Solidaritätskundgebung der Tages-Anzeiger-Redaktion

Gegen 100 Personen haben am Mittwochmittag in Zürich an einer Solidaritäts- Kundgebung für entlassene Tages-Anzeiger-Mitarbeiter teilgenommen. Sie forderten einen fairen und respektvollen Sozialplan.

Gegen 100 Personen haben am Mittwochmittag in Zürich an einer Solidaritäts-Kundgebung für entlassene Tages-Anzeiger-Mitarbeiter teilgenommen. Sie forderten einen fairen und respektvollen Sozialplan.
Zur Kundgebung aufgerufen hatten Redaktionsmitglieder. Sie startete vor dem Gebäude des Tages-Anzeigers beim Stauffacher. Beendet wurde sie auf dem Helvetiaplatz. Auf Transparenten stand zu lesen «Qualität statt Kündigung»,
«Keine glaubwürdige Zeitung ohne fairen Sozialplan» sowie «Irrsinn: Weniger Redakteure, bessere Zeitung».
Mit der Solidaritäskundgebung wolle man auch Druck machen auf die letzte Verhandlungsrunde zwischen der Personalkommission und Tamedia, sagte ein Redaktionsmitglied. Diese findet am Donnerstag statt.
Mitte Mai hatte Tamedia bekanntgegeben, 50 Vollzeitstellen auf der Tagi- Redaktion und 7 im Druckzentrum zu streichen. Die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter würden durch einen angemessenen Sozialplan unterstützt, schrieb
Tamedia damals.

Die graue Maus hat sich gemausert

TBWA\ hat die Geschäftsleitung erweitert und arbeitet von Zürich aus an internationalen Prestige-Aufträgen.

Das Netzwerk der TBWA\ gehört international zur kreativen Spitze. In der Schweiz wurde der Zürcher Ableger früher als «eine graue Maus» wahrgenommen. Inzwischen hat die Agentur mit über 50 Mitarbeitenden im Zürcher Seefeld «auf verschiedenen Ebenen einiges aufholen können», wie Andy Hostettler stolz ist. «Wir haben in 1½ Jahren 10 von 14 Pitches gewonnen und sind inzwischen ein absolut ernsthafter Partner unserer Kollegen im Netzwerk», meint der CEO. Belegen kann er das mit verschiedenen Erfolgen. So sind zum Beispiel in den letzten Wochen zwei Kreative, eine Beraterin und eine Strategin aus Zürich zuerst in London und dann gleich auch noch in Los Angeles von den dortigen Ablegern des Netzwerks für eine neue Apple-Kampagne «angemietet» worden. «Das wirkt natürlich für dieses junge und heisse Team sehr motivierend.» Umgekehrt kommen sieben Teams aus aller Welt im Juli für eine Woche nach Zürich. Sie sollen mithelfen, wenn von der Schweiz aus ein gemeinsames Projekt für den internationalen Markt angeschoben wird. Mit Infiniti hat TBWA\ bereits im letzten November in einem europaweiten Pitch dank strategischer Schlagkraft einen neuen Grosskunden