SFLB: Für Juventus die Wecker gestellt

SFLB hat für Juventus ein neues Plakatsujet gestaltet. Genau wie das erste, vor drei Wochen ausgehängte Plakat, soll auch dieses verdeutlichen, dass man bei den Unterricht bei Juventus um keinen Preis verpassen will.

SFLB hat für Juventus ein neues Plakatsujet gestaltet. Genau wie das erste, vor drei Wochen ausgehängte Plakat, soll auch dieses verdeutlichen, dass man bei den Unterricht bei Juventus um keinen Preis verpassen will. Unterlegt ist das Plakat mit demselben Claim.
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Meta Design entwickelt neue Marke «Munich Health»

MetaDesign begleitet die Münchener Rück bei der Entwicklung einer neuen Marke: Munich Health. Unter deren Dach will das Unternehmen künftig sein internationales Gesundheitsgeschäft bündeln.

MetaDesign begleitet die Münchener Rück bei der Entwicklung einer neuen Marke: Munich Health. Unter deren Dach will das Unternehmen künftig sein internationales Gesundheitsgeschäft bündeln. Die Marke tritt mit dem Claim «Pioneering Global Healthcare» an.
MetaDesign wurde mit der gesamten Entwicklung der Marke beauftragt – von der Markenstrategie bis zur Implementierung im Unternehmen. Auf Basis der Markenwerte entstanden die Markenarchitektur, das Corporate Design, der Name und Claim sowie das Interactive Branding, zu dem auch der Onlineauftritt Munichhealth.com gehört.

SRG beantragt trotz Einbruch der Werbeeinnahmen keine Gebührenerhöhung

Obwohl sie in die roten Zahlen steuert, will die SRG vorderhand keine Gebührenerhöhung beantragen. Man werde alles versuchen, um die Angebote und Arbeitsplätze so wenig wie möglich zu tangieren.

Obwohl sie in die roten Zahlen steuert, will die SRG vorderhand keine Gebührenerhöhung beantragen. Dies versicherte SRG-Generaldirektor Armin Walpen am Freitag in einem Interview mit der NZZ. Man werde alles versuchen, um die Angebote und Arbeitsplätze so wenig wie möglich zu tangieren. Lineare Kürzungen schliesse er aus.
Die Möglichkeiten der SRG, auf der Einnahmen- und Ausgabenseite zu reagieren, seien jedoch beschränkt. Laut Walpen hängt alles von der künftigen Entwicklung ab. Wie die Presse habe auch die SRG einen Einbruch bei der Werbung zu verzeichnen.
Wie gross das Defizit schlussendlich sei, ist gemäss Walpen schwer vorauszusagen. Es werde aber sicher erheblich über den budgetierten 25 Millionen liegen. Letztes Jahr lag es bei 79 Millionen Franken. Die SRG habe seit Januar 2000 nie mehr zusätzliche Mittel aus einer Gebührenanpassung generiert. Irgendwann lasse sich das nicht mehr auffangen.
Die Radio- und Fernsehgebühren waren letztmals am 1. April 2007 um 2,5 Prozent angehoben worden. Beantragt hatte die SRG eine Anhebung um 6,5 Prozent. Gemäss neuer Konzession könnte die SRG auf den 1. April 2011 die nächste Gebührenerhöhung verlangen.

Erste europaweite Studie: Werbung in internationalen Medien wirkt

CNN International und Pricewaterhouse Coopers (PWC) haben heute in Zürich ihre Studie «Bang for your Buck» vorgestellt. Es ist die erste europaweite Studie zur Effizienz von Werbekampagnen in internationalen Medien.

