Nebenkosten – Nebensache?

Warum es sich auch für Geschäftsmieter lohnt, die Nebenkostenabrechnung genau zu prüfen. Von Patrick Strub, lic. iur., Rechtsanwalt, Jurist und Redaktor beim Beobachter-Beratungszentrum.

Unser Guthaben: CHF 2 865.–. Wir bitten Sie um Überweisung innert 30 Tagen.» So oder ähnlich lautet oft der langen Nebenkostenabrechnung kurzer Schluss. Auch Geschäftsmieter sind gut beraten, sich die Abrechnung etwas näher anzusehen – und dazu immer auch gleich den Mietvertrag. Denn nur Positionen, die vertraglich als Nebenkosten ausgeschieden wurden, müssen auch bezahlt werden – alles andere gilt als im Nettomietzins inbegriffen. Die Gerichte sind streng mit den Vermietern: Unklare Klauseln wie «Alle Nebenkosten gehen zulasten der Mieterin» oder diffuse Begriffe wie «Betriebskosten» sind schlicht unbeachtlich. Ebenso wenig nützt der Verweis auf die Allgemeinen Vertragsbedingungen: Für die Mieter muss aus dem Mietvertrag selber klar hervorgehen, welche Nebenkostenpositionen sie zusätzlich zum Mietzins bezahlen müssen. Andernfalls gelten sie als im Nettomietzins inbegriffen und sind nicht zusätzlich geschuldet.
Gängige Nebenkostenpositionen bei Gewerbeliegenschaften sind insbesondere Heizung und Warmwasser, Hauswartung und Umgebungsarbeiten, Überwachung der Liegenschaft, Lift, Klimaanlage, Wasser und Abwasser, Abfallentsorgung, Allgemeinstrom. Zusätzlich zu den vertraglich vereinbarten Positionen darf – auch ohne ausdrückliche Nennung im Vertrag – ein Zuschlag für den Verwaltungsaufwand für die Nebenkostenabrechnung gemacht werden. Was die Schlichtungsbehörden und Mietgerichte unter diesem Titel akzeptieren, ist nicht ganz einheitlich. In den meisten Teilen der Schweiz sind es drei Prozent des Nebenkostentotals.
Es kann aber nicht einfach alles nach Belieben auf die Mieterschaft abgewälzt werden. Nur Leistungen (des Vermieters oder eines Dritten), die mit dem Gebrauch der Sache zusammenhängen, können Nebenkosten sein, nicht aber: Reparaturen, Investitionen, Versicherungsprämien (Ausnahme: Versicherungen, die sich ausschliesslich auf die Heizanlage beziehen), Grundsteuern, öffentliche Abgaben und Erschliessungsgebühren. Sieht also ein Mietvertrag beispielsweise die Gebäudeversicherungsprämien als Nebenkostenposition vor, so ist dies schlicht unbeachtlich.
Über diejenigen Nebenkostenposten, die gemäss Mietvertrag akonto (oder – eher selten – auf Abrechnung ohne Akontozahlungen) geschuldet sind, muss der Vermieter einmal jährlich abrechnen. Waren die Akontozahlungen insgesamt höher als die effektiv angefallenen Nebenkosten, so muss der Vermieter die Differenz der Mieterschaft zurückzahlen. Im umgekehrten Fall darf er die Differenz nachbelasten – egal, wie hoch sie ausfällt. Aber: Ein Vermieter, der seine Mieter bei Vertragsabschluss wissentlich mit zu tief angesetzten Akontobeträgen lockt, wird eine hohe Nachforderung nicht durchsetzen können. Wichtig ist, dass sich die Mieterschaft in einem solchen Fall schon gegen die erste Nebenkostenabrechnung zur Wehr setzt.
Bei Streitigkeiten über Nebenkosten ist – wie immer, wenn es um die Miete einer unbeweglichen Sache geht – die Schlichtungsbehörde (im Kanton Bern Mietamt genannt) zuständig. Das Verfahren ist auch für Geschäftsmieter kostenlos.

Buchtipp:
Nebenkostenabrechnung, Referenzzinssatz, Unterhalt oder Kündigung: Dieses Beobachter-Standardwerk zeigt leicht verständlich, wie man in jeder Situation richtig vorgeht, und schafft die optimale Grundlage für ein besseres Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern. Mit zahlreichen Tipps, Beispielen und Musterbriefen.
7., erweiterte und aktualisierte Auflage 2010, 256 Seiten, Fr. 34.-

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Cavegnwerbung entwickelt WM-Kunden Giveaway für Setaprint

Damit auch in der Freizeit alles rund läuft, verschenkt die Druckerei Setaprint an Kunden und Lieferanten einen WM-Fussball. Entwickelt hat das Giveaway die Agentur Cavegnwerbung.

