APG plakatiert im Stücki Shopping

Die APG, eine Tochtergesellschaft der Affichage Holding SA, hat einen Exklusivvertrag für die Vermarktung von F12- sowie F200-Plakatstellen im Stücki Shopping in Basel-Kleinhüningen erhalten. Das neue Einkaufszentrum öffnet am 24. September 2009 seine Tore und zählt mit einer Verkaufsfläche von 32‘000 m2 zu den grössten Shoppingzentren der Schweiz.

Das Stücki Shopping in Basel-Kleinhüningen vergibt die Vermarktung von F12- sowie F200-Plakatstellen an die APG. Damit gelingt es dem Schweizer Aussenplakatierer, in einem der grössten Einkaufszentren der Schweiz Fuss zu fassen. Neu zählt die APG die neun grössten Shoppingzentren zu ihren Partnern: Glattzentrum, Centre Balexert, Shoppi Tivoli, Sihlcity, Westside, Seedamm-Center Pfäffikon, Emmen-Center, Shoppyland Schönbühl sowie das Stücki Shopping.
Das Stücki Shopping öffnet am 24. September 2009 seine Tore. Im Dreiländereck zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland gelegen bietet es eine Verkaufsfläche von 32‘000 m2, mit rund 120 Fachgeschäften und täglich über 20‘000 Besucher.

www.apg.ch

Top der Woche: 197 Verkaufsfachleute erhalten eidg. Fachausweis

Am 4. September wurden im Casino Luzern 197 Verkaufsfachleuten ihre eidg. Fachausweise überreicht. Die schriftliche und die mündliche Prüfung, die unter der Federführung von Swiss Marketing (SMC) stehen, wurden von 297 Kandidaten in den zwei Sprachen Deutsch und Italienisch abgeschlossen.

Am 4. September wurden im Casino Luzern 197 Verkaufsfachleuten ihre eidg. Fachausweise überreicht. Die schriftliche und die mündliche Prüfung, die unter der Federführung von Swiss Marketing (SMC) stehen, wurden von 297 Kandidaten in den zwei Sprachen Deutsch und Italienisch abgeschlossen. Der jüngste Teilnehmer war knapp 21, der älteste 49 Jahre jung.
Zwei Premieren gab es dieses Jahr, wie es in einer Mitteilung von Swiss Marketing heisst: Der Titel «Verkaufsfachleute» löst die Bezeichnung «Verkaufskoordinator» ab. Dies aufgrund der Prüfungsreform des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT). Und, noch wichtiger: Die Diplomanden des Jahrgangs 2009 gehören zu den ersten, die einen europatauglichen Fachausweis erhalten. Swiss Marketing (SMC) ist mit seinem Ausbildungssystem von der European Marketing Confederation (EMC) als neues Mitglied aufgenommen worden. Ab Herbst tritt dieses Abkommen in Kraft. Dies öffnet den Absolventen das Tor zum europäischen Arbeitsmarkt, weil sich so Schweizer Abschlüsse erstmals für alle Arbeitgeber auf dem Kontinent einordnen lassen.

Zu guter Letzt: Guerilla-Werbeträgerin reist im Koffer

Wie ungewöhnlich darf beziehungsweise muss Werbung sein, um Aufmerksamkeit zu erwerben und gleichzeitig einprägsam zu sein? Promotoren bewarben in einer Guerilla-Aktion den Foto-Service der Drogeriemarkt-Kette an einem belgischen Flughafen, indem sie am Gepäckband die Aufmerksamkeit Reisender mit einem lebenden Koffer gewannen.

Wie ungewöhnlich darf beziehungsweise muss Werbung sein, um Aufmerksamkeit zu erwerben und gleichzeitig einprägsam zu sein? Internationale Firmen wie der Parfüm-Konzern Douglas greifen auf die weltweit verstandene Sprache Englisch zurück. Douglas in diesem Fall mit dem Claim: «Come in and find out». Nur wird dieser Slogan in Deutschland gemäss Usg.ch mit «Komm rein und finde wieder heraus» übersetzt. Nicht besser geht’s dem Werbeslogan von Mitsubishi in Deutschland. Deren Claim «Drive alive» verstanden die meisten Befragten so: «Fahre lebend». Doch um wieder aufs Thema zurückzukommen: wie ungewöhnlich kann oder muss Werbung sein? Die Antwort könnte sich in der Kampagne der Werbeagentur BBDO Moscow für die russische Zeitung Moscow News finden lassen. Das Sujet, als Symbol für die einschlagenden News ist eine Anlehnung an 9/11. Doch auch die niederländische Drogeriemarkt-Kette Kruidvat geizt nicht mit Ungewöhnlichem, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Promotoren bewarben in einer Guerilla-Aktion den Foto-Service der Drogeriemarkt-Kette an einem belgischen Flughafen, indem sie am Gepäckband die Aufmerksamkeit Reisender mit einem lebenden Koffer gewannen: Ein Pärchen trug vorsichtig einen Koffer vom Band und legte ihn auf den Boden. Als der Koffer geöffnet wurde, sprang eine Frau im gelbem Kruidvat-Shirt heraus. Das Shirt trug die Aufschrift «Don’t save on your holiday, save on your pictures!».
1290581440_img090909_zgl911
Kampagne der Werbeagentur BBDO Moscow für die russische Zeitung Moscow News

www.usg.ch
www.huffingtonpost.com

Green Light vertritt Bruce Lees Nachlass sowie dessen Lizenzierung

Green Light, ein weltweit tätiges Unternehmen für die Lizenzierung von Medien, Verhandlungen mit Künstlern sowie Rechte-Repräsentanz, ist ab sofort mit der Vertretung der Persönlichkeitsrechte von Bruce Lee betraut. Diese beinhalten seinen Namen, sein Aussehen sowie seine Unterschrift und Darstellung in Werbe- und Merchandising-Formen.

Green Light, ein weltweit tätiges Unternehmen für die Lizenzierung von Medien, Verhandlungen mit Künstlern sowie Rechte-Repräsentanz, ist ab sofort mit der Vertretung der Persönlichkeitsrechte von Bruce Lee betraut. Lee war der einflussreichste Kampfkünstler des 20. Jahrhunderts und machte diese Kunstform auf der ganzen Welt bekannt.
Green Light fungiert zukünftig als exklusiver Drittlizenzgeber für die Persönlichkeitsrechte Lees. Diese Persönlichkeitsrechte beinhalten seinen Namen, sein Aussehen sowie seine Unterschrift und Darstellung in Werbe- und Merchandising-Formen. Man hoffe, all das, wofür Bruce Lee bekannt war, weiter verbreiten zu können, so David Reeder, Vice President von GreenLight..
Green Light vertritt den Nachlass legendärer Entertainer, Wissenschaftler, Erfinder und anderer berühmter Persönlichkeiten wie. Steve McQueen, Johnny Cash, Albert Einstein, Thomas Edison und der Brüder Wright. Das Unternehmen lizenziert Persönlichkeitsrechte für Unternehmen in diversen Branchen wie Finanzdienstleistung, Automobil, Technologie, Bekleidung, Grußkarten, Gesundheits- und Schönheitspflege, Möbel und Spielzeug zur Verwendung für Werbe-, Promotions- und Merchandising-Zwecke.
1290581448_img090909_brucelee1
1290581448_img090909_brucelee2

Wie Werbung wirklich wirkt

Werbung ist nur gut, wenn sie funktioniert. Warum prüfen Werber und Unternehmen dann nicht, ob ihre Sujets wirken, bevor sie Plakate kleben und Spots ausstrahlen? Weil es bisher nicht ging: Pre- und Posttests ergeben Zahlen ohne Aussagekraft und Praxisrelevanz. Nun verspricht ein neues Testverfahren Abhilfe.

