Aufgefallen

Aufgefallen ist der Werbewoche unter anderem ein Guide zum Design- und Mode-Event «Kreislauf 4 + 5» und eine Kampagne für Erdgas.

Rauchzeichen der Zeit
Wer raucht, verhält sich unlogisch. Das sagt denen, die es noch nicht gemerkt haben, die schweizweite Tabakpräventionskampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG), die von der Zürcher Agentur By Heart/cR Kommunikation konzipiert und umgesetzt wurde. Zehn TV-Spots und sieben Inseratsujets in Deutsch, Französisch und Italienisch wollen Raucher zum Aufhören bewegen und Nichtraucher in ihrem Verzicht auf die Zigi bestärken. Mithilfe dieser Kampagne könnte das funktionieren – und ist angesichts der Schäden, die Rauchen verursacht, «eigentlich logisch». Kein Wunder, dass die Zigarette jetzt geknickt ist.
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Die Designer von der Langstrasse
Am Wochenende vom 9. und 10. Mai findet zum dritten Mal der Design- und Mode-Event «Kreislauf 4 + 5» statt. Gemeinsam machen über 70 Designer, Atelier- und Ladenbesitzer rund um die Langstrasse auf sich aufmerksam. Teil des Projekts ist ein illustrer Guide, der umfassend über das Designschaffen in den Zürcher Stadtkreisen 4 und 5 informiert. Viele Kreative haben ihr Domizil nicht an einer zentralen Passantenlage, sondern in Gegenden mit günstigeren Mietzinsen. Das multikulturelle Langstrassenquartier wird von Designerinnen und Designern geschätzt und als inspirierend empfunden.

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Erdgas für mehr Klimaschutz
Nach ihrem erfolgreichen Start im letzten Jahr geht die neue Kampagne für Erdgas in die zweite Runde. Und streicht abermals die ökologischen und ökonomischen Vorteile von Erdgas heraus. Dabei gibt es zwei Kommunikationsebenen: Broadcast mit TV-Spots, Anzeigen und RailPosters sowie Narrowcast mit Bannern und Kleinanzeigen für Investoren, die in den Immobilienteilen von Zeitungen geschaltet werden. Ein wichtiger Teil sind auch Publireportagen in Interviewform. Betreut wird der Etat von Matter & Gretener.

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Input baut personell aus

Die Unternehmens- und Marketingberatungsagentur Input baut sein Team weiter aus. Nach Lars Längauer und Jörg Staudacher hat die Agentur nun Wolfgang Schuster als Projektleiter engagiert.

Das von Richard Kühn gegründete Schweizer Beratungsunternehmen Input baut sein Team weiter aus. Nachdem bereits vor kurzem Lars Längauer als neuer Partner und Jörg Staudacher als Projektleiter zum Beratungsunternehmen gestossen sind, hat die Agentur nun mit Wolfgang Schuster einen weiteren Projektleiter engagiert. Schuster war nach einem BWL-Studium bei der Migros als Leiter Marktbearbeitung Supermarkt tätig.

Moonsticker.com will von der Schweiz aus die Welt erobern

Ein Feuerschlucker für einen TV-Spot, 15 Can-Can-Tänzerinnen für einen Messestand, ein Texter für eine launige Festrede, ein Ersatzdrummer für die Rockband oder auch ein Ballon-Knüpfer für die Kinderparty: Moonsticker.com ist das Portal, wo man in Zukunft jede Art von Leuten aus dem Showbiz sucht.