CNN International und Pricewaterhouse Coopers (PWC) haben heute in Zürich ihre Studie «Bang for your Buck» vorgestellt. Es ist die erste europaweite Studie zur Effizienz von Werbekampagnen in internationalen Medien. PWC untersuchte im Auftrag von CNN, ob und wie Werbung in internationalen Printmedien und im Fernsehen wirkt, und zwar an Umfrage- und Anzeigedaten von über 85 Marken aus der Reisebranche, der Luxusgüterbranche und dem Bereich Financial Services.
In einer Zeit, in der Budgetentscheidungen stark von Markenpräferenz und Umsatzzahlen abhängen, steige die Nachfrage nach Werbeinvestitionen wieder, so Thomas Hoehn, Partner von PWC und Vater der Studie. Mit der Studie hätten CNN und PWC nachweisen können, dass Werbung in internationalen Medien im erhöhten Mass für eine gesteigerte Markenpräferenz sowie für eine Weiterempfehlung der Marke und so letztlich für höhere Verkaufszahlen sorge. Damit sei Werbung ein «Bang for your Buck», ein Knaller für den Umsatz.
Die Ergebnisse der Studie im Einzelnen:
– Internationale Medien beeinflussen das Kaufverhalten einer schwer zu erfassenden, aber höchst attraktiven Zielgruppe stark.
– Zuschauer und Leser, die intensiv internationale Medien rezipieren, haben eine höhere Markenwiedererkennung als Konsumenten lokaler Medien. Ausserdem neigen sie verstärkt dazu, Marken aus dem Tourismus- und Finanzsektor weiterzuempfehlen.
– Konsumenten internationaler Medien reagieren sehr sensitiv auf Marken. Sie schätzen die Qualität von Markenartikeln höher ein als Rezipienten lokaler Medien. Vor allem die Qualität der stark beworbenen Marken wird als hoch eingestuft.
– Mit der Rezeption internationaler Medien steigt das Bedürfnis nach Luxusgütern, besonders nach Uhren aus dem Luxusgüterbereich.
– Insbesondere bei Uhren ist die Marke für Frauen wichtiger als für Männer. An zweiter Stelle zählt für beide Geschlechter der Preis.
– Eine zehnprozentige Steigerung der internationalen Werbeausgaben im Bereich Tourismus – zwischen 2001 und 2007 durchschnittlich drei Millionen Dollar pro Jahr – generiert jährlich 70’000 zusätzliche Besucher von Reisezielen.
Direkte Korrelation mit Umsatzsteigerung
Die Studienergebnisse beweisen, dass Werbung auch in finanziell angespannten Zeiten erfolgreich sein kann – wenn die Studie das auch nur für die Nische der internationalen Medien belegt. CNN hat das Projekt vor allem deshalb unterstützt, weil es in diesem Bereich bisher keine validen Recherchedaten gab. «Die Mediaagenturen und Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten, haben schon lange nach einer derartigen Messbarkeit der Werbeeffizienz gefragt», sagt Jonathan Davies, Executive Vice President Advertising Sales von CNN International. «Unsere Ergebnisse liefern eine reale Grösse für jeden in der Werbebranche, der eine direkte Kapitalrendite vorweisen muss.» Das dürften derzeit wohl alle Werbetreibenden sein.
Wichtig sei, dass sowohl Ergebnisse im Bereich Verkauf als auch in der langfristigen Markenpräferenz gemessen werden konnten, betont Didier Mormesse, Senior Vice President Research bei CNN International. «Wir hoffen, dass diese Umfrage eine universale Botschaft aussendet – auch an alle anderen internationalen Medienunternehmen.»
PWC hat seine Ergebnisse mit drei verschiedenen Methoden erhoben: Mit ökonometrischen Messungen wurde der Einfluss von Werbung auf den Verkauf ermittelt, in einer EMS-Studie die Markenpräferenz der Kunden mit hoher und niedriger Nutzung internationaler Medien erhoben und schliesslich mit der massgeschneiderten Studie der Wert von Marken in Bezug auf den Medienkonsum analysiert. Ein nächster Schritt könne für Unternehmen nun sein, mit eigenen Analysen die Schlagkraft ihrer Marke in internationalen Medien zu untersuchen und diese zu stärken.
Anne-Friederike Wilhelm

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Um zehn Prozent höhere internationale Werbeausgaben im Bereich Tourismus generieren jährlich 70 000 neue Besucher.
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Mit der Rezeption internationaler Medien steigt das Bedürfnis nach Luxusgütern.
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Rezipenten internationaler Medien empfehlen verstärkt Marken aus dem Finanzsektor weiter.

Kompool gewinnt Pitch für Geschäftsberichte der Neuen Aargauer Bank

Kompool, Kommunikationsagentur & Produktion, hat den Pitch für das Konzept der drei kommenden Geschäftsberichte der Neuen Aargauer Bank NAB gewonnen. Die Agentur aus Neuenhof setzte sich bei der Konkurrenzpräsentation gegen zwei weitere Agenturen durch.

Kompool, Kommunikationsagentur & Produktion, hat den Pitch für das Konzept der drei kommenden Geschäftsberichte der Neuen Aargauer Bank NAB gewonnen. Die Agentur aus Neuenhof setzte sich bei der Konkurrenzpräsentation gegen zwei weitere Agenturen durch. Das vorgestellte Konzept «Lebensgeschichten» habe die Jury dank seiner Einfachheit und dem Einbezug von Kunden, Bank und der Region überzeugt, schreibt die Agentur in einer Mitteilung.
Die «Lebensgeschichten» von diversen NAB-Kunden werden nun im Rahmen der Geschäftsberichte der Jahre 2009, 2010 und 2011 erscheinen.