Unternehmen und Werbeagenturen wüssten gern, ob ihre Sujets bei den Konsumenten ankommen und die gewünschte Wirkung erzielen: Helme sollen schliesslich getragen, Kondome benutzt, Mineralwasser getrunken und Autos gekauft werden. Dafür muss Werbung wirken. Doch die Leistung von Werbemitteln ist bisher nicht messbar. Zwar behaupten die Anbieter von Internetschnelltests, Pre- und Posttests, sie könnten herausfinden, wie Werbung wirkt. Doch was sagen uns die Prozentangaben hinter Awareness, Uniqueness, Brand Fit und Likeability? Genau: Gar nichts. Die ermittelten Werte liegen meist im niedrigen ein- bis zweistelligen Bereich, eine Kampagne erreicht nie 90 oder 100 Prozent, auch nicht, wenn sie gut ist. Warum, kann niemand erklären. Genauso wenig können die Anbieter der Posttests Unternehmen und Agenturen sagen, was sie tun müssen, um die Werte bei den gemessenen Grössen zu steigern.
Pretests versagen ebenfalls. Das zeigen Fälle, in denen ein eigentlich abgeschossenes Inseratsujet aus Versehen in Umlauf kommt – und wider Erwarten den Umsatz steigert. So geschehen beispielsweise bei einer Werbekampagne von Reynolds für seine Zigarettenmarke Winston: Beim Pretest schnitt ein Sujet für die Westschweiz gut und für die Deutschschweiz schlecht ab. Das Unternehmen entschied, es nur in der Westschweiz zu verwenden. Durch ein Versehen wurden die Plakate aber auch in der Deutschschweiz geklebt – und erzielten einen sensationellen Recall. Kurz: Die vorhandenen Tests können die Wirkung von Werbung nicht erklären und sie ermöglichen auch keine Prognosen darüber, wie Sujets bei den Verbrauchern ankommen. Werber und Unternehmen müssen hoffen, dass ihre Kampagne funktioniert. Probieren geht über studieren. Aber das war ges¬tern.
Praxisrelevante Daten
«Ich kann erstmals rechtzeitig valide Daten zum Funktionieren von Werbemassnahmen ermitteln», verspricht Dr. Patrik Zwahlen (44), Gründer und Geschäftsführer des Zürcher Forschungsinstituts für visuelle Kommunikation Bildkom. Zwahlen ist gelernter Fotograf und hat Wahrnehmungspsychologie, Marketing sowie Künstliche Intelligenz studiert. Sein Studium finanzierte er mit einer eigenen DTP-Agentur. Während seines Studiums beschäftigte sich Zwahlen mit Werbewirkungsmessung. In seiner Dissertation erarbeitete er die theoretische Grundlage für seine neue Erhebungssoftware, die auf die Bedürfnisse von Kommunikationsspezialisten im Werbealltag zugeschnitten ist.
Heute, acht Jahre und 450 Testsujets später, bietet Zwahlen seine Messmethode zum Kauf an. Der Wissenschaftler geht davon aus, dass Werbemittel dann funktionieren, wenn das Sujet die vom Unternehmen beabsichtigte Botschaft transportiert. Ob das so ist, kann er mit seinem Test überprüfen. Und zwar so: Rund 50 Probanden bekommen das zu untersuchende Sujet gezeigt. Bildkom begleitet den Wahrnehmungsprozess, kontrolliert den Informationsfluss von Bild, Film, Text und Ton und hält mit wissenschaftlichen Methoden fest, wie die Testpersonen das Sujet tatsächlich wahrnehmen. Systematisch werden alle Bestandteile des Werbemittels – Bild, Gestaltung, Aufbau, Copyline und das Zusammenwirken aller Elemente – auf alle Aspekte untersucht, die die Wirkung eines Sujets beeinflussen. Bei einem Plakat gibt es zum Beispiel bestimmte Blickpunkte, auf die der Rezipient schauen muss, damit das Bild verstanden und erinnert wird. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Schauen Zwahlens Probanden woanders hin, ist klar, dass das Sujet nicht funktionieren kann – um die komplizierte wissenschaftliche Wahrheit einfach auszudrücken. Zwahlen kann auch herausfinden, ob die transportierte Menge von Informationen zum Werbemittel passt. So verträgt zum Beispiel ein Inserat in einer Fachzeitschrift mehr Text als ein Plakat. Zwahlen weiss, wie viel genau. «Meine Erhebungssoftware untersucht den Wahrnehmungsprozess», fasst er zusammen. «Bei der Auswertung der Daten kombinieren wir bewährtes Wissen aus der Wahrnehmungspsychologie mit Erkenntnissen aus der betriebswirtschaftlichen Qualitätssicherung.»
Sujets unter der Lupe
Die vorhandenen Pre- und Posttests setzen alle voraus, dass der Rezipient ein Werbemittel gesehen hat und dass er begriffen hat, was es transportieren soll. Aber genau das ist laut Zwahlen oft nicht der Fall: «Nur 50 Prozent der Sujets und 20 Prozent der Spots werden von der Zielgruppe im beabsichtigten Sinn wahrgenommen. Alle bisherigen Tests ignorieren diese Tatsache. Deshalb funktionieren sie nicht.» Zwahlen ersetzt Pre- und Posttests durch Analyse und Qualitätskontrolle. Seine erste Frage ist, ob das Sujet überhaupt gesehen wird, und wenn nicht, warum nicht. «Wenn die Konsumenten die Botschaft nicht wahrnehmen, die ein Unternehmen aussenden will, kann ich dem Art Director erklären, warum das so ist», sagt der Wissenschaftler. «So wird es möglich, die üblicherweise klaffende Lücke zwischen Zielformulierung und Zielerreichungsgrad auf ein Minimum zu reduzieren.» Das klingt so, als müsse jeder Kreative nur ein paar einfache Rezepte anwenden, um seiner Kampagne durchschlagenden Erfolg zu garantieren. So einfach ist es aber leider nicht: «Kann sein, dass Bildelemente normalerweise besonders gut wahrgenommen werden, wenn sie rechts oben positioniert sind», bringt Zwahlen ein Beispiel. «Aber wenn sie links unten ganz klein einen nackten Mann zeigen, schaut jeder dorthin. Die Arbeit der Gestalter ist also absolut notwendig. Doch Werber und Unternehmen sollten mit einer dezidierten Analyse herausfinden, ob ihr Sujet wirklich so wirkt, wie sie es gerne hätten.»