Als Zeichen für hohe Flexibilität verschenkt die Druckerei an alle Kunden, für die Fussball von wenig Interesse ist, einen Beach-Volleyball.
Verantwortlich bei Setaprint: Pierre Marti (Gesamtverantwortung). Verantwortlich bei Cavegnwerbung: Markus Cavegn (Art Direction), Markus Rottmann (Text), Daniel Soldenhoff (Grafik). Produktion: KOI GmbH/ Christinger Partner.
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Neuer Look für KZEI

Die Marketing- und Kommunikationsagentur Heber.Link.Asendorf realisiert für den Kantonalverband Zürcher Elektro-Installationsfirmen KZEI den Neuauftritt. Dies umfasst neues Logo, Slogan, Text, Bilderwelt und Internetauftritt.

Die Realisierung des neuen Internetauftritts erfolgt in Zusammenarbeit mit der Webkommunikations-Agentur Internezzo aus Rotkreuz. Der Internetauftritt wird mit dem Content Management System Typo3 umgesetzt. Die Realisierung des Gesamtprojekts erfolgt bis Ende 2010.
Heber.Link.Asendorf ist für die Gesamtleitung des Projekts zuständig. In einer Auswahlphase entwickelte Heber.Link.Asendorf verschiedene Logo-Varianten und zwei Webdesign. Nach einer Präsentation vor dem Gesamtvorstand wurde Heber.Link.Asendorf der Auftrag zur Realisierung des Neuauftritts erteilt.
www.heberlink-asendorf.ch
www.kzei.ch
www.internezzo.ch

Der Zwang zur gnadenlosen Transparenz

Das Internet schafft eine Transparenz, die sich nicht kontrollieren lässt. Eine grosse Herausforderung für jegliche Art von Kommunikation. Gastkommentar von Kaspar Loeb, CEO der Schweizer Werbeagentur Saatchi & Saatchi.