gewonnen. Auch hier darf die Agentur von Zürich aus eine Kampagne quer über den ganzen Kontinent lancieren. Ziemlich prestigeträchtig geht es dabei um den Markteintritt dieser japanischen Automarke in Europa. «Das war ein Kernzünder, dass wir jetzt in dieser Liga wahrgenommen werden», meint Matthias Kiess, Managing Director bei TBWA\ Zürich. «Normalerweise können Schweizer Ableger von internationalen Netzwerken nur adaptieren. Wir leiten von Zürich aus eine Kampagne für ganz Europa», freut sich auch Executive CD Urs Schrepfer. Ebenso im Health-Bereich arbeitet TBWA\ an internationalen Projekten, wie zum Beispiel für ein kleineres Schweizer Unternehmen, welches weltweit in 40 Ländern aktiv ist. Ein anderer Job auf Corporate-Ebene läuft für ein südfranzösisches Orthopädie-Unternehmen, das ein «weltweit spannendes Patent» vermarktet. «Je länger, je mehr wird unser Portfolio von solchen Geschichten bestimmt, die über die Landesgrenzen hinausgehen», fasst Ingrid Notter, Unit Director PR, zusammen.
TBWA\ Zürich hat deshalb seine Geschäftsleitung in den letzten Wochen um zwei neue Spezialisten erweitert. Im Mai 2009 ist Sven Oeschger als Client Unit Director dazugekommen. Der Jurist mit Anwaltspatent liess sich 2000 als erster Europäer an der renommierten Miami Ad School zum Strategic Planner ausbilden. 2005 gründete er mit dem Planningshop die erste Schweizer Agentur für strategische Planung. Bereits im April dieses Jahres ist Manuela Zwald ebenfalls als Client Unit Director neu in die Agentur gekommen. Die eidg. dipl. Leiterin Marketing-Kommunikation verfügt über 16 Jahre Kommunikationserfahrung sowohl auf Kunden- wie auch Agenturseite. Vor ihrem Wechsel zu TBWA\ wirkte sie fünf Jahre bei der UBS Investment Bank als Head Product Promotion und war als Mitglied der Direktion massgeblich am Aufbau der Produkt-Werbeabteilung beteiligt.
«Die neue Geschäftsleitung ist ein Zeichen, dass wir investiert haben», will Andy Hostettler betonen. Bleibt somit nur noch die Frage nach dem Verhältnis zum BSW? «Da sind wir von Präsident Frank Bodin darauf angesprochen worden, ob wir wieder mitmachen wollen. Wir können uns das vorstellen. Allerdings nur, wenn man dort auch eine sinnvolle Aufgabe für einen Vertreter oder eine Vertreterin von uns findet. Denn wir engagieren uns nur in Organisationen, wenn wir auch selber etwas bewirken können», gibt sich der CEO kämpferisch.
Andreas Panzeri
1290581575_img090701_tbwa
Die neue Geschäftsleitung mit Ingrid Notter, Sven Oeschger, Andy Hostettler, Urs Schrepfer, Manuela Zwald, Matthias Kiess.