Ohne Wahrnehmung ist alles nichts
Zwahlen sieht sowohl Werbeagenturen als auch werbende Unternehmen als potenzielle Abnehmer seiner Dienstleistung. Agenturen müssten ihren Kunden eigentlich nicht nur ihre Kreativarbeit, sondern auch deren Kontrolle anbieten. So könnten sie beweisen, dass sie besser arbeiten als ihre Konkurrenz. Selbst durchführen können die Kreativen diese Qualitätssicherung allerdings nicht, denn wer an einem Projekt beteiligt ist, ist betriebsblind. Ein unabhängiger Prüfer wäre also angesagt. Ausserdem gäbe die Prüfung Agenturen Sicherheit: Wenn eine Werbeagentur nämlich belegen kann, dass sie die von einem Unternehmen vorgegebene Botschaft wie gewünscht transportiert hat, ist sie auf sicherem Posten, selbst wenn die Kampagne verpufft. Beispiel Rivella Gelb: Bei diesem Produkt ist so ziemlich alles schiefgelaufen, was schieflaufen kann. Trotz langjähriger Forschung hat Rivella ein Getränk entwickelt, das eindeutig nicht dem Geschmack der Masse entspricht. Ausserdem wollten die meisten Konsumenten die Botschaft «Soja» nicht hören, obwohl die Positionierung als fernöstlich angehauchtes, stylisches Getränk zum Zeitgeist passt. Das Büro Reinhold, das die Kampagne umsetzte, hatte also denkbar schlechte Karten. Die Agentur hat Rivellas Zielsetzung transportiert – dass es die falsche war, liegt nicht in ihrer Verantwortung. Nun hat Rivella das falsche Produkt mit der falschen Positionierung «erfrischend verändert», Geschmack und Flaschenlayout angepasst und damit eigentlich ein neues Getränk lanciert. Diesen GAU hätte Rivella mit einem frühzeitigen, begleitenden Test möglicherweise verhindern können.
Wie die Kreativen können auch die Unternehmensmarktforscher keine brauchbaren Daten zur Wirkung ihrer Werbemittel liefern. «Marktforscher zielen auf repräsentative Messergebnisse», erklärt Zwahlen. «Schon für die Prüfung eines Sujets müssten sie 750 Leute befragen, meist sollen aber mehrere getestet werden. Das ist unrealistisch und dauert viel zu lange.» Doch statt einen unabhängigen Prüfer einzubinden, verzichten Werbetreibende oft auf eine Kontrolle. Die Folge: «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Film oder ein Plakat nicht funktioniert, liegt schnell bei 80 Prozent. Eine Firma, die eine Million Franken für eine Kampagne investiert und einen Zielerreichungsquotienten von 20 Prozent hat, hat 800 000 Franken in den Sand gesetzt», rechnet Zwahlen eindrucksvoll vor. «Es müsste im Interesse der Firma sein, den Zielerreichungsgrad zu maximieren. Ich kann das mit meinem Test gewährleisten.»
Zwahlen weiss, wovon er spricht: Kurz vor dem Launch der Rauchen-schadet-Kampagne 2005 des Bundesamts für Gesundheit (BAG) checkte Bildkom den erarbeiteten Filmspot. Er sollte auf die Passiv-
raucher aufmerksam machen, die nicht vor Zigarettenrauch fliehen können, zum Beispiel die Bedienungen in einem Restaurant. Das Ergebnis des Checks: «Die Botschaft des Films war nicht optimal auf die Zielgruppe zugeschnitten», so Zwahlen. Die verantwortliche Agentur Byheart überarbeitet den Streifen binnen eines Tages. Am nächsten Tag lag ein Spot vor, der die Botschaft des BAG sauber vermittelte (vorher-nachher: Webcode a 3009bagvorher, 3009bagnachher). «In den meisten Fällen lässt sich auch kurzfristig noch etwas machen, zum Beispiel durch das Hinzufügen oder Schärfen von Informationen», sagt Zwahlen. «Besser macht man natürlich begleitende Zwischentests. Dann liegt man vom gewünschten Endergebnis nie so weit weg, dass man noch einmal von vorne anfangen müsste.»
Ofenschüsse verhindern
Doch wie schafft es der Wissenschaftler, mit nur einem Test die Lücke zwischen Wunschziel und erreichtem Ziel zu schliessen? Ein Beispiel: Wenn Henniez die Natürlichkeit seines Mineralwassers mit Bildern vom Wald transportieren will, der Konsument beim Stichwort «Natürlichkeit» aber Berge im Kopf hat, dann funktioniert die Positionierung des Mineralwassers nicht. Daraus folgt: Wer sein Produkt an den Mann bringen will, muss es richtig positionieren. Und wer es richtig positionieren will, muss wissen, wie es wahrgenommen wird oder wahrgenommen werden könnte. Das alles herauszufinden ist die Aufgabe der Marktforscher im Unternehmen. Mit dem ermittelten Wissen können sie eine optimale Positionierung für ihr Produkt erarbeiten, die Zielgruppe definieren und die Botschaft der Kampagne festlegen. Die Werber schliesslich müssten diese Botschaft nur noch eins zu eins umsetzen – was einfach klingt, aber laut Zwahlen nur selten geschieht. «Marktforscher wollen vor ihrer Geschäftsleitung positive und konstruktive Resultate präsentieren, neue Impulse bringen und zeigen alle