Stellen wir uns für einen Moment vor, wir wären die Agentur, die das fette Budget von BP weltweit betreut. Stellen wir uns weiter vor, dass wir einen Kunden in heller Panik am Telefon hätten, der uns anfleht, etwas zu tun, damit die schmierige Ölpest die Marke nicht für ewig verschmutzt und das schöne neue Sonnenblumen-Logo für immer sehr alt aussehen lässt.
Abgesehen davon, dass in vielen Unternehmen Kommunikation erst dann so richtig ernst genommen wird, wenn the Perfect Storm schon brüllend tobt, würden wir wohl zur Entschärfung der Lage eine der inzwischen schon sattsam bekannten «Mea-culpa-Kampagnen» vorschlagen, in der sich BP wortreich für die Unbill entschuldigt, die sie Tausenden von Menschen und der Natur zufügt. Und es würde nicht funktionieren.
Öffentlichkeit lässt sich nicht kontrollieren
Erstens ist die Glaubwürdigkeit dieser Entschuldigungsorgien spätestens seit den Auftritten von Prominenten wie Bill Clinton oder Tiger Woods im Büsserhemd beim Publikum schwerstens beschädigt und zweitens schafft das World Wide Web eine Transparenz und Öffentlichkeit, die sich nicht kontrollieren und kaum steuern lässt. Auf Facebook hat sich eine Community von inzwischen schon 140 000 Mitgliedern konstituiert, die unter dem Namen «Boycott BP» dazu aufrufen, nicht mehr bei BP zu tanken und alle ihre Produkte zu meiden. Auf Twitter existiert ein gefakter Feed mit dem Titel «BP Global PR», auf dem 50 000 Aktivisten satirische Beiträge veröffentlichen, die sich über die Versuche von BP lustig machen, das Umweltdesaster kleinzureden. Säuerlich kommentierte ein Sprecher von BP diese unerwünschte PR mit den Worten: «Es ist eine Schande, aber offensichtlich haben die Menschen ein Recht, ihre Meinung auf diese Art zu äussern.» Besser hätte er gesagt, sie nehmen sich dieses Recht.
Da war auch der Satz von BP-Konzernchef Tony Hayward nicht sehr hilfreich, der weinerlich in einem Interview erklärte, er wolle sein früheres Leben zurück. Auf den darauf folgenden Proteststurm musste er mit einer demütigen Entschuldigung auf Facebook reagieren.
Firmen werden zur Transparenz gezwungen
Ist das Wort vom gläsernen Bürger schon seit Jahren in aller Munde, werden nun auch die juristischen Personen zu einer nie da gewesenen Transparenz gezwungen. Die Life-Kamera vom Meeresgrund zeigt Milliarden Menschen weltweit jede Sekunde das Ausmass des Desasters im Golf von Mexico. Beschwichtigende Kommentare vom sicheren Ufer aus verfehlen ihre Wirkung, wenn die dokumentierte Realität unter Wasser eine andere Sprache spricht.
Einer der grössten Unternehmer der letzten Jahre, der es bisher vorzog, nur gerade öffentlich zu kommunizieren oder besser gesagt zu predigen, wenn er wieder ein geniales, innovatives Produkt in einer Apple-Messe präsentierte, hat die Zeichen der Zeit erkannt und in den letzten Wochen eine überraschende Kehrtwende vollzogen. Steve Jobs gewährte in der Vergangenheit meist nur der New York Times oder dem Wall Street Journal die Gnade, die Öffentlichkeit an seinen Einsichten teilhaben zu lassen. Seit aber die negativen Schlagzeilen dem angeknabberten Apfel etwas von seiner Frische zu nehmen drohten, begann Jobs plötzlich, direkt Mails von Kunden zu beantworten, und dies auf eine Weise, die einem auf Harmonie und Ausgleich bedachten PR-Experten den Angstschweiss auf die Stirn treiben würde. So fragte er einen Kunden, der sich über die späte Auslieferung des iPads in Europa beklagte, ob er «verrückt» sei, um ihm dann zu erklären, dass Apple nur einen perfekten Launch wolle und daher erst liefere, wenn die Organisation wirklich bereit sei. Und ein Blogger bekam sein Fett ab, als er monierte, Apple würde durch seine rigiden Regeln die Freiheit im Netz einschränken. «Von welcher Freiheit reden Sie?», fuhr ihn Jobs an. «Die Freiheit, Pornos runterzuladen oder Programme, die ihre Batterie entladen?»
Markenbilder werden überprüfbar
Unternehmen, Unternehmer und Manager dürfen sich damit abfinden, dass die Marken, für die sie Verantwortung tragen, zu einem transparenten Gefäss werden, das es dem Publikum erlaubt, auszuwählen, mit welchen von ihnen es sich identifizieren will und mit welchen nicht. Eine DNA wird sichtbar, die entweder zur eigenen DNA passt oder nicht. Und wir professionellen Kommunikatoren stellen uns besser darauf ein, dass unsere offiziellen Botschaften in Einklang stehen mit dem Markenbild, das sich künftig weniger an Wünschen als an der überprüfbaren Realität orientieren wird.

Vuvuzeli, Vuvuzela, Fussball ist ganz wunderbar

Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Wilhelm über Fussball als Mittler zwischen den Kulturen. Oder auch nicht.

