Leshop.ch erzielt neuen Umsatzrekord

Leshop.ch, der Online-Supermarkt der Migros, steigerte 2015 seinen Umsatz um 6,6 Prozent oder 11 Millionen Franken. Für insgesamt 176 Millionen Franken kauften Kunden bei Leshop.ch ein.

Der grösste Schweizer Online-Supermarkt schreibt damit im dritten Jahr in Folge ein deutliches Umsatzplus. Das Wachstum angetrieben haben Bestellungen von Smartphones und Tablets, der Ausbau der Lieferservices und präzisere Lieferzeiten, wie es in einer Mitteilung vom Montag heisst.

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Der starke Franken prägte 2015 den Detailhandel: Viele Schweizerinnen und Schweizer kauften Lebensmittel im Ausland. Rund 10 Prozent des Schweizer Detailhandelsumsatzes oder 11 Milliarden Franken sollen laut einer Schätzung der Credit Suisse ins Ausland abgeflossen sein. Der Druck auf die Preise stieg auch wegen ausländischer E-Commerce-Anbieter, die in die Schweiz drängen. Zum dennoch anhaltenden Wachstumstrend von Leshop.ch beigetragen haben die Verbreitung von Smartphones und Tablets in allen Altersgruppen. Bereits mehr als 40 Prozent der Leshop-Bestellungen stammen von mobilen Geräten. Zusätzlich förderte der Service-Ausbau das Wachstum von Leshop.ch: Gemeinsam mit der Migros startete der Online-Supermarkt im Juni 2015 im Pilotbetrieb elf PickMup-Abholstellen in Migrolinos, Migros Einkaufs- und Fitnesscentern. An diesen Standorten können Online-Kunden ihre Einkäufe am Tag nach der Bestellung fertig verpackt abholen.

LeShop.ch — Resultate 2015:

  2014 2015 1. Semester
2014/15
Entwicklung
2014/15
Umsatz (Mio. CHF) 165 175.9 + 6.5 Mio. / + 7.8% + 10.9 Mio. / + 6.6%
CO2-Ersparnis* (Tonnen) 1292 1373 + 17 / + 2.6% + 81 / + 6.3%
Anteil Mobil-Bestellungen**
(Smartphone, Tablet)
37% 40% + 4% / +11.4% + 3 % / + 8.1%

* LeShop-Sammellieferung im Vergleich zum motorisierten Individualeinkauf
** Jeweils für den Monat Dezember

Ernst Dieter Berninghaus, Leiter des Departements Handel beim Migros-Genossenschafts-Bund, sagt: «Die Erfahrung zeigt: Je nahtloser wir Online- und Offline-Angebote verknüpfen, desto treuer die Kunden. Wer den Einkauf im Laden, die Heimlieferung und Abholservices kombiniert nutzt, kauft mehr als doppelt so viel ein wie der klassische Ladenkunde. Deshalb bauen wir als Gruppe auf die Cross-Channel-Strategie.»

Ab Oktober präzisierte Leshop.ch zudem seine Lieferzeiten: In über 40 Schweizer Städten können Kunden für die Heimlieferung zwischen deutlich kleineren Zeitfenstern wählen. Leshop.ch liefert dort wahlweise am Vormittag zwischen 9 und 12 Uhr, am Mittag zwischen 12 und 14 Uhr oder nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr. In der Stadt Zürich stehen am Abend von 16.30 bis 21 Uhr sogar vier zusätzliche 1,5-Stunden-Zeitfenster zur Verfügung. Damit will Leshop.ch neue Kunden erreichen: Büros oder Kinderkrippen lassen sich Einkäufe am Vormittag liefern, Berufstätige, die lange arbeiten, nutzen die Zeitfenster am Abend. Zugleich lancierte Leshop.ch im Oktober als erster Online-Supermarkt der Schweiz die landesweite Heimlieferung am Samstagmorgen ab 9 Uhr. Die beiden Leshop.ch Drive Abholzentren in Studen BE und Staufen AG entwickelten sich solide und trugen auch 2015 zum Umsatzwachstum bei.

Wachstumsschub im Online-Lebensmittelhandel erwartet

In der Schweiz ist das Marktpotenzial für den Online-Lebensmittelhandel längst nicht ausgeschöpft. Die E-Commerce-Experten der Credit Suisse erwarten in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum: In der Studie «Retail Outlook 2015» prognostizieren sie die Verdoppelung des Online-Anteils im Lebensmittelhandel von 1,7 auf 3,5 Prozent bis 2020. Leshop.ch-CEO Dominique Locher sagt: «Der noch nicht verteilte Kuchen ist gross, jeder will sich jetzt das grösste Stück sichern. In diesem Umfeld können wir mit präzisen und schnellen Services sowie Cross-Channel-Initiativen mit der Migros neue Kunden gewinnen.» Dass der Markt für den Online-Kauf von Lebensmitteln in Bewegung ist, zeigt ein Blick ins nahe Ausland: In England, Frankreich und Deutschland bereiten verschiedene neue Anbieter ihren Markteintritt vor, darunter auch der Online-Riese Amazon mit Amazonfresh.

Maybaum Film: Bewegender Ruhepol im Werbeblock

Jeden Tag sterben in der Schweiz fast zehn Menschen an Lungenkrebs. Das müsste nicht sein: Erkennt man ihn rechtzeitig, kann Lungenkrebs heilbar sein. Die TV-Kampagne der Stiftung für Lungendiagnostik macht in drei emotionalen Spots darauf aufmerksam.