möglichen Denkrichtungen auf. Sie sind Forscher, keine Controller. Die Werbe¬agentur kann sich dann aus einem Meer von Möglichkeiten eine herauspicken und sie visualisieren, mehr oder weniger aufs Geratewohl.» Wenn die Agentur Glück hat, pickt sie die richtige Botschaft und das Sujet funktioniert. Meistens aber hat sie Pech – siehe Zielerreichungsquotient von 20 Prozent. «Damit herauskäme, was geplant war, wären bestimmte Arbeitsschritte einzuhalten», sagt Zwahlen. «Es muss definiert werden: Das ist unsere Konkurrenz, das ist unser Zielpublikum, das ist unser Produkt, das ist unsere gewünschte Positionierung: Berge oder Wald? Wenn das alles klar ist und die Prozessschritte sauber ablaufen, muss man am Schluss nur noch kontrollieren, ob die Kampagne die gesetzten Ziele klar transportiert. Dann weiss man, ob das Sujet funktioniert oder zum Scheitern verurteilt ist.» Ob der handwerkliche Prozess von der Positionierung eines Produkts über die Definition von Zielgruppe und Botschaft bis zur Visualisierung sauber abläuft oder abgelaufen ist, kann Zwahlen mit seinem Test überprüfen. «Man kann unsere Methoden auch brauchen, um eine Kommunikationsstrategie oder ein Positionierungskonzept zu checken», betont der Wissenschaftler. «Meist wird Bildkom aber erst eingeschaltet, sobald die Werbeagentur anfängt zu arbeiten. Dann begleiten wir den Prozess, bis die Kampagne lanciert wird. Es ist nicht schlimm, wenn beim Arbeiten Fehler passieren. Aber man muss sie korrigieren.»
Zeug zur Revolution
Zwahlens Test ist in drei Lieferumfängen buchbar: als First-Vision, Deep-Vision und Multi-Vision. Der First-Vision-Test ist ein schneller Test für beinahe alle Fragestellungen. Aufgrund seiner Einfachheit eignet er sich gut dazu, den Gestaltungsprozess zu begleiten. Der Deep-Vision-Test ist eine Erweiterung der First-Vision. Er liefert Begründungen dafür, weshalb etwas funktioniert oder nicht. Der Multi-Vision-Test ist ein Spezialtest, dessen Einsatz Zwahlen für die Beurteilung vieler Sujets empfiehlt. Alle Tests bieten echtes Cross-Media-Testing. Sie liefern eine umfassende Analyse von Wahrnehmung, Verständnis und Reaktion auf ein oder mehrere Sujets als Grundlage für eine langfristige Positionierungs- und Bildstrategie sowie Kennzahlen fürs Controlling. Als zusätzliche Dienstleistung kann man ausserdem die Target-Vision buchen, die Auswertungen, Kennzahlen und Zusatzanalysen für ein Kommunikations-Controlling oder eine Kommunikations-Evaluation bietet. Bildkom bereitet die Untersuchungsergebnisse in einer detaillierten, gut verständlichen Dokumentation auf, wunschgemäss in Französisch, Deutsch, Englisch, Spanisch oder Italienisch. Für alle drei Testverfahren benötigt Bildkom zwischen einer und drei Wochen Zeit. Die Kosten liegen deutlich unter denen für die gängigen Pre- und Posttests: Der First-Vision-Test eines Printsujets etwa kostet 3000 Franken, der Check eines Films 3’500 Franken.
Altes Thema, neue Idee
Die Werbewelt scheint auf Zwahlens Test gewartet zu haben: Der Wunsch, klare Aussagen zur Wirkung von Werbemassnahmen machen zu können, ist fast so alt wie die Werbung selbst. Trotzdem ist Zwahlens Ansatz komplett neu. Das überrascht den Wissenschaftler selbst: «Ich habe mich gefragt, was in den letzten 50 Jahren funktioniert hat und was nicht. Zu meiner Verblüffung kann Werbewirkung bislang nicht gemessen werden. Dabei haben wir in der Schweiz sieben Millionen Werbeexperten, die alle Werbewirkungsforschung anbieten.»
Zwahlens Testsoftware hat sich bereits bei vielen kleinen, mittleren und grossen Unternehmen bewährt. Trotzdem geht der Wissenschaftler mit seiner Dienstleistung erst jetzt an die breite Öffentlichkeit. «Ich wollte einfach sicher sein, dass alles ausgereift und elaboriert ist», erklärt er. «Mit einer Powerpoint-Präsentation in der Hand erste Ideen für einen neuen Test vorzustellen, ist nicht meine Art.» Warum bislang sonst niemand auf die Idee gekommen ist, endlich ein valides Instrument zur Messung der Werbewirkung zu entwickeln, dafür hat Zwahlen nur eine augenzwinkernde Erklärung: «Weil sonst niemand so verrückt ist, zehn Jahre seines Lebens zu investieren und im Kämmerlein irgendwas zu entwickeln, von dem er nicht genau weiss, was herauskommt – nur getrieben von der Frage: Warum ist dieses Sujet gut, warum ist jenes nicht gut, warum erreicht dieses sein Ziel und jenes nicht?» Wenn die Untersuchungsmethode hält, was Zwahlen verspricht, ist sie ein echter Knaller – mit dem Zeug, die Werbewelt zu revolutionieren.
Anne-Friederike Wilhelm
In Kürze
Bildkom wurde 2001 von Patrick Zwahlen gegründet. Neben dem Geschäftsführer besteht die Bildkom-Mannschaft aus drei Beratern sowie 40 Mitarbeitern, die mit dem neuen Testverfahren die Wirkung von Werbesujets erheben und auswerten. Zum bereits bestehenden Kunden­­stamm von Bildkom gehören national und international agierende Unternehmen, für Online-Erhebungen kooperiert Bildkom mit grossen Insti­tuten wie Research Now. Bildkom stellt sein Methodenbuch sowie die Dokumentation seiner Testmethode öffentlich zur Verfügung:
> Methodenbuch
> Testsystem