War ja klar, dass man auch von Afrika noch etwas lernen kann. Vor allem in Sachen Freude und Lautstärke. Nach all den Diskussionen darüber, ob Open Viewing ohne Ton überhaupt Spass machen kann, geht es nun wieder um Krach: und zwar um den der Vuvuzela. Vuvu-was? Die Vuvuzela, sprich ist in etwa das, was wir früher als Tröte bezeichneten. Nur etwas länger und lauter. Sie ist trompetenförmig, bis zu einem Meter lang und ursprünglich aus Horn oder Blech gefertigt, seit der Entdeckung durch Fussballfans mehr und mehr auch aus Plastik. Das Geräusch, das sie erzeugt, klingt wie das Trompeten der bei Knie ausgebüxten Sabu.
Ich kenne mich nicht schlecht mit Musikinstrumenten aus: Ich weiss, dass ein Hackbrett nicht unbedingt in die Küche gehört. Ich kenne Piano, Gitarre, Geige und Flöte, ausserdem Tamburica, Zimbel und Nonnenfurz (gibt ’s wirklich!). Aber Vuvuzela – nie gehört. Den meisten wird es so gehen. Die Medien sprechen und schreiben aber so selbstverständlich über das Instrument, dessen Name bereits ein Geräusch ist, als gehöre das Wissen um seine Existenz zur Allgemeinbildung. Also tun wir etwas für dieselbe: Vuvuzela ist Zulu, auf Setswana wird das Trötending manchmal auch Lepatata (die Kartoffeln?!?) genannt, weiss Wikipedia. Und es ist ein typisches Symbol des südafrikanischen Fussballs. Fest steht: Wenn der Durchschnittseuropäer dem Fernseher beim Fussballschauen nicht den Ton abdreht oder nebenbei Staub saugt, fallen ihm dank des Vuvuzelakonzerts schlicht die Ohren ab. Wer es 90 Minuten durchhält, braucht ein Cochleaimplantat – oder einen Psychiater: «Herr Doktor, ich höre Stimmen!» Eigentlich ist es nur ein Tinnitus.
Schräge Töne im Strafraum
Dass Fussball in Afrika lauter zugeht als hierzulande, hätten wir uns denken können. Wenn wir schon mitten im(afrikanischen) Winter eine Weltmeisterschaft in Afrika wollen, müssen wir uns auch damit abfinden, dass die da unten wie die Elefanten tröten. Töröööööööööööööhh. Das eigentliche Problem ist aber dies: Die Chancen der Schweizer, Weltmeister zu werden, standen noch nie so gut wie in diesem Jahr (!). Aber gegen den Trommelfellterror der Vuvuzela sind unsere Jungs nicht gefeit. Denn in Schweizer Stadien ist die Tröte verboten – zwar nicht wegen der möglichen Lärmbelästigung, sondern weil man sie als Schlagstock verwenden könnte. Huch! Und weil, damit nicht geschlagen werden kann, nie getrötet werden konnte, konnten sich Frei und Konsorten auch nicht an den elefantastischen Ton gewöhnen.
Ein Gutes hat ’s aber auch: Wenn unsere Nati überraschenderweise nicht Weltmeister werden sollte, hat es wenigstens nichts damit zu tun, dass die Kicker das Tor nicht treffen. Schuld ist die Vuvuzela. Und Sepp Blatter natürlich. Denn er hätte die WM ja auch im Lijerica-Land Dalmatien spielen lassen können. Die Lijerica ist nämlich viel leiser als die Gadulka, die aber auch nicht laut ist. Ausserdem spielt man die Lijerica im Sitzen. Und wer sitzt, jubelt auch nicht so wild. Was gut ist. Denn die hinten wollen schliesslich auch was sehen.

Die Qual der Zahl

Unternehmensrechnung, Rechnungswesen: Für viele Youngsters, die sich in den Feldern von Marketing und Verkauf weiterbilden, sind das Reizwörter. Wichtig ist das Zahlenwerk aber für jeden, der kompetent mitreden will im Betrieb. Und es gibt Lernstrategien, damit man besser klarkommt in der Welt der Firmenfinanzen.

