Im Raum Zürich haben am Mittwochmorgen rund 5000 Abonnenten ihre Zeitung nicht erhalten. Die Zürcher Zeitungsverträger protestieren laut SDA mit einer Streikaktion gegen Lohnsenkungen der Zeitungsfrühzustellung in Zürich und grossen Teilen der Ostschweiz Zuvo von bis zu 20 Prozent. Dabei würden die Tieflöhne der Zusteller und Zustellerinnen gekürzt,welche brutto bei knapp um 20 Franken pro Stunde liegen. Am Mittwochmorgen haben sich ungefähr 60 Zeitungsverträgerinnen und -verträger ab 4 Uhr im Volkshaus versammelt, wie Hans-Peter Graf, Zentralsekretär der Gewerkschaft Comedia, auf Anfrage sagte. Das Personal ist entschlossen, den Streik weiter zu führen, wenn die Zuvo-GL nicht echt verhandeln will.
Zur Protestversammlung und dem Warnstreik hatten die Mediengewerkschaften Comedia und Kommunikation aufgerufen. Diese fordern die Geschäftsleitung der Zustellorganisation Zuvo – 50 Prozent Tamedia, 50 Prozent NZZ – auf, die im März angekündigten Lohnsenkungen zurückzunehmen und mit den beiden Gewerkschaften ernsthafte Verhandlungen aufzunehmen. Dazu haben sie ein Ultimatum bis nächsten Montag gestellt. Andernfalls drohen sie mit weiteren Aktionen.
Eine Lohnsenkung von bis zu 20 Prozent können in der gegenwärtigen Krisensituation zu einem ernsthaften Problem für Personen in einem Tieflohngebiet führen, wie Comedia und die Gewerkschaft Kommunikation erklärten. Sie forderten die Geschäftsleitung der Zustellorganisation Zuvo auf, die massiven Lohnsenkungen zurückzunehmen und mit den beiden Gewerkschaften ernsthafte Verhandlungen aufzunehmen. Die Zuvo sei bisher jedoch nicht auf die Forderungen eingegangen, so Graf weiter. Weiter appelierten die beiden Gewerkschaft an das Verständnis und die Solidarität der von der Streikaktion betroffenen Abonnentinnen und Abonnenten, sollte ihre Zeitung nicht im Briefkasten zu finden sein.
Für die Verlage von Tages-Anzeiger und NZZ als Gründer der Zuvo wie auch für die Post, die die Zuvo erwerben will und dabei auf eine zuvor vorgenommene Lohnsenkung hofft, sei ein solches Vorgehen menschenverachtend und schlicht eine Schande, schreibt der SGB am MIttwoch. Man solidarisiere sich mit den Streikenden und ihren Gewerkschaften und versichere diese seiner vollen Solidarität.
Rund ein Prozent der Zeitungen nicht rechtzeitig zugestelltDie Zuvo mit rund 3’600 Angestellten ist zuständig für die Zeitungsfrühzustellung in Zürich und grossen Teilen der Ostschweiz. Am Streik vom Mittwoch früh hätten sich rund 2 Prozent der 2’200 von den Lohnreduktionen betroffenen Zuvo-Angestellten beteiligt, relativierte Zuvo-Mediensprecherin Sonja Levy auf Anfrage die Aktion.
Rund ein Prozent der Zeitungen seien nicht rechtzeitig zugestellt worden. Wie die Zuvo-Geschäftsleitung auf die Forderung nach Verhandlungen reagiert, konnte Levy noch nicht sagen. Sie verwies auf eine letzte Woche getroffene Einigung mit der Zuvo- Arbeitnehmervertretung.
Für einmalige Ausgleichszahlungen (die Gewerkschaften sprechen von «mickrigen
Beträgen») habe die Zuvo 450’000 Franken bereitgestellt. Laut Levy hat ein grosser Teil der Zuvo-Angestellten die neuen Verträge mit den tieferen Löhnen bereits unterzeichnet.
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