Eine Ehefrau, ein junger Vater und ein Mädchen stehen im Fokus. Reduziert auf das Minimum sitzen sie in einem leeren Raum, während die Kamera ruhig auf die Protagonisten zufährt. In Gedanken erzählen sie von einer schönen Erinnerung. Zunehmend verdunkelt sich der Raum und wir erfahren zum Schluss, dass sie einen nahestehenden Menschen verloren haben. Doch es ist nicht nur der Tod, der einen beschäftigt – es sind die Geschichten der Hinterbliebenen, die aufwühlen.

In knapp vier Wochen entstanden die drei TV-Spots vom ersten Entwurf bis zum fertigen Film. Maybaum Film aus Baden haben in enger Zusammenarbeit mit der Stiftung für Lungendiagnostik das Konzept entwickelt und zeichnen sich für die komplette Umsetzung verantwortlich. Besonders wichtig war die Authentizität. So standen keine professionellen Schauspieler vor der Kamera, sondern Laien, die in einem emotionalen Casting auf ganzer Linie überzeugt haben, wie es in einer Mitteilung heisst. Die Spots laufen seit dem 25. Dezember 2015 auf SRF 1 und SRF 2.

 

Verantwortlich bei der Stiftung für Lungendiagnostik: Jürg Hurter (Präsident des Stiftungsrates). Verantwortlich bei Maybaum Film: Michel Alraun (Regie/Drehbuch), Michel Frutig (Produktionsleitung/Drehbuch), Laurent Ulrich (DoP).

Adello: Werben in der dritten Dimension

Die neue 3D Touch Technologie erlaubt zum ersten Mal eine Interaktion in Abhängigkeit des ausgeübten Drucks. Damit kann Werbung den Konsumenten ein neues Gefühl vermitteln.

Apple hat mit dem iPhone 6s dem Bildschirm Drucksensitivität verliehen. Damit eröffnet sich eine Dritte Dimension nach dem Wischen und Tippen. Zudem erhalten die Benutzer ein haptisches Feedback, was dem Gefühl noch mehr Tiefe vermittelt. 3D Touch erlaubt eine neue User Experience, die sich geradezu ideal für Mobile Advertising anbietet. Die Vielschichtigkeit erlaubt es, mehr Information zu transportieren und diese gleichzeitig einfacher zugänglich zu machen – ohne eine überfrachtete zweidimensionale Navigation. Eine Werbung kann so zum Beispiel vom Produkt aus direkt verschiedene Unterprodukte anzeigen oder Coupons zur Auswahl anbieten ohne die ursprüngliche Werbung zu verlassen.

Adello lanciert als laut Mitteilung erstes Mobile Adtech Unternehmen 3D Touch in allen Formaten. «Unser Einsatz von 3D Touch gibt der Werbung mehr Tiefe und uns mehr Messpunkte bei gleichzeitiger Verbesserung der Nutzerführung. Unsere Deep-Learning Technologie wird damit noch präziser», schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Verschiedene Werbeformen sind dabei vorstellbar. Zum Beispiel Autowerbung, bei der durch unterschiedlichen Druck unterschiedliche Optionen darunter angezeigt werden. Wo man am haptischen Feedback erkennt, wo man gerade ist. Am PC kennt man das ansatzweise von der rechten Maustaste und dem Scrollrad. Beide versuchen auf mehr Information zu führen. Im Zentrum steht die menschliche, sensorische Interaktion. «Mit den 3D Touch Werbeformen geben wir den Konsumenten eine völlig neue Art der Interaktion in die Hand. Möglicherweise wird 3D Touch zum wichtigsten Meilenstein seit der Einführung von HTML5 in der Werbung», so Adello.

https://www.youtube.com/watch?v=l6nFNP_Pktw

Bachelorette: Presserat rüffelt Blick.ch

Blick.ch hat laut Presserat Frieda Hodels Intimsphäre verletzt. Grund: Die Berichterstattung über Medikamente, die in Hodels Kühlschrank auf einem Instagram-Foto zu sehen waren.

Das Onlineportal Blick.ch hatte sich einen Instagram-Post der Bachelorette Frieda Hodel genauer angesehen. Es ging um ein Foto ihres Kühlschranks samt Inhalt. Hodel wollte damit thematisieren, dass sie nach ihrer Rückkehr von Dreharbeiten in Thailand gesunde Sachen wie Früchte und Gemüse essen wolle. Blick.ch entdeckte aber in der Seitentüre des Kühlschranks eine Packung Vaginaltabletten. Daraus entstand ein Artikel, der über das Sexualleben von Frieda Hodel spekuliert und sich nicht nur fragt, wieso wohl Hodel dieses Medikament braucht, sondern auch zu wissen scheint warum. Der Artikelbasierte auf reinen Vermutungen der Redaktion. Hodel wollte dazu keine Stellung nehmen.

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Screenshot Blick.ch

Für den Presserat verletzt dieser Artikel eindeutig Frieda Hodels Intimsphäre. Blick.ch durfte demnach zwar das Foto des Kühlschranks publizieren, da es sich bei Frieda Hodel um eine öffentliche Person handelt und das Foto im Zusammenhang mit ihrer Prominenz als Bachelorette stand. Aber das Portal hätte laut Presserat-Urteil das auf den ersten Blick kaum sichtbare Medikament nicht thematisieren dürfen.
 

Musik der Beatles neu auf Streamingdiensten

Die Musik der Beatles wird es laut einem US-Medienbericht zu Weihnachten erstmals in diversen Streamingdiensten geben. Die Songs der «Fab Four» gibt es bisher legal nur auf Tonträgern wie CDs oder als Download zu kaufen.

