Zu guter Letzt: Wehe dem, der den Griechen einen Türken nennt

Der Grieche soll – so sagt man - nicht des Türken bester Freund sein, und ein gewisser Stolz wird dem griechischen Landsmann ebenfalls nachgesagt. Ein schwedisches Molkereiunternehmen bekam dies jüngst deutlich zu spüren.

Machte es doch den grossen Fehler, das Bild eines Griechen auf einem Joghurt-Becher mit einem «türkischen Rezept» zu verwenden. Dass der Grieche nicht unbedingt begeistert von seiner Vermarktung als Türke war, erklärt sich von selbst. Nachdem ein griechischer Freund ihn auf den Missbrauch aufmerksam gemacht hatte, setzte er kurzerhand eine 40-seitige Klageschrift auf. Er lebe in Griechenland und habe nichts mit der Türkei im Sinn, schrieb er. Die betroffene Molkerei machte darauf geltend, sie habe das besagte Foto bei einer Fotoagentur erworben. Ob sie dem Mann die geforderten 50 Millionen Kronen – mehr als fünf Millionen Euro (!) – auszahlen muss, wird sich zeigen…

SRG: Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch misstraut Kollegen

SRG-Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch misstraut seinen eigenen Kollegen bei der Suche nach einem neuen Generaldirektor und erwägt deshalb ein ungewöhnliches Vorgehen.

Die Mehrheit der Verwaltungsräte würden erst am Tag der Wahl erfahren, wer überhaupt für den Job zur Verfügung steht, wie die Sonntagszeitung schreibt. Bis dann wären die Kandidaten nur dem vierköpfigen Nominationsausschuss bekannt. Wenn die Verwaltungsräte einige Tage vorher informiert würden, werde ihnen die Arbeit erleichtert, aber gleichzeitig steige das Risiko von Indiskretionen, wird Münch in der Sonntagspublikation zitiert.
Das Misstrauen sorgt jedoch für Unmut unter den Verwaltungsräten. Er erwarte, dass die Akten rechtzeitig zugestellt würden, so Duri Bezzola. Auch seine Kollegin Elisabeth Veya fordert einige Tage Bedenkzeit – man müsse die richtigen Fragen stellen können.
Am 18. Mai wählt der neunköpfige SRG-Verwaltungsrat einen Favoriten aus einer Liste mit zwei oder drei Namen. Die Wahl muss dann vor der 50-köpfigen Delegiertenversammlung gutgeheissen werden.

Fusion Orange/Sunrise: France Telecom und TDC unterzeichnen Vereinbarung

Die Telekomkonzerne France Telecom und TDC haben eine endgültige Vereinbarung unterzeichnet, um die Geschäfte ihrer Schweizer Tochtergesellschaften Orange und Sunrise zusammenzulegen.

Der Vollzug der Transaktion werde für das zweite Quartal 2010 erwartet, nachdem die Wettbewerbs- und Regulierungsbehörden ihre Entscheide gefällt hätten, teilten die Unternehmen gemäss SDA am Freitagabend mit.
Gemeinsam kommen Sunrise und Orange auf einen Marktanteil von rund 38 Prozent beim Mobilfunk und rund 13 Prozent beim Breitband.

Kachelmann geht juristisch gegen Schweizer Medien vor

Der in Deutschland wegen einer mutmasslichen Vergewaltigung in U-Haft sitzende Meteorologe Jörg Kachelmann droht Schweizer Medien mit einem Prozess. Er wehrt sich gegen die Berichterstattung der letzten drei Wochen.

Dies berichtet die Sonntagszeitung in ihrer aktuellen Ausgabe. Man habe rund zehn Abmahnungen an Schweizer Medien verschickt, wird Kachelmanns Medienanwalt Ralf Höcker zitiert. Darunter befinden sich laut Höcker Zeitungen der Blick-Gruppe aus dem Verlag Ringier sowie 20 Minuten und Berner Zeitung aus dem Hause Tamedia, zu welchem auch die Sonntagszeitung gehört.
Die Publikationen hatten aus den Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft zitiert oder über angebliche private SMS-Nachrichten des TV-Meteorologen an die Popsängerin Indira berichtet. Beides stelle einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Mandanten dar, wird Höcker in der Sonntagszeitung zitiert. Bisher hat Höcker noch keine Reaktionen aus der Schweiz erhalten. Die betroffenen Medien müssen damit rechnen, nochmals von Höcker zu hören. Man behalte sich weiterhin vor, gerichtlich gegen Schweizer Medien vorzugehen. Die Fälle seien dermassen klar, das würde durchgehen «wie ein heisses Messer durch die Butter».