Models, Musiker, Moderatoren, Schauspieler und jede andere Art von Leuten aus dem Showbiz haben eine neue Heimat. In Zürich ist heute das internationale Showbusiness-Portal Moonsticker.com offiziell vorgestellt worden. Moonsticker.com ist in der Schweiz mit der Patenschaft von Viktor Giacobbo lanciert worden und will mit Hilfe des Xing Mitbegründers Bill Liao die Welt erobern. «Ich bin hier nur der Quotenpromi», witzelte Viktor Giacobbo in seiner Präsentation.
Der Kabarettist und VR-Präsident des Casinotheaters Winterthur ist aber voll überzeugt von der Idee. Auf Moonsticker kann sich jeder Artist vom Profi bis zum Jekami-Clown gratis seinem potenziellen Markt präsentieren. «Für Künstler gibt es keinen freien Zugang zu den Auftrittsmöglichkeiten, und wir sind den Launen der wenigen Mächtigen ausgeliefert, die bestimmen, wer auf welche Bühne darf», wissen die Initianten von Moonsticker. Als freie Plattform soll Moonsticker aber auch zu einem neu funktionierenden Netzwerk für Agenturen werden.
Schweizer Portal mit weltumspannenden Ambitionen
Die Idee für eine nun «freie Plattform für alle» ist beim Satiriker Andreas Thiel und seinem Freund und IT-Unternehmer Fabian Hediger gereift. Mit Viktor Giacobbo haben die beiden neben dem Aushängeschild auch einen Investor und Verwaltungsrat ins Team geholt. Bereits sind rund 1000 Artisten auf der Beta-Version der Plattform Moonsticker.ch aufgeschaltet. Und weil die Betreiber schnell einmal realisierten, dass die Idee mit nur wenig mehr Aufwand auch ins Ausland exportiert werden könnte, gibt es inzwischen bereits auch Moonsticker.de und Moonsticker.com.
Für die inzwischen realistisch angepeilte weltweite Plattform haben die Schweizer keinen Geringeren als Xing-Mitbegründer Bill Liao gewinnen können. Dieser war bei der Präsentation in Zürich anwesend und erläuterte sein überzeugendes Businessmodell: «Xing wurde gegründet, um seinen Mitgliedern zu helfen. Deshalb sind wir so erfolgreich geworden. Andere Modelle, die nur zum Geldverdienen erfunden worden sind, mussten inzwischen wieder eingestellt werden.»
Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten
Moonsticker ist für alle Anbieter gratis – zumindest in der Standard-Version. Hier können Texte, Fotos, Tondokumente und auch Videos hochgeladen werden. Dazu kann man für geringe Mitgliedergebühren von zusätzlichen Diensten wie zum Beispiel der Verwaltung einer eigenen Website profitieren. Zukünftige Einnahmequellen für die Plattform sind E-Commerce, eine mögliche und unter dem Branchenschnitt liegenden Vermittlungsgebühr für Engagemente – und natürlich Werbung. Diese wird vorderhand von den Betreibern selber akquiriert. Man ist aber in Kontakt mit entsprechenden Spezialisten.
Für die Wartung der Site sind in Zürich bereits zwei Ingenieure vollamtlich angestellt. Die Besetzung von Schlüsselpositionen der Moonsticker-Niederlassungen in Los Angeles und Mumbai «läuft erfolgversprechend», meinte Giacobbo völlig ohne Witz. Die Pointe, dass er mit Moonsticker einmal zum grossen Abräumer an der Börse werden kann, konnte ihm aber nur ein bescheidenes Lächeln entlocken. «Bis jetzt habe ich in all meine Projekte mehr investiert als damit verdient», meinte der Komiker. Bill Liao hingegen ist bereits überzeugt: «Moonsticker ist die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt, darum springen auch die richtigen Leute auf.»
Der Name «Moonsticker» kommt übrigens von der Vorstellung, dass der Mond mit seiner Projektionsfläche zum nächtlichen Träumen von der grossen Karriere ein erstes Zwischenziel bis zur grossen Welt der Sterne oder Stars bedeuten könnte.
Andreas Panzeri

Ein Koffer voller Ideen

In Berlin hat der ADC die «kreative Revolution» ausgerufen.

Die Einsendungen zum Wettbewerb des ADC Deutschland sind in diesem Jahr von rund 9‘000 Arbeiten auf 7‘000 zurückgegangen. Dazu sind auch viele der bisherigen Sponsoren abgesprungen. Als Folge davon waren an der traditionellen Ausstellung nicht mehr sämtliche Arbeiten zu sehen, sondern nur noch die prämierten. «Die Miete einer grösseren Halle für eine ganze Woche lag einfach nicht mehr drin.»
Die Ausstellung und der Kongress ist im alten Kino Kosmos über die Bühnen gegangen. Allerdings präsentierte sich das Zentrum im alten Osten als ein äusserst stimmungsvoller Ersatz. Und die Referenten bei den Workshops waren trotz Sparmassnahmen sehr namhaft, kreativ ausgewählt und kompetent. In einem Referat über «Das revolutionäre Sponsoring» war zum Beispiel zu erfahren, dass bei der Allianz bereits ein Team von zehn Leuten arbeitet, um die Marke und die Botschaften des Unternehmens in die «neuen Medien» zu bringen. «Wer mutig handelt, bekommt mehr Vertrauen geschenkt», machte man sich Mut in einem Panel zum Thema: «Wie verkaufe ich dem Kunden eine freche Idee?» Hier diskutierten ein professioneller Wellenreiter aus Hawaii mit einem Kreativchef. Rund um die Internet-Entwicklung wurde geschätzt, dass heute drei Jahre reichen, bis eine Community so populär wie Facebook ist. Für dieses führende Portal waren in der Pionierzeit noch sechs Jahre notwendig.
«Messaging is dead», lautete eine weitere Einsicht. In Zukunft will der Konsument von der Werbung stattdessen Infos bekommen. «Social Networks bilden das Feld, wo die Marken heute stattfinden.» Als eine interessante Zahl wurde herum geboten, dass klassische Werbung höchstens ein Return von 18 Prozent an Wahrnehmung hat. Das Vertrauen in solche Werbung basiert sogar auf nur 14 Prozent. 78 Prozent der Menschen vertrauen hingegen auf Empfehlungen – und diese findet man «am besten in einem Dialog mit den Verbrauchern». Keine wichtigen Einsichten trotz spannenden Namen brachte ein Panel mit ein paar der berühmtesten Top-Kreativen. Viel Innovation fand sich dafür in einem Showcase «New German Directors». Dieser wurde nach dem Muster ihrer Cannes-Rolle von Saatchi & Saatchi jetzt erstmals auch mit ausschliesslich deutschen Filmern zusammengestellt. Dazu wurde ein Booklet mit den Kontaktdaten der 14 neuen Talente abgegeben.
Andreas Panzeri