Ab Donnerstag soll sie aber auf breiter Front zum Abspielen direkt aus dem Netz verfügbar sein, berichtete das Technologieblog Recode am Dienstag. Zu den Diensten gehörten der Streaming-Marktführer Spotify, Apple Music, Google Play, Amazon Prime Music und der Service Tidal von Jay-Z, hiess es unter Berufung auf Quellen in der Musikbranche. Immer mehr Musiker legen ihre Abneigung gegen Streaming-Dienste ab. So ist seit Dezember Musik von Herbert Grönemeyer bei Apple Music verfügbar. Zugleich gibt es eine Diskussion um Gratis-Angebote mit Werbung. So kritisiert Sängerin Taylor Swift, sie entwerteten Musik, und weigert sich, ihre Alben bei Diensten mit Gratis-Variante wie Spotify zu platzieren. Die Beatles hingegen solle es auch dort zu hören geben, betonte Recode. Als sie 2010 erstmals ihre Musik zum Herunterladen über Apples iTunes-Plattform anboten, hatte dies noch viel Aufsehen erregt. (SDA)

Wunderman: Nur für Herrchen

Die Zürcher Agentur Wunderman hat einen sprunggewaltigen Film für Windows 10 Hello kreiert.

Bei Windows 10 ist Schluss mit Passwort eintippen: Dank der Funktion «Windows Hello» erkennt Windows 10 (die passende Hardware vorausgesetzt) seinen Besitzer am Gesicht. Wunderman Zürich hat für Microsoft einen Film realisiert, der dieses praktische Feature auf überraschende Art dramatisiert – mit einem sprunggewaltigen Jack Russell Terrier. Der Film wird online und auf Social-Media-Kanälen eingesetzt. Er ist Teil einer grösseren Kampagne, die Microsoft Schweiz während der Weihnachtszeit für Windows 10 und das neue Surface Pro 4 «on air» hat.

Verantwortlich bei Microsoft Schweiz: Daniel Furger (Consumer Marcom Manager), Kurt Hoffmann (Windows Product Marketing Manager). Verantwortlich bei Wunderman (Member of Y&R Group Switzerland): Thomas Engeli (ECD), Thomas Bosson (AD), David Krucker (Grafik), Parvez Sheik Fareed (Text), Fabrice Tobler (Produktion), Nicholas Meyer (Beratung); X52 Film/Stefan Rüegg (Produktion).

Zu guter Letzt: Das Jahr in Blick-Schlagzeilen

20 relevante Schlagzeilen und Geschichten, an denen uns Blick.ch 2015 teilhaben liess.  

Das Jahr 2015 neigt sich dem Ende zu. Zeit, noch einmal auf die wichtigsten Ereignisse zurück zu blicken. Wie 2014 greifen wir dafür auch dieses Jahr wieder auf die Schlagzeilen von Blick.ch zurück.

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Der französische Scrabble-Weltmeister, der angeblich kein Französisch kann…

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…wurde eigentlich nur vom Baby, das schwanger – mit Zwillingen! – zur Welt kam, übertroffen. Hoffentlich sind alle vier wohl auf.

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Pöbelnde Mutterkühe wurden 2015 offiziell zur nationalen Bedrohung erklärt (noch vor Terrorismus und Tigermücke). Hier passend bebildert mit einem übermütigen, neugierigen Rindli. Seit Blick das Volk in Selbstverteidigung geschult hat, sind weitere tödliche Zwischenfälle ausgeblieben. Bisher.

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Massenereignis Rekordhitze: Wie erstrebenswert das Knacken eines Rekordes von 38,9 Grad dann wirklich sein soll…

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…wurde am Ende nicht ganz klar.

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Womit wir bei der Politik wären. Hier konnte sich besonders diese «Dänen-Politikerin» auszeichnen, die einfach alle überzeugte. 

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Ja muss das denn sein? Coop und KSP konnten es mit der «Chill'n'Grill»-Kampagne wirklich niemandem recht machen.

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Ebenfalls polarisiert hat das neue grüne Coca-Cola mit Stevia. Während sich die einen über den verhältnismässig geringen Zucker-Anteil und die gesündere Süssstoff-Variante freuten, bemängelten andere den ungewohnten Geschmack. Wiederum andere freuten sich ganz einfach, endlich «weniger görpslen» zu müssen. Herzliche Gratulation!

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Apropos Neulancierung: Orange wurde 2015 zu Salt. Begleitet von einer gigantischen Kampagne – und Wortspielen, die höchstens schriftlich funktionieren. Oder bei Menschen, die Salt wie «alt» aussprechen.

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Interessant, was 2015 offenbar immer noch eine Schlagzeile wert ist: Eine Frau mit dunkler Hautfarbe (eine «Schwarze») wird Nachrichtensprecherin.

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Zurück zu den wirklich relevanten Themen: Zum Beispiel zu Herrn Fuck, der nicht nur einen anspruchsvollen Namen, sondern auch einen schwarzen Labrador hat.

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Jörg Schneider ist leider im August verstorben. Über den Titel «Potz Holzöpfel und Zipfelchappe!» konnte er hoffentlich zuvor auch noch lachen.

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Von wegen Kuscheljustiz: Die Polizei zeigte dem Abwasch-Grüsel die Grenzen der Lärmbelästigung auf.

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Zu dumm und zu klein: Da muss sich was ändern – wie auch immer.

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«Ohne Fleiss kein Reis» – eines der Titel-Highlights 2015. Auch wenn Chinas «Protz-Teenies» vermutlich nicht besonders scharf sind auf das Arme-Leute-Essen Reis. Ist egal, musste man hier bringen.