Werben à la Che Guevara

Wer heute mit seiner Werbung auffallen will, muss sich etwas einfallen lassen. Guerillawerbung bewegt sich aber nicht nur auf einem schmalen Grad zwischen Top und Flop, sondern oft auch in der Dunstzone des Illegalen. Was kann Guerillamarketing, was darf Guerillamarketing – und wo hört der Spass auf?

Guerillamarketing kommt von Guerillakrieg – und genauso kompromisslos muss es auch sein», sagt Dominic Deville. Der Gründer und CD der Luzerner Erlebnisagentur Clockworx referierte vor dem IAA Young Chapter über Möglichkeiten und Grenzen des Guerillamarketings. Das Marketing mit Überraschungseffekt bietet viele Chancen: Unternehmen können ihre ausgetrampelten Pfade verlassen und den Konsumenten neue Seiten ihrer Marke zeigen. Sie können strikte Vorgaben wie CI/CD über Bord werfen und so nah wie nie an ihre Kunden rücken. Und sie können die Reaktion der Konsumenten auf ihre Aktion unmittelbar einfangen. Wenn die Auftraggeber den Mut haben, wirklich radikal zu sein, kann sich eine Guerillaaktion sogar zu einer viralen Kampagne entwickeln. Denn fast jeder hat heute eine Handykamera – und Bilder einer gelungenen Strassenpromotion werden gerne auf YouTube gestellt. Im besten Fall.
Wenn es schlecht läuft, verpufft die Aktion. Oder es gibt richtig Ärger. Denn wenn beispielsweise am Samstag zur schönsten Shoppingzeit eine Gruppe Nackter durch die Zürcher Bahnhofstrasse läuft, erfüllt das mindestens die Tatbestände «Grober Unfug» und «Erregung öffentlichen Ärgernisses» – die Nackten sollten also schnell laufen können. Viel schlimmer als eine etwaige Busse findet Dominic Deville aber, wenn eine Guerillaaktion halbherzig ausgeführt wird und sich später niemand an sie erinnert: «Es ist schade, wenn Guerilla zu einem schnellen Marketinggag verkommt. Wer glaubt, dass Guerillamarketing kos-
tengünstig, einfach und schnell vorbereitet ist, irrt. Im Gegenteil: Wenn Guerillamarketing funktionieren soll, muss man es sehr gut planen und Geld und Manpower investieren. Alles andere bringt nichts.» Natürlich ist eine Guerillaaktion nicht so kostspielig wie eine grosse, klassische Kampagne. Sie darf aber auch nicht als schnelle Sparversion klassischer Werbemassnahmen missverstanden werden. Kompromisslos sein ist eben mitunter auch anstrengend.
Frisch gewagt …
Ganz wichtig ist, dass Unternehmen nicht auf der Hälfte der Guerillaaktion den Mut verlieren. Deville erzählt von der Free-Internet-Kampagne, die Clockworx im Frühjahr 2008 für Sunrise geplant und umgesetzt hat. Das Konzept war, eine Gruppe von Aktivisten in verschiedenen Situationen für einen freien Internetzugang protestieren zu lassen. Dass Sunrise der Auftraggeber der Promo ist, sollte zunächst im Unklaren bleiben. Clockworx klebte Free-Internet-Plakate, zum Beispiel mit dem Konterfei von Revoluzzer Che Guevara oder einer den 1980ern entflogenen Friedenstaube. Ausserdem gab es verschiedene Protestaktionen: So liefen zum Beispiel 25 bis auf Che-Guevara-Masken nackte Aktivisten durch die Bahnhofstrasse und skandierten «Free Internet». Die Flitzer trafen sich in einer Wohnung in der Nähe der Bahnhofstrasse, um sich für die Aktion vorzubereiten, als ein panischer Sunrise-Mitarbeiter den Lauf in letzter Sekunde stoppen wollte. «Nach einiger Diskussion durften wir dann doch losrennen», erinnert sich Deville, der selbst «blutt» mit durch die Bahnhofstrasse lief. «Die Aktion war ein voller Erfolg. Wir haben sie selbst gefilmt und auf YouTube gestellt, später tauchten dann noch weitere Videos von Passanten auf.»
Wichtig für den Erfolg einer Guerillaaktion ist die Auflösung zur richtigen Zeit. «Man sollte den Spannungsbogen möglichst ausreizen, die Aktion nicht zu früh auflösen», rät Deville. «Aber man darf auch nicht zu lange warten, dann ist das Risiko gross, dass Journalisten oder Blogger in der Zwischenzeit herausfinden, wer hinter der Sache steckt, und das verbreiten.» Ausserdem sollte die Auflösung der Zielgruppe in irgendeiner Form einen Mehrwert bieten, also beispielsweise ein besonders reizvolles, günstiges oder exklusives Angebot promoten. Bei der Free-Internet-Guerilla von Sunrise zum Beispiel hat das gut funktioniert: 16 Prozent aller Schweizer besuchten die mit der Aktion verknüpfte Internetseite (deren URL heute direkt auf das entsprechende Sunrise-Angebot führt), und Sunrise verbuchte ein Kundenwachstum von 20 Prozent.
