Twitter steht nicht zum Verkauf

Der Microblogging-Dienst Twitter lässt sich vorerst von niemandem schlucken. Wie Mitbegründer Biz Stone im US-Fernsehen betonte, wolle sein Unternehmen unabhängig bleiben.

Der Microblogging-Dienst Twitter lässt sich vorerst von niemandem schlucken. Wie Mitbegründer Biz Stone im US-Fernsehen betonte, wolle sein Unternehmen unabhängig bleiben.
Zuletzt waren wilde Gerüchte über den Preis und die Übernahmeavancen gewisser Computergiganten kursiert. Unter anderem war vermeldet worden, dass Apple, Google und Microsoft grosses Interesse signalisiert hätten. Dabei war immer wieder von Angeboten in der Höhe von 700 Millionen Dollar zu lesen. Stone betonte nun jedoch in der US-Fernsehshow The View, dass man selbstständig bleiben und sich auf die Entwicklung neuer Features konzentrieren wolle.

Grosse Mandate für Schaerer & Partner

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Schweizer Fotopreis: Die Interviews mit den drei Nominierten für Werbefotografie

Am Freitagabend wird in Zürich mit dem EWZ Selection Award der begehrteste Fotopreis der Schweiz vergeben. Unter den insgesamt 18 Anwärtern auf eine Trophäe sind drei für die Kategorie Werbefotografie nominiert. Die Werbewoche sprach mit Tine Edel, Jonathan Heyer und Maurice K. Grünig über ihre Arbeiten, das Leben als FotografIn und darüber, was sie sich von der Preisverleihung erhoffen.

Tine Edel

«Ich verstehe Räume und Orte als Bühnen, auf denen sich Menschen inszenieren lassen»

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  Frau Edel, Sie wurden für den Fotopreis in der Kategorie Werbefotografie nominiert – hat sie das überrascht?
Ja, es ist immerhin ein sehr renommierter Preis, und da macht man sich erstmal nicht viele Hoffnungen. Vor der Nomination ging ich zudem an jene Veranstaltung, wo alle 460 Arbeiten ausgestellt wurden; die meisten Fotografien waren sehr stark, vor allem die redaktionellen.
Sie haben Fotografien für einen Unternehmenskalender abgegeben. Arbeiten Sie meist im Bereich Werbefotografie?
Ich arbeite hauptsächlich als Theaterfotografin in St. Gallen. Ansonsten habe ich auch schon für ein Magazin fotografiert, oder ich erhalte

punktuell Aufträge, wie solche für den Unternehmenskalender. Bei dieser Arbeit war ich übrigens sehr frei, die Fotos so zu machen, wie ich sie mir vorstellte. Der Auftraggeber gab mir eine Carte Blanche. Die gestalterische Freiheit hat viel zum Resultat beigetragen.
Verfolgen Sie in ihrer Fotografie ein ganz bestimmtes Thema?
Das Portrait steht im Mittelpunkt meines Interesses. Zudem verstehe ich Räume und Orte als Bühnen, auf denen sich Menschen inszenieren lassen, was stark mit meiner Arbeit am Theater zu tun hat. Darsteller auf der Bühne zu fotografieren schult den Blick in einer ganz bestimmten Weise. Würde ich nicht am Theater arbeiten, wäre die abgegebene Arbeit nicht so, wie sie ist.
Ich habe bisher nur das Foto mit dem Höhlenmenschen vor der Tankstelle gesehen. Es wirkt auf eine eigenartige Weise gestellt, die Elemente auf dem Bild wollen partout nicht zusammenpassen.
Der Höhlenmensch ist nicht perfekt verkleidet, die Verkleidung ist sichtbar. Trotz der Felle und der Haare hat man immer noch den Eindruck, das da ein ganz normaler Mensch aus dem 21. Jahrhundert steht. Damit spielt das Bild. Deshalb wurde auch das Licht natürlich belassen, es ist nicht märchenhaft, was die verschiedenen Elemente zu einem harmonischen Ganzen hätte zusammenfügen können. Das Bild gibt zu, dass es eine Illusion ist.
Was bedeutet diese Arbeit für Sie?
Mit diesen Fotografien habe ich einen Punkt gesetzt, irgendwie stimmt da alles, deshalb habe ich sie auch eingereicht. Ohne die Freiheit aber, die mir mein Auftraggeber gelassen hat, wäre dies nicht möglich gewesen.
Was erhoffen Sie sich von der Nomination – abgesehen vom Preis in der Kategorie Werbefotografie?
Es ist ein gesellschaftlicher Anlass, man wird andere Fotografen sehen und sprechen können. Es wird sicher ein schöner Treffpunkt.
Interview: elk