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Ein weiteres Highlight: Der «Jubel-Tubel».

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Der würdige Nachfolger des Brücken-Deppen: Der Mulden-Depp.

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Dieses Wortspiel war auch überfällig.

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Die wirklich guten Titel waren 2015 aber rar. Dieser hier war zum Beispiel eher soso lala…

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…und dieser eher etwas Miss Lungen.

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Dann doch noch lieber dieser hier: Ohne Text, aber mit Bild. Die wütende Michelle Hunziker verschlug sogar Blick die Sprache.

Thomas Häusermann

Alpha 245: Weihnachtliche Delikatesse für Manor

Das Weihnachtsessen ist wohl das wichtigste Essen des Jahres. Darum beauftragte Manor Food die Agentur Alpha 245 mit der Ausarbeitung und Gestaltung eines kulinarischen Weihnachtsmagazins.

Auf über fünfzig Seiten führen die Mitarbeiter von Manor Food mit grosser Fachkompetenz und viel Liebe zum Detail durch die verschiedenen Métiers. Vom gut abgehangenen Dry Aged Beef bis zur Goldmedaillen-Gewinnerin unter den Austern findet man dort alles, was das Feinschmecker-Herz begehrt. Zusätzlich laden ausgesuchte Rezepte mit Geling-Garantie zum Nachkochen ein. Diese verlinken den Leser mit der Website und den Weihnachts-Angeboten von Manor Food. Und runden das lukullische Print-Erzeugnis digital ab.

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Verantwortlich bei Manor Food: Conradin Schaad (Marketing Director Manor Food), Michèle Leibacher (Head of Communication Manor Food), Marina Djordjevic (Projektleiterin Communication Manor Food), Jasmin Rennhard (Projektmitarbeiterin Communication Manor Food).
Verantwortlich bei Alpha 245: Patrick Senn, Patrick Beeli (Creative Direction), Mario Moosbrugger (Art Direction), Joni Müller, Balz Chen (Text), Andrea Staub, Mirjam Birrer (Beratung), Barbara Häne, Carmen Anderegg (Realisation), Pam Hügli, Diana Wick (Gesamtverantwortung).
Sandra Kennel, Philipp Rohner, Martin Hemmi (Fotografie).
 

Presserat: Widersprüchliche Aussagen müssen beide zitiert werden

Widersprechen sich zwei kritische Aussagen, müssen beide zitiert werden. Der Presserat hat eine Beschwerde des Genfer FDP-Nationalrats Christian Lüscher gegen die Westschweizer Zeitschrift L'Hebdo teilweise gutgeheissen.

Das Magazin hatte im März 2015 über einen «Interessenkonflikt» von Lüscher als Anwalt des Sohnes des früheren nigerianischen Diktators Sani Abacha und als Nationalrat berichtet. Abachas Sohn war angeklagt, seinem Vater in den 90er-Jahren bei der Veruntreuung von Millionen geholfen zu haben. Als Anwalt verteidige Lüscher die Interessen seines Klienten, zitierte der Presserat in der Mitteilung vom Mittwoch aus dem Artikel. Doch als Parlamentarier und Mitglied der Rechtskommission sei Lüscher aufgerufen, darüber zu befinden, wie Potentatengelder der betroffenen Bevölkerung am besten zurückgegeben werden können. L'Hebdo hatte dazu einen SP-Parlamentarier mit der Aussage zitiert, Lüscher habe diesen «Interessenkonflikt» nicht offengelegt. Hingegen zitierte es die Aussage eines CVP-Parlamentariers nicht, wonach Lüscher in der Kommission bei der Beratung des Gesetzesentwurfs spontan auf sein Anwaltsmandat hingewiesen habe.

Auch ohne Datum zitieren

Allerdings konnte der Parlamentarier nicht angeben, wann genau Lüscher seine Äusserung gemacht hatte. L'Hebdo stützte sich im Bericht auf das geheime Protokoll der Kommission, das es nicht zitieren konnte. Im Protokoll wurde laut Presserat keine entsprechende Intervention von Lüscher erwähnt. In den Augen des Presserats verstiess das Magazin mit dem Verzicht auf das Zitat des CVP-Parlamentariers gegen die «Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten». Diese verlangt unter anderem, dass keine wichtigen Elemente von Informationen unterschlagen werden dürfen. Weil die beiden Parlamentarier gegensätzliche Aussagen gemacht hätten, hätte  gerechterweise auch die Aussage zitiert werden müssen, die Lüscher entlaste,  befand der Presserat. Dies sei auch der Fall, wenn das Datum von Lüschers Intervention nicht bekannt sei. (SDA)

«Eine Marke kann es nicht allen recht machen»

Vor zwei Jahren initiierten Peter Felser und Max Meister den Lehrgang «CAS Brand Leadership». Die Werbewoche fragte die beiden, was man dort lernt, warum Marken Führung ­brauchen und wie VW sein durch das Abgas-Debakel angekratztes Image wieder aufpolieren kann.

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Werbe-Urgestein Peter Felser (r.) und Max Meister, Berater für Markenbewertung und ­Dozent für Strategische Kommunikation an der Hochschule für Wirtschaft Zürich

Werbewoche: Im September hat der zweite Jahrgang des Lehrgangs Brand Leadership abgeschlossen: Was können die 14 Absolventen jetzt?
Peter Felser: Sie sehen die Welt der Marken anders. Sie denken grösser, weitsichtiger und denken vor allem in den grossen Visionen und Missionen, und nicht nur im kleinen Optimieren und Ein-bisschen-besser-Machen. Es geht bei uns ums grosse Anders-Machen.
Max Meister: Sie denken sicher strategischer und weniger operativ. Wir begreifen Brand-Management aus strategischer Sicht, unter dem Aspekt des Leader­ship.