…ist halb gewonnen
Wenn es für Guerillawerbung überhaupt eine Regel gibt, dann die, cool zu bleiben: «Wer Guerillawerbung macht, darf keine Angst vor negativen Reaktionen haben», betont Deville. «Es gibt immer ein paar Leute, die dagegen sind – entscheidend ist, dass man die Mehrheit der Menschen auf der Strasse humorvoll unterhält und ihr positiv im Gedächtnis bleibt.» Oft ist die Angst vor Bussen oder Sanktionen übertrieben. Clockworx und seine Kunden hatten es jedenfalls noch nie mit der Polizei zu tun, trotz ihrer oft provokanten Aktionen. «Natürlich fragen wir die Polizei nicht vorher um Erlaubnis», sagt Deville augenzwinkernd. «Aber eine Guerillamarketing-Agentur sollte eventuelle Risiken einschätzen können. Für den Eventualfall legen wir mit allen unseren Kunden fest, wer wofür haftet.»
Es gibt keine Garantie dafür, dass eine Guerillaaktion funktioniert. Doch wer ein paar Kniffe beachtet, macht einen Erfolg wahrscheinlicher (siehe auch Box «Die 10 Gebote»): Eine Guerillaaktion, bei der Passanten mitmachen sollen, ist immer ein Risiko. Die Aktion muss wirklich gut sein und die Menschen auf Anhieb begeistern, damit diese nicht einfach weiterlaufen. «Wer den Spieltrieb der Leute anspricht, hat meistens Erfolg», rät Deville. Ein gutes Beispiel für eine spielerische Guerillaaktion sind die Piano-Stairs von VW (www.youtube.com, «Piano Stairs»). Hier wurde die Treppe einer Stockholmer U-Bahn-Station in Klaviertasten umgewandelt. Es dauerte nicht lange und die Passanten «musizierten» mit der Treppe. Damit stützten sie die Fun-Theorie des Automobilkonzerns – alles aufgezeichnet auf Videos, die sich via YouTube viral verbreiteten.
Überraschend ist besser
Unternehmen, die eine Guerillaaktion planen, sind ausserdem gut beraten, sich nicht allzu ernst zu nehmen. Als besonders sympathisch bleiben Aktionen in Erinnerung, die Humor im Umgang mit der eigenen Sache beweisen. «Ein Auftraggeber hat mir einmal ausdrücklich gesagt: ‹Kein Schabernack mit dem Produkt!›», erinnert sich Deville. «Dabei hatten wir viele lustige Einfälle, die sicher gut angekommen wären. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wie viele spassige Aktionen man machen könnte, um zu zeigen, wie gut eine Haftcreme haftet.» Wer Konsumenten zum Lachen bringt, gewinnt ihre Zuneigung und bleibt ihnen in Erinnerung. Deshalb sollten Unternehmen keine Angst davor haben, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Auch etablierte Marken nehmen durch eine gute Prise Humor keinen Schaden, sondern gewinnen allenfalls ihre Frische zurück.
Ein cleverer Schachzug ist auch, ein oder mehrere Medien in die Guerillaaktion einzubinden. «Wir machen oft Teamwork mit einer Zeitung, so kann man die Berichterstattung ein wenig lenken», sagt Deville. «Wir bieten diesem Medium an, es immer als erstes und exklusiv zu informieren, wenn es wieder eine Aktion oder einen Hinweis auf den Auftraggeber gibt – den wir natürlich so lange wie möglich geheimzuhalten versuchen.» Vor allem für Firmen, die befürchten, dass eine Guerillaaktion ihre Marke beschädigen könnte, empfiehlt es sich, die Medien einzubeziehen. Zur Sicherheit.
Wie lange eine Guerillaaktion läuft und aus wie vielen Teilaktionen sie besteht, hängt von ihrem Inhalt und den angestrebten Zielen ab. Entscheidend ist, dass der Spannungsbogen zwischen der ersten Aktion und der Auflösung erhalten bleibt. Im Durchschnitt laufen Guerillaaktionen zwei bis drei Wochen. Dann wird aufgedeckt, wer dahintersteckt und was das Ziel der Kampagne ist. Und wenn alles gut geht, ist die Überraschung gross.
Anne-Friederike Wilhelm
Dieser Artikel stammt aus der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