Hotels.com startet TV-Kampagne

Das Hotelbuchungsportal der Expedia Inc. Gruppe, Hotels.com, feiert Weltpremiere in der Schweiz. Zu ersten Mal im deutschsprachigen Raum, wagt der Hotelexperte den Sprung in die Offline-Werbung und präsentiert zwei animierte Spots im Schweizer Fernsehen. Heute, Mittwoch, gehen die zehn-sekündigen Spots beim SF1, SF2 und 3Plus sowie auf den schweizerischen Kanälen von Kabel 1, Pro Sieben, RTL, RTL II, Sat.1 und Vox on air.

Das Hotelbuchungsportal der Expedia Inc. Gruppe, Hotels.com, feiert Weltpremiere in der Schweiz. Zu ersten Mal im deutschsprachigen Raum, wagt der Hotelexperte den Sprung in die Offline-Werbung und präsentiert zwei animierte Spots im Schweizer Fernsehen. Heute, Mittwoch, gehen die zehn-sekündigen Spots beim SF1, SF2 und 3Plus sowie auf den schweizerischen Kanälen von Kabel 1, Pro Sieben, RTL, RTL II, Sat.1 und Vox on air.
Mit der TV-Kampagne will Hotels.com seine Bekanntheit im deutschsprachigen Markt ausbauen. Daher orientieren sich die TV-Spots eng an der visuellen Umsetzung der Website von
Hotels.com und kombinieren reale Kulissen mit animierten Elementen. Verantwortlich für die Kreativ-Entwicklung der Spots zeichnen Lambie-Nairn aus London sowie Jingle Jungle aus Zürich, betreuende Mediaagentur ist Mediacom, Zürich. Verantwortlich bei Hotels.com ist Simon Dupuy, Marketing Manager.

www.hotels.com
www.mediacom.ch
www.jinglejungle.ch
www.lambie-nairn.com

Europa, wir kommen!

SMC-Abschlüsse werden endlich europafähig. Schweizer Wissen, auf dem berufsbegleitenden Weg hart erkämpft und klug eingesetzt, erhält so noch mehr Wert.