Nicht eine, sondern zwei Krisen zugleich

Er habe sich zum Kongress angemeldet, um der Zeitungsbranche beim Sterben zuzusehen, meinte ein Online-Repräsentant. Er könnte sich getäuscht haben. Der 10. European Newspaper Congress in Wien zeigte Wege auf, um Zeitungen für Leser attraktiver zu machen.

Natürlich war die Zeitungskrise am Jubiläums-Kongress im Festsaal des Neuen Rathauses in Wien allgegenwärtig und ein Hauptgesprächsthema unter den über 500 Teilnehmern aus 16 Ländern. Die von Professor Russ-Mohl, Universität Lugano, überbrachten Hiobsbotschaften aus den USA – etwa die Insolvenz ehemals so bedeutender Zeitungen wie der Chicago Tribune, das Abbröckeln der Auflagen, der Anzeigenumsätze und der Börsenkotierungen, die Einsparung von Redaktionsstellen im Ausmass von bis zu 30 Prozent – haben Europa längst eingeholt.
In Wahrheit geht es nicht um eine Krise. Es geht um zwei. Die aktuelle Wirtschaftskrise, gegen welche die schönsten Zeitungskonzepte nicht weiterhelfen. Und die strukturelle Krise der Branche: die Veränderung des Nutzungsverhaltens, das Abwandern der Leserinnen und Leser von den Zeitungen zu den News-Websites. Eines aber nimmt der Zeitung keiner weg: ihre Stellung als Überblicksmedium. Erich Ortner, Chefredaktor der Vorarlberger Nachrichten, brachte es auf den Punkt: Print gibt in 30 Minuten den Überblick über 40 Themen. Da hat man sich im Web grade mal durch ein, zwei Websites geklickt. Und sein Kollege von der Frankfurter Rundschau ist überzeugt, wenn es heute nur das Web gäbe, würde einer, der das Überblicksmedium Zeitung erfindet, als Pio-nier verehrt.
«Less talking, more doing»
Es gibt also nicht unbedingt Grund, so pessimistisch zu sein wie Matthias Geering, Chefredaktor der Basler Zeitung, der mit weiter sinkenden Auflagen rechnet. Und es ist sicher mehr als lautes Rufen im dunk¬len Wald, wenn Männer wie Rupert Murdoch weiter in Zeitungsverlage investieren. Oder wenn ein Unternehmen wie Antonio Giners Innovation International Media Consulting Group alle zwei Wochen irgendwo auf der Welt ein neues Printprodukt lanciert. Woran glauben diese Männer? Was braucht es, um heute mit einer Zeitung Erfolg zu haben? Giner sagt «less talking, more doing» und ist mit allen anderen Referenten einig: Sparen allein wird die Branche nicht retten. Es braucht Innovation. Und es braucht Qualität. Heute ist es wichtiger, der Beste zu sein als der Schnellste – sofern man schnell genug gespart hat, um den wirtschaftlichen Wiederaufschwung dannzumal noch zu erleben. Besser meint nicht klüger, elitärer, traditioneller. Besser meint relevant für den Leser, schön zum Anschauen, verführerisch, vielfältig, überraschend, gut geschrieben, serviceorientiert, professioneller und mediengerecht, das heisst auf die Wahrnehmungsgewohnheiten der jeweiligen Zielgruppe ausgerichtet. Zum Beispiel auch auf die heute 20-Jährigen, die ein Leben ohne Web und Gameboy gar nicht kennen. Und die Zeitung wird kompakter sein, denn es ist eine Tatsache: Es geht den klassischen Medien Werbegeld verloren, weil immer mehr Brands einen immer grösseren Teil ihres Werbebudgets in eigene Medienassets investieren – wie BMW in Corporate Publishing (BMW Magazin), in Web-TV, Blogs, Facebook-Gruppen, iTunes Channel und Corporate-TV. Alles Geld, das den klassischen Medien verloren geht. Kompakt heisst nicht Kurzfutter. Lange Texte machen die Zeitung aus und sind wichtig – wenn die Story stark und gut geschrieben ist. Kompakt heisst fokussiert auf die wichtigen, attraktiven Themen.
Online – on time – full time
Die Zeitung von morgen ist nicht mehr nur gedrucktes Medium. Sie hält den Kontakt mit ihrer Zielgruppe den ganzen Tag. Als Printprodukt, als Online-Kanal, via iPhone, Handy und Blog. Und sie bringt nicht hauptsächlich Nachrichten, sondern was dahinter steht. Denn Nachrichten bekommt heute jedermann jederzeit überall. Das Publizieren der Nachrichten von gestern ist daher für Giner ein einfacher Weg, den raschen Tod von Zeitungen herbeizuführen (siehe Box links). Er sagt: «We are not in the news business. We are in the understanding business.» Genau so sieht es der bekannte Mediadesigner Mario Garcia, und er leitet daraus einen Nachrichtenkreislauf Web – Print – Web ab. Die ersten News im Web, die ausführliche Geschichte in der Zeitung und weitere Umsetzungsformen wieder im Web zusammen mit den Feedbacks und Anregungen der Leserinnen und Leser. Die Mitarbeit der Leser schätzt auch die Basler Zeitung, die bei aussergewöhnlichen Ereignissen schon mehrfach seitenweise Handy-Bilder ihrer Leser veröffentlicht hat – eine umfassende Bildberichterstattung, welche die BaZ-Fotoredaktion so nicht hätte leisten können.
Einig sind sich die Experten auch darin, dass Zeitungen nicht wie Internetseiten aussehen sollen. Nur das Thema Navigation – früher Leserführung genannt – hat durch die Gewohnheiten der Internet-Generation eine noch grössere Bedeutung gewonnen und arbeitet heute mit den Darstellungstechniken der Websites.
Multifunktionäre hinterfragt