Ein Raunen ging durch den Saal. Als letztes Jahr die Sprache an den Diplomfeiern der Marketing- und Verkaufsleiter auf die Noten im neuen Fach Unternehmensrechnung kam, erinnerte sich manch eine und einer schaudernd zurück: an die zwei Stunden der schriftlichen Prüfung, als Finanzierungs- und Deckungskennzahlen zum Thema wurden, als EBITDA, Swiss GAP oder US-GAAP Trumpf waren. Schwere Stunden. Was sich auch im Notendurchschnitt niederschlug. Bei den Marketingleitern lag der Notendurchschnitt in allen Fächern stets über einer 4; die Unternehmensrechnung aber schlug mit 3,7 unten durch. Und auch bei den Verkaufsleitern fand sich das nämliche Fach mit einer 3,6 am Schluss der Hitliste. Was zu vermuten ist: Dass Leute, die sich in der Welt des Verkaufs und des Marketings auskennen und weiterbilden wollen, wohl eher ein Flair für Markenaufbau, Konzepte und Präsentationen haben als für das filigrane Zahlenwerk, das Bilanz und Erfolgsrechnung zum Laufen bringt.
Auf Augenhöhe mitdiskutieren
Bester in Sachen Unternehmensrechnung bei den Verkaufsleitern war im Jahrgang 2009 Thomas Schefer, der das Fach mit einer 4,5 abschloss. Für ihn selber, sagt Schefer, sei es wohl die schwierigste Aufgabe, trotzdem aber kein Schreckensfach gewesen, schliesslich habe er sein ganzes Berufsleben lang immer schon Preise kalkuliert: «Mich interessiert das Thema sehr», sagt der frischgebackene Verkaufsleiter, macht aber aus seinem Herz keine Mördergrube. «Der Verkauf selber bereitet mir natürlich schon viel mehr Spass.» Schefer weiss, dass die Unternehmensrechnung für viele Prüflinge ein Problemfall ist, wohl auch deshalb, weil es in diesem zahlenlastigen Fach zum Schluss nur eine richtige Antwort geben kann, man bei Verkaufskonzepten und Fallstudien aber auch mit Kreativität punkten könne.
Von der Notwendigkeit des Faches ist Schefer überzeugt: «Gerade wer einen Job in leitender Stellung anstrebt, sollte bei diesem Thema absolut sattelfest sein. Verkaufsleiter müssen in der Lage sein, ein Team oder eine Abteilung zu führen. Und das heisst auch, dass sie alle Zahlen im Griff haben müssen, denn danach wird seitens der Geschäftsleitung permanent gefragt.» Und es gehe nicht zuletzt auch darum, sich mit Kollegen aus anderen Abteilungen kompetent auszutauschen, und somit müsse man Bilanzen und Erfolgsrechnungen lesen und interpretieren können.
Das sind auch die Worte von Alois Fecker, Fachvorstand Unternehmensrechnung bei den Verkaufsleitern und Fachvorstand Rechnungswesen/Controlling bei den Marketingfachleuten: «Bei diesen Fächern geht es darum, dass man im Führungsgremium der eigenen Firma kompetent mitreden kann.» Breite und Tiefe des Stoffs seien dabei abgestimmt auf die Bedürfnisse der Branchenleute: «Wir wollen mit diesem Fach aus dem Nachwuchs in den Bereichen Verkauf und Marketing keine Controller oder Buchhalter machen. Es geht einfach darum, das Wissen um die Zusammenhänge im wirtschaftlichen und finanziellen Bereich zu stärken.» Fecker spürt, dass sich viele Prüfungsaspiranten den Themen Unternehmensrechnung und Rechnungswesen sehr negativ nähern. «Besser wäre es, den Nutzen zu sehen und sich damit in positiver Art auf das Thema einzulassen.»
Auf Forschungsreise im eigenen Unternehmen gehen
Um die Sorgen beim Nachwuchs mit den zahlenlas-tigen Fächern weiss auch Jürg Kaltenrieder. Der Dozent für Kommunikationsfächer bei Marketing- und Verkaufsfachleuten hilft mit seiner Firma Marketingfox Probanden bei den Prüfungsvorbereitungen: «Unternehmensrechnung und Rechnungswesen sind unter jenen Fächern, die am meisten von meiner Website runtergeladen werden.» Die Prüflinge holen sich dort Zusammenfassungen, Fallstudien, Checklisten, Lösungen zu Fallstudien. Unterschiede zwischen Frauen und Männern sieht Kaltenrieder keine grossen: «Wenn man das grundsätzliche Interesse am Fach vergleicht, scheint die Ablehnung bei Frauen grösser zu sein.» Aber bei den Resultaten sehe es dann bei Frauen und Männern gleich schwierig aus. «Das hauptsächliche Problem», sagt Kaltenrieder, «ist wohl, dass Marketer und Verkaufs-Cracks von ihrer grundsätzlichen Ausrichtung und ihrem beruflichen Naturell her weniger konfrontiert sind mit der Welt der EBITDA und dem Quick Ratio.» Die Folge daraus: Das, was man als unangenehm empfindet, wird hinausgeschoben. Was könnte man tun, um rechtzeitig einen Zugang zu finden zur Welt der Finanzzahlen?
