Autor: admin
Twitter will Bezahlangebote für Unternehmen einführen
Der Microblogging-Dienst Twitter plant verschiedene Business-Tools in sein Angebot zu integrieren. Ab Ende dieses Jahres sollen auf der Seite Services für Unternehmen und professionelle Nutzer eingeführt werden, mit denen diese ihre Kunden einfach betreuen können.
Wie Twitter-Mitbegründer Biz Stone diese Woche an einem Kongress in San Francisco sagte, ist es wahrscheinlich, dass es sich dabei um kostenpflichtige Dienste handeln wird. «Wir schauen uns an, wer Twitter nutzt und wofür», so Stone. Für die Plattform stelle sich die Frage, welche kommerzielle Nutzung möglich wäre und inwiefern eine solche Sinn ergebe.
Werbeschaltungen sind für Twitter weiterhin kein Thema und auch ein möglicher Börsengang steht nicht zur Diskussion. Laut Stone will der Microblogging-Dienst nicht riskieren, seine Nutzergemeinde mit Online-Anzeigen zu verschrecken. Darüber hinaus fehle dem Unternehmen auch das nötige Know-how und Mitarbeiter, um Werbung einzuführen. Twitter zählt derzeit etwa 40 Mitarbeiter. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen die Zahl jedoch auf das Doppelte erhöhen.
Die Seite hat in den vergangenen Monaten einen wahren Hype erlebt und seine Nutzerzahlen extrem gesteigert. Nun ist Twitter auf der Suche nach Möglichkeiten, diese Popularität auch in Geld zu verwandeln. s sich hinter einem Firmennamen auch tatsächlich das betreffende Unternehmen verbirgt.
In den vergangenen Wochen und Monaten kursierten verschiedene Übernahmegerüchte. So zum Beispiel, dass Google Twitter übernehmen wolle. Diese Gerüchte haben sich bis dato jedoch nicht bestätigt.
Müller Martini streicht 150 Stellen
Die Schweizer Firma Müller Martini, Herstellerin von Systemen für die Druckverarbeitung, baut rund 150 Stellen ab. Betroffen sind die Standorte Zofingen, Stans und Hasle.
Wie viele Entlassungen ausgesprochen werden müssen, sei noch nicht klar, sagte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der SDA. Zuerst müsse mit den Sozialpartnern verhandelt werden. Sicher sei jedoch, dass der Abbau nicht ausschliesslich über natürliche Fluktuation erfolgen könne. Ein Teil der 2000 in der Schweiz beschäftigten Mitarbeitenden werde die Kündigung erhalten.
Als Grund für den Stellenabbau wurde die anhaltende Zeitungskrise genannt. In einer am Mittwoch publizierten Mitteilung gibt sich Müller Martini auch für die Zukunft eher pessimistisch: Es sehe danach aus, dass «in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht mit einer nachhaltigen Erholung der Geschäftstätigkeit auf das frühere Niveau gerechnet werden darf».
Mit dem jetzigen Abbau schaffe Müller Martini, Arbeitgeberin von weltweit 4000 Personen, die Voraussetzungen, um im veränderten Umfeld «dem Weltmarkt auch in Zukunft technisch und preislich marktgerechte Produkte anbieten zu können.» Mit der Restrukturierung hatte Müller Martini bereits im Februar begonnen: Am Standort Felben TG wurden 60 Stellen abgebaut, 30 Leute erhielten die Kündigung.
Die Gewerkschaften Syna und Unia kritisieren vergangene und geplante Entlassungen in Mitteilungen vom Mittwoch scharf. Sie habe «vom grossen und traditionellen Familienunternehmen mehr Durchhaltewille erwartet», schreibt Syna. Müller Martini löse konjunkturelle Probleme mit Entlassungen, statt auf ausgedehnte Kurzarbeit zu setzen, schreiben die Gewerkschafter von Unia. Das Unternehmen habe aus dem letzten Konjunkturabschwung nichts gelernt und sei nun für die bisher grösste krisenbedingte Entlassungswelle in der Schweiz verantwortlich.
Unia nennt dabei auch die Anzahl Mitarbeitenden, die in den einzelnen Werken betroffen sein sollen: So seien es am Standort Zofingen mit rund 850 Beschäftigen 88, in Stans 40 von 120 Produktions-Mitarbeitenden und in Hasle 11. Die Unternehmenssprecherin bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA diese Grössenordnungen, betonte aber, dass derzeit noch keine Kündigungen ausgesprochen seien.