Uneinig waren sich die Referenten darin, wie die Online-Inhalte erstellt werden sollen. Während beim österreichischen WirtschaftsBlatt jeder Journalist für alle Plattformen produziert, glaubt 20 Minuten an die Spezialisierung. Der gute Print-Journalist habe schlicht weder die Zeit noch das Know-how, seine Story für mehrere verschiedene Plattformen aufzubereiten – als Text, als gestreamtes Interview, als Pod¬cast oder Videosequenz. Das Online-Angebot ist nicht ein zusätzlicher Distributionskanal von Print, es fährt eigene Geschichten oder führt Print-Geschichten weiter. Deshalb gibt es bei 20 Minuten keinen Joint-Newsroom. Deshalb arbeiten die Print- und die Online-Redaktion in Konkurrenz, wenn auch in Absprache. So weiss die Print-Redaktion jederzeit, wie Online-Stories performen; sie kann auf diese Weise besser als eine klassische Tageszeitungsredaktion beurteilen, wie ein Thema bei der Leserschaft ankommt, ob die Geschichte weitergezogen werden soll und welche Priorität im Blatt ihr zukommt. Umgekehrt sorgt die Printredaktion für Traffic im Online-Angebot oder baut dafür neue Identifikationsfiguren auf. Print und Online sind zwei Ausprägungen derselben Gesamtmarke für dieselbe Zielgruppe, aber mit unterschiedlichen Mitteln. Entscheidend sei für den Brand, meint Print-Chefredaktor Marco Boselli, auf allen Kanälen präsent zu sein – von Print bis iPhone. Welcher dieser Kanäle sich in Zukunft durchsetzen werde, sei heute unklar, aber man sei für alles richtig aufgestellt. Das hat natürlich seinen Preis, das zeigt allein schon die Grösse der beiden Redaktionen: Rund 60 Personen arbeiten heute für die Print-Ausgabe, 40 für Online.
Erfolg haben 20 Minuten und das WirtschaftsBlatt mit ihrem Konzept: 20 Minuten online sei heute rentabel, meint Online-Chef Hansi Voigt. Das WirtschaftsBlatt generiert im Web nicht nur doppelt so viele Printabonnemente, sondern verkauft heute wesentlich mehr seiner bezahlten Online-Newsletter als zuvor.
Bröselhaufen statt Kuchenstück
Die Zeitung von morgen ist über Rückkanäle eng mit ihrer Zielgruppe verbunden – etwa via Twitter, Foren oder Online-Plattformen. Deshalb weiss sie jederzeit genau, welcher Content die Community beschäftigt, wie Dieter Rappold von der Agentur Knallgrau, New Media Solutions, das nennt. So lassen gewisse Redaktionen ihre Leser mitbestimmen, welche Fragen sie dem Gesprächspartner im grossen Zeitungsinterview stellen sollen, und können deshalb darauf zählen, dass das gedruckte Interview auch interessiert. Zudem bietet sie ihren Leserinnen und Lesern die Gelegenheit, sich miteinander auf Plattformen auszutauschen. Etablierte Chefredaktoren haben das «gequirlten Unsinn» genannt. Tatsache ist, dass Menschen jeden Alters und aller sozialen Klassen sich auf diese Weise austauschen – nicht schlecht, wenn die Zeitung in dieser Community vertreten ist, meint Rappold – und etwa die ORF-Redaktion es so hält.
Noch einen Vorteil bietet die Online-Schiene: Zeitungen sind per se auf das Erreichen von grösseren Zielgruppen mit identischen Inhalten angelegt – und das in einer Zeit des Wandels vom Massenmarkt zum massenhaften Nischenmarkt. Online ermöglicht, auf die Fragmentierung einzugehen, das heisst kleinen und kleinsten Gruppen zusätzlich zum Standardmenue ein Spezialgericht anzubieten. Für Zeitungen werde es immer schwieriger, sich ein ganzes Kuchenstück vom Markt abzuschneiden, sagt Rappold. Da müsse man halt an einem Bröselhaufen satt werden.
Die Trends in der Zeitungsgestaltung
Einig sind sich die Redaktoren darin, dass Zeitungsdesign magaziniger wird. Grosse Bilder dominieren die Seiten – auch auf der Front von Qualitätszeitungen. Die Titelseite wird zum Plakat. Dazu kommen mehr Infografik und mehr Fokussierung auf die wichtigen Themen des Tages. «More of less» sagt Giner.
Weil Wien der Kongress der Zeitungsmacher war und nicht der Verleger, kamen die Finanzierungsmodelle weniger zur Sprache als die Wege, wie man eine wirklich gute, anziehende Zeitung macht.
Wien war ein Kongress der Zeitungsmacher, nicht der Verlagsleiter. Deshalb wurde mehr darüber gesprochen, wie die Zeitung von morgen aussehen muss, als wie sie finanziert wird. So war auch auffällig, dass von den wunderschönen in Wien mit Preisen ausgezeichneten Zeitungen viele praktisch keine Anzeigen enthalten. Sie verfügen über andere Finanzierungsquellen – über grosse Verlagshäuser, die im Hintergrund querfinanzieren, über direkte oder indirekte staatliche Presseförderung. Ob diese Quellen in Zukunft weiterfliessen werden, ist ungewiss. Bleibt zu hoffen, dass die aufgezeigten Wege, Leserinnen und Leser an Printprodukte heranzuführen und daran zu binden, Erfolg haben. Denn wenn es eine Logik im Mediageschäft gibt, dann die, dass Produkte mit mehr und mit zufriedeneren Lesern grössere Chancen haben, Werbeumsätze zu generieren. Dass Zeitungen zudem um staatliche Hilfe betteln könnten wie die Autobranche, war zwar im Saal präsent, aber wünschen tut sich das niemand, denn es hiesse wohl auch Einfluss des Staates auf die redaktionellen Inhalte, und das wäre der Tod des freien Journalismus.
Urs Zeier