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Projekttitel: Auf dem Schrottplatz
Kategorie: Werbefotografie
Auftraggeber: Kalender für die Firma Solenthaler Recycling AG
Agentur: Festland St. Gallen
» Sämtliche eingereichten Fotografien

Jonathan Heyer

«Ich arbeite am liebsten auf grossen Sets und mit grossen Bauten»

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  Jonathan, hat Dich die Nomination für den Schweizer Fotopreis überrascht?
Schwierige Frage… Ich war überrascht, dass ich mit dieser Arbeit nominiert wurde. Ich habe insgesamt drei Arbeiten eingereicht, und ehrlich gesagt, die Arbeit von Cleandent war mein Favorit. Sie hat bereits beim ADC im Bereich Fotografie Bronze gewonnen. Deshalb war ich ein wenig, naja, wie gesagt, überrascht.
Welche Arbeiten machen Dir am meisten Freude?
Das, was ich hauptsächlich mache: Die Werbefotografie. Ich habe seit fünf Jahren ein Studio, und das macht mir auch am meisten Spass. In meinem Geschäft steckt sehr viel Herzblut drin. Neben der klassischen Werbefotografie fotografiere auch für die NZZ am Sonntag und das Magazin Z, meistens im Bereich Mode oder Stil.

Verfolgst Du neben Deiner Arbeit weitere Projekte, denkst Du an bestimmten Themen herum?
Vor kurzem habe ich zwei Videoclips gedreht, einen für Marc Sway und einen für Richie, ehemals Plüsch. Das sind aber Ausnahmen. Ich mache eigentlich mit meinem Studio genau das, was ich möchte. Dabei arbeite ich am liebsten auf grossen Sets und mit grossen Bauten, weil da die Möglichkeiten der Inszenierung am breitesten sind.
In der nominierten Arbeit hast Du drei Bilder für das Migros-Label Terra Suisse gemacht. Als ich sie zum ersten Mal sah, fragte ich mich, was daran fotografiert und was computergeneriert war.
Die Bilder mit dem Hasen, dem Frosch und dem Wiesel bestehen aus zwei Aufnahmen, einem Hintergrundfoto und einer Studioaufnahme. Das Hintergrundfoto zeigt eine unveränderte Landschaft, so wie sie sich dem Auge präsentiert. Im Studio hingegen wurden die Tiere und weitere Elemente des Vordergrunds abgelichtet. Dann wurden die zwei Ebenen zusammengebracht, natürlich auf dem Computer.
Alle drei, Hase, Frosch und Wiesel, sind in ziemlich unnatürlichen Posen abgebildet – der Hase und das Wiesel verschränken sichtlich entspannt die Vorderläufe hinter dem Kopf…
Ja, es war ein ziemliches Ding, das in den Kasten zu bekommen. Beim Hasen und beim Wiesel handelt es sich um ausgestopfte Exemplare, der Frosch wurde modelliert. Sie in eine gewünschte Position zu bekommen, die auch noch glaubwürdig aussieht, war eine Riesenarbeit. Nicht zuletzt deshalb, weil wir das eher ausgefallene Problem hatten, dass es nicht ganz einfach war, Tierpräparatoren zu finden, die die Tiere in einer unnatürlichen Pose zeigen wollten…
Insgesamt also ein beträchtlicher Aufwand, der da betrieben wurde.
Ja. Die Migros hatte bei den Bildern einen sehr hohen Anspruch: Sie sollten surreale Welten zeigen, gleichzeitig sehr schöne Natur. Weiter sollten keine Monokulturen abgebildet werden, also reine Weizen- oder Gemüsefelder, sondern eine diversifizierte Landwirtschaft, um dem Label Terra Suisse Rechnung zu tragen, das eben für Produkte aus diversifizierter, naturgerechter Landwirtschaft steht. Die Vermeidung von Monokulturen war sehr wichtig. Um diversifizierte Landwirtschaft stärker zu betonen, wurden überdies Tiere wie auch Pflanzen gewählt, die unter Artenschutz stehen.
Was erhoffst Du Dir von der Nomination – abgesehen vom Preis in der Kategorie Werbefotografie?
Es ist schön, dass mein Name wieder mal erwähnt wird, das ist natürlich auch eine Art Werbung für mich. Und es ist auch schön, die Fotos wieder mal so gross zu sehen.
Interview: elk

