Impressum bestürzt über Entlassungen beim Corriere del Ticino

Impressum und Comedia sind bestürzt über den Entscheid der Spitze des Corriere del Ticino, fünf Arbeitsplätze aufheben zu wollen, wovon 3 durch Frühpensionierungen und 2 durch Kündigungen realisiert werden sollen.

Der Corriere del Ticino hat sich gemäss Impressum entschieden, fünf Arbeitsplätze aufzuheben. Impressum beanstandet diese Entscheidung der Führungskräfte der Tessiner Abteilung aus folgenden Gründen:
Die Redaktionen wurden nicht in den Entscheidungsprozess miteinbezogen und die Kollegen und Kolleginnen der Abteilung wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Vertreter der Arbeitnehmer seien zu keiner Zeit um Rat gefragt worden. Ausserdem scheine es, dass keine alternative Sparmassnahme in Betracht gezogen wurde, um die Kündigung zu umgehen. Und die Informationen, die an die Kollegen und Kolleginnen des Corriere del Ticino weitergegeben wurden, seien lückenhaft und nicht transparent. Sie hätten auch keinen Einblick in die reale finanzielle Situation der Abteilung ermöglicht. Die Sparmassnahmen seien als Folge des Werbe-Rückgangs präsentiert worden, der seit mehreren Jahren bei den Printmedien herrscht.
In Anbetracht der obengenannten Punkte und der Tatsache, dass diese Massnahmen mehr als 10 Prozent der Redaktion betreffen, verlangen Comedia und Impressum nun, dass die Spitze des Corriere del Ticino sofort die Verhandlungsrunde zusammen mit den Gewerkschaften und den Vertretern der betroffenen Arbeitnehmern eröffnet, so dass andere, weniger drastische Lösungen gefunden werden können.

Compresso sucht den biertrinkenden Marathonläufer

Bier trinken und Marathon laufen. Erdinger Alkohohlfrei hat in Zusammenarbeit mit der Agentur Compresso die Aktion «Lauf deines Lebens» gestartet.

Was sich anhört wie ein klarer Widerspruch entpuppt sich als grosser Renner: Über vier-hundert begeisterte Sportler und Biertrinker haben an der Aktion «Lauf deines Lebens» von Erdinger Alkoholfrei teilgenommen. Zu gewinnen gab es einen exklusive Startplatz beim grössten Marathon der Welt in New York. Dazu ein persönliches Aufbautraining mit dem Team des Olympia-Silbermedaillengewinners Markus Ryffel.
In Zusammenarbeit mit Ryffel Running/Kuoni sucht Erdinger Alkoholfrei einen Läufer – der noch nie einen Marathon absolviert hat – für den exklusiven Startplatz am New York City Marathon 2010. Am Mittwoch, 24. Februar 2010 startete nun das Online-Voting unter http://www.erdinger-alkoholfrei.ch.
Der Gewinner qualifiziert sich direkt für den Casting-Event Mitte März. Unter den Augen einer fachkundigen Jury muss er sich neun Mitbewerbern stellen. Für den Castingsieger ist dieser Anlass der Auftakt zu einer intensiven Zeit.
Der Gewinner wird auf den Lauf im November vorbereitet. Der Olympia-Silbermedaillengewinner Markus Ryffel erstellt einen persönlichen Trainingsplan und baut zusammen mit seinem Team den Läufer für den Event in New York auf. Das Coaching des Sportlers führt von Ernährungsberatung, über Technik- und Laufstilanalyse bis hin zu marathonspezifischem Training. Die legendären 42.195 Kilometer durch die Stadtteile Staten Island, Brooklyn, Queens, Bronx und Manhattan muss der Gewinner jedoch alleine schaffen.
Warum ruft gerade eine Biermarke eine solche Aktion ins Leben? Erdinger Alkoholfrei liefere den vollen Weissbiergenuss, wirke aber darüber hinaus regenerierend, so eine Compresso-Mitteilung. Das Getränk ist vitaminhaltig und kalorienreduziert. Zudem enthält es Mineralstoffe und Spurenelemente und ist frei von chemischen Zusatzstoffen. Das mache es zum idealen Getränk für Ausdauersportler, so die Mitteilung weiter. Ausserdem habe Erdinger Alkoholfrei bedeutend weniger Kalorien als vergleichbare isotonische Getränke.