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Der Stardesigner Mario Garcia beschreibt Szenarien zum Überleben für Zeitungen im multimedialen Zeitalter.
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Die Basler Zeitung gewinnt den Preis Europäische Regionalzeitung des Jahres (von rechts: Michael Admas, Art Direktor, Matthias Geering, Chefredaktor).
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Ursula Fraefel, Chefredaktorin der Thurgauer Zeitung, kann sich vorstellen, dass Online-Inhalte kostenpflichtig werden.
Die Trends in der Zeitungsgestaltung
Vernetzung
Print und Online bilden zwei unterschiedliche Ausprägun¬gen derselben Medien¬marke für dieselbe Zielgruppe.
Fokussierung
Print ist nicht der Ort für etwas von allem. Es ist der Ort für viel von etwas. Frontseiten sind zum Teil einem einzigen Thema gewidmet.
Design
Das Zeitungslayout wird magaziniger. Eine Zeitung,
die nicht schön ist, ist tot.
Navigation
Was früher Leserführung hiess, wird noch stärker betont und bedient sich der Techniken aus dem Internet.
Interaktion
Leser und Zeitung stehen miteinander in Kontakt. Das mehrt das Wissen der Redaktion um die Interessen der Leserinnen und Leser und stärkt die Bindung.
Hintergrund
Print ist der Platz für die gut geschriebene, relevante Story. News gibts überall.
Relevanz
Leser wollen in allen ihren Interessen ernst genommen werden. Themen wie Familie, Beziehungen, Umfeld sowie Service – z. B. zu Videogames – werden wichtiger.

Neue Luzerner Zeitung streicht 20 Stellen

Die Neue Luzerner Zeitung AG streicht bis Ende Jahr 20 Stellen, darunter 10 Redaktionsstellen. Die Neue Luzerner Zeitung erscheint künftig nur noch mit vier Bünden. Grund sind anhaltend rückläufige Einnahmen im Werbemarkt und die Perspektiven abonnierter Tageszeitungen.