Spannende Keynotes am EMEX-Forum 2009

An der Schweizer B2B-Fachmesse für Marketing, Kommunikation, Event und Promotion 09 (25. bis 27. August) wird das EMEX-Forum by Swiss Marketing in der Halle 3 einmal mehr zu den Highlights gehören.

Am Dienstag, 25. August (15.45–16.45), wird Dr. Peter Petrin, Direktor SIB Schweizerisches Ins¬titut für Betriebsökonomie, als Keynote Speaker zum Thema «International anerkannte Abschlüsse in Marketing: Welchen Wert haben Schweizer Bildungsabschlüsse im Ausland?» referieren. Dr. Peter Petrin hat in Betriebswirtschaftslehre promoviert und ist seit anfangs der 90er-Jahre im Bildungswesen tätig. Zudem ist er im Verwaltungsrat von vier KMU und im Vorstand diverser Vereinigungen und Organisationen. Zum Inhalt des Vortrags: Das schweizerische Bildungssystem ist einzigartig und hervorragend. Zu den Stärken zählt die so genannte höhere Berufsbildung, die hoch qualifizierte, praxisorientierte Fach- und Führungskräfte hervorbringt. Die OECD erteilt unserer höheren Berufsbildung Bestnoten und erklärt sie zum Vorbild. Diese Einzigartigkeit bringt es unvermeidlich mit sich, dass andere Länder mit unseren Bildungsabschlüssen wenig vertraut sind. Ist die internationale Anerkennung unserer Abschlüsse in Marketing (z. B. Marketingfachleute mit eidg. Fachausweis, dipl. Verkaufsleiter) wirklich wichtig? Und was heisst denn eigentlich internationale Anerkennung? Ist sie für die Karriere wirklich relevant?
Veränderung der Medienlandschaft
Am Mittwoch, 26. August (17.45–18.45), wird Dr. oec. publ. Maili Wolf, Inhaberin Dr. Maili Wolf Consulting, als Keynote Speaker zum Thema «Veränderung der Medienlandschaft» referieren. Maili Wolf startete ihre berufliche Laufbahn in der Verlags- und Medienbranche und verfügt heute über eine dreissigjährige Verlags- und Medienpraxis im In- und Ausland, in den unterschiedlichsten Bereichen und Funktionen des Medienwesens. 1996 gründete sie eine eigene Consulting-Firma, nachdem sie sechs Jahre als Mitglied der Geschäftsleitung der Ringier für Zeitschriften verantwortlich war. Zum Inhalt des Vortrags: Die Medien im Spannungsfeld von technischer Entwicklung und von gesellschaftlichem Wandel gelten nach wie vor als «Spiegel ihrer Zeit» und sind fest verankert im soziokulturellen Umfeld ihrer Zeit, wenn sie erfolgreich überleben wollen.
Marketing in der Krise
Die über Jahre ungleiche Ehe zwischen Medien und Werbewirtschaft zum beidseitigen Nutzen steht am Wendepunkt. Die Massenmedien stehen vor dem «Aus», und die Medienbranche ist gezwungen umzudenken. Am Donnerstag, 27. August (15.45–16.45), wird Dr. Stefan Michel, Professor of Marketing IMD International in Lausanne, als Keynote Speaker zum Thema «Marketing in der Krise» referieren – präsentiert von Standing Ovation. Das IMD-MBA-Programm wird vom Magazin The Economist als weltweite Nummer eins platziert. Die Financial Times beurteilt IMD als weltweit besten Anbieter von Executive Education und Open Enrollment Programs. Von 2003 bis 2008 war Stefan Michel Professor an der Thunderbird, School of Global Management, in Arizona, USA. Er berät Unternehmen in strategischen Marketingfragen.
Seine deutschen Marketinglehrbücher erscheinen im Compendio Verlag in Zürich. Zum Inhalt des Vortags: Wir beobachten, dass viele Führungskräfte in Krisenzeiten zu operativen Schnellschüssen neigen, ohne vorher eine strategische Analyse vorzunehmen. Gerade in Zeiten des Umbruchs entstehen strategische Chancen, langfristige Wettbewerbsvorteile aufzubauen. Das Referat beschreibt zwei Analyse-Tools für die gegenwärtige Krise. Basierend auf der Analyse geht es darum, «Must-win-Battles» zu identifizieren und interne und externe Ressourcen zu mobilisieren. Das Referat schliesst mit einigen Empfehlungen zum operativen Marketing.

Hiltl-Kinospot von Ruf Lanz in Lürzers Archiv aufgenommen

Der Hiltl-Kinospot «Sound-designer» von Ruf Lanz hat es in in die aktuelle Ausgabe 3/200 von Lürzers Archiv geschafft. Lürzers Archiv präsentiert regelmässig Kampagnen aus aller Welt.

Der Hiltl-Kinospot «Sound-designer» von Ruf Lanz hat es in in die aktuelle Ausgabe 3/200 von Lürzers Archiv geschafft. Lürzers Archiv präsentiert regelmässig Kampagnen aus aller Welt. Der Spot ist national und international ausgezeichnet worden, unter anderem mit Silber bei den Clio-Awards.

Neue Werbeagentur Fry & Partner

Aus dem Büro für Kommunikationsdesign Apart entsteht die neue Werbeagentur Fry &Partner. Ziel der neuen Werbeagentur sei es vor allem, kleinere und mittlere Unternehmen bei der ganzheitlichen Marktbearbeitung zu unterstützen.