10 Jahre Usgang.ch mit Swiss Nightlife Award

Die zu Axel Springer Schweiz gehörende Nightlife-Plattform Usgang.ch, feiert im Spätherbst dieses Jahres seine ersten zehn Bestehens-Jahre. Den Auftakt zur Jubiläumsfeier bildet der Swiss Nightlife Award.

Anlässlich dieses Jubiläums ruft Usgang.ch den Swiss Nightlife Award ins Leben. Dieser Award ehrt künftig die rotagonisten des Schweizer Nachtlebens in drei verschiedenen Kategorien. Usgang.ch übernimmt hierbei das Patronat und die Organisation dieser Award-Verleihung. Höhepunkt ist die Vergabe des Lifetime Awards. Dieser wird einer Persönlichkeit überreicht, die die Nightlife-Branche entscheidend mitgeprägt hat. Auch diverse internationale und nationale Acts werden an diesem Abend präsent sein und die Anwesenden unterhalten.
Usgang.ch entstand vor zehn Jahren. Mittlerweile interessieren sich monatlich über 200‘000 Unique Clients für das Angebot und generieren mehr als 8 Millionen Page-Impressions sowie rund 600‘000 Visits. Für 2010 stehen die Ausweitung redaktioneller Inhalte und die Verbreitung des Angebots über zusätzliche Kanäle wie Mobile und (Web-)TV im Fokus.

Wie schafft man es bei Google auf Platz 1?

Schweizer Suchmaschinenmarketing-Experten antworten.

Bei Unternehmen ist es hinreichend bekannt, dass Top-Positionen in den Suchresultaten kostenlos qualifizierte Besucher generieren. Darum bemühen sich Unternehmen mehr denn je um Top-Positionen in den Suchresultaten. Doch wie schafft man es, bei Google auf Platz 1 zu kommen? Die IAB (Interactive Advertising Bureau) Schweiz hat vierzehn führende Suchmaschinenexperten der Schweiz beauftragt, rund 100 verschiedene Ranking-Kriterien zu gewichten. Jetzt liegen die Ergebnisse vor.
Über das Erreichen von Top-Positionen entscheiden die Suchmaschinen mit zahlreichen Kriterien und komplexen Ranking-Algorithmen, wie zum Beispiel Inhalte und Struktur der Texte der Website, die Reputation der Website oder die Zugänglichkeit der Website für die Suchmaschinen Robots. Jetzt sollte man nur noch wissen, welches die entscheidenden Kriterien sind. Das Experten-Panel hat 100 Ranking-Kriterien gewichtet. Die Auswertung zeigt, welche Kriterien Einfluss auf das Ranking haben und wie diese zu gewichten sind.
Welches sind die entscheidenden Kriterien?
Die Experten sind sich einig, dass eine Website über einzigartige Texte verfügen muss, um bei Google & Co. in die Ränge zu kommen. Doch der unverwechselbare Text und die Platzierung der Keywords im Title Tag reichen nicht aus. Entscheidend ist auch die Reputation der Website, die sich u. a. in Links von Dritten ausdrückt. Rein programmiertechnische Aspekte stufen die Experten als wenig wichtig ein. Und mit Abstand auf dem letzten Platz aller Kriterien landet ausgerechnet jenes, das viele Laien bis heute als zentral erachten: Dem Keywords Meta Tag räumen die Experten fast keine Bedeutung ein.
Im Zentrum steht der Suchmaschinen-Benutzer
Das glasklare Fazit des Experten-Panels ist, dass sich eine Suchmaschinenoptimierung in allererster Linie am Interesse der potenziellen Kunden eines Unternehmens zu orientieren hat. Denn die wirklich bedeutenden Ranking-Kriterien zielen ausnahmslos auf das eine ab: dem Suchmaschinenbenutzer die wirklich relevanten Informationen anzubieten. Und Relevanz ist nicht ein maschinelles, sondern ein menschliches Konzept.
Wertvolles Instrument zur Beurteilung der Suchmaschinen-Relevanz
Die 100 gewichteten Kriterien zeigen, dass eine Suchmaschinenoptimierung keine triviale Sache ist; es sind zahlreiche Aspekte zu beachten und zu synchronisieren. Da die Suchmaschinen nicht offen über die Ranking-Kriterien informieren, müssen sich die Spezialisten ihr Wissen im Try-&-Error-Verfahren aneignen. Diese publizieren sie jetzt kostenlos und ermöglichen so interessierten Unternehmen, die Suchmaschinenrelevanz ihrer Website zu beurteilen, Optimierungsmassnahmen abzuleiten sowie den Aufwand dahinter zu erkennen.