Leadership bedeutet, dass Markenführung in die Unternehmensführung integriert wird?
Felser: Ja, es geht darum, aus der Kraft der Markenmission die ganze Unternehmung zu führen. Man muss wissen, wo man hin will und warum man als Firma überhaupt existiert. Leadership und Management sind eben nicht das Gleiche. Management optimiert ein bisschen, schaut, dass das Geschäft einigermassen rund läuft. Leadership aber führt und hat ein grosses Ziel, auf das es hinsteuert.
Meister: Die Marke ist zentral für den Erfolg einer Firma. Die Mission einer Firma spiegelt sich sehr stark in der Marke und umgekehrt. Wenn man die Sicht des Leadership einnimmt, wird die Marke auf einmal zu einem sehr wichtigen Bestandteil der Unternehmensführung. Das wollen wir vermitteln: Die Marke ist nicht einfach ein Produkt der Strategie, sondern sollte als wichtiger Taktgeber der Strategie begriffen werden.
Felser: Bei den Top-20-Marken der Schweiz, die im Rahmen der Markenstudie Brand-Asset-Valuator kürzlich publiziert wurden, fällt etwas Erstaunliches auf: Als die Studie vor 20 Jahren lanciert wurde, waren schon viele Marken top, die heute immer noch top sind, beispielsweise Migros, Ovomaltine, Toblerone, Zweifel und Caran d’Ache. Auf der anderen Seite gibt es neue Marken, die es sehr schnell ganz nach oben geschafft haben. Google ist eine davon. Die Frage ist: Warum schaffen es die einen, so lang, und die anderen, so schnell ganz nach oben zu kommen? Meine Antwort: Es ist die Mission. Die, die eine klare Überzeugung haben, kommen schnell hoch und können sich lang oben halten, selbst wenn sie kaum Marketing und Werbung machen. Die Mission ist das A und O.

Wie ist der Lehrgang Brand-Leadership aufgebaut? Kann man ihn berufs­begleitend absol­vieren?
Meister: Ja, es sind 20 Unterrichtstage zwischen März und September, an denen die Teilnehmer präsent sind. Inhaltlich behandeln wir gesellschaftliche und technologische Trends, Krisenkommunikation, Change-Management, Markenarchitektur und Markenportfolio, die monetären Aspekte von Marken bis hin zur Optimierung der Zusammenarbeit von Partnern, also von Agentur und Kunde. Wir decken ein breites Themenspektrum ab und versuchen, möglichst viele Themen, mit denen unsere Teilnehmer zu tun haben bzw. künftig zu haben werden, abzudecken. Uns geht es weniger um operative Fragen wie zum Beispiel Logoentwicklung, sondern um den grossen Überblick, um die holistische Sicht. Deshalb richten wir uns auch an Personen mit Führungserfahrung oder Führungsanspruch auf Kunden- oder Agenturseite.

Sie trumpfen mit namhaften Referenten auf: Feldschlösschen-CEO Thomas Amstutz, Emmi-CEO Urs Riedener, die Top-Werber Dominique von Matt und Martin Spillmann sowie führende Wissenschaftler wie der Neuromarketingexperte Hans-Georg Häusel oder die Professoren Torsten Tomczak und Sven Reinecke von der Universität St. Gallen. Deckt jeder von ihnen ein Thema ab?
Meister: Genau. Wir haben Referenten aus Wissenschaft und Praxis, jeder repräsentiert einen spezifischen Themenkomplex. Die Zusammenstellung der Personen bleibt immer mehr oder weniger gleich. Natürlich ergänzen wir den Lehrgang laufend durch aktuelle Themen, digitale Transformation zum Beispiel, und suchen dann die passenden Dozenten dafür.

Was hebt ganzheitliche, strategische Markenführung vom Status quo ab?
Felser: Markenführung wird sehr oft mit Kommunikation gleichgesetzt: Wir haben etwas und erzählen darüber. Vielleicht schauen wir noch, was die Leute hören wollen, und sagen das einfach. Markenführung, wie wir sie verstehen, kommt aber aus dem Kern der Marke, aus der ganzen Marke und aus dem Unternehmen. Sie beeinflusst die Mitarbeiter, die Lieferanten, die Investoren – nicht nur den Absatzmarkt, sondern alle. Insbesondere die Mitarbeiter sind wichtig. Die Marken, die über lange Distanz erfolgreich sind, haben ihre Mitarbeiter im Griff; insofern, als dass sie motiviert und inspiriert sind, für die Marke zu arbeiten. Ich durfte Google im Silicon Valley besuchen. Es ist sagenhaft, wie man die Begeisterung der Mitarbeiter spürt. Sie eifern der Mission des Unternehmens nach, 30'000 auf dem Campus. Oder nehmen Sie Tesla. Das Unternehmen hat die Mission «Mobilität revolutionieren» und die Welt damit verändern. Die Menschen, die dort arbeiten, leben das. Darum ist eine Mission nicht einfach Werbung im Absatzmarkt. Marken-Leadership und Mission sind etwas Ganzheitliches. Selbst die Telefonistin und alle, die mit der Firma zu tun ­haben, müssen darüber Bescheid wissen und das Gedankengut mittragen.