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Projekttitel: Hase, Frosch und Wiesel ganz entspannt
Kategorie: Werbefotografie
Auftraggeber: Plakat- und Inseratekampagne für Terra Suisse / Migros
Agentur: Exxtra Kommunikation
» Sämtliche eingereichten Fotografien

Maurice K. Grünig

«Von der kommerziellen Fotografie lebe ich, meine eigenen Projekte brauche ich»

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  Frau Grünig, hat Sie die Nomination für den Schweizer Fotopreis überrascht?
Ja sehr. Ich habe schon drei, vier Mal Arbeiten eingegeben, das gehört für mich als Fotografin dazu, bisher wurde jedoch keine nominiert. Natürlich ist das sehr abhängig von den Personen in der Jury, denen die Bilder entweder gefallen oder nicht. Und jedes Jahr werden sehr viele Arbeiten eingegeben. Ich war am Preview Day, die Auswahl war riesig. Gerade deshalb habe ich mich total gefreut.
Sie haben diesmal eine Eigenwerbung für Ihre Ateliergemeinschaft eingegeben – in welchem Bereich arbeiten Sie üblicherweise?
Ich bin jetzt seit 16 Jahren selbständig und mache viel im Bereich Reportagen, zum

Beispiel solche über Regionen und ihre kulinarischen Eigenheiten. Dafür arbeite ich oft mit den Magazinen Salz und Pfeffer oder Buon Gusto zusammen. Ab und zu fotografiere ich auch im Bereich Architektur und Innenarchitektur. Ich bewege mich dort, wo etwas mit Mensch und Leben zu tun hat.
Verfolgen Sie nebst dem Auftragsschaffen auch eigene Projekte?
Ja, und das ist für mich sehr wichtig. Von der kommerziellen Fotografie lebe ich, meine eigenen Projekte brauche ich. Anders gesagt: Von meiner Auftragsarbeit verdiene ich meinen Lebensunterhalt – ich habe zwei Kinder –, und von meiner privaten Arbeit gehen immer wieder wichtige Impulse für Auftragsarbeiten aus. Mir ist es sehr wichtig, einen Ort zu haben, wo ich meine eigenen Ideen ausleben kann, ohne Anforderungen von Aussen. Meine privaten Projekte, die ich dann auch ausstelle, nehmen aber meist längere Zeit in Anspruch.
Welchen Themen gehen Sie in Ihren eigenen Arbeiten nach?
Ich begleitete beispielsweise während einem Jahr die Nonnen im Kloster Müstair, die Aussenstehenden sonst keinen Zutritt gewähren. Dafür habe ich wiederholt eine Woche oder ein paar Tage das Kloster besucht und fotografisch mitverfolgt, wie diese alten Frauen zusammen ihren Alltag bewältigen. Es hatte etwas sehr Archaisches. Durch Pro Helvetia hatte ich überdies die Möglichkeit, während einem halben Jahr in Kairo zu arbeiten. Die ersten drei Monate fotografierte ich für mich selbst, nachher begleitete ich Schüler einer Fotofachklasse, mit denen ich eine Arbeit über ihre Familien machte. Die Lehrtätigkeit und die Arbeit im arabischen Raum haben mich sehr geprägt. Das ist jetzt zehn Jahre her, ich überlege mir, dieselbe Arbeit zu wiederholen. Aber das braucht Zeit.
Sie haben eine Eigenwerbung für Ihre Ateliergemeinschaft eingegeben. Wie ist die entstanden?
Wir teilen seit 15 Jahren zu viert ein Atelier, haben es aber noch nie gegen aussen präsentiert. Daraus entwickelten wir die Idee mit den Kreaturen, die alle aus Materialien zusammengesetzt sein sollten, die bei uns herumliegen – Nägel, Filmbänder, CDs, Stromkabel usw. Mit den Fotografien der Kreaturen druckten wir dann Postkarten.
In der Beschreibung Ihrer Arbeit steht, die Fotografien seien aus dem Moment heraus, ohne Vorbereitung, entstanden. Dafür sehen sie fast ein wenig zu gut aus.
Ja, das ist vielleicht etwas missverständlich formuliert. Natürlich sind Ort und Lichtgestaltung bewusst gewählt, obwohl ich nur Tageslicht und eine Leuchte benutzt habe. Dennoch ging es darum, die Kreaturen so zu zeigen, als wären sie plötzlich im Büro aufgetaucht. Die Fotos sollen alltäglich, beinahe zufällig wirken.
Was erhoffen Sie sich von dieser Nomination – abgesehen vom Preis in der Kategorie Werbefotografie?
Bereits die Nomination ist für mich eine riesige Auszeichnung. Es ist auch eine Bestätigung für mein jahrelanges Schaffen, das immer wieder von Unsicherheit begleitet war. Was ich mit erhoffe? Ich lasse mich überraschen. Die Nomination ist das Wichtigste.
Interview: elk