Spielereien rund um einen Käse
Wunderman hat für Mini Babybel einen Comic-Wettbewerb lanciert.
Wunderman entwickelte für das Netz eine komplette Zeichnungsplattform, bei der diverse von Zeichnungsprogrammen bekannte Tools zur Erschaffung eines kleinen Meisterwerkes zur Verfügung stehen. Zusätzlich kann der Benutzer diverse, eigens für den Wettbewerb liebevoll illustrierte Objekte, Personen, Hintergründe und Sprechblasen-Vorlagen auswählen, einfügen und bearbeiten. Selbst eigene Bilder können hochgeladen werden. Alternativ können Teilnehmer auch eine Comic-Vorlage ausdrucken, frei von Hand zeichnen und so ganz klassisch auf postalischem Weg teilnehmen.
Visuell setzten die Kreativen von Wunderman bewusst auf ein Design, das der jungen Zielgruppe entspricht. „Der Betrachter soll den Eindruck erhalten, er sitze an einem Zeichentisch“, meint AD Roland Dill. Verspielt und natürlich ganz im Comic-Stil gehalten, soll die Website http://comic.babybel.ch gleich „Lust zum Draufloszeichen machen“, wie Beraterin Rahel Güttler hofft. Beworben wird der Comic-Wettbewerb mit einer Bannerkampagne, Print-Inseraten, E-Newslettern sowie entsprechender On-Pack-Präsenz auf den Mini Babybel. (pan)



Jung von Matt/Limmat gewinnt mit «Viva La Grischa» den Crossmedia Award
Der am Dienstagabend verliehene Crossmedia-Award ging an Jung von Matt/Limmat für die Kampagne «Viva La Grischa» von Graubünden Ferien und Heineken Switzerland. Silber und Bronze holten sich Wirz Werbung und Rod.
Die Kampagne «Viva La Grischa» sei eine sehr kreative Lösung dafür, wie man trotz Werbeverbot für alkoholhaltige Getränke im Fernsehen eine hohe Aufmerksamkeit auch im TV generieren könne, führte Jurypräsident Marco Taborelli den Entscheid aus. «Die gesamte Kampagne verfügt über einen hohen Innovationsgrad in der Ansprache völlig unterschiedlicher Zielgruppen und der unkonventionellen Art zwei Marken zusammenzubringen.» Sie enthalte eine intelligente Vernetzung verschiedenster Kanäle von Internet, Print, TV, Radio und Handy über ein verbindendes Element: ein Lied.
Die «Crossmedia Award Night» fand in einem feierlichen Rahmen im Hürlimann-Areal in Zürich mit mehr als 150 Gästen statt. Durch die Preisverleihung führte die Moderatorin Viola Tami. Jurypräsident Marco Taborelli lobte die Gewinner in einer jeweils kurzen Laudatio und der CEO der Goldbach Media, Klaus Kappeler, übergab allen Nominierten die Urkunde und den glücklichen Gewinnern die Trophäe mit dem Preisgeld von 10’000 Franken. Für rockige Unterhaltung sorgte die junge Schweizer Band «The Rambling Wheels», Gewinner des MyCokeMusic-Soundchecks 2008.
Die Cases des Gewinner und Nominierten finden Sie hier. Die drei Gewinner präsentieren ihren Crossmedia-Case im Rahmen der Mediarena am 27. Mai 2009 in Form eines Workshops einem breiteren Publikum.
Flop der Woche: Werbeeinnahmen rasant auf Talfahrt
Die Werbeeinnahmen der Schweizer Presse brachen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 28,6 Prozent ein. Im März hatte der Rückgang 16,6 Prozent betragen.
Köpfe der Woche: Die Doppeldenker
Pia Lehmann kennt man von Coca-Cola, Stefan Epli von der Street Parade. Aber das ist nicht alles, was die beiden vorweisen können. Seit Februar bieten sie mit ihrer Agentur Epli&Lehmann die ganze Palette der PR-Dienstleistungen an.