Schweizer Nachwuchsleute, die bei ihrem beruflichen Werdegang nicht auf den akademischen, sondern auf den praxisbezogenen Weg setzen, kennen das Problem: Anders als die Uni-Kollegen, die sich mit ihren Masters und Bachelors international klassieren lassen können, haben jene, die ihr Wissen auf dem berufsbegleitenden Weg mehren, international einen schwierigeren Stand. HR-Fachleute in der Euro-Zone können diese nicht einordnen. Und das erschwert die Jobsuche auf internationalem Parkett ganz erheblich. Falls ausländische Leute an Schweizer HR-Schaltstellen sitzen, kann das auch im Inland zum Nachteil werden. Doch das hat jetzt ein Ende. Swiss Marketing hat sich seit gut 18 Monaten für die internationale Anerkennung der Fachausweise Verkaufsfachleute, Marketingfachleute sowie die eidgenössischen Diplome Verkaufsfachleiter und Marketingleiter eingesetzt. Nun sind die Bemühungen vom Erfolg gekrönt worden. Im Rahmen des «European Certification and Qualifications Framework» (EMCQ) werden eidgenössische Bildungsabschlüsse neu international akkreditiert und taxiert. Ein grosser Erfolg in Sachen internationaler Durchlässigkeit. Und eine gekonnte Anwendung des bilateralen Weges: Eidgenössische Tugenden nicht aufgeben, aber doch dafür sorgen, dass man international bei den Leuten ist. Oder: Schweizer Eigenständigkeit bewahren, ohne aber blind zu sein für Erfordernisse und Chancen der globalisierten Welt. Für eine Wissens- und Exportnation wie die Schweiz eine Sache der vordringlichen Wichtigkeit. Der Zugang zum europäischen Arbeitsmarkt – nicht zuletzt auch für Jobs in multinational operierenden Konzernen – wird sich damit für Schweizer Nachwuchskräfte entscheidend erleichtern.
Ab diesem Herbst wird Swiss Marketing in der Lage sein, Zertifikate der European Marketing Confederation (EMC) anzubieten. Was einem Turbo für die persönliche Mobilität im Berufsleben gleichkommt. Wie der eidg. Bildungsabschluss genau taxiert wird, unter welchem Titel sich der Schweizer Marketing-Nachwuchs in Büros in Düsseldorf, Bilbao oder London vorstellen kann, wie man denn nun zum europäfähigen Zertifikat kommt: In der Werbewoche-Ausgabe 34/35 von Anfang Oktober wird auf der SMC-Doppelseite Klartext gesprochen zur internationalen Durchlässigkeit.

E,T&H wirbt für FC St. Gallen mit gelangweilten Models

Die Rorschacher Agentur E,T&H bringt für den FC St. Gallen in Sachen Kommunikation frischen Wind in die Axpo Super League. In einer Unikat-Kampagne werben diesmal keine Fussballstars für den Besuch der Spiele in der AFG Arena, sondern vom trüben Alltag gelangweilte Models.

Die Rorschacher Agentur E,T&H bringt für den FC St. Gallen in Sachen Kommunikation frischen Wind in die Axpo Super League. In einer Unikat-Kampagne werben diesmal keine Fussballstars für den Besuch der Spiele in der AFG Arena, sondern vom trüben Alltag gelangweilte Models.
Entwickelt wurde die Kampagne von E,T&H in Rorschach, die beim Ostschweizer Aufsteiger auch für das Matchprogrammheft Inside, das Fussballmagazin Tackling, die aktuelle Saisonabonnement-Kampagne, den Webauftritt, die elektronischen Newsletters und weitere Werbemassnahmen verantwortlich zeichnet.
Verantwortlich bei der BAG AFG Arena: Marco Baumann (Leiter Marketing & Verkauf). Verantwortlich bei E,T&H Werbeagentur AG BSW: Enno Wassmer (CD Text/Konzeption), Thomas Rasser (AD), Ruedi Mohler (Beratung).
1290581447_img090909_bswfcstg
1290581447_img090909_bswfcsg2
img090909_bswfcsg3

Was ist Information eigentlich wert, Herr Meyer?

Journalistische Arbeit kostet immer Geld. Die Frage ist nur, ob man das Ergebnis auch verkaufen kann. Gastkommentar von Oliver Reichenstein, Informationsarchitekt in Tokio.

Redaktorenlogik: Gute Artikel schreiben sich nicht von selber. Da muss einer ran. Man muss Zeit und Wissen und Nerven investieren. Artikel kosten Geld. Und doch ist jetzt plötzlich alles gratis auf dem Internet abrufbar. Sauerei! Wenn einer arbeitet, also Zeit und Wissen und Nerven investiert, dann muss man den entlöhnen, oder? Die Antwort ist: Journalisten dürfen schon Geld für ihre Arbeit verlangen, bloss nicht vom Leser.
Wenn einer Schneemänner in der Arktis baut, dann darf er nicht erwarten, dass ihm der Eskimo dafür einen Thunfisch vor die Füsse legt. Während die Erstellung von Information immer Geld kostet, ist das Ergebnis journalistischer Arbeit nicht immer ein Produkt, für das man vom Leser Geld verlangen kann, besonders nicht im Internet, wo journalis¬tische Arbeit ohne die Illusion eines physischen Produktes vertrieben wird.
Informationskategorien
Manche Texte beinhalten selbstverständlich Information, die sich in Geld messen lässt (Preisvergleiche, Finanzinformationen, Anzeigen). Solche Texte lassen sich relativ leicht verkaufen, weil ihr Geldwert auch offensichtlich ist. Ein hundertfränkiger Text, der mich, wenn ich ihn kaufe und lese, 10‘000 Franken reicher macht, den kaufe ich, ohne mit der Wimper zu zucken.
Künstlerische Texte (Romane, Gedichte, Kurzgeschichten) hingegen haben ihren Zweck in sich. Kunst muss nichts, darf alles. Sie dient allenfalls der Bildung, beinhaltet also einen Wert, den man nicht für einen Warenwert kaufen oder verkaufen kann.
Praktische Texte (Anleitungen, Programmierhandbücher, pädagogische Texte, die Nachrichten des Tages) haben Nutzwert; sie sparen uns Zeit, machen uns geschickter, informieren uns. Man sieht aber im Fall der Werbewoche, wie hoch Marktwert für praktische Informationen sind. Nicht gigantisch hoch. Man braucht Werbung als Katalysator.
Im Gegensatz zu praktischen Texten scheint es – je nach Standpunkt – geradezu infam, für wissenschaftliche Texte Geld zu verlangen. Wissen ist ein allgemeines Recht, kein persönliches Gut. Das Wissen, ob die Sonne um die Erde kreist oder umgekehrt darf kein Preisschild tragen. Horrend teure Elite-Universitäten und Privatschulen nach amerikanischem Modell sind im Zeitalter freien Informationszugangs nichts anderes als eine Groteske.
Und wer zahlt?
Freilich stellt sich nun die Frage: Wer zahlt denn das alles, also die Lehrer, die Künstler, die Journalisten, die Bibliotheken, das Radio, das Fernsehen, wenn das meiste umsonst sein soll?
Nun, dieselben Leute, die bisher die Lehrer, die Künstler, die Journalisten, die Bibliotheken, das Radio, das Fernsehen bezahlt haben. Es funktioniert im Internet genau gleich wie überall sonst: Bildung wird vom Staat finanziert, Kunst von Leuten, die’s gut meinen, praktische Information kann, sofern sie wirklich gut ist, mit Werbung gekoppelt, zu einem niedrigen Preis verkauft werden.
Die einzige Information, für die man wie eh und je direkt Geld verlangen kann, ist Information mit Geldwert; Information, die Geld spart oder Geld macht. Und deshalb kann das Wall Street Journal, nicht aber der Tages-Anzeiger Geld für digitale Daten verlangen.
Aber, aber, aber …
Was ist mit Schallplatten, Filmen, Kriminalromanen, lustigen Boulevardnews? Was ist mit Unterhaltung? Das Neue, Lustige, Skandalöse, Böse, Lässige, Hirnrissige, Unglaubliche hat doch einen hohen Wert? Nicht so schnell, Herr Meyer!
Unterhaltung ist die Qualität einer Information, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Unterhaltung hat keinen Geldwert, sondern einen Aufmerksamkeitswert, den man mit Werbung monetarisieren kann. Auch das ist ein altbekanntes Modell.
Das sollte einem alten Hasen wie Frank A. Meyer, der Gratiszeitungen druckt, ja eigentlich klar sein. Freilich ist es einfacher, den Fortschritt zu verteufeln als mit ihm Schritt zu halten.
Der Grund, warum wir nicht mehr bereit sind, Geld für Informationen auszugeben, ist nicht, dass wir dumm oder böse sind. Wir wissen, dass Information kein Papier mehr braucht, Musik keine CD, Romane keinen Buchdeckel, ein Film kein Kino. Wir wollen die Information zum besten Preis, ohne unnötig für Druck und Distribution, CD-Hüllen, Videokassetten zahlen zu müssen. Wir wollen auch nicht eine ganze Zeitung kaufen, wenn der FC Basel alles ist, was uns in der BaZ interessiert. Das ist weder dumm noch böse, noch antikapitalistisch, noch unbürgerlich – sondern schlichtweg ökonomisch.
Der Grund ist, dass wir so erzogen wurden. Nicht das Internet hat uns zur Unanständigkeit erzogen, Geist umsonst zu verlangen, sondern die Schule, die Bibliothek, das Radio und das Fernsehen. Kann ja nicht billiger sein, Fernsehen zu machen als eine Website zu unterhalten. Oder, Herr Meyer?