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Projekttitel: Kreaturen
Kategorie: Werbefotografie
Auftraggeber: Postkartenserie, Eigenwerbung / Ateliergemeinschaft Ottostr. 17, Z
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Saatchi & Saatchi lanciert weltweite Aktion für das Rote Kreuz

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Jung von Matt lanciert für Obi die Garten-Saison

Der Frühling ist die Zeit der Spaten und Schaufeln: Pflanzen und Säen ist angesagt. Die Agentur Jung von Matt/Limmat hat für Obi eine Radiokampagne entwickelt, in welcher der Baummarkt als bester Freund des grünen Daumens positioniert wird.

Der Frühling ist die Zeit der Spaten und Schaufeln: Pflanzen und Säen ist angesagt. Die Agentur Jung von Matt/Limmat hat für Obi eine Radiokampagne entwickelt, in welcher der Baummarkt als bester Freund des grünen Daumens positioniert wird.
Die 7-teilige Spot-Serie läuft unter dem Namen «Die Welt in 7 Tagen!». Darin ruft Obi zu einer Art privaten Genesis auf und hält sich dabei strikte an das grosse Vorbild der göttlichen Erschaffung der Welt. Inhaltlich werden alle Themen vom ersten Tag, mit der Erschaffung von Licht und Schatten, bis zum siebten Tag, an dem man Ruhen soll, zelebriert. Aber auch formal hat die Agentur versucht der Schöpfung Rechnung zu tragen: Es gibt spezielle Spots für jeden Wochentag von Montag bis Sonntag.
Die Spots sind seit kurzem auf verschiedenen Schweizer Privatradios zu hören.
Verantwortlich bei Obi Schweiz: Margrit Østergaard (Marketingleitung), Fabienne Auer (Assistenz Marketing). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Michael Rottmann, Alexander Jaggy (Creative Direction), Thomas Ammann (Text), Dominic Daeppen, Ariane Sonderegger (Beratung), Erasmo Palomba (Art Buying). Recording: Jingle Jungle.
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Scholz & Friends Berlin: Kampagne für Reporter ohne Grenzen entwickelt

Die Agentur Scholz & Friends Berlin hat unter dem Motto «Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar» für die Organisation Reporter ohne Grenzen eine Kampagne entwickelt, welche die Konsequenzen von fehlender unabhängiger Berichterstattung in den Fokus rückt.

Die Agentur Scholz & Friends Berlin hat unter dem Motto «Ohne Pressefreiheit bleiben Opfer unsichtbar» für die Organisation Reporter ohne Grenzen eine Kampagne entwickelt, welche die Konsequenzen von fehlender unabhängiger Berichterstattung in den Fokus rückt. Im Mittelpunkt der Kampagne steht ein 30-sekündiger TV-Spot, der deutschlandweit auf mehreren TV-Sendern sowie online zu sehen ist.
> Zum Spot
Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2009 konzipierte Scholz & Friends Berlin ausserdem eine Installation vor dem Brandenburger Tor: In einem Drahtkäfig wurde die zerfetzte Kleidung Misshandelter platziert. Die Opfer selber blieben unsichtbar.
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Installation vor dem Brandenburger Tor.

Auch Spanien drängt auf TV-Werbeverbot

Nach Spanien will nun auch Frankreich: Die spanische Regierung plant ein Werbeverbot für den Staatssender TVE. Damit würden dem Sender rund die Hälfte seiner Einnahmen verloren gehen.