TBWA-Spot zur Europride liefert Diskussionsstoff

TBWA\Zürich hat für die Europride 09 einen Spot entwickelt, der die Gay-Community sowie interessierte Heterosexuelle an das grösste schwul-lesbische Festival der Schweiz locken soll. Der Spot mit der Feststellung «There’s a little gay in everyone» lieferte weltweit Diskussionsstoff.

Am Wochenende, 5. und 6. Juni, lädt der Verein Europride 2009 zur grossen Parade und zum Stadtfest ein. TBWA\Zürich hat für die Europride 09 einen Spot entwickelt, der die Gay-Community sowie interessierte Heterosexuelle an das grösste schwul-lesbische Festival der Schweiz locken soll. Der Spot mit der Feststellung «There’s a little gay in everyone» lieferte weltweit Diskussionsstoff. Diverse Internetportale und Blogs behandelten die Thematik rund um den Spot von unterschiedlichen Standpunkten aus: schwul, teilschwul, kreativ, provokativ.
Blogs und Internetportale, die die Thematik unter vielen weiteren aufgriffen:
www.blick.ch
adweek.blogs.com
adsoftheworld.com
www.queerty.com
Zudem bestehen bereits Anfragen von Veranstaltern aus dem Ausland, die den Spot für ihre schwul-lesbischen Anlässe verwenden möchten.
Den Spot zur Parade hat die Agentur gemeinsam mit dem britischen Regisseur Richard Hickey und dem 3D-Künstler Andrew Daffy verwirklicht. Er lief unter anderem im Kino, auf den TV-Sendern SF1, SF2, MTV, Sat1, Pro7, Vox, 3+, Kabel1, RTL und M6 sowie auf Timm.de, dem digitalen Fernsehsender für schwule Männer. Er wird am Wochenende auf den Screens auf dem Festgelände beim Münsterplatz und der Stadthausanlage zu sehen sein.

Zum Spot

Image ist neuer Herausgeber des City-Guide

Die Image DSL-Agentur für Medien und Werbung ist neuer Herausgeber des offiziellen City Guide der Stadt Basel. Die Publikation erschien bereits mehrere Jahre unter der Federführung der The Guide Company aus Zürich.

Die Image DSL-Agentur für Medien und Werbung ist neuer Herausgeber des offiziellen City Guide der Stadt Basel. Die Publikation erschien bereits mehrere Jahre unter der Federführung der The Guide Company aus Zürich. Seit Februar 2009 führt nun die Aargauer Agentur mit Sascha Lemblé und Godi Tresch die Leitung weiter.
Der City Guide Basel mit einer Jahresauflage von 100’000 Exemplaren erschien bereits am 29. Mai. Des weiteren wird Mitte August der Guide Zentralschweiz, sowie Mitte Oktober der Guide Zielsicher auf dem Markt erscheinen. Beide Produkte entstanden aus dem früheren Städte Guide Luzern sowie des Fashion Guides.
Wie die Agentur mitteilte, ist sie bereits mit diversen Städten im Gespräch und strebt auf
nächstes Jahr weitere offizielle Guides in diversen Städten an.

iTunes-Store von RingierTV in neuem Gewand

Der schweizerische TV-Produzent RingierTV lanciert seinen iTunes-Store in neuem Gewand und vereinfacht den Zugang zu seinen Audio- und Video-Podcasts. In Zusammenarbeit mit Apple bietet der Fernsehproduzent nun einen katalogisierten iTunes-Provider-Store an.

Der schweizerische TV-Produzent RingierTV lanciert seinen iTunes-Store in neuem Gewand und vereinfacht den Zugang zu seinen Audio- und Video-Podcasts. In Zusammenarbeit mit Apple bietet der Fernsehproduzent nun einen katalogisierten iTunes-Provider-Store an. Die verbesserte Navigation vereinfache dem Kunden den Zugang zu den Podcasts und macht diese weltweit verfügbar. Der neue Store beinhaltet auch die Links zu Social- und Business-Networks wie Facebook und Linkedin.

Ingrid Deltenre wird EBU-Generaldirektorin: Nachfolge der Fernsehdirektion noch unklar

Ingrid Deltenre übernimmt ab Anfang 2010 die Leitung der Generaldirektion der Europäischen Rundfunkunion EBU in Genf. Über ihre Nachfolge wird der Verwaltungsrat in den nächsten Tagen beraten.