Emex 2009: High Tech und High Touch

13‘ 000 Besucher, 400 Aussteller – und mittendrin das Emex-Forum by Swiss Marketing. An den drei tollen Tagen von Ende August in Zürich-Oerlikon gaben sich neueste Technologie und neueste Learnings die Hand. Fürs Fachwissen unentbehrlich: der «Tag der Ausbildung», der gleich zu Beginn der Emexden Horizont weitete.

Den Weg finden zur Messe nach Zürich-Oerlikon, durchs Drehkreuz, erste Rolltreppe links hoch: So einfach war der Weg, der Ende August zum Emex-Forum by Swiss Marketing führte. Ein Weg, der sich lohnte, in vielerlei Hinsicht. Augenfällig zuerst einmal war die High-Tech-Landschaft, die sich hier Besucherinnen und Besuchern eröffnete: weisse Leder-Sitzlandschaften, Stehpulte, glasklares Akustik-System und ein Screen, der hinter der Bühne bis zur Decke hochreichte. Wenn auf dieser Mammut-Leinwand der zeitliche Countdown einsetzte, wenn sphärische Klänge anhoben und eine Weltkugel sich zweidimensional in den Raum hineinsenkte, dann war klar: Hier bekommt man etwas geboten. High Tech in der Verbindung mit High Touch; Speaker, die berühren mit ihren Botschaften und etwas bewegen im Forum.
Zum zweiten Mal nach 2008 traf man sich im Forum by Swiss Marketing, und zum zweiten Mal wurde dieses moderiert von SF-Markenartikel Stephan Klapproth. Zwar war der Fernsehmann – gemessen an seinem üblichen TV-Auftrittstermin um «Zehn vor Zehn» – am ersten Emex-Tag gute sechs Stunden zu früh dran. Seiner Spritzigkeit tat das aber keinen Abbruch: Unglaublich, wie der SF-Anchorman Themen anreissen, Denkstränge verknüpfen und dabei sich selber vermarkten kann. Vor einem Referat eine lustvolle Tour d’horizon hinzulegen, die über Libyen, die Schweizer Innenpolitik und die USA – ein paar Seitenhiebe gegen die Bush-Dynastie immer gern inbegriffen – bis zu den Wissenslücken der Schweizer Miss-Kandidatinnen reicht: kein Problem für einen wie Klapproth. Spätestens als er an die Missen-Sache noch das Frühenglisch anhängte, dämmerte es auch den Letzten im vollbesetzten Forum: Der «Tag der Ausbildung» war lanciert.
Wider die «Verschulung»
Eröffnet wurde dieser erste Tag mit einem Referat von Peter Petrin, Direktor des Schweizerischen Instituts für Betriebsökonomie SIB, der das Thema «International anerkannte Abschlüsse im Marketing» (siehe auch Artikel rechts) anschaulich darlegte. Und dabei keinen Hehl machte aus seiner Bewunderung für das hiesige Bildungssystem, der Vielfalt, die mit der Hochschulbildung einerseits und der höheren Berufsbildung andererseits – Petrin würde wohl die umgekehrte Reihenfolge bevorzugen – gegeben ist. Seine diesbezügliche Botschaft im Konzentrat: «Ein Bildungssystem, das ein rohstoffarmes Land wie die Schweiz zu einem der reichsten Länder gemacht hat, muss zwangsläufig eines der besten Bildungssysteme sein.» Und, daraus abgeleitet: «Unser Bildungssystem, in welchem die höhere Berufsbildung eine entscheidende Rolle einnimmt, ist ein zentraler Werttreiber unserer Volkswirtschaft.» Von einer «Verschulung» und einer forcierten Akademisierung riet Petrin ab. Weil aber der Wert von Diamanten nur von jenen erkannt wird, die sich mit Diamanten auskennen, muss der Wert der Schweizer Abschlüsse abseits der Uni auch im Ausland klar aufgezeigt werden können. Nicht eine Angleichung des hiesigen Bildungssystems ans Ausland sei die Lösung, sondern das, was Swiss Marketing nun geschaffen hat: ein einheitlicher europäischer Raster, in dem die Fähigkeiten des hiesigen Berufsnachwuchses abgebildet werden können. Den Franken behalten, aber eine Umrechnung zum Euro schaffen, darum geht es.
Content für Profis
Klar, dass sich der kecke Klapproth auf dem folgenden Roundpanel eine Frage nicht verkneifen konnte: Wie kommt Dr. Petrin, selber Akademiker, dazu, den akademischen Weg so kleinzureden? Dieser konterte die typische Polarisierungsfrage auf ruhige Art und Weise: Es gehe nicht darum, den einen gegen den anderen Weg auszuspielen. Und in seinem Falle sei damals jener andere Weg neben der Uni viel zu wenig bekannt gewesen. Auf der Bühne kreuzten danach Bildungsprofis auf eine Art die Klingen, die viel Content für die anwesendes Profis hergab. Michèle Rosenheck, Leiterin Berufsbildung des Kaufmännischen Verbandes Schweiz, Bianka Lichtenberger, Executive Master of Business Engineering von der Uni St. Gallen und Charles Mariauzouls, Human Capital Corporate Leader bei PricewaterhouseCoopers Schweiz. Für eine gute Argumentverteilung zwischen Uni-Lager und dem berufsbegleitenden Weg war gesorgt. Und Anhänger des letzteren Lagers konnten befriedigt feststellen, dass die Bologna-gestylte und -gestählten Kollegen mit ihren Bachelor-Titeln keineswegs den Freibrief für eine europäische Karriere in der Hand halten. Mariauzouls: «Was zählt, ist Erfahrung, Schulbildung und Bereitschaft für den weiteren beruflichen Weg.» Wenn er sich bei seinen HR-Kollegen in Europa umhöre und nach deren Wissensstand der Schweizer Ausbildungsstätten frage, vernehme er meist, dass man dort einzig und allein die HSG kenne – und sonst nichts. Von der berufsbegleitenden Seite her, sagte Michèle Rosenheck, habe man in der Schweiz ein «Premium-Produkt, das schlecht verpackt ist». Wobei sich da, mindestens in den Marketing-Berufen, bald schon einiges zum Besseren wenden wird.
Party-Potenzial
Ebenfalls spannend, sehr zielgruppenaffin und publikumsnah liess sich die zweite Veranstaltung am «Tag der Ausbildung» an. «Erfolgreiche Marketingfachleute-Ausbildung – aus der Praxis, für die Praxis» war die Affiche für ein Gespräch zwischen Pierre C. Meier, dem Chefredaktor der Werbewoche, sowie Werner Herde, dem VR-Präsidenten der imBA AG, International Marketing Brain Academy. Letzterer konnte in seinem Eingangsreferat die USP seines Instituts – jeder Dozent ist auch eidg. Prüfungsexperte, die Schule richtet sich örtlich nach den Bedürfnissen der Studenten – klar darlegen. Im Anschluss gaben auf der Bühne zwei real existierende Beispiele der berufsbegleitenden Ausbildung Auskunft. Michel Waldmeyer, frischgebackener Verkaufskoordinator, und Evelyn Weber, frischgebackene Marketingfachfrau – bekannt aus der Serie auf diesen Seiten –, äusserten sich zu Gewinn und Strapazen der Ausbildung. «Mehr lernen» war das, was Waldmeyer anders machen würde, «gelassener sein» Webers Votum über eine Ausbildungszeit, die im grossen Ganzen als gut, lehrreich und befriedigend empfunden wurde. Die hervorragende Idee, Absolventen von ihren Erfahrungen erzählen zu lassen, hätte mit einen anderen «Sendeplatz» wohl noch besser Ohr und Auge der anvisierten Zielgruppe erreichen können. Denn die Absolventen der MarKom-Zulassungsprüfung, von welchen sich wohl viele für eine Berufsprüfung interessieren, kamen erst einige Zeit später ins Forum. Dies dafür in grosser Zahl.
Gegen Abend füllte sich das Emex-Forum by Swiss Marketing bis auf den letzten Quadratzentimeter. Über 300 der ingesamt 2350 Absolventen waren zur MarKom-Zertifikatsfeier erschienen – und dies, obwohl draussen eine Tropennacht anbrach, die dem Jungvolk bestimmt auch andere Vergnügungsmöglichkeiten geboten hätte. Um beim Bild der Happy Hour zu bleiben: Auch hier wäre es wohl möglich gewesen, einem perfekten Anlass noch eine Zusatz-Krone aufzusetzen. «Wer erschienen war, hätte eigentlich eine richtige Party verdient», sagt Uwe Tännler. Ansonsten aber war der Präsident von Swiss Marketing rundum zufrieden mit dem Emex-Forum by Swiss Marketing: «Wir haben bewiesen, dass wir spannenden und aktuellen Content liefern, die Wissensvermittlung hat auf hohem Niveau zahlreiches Publikum gefunden.» Und vom starken Andrang der jungen Leute zum Schluss des «Tages der Ausbildung» war Tännler «extrem positiv überrascht». Was am ersten Tag so gut begonnen hat, zog sich über alle drei Tage hin, an denen das Emex-Forum by Swiss Marketing brummte.
Und weil es im Marketing immer eine der besten Ideen ist, relevante Geschehnisse rechtzeitig zu antizipieren: Hier drei Tage, die für die hoffentlich bereits erworbene 2010-Agenda schon heute einzutragen sind. 24. bis 26. August 2010, wenn in Zürich-Oerlikon die nächste Emex über die Bretter geht.

Wie der Journalismus im Bermuda-Dreieck verschwindet

Die Zeitungszukunft in den USA nach der Finanz- und Medienkrise.