Nach Spanien will nun auch Frankreich: Die spanische Regierung plant ein Werbeverbot für den Staatssender TVE. Damit würden dem Sender rund die Hälfte seiner Einnahmen verloren gehen.
Wie die österreichische Zeitung Standard berichtet, sollen die Verluste durch Zahlungen der Telekomkonzerne, Privatsender und eine Abgabe für die Nutzung von Radio- und Fernsehfrequenzen ausgeglichen werden. Des Weiteren soll TVE künftig nicht mehr als zehn Prozent ihres Budgets für Sportrechte ausgeben dürfen.
Im letzten Jahr hatte der Sender rund die Hälfte seines satten Gewinnes von 1,2 Milliarden Euro aus Werbung erwirtschaftet.

74. BSW-Mitgliederversammlung: Frank Bodin fordert Fairness, Stil und Solidarität

An der Mitgliederversammlung des Verbandes der führenden Werbe- und Kommunikationsagenturen der Schweiz appellierte BSW-Präsident Frank Bodin an die Agenturen und an die Werbe-Auftraggeber und forderte sie auf, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen besonderen Fokus auf einen fairen und respektvollen Umgang miteinander zu richten.

An der Mitgliederversammlung des Verbandes der führenden Werbe- und Kommunikationsagenturen der Schweiz, welche dieses Jahr in der Park-Villa Rieter in Zürich stattfand, appellierte BSW-Präsident Frank Bodin an die Agenturen und an die Werbe-Auftraggeber und forderte sie auf, in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten einen besonderen Fokus auf einen fairen und respektvollen Umgang miteinander zu richten. Bodin mahnte seine Mitglieder und Branchenkollegen laut Mitteilung, den Code Moral jetzt umso mehr zu befolgen und eine Haltung von Fairness, Respekt und Solidarität innerhalb der Branche, gegenüber der Öffentlichkeit und gegenüber den Werbe-Auftraggebern zu zeigen. Gleichzeitig appellierte er aber auch an die Auftraggeber, hohe professionelle Qualität trotz wirtschaftlichem Druck entsprechend fair zu honorieren. Es dürfe nicht sein, dass Agenturen nur nach dem Preis und nicht nach Ideen und Arbeitsqualität beurteilt werden, sagte Bodin.
Keine Kreation bei kleinen Pitches
Bei Pitches mit einem Budget unter 300‘000 Franken wollen die führenden Agenturen der Schweiz künftig nur noch eine Agenturpräsentation mit projektbezogenem Gespräch anbieten und auf Kreativvorschläge verzichten. Damit sollen unsinnige Kosten sowohl auf Seiten der Agenturen als auch der Auftraggeber vermieden werden – der Agenturaufwand für Pitches mit Kreation bewegt sich zwischen 50‘000 und 120‘000 Franken und bei den Auftraggebern absorbiert ein Pitch enorme interne zeitliche und personelle Ressourcen.
Transparente Honorierungsmodelle für Mediaagenturen
Die Mediaagenturen bewegen sich in einem schwierigen Geschäftsfeld zwischen den hohen Anforderungen der Auftraggeber einerseits und ihrer ungenügenden Honorierung andererseits sowie sinkenden Mediapreisen und immer härterem Konkurrenzkampf der Medienanbieter. Um in diesem Umfeld eine klare Regelung und faire Rahmenbedingungen zu garantieren, forciert der BSW den «Code of Conduct für das Media-Business», ein Grundsatzpapier, das gemeinsam von den Werbeauftraggebern, den Verlagen, den Vermarktern und den Mediaagenturen im bsw leading swiss agencies unterzeichnet wird. Ebenfalls will der Verband Rechtsunsicherheit bei Honorierungsmodellen beseitigen und in einer Kommission Vorschläge für eine Preisstruktur der Medien ausarbeiten.
Werbeverbote und Werbe-Ethik
Der BSW will sich im Rahmen des «Forum Freie Kommunikation», welches der interessierten Öffentlichkeit im Frühsommer vorgestellt wird, für den Dialog zwischen den betroffenen Parteien engagieren und die gesellschaftliche Verantwortung der Agenturen im Rahmen der Werbefreiheit unterstreichen. Nachhaltigkeit, Umwelt, Gesellschaft, Gemeinnützigkeit, Wertewandel usw. sind Themen, mit denen sich die Agenturen täglich auseinandersetzen. Gegenwärtig wird ein «Corporate Responsibility Guide» erstellt, der auch der Öffentlichkeit zugänglich sein wird.
Aus- und Weiterbildung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
Auch wenn viele Agenturen in diesem Bereich zum Sparen gezwungen sind, erachtet der BSW die Förderung des Know-hows in der Branche als Schlüssel zur Qualität und zum Erfolg. Das verbandseigene Weiterbildungsprogramm wurde an die wirtschaftliche Realität angepasst: Kooperationen, kürzere Seminare und kürzere Wege sollen allen Mitgliedern den Besuch der Seminare ermöglichen.
Geprüfte Qualität der Agenturen als Investitionssicherheit für Auftraggeber
Ab Herbst 2009 werden alle Mitglieder alle zwei Jahre einem Qualitäts-Check unterzogen. Die Zertifizierung wird intern durch eine neutrale Stelle durchgeführt. Ziel ist ein Qualitätslabel und Gütesiegel als Investitionssicherheit für Auftraggeber. Die Agenturen verpflichten sich damit zur Aktualisierung und Qualitätsförderung. Mit dem neuen System werden auch Agenturen, welche dem Verband beitreten wollen, noch eingehender auf Herz und Nieren geprüft.

