Lange wurde die Diskussion über grundlegende Themen wie Messbarkeit der Kommunikation, der richtige Systemansatz oder die Akzeptanz unter Kommunikationsfachleuten geführt. An der zweiten Fachtagung «Communications Controlling» an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich wurde jedoch anschaulich demonstriert, dass mittlerweile zahlreiche alltagstaugliche Instrumente für ein Communications Controlling zur Verfügung stehen, von der relativ einfachen Prozess-Erfolgskontrolle bis zu komplexen Multi-Stakeholder-Kennzahlen.
Interesse an Communications Controlling steigtAm Donnerstag, 18. Juni 2009, führte das Kompetenz-Zentrum Kommunikation der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich zum zweiten Mal seine Communications-Controlling-Fachkonferenz durch, diesmal unter dem Titel «Erfolgskontrolle in der Praxis». Der Anlass wurde durch das Engagement der Sponsoren Wemf, Farner Consulting und Convento ermöglicht. «Mit über 90 Teilnehmenden liegen wir deutlich über dem Interesse der Erstdurchführung. Auch dies ist für mich ein Indiz, dass das Thema immer mehr Kommunikationsfachleute ernsthaft bewegt», meinte Cyril Meier, Leiter HWZ Center for Communications und Verantwortlicher für die Veranstaltung.
In seiner Begrüssung strich er hervor, dass sich gerade die HWZ mit ihrer langjährigen Tradition der Wirtschafts-Aus- und -Weiterbildung verpflichtet fühle, sich dem Thema der wirkungsorientierten Kommunikation und ihrer Messung anzunehmen. Denn Corporate Communications werde von den Geschäftsleitungen erst dann als eine wertschöpfende Unternehmensfunktion akzeptiert, wenn sie in ihren Erfolgen messbar werde.
In ihrem Eingangsreferat zeigte Prof. Dr. Diana Ingenhoff, Universität Fribourg, anhand des Beispiels Telecom Austria eindrücklich auf, dass und wie die in den letzten Jahren erarbeiteten theoretischen Konzepte für die praktische Anwendung taugen. Erfreulich auch, dass sich die Wissenschaft im deutschsprachigen Raum zunehmend auf eine einheitliche Terminologie, Definitionen und Systeme stützt. Dies erleichtert den Zugang für Kommunikatiospraktiker enorm.
Dr. Christian König, CEO von Farner Consulting, betonte in seinem unterhaltsamen und launischen Anschlussreferat, wie wichtig die Anstrengungen der Kommunikationsfachleute seien, messbar zu werden. Dies bedinge jedoch zuerst ein differenziertes, realistisches Bewusstsein über Zielgruppen, Botschaften und kommunikative Wirkungsziele. Überdies warnte er davor, Controlling im Kommunikationsbereich zu forcieren, solange für die anderen Disziplinen der Unternehmensführung wie Legal oder Human Resources nicht Gleiches gelte.
Dr. Erich Wohlfahrt, Bayer, zeigte am Schluss der Tagung am Beispiel der Integration von Schering in Bayer, welche Erkenntnisse für ihre wirkungsvolle und effiziente Arbeit Kommunikationsfachleute durch ein praxistaugliches System des Communications Controlling gewinnen konnten. Seine Erfahrungen fasste er folgendermassen zusammen: «Bei der Einführung von Communications Controlling empfehle ich, mit überschaubaren Projekten anzufangen, bevor man sich an Gesamtsysteme wagt.»
Von den Teilnehmenden sehr geschätzt wurden die fünf parallel durchgeführten Break¬out-Sessions, in denen praxiserprobte Instrumente des Communications Controlling vorgestellt und diskutiert wurden. Es präsentierten Harald Amschler, Bereichsleiter Forschung, Wemf, René Grossenbacher, Geschäftsführer Publicom, Rainer Maasen, Geschäftsführer der Convento GmbH, Horst Pütz, Geschäftsführer MCCOM Consulting GmbH, und Christoph Spengler, Gründer und Managing Director der Accelerom, Zürich
Andreas Jäggi
Stimmen zur FachtagungDr. Albert Halter von SIX Group: «Wir haben in unserem Unternehmen zahlreiche neue Kommunikationsmassnahmen eingeführt. Die Erfolgsmessung in verschiedenen Bereichen stellt einen nächsten wichtigen Schritt dar. Die Veranstaltung vermittelte dazu interessante Anregungen aus Theorie und Praxis.»
Cyril Meier, Leiter HWZ Center for Communications: «Die heutige Tagung bestätigt, dass mittlerweile zahlreiche alltagstaugliche Instrumente für ein Communications Controlling zur Verfügung stehen, von der relativ einfachen Prozess-Erfolgskontrolle bis zu komplexen Multi-Stakeholder-Kennzahlen.»
«Die SBB messen einem systematischen Controlling der Kommunikation in Zukunft eine grosse Bedeutung bei, und ein entsprechendes System ist in Planung. Mich interessieren natürlich besonders die Möglichkeiten im Bereich der Medienresonanzanalyse. Ich erhoffe mir davon konkrete Inputs zur weiteren Verbesserung unserer täglichen Medienarbeit», meinte Danni Härry, Pressechef der SBB.
Peter Kern, UBS Investment Bank: «Besonders in Zeiten der knapper werdenden Kommunikationsbudgets ist Controlling sehr wichtig, wenn es darum geht, die Ressourcen optimal einzusetzen.»
Fabiola Thomman, HWZ, Tagungsorganisation: «Die zahlreichen Anmeldungen zur Zweitdurchführung der Fachtagung unterstreichen die zunehmende Bedeutung, die das Thema für die Kommunikationsverantwortlichen hat.»
Praxisbeispiele für 2010 in Evaluation
Die nächste schweizerische Fachtagung Communications Controlling ist für den 17. Juni 2010 geplant und wird wiederum an der HWZ durchgeführt. Die Veranstalter möchten den Teilnehmenden auch dann wieder Einblicke in aktuelle Beispiele des Controlling in der Organisationskommunikation zeigen. Wer die Gelegenheit nutzen will, seine Erfahrungen zu teilen, kontaktiert [email protected].