Aus dem Büro für Kommunikationsdesign Apart entsteht die neue Werbeagentur Fry &Partner. Man habe sich nach über 10 Jahren für eine Neuausrichtung entschieden, um sich so klarer auf dem Markt zu positionieren sagt Gion Fry, Inhaber und Gründer von Apart. Das Büro für Kommunikationsdesign habe sich mehr und mehr zu einer klassischen Werbeagentur weiter entwickelt. Mit dem Einstieg des Ökonomen und Marketingspezialisten Tobias Lang im Frühling dieses Jahres wurde ein weiterer Schritt in Richtung Ausbau der strategischen Beratung in Marketing und Kommunikationsfragen gemacht.
Ziel der neuen Werbeagentur sei es vor allem, kleinere und mittlere Unternehmen bei der ganzheitlichen Marktbearbeitung zu unterstützen.

Schräg, schrill und süss

Chupa Chups hat eine Karaoke-Show auf Viva Schweiz realisiert. Betreut wurde das multimedial aufgezogene Projekt von Initiative.

Alle reden von interaktiver Werbung. Chupa Chups lässt darum herum jetzt auch noch singen. Auf VIVA Schweiz ist in den vergangenen Tagen das multimedial aufgesetzte Projekt «Karaoke Less Serious» über den Bildschirm geflimmert. Parallel dazu hat Chupa Chups als Vorreiter in der Schweiz zum ers-ten Mal auch ein interaktives Kino-Game realisiert. Dieses erlebte seine Premiere in der Arena Filmcity in Zürich sowie in mehreren Pathé-Kinos von Basel bis Genf. Bei diesem «Jump and Run Game» wird eine Spielfigur auf der Leinwand durch Bewegungen des Publikums gesteuert. Diese Figur ist dem Publikum unter dem Namen Chupa Chuck nähergebracht worden. Das interaktive Kinogame wird in den Kinos noch bis zum 11. Juli jeweils am Freitag und am Samstag vor der Hauptabendvorstellung gespielt vor dem Streifen «Ice Age 3». Dazu wird das Publikum von einem Animator in die Spielregeln eingeführt. Wie bei der Show auf VIVA ist es das Ziel dieser Aktion, die neue Positionierung «Life Less Serious» von Chupa Chups bei einer jungen Zielgruppe zu festigen.
Bei der Karaoke-Show konnten singfreudige Jugendliche einen Song auf Chupachups.ch hochladen. Diese mussten nicht perfekt, sondern möglichst lus¬tig, eben «Less Serious» vorgetragen werden. Die bes¬ten sechs Teilnehmer wurden ins Studio zum Halbfinal eingeladen. Die besten drei konnten im Final ein zweites Mal im TV auftreten. Hier lockten neben einer Sony Playstation 2500 Franken als Siegesprämie. In der Jury wirkten neben Mia Aegerter auch Chupa Chuck, die Game-Figur aus dem Kino. Wie es zu diesem Genre gehört, ist die Aktion crossmedial von Facebook über Youtube und Netlog.com bis in die Pendlerzeitungen zielgruppengerecht weitergezogen worden.
Die Werbeaktionen für Chupa Chups waren schon mehrmals ungewöhnlich. So ist 1995 ein solcher Lolli medienwirksam mit der Raumstation Mir bis in den Weltraum mitgenommen worden. Auch das Logo hat es in sich. Es ist vom Surrealisten Salvador Dalí entworfen. Auch die Popikone Madonna hat schon Werbung für Chupa Chups gemacht. Zurzeit werden die Lutscher in einer Auflage von über vier Milliarden pro Jahr in über 170 Ländern verkauft. Die Lollis gibt es in 50 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Chupa Chups ist ein spanisches Unternehmen, das heute zum italienischen Perfetti-van-Melle-Konzern gehört. Das Bonbon auf dem Stäbchen ist erfunden worden, damit sich Kinder beim Schlecken die Hände einigermassen sauberhalten können. pan
1290581573_img090701_chupa1
1290581573_img090701_chupa2

Bytix entwickelt das Redesign der neuen McDonald’s Webseite

Bytix wurde mit dem Redesign der McDonald’s Website beauftragt. Das Ziel war, eine ansprechende und übersichtlich gestaltete Plattform zu entwickeln, in die sich dialogorientierte Module einbinden lassen.