Ingrid Deltenre übernimmt ab Anfang 2010 die Leitung der Generaldirektion der Europäischen Rundfunkunion EBU in Genf. Über ihre Nachfolge wird der Verwaltungsrat in den nächsten Tagen beraten, heisst es in einem Communiqué. Es gelte, die SF-Führung bis zur Zusammenlegung mit Schweizer Radio DRS Anfang 2011 sicherzustellen.
Der Exekutivrat der EBU hat Ingrid Deltenre am Freitag in das Amt der Generaldirektorin gewählt. Sie war sechs Jahre als Direktorin beim Schweizer Fernsehen tätig. Zuvor war sie Geschäftsführerin der Publisuisse.
Die EBU wurde im Jahr 1950 gegründet. Sie ist eine Vereinigung von 75 öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen aus 56 Ländern in Europa. Die EBU beschäftigt rund 300 Mitarbeitende in Genf, Brüssel, London, Madrid, Moskau, New York, Washington, Singapur und Peking. Die Vereinigung fördert die Zusammenarbeit unter den Sendern und ist dafür besorgt, dass die Entscheidungsträger deren Rolle als öffentlich-rechtliche Anstalten beachten. Wie die EBU auf ihrer Website festhält, arbeitet sie unter anderem eng mit den Vereinten Nationen und der Unesco sowie mit der World Broadcasting Union WBU zusammen. Ihre Mitglieder unterstützt die EBU beispielsweise in rechtlichen, technischen und programmlichen Angelegenheiten. Zudem beliefert sie sie mit Wirtschafts- und Marktanalysen und koordiniert den täglichen Programmaustausch in den Bereichen News, Sport und Musik, wie es in einer Mitteilung von SF vom Freitag heisst.

Studie belegt: Onlinehandel wächst stark

Der Verband des Schweizerischen Versandhandels VSV hat zusammen mit der GFK erstmals eine Gesamtmarkterhebung für den Online- und Distanzhandel in der Schweiz durchgeführt. Die Studie belegt, dass der Onlinehandel 2008 massiv angestiegen ist.

Der Verband des Schweizerischen Versandhandels VSV hat zusammen mit der GFK erstmals eine Gesamtmarkterhebung für den Online- und Distanzhandel in der Schweiz durchgeführt. Die Studie belegt, dass der Onlinehandel 2008 massiv angestiegen ist. Im letzten Jahr ist er um rund 17 Prozent gewachsten, mehr als 41 Prozent der Bestellungen erfolgten online.
Gesamtschweizerisch wurden 280 Millionen Newsletter verschickt. Das sind 50 Prozent mehr als noch im Vorjahr. Gleichzeitig nahm der Versand von klassischen Mailings um zwei Prozent ab. Auf elektronischem Wege erfolgen mittlerweile gleich viele Impulse wie auf Papier.
In diesem Jahr dürfte der Online- und Distanzhandel über den Marktdurchschnitt wachsen, so die Einschätzung des Verbands.

Marketing in Blogs: Zwischen gezinkter Botschaft und neuer Werbeform

Ungekennzeichnete Werbung in Blogs ist fies – denn User können nicht erkennen, dass hier jemand mit gezinkten Karten spielt. Ist solche Schleichwerbung erlaubt? Funktioniert sie überhaupt? Und gibt es auch faire Methoden, in Blogs zu werben?