Die Neue Luzerner Zeitung (NLZ) erscheint künftig nur noch mit vier Bünden und streicht bis Ende Jahr 10 der 130 Stellen. In der NLZ AG werden insgesamt 20 Stellen abgebaut. Grund sind die anhaltend rückläufigen Einnahmen im Werbemarkt und die Perspektiven abonnierter Tageszeitungen, wie die Herausgeberin der Innerschweizer Quasimonopolistin am Dienstagabend mitteilte. Die Auswirkungen auf das redaktionelle Angebot würden trotz der Sparmassnahmen «nicht dramatisch» sein, sagte Geschäftsleiter Jürg Weber. Über die Bücher geht die Zeitung gemäss Mitteilung auch bei den Beilagen. Nicht geändert werden soll das Konzept der «Zentralschweiz am Sonntag», die seit September 2008 erscheint.
Der Stellenabbau erfolgt über Pensionierungen, Frühpensionierungen, Pensenreduktionen und Kündigungen. Wo Kündigungen unvermeidlich seien, kämen den betroffenen Mitarbeitenden sozialverträgliche Lösungen zugute, heisst es in der Medienmitteilung. Sparen will das Medienhaus bei Abläufen, beim Einkauf und beim Sponsoring. Mit den Sparmassnahmen reagieren die Herausgeber nicht nur auf die Inserateflaute. Weber sagte, auf die Zeitungen dürften mittelfristig härtere Zeiten zukommen. Deshalb sei es auch ein Ziel, die Neue LZ schlank aufzustellen.
Die Neue Luzerner Zeitung AG ist ein Tochterunternehmen der LZ Medien Holding AG. Neben der NLZ und deren Regionalausgaben gibt sie die Zentralschweiz am Sonntag heraus. Zum Angebot gehören auch das Obwaldner Wochenblatt, das Nidwaldner Wochenblatt und die Zuger Presse mit Lokalausgabe Zugerbieter. Die Neue Luzerner Zeitung bietet mit Zisch auch die grösste Onlineplattform der Zentralschweiz an. Zudem gehört Radio Pilatus ebenso zum Medienhaus wie das Regionalfernsehen Tele 1, das neu eine Konzession erhalten hat.

Top der Woche: Peter Hartmeier ist Kommunikator des Monats Mai

Ex-Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier ist von Schweizer Werbung zum Kommunikator des Monats gewählt worden. Ein Teil seiner erfolgreichen Tätigkeit sei auf sein Kommunikationsgeschick zurückzuführen, heisst es in der Begründung.

Ex-Tagi-Chefredaktor Peter Hartmeier ist von Schweizer Werbung zum Kommunikator des Monats gewählt worden. Ein Teil seiner erfolgreichen Tätigkeit sei auf sein Kommunikationsgeschick zurückzuführen, heisst es in der Begründung. Fast sieben Jahre hat Peter Hartmeier die nicht ganz einfache Aufgabe gehabt, die wohl kantigste Zeitungsredaktion des Landes zu leiten. Und dies nachdem er vorher vor allem eher gleichgeschalteten Wirtschaftstiteln vorstand. Nicht wenige gaben dem charismatischen Schaffhauser kaum Chancen, die heterogenen Persönlichkeiten an der Werdstrasse auf eine kontinuierliche Linie zu führen. Doch der begabte Kommunikator, der verärgerte Leser jeweils persönlich besänftigt haben soll, strafte alle seine Kritiker Lügen. Zu den grossen Talenten des scheidenden Chefredaktors gehört zweifellos die Motivationskraft. Seine Argumente scheinen keinen Widerspruch zuzulassen, und seine Überzeugungsfähigkeit nahm manchem den Wind aus den Segeln. Hartmeier scheute sich auch nicht, klare Worte zu verwenden, und er engagierte sich mit markanten Kommentaren auch in unpopulären Themen.

Flop der Woche: Gratiszeitung .ch wird eingestellt

Die Herausgabe der Gratiszeitung .ch wurde per sofort eingestellt, die letzte Nummer erschien am Montag, 4. Mai. Das beschloss der Verwaltungsrat der Punkt ch AG nach intensiver Diskussion über das sehr schwierige wirtschaftliche Umfeld und die ungewissen Aussichten.

Die Herausgabe der Gratiszeitung .ch wurde per sofort eingestellt, die letzte Nummer erschien am Montag, 4. Mai. Das beschloss der Verwaltungsrat der Punkt ch AG nach intensiver Diskussion über das sehr schwierige wirtschaftliche Umfeld und die ungewissen Aussichten. Das Ausmass der rezessiven Entwicklung sei während der Neulancierung im Oktober 2008 nicht absehbar gewesen. So die Pressemitteilung. Angesichts der Schwere der Wirtschaftskrise und der Ungewissheit über deren Dauer sieht es der Verwaltungsrat nicht mehr als realistisch an, dass .ch wie geplant bis Ende 2011 die Gewinnzone erreichen wird. Die Investoren müssten jetzt hohe zweistellige Millionensummen einschiessen. Dazu seien sie nicht bereit, sagte Buob gegenüber der SDA. Der Entscheid zur definitiven Einstellung von .ch steht nun noch unter dem Vorbehalt der Mitwirkungsrechte der Mitarbeitenden, die Vorschläge zur Rettung der Zeitung einbringen können. Von der Einstellung sind 69 Mitarbeitende betroffen. Abgebaut werden insgesamt 61 Stellen. Die zu hundert Prozent werbefinanzierte Gratiszeitung .ch ist Mitte September 2007 erstmals erschienen.