In Kürze
Die komplette Studie (ca. 60 Seiten, PDF) steht auf der Website des IAB Schweiz (www.iabschweiz.ch) gratis zum Download zur Verfügung.
Imre Sinka, dotpulse Web-Agentur AG

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ROG-Bericht zu Pressefreiheit in Kambodscha: Kaum unabhängige Medien

In einem neuen Bericht zur Lage der Pressefreiheit in Kambodscha beklagt Reporter ohne Grenzen ROG die staatliche Verfolgung von oppositionellen und kritischen Medien.

«Vor vier Jahren versprach der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen, kein Journalist solle für das, was er schreibt verhaftet werden», heißt es im neuen ROG-Bericht. Repressionen gegen Medienvertreter gingen jedoch unvermindert weiter. Viele Journalisten sähen sich aufgrund ihrer Berichte oder Recherchen mit Klagen konfrontiert. «Rund zehn rechtliche Verfahren wurden seit Januar 2009 gegen oppositionelle und unabhängige Journalisten eingeleitet», kritisiert ROG weiter. Höhere Beamte zögerten nicht, vor Gericht zu gehen, um Rache für unverblümte Artikel und Berichte zu suchen.
Der ROG-Bericht basiert auf den Ergebnissen der Untersuchungen eines Vertreters der Organisation vor Ort: Bei seinem Besuch in dem südostasiatischen Königreich traf der Rechercheur im vergangenen Dezember unter anderem mit kambodschanischen Politikern wie dem Informationsminister, mit Diplomaten, Herausgebern, Journalisten und Vertretern von Menschenrechtsorganisationen zusammen.
Der ROG-Vertreter besuchte zudem den Zeitungsherausgeber Hang Chakra im Gefängnis. Der Journalist wurde wegen eines kritischen Artikels über Regierungsbeamte zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt.
ROG beleuchtet in der neuen Publikation auch die strenge staatliche Kontrolle der Presse sowie die geringe Vielfalt der Medienlandschaft des Landes: Von den rund 300 beim Informationsministerium
registrierten Zeitungen erscheinen nur 30 regelmäßig. Die große Mehrheit der Printmedien sowie Fernseh- und Radiostationen unterstützt die Regierung oder steht ihr nahe. Dagegen sind oppositionelle
und kritische Zeitungen im Verschwinden begriffen: Mit Klagen und Drohungen würden sie zum Beispiel
unter Druck gesetzt oder Anzeigenkunden blieben aus, so eine ROG-Mitteilung. Die schlechte Bezahlung von Journalisten, Erpressung von Medienvertretern und deren Bestechlichkeit werden in dem Bericht ebenfalls thematisiert.
ROG befürchtet ausserdem, dass die bevorstehende Einführung eines neuen Strafgesetzes eine
nachhaltige Verschlechterung der Mediensituation bewirken könnte. Vertreter der Presse und Menschenrechtsaktivisten kritisierten die fehlende Transparenz bei der Erstellung des Gesetzesentwurfs. Die Reform des Strafgesetzes wurde bereits im Oktober 2009 von der Nationalversammlung und dem
34 Senat beschlossen, Gegenargumente der Opposition blieben unberücksichtigt. Bisher hat die Regierung den Gesetzestext nicht veröffentlicht. Wie aus der Vorlage zu ersehen war, wurden aber neue
Straftatbestände wie «Rufmord» oder «Veröffentlichung von Kommentaren, die geeignet sind, Druck auf
Gerichte auszuüben» in das Gesetz aufgenommen. Diese Bestimmungen könnten zur Einschränkung der Medienfreiheit missbraucht werden.In den Schlussempfehlungen appelliert ROG unter anderem an die kambodschanische Regierung, ein unabhängiges Organ für die Vergabe von Lizenzen an Radio- und Fernsehsender zu schaffen, um die Entstehung unabhängiger Medien zu fördern.