Zu guter Letzt: Am Allgemeinwissen geschraubt

Da haben wir’s wieder: Kurz nachdem der Vater den zwanzigbändigen Brockhaus mit den Worten «heute gibt es genauso gute Nachschlagewerke im Internet!» entsorgt hat, wird Wikipedia einmal mehr als sehr Sabotage anfällig entlarvt.

Da haben wir’s wieder: Kurz nachdem der Vater den zwanzigbändigen Brockhaus mit den Worten «heute gibt es genauso gute Nachschlagewerke im Internet!» entsorgt hat, wird Wikipedia einmal mehr als sehr Sabotage anfällig entlarvt. Ein irischer Student hat eingeräumt, dem unlängst verstorbenen Komponisten Maurice Jarre auf Wikipedia frei erfundene Zitate zugeschrieben zu haben. Mehrere grosse Zeitungen übernahmen die falschen Zitate für ihre Nachrufe. Er habe für eine Studienarbeit herausfinden wollen, wie sehr Journalisten sich auf das Internet verliessen, erklärte der 22-jährige Soziologie- und Wirtschaftsstudent Shane Fitzgerald in einem Beitrag für die Irish Times vom Donnerstag. Er sei davon ausgegangen, dass allenfalls Internetforen oder kleinere Zeitungen auf seine Manipulationen hereinfallen würden. Doch er lag falsch: Qualitätszeitungen in England, Indien, Amerika und in Australien fielen darauf herein. Der Student hatte Jarre in dem Wikipedia-Eintrag unter anderem die Worte in den Mund gelegt: «Wenn ich einmal sterbe, wird in meinem Kopf ein letzter Walzer spielen, den nur ich hören kann.»

Kreativwettbewerb best YET in London lanciert

Am Donnerstag und Freitag findet im London Art House der Wettbewerb best YET statt. Junge Kreative aus ganz Europa müssen binnen 24 Stunden ein Zeitungsinserat gestalten – ausgerüstet nur mit einem weissen Blatt Papier, ein paar Stiften und einer guten Idee. Die Werbewoche ist live dabei.