SFLB wirbt für Emmentaler Schweiz

Emmentaler Schweiz hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation entschieden, mit der Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett zusammenzuarbeiten. Die Agentur wurde mit dem gesamten neuen Markenauftritt, von der Verpackung über die Homepage bis zur Imagewerbung, beauftragt.

Emmentaler Schweiz hat sich nach einer Konkurrenzpräsentation entschieden, mit der Werbeagentur Spillmann/Felser/Leo Burnett zusammenzuarbeiten. Die Agentur wurde mit dem gesamten neuen Markenauftritt, von der Verpackung über die Homepage bis zur Imagewerbung, beauftragt. Erste Umsetzungen der Kampagne werden laut einer Mitteilung der Agentur in diesem Herbst zu sehen sein.

Eine Schweinerei nach der anderen

Die Übergänge sind fliessend, das Timing genialisch: Seuchensymptome haben Krisenkommentare und ein paar giftige (sprich: infizierte) Menschen Milliarden toxischer Papiere aus den Schlagzeilen verdrängt. Hauptsache, dieses neuste Medienvirus vermengt nicht Geld und Blut – und beschwört so üble Geister der Vergangenheit. Gastkommentar von Oliver Classen, Mediensprecher der Erklärung von Bern.

Angesichts des vom Davoser Giga-Gipfel gesendeten Anti-Krisen-Gebrabbels wurde im Februar an dieser Stelle noch moniert, die Brandstifter der Weltwirtschaft hätten sich als Feuerwehrleute verkleidet. Nun hat ein noch viel findigerer Spin-Doktor offenbar gedacht, Feuer müsse mit Feuer bekämpft werden. Jedenfalls hat die Schweinegrippe die Bankerschweine im Ranking des grösstmöglichen Übels locker überholt. Das neueste Medienvirus ist die Seuche zur Krise. War in den letzten Monaten auf allen Kanälen von giftigen Wertpapieren die Rede, die dekontaminiert werden müssen, so ist heute jeder Sombreroträger ein potenzieller Todesbote.
Die Metapher der giftigen Geldprodukte bestätigte all jene, die in den Achtzigerjahren ihren Küchenschrank mit Häuptling Seattles Weissagung verunzierten: «Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werden die Menschen feststellen, dass man Geld nicht essen kann.» Wohl wahr: Derivate sind über Nacht toxisch geworden und der Kreislauf des Geldes droht an einer Sepsis zugrunde zu gehen. Wenn allerdings Geld und Blut – und sei’s «nur» sprachlich – miteinander vermengt werden, ist Antisemitismus leider immer noch eine virulente Gefahr, als konservativ gewendeter Antikapitalismus des Unterschichtenfernsehzielpublikums quasi. Aber immerhin: Dass bisher noch niemand aus dem rechtsbürgerlichen Lager versucht hat, mit diesem allzeit abrufbaren Reflex zu punkten, lässt auf einen minimalen Lerneffekt seit der letzten Weltwirtschaftskrise schliessen.
Ein wohl nicht unerwünschter Nebeneffekt der Schweinepest ist ein grenzübergreifendes Gattungsgefühl. Zwar werden nicht alle Menschen Brüder, aber alle Menschen werden krank. Zumindest potenziell, und das reicht ja schon mal für schwachsinnige Schlagzeilen à la «die Seuche ist da» (Blick). Was unleugbar da ist, ist eine unverantwortliche Katastrophengeilheit nicht nur der Boulevardblätter. Und die lässt die durch Banker, Boni und bornierte Politiker gespaltene Gesellschaft wieder enger zusammenrücken. Die Aussicht auf millionenfachen Live-Tod, in Grossaufnahme auf Flu TV (vormals CNN) gezeigt, von dessen Chief Medical Correspondent kundig kommentiert, erzeugt einen wohligen Grusel – und lässt Volksvertreter weltweit schon mal nachrechnen, wie welche Todesrate ihre Wahlchancen beeinflussen würde.
Keine Frage: Das Schwein ist das ideale Wappentier fürs vielschichtige aktuelle Menschheitsdesaster (zur Erinnerung: vor der Finanz- gab’s ja schon eine Klima-, eine Wasser- und eine Ernährungskrise). Die Kälber auf staksigen Beinen zu Zeiten des Rinderwahns waren vielleicht etwas für empathische Wes¬tern-Freunde. Und die toten Schwäne von Rügen an der Uraufführung der Vogelgrippe haben höchstens eingefleischten Lohengrin-Fans Tränen der Rührung entlockt. Aber ein kleines bisschen Schwein steckt in uns allen. Schwein gehabt, heisst es ja nicht umsonst, wenn wir glauben, nochmals davongekommen zu sein. Was sich diesmal erst noch weisen muss. Und Landwirtschaftslobbyisten warben einst mit dem in seiner Schlichtheit sensationellen Slogan: «Schwein muss sein – beiss rein.»
Dass demnächst von Washington über Windhuk bis Wettingen Cervelatesser und Weltreisende ins Gras beissen müssen, scheint im Augenblick zum Glück eher unwahrscheinlich. Vermutlich wird vielmehr bald alles wieder seinen geregelten Gang gehen: «Bad Bank» wird zum Unwort des Jahres, die Grillsaison dank mexikanischen Würstchen ein Grosserfolg und Atemmasken der letzte Schrei im Karneval 2010. Ansonsten wird so gestorben wie bislang üblich: an Dreckwasser, Unterernährung oder Aids, vor allem aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Obergericht senkt Strafmass gegen SF-Mitarbeiter