Epli und Lehmann bieten mit ihrer neuen Agentur den ganzen Kommunikationsstrauss: von Marken- und Krisen-PR über interne und externe Kommunikation, Medien-Coaching und Strategieberatung bis zur Gestaltung. «Was ich besonders gerne mache, hängt immer auch ein bisschen von meiner Stimmung ab», meint Lehmann. «Manchmal ist es angenehm, wenn ich in Ruhe schreiben kann, ich gehe aber auch gern zum Kunden und berate ihn. Zum Glück haben wir eine breite Leistungspalette, so ist die Arbeit immer spannend.» Street-Parade-Sprecher Epli hat erwiesenermassen eine Leidenschaft für Musik und Lifestyle, aber auch er meint: «Was ich am liebsten mache, ist stimmungsabhängig. Darum ist es genial, dass wir unsere Arbeit steuern und uns jeweils dem Projekt widmen können, für das wir gerade besonders gute Ideen haben.» Erstaunlich. Dass Emotionen bei der Arbeit eine grosse Rolle spielen, wird niemand leugnen. Vor allem kreative Berufe leben von den Impulsen, die Gefühle hervorrufen. Dass das aber jemand so offen zugibt, ist selten. Bei Epli&Lehmann gehört neben Ehrlichkeit und Emotion auch Transparenz zur Firmenkultur. Darum können sie über Gefühle auch reden.
Einfallsreich kommunizieren
Epli und Lehmann haben ihrem Portfolio den Stempel «Kreative Kommunikation» aufgedrückt. Was sie damit meinen, erklärt Stefan Epli: «Kommunikation bedeutet nicht, eine Medienmitteilung zu verschicken. Diese klassische Variante ist völlig in Ordnung, aber man kann Botschaften auch noch ganz anders transportieren, beispielsweise personalisiert, mit Videos, zugespitzten Botschaften oder Guerilla-PR. Mit Kreativität erreicht man mehr als mit Massenproduktion, das gilt für interne Kommunikation genauso wie für externe.» Um für einen Auftraggeber die richtige Kommunikationsstrategie zu finden, schauen sich Lehmann und Epli ihre Kunden ganz genau an. Sie wollen wissen, wie er tickt, was ihn bewegt. Denn allein über ein Produkt zu sprechen, das ein Unternehmen verkaufen will, führt nicht weiter. Die Botschaft muss auch zum Unternehmen und zu den potenziellen Konsumenten passen.
Zwei in einem
Pia Lehmann war von 1997 bis 2007 bei Coca-Cola Schweiz tätig. Bis 2005 arbeitete sie als Brand-PR-Managerin und Mediensprecherin beim Getränkeriesen, ab 2005 leitete sie die Unternehmenskommunikation und war verantwortlich für sämtliche PR-Aktivitäten im Konsumentenmarketing und bei Produkteinführungen sowie für die Brand-PR. In dieser Zeit sammelte Lehmann vor allem Erfahrung in PR, Krisen- und Marketingkommunikation. «Nach zehn Jahren wollte ich mich dann verändern und habe bei Coca-Cola gekündigt», erzählt sie. «Bei Coca-Cola drehte sich meine Arbeit um die Markenwelt des Unternehmens. Das war sehr spannend, aber jetzt bearbeite ich ein viel breiteres Spektrum.»
Nach Coca-Cola kam erst einmal Australien. Lehmann nahm sich Zeit für eine Reise ins Land ihrer Träume. Mit Stefan Epli blieb sie aber immer in Kontakt. Der hatte inzwischen den Entschluss gefasst, mit seiner Agentur «Atelier Epli» zu expandieren – und wollte Lehmann ins Boot holen. «Nach meiner Rückkehr aus Australien im Dezember 2008 haben wir das Thema besprochen und unsere gemeinsame Firma im Januar gegründet. Das ging alles recht ad hoc», sagt Lehmann.
Never miss a beat
Stefan Epli fand nach einer Ausbildung im kaufmännischen Bereich schnell den Weg in die Medienbranche. Er arbeitete bei der Züriwoche, bevor er sich 1997 mit dem Atelier Epli selbstständig machte. Seit zehn Jahren ist Epli Mediensprecher der Street Parade. In dieser Funktion hat er auch schwarze Zeiten erlebt: «Vor drei Jahren gab es einen medialen GAU für die Street Parade», erzählt er. «Die Medien berichteten fast ausschliesslich von Drogen, Sex und Alkohol – und wir wollten Musik, Festival und friedliche Party rüberbringen. Dagegen anzukommen war hart. Aber wir konnten das Ruder herumreissen, indem wir Inhalte schufen. Trotzdem ist es jedes Jahr wieder eine grosse Herausforderung, die Street Parade als Kultur-Event zu transportieren und nicht als billige Party auf der Strasse. Dabei sind wir darauf angewiesen, dass die Besucher diesen Charakter des Anlasses unterstützen, zum Beispiel indem sie auf Drogen und Unmengen von Alkohol verzichten.»