Die zehn Gebote des Guerillamarketing nach Dominic Deville
Du sollst dich von der Identität lösen:
Werfe das CI/CD und andere Grenzen für einmal über Bord.
Du sollst über dich selbst lachen können.
Setze alles auf eine Karte.
Mache dir die Medien Untertan.
Du sollst es nicht allen recht machen.
Als Agentur sollst du das Zepter an dich reissen, als Unternehmen sollst du das Zepter aus der Hand geben.
Du sollst Vater und Mutter ehren –
verstehen sie deine Idee für eine Aktion nicht, verwirf die Idee.
Zelebriere den 1. April: Die Auflösung der Aktion muss sich für die Zielgruppe lohnen.
Arbeite im Verborgenen.
Ignoriere alle Regeln. Gute Kampagnen brauchen keine Regeln.
In Kürze
Die Luzerner Erlebnisagentur Clockworx wurde vor vier Jahren von Dominic Deville gegründet. Clockworx konzipiert und realisiert Events und Werbestrategien abseits des Bekannten. Die Agentur zeichnet zum Beispiel verantwortlich für die oben gezeigten Aktionen, für die Sunrise-Guerilla «Free Internet» und für Crossgolf auf dem Zürcher Bahnhofplatz. Kunden von Clockworx sind unter anderen die Schweizerische Post, Kraft Foods, Parisienne, Swatch, Swisscom, die UBS und Zimtstern. Die Agentur beschäftigt fünf Mitarbeiter.www.clockworx.ch
Dominic Deville (35) lebt und arbeitet in Luzern und Hamburg, ist Werbe-Guerillero, Schriftsteller, Theaterschaffender, Kindergärtner, Schlagzeuger, Entertainer – und ab August auch noch Vater.

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Zur Sache: Geheime Wahl

Die Wahl des SRG-Generaldirektors nähert sich. In den letzten Wochen und Monaten sind immer mehr Kandidaten-Namen durchgesickert, dies obwohl sich die SRG wie üblich in Schweigen hüllt. Die diesbezügliche Begründung tönt eher hilflos: Man wolle nicht, dass unterlegene Bewerber desavouiert würden.

