Bis 2014 werden im Gesamtunternehmen der SRG 100 Vollzeitstellen gestrichen. Mit den Einsparungen wollen Radio und Fernsehen das Konvergenzprojekt finanzieren und die Eigenproduktionen sichern. Der Stellenabbau erfolge im Supportbereich und werde über einen Zeitraum von mehreren Jahren und mehrheitlich über die natürliche Fluktuation aufgefangen, teilte die SRG am Donnerstag mit. Betroffen seien IT-Infrastruktur, Immobilien, Logistik, Personal und Ausbildung, Kommunikation sowie Marketing und Buchhaltung.
Im Rahmen der geplanten Zusammenlegung von Radio und Fernsehen hatte die SRG im vergangenen Juni ein Effizienzprogramm gestartet. Vorgabe war, die Produktivität der Supportdienste zu erhöhen und die Kosten von derzeit rund 230 Millionen Franken um mindestens 10 Prozent zu senken. Der gesamte Supportbereich umfasst gemäss SRG rund 850 Vollzeitstellen. Davon werden bis 2014 deren 100 gestrichen. Darin eingeschlossen seien sowohl Outsourcing als auch ein Stellenabbau. Für die Betroffenen bestehe ein Sozialplan. Noch nicht überprüft wurden die Bereiche Controlling und Rechtsdienst.
Wie die SRG weiter mitteilte, sollen mit dem Stellenabbau ab 2011 rund 17 Millionen Franken eingespart werden. Danach soll das Sparvolumen bis 2014 sukzessive auf rund 33 Millionen ansteigen. Mit Einsparungen allein könne das strukturelle Defizit nicht aufgefangen werden, so die SRG. In der Mittelfristplanung und im Bericht «Finanzbedarf 2011 bis 2014» seien die finanziellen Auswirkungen der Effizienzprojekte bereits berücksichtigt gewesen.
Mit den Einsparungen will die SRG – wenn möglich – einerseits die Umsetzung des Konvergenzprojektes mit der vorgesehenen Zusammenlegung von Radio und Fernsehen zu regionalen Unternehmeneinheiten finanzieren. Andererseits würden die Mittel benötigt, um im Sinne der Konzession die Eigenproduktionen zu fördern, schreibt die SRG.
SSM protestiert
Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) protestierte in einer Mitteilung gegen den Stellenabbau. Die Mitarbeitenden bei SRG litten durch die Effizienzgewinne seit Jahren unter zunehmendem Stress. Ohne Verbesserung der Finanzierungsbasis werde sich der Stellenabbau fortsetzen.
Nicht akzeptabel ist für die Mediengewerkschaft der Sozialplan. Wer Versetzungen, Lohnreduktionen, Kürzung des Arbeitspensums ablehne, solle keien Leistungen aus dem Sozialplan erhalten. Diese Klauseln seien überflüssig uind unfair. Niemand werde in der heutigen Situation seine Stelle leichtfertig aufs Spiel setzen, um eine «magere Abfindung» zu kassieren.