Epli kümmert sich natürlich nicht nur um die Street Parade, sondern betreut auch Medien, Schulungsunternehmen sowie Kunden aus Mode und Lifestyle, zum Beispiel Ed Hardy und Diesel. «Ich finde die unterschiedlichen Charaktere unserer Kunden sehr spannend», sagt er. «Ob unser Mandant eine Bank oder ein Modelabel ist, ist ein Riesenunterschied. Obwohl unsere Ansprechpartner aus der gleichen Managementebene kommen, unterscheiden sie sich total voneinander, in ihrer Art zu kommunizieren, sich zu kleiden und zu arbeiten.»
Perfekte Symbiose
Kennengelernt haben sich Lehmann und Epli durch die Arbeit. «2004 war Coca-Cola Hauptsponsor der Street Parade», erinnert sich Epli. «Da haben Pia und ich zum Beispiel PR-Berichte zusammen erarbeitet. Daraus hat sich eine weitere Zusammenarbeit ergeben, bei Coke Light, Weihnachtsaktivitäten, dem Cola-Tram etc.» Als Kommunikationsleiterin bei Coca-Cola übertrug Lehmann dem Atelier Epli einige Mandate, die sie selbst aus Kapazitätsgründen nicht betreuen konnte. «Wir haben schon immer gut zusammengearbeitet und uns extrem gut ergänzt», sagt Lehmann.
In die neue Agentur haben sowohl Epli als auch Lehmann bestehende Kunden mitgebracht, die derzeit jeder für sich betreut. Mittelfristig wollen sie bei Projekten aber stärker zusammenarbeiten. «Klar schauen wir jetzt schon Aufgaben zusammen an und diskutieren darüber», sagt Epli. «Aber es gibt natürlich auch Kunden, die gezielt mit mir oder mit Pia arbeiten wollen. Trotzdem wollen wir uns in den Projekten noch mehr ergänzen. Es ist ja grad das Besondere an unserer Agentur, dass wir beim Fachwissen nun aus dem Vollen schöpfen können.» Lehmann bestätigt das: «Wir ergänzen uns sehr gut. Bei den Mandaten, die ich betreue, empfinde ich es als sehr angenehm, dass ich eine zweite Meinung einholen kann – und trotzdem alles vertraulich bleibt.» Von Vorteil ist für beide auch die Verbindung ihrer Kontaktnetze: Lehmann kennt aus ihrer Coca-Cola-Zeit viele Entscheider in Unternehmen, Epli hält etliche Journalistenkontakte. Die Synergiemöglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind vielfältig. Eine perfekte Symbiose.
Treffen in der Mitte
Zwar gehen Epli und Lehmann ganz unterschiedlich an Projekte heran, aber emotional liegen sie auf einer Linie. «Wir finden uns immer in der Mitte, auch wenn wir am Anfang selten gleicher Meinung sind», meinen beide. An schlechtem Betriebsklima kann die neue Agentur schon mal nicht eingehen. Dennoch gibt es günstigere Zeiten, um sich selbstständig zu machen. Für Epli ist es wirtschaftlich gesehen kaum ein Unterschied, ob er eine Ein- oder eine Zwei-Mann-Agentur betreibt. Lehmann aber wollte nach ihrer Australien-Reise nicht wieder im sicheren Hafen einer Festanstellung ankern. «Für mich ist es die optimale Zeit für einen Start in die Selbstständigkeit», sagt Lehmann. «Denn ich war bereit für eine Veränderung, bin motiviert und habe ein gutes Netzwerk. Unser Start ist super gelaufen, wir sind sehr zufrieden.»