Wer eine Kamera kaufen oder sich für ein Buch entscheiden will, sucht mehr und mehr Entscheidungshilfe auf Websites und in Blogs, in denen User ihre Meinung zu Produkten äussern oder Testberichte schreiben können. Bewertungen wie «lesenswert» oder «Top-Gerät, unbedingt kaufen» können im Entscheidungsprozess das Zünglein an der Waage sein. «Meinungsforen beeinflussen heute schon jeden vierten Online-Kauf», sagt Christian Jarchow von der Gesellschaft für Konsumforschung GfK. Solange die Bewertung die Meinung eines privaten Users ist und auf dessen Erfahrungen basiert, ist das in Ordnung. Denn die Entscheidung, ob die Meinung eines anderen für eine Anschaffung ausschlaggebend ist, fällt immer noch jeder selbst – mit dem Wissen, dass das positive Urteil eines Unbekannten noch nicht garantiert, dass man auch selbst mit dem Kauf zufrieden ist.
Was aber, wenn ein Unternehmen oder eine Marketingagentur die Bewertung platziert hat? Wenn die positive Beurteilung nicht auf Erfahrungen basiert, sondern eine Werbemasche ist? Im Fachjargon heisst solch eine selbstgemachte, ungekennzeichnete Werbung, die sich per Mundpropaganda verbreiten soll, «No-Badge-Marketing»: Agenturen heuern im Auftrag von Unternehmen Blogger an, die genauestens gesagt bekommen, in welchem Blog sie sich worüber und in welcher Form äussern sollen. Dafür bekommen sie ein Honorar. Blogger reagieren auf Marketing in der Blogosphäre sehr giftig. Deshalb sind die Beiträge so geschrieben, dass niemand auf die Idee kommt, dass es sich um bezahlte Äusserungen handelt.
Bloggen als Broterwerb
«Ich würde nie gegen Bezahlung bloggen», sagt Tina Roth Eisenberg, eine Schweizerin, die in New York den Blog «Swissmiss» betreibt. «Ich schreibe über das, was meinem Geschmack entspricht.» Ehrenwert. Doch es gibt Leute, die die Sache mit dem Geld nicht ganz so eng sehen. Der Brite Ben Southall zum Beispiel. Die Tourismusbehörde von Queensland, Australien, suchte einen Mitarbeiter für den «besten Job der Welt». Unter den 34‘000 Bewerbungen, die die Behörde erhielt, wählte sie Ben Southall aus. Der «Job» des 34-Jährigen: Von Juli 2009 bis Januar 2010 lebt er in einer Villa auf Hamilton Island im Great Barrier Reef. Er «muss» täglich schnorcheln, tauchen und faulenzen und in einem Blog über sein fantastisches Leben auf der Insel berichten, möglichst positiv versteht sich. Dafür erhält Southall umgerechnet rund 18 ‘000 Franken pro Monat. Ein gut bezahlter Werbeblog, der sich schon deshalb bezahlt macht, weil bereits jetzt etliche Medien über die Sache berichten. Clever gemacht. Schliesslich kann man der Tourismusbehörde nicht einmal vorwerfen, dass sie Blog¬lesern Werbung unterjubelt. Denn es ist klar, dass der komplette Blog Werbung Ist. Aber mit der Zeit wird dieser Aspekt wohl in Vergessenheit geraten. Spätestens dann werden Southalls Schilderungen wie die Erlebnisse eines begeisterten Privatmanns daherkommen – der in Wahrheit einen Job macht und 108‘000 Franken für seine Begeisterung kassiert.
Unrecht ist Ansichtssache
Verbraucher sind allerorten den Botschaften von Unternehmen ausgesetzt. Aber meist ist klar: Es handelt sich um Werbung. In einigen Ländern fordert das Gesetz, dass Werbung klar gekennzeichnet wird; Schleichwerbung ist verboten. In Deutschland zum Beispiel steht das im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und dem Rundfunkstaatsvertrag. Wer gegen diese Gesetze verstösst, muss mit Sanktionen rechnen. So jüngst geschehen im Fall des Generalbevollmächtigten für Marketing und Kommunikation der Deutschen Bahn, Ralf Klein-Bölting. Er soll 2007 unterstützt von der Berliner Agentur Allendorf Media werbliche Medienberichte, Leserbriefe und redaktionelle Beiträge sowie Umfragen ohne Angabe des Absenders in Internetforen und Blogs platziert haben. Klein-Böltings Ziel war, während des Lokführerstreiks und des umstrittenen Börsengangs der Deutschen Bahn Sympathien für das Unternehmen zu wecken. Die Deutsche Bahn zahlte 1,3 Millionen Euro für diese Schleichwerbung – und jetzt entgleist deswegen auch noch ihr oberster PR-Mann. Bahnchef Rüdiger Grube musste bekennen: «Solche Aktivitäten sind mit dem Grundsatz eines transparenten und redlichen Dialogs mit der Öffentlichkeit in keiner Weise vereinbar.»