«Mit dem Journalismus, wie wir ihn kennen, ist es vorbei», schreibt Geneva Overholser, Direktorin der Journalism School an der University of Southern California und vormals Ombudsfrau der Washington Post in ihrem «Manifesto for Change». In einer Titelgeschichte für das Nachrichtenmagazin Time konstatierte dessen Ex-Chefredaktor Walter Isaacson kürzlich, die Krise des Journalismus habe «das Ausmass einer Kernschmelze» erreicht. Und David Carr, Medienkolumnist der New York Times, hat bereits vor zwei Jahren darüber spekuliert, wie His-toriker die heutige Zeit im Rückblick bewerten werden: «Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit werden sie diese Periode der amerikanischen Geschichte examinieren und darüber erstaunt sein, dass der Journalismus verschwunden ist.»
Lange bevor sich im Herbst 2008 die Banken- und Finanzkrise zuspitzte, steckten jedenfalls bereits 19 der 50 grössten amerikanischen Zeitungen in roten Zahlen – so vermeldete es bereits im letzten Sommer Dean Singleton, als CEO der MediaNews Group selbst Herrscher über ein Imperium von 57 US-Tageszeitungen. Viele Medienexperten halten es für möglich, dass einige amerikanische Grossstädte schon bald ohne ihre Tageszeitung werden auskommen müssen. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge sind ausgerechnet die wohlhabenden und bildungsbürgerlichen Metropolen Boston und San Francisco unter den ersten, denen dieses Schicksal widerfahren könnte.
Nachdem Chicago Tribune, Los Angeles Times und der Philadelphia Inquirer Gläubigerschutz beantragen mussten, mutmasste Michael Hirschorn, leitender Redaktor bei Atlantis und selbst eine Ikone des US-Zeitungsjournalismus, wie die New York Times noch im laufenden Jahr pleite gehen könnte. «End Times» hat er ebenso schlicht wie doppeldeutig sein Stück betitelt: «Endzeiten» kann das heissen, aber eben auch «das Ende der Times». Darin denkt er auch darüber nach, welche Folgen ein solcher Bankrott für die amerikanische Gesellschaft hätte. Der Schluss, zu dem er gelangt, ist nicht eben schmeichelhaft: «Zu guter Letzt wäre der Tod der New York Times – oder zumindest ihrer Printausgabe – ein sentimentaler Moment und ein schwerer Schlag für den amerikanischen Journalismus. Aber eine Katastrophe? Langfristig vielleicht nicht einmal das.»
In Amerika sind allerdings nicht nur Zeitungen in ihrer Existenz gefährdet; mit ihnen droht eben auch der seriöse Journalismus im Bermuda-Dreieck zu verschwinden, der sich nur in grossen, arbeitsteiligen Redaktionen zur vollen Blüte entwickeln kann. Das Bild passt, denn Zeitungen und Journalismus sind von drei Seiten gleichzeitig massiv unter Druck geraten.
Die Publika wandern ins Internet
Erstens wandern die Leserinnen und Leser scharenweise ins Internet ab. Gewiss, damit mussten die Verlage rechnen, zumal sie ja alles, was sie auf teurem Papier drucken und mit hohen Vertriebskosten zustellen, im Web umsonst anbieten – meist sogar früher und nutzerfreundlicher aufbereitet.
«Alles gratis» ins Netz gestellt haben die Verlage, weil sie die Hoffnung hegten, dass zusammen mit den Nutzern auch die Werbeeinkünfte von Print ins Internet abwandern würden. Geschähe dies, wären die Zeitungshäuser aus dem Schneider. Denn ihren grössten Kostenblock – Papier, Druck und Vertrieb – könnten sie schlicht sparen, wenn die Publika ihre Zeitung online läsen, statt am Frühstückstisch mit Papier zu rascheln.
Trotz satter Wachstumsraten bei den Online-Offerten sind indes – einem Report zum Zustand der US-Medien des Project for Excellence in Journalism zufolge – auch hier die Aussichten trübe: «Mehr und mehr kristallisiert sich als grösstes Problem traditioneller Medien nicht mehr die Frage heraus, wo sich die Leute ihre Informationen holen, sondern wie für diese bezahlt werden soll. Es zeichnet sich ab, dass die Werbewirtschaft nicht zusammen mit den Konsumenten in den Bereich der Online-Nachrichten übersiedelt. Nachrichtenangebote und Werbung scheinen sich fundamental zu entkoppeln.»
Wettbewerb um «lousy pennies» im Internet
Im Internet herrscht Wettbewerb. Der Konkurrent, der auf dieselben Anzeigenkunden hofft, ist nur einen Mouseclick entfernt. Deshalb schrumpfen bei den Werbeumsätzen die Margen, aus denen sich früher Redaktionen grosszügig finanzieren liessen. «You get lousy pennies on the web» – der Klageruf des Online-Pioniers Hubert Burda könnte ebenso gut von einem amerikanischen Verlagsgewaltigen stammen.
Und noch ein Trend setzt den Verlagen zu: Wer nach einer neuen Freundin Ausschau hält oder sein Auto verkaufen möchte, kann online inzwischen gratis inserieren, wenn er nicht selbst Gewerbetreibender ist. Das Geschäft mit den Kleinanzeigen, das in den USA noch vor wenigen Jahren 40 Prozent der Werbeeinkünfte der Zeitungsverlage ausmachte, bricht in schwindelerregendem Tempo weg.
Der Einfluss von PR nimmt überhand
Dem dritten Eckpunkt des Bermuda-Dreiecks wird in der Fachdiskussion um die Zeitungszukunft am wenigsten Beachtung geschenkt. Kaum ein anderer Wirtschaftszweig wurde in den letzten Jahren so hoch gerüstet wie die Public-Relations-Branche. Einer Armada von über 243’000 Menschen, die hier beschäftigt sind, stehen inzwischen nur noch rund 100’000 Journalisten gegenüber. Für die PR-Leute prognostiziert das Bureau of Labor Statistics, eine dem Statistischen Bundesamt vergleichbare Behörde, in den nächsten zehn Jahren weitere 18 Prozent Zuwachs, während die Redaktionen in nicht minder atemberaubendem Tempo weiter schrumpfen werden.
Damit werden die Einfallstore für Öffentlichkeitsarbeit weiter geöffnet, die Redaktionen verwandeln Pressemitteilungen von Firmen, Ministerien und sonstigen Interessengruppen immer öfter per Mausclick ungeprüft in «Journalismus». Weil das so ist, zweifeln zumindest die klügeren Leserinnen und Leser mehr und mehr an der Glaubwürdigkeit ihrer Medien – und sehen immer weniger ein, warum sie dafür etwas bezahlen sollen.
Umgekehrt fragen sich die Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen, in Politik und Verwaltung und bei Non-Profit-Organisationen, ob sie so viel Geld wie bisher für teure Werbung ausgeben sollen. Viele Botschaften lassen sich preisgünstiger und glaubwürdiger als PR-Mitteilung im redaktionellen Teil unterbringen. Auch damit werden den Redaktionen Ressourcen entzogen. Und wo diese fehlen, kann nicht hinreichend recherchiert werden; der Journalismus verkommt zur Sortierarbeit und droht eben, im Bermuda-Dreieck zu verschwinden.
Wenn der Journalismus nicht mehr funktioniert, fehlt allerdings auch den PR die wichtigste Voraussetzung, um erfolgreiche Medienarbeit zu leisten: der Widerpart in den Redaktionen, der ihren Mitteilungen allein zu Glaubwürdigkeit verhelfen kann.
Stephan Russ-Mohl
> Grafik Bermuda-Dreieck: Trends
Der Beitrag ist ein Auszug aus dem neuen Buch von Stephan Russ-Mohl «Kreative Zerstörung. Niedergang und Neuerfindung des Zeitungsjournalismus in den USA» (UVK Konstanz, erscheint Mitte September). Stephan Russ-Mohl ist Professor für Journalismus und Medienmanagement und Leiter des European Journalism Observatory (www.ejo.ch) an der Università della Svizzera italiana in Lugano.

Contexta gewinnt Etat des Bund

Diesen Herbst erfährt Der Bund einen Relaunch mit einem neuen Redaktionskonzept und einem überarbeiteten Layout. Contexta hat sich im Pitch durchgesetzt und ist für die Lancierungskampagne und den zukünftigen Kommunikationsauftritt des Traditionsblatts verantwortlich.

Diesen Herbst erfährt Der Bund einen Relaunch mit einem neuen Redaktionskonzept und einem überarbeiteten Layout. Contexta hat sich im Pitch durchgesetzt und ist für die Lancierungskampagne und den zukünftigen Kommunikationsauftritt des Traditionsblatts verantwortlich. Erste Arbeiten werden in Kürze zu sehen sein.

www.derbund.ch
www.contexta.ch

get_footer();