Die Waadtländer Werbevermittlerin Publigroupe befindet sich in der schwersten Krise seit 50 Jahren und schreibt weiter Verlust. Im ersten Halbjahr 2009 hat sie einen Umsatzrückgang von 28 Prozent auf 798,4 Millionen Franken hinnehmen müssen. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 8,5 Millionen Franken nach einem Gewinn von 43,9 Millionen Franken in der Vorjahresperiode. Die Konjunkturentwicklung treffe die Werbemärkte immer härter und beschleunige deren strukturellen Veränderungen, heisst es in einem Pressecommuniqué vom Montag.
Der Betriebsverlust (EBIT) betrug 3,5 Millionen Franken nach einem Plus von 61,9 Millionen Franken im Vorjahr. Damals habe Publigroupe von einem Gewinn vor Steuern von 42,5 Millionen Franken aus einem Immobilienverkauf profitiert, wie es weiter heisst.
Media Sales-Publicitas am stärksten betroffen
Am meisten betroffen seien die Presseaktivitäten der Gruppe. Media Sales-Publicitas verzeichnete einen Umsatzrückgang von 28,8 Prozent auf 658,3 Millionen Franken. Der in der Pressewerbung erzielte Umsatz (530 Millionen Franken) geht um 27 Prozent zurück, wobei der Einbruch sämtliche Regionen und Inseratekategorien betrifft. Die kommerzielle Werbung büsst 20,3 Prozent ein. Die markantesten Verluste sind im Finanzsektor, bei den Grossverteilern, den industriellen Ausrüstungsgütern, den Stellenvermittlungen und im Luxussektor zu finden. Die von der Konjunktur und dem Arbeitsmarkt abhängigen Stellenanzeigen setzen ihre Talfahrt fort. Ende des ersten Halbjahres beträgt der Rückgang 41 Prozent.
Die von Media Sales in der Schweiz verkaufte Display-Online-Werbung – einschliesslich Rubrikinserate im Internet – geht um 8 Prozent auf 7,6 Millionen Franken zurück. Die Fernsehwerbung verzeichnet einen Rückgang von 4 Prozent auf 15,9 Millionen Franken, die Radiowerbung bleibt bei 3,1 Millionen Franken stabil. Der Verkauf von Werbung für die Kinos liegt 32 Prozent unter dem Vorjahreswert (8,1 Millionen Franken).