In der Schweiz gehört es zum guten Ton, Werbung mit Hinweisen wie «Publireportage» oder «Anzeige» zu kennzeichnen und Blogbeiträge mit seinem Namen und gegebenenfalls einem Hinweis auf sein Unternehmen zu versehen. Einen staatlichen Paragrafen, der dies für Blogs vorschreibt, gibt es allerdings nicht. Zwar bilden mehrere Regelwerke eine gute Basis für eine rechtliche Handhabe gegen bloggende Werbesünder, zum Beispiel das Lauterkeitsgesetz, die Grundsätze der Lauterkeitskommission und der Journalistenkodex. «Auf der Grundlage des Lauterkeitsgesetzes könnte man Personen sogar mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe belangen», sagt Rechtsanwalt und Dozent Ueli Grüter von der Kanzlei Grüter Schneider & Partner. «Aber es klagt niemand. Und wo kein Kläger, da kein Richter.» Das gibt Bloggern ungekennzeichneter Werbung freie Hand. Die grösste Gefahr für Unternehmen, die verdeckt in Blogs werben, seien die Medien, die solche Machenschaften aufdeckten, so Grüter.
Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat mit dieser Sachlage Mühe. «Wir finden Schleichwerbung in Blogs sehr problematisch, die Verunsicherung der Konsumenten ist gross», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz. «Verbraucher wissen oft nicht, ob es sich bei Blogbeiträgen um einen neutralen Bericht oder um verkappte Werbung handelt. Und der Gesetzgeber unterstützt die wirtschaftlichen Interessen, die hinter diesem unlauteren Wettbewerb stehen: Konsumenten haben kein Widerrufsrecht, Preise müssen nicht klar dek¬lariert werden und Firmen brauchen sich im Internet nicht auszuweisen.» Wer auf den Blog der Credit Suisse gehe, für den sei klar, wo er sich befinde, so Stalder. Bei Blogs wie dem der Tourismusbehörde Queensland dagegen reiche die URL als Absenderdeklaration nicht aus. Buttons oder Hinweise wie «Reise gesponsert von …» im redaktionellen Teil müssten auf den Absender aufmerksam machen. Doch das sind Wunschträume. «Die Werbemethoden in Blogs werden noch viel perfider werden», prognostiziert Stalder selbst.
Peter Hogenkamp, Gründer des Verlags Blogwerk und Betreiber von sieben Themenblogs, sieht die Entwicklungen weniger kritisch: «Im Web 2.0 ist es Usern egal, von welcher Plattform sie die für sie relevanten Informationen bekommen. Die Qualität ist entscheidend, nicht die Quelle.» Deshalb wird es für Unternehmen auch noch wichtiger werden, originell auf sich zu verweisen. Hogenkamp: «Werbung im Internet wird sich fundamental ändern, mit Bannerwerbung wird man die Leute irgendwann nur noch schwer erreichen. Wir brauchen frechere Werbung – wobei frecher nicht laxer bei der Trennung von Redaktion und Werbung bedeutet. Wichtig ist, Werbung für Individuen zu machen, nicht für den Massenmarkt. Je stärker Werbung auf den Einzelnen reagiert, desto erfolgreicher wird sie sein. Wenn sie dann noch witzig ist, zum Beispiel in Form von unterhaltsamen Kurzvideos, hat sie auch das Potenzial, sich viral zu verbreiten.»
Dialog als Ziel
Vor allem in England, aber auch in Amerika und Deutschland ist das Säen von Werbung mit Guerillamethoden weit verbreitet. «Seit es Blogs gibt, wird auch ungekennzeichnetes Marketing betrieben, also seit etwa fünf bis sechs Jahren», sagt Konsumentenschützerin Sara Stalder. «Das Ausmass ist schwer zu erheben, denn die Werbung ist ja nicht als solche erkennbar.» Die Schweiz ist im Ländervergleich von Werbung in Blogs noch weitgehend unbefleckt, nicht weil sie das Land der Unschuld ist, sondern weil sie sich beim Thema Online noch im Keimzellenstadium befindet. «Wir streuen ganz entschieden keine ungekennzeichnete Werbung in Blogs», betont Markus Gabriel, CEO der Zürcher Agentur Angelink, die seit fünf Jahren auch Blogs konzipiert und aufbaut. «Solches Vorgehen verurteilen wir. Es ist aber auch selten, dass Unternehmen uns danach fragen.» Hogenkamp meint: «No-Badge-Marketing geht immer nach hinten los.» Darin sind sich Agentur, Blogger und Konsumentenschutz also einig.
In Blogs zu werben bedeutet aber nicht nur, böse weil unkenntliche Werbebotschaften zu streuen. Marketing in Blogs bietet vor allem neue Chancen für die Werbung. Neben klassischen Bannern sind fachlich fundierte und mit Namen und Unternehmen gekennzeichnete Blogbeiträge von Firmenvertretern sowie Unternehmensblogs angesagt. Auf diese Werbekanäle sind bisher die wenigsten Schweizer Unternehmen aufmerksam geworden. «Schweizer Unternehmen und auch die meisten Schweizer Agenturen haben noch nicht erkannt, dass man mit Marketing in Blogs viel erreichen kann», sagt Markus Gabriel. «Wer clever ist, baut einen Corporate Blog auf und nutzt ihn als neuen Werbekanal.» Von der Wirksamkeit der Corporate Blogs überzeugt ist auch Jeremy Wright, Blogger und Autor des Buches «Blog-Marketing». Er betrachtet Corporate Blogs als neues Marketinginstrument. Gut gemacht und gut gepflegt schaffen sie eine kostengünstige und authentische Kommunikationsplattform zwischen Unternehmen und Kunden, die genau den Dialog generiert, um den zum Beispiel Kundenmagazine meist erfolglos buhlen. In einem Blog kann ein Unternehmen postwendend auf Sorgen, Fragen und Kritik von Kunden reagieren. So fühlen sich die Konsumenten ernstgenommen, empfinden das Unternehmen als transparent und sehen sich selbst als Teil der Firma. Fester kann man Kunden kaum binden.