Auf der nicht mehr so geheimen Kandidatenliste stehen dem Vernehmen nach FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger, Ex-CEO der Jean Frey AG und Ex-Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Edipresse-Chef Tibère Adler, Publigroupe-Generaldirektor Hans-Peter Rohner und gewissermassen als Überraschungskandiatin Ex-CVP-Bundesrätin Ruth Metzler, die 2003 nicht mehr wiedergewählt wurde und ihren Sitz als Justizministerin für Christoph Blocher räumen musste. Der eine Zeit lang von der SVP portierte Elvia-Chef Jürg Wittwer scheint nicht mehr im Rennen zu sein.
Weitere Namen, die herumgeboten wurden, waren Axpo-CEO Heinz Karrer, der als ehemaliger Ringier-CEO über Managementerfahrung im Medienbereich verfügt, aber vehement dementierte, dass er als Kandidat zur Verfügung stehen würde. Auch Bakom-Chef Martin Dumermuth wollte sich nicht zur Wahl stellen.
Gut getimt meldet sich Andreas Blum auf der Website der Gesellschaft für Medienkritik Schweiz (GFMKS) zu Wort. Blum war von 1979 bis 1999 Direktor von Radio DRS und er nimmt kein Blatt vor den Mund: «Die SRG wird geführt von Ökonomen, Verwaltungsjuristen und Bürokraten – Persönlichkeiten mit medienspezifischer Imprägnierung und einer Leidenschaft für den Service public sind klar in der Minderheit.» Der Ex-Radiomann steigert sich noch: «Noch nie war die Führung der SRG so schwach besetzt wie heute. Auf der obersten Hierarchiestufe – Generaldirektion und Verwaltungsrat – sitzen mehrheitlich Leute, die genauso gut in einer staatlichen Verwaltung arbeiten könnten.» Und auch zur Besetzungspolitik hat der SRG-Insider eine klare Meinung: «Die Positionen in den Verwaltungsräten genauso wie auf Stufe Geschäftsleitung werden primär nicht nach Massgabe von fachlichen Qualifikationen besetzt, sondern nach dem parteipolitischen Versorgungsprinzip oder aufgrund von persönlichen Beziehungen. Die wichtigste Voraussetzung für höhere Weihen: die Zugehörigkeit zur Nomenklatura.»
Na, da können wir uns ja auf eine tolle Wahl freuen! Unter diesen Voraussetzungen scheint eigentlich nur noch die glücklose Ex-Bundesrätin eine reelle Chance zu haben, die Nachfolge von SRG-Übervater Walpen anzutreten. Sie wäre in Folge das vierte CVP-Mitglied an der SRG-Spitze.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]

30 Jahre Klartext – Personeller Wechsel

Das Medienmagazin Klartext feiert im Oktober das 30-jährige Bestehen. Chefredaktor Nick Lüthi wird nach dem Jubiläum von der Leitung der Redaktion zurücktreten, um sich der Weiterentwicklung des Online-Auftrittes zu widmen.

Nick Lüthi wird per Ende Oktober 2010 von der Leitung der Redaktion des Medienmagazins Klartext zurücktreten. Er übernahm am 1. November 2007 die Chefredaktion. Über die Neubesetzung befindet der Stiftungsrat des Medienmagazins im Laufe des Jahres.
In seiner dreijährigen Tätigkeit schärfte Lüthi das Profil des ältesten Medienmagazins der Schweiz und gab dem Heft einen zeitgemässen optischen Auftritt, so schreibt der Stiftungsrat in einer Mitteilung. Ebenfalls in seine Verantwortung fiel die umfassende Neukonzeption der Webseite Klartext.ch. Nach seinem Rücktritt als Chefredaktor bleibt Nick Lüthi Klartext mit einem Mandat erhalten: er wird die Weiterentwicklung der Webseite vorantreiben. Desweiteren wird er an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW angehende Journalistinnen und Journalisten in Online-Journalismus unterrichten.
Im Oktober feiert Klartext sein 30-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum wird die Ausgabe Nr. 5/2010 als Sondernummer erscheinen. Seit drei Jahrzehnten kommentiert und analysiert Klartext die umwälzenden Veränderungen der Medienlandschaft und bietet Debatten Raum.

Hier können sich Kunden outen

Smarte Texte von Ruf Lanz für Lienhardt & Partner Privatbank Zürich.

Ruf Lanz schärft das Profil von Lienhardt & Partner seit dem Frühling 2009 mit einer pointierten Kampagne. Sie wurde als einzige Bankenkampagne vom Art Directors Club Schweiz für ihre smarten Texte ausgezeichnet. Zum Start der Kampagne 2010 legt Ruf Lanz nun auf doppelseitigen Anzeigen in der Wirtschaftspresse gleich 18 neue Textsujets vor, die auch Aktualitäten mit einbeziehen: von der die Schweiz bewegenden Abzocker-Initiative über die Eigenkapitaldecke bis hin zum CD-Klau.
Die Leserschaft von NZZ und Handelszeitung hat das letzte Wort – und kann per SMS, per E-Mail oder mit der guten alten Postkarte ihre Favoriten bestimmen. Die Sujets, welche die meisten Stimmen auf sich vereinigen, erscheinen dann in den nächsten Wochen ganzseitig. Die Texte stammen von Markus Ruf, Andreas Hornung und Thomas Schöb.
Seit 1868 können sich Kundinnen und Kunden auf die Dienstleistungen der Lienhardt & Partner Privatbank Zürich verlassen. Die Bank tätigt kein spekulatives Eigengeschäft, hat aufgrund der mangelnden Transparenz nie strukturierte Produkte verkauft und bietet keine eigenen Produkte an, um ihre Kunden unabhängig beraten zu können. Getreu ihrem Leitsatz: Sicherheit vor schneller Rendite. pan
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Tops der Woche

Die Tops der Woche sind diesmal ein digitaler Pilotversuch von Tamedia, Ringier und NZZ sowie der Sender 3+, der 2009 weiter an Marktanteil zulegen konnte.