Lassen Sie uns das weiter konkretisieren: VW-Gate ist in aller Munde. Was kann VW in Ihren Augen tun, um seine Marke wieder zu beseelen?
Felser: Gute Frage. Schwierige Frage. Das Erste ist sicher, einzugestehen, dass man Fehler gemacht hat …

… was VW ja gemacht hat, sogar in Anzeigen mit Trauerrand …
Meister: … ja, sie haben es versucht. VW befindet sich bereits mitten im Change-Management-Prozess, was sicher ein wichtiger Schritt ist. Wie fundiert dieser Prozess ist, werden wir sehen. VW muss einen Kulturwandel vollziehen – und das geht nicht von heute auf morgen. Ich denke, die Probleme, die jetzt aufgetaucht sind, fokussieren sich stark auf den technischen Betrieb. Ich glaube nicht, dass die ganze Firma infiziert ist. Wenn man das Problem gezielt lokalisieren kann, kann man den Schaden auch gezielt bekämpfen. Und die kürzlich publizierten Zahlen weisen darauf hin, dass der Schaden, zumindest bis jetzt, ökonomisch überschaubar ist.

Aber ist nicht genau das der Kern allen Übels? Die Fahrzeuge von VW sind ja eben DIE Ingenieur­autos, der Slogan dazu lautet seit Jahrzehnten «Das Auto». Und wenn es im Bereich der Ingenieure nun hakt, beschädigt gerade das den Kern dieser Marke und deren Glaubwürdigkeit ganz empfindlich.
Felser: Ja, das stimmt. «Das Auto» hebt auf Zuverlässigkeit und technische Perfektion ab.

… und wenn es in diesem Bereich nun Probleme gibt, verliert VW an Reputation, und zwar nicht nur bei den Konsumenten, was wir gerade miterleben, sondern wahrscheinlich auch bei den Mitarbeitern, die an «ihre» Marke geglaubt haben. Meinen Sie nicht?
Felser: Ich sehe ebenfalls grössere Probleme auf VW zukommen. Aber mir erscheinen noch zwei andere Punkte in diesem Fall wesentlich. Der eine ist: Eine starke Marke ist auch in Krisen gestärkt. Denken Sie an die UBS. Eine schwächere Marke hätte diese Vertrauenskrise gar nicht überlebt. Und genau so wird das auch bei VW sein. In drei, vier Jahren wird VW wieder eine starke Marke sein, die überleben das. Der zweite Punkt ist: Offenbar ist das Problem bei VW ein kulturelles. Und das ist der Druck, der auf die Ingenieure ausgeübt worden ist. Die haben es nicht geschafft, bestimmte Vorgaben zu erfüllen, und durften es nicht zugeben. Ähnlich wie bei der UBS, die hohe Gewinnerwartungen hat, Druck ausübt und die Mitarbeiter dann halb kriminell werden. Diese Kultur muss VW verändern.

Welche Rolle haben die Mitarbeiter dabei?
Felser: Eine ganz zentrale. VW muss seinen Mitarbeitern neue Werte vermitteln und das muss sehr wahrscheinlich top-down geschehen.

Und welche Rolle spielen die Konsumenten?
Felser: Nun, die haben ja kein Riesenproblem, für den Einzelnen ist es nicht so relevant, dass bestimmte Normwerte nicht eingehalten wurden. VW hat treue und zufriedene Kunden, das Auto fährt. Aber ich glaube schon, dass sich die Marke von sich aus bewegen muss, und nicht das Publikum. Ich würde dabei aber nicht hektisch verfahren. Es sind Veränderungen bei den Werten und in der Kultur nötig: Fehler müssen wieder möglich sein, man muss zugeben dürfen, dass man etwas nicht schafft. Die Massenseele ist langsam und Wunden ver­heilen. Ich würde nicht überreagieren.

Wie beurteilen Sie die Inserate, die VW derzeit schaltet – mit einem Trauerrand umrahmt kriecht das Management zu Kreuze und bittet um Vergebung. Ist das der richtige Weg?
Meister: Das ist ein erster Schritt. Und der einzige, den sie im Moment machen können. In so einer Situation ist das die einzige Botschaft, die einiger­massen glaubwürdig rüberkommt. Schauen wir doch mal auf Toyota, die auch einige Probleme verursacht haben. Die Reputation des Unternehmens hat das nicht langfristig geschädigt. Und Konsumenten verzeihen relativ schnell, wenn die Leistung wieder stimmt. Also: Tue Busse …

… und rede darüber …
Meister: Genau. Man muss sich einfach schnell wieder auf seine Stärken besinnen. Ich bin zuversichtlich für VW. Allerdings reden wir nicht über ein halbes Jahr, sondern das dauert sicher drei bis vier Jahre.

Was ist wichtiger: Das Standing einer Marke bei den Konsumenten – oder bei den Mitarbeitern des Unternehmens, das die Marke führt?
Felser: Beides ist wichtig. Ich würde mittlerweile die Mitarbeiter höher gewichten. Das ist aber nicht in jeder Branche gleich. In der Dienstleistungsbranche ist das extrem, Mitarbeiter sind zentral, sie sind lebende Markenbotschaften. In einem Industriebetrieb ist es etwas anders. Aber ich würde die Bedeutung der Mitarbeiter sehr hoch einschätzen. Und das wird in der Markenführung grundsätzlich zu wenig bewusst gemacht. Alle sagen zwar «die Mitarbeiter sind wichtig, der Mensch steht im Zentrum». Aber gelebt und erlebbar gemacht, sodass Mitarbeiter motiviert und inspiriert sind, wird das in den seltensten Fällen.