Authentizität mit Regeln
Corporate Blogs eignen sich für Unternehmen aller Branchen. Denn im Internet finden sich Interessierte für jede Form von Wissen, sogar für Ameisenblogs. Hogenkamp betreibt für Ebookers einen Blog in Deutsch und Französisch, der wie ein Reisemagazin aufgebaut ist. Ebookers ist klar als Absender der Informationen ausgewiesen und natürlich geht es um Reisedestinationen, die Ebookers im Programm hat. Aber das ist auch schon alles, was nach Werbung riecht. «Die Blogs bringen Ebookers Renommee, binden Kunden, dienen Journalisten zur Information, machen ein bisschen PR und sorgen dafür, dass Ebookers bei Google weiter oben gerankt ist», sagt Hogenkamp. «Google hat in der Schweiz einen erdrückend hohen Marktanteil und Social-Media-Marketing ist immer auch Suchmaschinenmarketing.» Der Aufwand für die beiden Ebooker-Blogs hält sich im Rahmen: Die Online-Magazine werden pro Sprache von zwei Redaktoren und sechs freien Mitarbeitern betreut, die pauschal bezahlt werden.
Markus Gabriel hat Corporate Blogs für Swisscom, Credit Suisse und den Bierbrauer Wartmann aufgebaut, schreibt als Blog-Autor und twittert. «Für ein Unternehmen ist es optimal, wenn mehrere Personen bloggen, die alle in der Firma beschäftigt sind», sagt der erfahrene Werber. «Dann ist die Authentizität gewährleistet. Natürlich muss man auch ein paar Regeln festlegen, zum Beispiel, dass Firmengeheimnisse tabu sind und dass nicht gegen den Konkurrenten gewettert wird. Ausserdem sollte die Firma Beiträge auf Rechtschreibung und Zeichensetzung prüfen, bevor sie veröffentlicht werden.»
Teilen ist sein
Mit einem Corporate Blog starten können Unternehmen jederzeit. Auch wer sich für ein negatives Ereignis entschuldigen will, hat einen guten Aufhänger für den Einstieg in die Blogosphäre. Das britische Warenhaus Marcs and Spencer entschuldigte sich kürzlich mit Plakaten bei seinen Kundinnen dafür, dass sie für BH-Übergrössen einen Aufpreis hatten zahlen müssen. Mit einem Entschuldigungs-Blog hätte das Unternehmen vermutlich mehr erreicht, als mit der einmaligen Kampagne. Peter Hogenkamp räumt selbst unbeliebten Firmen wie der Billag oder der Cablecom Chancen ein, mit einem Blog ihr Image zu verbessern. Voraussetzung dafür seien allerdings kompromisslose Ehrlichkeit und Authentizität.
Firmen, die keinen eigenen Blog aufbauen möchten, können die Blogosphäre trotzdem für ihre Zwecke nutzen, ungezinkt und ganz legal. Die deutsche Onlinemarketing-Agentur Bloofusion stellte beispielsweise ihren Leitfaden zur Optimierung von Suchmaschinen für Online-Shops auf ihre Website. Nichts geschah. Bis ein Blogger über den Leitfaden stolperte und andere Blogger darauf aufmerksam machte. Der Leitfaden kursierte durch mehrere Blogs, verbreitete sich viral und schaffte es schliesslich auch in die Medien. Insgesamt wurde er 5‘000 Mal von der Website heruntergeladen. Warum nicht gezielt spannende Infos an Blogbetreiber senden? «Wer Blogger mit für sie relevanten Unternehmens- oder Produktinformationen versorgt, kann damit rechnen, dass sich die-se wie von allein verbreiten», sagt Markus Gabriel. «Blogger sollten wie Journalisten behandelt werden. Man kann ihnen Pressemeldungen mit Sperrfristen schicken, sie exklusiv über ein Produkt informieren, sie mit Hintergrundinformationen versorgen oder ihre Meinung erfragen.» Die Betreiber des Onlineportals Karriere.ch liessen zum Beispiel ihren kostenlosen Bewerbungsunterlagen-Check von ausgewählten Bloggern bewerten, um so dessen Optimierungspotenzial auszuloten. In Zusammenarbeit mit der Basler Agentur Trigami luden sie die Blogger ein, das Tool auf Herz und Nieren zu prüfen. 6 Prozent der Eingeladenen testeten das Tool, 33 Prozent verfassten einen Blogbeitrag und Karriere.ch gewann nach eigenen Angaben durch die Blogs Dutzende qualifizierte Besuche. Gekostet hat die Kampagne rund 1500 Franken.
«You are what you share», zitiert Markus Gabriel einen Blogbeitrag. Das bringt den Geist des Bloggens auf den Punkt: Teilen und sich mitteilen bereichert – und kann gut gemacht auch den Umsatz steigern.
Anne-Friederike Wilhelm