Abgesehen von einer durchwachsenen Zahlungsmoral merken Epli und Lehmann nichts von der vielbeschworenen Krise. Sie profitieren auch davon, dass viele Unternehmen derzeit ihre 100-Prozent-Kommunikationsstelle einsparen und dafür sporadisch Kommunikationsdienstleistungen einkaufen. Krisenkommunikation ist im Moment sehr gefragt, aber auch strategische Beratung und Brand-PR. In den drei Monaten seit Gründung der Agentur konnte das Team bereits zehn neue Kunden gewinnen, vom Kindergarten aus der Region bis zum weltweit tätigen Grosskonzern. Derzeitige Auftraggeber der Agentur sind Coca-Cola, die Street Parade Zürich, Nestlé, Ed Hardy, Adroplan, Energy Stars for Free und der Monday Night Skate. Auch für Ticketcorner, Ben & Jerrys Ice Cream und Radio Energy Zürich hat die Agentur bereits Mandate übernommen. Offenbar hat sich herumgesprochen, dass Epli und Lehmann bei Auftraggebern nicht auf Grösse und Umsatzzahlen schauen: «Wir haben nicht akquiriert, sondern nur unsere Broschüre verschickt. Und dann kamen die Kunden auf uns zu», sagt Lehmann.
Kunden sind Chefsache
Und wie sind die Zukunftspläne des Teams? «Wir haben nicht das Ziel, in zwei Jahren 20 Mitarbeiter zu beschäftigen», betont Lehmann. «Wir wollen immer selbst in unsere Projekte eingebunden sein und Mandate nicht von Assistenten abwickeln lassen, nachdem der Vertrag unterschrieben ist.» Epli und Lehmann wissen von ihren Kunden, dass diese mit Agenturen oft schlechte Erfahrungen gemacht haben. Nach Vertragsabschluss wurden sie in die Tiefen der Agentur weitergereicht, die Qualität der bereits bezahlten Arbeit litt. Epli und Lehmann stehen dafür ein, dass das bei ihnen nicht so ist. «Ein kleines Team von vier, fünf Personen wäre schön, aber wir wollen selber noch an der Front sein», sagt Epli. «Wir brauchen kein dickes Auto und keinen Massanzug. Wir wollen kreativ schaffen.» Lehmann nickt. Auch darin sind sich die zwei einig.
Anne-Friederike Wilhelm
Good News von der Versicherung
Wirz zeigt für die Mobiliar, wie fair der Gedanke einer Genossenschaft ist.
Eine schöne, aber nicht unbedingt leichte Aufgabe bei Wirz. «Das Publikum erwartet von der Werbung der Mobiliar einen gewissen Humor, so wie man es von den Schadenprotokollen kennt», weiss CD Matthias Freuler. Gefunden hat sein Team die Lösung in einer Persiflage auf die Welt der Lottoträume. In Zusammenarbeit mit WirzFraefelPaal sind drei neue Spots entstanden. Alle zeigen Mobiliar-Kunden, die vermeintlich den ganz grossen Jackpot geknackt haben. Aber fair – wie das Leben so spielt – müssen sie diesen schliesslich genossenschaftlich aufteilen. Freude herrscht trotzdem.
> Zum den drei Spots
Andreas Panzeri
Lichtsteiners Dribbling
Numéro 10 verblüfft mit Guerilla für einen Lifestyle-Schuh von Puma.
Weil Puma in verschiedenen Sponsoring-Verträgen im Fussball engagiert ist (die inzwischen zwar etwas zurückgefahren werden), sollte auch die Kampagne für den Lifestyle-Schuh «Lift» möglichst mit Fussball in Verbindung gebracht werden. Und weil «Lift» ähnlich wie «Licht» klingt, sind die Kreativen von Numéro 10 auf die Idee gekommen, aus dem für sein schnelles Rennen bekannten Fussballer Lichtsteiner eine Werbefigur namens Liftsteiner zu machen. «Lift» nennt sich der Schuh von Puma, weil er pro Fuss nur 173 Gramm leicht ist. «Ideal zum schnellen Treppensteigen», sagten sich die Werber – und drehten ein augenzwinkerndes Video, wie Lichtsteiner als Liftsteiner schneller als ein Lift über mehrere Stockwerke hochsprintet.
Das Video wurde anschliessend mit allen Regeln der Kunst ins Netz gestellt. Auf einer breiten Ebene bekannt gemacht wurde der Film am Länderspiel Schweiz-Moldavien. Bei diesem entscheidenden Spiel für die WM-Qualifikation der Schweiz war Lichtsteiner für unsere Nationalmannschaft eine wichtige Stütze.