Bytix wurde mit dem Redesign der McDonald’s Website beauftragt. Das Ziel war, eine ansprechende und übersichtlich gestaltete Plattform zu entwickeln, in die sich dialogorientierte Module einbinden lassen. Die Webseite basiert auf einer 4-stufiger Navigation und ein dynamisches Flash-Karussell auf der Einstiegsseite verlinkt direkt auf aktuelle Promotionen und die 4 Focus-Tabs im unteren Teil auf die wichtige Themen und News.
Weiter sind auf dem Portal interaktive Module wie das QuickPoll Umfragetool, die erweiterten FAQ‘s mit Voting-Funktion und das Opinion Board zu finden. Ausserdem Tools wie Tell-a-friend Nachrichten, ortsabhängige Restaurantsuche über Google-Maps, Newsletter, Videos, Games und Bildgalerien.
img090701_websitemacdo

Ringier Rumänien eröffnet neue Online-Division

Ringier Rumänien wird diesen Monat einen eigenständigen Geschäftsbereich für das Onlinegeschäft aufbauen. In diesem neuen Bereich sollen mehr als 100 Mitarbeiter tätig sein. Er wird ad-interim von General Manager Marius Hagger geleitet.

Ringier Rumänien wird diesen Monat einen eigenständigen Geschäftsbereich für das Onlinegeschäft aufbauen. In diesem neuen Bereich sollen mehr als 100 Mitarbeiter tätig sein. Er wird ad-interim von General Manager Marius Hagger geleitet.
Der Online-Geschäftsbereich wird als eigenständige Business Unit eingerichtet. Sie soll einerseits die verschiedenen Online-Aktivitäten der Print-Titel koordinieren und andererseits neue Online-Geschäftsmodelle und -Dienstleistungen aufbauen. Im neuen Geschäftsbereich werden sieben Abteilungen zusammengefasst. Dazu gehören unter anderem die Online-Magazine, die Abteilung Marketing und Verkauf und das Web-TV.

Reden ist Silber. Schweigen isst Tibits

Wirz lockt für Tibits auch Männer ins vegetarische Restaurant.

Tibits muss in der Schweiz nicht mehr vorgestellt werden. Die vegetarischen Restaurants mit Bar und Take away erfreuen sich grosser Beliebtheit. Trotzdem hat man sich bei Tibits für eine neue Werbekampagne entschieden, denn man hat herausgefunden, dass eine Bevölkerungsgruppe in den Restaurants klar untervertreten ist: die Männer. So lautete der Auftrag an die Hausagentur Wirz Werbung, eine Kampagne zu entwickeln, welche die Männer dazu bewegt, ein erstes Mal ins Tibits zu kommen. Ein erstes Mal genügt, wie die Erfahrung lehrt, denn wer einmal im Tibits gegessen hat, kommt wieder, ist CD Matthias Freuler überzeugt.
Die Kreativen von Wirz haben sich somit gefragt: Wie verführt man Männer zum ersten Mal? Wie lockt man sie in ein Restaurant? Was interessiert sie? Genügt feines Essen oder braucht es mehr? Die Antwort war schnell gefunden: Es braucht Frauen. Eine Erkenntnis, über die man nicht unglücklich war, wo doch Tibits eine Frauenquote von 60 bis 70 Prozent vorzuweisen hat. Klar, wie die neue Kampagne deshalb aussehen musste. Man zeigt die jungen, trendigen Frauen, die im Tibits verkehren, und schreibt dazu: «Frischfleisch an der Salattheke.» Die Läden werden überrannt werden von hungrigen Singles. Hammerkampagne. Leider mit einem kleinen Haken. «Sie passt nicht zum zwar frechen, aber sympathischen Stil von Tibits», halten die Verantwortlichen Anna Di Maio sowie Reto und Daniel Frei den Daumen nach unten.
Der nächste Ansatz passte da schon besser. Man sagte sich, die Frauen, die im Tibits verkehren, haben doch sicher Freunde. Die müssen einfach mitgehen, und schon steigt der Männeranteil. Aber wie kriegt man sie dazu, ihre Freundinnen in ein vegetarisches Restaurant zu begleiten? Man muss ihnen einen speziellen Grund liefern. Den findet man, wenn man beobachtet, was Frauen im Tibits machen: Sie essen. Sie sind tatsächlich mit vollen Tellern beschäftigt. Das bedeutet nicht nur eine gute Küche, sondern auch, dass man hier eine friedliche Zeit mit seiner Freundin verbringen kann. Denn wer isst, spricht nicht. Nörgelt nicht. Quengelt nicht. Und so heisst die neue Kampagne: «Tibits – wo Frauen essen statt reden.» Der weise Text stammt aus der Feder von Tom Zürcher. Die sexy Strategie von Gordon Nemitz. Im richtigen Moment – wenn die Frauen den Mund halten –
fotografiert hat Jonathan Heyer. pan
1290581575_img090701_tibits1
1290581575_img090701_tibits2
1290581575_img090701_tibits3