In Kürze: Marketing in Blogs
Blogmarketing hat viele Facetten. Es reicht von klassischer Bannerwerbung in Blogs über Corporate Blogs von Unternehmen und klar deklarierte Diskussionsbeiträge von Unternehmensvertretern in Themenblogs bis zur Platzierung redaktioneller Werbetexte oder Berichte, die nicht als Marketingbotschaften gekennzeichnet werden. Auch das Verteilen von Testprodukten oder Gutscheinen an Blogger, die dann über ihre Erfahrungen berichten, ist eine Massnahme des Blogmarketing. Sie eignet sich besonders zur Einführung neuer Produkte auf dem Markt.

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Völlig vernetzt: Die computergenerierte Karte visualisiert die unzähligen Verbindungen zwischen Weblogs. Die Blogs sind als weisse Punkte dargestellt.

Gratis aus dem Auto-Leasing raus

Wenn die Amortisationstabelle im Leasingvertrag eine versteckte Vertragsstrafe enthält, ist ein Ausstieg ohne Zusatzkosten möglich. So hat das Bundesgericht entschieden. Von Michael Krampf, lic.iur, Rechtsanwalt, Jurist und Redaktor beim Beobachter-Beratungszentrum.

Haben Sie ein Auto geleast, das Sie heute nicht mehr benötigen? Oder nicht mehr wollen, weil Sie in der gegenwärtigen Finanzkrise Mühe haben, die Leasingrate zu bezahlen? Zurzeit haben Sie gute Chancen, ohne Zusatzkosten aus dem Leasingvertrag auszusteigen. Denn die in den Verträgen enthaltenen Tabellen, mit denen die Kosten für den vorzeitigen Ausstieg berechnet werden, sind häufig ungültig, wie das Beispiel von Anton Meier (Name geändert) zeigt:
Meier war jung und ledig, als er den Leasingvertrag für einen Lexus unterschrieb. Vier Jahre lang sollte er 1423 Franken pro Monat zahlen. Nach einem Jahr konnte er die Leasingrate nicht mehr aufbringen. Er gab den Wagen zurück. Die Leasingbank berechnete die Leasingrate auf die verkürzte Laufzeit neu und verlangte für den Wertverlust des Autos total 35 000 Franken. Meier schaltete einen Anwalt ein, denn die Amortisationstabelle führte zu abstrusen Resultaten: Ein Ausstieg ab dem 19. Monat wäre teurer gekommen, als wenn das Auto bis zum Vertragsende geleast und bezahlt worden wäre. Oder noch krasser: Hätte Meier das Fahrzeug einen Monat vor Ablauf der vierjährigen Vertragsdauer zurückgegeben, hätte er für den Wertverlust sage und schreibe über 45 000 Franken nachzahlen müssen.
Das ist falsch, entschied das Bundesgericht. Die Amortisationstabelle müsse nach anerkannten Grundsätzen erstellt sein, ohne «versteckte Vertragsstrafe für die vorzeitige Auflösung des Vertrags». Das Gericht erklärte die Tabelle für nichtig. Meier konnte ohne Kostenfolge aus dem Vertrag aussteigen (Urteil vom 18. Dezember 2008, 4A_404/2008).
Das Urteil gilt für alle bestehenden Autoleasingverträge, die zum privaten (nicht gewerblichen) Gebrauch abgeschlossen wurden und die eine unzulässige Tabelle enthalten. Zudem darf der im Vertrag aufgeführte Barkaufpreis nicht mehr als 80’000 Franken betragen.
Wie finden Sie nun heraus, ob die Amortisationstabelle in Ihrem Leasingvertrag eine versteckte Vertragsstrafe enthält? Rechnen Sie aus, was Sie ein Ausstieg einen Monat vor Vertragsende kosten würde. Ziehen Sie davon die bis zu diesem Zeitpunkt zu zahlenden Leasingraten ab. Entspricht die so berechnete Summe in etwa der letzten zu zahlenden Leasingrate, ist die Tabelle korrekt. Ein Gratis-Ausstieg ist dann wegen mangelhafter Tabelle nicht möglich. Müssten Sie jedoch ein Vielfaches der letzten Rate bezahlen, ist die Amortisationstabelle falsch. Ein Gratis-Ausstieg ist laut Bundesgerichtsurteil möglich. Und zwar frei nach dem Werbespruch einer Leasinganbieterin: «Jetzt oder nie – erfüllen Sie sich Ihre Träume!».

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