Top der Woche: 20 minutes zum Tausendsten

Vier Jahre nach der Lancierung erscheint 20 minutes, das Westschweizer Pendant zu 20 Minuten, diese Woche zum tausendsten Mal. Die Pendlerzeitung in der heutigen Form entstand Ende September 2009 aus der Fusion der beiden Westschweizer Pendlerzeitungen Le Matin Bleu und 20 minutes.

Das französischsprachige Blatt wurde am 8. März 2006 in der Westschweiz lanciert. In vier Jahren stieg die beglaubigte Leserzahl von 276’000 auf 526’000. Zusammen mit der Partnerzeitung 20 Minuten in der Deutschschweiz erreicht die Pendlerzeitung schweizweit die meisten Leser.
Die Online-Ausgabe 20 minutes online verzeichnet aktuell in der Schweiz rund 2’012’000 Unique Clients. In den nächsten Tagen werde zudem eine neue Version mit angepasster Optik und erweitertem Inhalt aufgeschaltet, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Online-Inhalte stellt eine 14-köpfige Redaktion bereit. 20 minutes und 20 minutes online werden von 20 minutes Romandie herausgegeben. Total beschäftigt das Unternehmen heute 68 Mitarbeitende.

Verkehrte Medienwelt: Die Schwachen rüsten auf…

Die Innerschweiz verhält sich antizyklisch und startet ein interessantes Experiment. Von Karl Lüönd, freier Publizist und Buchautor.

Die Basler Zeitung schafft es im derzeit stärksten Wirtschaftsgebiet der Schweiz aus eigener Kraft nicht mehr und verkauft sich an Investoren. Und eine Woche später tritt in der Innerschweiz das Projekt einer neuen Obwalden Nidwalden Zeitung (ONZ) als antizyklisches Phänomen auf. Während die ganze Branche die Krise beklagt, als gäbe es kein Morgen mehr, wird eine neue Zeitung angekündigt – und dies ausgerechnet in der strukturschwachen Innerschweiz, wo die Neue Luzerner Zeitung seit Jahren den Luftraum beherrscht und wo es an Konkurrenz durch lokale Anzeigenblätter auch nicht fehlt. Und es sind nicht irgendwelche Idealisten hinter dem ONZ-Projekt, sondern in der Praxis gehärtete lokale Geschäftsleute und Investoren.
Verkehrte Medienwelt? Scheint so, aber nur auf den ersten Blick. Small mag ja beautiful sein, aber das reicht als Erklärung nicht aus. Haben wir am Ende vor lauter Krisenhysterie etwas übersehen? Die Leute, die jetzt in Nid- und Obwalden drei Millionen suchen, um ihre Zeitung auf die Umlaufbahn zu schiessen, sind durchaus kühle Rechner. Urs Gossweiler, einer der wenigen innovativen Verleger der Schweiz, lässt sich seine Hilfe über den Brünig hinweg reichlich und im Voraus bezahlen.
Wer ONZ-Aktien kauft, mag einen Teil der In¬ves¬ti¬tion als individuelle Standortförderung abbuchen. Und dennoch sieht es nach einem Geschäft aus. Denn die kleinen und mittleren Zeitungen, die B- und C-Titel der Schweizer Presse, haben insgesamt die Krise weitaus besser gemeistert als die grossen, von denen alle sprechen, weil diese des Jammerns nicht müde werden. Ich sehe immer wieder Ertragsrechnungen, die sogar für die beiden vergangenen Jahre Pluszeichen vor dem Anzeigenumsatz zeigen – oder dann Minuszahlen, die weitaus weniger dramatisch aussehen als die der grossen.
Die Erklärung ist eigentlich logisch. Lokale und regionale Zeitungstitel sind weder von einzelnen Gross¬inserenten noch von bestimmten Branchen abhängig – und sie spüren die Konjunktur weniger hart, weil ihre Anzeigenkunden weniger Alternativen haben.
Was die ONZ betrifft, bleiben trotz vieler durchaus positiver Signale natürlich Fragezeichen, die als unternehmerisches Restrisiko zu sehen sind. Die wichtigste offene Frage: Ist der Markt gross genug, um die Fixkosten des Projekts zu tragen? Sodann: Ist es klug, zweimal wöchentlich mit der gedruckten Ausgabe zu erscheinen, wo doch bekannt ist, dass der Detailhandel vor allem die zweite Wochenhälfte belegt? Schliesslich: Schaffen es die Innerschweizer, aus der kostenträchtigen Online-Schiene ein Geschäft zu machen? (Sie wären die Ersten.) Und schaffen sie es vor allem innert nützlicher Frist? Denn auch die drei Millionen Risikokapital reichen nicht ewig.
Die ONZ ist ein interessantes Feldexperiment, denn schon lange deutet vieles darauf hin, dass die Erschliessung kleiner, überschaubarer Räume durch Druckmedien durchaus rentabel sein kann – vorausgesetzt, man hat die Kosten im Griff. Vergangenen Herbst war ich als Referent in einer grösseren Gemeinde des Zürcher Oberlandes eingeladen, wo seit Jahren eine vitale und gut gemachte Dorfzeitung erscheint – und rentiert, weil die Gemeinde klug genug ist, zwar einen bescheidenen Kostenbeitrag zu leisten, aber nicht dreinzureden.
Die schlauen Oberländer haben sechs ähnliche Zeitungsmodelle aus der übrigen Schweiz zu sich eingeladen – und die Präsentationen zeigten durchs Band dasselbe Bild: Es geht, wenn vor allem die redaktionellen Kosten so bescheiden wie möglich gehalten werden.
Das geht an manchen Orten durchaus in Richtung Selbstausbeutung, was, zugegeben, eine linke Metapher ist. Um bei diesem Sprachgebrauch zu bleiben: Man könnte auch von «Bürger-Journalismus» reden, der im Online-Betrieb seit Jahren beschworen wird, aber nirgends so richtig in die Gänge gekommen ist. Dafür scheint dies im guten alten Printmedium möglich zu sein. Das Experiment in Nid- und Obwalden wird zeigen, ob ein solches Geschäftsmodell auch ausreicht, journalistische Arbeit anständig zu vergüten.