Coole Soap für die 3D-Thomy-Familie

Advico Young & Rubicam hat die Traditionsmarke Thomy in die moderne Zeit gezügelt.

Kein Senf: Noch heute treffen bei Nestlé regelmässig Kinderzeichnungen mit kreativ gestalteten Männchen ein. Thomy als Werbefigur ist beliebt und erfreut sich nach wie vor eines aktiven Lebens. Das ist keine Selbstverständlichkeit bei einer Werbefigur, die bereits in den 30er-Jahren das Licht der Welt erblickte. Thomy gehört damit zur ersten Generation in der Geschichte der personifizierten Markenversprechen. Ebenso als erstes Unternehmen weltweit verpackte Thomy 1934 Senf in Tuben. Um das neue Produkt bekannt zu machen, lancierte Thomy bald darauf auch einen Wettbewerb. Das Publikum durfte einen Namen finden für die Figur, die in Zukunft bei allen Werbeauftritten zu sehen sein sollte. Nach Auswertung der über 20 000 eingegangenen Antworten traf man bei Thomi + Franck schliesslich die Entscheidung, den «Senfmann» in «Senf-Thomy» umzutaufen. Das «i» wurde zum «y», da Hans Thomi die Schreibweise «geeigneter für internationale Kampagnen» fand. Die Weitsicht war berechtigt. Mit den Erfahrungen aus der Senfproduktion als Grundlage brachte Thomi + Franck 1951 auch die erste industriell gefertigte Mayonnaise in Europa auf den Markt. Dem Männchen wurden inzwischen ein Gesicht und Arme gegeben, das Unternehmen in das Sortiment von Nestlé integriert. Ende der 80er-Jahre war Thomy erstmals in der TV-Werbung zu sehen. Nach einer längeren «Sendepause», in der Thomy im Printbereich und bei Aktionen für Unterhaltung sorgte, kehrte die Werbefigur 2007 wieder auf die Bildschirme zurück. Inzwischen hat sich der Markt für Thomy-Produkte allerdings sehr stark verändert. Eigenmarken der Grossverteiler konkurrenzieren den Pionier. Umgekehrt verkauft Thomy schon lange nicht mehr nur Senf und Mayonnaise, sondern bietet eine breite Palette an Saucen und Dressings an. Diese neue Welt soll nun auch in einer neuen Werbung zum Spielen kommen. Nach einer Agentur-Evaluation ist Advico Young & Rubicam damit betraut worden, «Thomy in eine neue Ära zu führen – ohne die alten Werte zu verlieren», wie der verantwortliche CD Philipp Skrabal erklärt. So wurde es zum Ziel des neuen Auftritts, eine jüngere Zielgruppe zu erreichen und die breite Produktepalette zu kommunizieren. AY&R löste die Aufgabe, indem das Thomy-Männchen aus der alten Welt mit nur zwei Dimensionen in eine moderne Welt in 3D überführt wurde. «Mit der Animation am Computer sind die Figuren realer und die Machart moderner geworden, ohne dass Thomy und seine Freunde ihren Charme verloren haben», ist die Beraterin Tanja Mezan überzeugt. Eine Auffrischung bekamen auch die Thomy-Geschichten und der Claim. Das Männchen hat mit den verschiedenen Thomy-Produkten Freunde bekommen. Diese spielen in den ersten drei Spots zusammen in einem Kühlschrank – dort, wo alle Thomy-Produkte leben. Die Geschichten sind wie die Folgen einer Soap aufgebaut und nehmen auch inhaltlich Elemente des populären Genres auf. Die Markenbotschaft «Thomy macht aus Gutem das Beste» wurde verkürzt auf «Thomy macht mehr draus».
Andreas Panzeri
> Spot 1
> Spot 2