Ein Zeitungsinserat muss den Leser in weniger als zwei Sekunden fesseln, sonst wird es überblättert – was Werber und Unternehmen natürlich verhindern wollen. Junge Kreative lernen deshalb, wie sie Menschen in Sekundenbruchteilen fesseln können: Hingucker sind gefragt. Was sie auf dem Kasten haben, können europäische Nachwuchstalente Jahr für Jahr beim best YET-Wettbewerb beweisen. Wer das Fesselspiel beherrscht und damit den Titel «best Young European Team 2009» verdient, wird derzeit in London ermittelt. Am Donnerstag um 15 Uhr Ortszeit haben die Teilnehmerteams das Briefing erhalten, die drei Sieger des Kreativwettbewerbs werden am Freitag gegen 18 Uhr Ortszeit feststehen. Auf Werbewoche Online lesen Sie unmittelbar danach, wer es geschafft hat.
Fundraising für Bildung
Nach der Begrüssung durch Robert Ray, Marketingdirektor der Londoner Newspaper Society, startete der Wettbewerb wie jedes Jahr mit einem genauen Briefing zum Thema, zu dem der Nachwuchs ein Inserat gestalten soll. Vorgestellt wurde das Thema von Stef Jones, dem Vorsitzenden der Jury. In diesem Jahr müssen die Teilnehmer ein Inserat für den World Literacy Day entwickeln, der am 8. September 2009 von Room to Read veranstaltet wird. Room to Read ist eine Organisation, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Kindern den Zugang zu Bildung und Literatur zu ermöglichen. Das Inserat soll zum einen transportieren, warum Bildung insbesondere für Kinder wichtig ist, zum anderen soll es Menschen zum spenden für die Organisation mobilisieren und für den Literaturtag interessieren. Speziell dabei: Die Menschen, die das Inserat anspricht, können lesen – die, um die es geht, können nicht lesen.
Für die Konzeption ihres Inserats haben die Teilnehmer 24 Stunden Zeit. Denn in der Werbung zählen nicht nur gute Einfälle, sondern auch das Tempo, mit denen man sie aufs Papier bringen kann. Dass die Kandidaten bei ihren Kreationen nur ein Blatt und ein paar Stifte benutzen dürfen, ist eine besondere Herausforderung. Denn schliesslich gehören Zeichnen und handwerkliche Fertigkeiten heute nicht mehr unbedingt zum Rüstzeug eines jeden Werbers. Es geht ja auch einfacher: Nach ein paar Klicks spuckt der Computer das Sujet so aus, wie man es sich wünscht.
Hand- und Kopfarbeit gefragt
Die best YET-Teilnehmer haben es schwerer. Sie müssen im Kopf erst einmal ein tragfähiges Konzept entwickeln, das sie dann auch noch per Hand skizzieren müssen. Wer das schafft, hat wirklich einen Preis verdient: Die Kreation des best YET-Siegerteams wird zwar nicht wie beim Wettbewerb «Das kann nur ein Inserat» professionell umgesetzt und lanciert, aber sie wird in ganz Europa publiziert, die Namen der Gewinner werden sich in allen Agenturen der zehn teilnehmenden Länder wie ein Lauffeuer verbreiten. Und das Sahnehäubchen: Das Siegerteam darf für vier Tage nach Cannes reisen, zum Cannes-Lions-Werbefestival vom 21. bis 24. Juni. Die ersten drei Gewinnerteams erhalten ausserdem ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme am Wettbewerb.
Um die Wette kreieren
Insgesamt 19 Teams aus zehn Ländern treten heute und morgen in London an, um zu zeigen, wie schlagkräftig Inserate sein können. Morgen, Freitag 8. Mai, müssen die Jungkreativen ihr Konzept und ihren Entwurf dann auf Englisch vor der best YET-Jury und Medienvertretern präsentieren. Dafür haben sie zwei Minuten Zeit. Um den ersten, zweiten und dritten Platz bei best YET 2009 kämpfen:
Belgien
Team 1: Ross McCurrach & Arnaud Bailly, Saatchi
Team 2: Pieter Claeys & Jef Boes, Germaine
Deutschland
Team 1: Marco Gabriel & Nicolas Ritter, Hochschule für Gestaltung HfG, Offenbach am Main
England
Team 1: Joe Talboys & Alex Allen
Team 2: Enrique Reija & Borja Alvarez
Frankreich
Team 1: Paul Kreitman & Alexis Benoit, CLM/BBDO, Paris
Team 2: Charles Lefort & Viken Guzel, BETC Euro RSCG, Paris
Kroatien
Team 1: Drazen Novak & Borna Obranovic
Team 2: Klara Simmunovic & Lena Telenta
Niederlande
Team 1: Reinier Gorissen & Marlon Shoudesh von Franquemont
Team 2: Job Damien Bakker & Paul van Raak
Norwegen
Team 1: Finn Knudsen and Eirik Sørensen, DIST Norway
Team 2: Torkel Bjørnstad Sveen and Eirik Stensrud, Kitchen
Österreich
Team 1: Stefan Grigic & Karl Royer, Euro RSCG Vienna
Team 2: Antonia Heydon?Linden & Thomas Schoffman, Euro RSCG Vienna
Schweden
Team 1: Philip Frendberg & Tobias Grönberg
Team 2: Mattis Bernstone & Mattias Johansson
Schweiz
Team 1: Bettina Klossner & Laurie Morard
Team 2: Oliver Schaich & Silvio Seiler
Jedes der teilnehmenden Teams wurde in seinem Herkunftsland im Rahmen eines eigenen Wettbewerbs von einer Kreativjury ermittelt und nach London geschickt. Die Schweizer Teilnehmer sind die Sieger des diesjährigen Wettbewerbs «Das kann nur ein Inserat». Sie stellen sich mit ihren Arbeiten einer hochkarätigen, internationalen Jury:
– Stef Jones, England, Creative Director von Big Al’s Creative Emporium, Vorsitzender der Jury
– Boris Belak, Kroatien, Creative Director von BBDO Zagreb
– Frank Marinus, Belgien, Creative Director von TBWA
– Alexander Rudan, Österreich, Creative Director von Oglivy & Mather
– Andreas Prokesch, Schweiz, Ex-Präsident des Art Directors Club, Texter und Texttrainer
– Johan Holmström, Schweden, Creative Director von DDB Stockholm
– John Horjus, Niederlande, Creative Director von Concept & Everything
– Gabriel Gaultier, Frankreich, Creative Director von Leg
– Tim Stübane, Deutschland, Creative Director von DDB
– Robert Radoli, Norwegen, Creative Director von DINAMO
Die Jurymitglieder dürfen die Teams während ihrer Arbeit beraten und ihnen Tipps zur Umsetzung geben. Die Mitarbeit oder Beeinflussung der kreativen Ideen ist jedoch verboten. Der Schweizer Juror Andreas Prokesch gab den beiden Schweizer Teams vor dem Themenbriefing wertvolle Worte mit auf den Weg: «Lasst uns nicht als Konkurrenten, sondern als Freunde am Wettbewerb teilnehmen. Ich bin nicht Euer Chef, sondern Euer Coach – und jederzeit für Euch ansprechbar, auch um drei Uhr nachts.» Nun erwarten Jury und Medienvertreter gespannt, was die jungen Kreativen ihnen morgen präsentieren werden.
Anne-Friederike Wilhelm

