Die kommerziellen Erträge gingen 2009 um 16,5 Millionen Franken auf 344,6 Millionen (-4,6 Prozent) zurück. Auch die übrigen Erträge nahmen um 24,2 Millionen ab und betragen noch 66,5 Millionen Franken (-26,7 Prozent). Im Berichtsjahr kam es zudem zu einem verstärkten Geldabfluss (Free Cash Loss) von 110,3 Millionen Franken (im Vorjahr 52,6 Millionen). Das Fremdkapital musste von 260,3 Millionen auf 335,8 Millionen Franken erhöht werden, das Eigenkapital sank von 609,8 Millionen auf 563,1 Millionen Franken. Ohne Miteinbezug der Reserven für die Vorsorgeeinrichtung sank der Eigenfinanzierungsgrad von 44,3 Prozent auf 41,4 Prozent der Bilanzsumme und liegt damit nur noch knapp innerhalb der vom Verwaltungsrat (VR) festgelegten Bandbreite von 40 bis 50 Prozent.
Gebührenerhöhungen brachten keine Mehreinnahmen
Die Einnahmeeinbussen konnten durch den Anstieg der Gebühreneinnahmen um 24,4 Millionen auf 1’153,3 Millionen Franken (+2,2 Prozent) nur zum Teil kompensiert werden. Seit 2000 hat die SRG keine Mehreinnahmen über Gebührenerhöhungen erzielen können: Die Gebührenanpassung 2007 (2,5 Prozent) diente der Finanzierung des Gebührensplittings für Privatradios und -fernsehen, die Erhöhung 2003 (4,1 Prozent) war eine Teilkompensation der sozialpolitischen Gebührenbefreiung der AHV- und IV-Ergänzungsleistungsbezüger. Die sinkenden Einnahmen konnten jedoch mit drei Sparpaketen (2005, 2007 und 2008) im Umfang eines Sparvolumens von über 100 Millionen Franken teilweise aufgefangen werden.
Der VR hat im Juni 2009 ein Sanierungskonzept verabschiedet und ein ab 2010 wirksames Sparpaket beschlossen, das unter anderem eine generelle und individuelle Lohnnullrunde im Jahr 2010 sowie einen Investitionsstopp und Verkäufe im Immobilienbereich beinhaltet. Die Vollzeitstellen wurden 2009 auf dem Stellenbudget 2008 plafoniert. Der Personalaufwand war im Berichtsjahr mit 681,2 Millionen Franken praktisch stabil (+3,6 Millionen/+0,5 Prozent). Im Geschäftsbericht 2009 wird unter der Rubrik Personalbestand eine Zunahme um 110 Vollzeitstellen gegenüber dem Vorjahr ausgewiesen. Diese Zunahme ist jedoch vor allem buchhalterischer Natur und kostenneutral, denn erstmals wurden die Praktikumsstellen mitgezählt (rund 40 Vollzeitstellen); in den Unternehmenseinheiten wurden zudem einige ausgegliederte Produktionsleistungen wieder selbst erbracht (rund 40 Vollzeitstellen), und die geplante Verschiebung der Teletextstellen von der Tochtergesellschaft Swiss TXT in die Unternehmenseinheiten (rund 30 Vollzeitstellen) wurde Mitte 2009 abgeschlossen.
Entscheid des Bundesrates ausschlaggebend
In der Periode 2011-2014 fehlen der SRG durchschnittlich 54 Millionen pro Jahr zur Erfüllung ihres Leistungsauftrages. Ohne die erwähnten und bereits eingeleiteten Sparmassnahmen würde die durchschnittliche Finanzierungslücke mehr als doppelt so hoch ausfallen. Zu diesem Schluss kommt der Bericht «Finanzbedarf 2011-2014», den die SRG am 27. November 2009 dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) zuhanden des Bundesrates eingereicht hat. Auf welche Weise die SRG ihre Finanzen ins Lot bringen soll, hängt nun vom Entscheid des Bundesrates ab. Über einen Programmabbau werde erst entschieden, wenn die Beschlüsse des Bundesrates feststehen, wie es weiter heisst. Soweit es um die Aufhebung ganzer Programme geht, müssen entsprechende Beschlüsse der Delegiertenversammlung dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt werden.
Der Geschäftsbericht 2009 wird der Delegiertenversammlung vom 18. Mai 2010 zur Genehmigung unterbreitet. Er ist ab 20. Mai 2010 online und ab Mitte Juni gedruckt verfügbar.