Das Zürcher Obergericht hat im zweiten Anlauf erneut mehrere Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens zu bedingten Gelstrafen verurteilt. Es ging um heimliche Filmaufnahmen der Sendung Kassensturz. Nun wurde das Strafmass gegenüber einem ersten Prozess vor Obergericht im Jahr 2007 leicht gesenkt.

Das Zürcher Obergericht hat im zweiten Anlauf erneut mehrere Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens zu bedingten Gelstrafen verurteilt. Es ging um heimliche Filmaufnahmen der Sendung Kassensturz. Wie die SDA in einer Mitteilung schreibt, wurde nun das Strafmass gegenüber einem ersten Prozess vor Obergericht im Jahr 2007 leicht gesenkt. Damals erhielten die Angeklagten bedingte Geldstrafen von bis zu 15 Tagessätzen. Die Strafsenkung ist auf den Freispruch vom Vorwurf der Verletzung des Geheim- und Privatbereichs zurückzuführen.
Chefredaktor Ueli Haldimann kassierte eine bedingte Geldstrafe von zwölf Tagessätzen zu 350 Franken, der frühere Redaktionsleiter Hansjörg Utz zwölf Tagessätze zu 200 Franken bedingt und eine Redaktorin zwölf Tagessätze zu 100 Franken auf Bewährung. Eine Teilzeitmitarbeiterin kam am mildesten davon. Sie erhielt gemäss dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil eine bedingte Geldstrafe von vier Tagessätzen zu 30 Franken.
Die TV-Mitarbeiter hatten gegen das erste Obergerichtsurteil beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht . Dieses bestätigte im letzten Herbst zwar das Urteil des Obergerichts im Grundsatz, wies es jedoch zur Neubeurteilung des Strafmasses ans Obergericht zurück. Das oberste Gericht hielt jedoch fest, dass sich das Vorgehen der Journalisten nicht mit den journalistischen Berufspflichten oder der Wahrung berechtigter Interessen rechtfertigen lasse. So wäre es nicht notwendig gewesen, die Gespräche mit Versicherungsagenten heimlich aufzunehmen.
Der Kassensturz hatte im Februar 2003 in einer Privatwohnung heimlich Beratungsgespräche von Versicherungsvertretern mit einem Lockvogel gefilmt. Mit der Ausstrahlung sollten Missstände bei der Versicherungsberatung aufgedeckt werden.

Quartett: Der ADC hat neu ein Kopräsidium

Nachdem die «Vereinigung der führenden Werbekreativen» in ihrem Vereinsjahr 2008/09 noch einmal mehr öffentliche Wirkung denn je erzielte, tritt Jean Etienne Aebi zurück und übergibt die Führung an ein Kopräsidium aus vier Mitgliedern. An der Mitgliederversammlung vom 5. Mai hat sich der Art Directors Club für diese zukünftig kollektive Führung entschieden.

Nachdem die «Vereinigung der führenden Werbekreativen» in ihrem Vereinsjahr 2008/09 noch einmal mehr öffentliche Wirkung denn je erzielte, tritt Jean Etienne Aebi zurück und übergibt die Führung an ein Kopräsidium aus vier Mitgliedern. An der Mitgliederversammlung vom 5. Mai hat sich der Art Directors Club für diese zukünftig kollektive Führung entschieden. Sie reprä­sentiert das Spektrum der Interessen der vielfältigen Mitglieder von Freischaffenden bis Grossagentur-Vertretern. Das gemeinsame Präsidium übernehmen Markus Gut, Alexander Jaggy, Markus Ruf und Martin Spillmann. Vorstandsmitglieder mit Ressortverantwortung sind Geri Aebi, Valentina Herrmann, Daniel Krieg, Andreas Prokesch und Urs Schrepfer. Die Geschäftsführung verbleibt bei Helen Müller. David Allemann, Michael Conrad, Marion Marxer und Hanspeter Schweizer treten aus dem Vorstand aus – zusammen mit dem Präsidenten Jean Etienne Aebi. Statt mit einer üblichen Abschiedsrede trat der ADC-Präsident mit einer vertonten «Fabel von den Architekten und der Droge Ruhm» ab, einer schalkhaften Parodie auf die ADC-Geschichte und die Eigenheiten der doch so intelligenten Kreativen.
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Markus Gut.
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Alexander Jaggy.
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Markus Ruf.
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Martin Spillmann.
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