Eine Bronzeskulptur für die Besten

Am Eingang zum Berner Kursaal liegt ein roter Teppich, Blitzlichtgewitter empfängt die Gäste, ein etwas kauziger Tagesschau-Reporter (alias Comedian Gögi Hofmann) stellt seltsame Fragen, später rockt die Schweizer Soul-Entdeckung Seven die Bühne – das alles moderiert von Ex-Miss-Schweiz und Schauspielerin Melanie Winiger. Derart glamourös und einzigartig feierten 522 frisch gekürte Marketingfachleute dieses Jahr den Erhalt ihres Fachausweises.

Bern, 20. Juni 2009: Es war eine Diplomfeier, die neue Massstäbe setzte – und offensichtlich ganz nach dem Geschmack des jungen Publikums ausfiel. Die insgesamt 1000 Gäste aus der ganzen Schweiz zeigten sich im Kursaal Bern begeistert. Beim Konzert des Schweizer Soul-Sängers Seven stürmten sie vor die Bühne und tanzten, was das Zeugs hielt. 300 anstrengende Unterrichtsstunden und der Prüfungsstress waren wie weggeblasen. Das verblüffte selbst den konzerterfahrenen Seven: Eine derart gute Stimmung mitten an einem Samstag Nachmittag werde auch für ihn «in die Geschichte eingehen». Zum Dank legte der Aargauer Musiker eine Zugabe oben drauf – seinen Hit «Lisa», der seit Wochen in den Charts steht. Zuvor hatte bereits Beatbox-Weltmeis¬ter ZeDe für einen spektakulären Auftritt gesorgt.
Swiss Marketing Award für die besten Marketingfachleute
Anlässlich der Diplomfeier wurden in Bern die neun besten Nachwuchs-Marketingfachleute der Schweiz ausgezeichnet. Sie erhielten aus den Händen von Prüfungskommissions-Präsident Andreas Balazs, von Uwe Tännler, Präsident von Swiss Marketing, und weiteren Vertretern der Trägerschaft den neu geschaffenen Swiss Marketing Award, eine vom Tessiner Künstler Ivo Soldini gestaltete Bronzeskulptur. Siegerin wurde die Zürcher Marketingfachfrau Stefanie Brauchli, die mit einem Notenschnitt von 5,4 den Spitzenplatz unter den 522 neuen Marketingfachleuten mit eidgenössischem Fachausweis belegte. Die Berufsprüfungen werden im Auftrag des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) von der Prüfungskommission organisiert und in deren Auftrag von Swiss Marketing durchgeführt. Die Trägerschaft bilden die Branchenverbände GfM, KV Schweiz, Schweizer Direktmarketing Verband und Swiss Marketing. Die Diplomfeier der neuen Marketingfachleute im Kursaal Bern wurde unterstützt von Swiss Marketing, Dr. W.A. Günther, Schweizer Direktmarketing Verband, KV Schweiz und Druckmanufaktur.
Marketingfachleute werden «Junior Marketing Manager»
Swiss-Marketing-Präsident Uwe Tännler informierte die neuen Marketingfachleute auch über die bevorstehende europäische Zertifizierung des Schweizer Fachausweises für Marketingfachleute. Voraussichtlich ab Herbst dieses Jahres vergibt der Branchenverband Swiss Marketing im Auftrag der European Marketing Confederation (EMC) in der Schweiz exklusiv die von der Europäischen Union anerkannten Zertifizierungsurkunden. Damit wird den hiesigen Berufsfachleuten der Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt erleichtert. Schweizer Marketingfachleute, die sich von Swiss Marketing europäisch zertifizieren lassen, dürfen die Berufsbezeichnung «Junior Marketing Manager» führen.
1290581574_img090701_swissmaketingaward
Stefanie Brauchli, Platz 1 beim Swiss Marketing Award.