Das hat Numéro 10 geschickt ausgenutzt und für ihre Guerilla-Aktion einen professionell rekrutierten «Fanblock» ins Genfer Stadion geschmuggelt. Die Fans mit «Liftsteiner»-T-Shirts hatten den einfach klingenden, aber gar nicht so einfach umzusetzenden Auftrag, ein «Liftsteiner»-Transparant so lange und auffallend zu schwenken, bis es auch von den offiziellen TV-Kameras der SRG ins Bild genommen werden musste. Der Streich hat funktioniert. Dazu wurde auf den Grossbildschirmen des Stadions auch der «Liftsteiner»-Film geschaltet, und Lichtsteiner wird seither sogar in der Nati von seinen Kollegen nur noch «Liftsteiner» gerufen. Die Zeitung Le Matin hat den neuen Namen des Lazio-Stars ebenfalls in ihrem Matchbericht aufgenommen.
Aschenbrödel-Effekt
Nach dem Moldavien-Spiel wurden in einer weiteren Guerilla-Aktion in Zürich 250 einzelne Schuhe an der ETH sowie an Gewerbeschulen an stark frequentierten Orten aufgehängt. Die Studenten realisierten schnell, dass es hier galt, den zweiten Schuh zu finden. Wer selber auf die Idee kam, sich auf www.takethelift.ch einzuloggen, bekam den Tipp, wie er in einem Puma-Shop den ergänzenden zweiten Schuh gratis abholen konnte.
Andreas Panzeri





Top der Woche: Ruf Lanz gewinnt Swiss Poster Award
Mit dem Plakat für den Unfallversicherer Suvaliv «Winterprävention» hat die Agentur Ruf Lanz an der APG Poster Night den Swiss Poster Award gewonnen. Die Agentur wurde zusätzlich mit einer Goldmedaille in der Kategorie Kommerziell und zwei Silbermedaillen in den Kategorien Public Service und Kommerziell prämiert.
Birkhäuser stellt Akzidenz-Rollenoffsetdruck ein
Die Druckerei Birkhäuser+GBC in Reinach, Baselland, stellt den Rollenoffsetdruck ein. 58 Stellen werden gestrichen. Für den klassischen Offsetdruck sieht man bei Birkhäuser kein Potenzial.
Der Akzidenz-Rollenoffset-Bereich sei schon seit längerer Zeit regelmässig mit erheblichen Mitteln quersubventioniert worden, da diese Drucksparte aufgrund der marktwirtschaftlichen Lage zunehmend unrentabler geworden sei, schreibt die Druckerei in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Der Druck des Marktes sei mittlerweile so gross geworden, dass sich das Unternehmen entschliessen musste, den Bereich zu schliessen.
Durch die Aufhebung des Bereichs werde ein Stellenabbau an den Standorten Basel und Reinach unumgänglich. Betroffen sind insgesamt 58 Personen. Dem Unternehmen sei es ein grosses Anliegen, auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber in der Region zu bleiben, schreibt Birkhäuser weiter.
Westschweizer Privatfernsehen la télé: Mehrere Fliegen auf einen Schlag
La télé heisst das einzige Westschweizer Privatfernsehen, das sprachregionale Ambitionen hegt. Durchaus zu Recht.
Da ist zum einen ein grosses Verbreitungsgebiet: Weil es im Kanton Freiburg keinen Regionalsender gab, hat das Bakom bei der Konzessionserteilung den französischsprachigen Teil des Kantons kurzerhand zum Kanton Waadt geschlagen. Nun hat la télé ein Verbreitungsgebiet mit 990’000 potenziellen Zuschauern.
Zum andern hat der Verkauf von Edipresse an Tamedia die Karten fast aller Medien in der Westschweiz neu gemischt: Für la télé, das zu 31 Prozent Edipresse gehört, ist der – von der Wettbewerbskommission noch nicht bewilligte – Verkauf eine Chance. Das ehrgeizige Startup hat mit einem Schlag einen potenten und im Markt der elektronischen Medien erfahrenen Mitbesitzer. Einen Mitbesitzer, der notabene in Zürich domiziliert ist und damit aus la télé einen für die nationale Werbung interessanten Player macht.
Direktor Christophe Rasch freut sich über die «äusserst positive» Entwicklung: «Edipresse ist bisher im Bereich der elektronischen Medien nicht besonders präsent gewesen, nun haben wir mit Tamedia einen Ansprechpartner in Zürich, mit dem bereits sehr intensive Diskussionen laufen.» Nein, was die nationale Werberegie betreffe, seien noch keine Entscheide gefallen. Als regionale Werbevermittler sind für den Kanton Waadt die zu Edipresse gehörende Ecran Pub und für den Kanton Freiburg Mediapub, die Werberegie von Radio Fribourg/Freiburg bestimmt worden.
