentur und präsentiert sie dem Sitebesucher.
Die Idee biete eine kreative Abwechslung in der Agentur-Eigenwerbung, heisst es in einer Mitteilung vom Mittwoch. In der Sonderschrift Brisanz des ADC sei der Agenturentscheider zum ersten Mal im Februar 2009 zu sehen gewesen. Seitdem locke er zahlreiche Interessierte auf die Online-Ausführung der Maschine. Welche Agentur der Entscheider dann nach den jeweiligen Eingaben auswählt, verstehe sich von selbst, heisst es weiter.
Verantwortlich bei Cosmic Werbeagentur Bern AG BSW: Thom Pfister (CD), Julien Junghäni (AD), Roland Zenger (Grafik), Louis Werder, Marc Zehnhäusern, Vasco Bickel, André Hermetschweiler (Maschinenbauer), Simon Schatzmann (Leiter Beratung), Isabella Jungo/Antonia Bekiaris (Text), David Wenz sushie.net, (Programmierung), Fabian Häfeli (Fotos).
img090218_cosmic_agenturentscheider
get_footer();