Richtig anlegen bringt mehr als Zinsen

Spillmann Felser Leo Burnett begleitet die Kunden der Kantonalbank auf der nächsten Etappe Richtung Erfolg.

Was ist Erfolg? Einen solchen darf sicher SFLB für sich verbuchen mit den Spots, die seit 2003 für die Kantonalbank Kundennähe visualisieren. Kinder verraten, womit sie ihr erstes Geld verdienten. Inzwischen sind aus diesen Kindern Kunden geworden und auch im Gefüge der Banken hat sich einiges verändert. Das Konzept einer neuen Werbung rückt deshalb auch eine angepasstere Kompetenz in den Mittelpunkt. Nach Imagewerten wie Kundennähe und Kontinuität folgt jetzt eine zusätzliche Dimension: Zur lebensbegleitenden Partnerschaft zwischen Bank und Kunde gehört auch die Anlagekompetenz der Kantonalbank und ihrer Mitarbeitenden. Das Motto der eben angelaufenen Kampagne heisst deshalb «Erfolg». Aufgebaut wird auf dem Gedanken, dass Erfolg für jede und jeden etwas anderes heisst, wie Elisabeth Bürgin, Leiterin Marketingkommunikation beim Verband Schweizer Kantonalbanken, erklärt. Und weil Erfolg für jeden etwas anderes bedeutet, ist die beste Anlageberatung auch eine ganz persönliche. Die Kantonalbank positioniert sich somit als Bank mit Beraterinnen und Beratern, deren Kenntnisse «weit mehr umfassen als das Wissen über Wirtschaft, Geld und Bankenwesen». Nahe beim Kunden will man mit einer kompetenten Anlagestrategie «gemeinsam wachsen». Umgesetzt wird die Idee mit Spots, die authentische Erfolgsgeschichten erzählen. In kurzen Sequenzen geben unterschiedliche Kunden ein Statement ab, was Erfolg für sie bedeutet. Die Testimonials sind echt. 60 Kunden wurden dazu gecastet, wie Peter Brönnimann bei SFLB erklärt. Aus dem gleichen Material haben die Kreativen auch die Printwerbung gestaltet. pan
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Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Beim Kriterium Awareness liegt die Kampagne für SBB RailAway von Contexta an der Spitze gefolgt von Coop Pronto von Facing und der Lovely-Anzeige für Swissmilk von Ruf Lanz. Die Lovely-Anzeige liegt beim Kriterium Uniqueness unangefochten an der Spitze, gefolgt von der Anzeige der Beratungsstelle für Brandverhütung von Saatchi&Saatchi und der Kleenex Kampagne von JWT+H+F. Auch beim Kriterium Brand Fit liegt die Lovely-Anzeige weit an der Spitze. An zweiter Stelle die Beratungsstelle für Brandverhütung vor SBB RailAway. Bei der Likeability liegt Lovely an der Spitze gefolgt von der Beratungsstelle für Brandverhütung und vor Lötschberger/Lötschental von Erdmannpeisker.
> Ergebnisse im Überblick
> Detaillierte Ergebnisse