Goldene Ehrennadel für Peter Leutenegger, Dominique von Matt und Carlo Schmid-Sutter

BSW-Präsident Frank Bodin konnte anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung zwei ehemalige BSW-Präsidenten und den abtretenden SW-Präsidenten für ihre Verdienste um das Ansehen der Werbung mit der goldenen Ehrennadel des BSW leading swiss agencies auszeichnen.

BSW-Präsident Frank Bodin konnte anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung zwei ehemalige BSW-Präsidenten und den abtretenden SW-Präsidenten für ihre Verdienste um das Ansehen der Werbung mit der goldenen Ehrennadel des BSW leading swiss agencies auszeichnen.
Peter Leutenegger gehörte dem BSW-Vorstand seit 2001 an, präsidierte diesen 2004 und 2005, war Vorsitzender der Aufnahme- und Kontrollkommission, der Kommission für Politik und Standortförderung und wird die neu gegründete Kommission für Qualitätskontrolle leiten. Er war ebenfalls Vertreter des BSW im Vorstand der Schweizer Werbung SW.
Dominique von Matt ist seit 2002 Mitglied im BSW-Vorstand, präsidierte den Verband 2003, war von 1998 bis 2005 Mitglied der Aufnahme- und Kontrollkommission (Vorsitz 2001/02/04/05), leitete seit 2006 die Kommission für Agenturleistung und ist neu Vorsitzender der Kommission für Politik und Standortförderung.
Carlo Schmid-Sutter präsidiert die Schweizer Werbung SW seit 1998 und war in dieser Zeit einer der engagiertesten Vertreter der Werbebranche sowohl auf Verbands- als auch auf höchster Polit-Ebene. Er ist ein überzeugter Verfechter der freien Marktwirtschaft und der Werbefreiheit.

Kinki-Herausgeber Aurum Communication verstärkt Marketing

Das St. Galler Unternehmen Aurum Communication, unter anderem Herausgeber des Kinki Magazine, erweitert sein Marketing-Team mit Cathrin Michael.

Das St. Galler Unternehmen Aurum Communication, unter anderem Herausgeber des Kinki Magazine, erweitert sein Marketing-Team mit Cathrin Michael.
Cathrin Michael hat in Fribourg und Madrid Medien- und Kommunikationswissenschaften, sowie Journalistik studiert. Nach dem Studium arbeitete sie zwei Jahre beim Zurich Film Festival im Bereich Marketing und Sponsoring. Nebenbei war sie Mitorganisatorin des spanischen Kurzfilmfestivals FEC Cambrils-Reus in der Nähe von Barcelona.
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