ConturaLED ist der ganze Stolz von Alain Schindler, CEO des Leuchtwerbemittel-Produzenten Westiform. Die neuartigen Licht emittierenden Elektroden, kurz LED, die Westiform gerade lanciert hat, denken mit: Sie leuchten ausschliesslich, wenn es dunkel genug ist, und das nur so hell, wie für die Wahrnehmung der Schrift nötig. Das spart Energie und Kosten.
Und so funktioniert’s: ConturaLED arbeitet mit einer Umgebungslichtsteuerung, die per Sensor auf die Umgebungshelligkeit reagiert. Ausserdem werden bei ConturaLED nur so viele Elektroden eingebaut, wie wirklich gebraucht werden, um die Schrift optimal auszuleuchten: Die Lichtpunkte werden einzeln entlang der Schriftkontur gesetzt. Das ist mit herkömmlichen LED, deren Lichtpunkte wie bei einer Lichterkette «am Strang» angeordnet sind, nicht möglich. Wer mit einer solchen Kette eine LED-Leuchtschrift optimal ausleuchten will, muss die ein oder andere unnötige Schlaufe legen. Im Innern branchenüblicher LED-Leuchtschriften winden sich die Elektrodenketten deshalb oft in vielen Kurven – und verströmen mehr Licht und verbrauchen mehr Strom als nötig.
Lichte Augenblicke «LED allein ist nichts Besonderes. Bereits im ersten James-Bond-Film hatte der Agent LED in seiner Uhr», sagt Thomas Ondrisek. Ondrisek ist leitender Entwicklungsingenieur der Westiform. Er hat ConturaLED gemeinsam mit seinem Team entwickelt. «Das spezielle an ConturaLED ist, dass sie der Buchstabenkontur folgt und einen Lichtsensor hat, der auf Helligkeit reagiert. So ist die Schrift die ganze Zeit etwas heller als ihre Umgebung und damit immer optimal sichtbar.» Mit hereinbrechender Abenddämmerung schalten sich die Leuchtbuchstaben mit voller Leuchtkraft ein und dimmen sich dann langsam herunter, je dunkler es wird. Denn im Dunkeln ist die Schrift ohnehin gut zu sehen. Das Gleiche geschieht in der Morgendämmerung: Mit dem Hellerwerden wird auch die Schrift immer heller, bis sie gegen das Tageslicht nicht mehr sichtbar ist. Dann schaltet sie sich aus. Weil der Lichtverlust so auf ein Minimum schrumpft, reduziert ConturaLED den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss im Vergleich mit Neon-Leuchtschriften um bis zu 80 Prozent. Auch der Stand-by-Stromverbrauch von ConturaLED ist minimal.
Die einzelnen LED werden genau in der Farbe ihres Deckmaterials produziert, also bei Coop beispielsweise in dunklem und hellem Orange. Das reduziert die Lichtabstrahlung zusätzlich und lässt die Farben intensiver wirken. Ausserdem kann die Leuchtschrift erstmals exakt nach den Farben des CI/CD produziert werden, was bei Neon-Leuchtschriften nur marginal möglich war. «Unser Kunde kann die gewünschte Farbwirkung seiner Leuchtschrift genau festlegen», betont Ondrisek. «Die Färbung der Elektroden und die Umgebungslichtsteuerung machen es möglich.»
Saubere ErfindungConturaLED hat noch weitere positive Effekte: In einem normalen Energieversorgungsnetz treten früh morgens und abends die grössten Stromspitzen auf, denn morgens schalten viele Menschen gleichzeitig das Licht ein, föhnen sich die Haare und kochen Kaffee. Abends kommen sie von der Arbeit heim, knipsen das Licht und die Stereoanlage an und kochen sich noch etwas Feines. Genau in diesen Spitzenzeiten verbrauchen ConturaLED-Schriften am wenigsten Strom – und entlasten damit das Energieversorgungsnetz. Weil es bei ConturaLED so gut wie kein ungenutzt in die Umgebung verstrahltes Licht gibt, sinkt die Lichtverschmutzung merklich. Ausserdem wirken solche Leuchtreklamen weniger anziehend auf Fliegen, Mücken und anderes Getier. ConturaLED-Schriften müssen deshalb auch entschieden seltener gereinigt werden.