Fragestellung und Methodik
Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI).
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform.
Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 59 Jahren.
Sample-Grösse: n = 500 Netto-Interviews pro Welle , Random Selection nach Quoten.
Erhebungszeitraum: 23.03.2009 –25. 11. 2009.
Fragen:
– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt.
An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)
– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt
sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness)
– Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)
– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von
1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability)
Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».
Verfasserin der repräsentativen Studie «Werbelieblinge der Schweiz» ist die auf Online-Marktforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein registriertes Panel von 20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH GmbH und der Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media AG.

Neuer Viralspot für Swisscom realisiert

Die Adcom Group hat in Zusammenarbeit mit Vok Dams Deutschland für Swisscom im Rahmen ihres Ski-Engagements eine Livemarketing Inszenierung am Bahnhof Zürich konzipiert und umgesetzt.

Um die Schweizer Athleten in Vancouver anzufeuern und die Schweizer Bevölkerung auf die olympischen Winterspiele einzustimmen, wurden unter dem Slogan «Ziele gemeinsam erreichen» verschiedene Jubelszenen aufgenommen. In alltäglichen und sportlichen Jubel-Situationen wurden Passanten von einem Mob angefeuert und bejubelt. So entstanden mehrere Einzel-Clips, ein Best-Of und ein Making-Of Video. David Bröckelmann alias Matthias Hüppi kommentiert die Szenen.
Die Filme fanden hauptsächlich über Youtube und Social Media Plattformen wie Facebook Verbreitung. Im Abspann sind die Betrachter aufgefordert, ihre persönlichen Wünsche an die Schweizer Athleten in einem interaktiven Fanbuch zu hinterlassen. Das Fanbuch ist auf der Swisscom Facebook Seite integriert. Die Sportler haben Zugriff darauf und können sich jederzeit die motivierenden Botschaften ansehen. Die Teilnahme ist mit einem Wettbewerb verbunden: Swisscom verlost Skiferien im Wert von 5‘000 Franken.
Verantwortlich bei Adcom Group: Philipp Wetzel (Gesamtverantwortung), Matthias Koller (Konzeption und Beratung). Verantwortlich bei Vok Dams: David Korte/ Birgit Kriesche (Strategie). Produktion: Condor Films. Regie und Drehbuch: Thomas Sabel. Synchronsprecher: David Bröckelmann/ M. Pion. Musik: Jingle Jungle.

Flop der Woche: SRG berichtet zuwenig über andere Sprachregionen

Die Radio- und Fernsehprogramme der SRG berichten kaum über die jeweils anderen Sprachregionen, sondern sind sehr stark auf die eigene Region fixiert.

Dies geht aus einer Untersuchung hervor, die das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) durchführen liess. Grundsätzlich attestieren die Autoren den SRG-Programmen eine hohe Qualität und Professionalität: Die Programme wiesen einen hohen Anteil an politischer Berichterstattung auf, die einzelnen Themen würden vielseitig und aktuell dargestellt. Der Bericht zeigt jedoch auch Schwachstellen auf. Beim Radio wird bemängelt, dass die Informationsquellen teilweise nicht offengelegt werden. Zudem würden in den Nachrichtensendungen zu selten unterschiedliche Meinungen und Perspektiven zu einem bestimmten Sachverhalt aufgezeigt. Bei der Fern¬seh¬unterhaltung bemängelt die Studie, dass sich die Macher zu wenig an eigenen Qualitätsstandards orientierten. Sie begnügten sich mit der Abgrenzung zu schlechten Beispielen aus dem Angebot der kommerziellen Sender. Was die Fernseh-Shows betrifft, kommen die Autoren gar zum Schluss, dass sich die SRG-Programme wenig von der kommerziellen und ausländischen Konkurrenz unterscheiden.

Schwachsinn liegt im Trend

Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Wilhelm über Trends und diplomatische Ernstfälle.