Top 1: Verlage starten digitalen Pilotversuch
Tamedia, Ringier und NZZ planen, ab Herbst auf einer gemeinsamen Plattform namens Codex Zeitungen digital zu verkaufen. Involviert ist auch der Bücherverlag Orell Füssli, der elektronische Bücher anbieten will. Die technische Umsetzung übernimmt dabei die Swisscom. In einer Pilotphase von Mai bis Juli sollen 150 Leser mit einem E-Reader ausgestattet werden, ist einem Bericht der SonntagsZeitung zu entnehmen. Welche Titel der Verlage genau im Testangebot sind, ist noch unklar. Bezahlt wird mit einer fiktiven Währung. Damit wollen die Verlage verstehen, wofür Leser wie viel zu bezahlen bereit sind. Definitive Preise für den kommerziellen Start im Herbst seien noch nicht beschlossen. Diskutiert würde auch die Option einer personalisierten Zeitung. Im Musikgeschäft kann Apple heute dank iTunes die Preise diktieren. Mit der Lancierung der Codex-Plattform versuchen die Verlage, ein ähnliches Abhängigkeitsverhältnis im Zeitungs- und Büchergeschäft zu verhindern: Zwar ist der Verkauf von eigenen E-Readern geplant, die Codex-Plattform soll aber mit Produkten von Drittherstellern kompatibel sein. Auch das iPad sollte also im Herbst mit digitalen Schweizer Zeitungen bedient werden können.
Top 2: 3+ konnte 2009 weiter an Marktanteil zulegen
Im Segment der 15- bis 49-Jährigen wies der grösste Schweizer Privatsender zur Hauptsendezeit 4,4 Prozent Marktanteil aus. 2008 waren es noch 3,3 Prozent. Damit war 3+ vor allen anderen Schweizer Privatsendern und lag ausserdem vor Vox, RTL2, Kabel1, ARD, ZDF, ORF1 und ORF2 (Quelle: GfK Switzerland/Publicadata AG/Telecontrol/3+ Medienforschung). Zudem konnte 2009 zum ersten Mal ein kleiner Gewinn von rund 30 000 Franken ausgewiesen werden. Dies sei ein wichtiges Signal, sagte Senderchef Dominik Kaiser in einem Interview mit der Sonntagszeitung. «Man kann auch in der Schweiz erfolgreich Fernsehen machen, sogar in einem sehr schwierigen Jahr.» In erster Linie wolle er aber nicht den Gewinn optimieren, sondern wachsen und weiter ins Programm investieren. Neben US-Serien setzt der Sender auf Eigenproduktionen wie «Bauer, ledig, sucht …» oder «Restauranttester Bumann». «Bauer, ledig, sucht …» war auch in der vierten Staffel die erfolgreichste Sendung. Im August startet die fünfte Staffel. Rentieren tue die Kupplershow jedoch nicht. «Eine Staffel kostet uns rund 1,7 Millionen Franken», so Kaiser weiter. Die Sendungen in Schweizerdeutsch seien aber sehr wichtig, um den Sender zu positionieren.

Werbewirkung kontrollieren

Welches Potenzial haben Ihre Werbemassnahmen?