Bestehende Neon- oder LED-Leuchtschriften können unkompliziert auf ConturaLED umgerüstet werden. Werden Schriften, die mit ConturaLED ausgerüstet werden sollen, neu hergestellt, lässt sich sogar ein Teil der zur Produktion der Buchstaben verwendeten Kunststoffe einsparen. Denn das LED-System braucht hinter der Plastikverkleidung weniger Platz als Neonröhren. Bei ConturaLED stimmt also sogar das Tüpfelchen auf dem i.
Nachhaltigkeit aus LeidenschaftViele gute Argumente sprechen für ConturaLED, für Coop waren bei der Entscheidung für die neue Technologie aber vor allem der geringe Energieverbrauch und die Nachhaltigkeit des Systems entscheidend. Coop ist schon lange Kunde bei Westiform und prädestiniert dafür, ConturaLED einzusetzen. Denn das Unternehmen hat sich 2004 gegenüber dem Bund verpflichtet, seine Energieeffizienz zu steigern und den CO2-Ausstoss zu senken. Bis 2023 will Coop CO2-neutral sein. Zu dieser Strategie passt ConturaLED hervorragend. Durch den Wechsel der Leuchtmittel reduziert Coop seinen jährlichen CO2-Ausstoss um 20 Tonnen und seinen Energiebedarf pro Jahr um fast zwei Gigawattstunden. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von 400 bis 600 Haushalten. «Unsere Investition in diese Umrüstung ist nicht teurer als eine Investition in branchenübliche LED», sagt Georg Weinhofer, Leiter der Fachsstelle Energie/CO2 bei Coop. «Doch durch ConturaLED sinken unsere Strom- und Unterhaltskosten. Mittel- und langfristig fahren wir so also günstiger, obwohl wir nachhaltig agieren. Das ist wirklich einmalig.» Coops Investition dürfte sich bereits nach etwa zwei Jahren amortisiert haben, schätzt Westiform-Chef Alain Schindler.
Westiform hat gerade schweizweit mit der Installation von 750 Coop-Schriftzügen mit ConturaLED begonnen. Auf lange Sicht wird Coop alle seiner 4250 zum Teil noch mit Neon beleuchteten Schriftzüge gegen ConturaLED-Leuchtschriften austauschen.
Schindler und Ondrisek erwarten, dass sich bald noch weitere Unternehmen für ConturaLED begeistern: «Nachhaltigkeit ist zwar schon lange ein Thema. Wenn man nun für umweltfreundliches Verhalten aber nicht mehr draufzahlen muss, sondern damit noch etwas einsparen kann, gewinnt die Sache an Schlagkraft. Unternehmen und Agenturen sollten den Umweltgedanken in Zukunft schon bei der Planung eines neuen CI/CD im Hinterkopf haben.» Lange wird es wahrscheinlich nicht mehr dauern, bis andere Unternehmen dem leuchtenden Beispiel von Coop folgen werden.
Anne-Friederike Wilhelm
Leuchtwerbung: Hand- und Mundarbeit
Hätten Sie es gewusst? Was auf den Dächern von Coop, Credit Suisse und Publigroupe leuchtet, ist pure Handarbeit. Für die Formung eines jeden Leuchtschriftbuchstabens stellt Westiform ein Holzmodell her. Um dieses herum werden dann in einem Ofen erwärmte Plastikteile in die gewünschte Form gebogen. Auch zusammengeklebt und abgedichtet werden die Buchstaben von Hand. Nur so erreicht Westiform die hohe Präzision, für die das Unternehmen bekannt ist. Um die guten alten Neonröhren herzustellen, die zwar immer seltener, aber immer noch gebraucht werden, betreibt Westiform ausserdem eine eigene Glasbläserei. Auch hier ist alles Hand-, pardon: Mundarbeit.
Das Familienunternehmen Westiform mit Sitz in Niederwangen gilt europaweit als führendes Unternehmen für Leuchtwerbung. Westiform wurde 1998 gegründet und geht auf den US-Konzern Westinghouse zurück. Das Unternehmen ist zu 87 Prozent in Familienbesitz, unterhält fünf Produktionsstandorte und Vertriebsgesellschaften in Europa und Übersee und beschäftigt rund 500 Vollzeitmitarbeiter. www.westiform.ch
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Bosch-Leuchtschrift.