Haben Marken ein Eigenleben?
Meister: In Zeiten von Social Media und digitaler Transformation sicher verstärkt. Es wird immer anspruchsvoller, Marken zu steuern, Markenführung wird immer komplexer. Deshalb bieten wir ja den Lehrgang an, weil wir auf diese Weise zeigen wollen, dass man auch in Zeiten der Digitalisierung Marken gezielt führen kann. Man muss aber wissen, wie. Allerdings bieten wir keine Patentrezepte, jede Situation muss separat betrachtet werden. Das Problem ist grundsätzlich, dass im Internet jeder anonym seine Meinung kundtun kann und damit eine Marke erheblich beschädigen kann. Selbst wenn das, was man schreibt, nicht stimmt. Man muss einfach professionell mit dieser Herausforderung umgehen. Nestlé hat zum Beispiel eine Art War-Room, in dem negative Kommentare gezielt behandelt werden, damit Shitstorms nicht oder nur gemässigt auftreten. Doch wenn Sie wirklich mit einem Shitstorm konfrontiert sind, gibt es kein Patentrezept. Da müssen Sie aus der Situation heraus entscheiden, wie Sie reagieren. Krisenkommunikation decken wir im Lehrgang übrigens auch ab.
Felser: Ich warne davor, dass Unternehmen in Zeiten von Social Media ihre Markenführung quasi den Konsumenten übergeben, das Weite suchen und sich dann den Bedürfnissen ihrer Kunden anpassen. Wer das macht, fährt einen Zickzackkurs und hat seine eigene Marke überhaupt nicht im Griff. Und wenn jeder Daten über seine Kunden sammelt, sie auswertet und dann genau das macht, was die wollen – dann macht jeder genau das Gleiche. Das führt markentechnisch in die Sackgasse. Eine Marke muss selber wissen, was sie will, was zu ihr passt und was nicht. Und dann muss sich der Konsument ent­scheiden, ob diese Marke zu ihm passt oder nicht. Eine Marke kann es nicht allen recht machen. Eine Marke muss eine Überzeugung haben. Und diejenigen Konsumenten, die die gleiche Überzeugung haben, sagen: Das ist eine tolle Marke, der bleibe ich treu. Die Überzeugung bindet und lässt Loyalität zu. Das Verhältnis Marke – Mensch ist eine Beziehung wie zwischen Menschen. Diejenigen Konsumenten, die eine andere Überzeugung haben, wenden sich einer anderen Marke zu. Wenn es keine gemeinsame Überzeugung gibt, kann man Konsumenten nicht langfristig binden. Dann lockt man sie mit Preisen, Gutscheinen und Rabatten, manipuliert sie – ein Marketing, das auf Dauer nicht finanzierbar ist.

Digitalisierung, Mobile und Social Media verändern unser Leben. Wie unterscheidet sich Markenführung im 21. Jahrhundert von der im 20. Jahrhundert?
Meister: Die Instrumente unterscheiden sich kaum, dafür aber die Distributionskanäle. Unser Mediennutzungsverhalten hat sich extrem verändert, Mobile wird künftig noch viel mehr zunehmen. Konsumenten werden weniger «normales» TV schauen, dafür Kanäle wie Netflix nutzen, auch das Format Video wird sicherlich weiter an Wichtigkeit zunehmen. Wenn sich die Distributionskanäle ändern, müssen wir natürlich auch die Botschaften entsprechend anpassen, doch Markenführung funktioniert noch immer mit den gleichen Instrumenten und verfolgt die gleichen Ziele.
Felser: Wir haben immer mehr Möglichkeiten, unsere Marke zu führen. Das bringt aber auch Entscheidungen mit sich. Denn es ist unmöglich, auf allen Kanälen gleichermassen präsent zu sein und alle Möglichkeiten, die sich bieten, zu nutzen. Nicht zuletzt aus finanziellen Gründen. Unternehmen müssen sich also fokussieren. Es gibt die Touchpoint-Analyse, die 72 verschiedene Touchpoints analysiert und versucht auszuwerten, welcher am meisten Wirkung zeigt. Logischerweise kann man nicht alle 72 bespielen. Darum muss man entscheiden, was am besten zur Marke passt, wo man wirklich investieren und stark sein will. Und das sind dann vier oder fünf Touchpoints, bei kleineren Unter­nehmen vielleicht sogar weniger.

Oder wenn wir noch einmal VW betrachten: Was haben die für eine Zielgruppe? Nicht die ganz jungen Leute. Social-Media-Marketing hat also sicher eine geringere Relevanz als Printwerbung.
Felser: Das ist ein wichtiger Punkt. Natürlich muss man sich überlegen, auf welchen Kanälen man seine Zielgruppe wirklich erreicht. Ich würde das aber nicht auf Jung und Alt reduzieren – ich habe das Gefühl, dass Social Media für die ältere Generation wichtiger ist als für die ganz Jungen. Aber Sie haben absolut recht damit, dass man schauen muss, welche Zielgruppe man ansprechen will, was die Aufgabe der Kommunikation ist, und erst dann kann man entscheiden, welches die richtigen Kommunikationskanäle dafür sind. Und es kann durchaus sein, dass etablierte Kanäle wie Print und TV in einem Fall richtig sind, und in einem anderen Fall völlig falsch und man etwas ganz anderes machen muss.