Ende 2009 hat die Londoner Trendberatungsagentur Trendwatching.com verraten, mit welchen Spleens und Strömungen wir in diesem Jahr konfrontiert sein werden. Nicht alle überraschen: «Urbany» zum Beispiel, die zunehmende Urbanisierung, scheint mir kein wirklich neuer Trend zu sein. Schon länger riecht man auf dem Land Parfüm, und in der Stadt durchaus auch mal Landluft. Vor allem, wenn die Mister-Schweiz-Anwerber dort herumlaufen. Auch «(F)luxury» ist nichts neues. Statussymbole sind nicht erst dieses Jahr nicht mehr klar definiert, jeder bestimmt selbst, was für ihn Luxus bedeutet. Trotzdem: Diamanten oder ein alter Porsche ziehen immer.
Mit dem verschwurbelten Schlagwort «Maturalism» kennzeichnet die Agentur den Trend zur Unverblümtheit. «Erlaubt ist alles, was gefällt.» Richtiger wäre: Erlaubt ist alles – auch wenn es nicht gefällt. Sogar knallenge Gummihosen im öffentlichen Raum. Die sind in der Tat ein Trend. Ein ausgemacht scheusslicher. «Wenn alles erlaubt ist, welche Marken werden dann in diesem Jahr wagemutig sein?», stellt die Agentur noch als kreativen Kick in den Raum. Fragen wir doch mal die Mazda-Grazien Li und Sing. Vielleicht wissen die einen Rat.
Pragmatisch Geld ausgeben
Ausserdem erkennt trendwatching.com als neue Masche «Embedded Generosity» (man beachte die trendige Wortwahl!). Grosszügigkeit werde pragmatischer, so die Agentur. Spüren Sie irgendwo Grosszügigkeit? Beim Gehalt sowieso nicht, das ist klar. Vielleicht spenden wir für Haiti, in Erinnerung an die tollen Ferien 2004. Aber der Penner an der Ecke kann sehen, wo er bleibt, ob er «eingebettet» ist oder nicht. «Eco-Easy» ist ein weiteres Trend-Hirngespinst: Die Unternehmen und Regierungen würden die Konsumenten 2010 zwingen, umweltbewusster zu handeln, so trendwatching.com. Roaaaaarrrrrrrrrr. Nach den umwerfenden Erfolgen von Kyoto und Kopenhagen kriege ich wirklich schon richtig Angst.
Viel spannender sind die Trends, die sich derzeit in der Schweiz abzeichnen. Da ist zum Beispiel «Anrempling». Es ist «in», entgegenkommenden Mitmenschen nicht mehr auszuweichen, sondern auf Kollisionskurs zu gehen. Kopf hoch, Miene geradeaus, geh du doch zur Seite, *rempel*. Ein Tipp: Setzen Sie sich nie hinten rechts auf die Rückbank eines Busses. Sonst müssen Sie sich mit aller Macht an den gespreizten Beinen des nebensitzenden Jungschnösels vorbeiquetschen. Wobei wir beim nächsten Trend wären: «Dummdreisting». Die richtig Dummen werden immer mehr und immer lauter, die Cleveren und Sensiblen weichen immer schneller zurück. Sie haben einfach keine Lust auf Konfrontation und Konflikte. Oder auf ein Messer zwischen den Rippen. Darum wagen sie sich am Samstag nicht mehr in die Zürcher Langstrasse. Ein Trauerspiel ist das.
Mut zum Ich-Sein
Aber, als beinahe Halbschweizerin darf ich das sagen, das ist natürlich typisch schweizerisch. Statt Grenzen zu setzen, setzt man auf «Einknicking». Denn es braucht Mut, «einfach ich» zu sein. Siehe den Fall Gaddafi. Rasselt der libysche Diktator mit dem Säbel, schickt die Schweiz lieber einen ihrer Eidgenossen in Folterhaft, als einmal mit der flachen Hand auf den Tisch zu schlagen. «Aber Gaddafi wollte doch die Schweizer Botschaft stürmen.» Ach so, ach ja, na dann. Manchmal wäre es doch gut, amerikanischer Staatsbürger zu sein, gell, Herr Göldi? Barack hätte schon längst seinen Terminator geschickt. Aber vielleicht neigt der Herr Diktator ja zu «Embedded Generosity». Liegt schliesslich mega im Trend.
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