Werbeerfolg objektiv beurteilen
Werbeerfolg ist, wenn Werbeziele erreicht werden. Damit ein Sujet wirken kann, muss die Zielgruppe seine Botschaft schnell und fehlerfrei wahrnehmen. Der Werbewirkungsforscher Patrik Zwahlen beurteilt alle zwei Wochen exklusiv für die Werbewoche das Überzeugungspotenzial und die Visualisierungsqualität von fünf ausgewählten Anzeigensujets -und liefert damit eine objektive Beurteilung Ihres Werbeerfolgs.
Analyse mit Methode
Diese Kurzanalyse beurteilt die Kommunikationsleistung von Anzeigen mithilfe der beiden Messgrössen «Überzeugungspotenzial» und «Visualisierungsqualität». Zur Erhebung des Überzeugungspotenzials formuliert Zwahlen zuerst messbare Ziele wie zum Beispiel «mehr verkaufen», «bekannter werden» oder «die Unfallhäufigkeit reduzieren». Damit solche Ziele erreicht werden können, benötigt das Sujet einen glaubwürdigen Wirkungsgrund, der der Botschaft entspricht. Nach der Definition eines plausiblen Ziels für jede Anzeige wird die Botschaft unverschlüsselt und schriftlich festgehalten. Ein grüner Pfeil bedeutet, dass das Sujet überzeugt, ein roter Pfeil bedeutet, dass es das nicht tut.
Mit der Visualisierungsqualität liefert Zwahlen eine Einschätzung, ob die Botschaft schnell und ohne Streuverlust wahrgenommen wird. Ein grüner Pfeil zeigt an, dass die Anzeige rasch und fehlerfrei kommuniziert. Ist das Sujet mit einem roten Pfeil gekennzeichnet, sind Missverständnisse und Fehlinterpretationen zu erwarten.
> Ergebnisse im Überblick
> Detaillierte Ergebnisse

APGS-Podium: Markenstrategie zwischen Erfolgsdruck und Nachhaltigkeit

Die Account Planning Group Switzerland, der Club der Schweizer Werbestrategen, veranstaltet am 4. Mai 2010 ein Podiumsgespräch zum Thema «Wachstum, Werte, Werbung - Markenstrategie zwischen Erfolgsdruck und Nachhaltigkeit».

Das Streitgespräch der APGS beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Wachstum und Werten aus Sicht der Markenstrategie: Kann weniger Wachstum mehr Markenertrag bedeuten? Oder führen nur ehrgeizige Wachstumsziele zum Erfolg? Trägt die Werbebranche als Beschleunigerin des Wachstums eine besondere gesellschaftliche Verantwortung? Wie nachhaltig kann die Markenstrategie sein? Und soll sie das überhaupt?
Unter Leitung von Martin Spieler debattieren der Glücksforscher Mathias Binswanger, die Werberin des Jahres 2010 Regula Fecker, der Chief Risk Officer der Zurich Financial Services Group Axel P. Lehmann, die Autorin und ehemalige Werberin des Jahres Liliane Lerch und der Alternativbankier Sven Thali. Strategische Interventionen von Frank Bodin und Pascal Schaub reichern die Diskussion mit zusätzlichen Fragen, Thesen und Denkanstössen an.
Das Programm beginnt um 18 Uhr im Park Hyatt Zürich. Anmeldungen können verbindlich bei [email protected] eingereicht werden.

Am Anfang ist die Idee

Rivella startet durch mit Erdmannpeisker.

Vor bald 60 Jahren hatte ein Student eine Idee im Kopf, eine Formel in der Tasche und ein «Herz voller Tatendrang»: Robert Barth hat Rivella erfunden und damit die Getränkelandschaft in der Schweiz revolutioniert. Rivella aus Rothrist war «anders als alles andere». Diesen Geist aus der Flasche will jetzt Erdmannpeisker noch einmal beschwören in ihrer neuen Kampagne für den Softdrink. Der Claim lautet «lang lebe anders». Die Werbung setzt dabei auf Menschen, die ebenso anders und einzigartig sind wie Rivella damals und überhaupt. Querdenker und Vorreiter, Taktgeber und Freigeister – «richtige Rivellutionäre eben» sind gesucht, welche die Ideen rund um Rivella zum Sprudeln bringen sollen.
Seit März schwärmen dazu vier bekannte Blogger im Auftrag von Rivella immer wieder aus und suchen Menschen aus der ganzen Schweiz, die mit aussergewöhnlichen Aktionen und Ideen auffallen. Die Entdeckungen werden gefilmt und schaffen es als «Rivellutionen» auf die Website www.lang-lebe-anders.ch.
Die Bildsprache der crossmedialen Kampagne sucht ebenfalls nach einem «rivellutionären» Look. Erdmannpeisker arbeitet im Stil der Guerillas mit kunstvoll abgerissenen Plakatwänden, frecher Musik und überklebten Inseraten. pan
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