Der Lehrgang «CAS Brand Leadership» richtet sich an gestandene Berufsleute. Haben die Absolventen nach dem Diplom bessere Aufstiegs- und Entwicklungschancen – oder was bringt ihnen die Teilnahme?
Meister: Die berufliche Profilierung ist sicher eines der Motive unserer Teilnehmer. Deren stärkstes ­Motiv ist aber, neues und ergänzendes Wissen zu er­werben, das strategisch eingesetzt werden kann und den Horizont erweitert.
Felser: Ich habe selber alle Vorträge angehört. Und trotz 25 Jahren Berufserfahrung habe ich sehr viel gelernt. Neues Wissen und faszinierende Informationen konnte ich zum Beispiel über Neuromarketing mitnehmen. Oder im Bereich Human Resources wird hinterfragt, ob Mitarbeiterboni im Rahmen der Markenführung sinnvoll sind. Hoch spannend. Die Dozenten kommen ja aus der Praxis und erzählen, was bei ihnen gut läuft – aber auch, was weniger gut läuft. Und das zu erfahren ist sehr lehrreich. Man kann dieses Wissen nirgendwo nachlesen.

Als Sie den Lehrgang 2013 ins Leben gerufen hatten, reagierten Sie auf einen ungedeckten Bedarf am Markt: Können Sie diesen noch einmal formulieren?
Felser: Wir haben damals Weiterbildungsangebote an diversen Fachhochschulen analysiert. Es gibt viele Brand-Management-Kurse, die Tools zum Optimieren der Marke vermitteln. Ausserdem gibt es Kurse, in denen es um strategische Unternehmensführung geht. Aber die Verbindung zwischen strategischer Unter­nehmens­führung und Markenführung gab es nicht. Diese Lücke haben wir mit Brand-Leadership gefüllt. Eine Marke hat nur Existenzberechtigung, wenn sie etwas für die Menschen tut. Das meinen wir nicht esoterisch. Marken, die was für die Menschen tun, sind mittelfristig viel erfolgreicher und verdienen viel mehr Geld. Darum geht es. Die Frage ist also nicht, wie ich 2 Prozent mehr Umsatz machen kann, sondern wie ich etwas für die Menschen tun kann. Dann mache ich 10 Prozent mehr Umsatz.

Im März 2016 geht der Lehrgang in die nächste Runde. Muss man sich für die Teilnahme bewerben?
Meister: Genau. Interessierte können bis Ende Januar ihren Lebenslauf einreichen und wir schauen, ob die Personen für den Lehrgang geeignet sind. Wichtig ist, dass die Teilnehmenden Erfahrungen in der Markenführung, im Marketing oder der Kommunikation mitbringen, um vom Kurs profitieren zu können.

Interview: Anne-Friederike Heinrich

Dieser Artikel erschien in der Werbewoche 22/2015 vom 4.12.2015. UnsereAbonnenten verpassen auch im neuen Jahrnichts.

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Stämpfli: Zeit für Sommerferien

Die neuen Ferienkataloge der Schweizer Reisekasse Reka sind da. Nicht nur mit neuem Gestaltungs-, sondern auch mit neuem Inhaltskonzept. Dafür verantwortlich zeichnet Stämpfli Kommunikation.

Via Pitch-Verfahren im März 2015 entschied sich die Reka für das neue Katalogkonzept von Stämpfli Kommunikation. Jetzt im Dezember 2015 liegt die erste Ausgabe, der Som-merkatalog 2016, vor. «Mit dem neuen Katalog wird die Reka moderner und noch näher bei den Kunden sein», betont Damian Pfister, Leiter Reka-Ferien.

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Die neuen Reka-Kataloge wurden konzeptionell überarbeitet. Die bisherigen Gefässe «Ferien in der Schweiz» und «Ferien am Meer» wurden ersetzt durch «Familienferien im Sommer» und «Familienferien im Winter». Diese neue saisonale Unterteilung des Ferienangebots ermöglicht den Kunden eine bessere Übersicht, die sich auch sonst im Katalog bemerkbar macht. Durch die Verlinkung mit dem Web, wo Ferien direkt gebucht werden können, wurde das Angebot im Katalog reduziert, was nicht nur eine bessere Orientierung ermöglicht, sondern auch Platz schafft für einen aufgefrischten Imageteil. «Mit dem Konzept verleihen wir dem Katalog Magazin-Charakter, indem das Ferienerlebnis sowie das Thema Familie stärker in den Vordergrund gerückt werden», betont Dominic Eichenberger, Leiter der Kommunikationsagentur bei Stämpfli.

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Verantwortlich bei der Schweizer Reisekasse (Reka) Genossenschaft: Reka-Ferien, Damian Pfister, Leiter Reka-Ferien und Vizedirektor. Verantwortlich bei Stämpfli: Stämpfli Kommunikation.
 

Jolanda Spiess-Hegglin fordert von Blick eine halbe Million Franken

Im Schmierentheater um die Zuger Polit-Sex-Affäre kommt es zu einem weiteren Akt: Mit einer Betreibung fordert Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin (Alternative - die Grünen) von Blick eine halbe Million Franken wegen der Berichterstattung über die Affäre.

Edi Estermann, Mediensprecher von Ringier, bestätigte am Mittwoch die von Blick publik gemachte Forderung von Spiess-Hegglin. Demnach hat die Zuger Politikerin Ringier eine Betreibung in Höhe von 500'000 Franken zukommen lassen. Ringier bestreitet die Forderung und hat Rechtsvorschlag erhoben. Spiess-Hegglin sorgt seit einem Jahr für Schlagzeilen. Am Morgen nach der Landammannfeier im vergangenen Dezember war sie ohne Erinnerungen an den vorigen Abend und mit Unterleibschmerzen ins Spital gegangen. Ihr Kantonsratskollege Markus Hürlimann (SVP) geriet daraufhin in Verdacht, sie mit K.-O.-Tropfen gefügig gemacht zu haben. (SDA)

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