Lukrativer Lauschangriff

Das Mittel gegen explodierende Druck- und Versandkosten ist gefunden: Marode Zeitungen können ihre Artikel in Zukunft per Druckergeräusch an ihre Leser schicken.

Es gibt viele Wege aus der Krise – für Zeitungen und Zeitschriften könnte einer sein, Artikel per Druckergeräusch an ihre Abonnenten zu übermitteln. Also quasi durch das Rascheln mit dem Blätterwald. Ein Mikrofon am Redaktionsdrucker reicht aus, und schon hat der Leser alle Investigativartikel auf dem Frühstückstisch. Steigende Papier-, Druck- und Versandkosten wären kein Thema mehr, und das Blatt wäre sogar blindengerecht. Allein: Es muss ein Nadeldrucker sein. Sie wissen schon: Ihhhhhhhhht, iiiiiiiiiiht iiiiiiiiiiiiiht, ihhhhhhhhhhhhht. Guter Journalismus ist eben unüberhörbar.
Dem deutschen Kryptografie- und Informatikprofessor Michael Backes von der Universität des Saarlandes ist es kürzlich gelungen, aus den Geräuschen eines Nadeldruckers über 70 Prozent der ausgedruckten Texte zu rekonstruieren. Der Wissenschaftler liess seinen Neunnadler zunächst ein komplettes Wörterbuch drucken und nahm die Geräusche auf. Dann wies er Wörter und Tonmuster einander zu, was ihm nun ermöglicht, Texte anhand der Druckgeräusche automatisch zu erkennen. Die Lauschaktion kostet so gut wie nichts. Ausser vielleicht ein paar Nerven: Ihhhhhhhhht, iiiiiiiiiiht iiiiiiiiiiiiiht, ihhhhhhhhhhhhht.
Mit Druckern aus der Zeit vor der Sintflut arbeiten noch viele Banken und Arztpraxen, vor allem wenn es um Vertrauliches wie Konto- oder Patientendaten geht. Kritisch? Keineswegs. Die Meldung aus dem Saarland macht Mut: Erstens ergibt sich für Tagi, NZZ, Blick & Co. die Chance, im grossen Stil Kosten einzusparen und den alten Nadeldrucker, der beim Chefredaktor ein staubiges Dasein fristet, endlich wieder als vollwertiges Redaktionsmitglied einzusetzen. Zweitens beeindruckt so viel geballte Innovationskraft: Endlich wird sie wahr, die papierlose Zeitung. Und drittens ist es doch toll, dass es jemanden gibt, der Druckergeräusche analysiert – während die Weltwirtschaft den Bach runtergeht und reihenweise Leute auf die Strasse gesetzt werden. So schlecht geht es uns gar nicht. Das ist der Beweis.
Bleibt nur die Frage, was den Lesern mit den nicht entschlüsselbaren 30 Prozent der Textbotschaften entgeht. Sind das die Meldungen aus demElfenbeinturm? Die Feuilletonartikel? Alle Füllwörter? Börsenkurse? Oder Werbung vielleicht? Obwohl – die sicher nicht: Werbung in Printmedien gibts ja nicht mehr. In Zukunft wird Gedrucktes nur noch gesponsert. Von Epson und Sennheiser.
Anne-Friederike Wilhelm
get_footer();