Zudem sind Gespräche mit den vier andern konzessionierten Fernsehen in der Romandie im Gang, als da sind Canal Alpha in den Kantonen Neuenburg und Jura, Canal 9 im Wallis, Télé Bielingue in Biel sowie Léman Bleu in Genf. Ziel ist die Bildung eines Werbepools sowie die Zusammenarbeit im Bereich der Programme. «Die regionalen Werbemärkte in der Westschweiz sind bisher noch kaum strukturiert, weil es bisher nur Lokalsender gab. Da gibt es noch viel zu tun», sagt Rasch.
Zu tun gibt es auch im Bereich der Programme: Ende Mai will la télé sein Programmraster vorstellen. Das ist zur Zeit noch top secret. Rasch lüftet allerdings den Schleier ein kleines bisschen: «Wir machen jeden Abend eine zweistündige Talkshow zu den Tagesaktualitäten, und das live, bitte sehr!» Mit diesem Herzstück der Sendungen will Rasch zwei Fliegen auf einen Schlag treffen: Er will TSR an Geschwindigkeit überholen und den Akteuren in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine Plattform bieten.
Für Christophe Rasch muss Fernsehen vor allem topaktuell sein: «Heute sehen Sie in den Hauptnachrichten von TSR Themen, die am Ende des Morgens News waren. Diese Themen sind im Lauf des Nachmittags von den schnelleren Medien wie Radio und Internet längst verbreitet worden, und der Fernsehzuschauer möchte eigentlich bereits wissen, was die Reaktionen auf die News sind.» Und so hat la télé das Konzept einer Talkshow entwickelt, bei der jeden Tag die wichtigsten Akteure des Tages auftreten, debattieren und kommentieren sollen. Damit hofft Rasch, den grossen Bruder TSR trotz der bescheidenen Mittel konkurrenzieren zu können: «Wir verfügen über einen Hundertstel der Mittel von TSR und machen damit Fernsehen für ein Gebiet, das siebzig Prozent des Gebiets von TSR abdeckt!» Ein weiterer Vorteil des Talkshow-Konzepts: Es erlaubt, lokale Aktualitäten aus einem grösseren, sprachregionalen Blickwinkel zu betrachten und aufzuarbeiten: «Unser Ton ist nicht kantonal, sondern romand.»
Das Konzept steht und fällt mit der Mitwirkung der angesprochenen Politiker und andern Akteure der Öffentlichkeit: «Wir spüren, dass besonders im Kanton Freiburg eine grosse Frustration herrscht, weil TSR die Freiburger Aktualität stiefmütterlich behandelt.» Insgesamt vier Studios, zwei Hauptstudios in Lausanne und Freiburg sowie zwei Regionalstudios in Vevey und Yverdon, rücken den Sender auch geografisch in die Nähe seiner Zuhörer. «Ich glaube fest daran, dass wir die Leute für die Talk-Show ins Studio kriegen, unter der Bedingung natürlich, dass es gelingt, uns als Referenzmedium zu etablieren.»
Ende Juli geht la télé auf Sendung, zunächst mit einem Sommerprogramm: Mit der Berichterstattung über die verschiedenen Sommerfestivals sollen die Teams und die Talkshow-Mannschaft getestet werden. Ende August, zum Beginn der Politsaison, gehts dann richtig los.
Helen Brügger
Ein halb öffentliches Privat-Fernsehen
La télé hat eine aussergewöhnliche Eigentumsstruktur. Der Sender gehört zu 31 Prozent dem Westschweizer Verleger Edipresse, der die grossen Tageszeitungen 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin herausgibt, zu weiteren 12 Prozent dem Freiburger Verlagshaus Saint Paul, das die Zeitung La Liberté herausgibt und die Freiburger Nachrichten druckt. Kleinere Aktienpakete gehören Radio Fribourg/Freiburg respektive deren Werberegie Mediapub sowie einigen kleinen Waadtländer Lokalfernsehen, die sich am Projekt beteiligen. Dazu kommen Vereine und mehrere Waadtländer Gemeinden, darunter auch die Stadt Lausanne. Das private Aktionariat macht 62 Prozent aus, das öffentliche 32, das Aktionariat in Händen von Vereinen und Institutionen 6 Prozent.