«Allgemein gültige Kochrezepte oder Standard-Lösungen gibt es nicht», sagt Thomas Schefer. Aber dem Hang, Unangenehmes bis kurz vor der Prüfung hinauszuschieben, müsse man früh entgegentreten: «Besser wäre es, konsequent nach jeder Lektion alles frisch Gehörte noch einmal zu repetieren», auch wenn es nur eine halbe Stunde pro Woche sei. «Das wäre perfekt», meint Fachvorstand Fecker. Jürg Kaltenrieder erinnert sich, wie er sich als angehender Marketingfachmann auch gegen das Thema gesträubt habe. Sein Weg damals: «Ich überlegte mir einfach, wie es wäre, wenn ich meine eigene Firma hätte und welche Zahlen mir dann wichtig wären.» Wer beruflich viel direkten Firmenkunden-Kontakt pflege, könne es sich auch zur Aufgabe machen, herauszufinden, wie solvent diese seien, sich quasi einen «Lieblingskunden» herauszupicken und diesen auf seinem Ebit-Weg zu verfolgen.
Wobei ständiges und alleiniges Zahlenscheffeln auch eine recht einsame Sache sein kann. Kaltenrieder lädt deshalb seine Studenten dazu ein, einander Themen aus der Unternehmensrechnung und dem Rechnungswesen gegenseitig zu erklären – «weil man so seine eigenen Worte finden muss und ganz generell mehr hängen bleibt».
Die beste Lösung aber finden Fecker, Schefer und Kaltenrieder jene, die zugleich auch die naheliegendste ist: beim eigenen Unternehmen einhaken. «Warum», fragt Thomas Schefer, «nicht einfach mal den Finanzchef seiner Firma ansprechen und sich Einblick in die Zahlenwelt des Unternehmens geben lassen? Damit wäre der direkteste Draht gefunden.»
«Sehr gute Lösung», urteilt Fecker. Von der Idee einiger Probanden, aus dem zweistündigen Fach Unternehmensrechnung eines mit vier Stunden zu machen und damit den Zeitdruck zu reduzieren, hält der Fachvorstand wenig: «Damit würde das grundsätzliche Problem nicht gelöst – im Gegenteil: Es würde noch mehr Stoff reingepackt, was die Prüflinge, die sich besonders herausgefordert fühlen bei dieser Materie, noch mehr an ihre Grenzen bringen würde.» So wäre wohl wenig dafür getan, dass Marketer und Verkaufsprofis mehr Zahlen-Zutrauen fassen könnten.
Den Graben zwischen Finanz und Marketing/Verkauf überbrücken
Wenn tieferes Verständnis für die Unternehmensrechnung, für die Welt der Zahlen, dazu beiträgt, dass Marketer die Welt der Finänzler besser verstehen, lässt sich auch das Umgekehrte denken. Dass nämlich diejenigen, die in der Corporate Finance am Drücker sitzen, mehr Verständnis für die Denke der Marketer aufbringen. Oft genug verläuft ein Graben durch die beiden Departemente. Überspitzt gesagt sieht man auf der einen Seite den Ansatz des Erbsenzählens, des sorgsamen Verwaltens der flüssigen Mittel – und dort den Hunger nach Marktanteilen, der Wunsch nach Differenzierung, der Wille zu Aktivitäten, die am Point of Sale oder auch in der Öffentlichkeit für Aufsehen sorgen, die Arbeit am Image, an der Marke generell. Vor allem, wenn sich letzteres nicht auf den Franken genau berechnen lässt, neigen Leute aus der Finanzabteilung zur Nervosität. Weil sich das Tun und der oft nicht gleich sichtbare Erfolg derjenigen, die an der Marke arbeiten, nicht in den vorhandenen Kontenrahmen einfüllen lassen. Michael Dunn, CEO der weltweit tätigen Marketing-Beratungsfirma Prophet, kennt diese Herausforderung. Es müsse sich durchsetzen, sagte Dunn kürzlich in einem Interview, «dass das Marketing vermehrt mit den Finanzen spricht – und umgekehrt». Und, an die eigene Zunft gerichtet: «Tatsächlich können es sich Marketer heute nicht mehr leisten, auf die Frage nach dem Payback ihrer Aktivität keine Antwort zu liefern.»
Wer also auf Augenhöhe verhandeln will mit seinen Kollegen oder seinen Oberen in der Geschäftsleitung, der tut gut daran, das Zahlenwerk der Corporate Finance zu verstehen. Auch wenn sich geniale Marketing-Aktivitäten wohl nie bis auf die dritte Stelle nach dem Komma finanztechnisch in Aufwand und Ertrag übersetzen lassen werden. Auch das sieht Dunn natürlich haargenau und machte darauf aufmerksam, dass sich der Weg zur Inspiration nicht lückenlos analysieren lasse. Dunn wörtlich: «Eine starke Idee kann man nicht bis zum letzten Rappen ausrechnen, sonst saugt man sozusagen das ganze Blut ab.»
Andreas Güntert

Illustre Testimonials

Jung von Matt/Limmat zeigt für Swisscom: Mobil online zu sein, war noch nie so einfach.

Die Swisscom forciert auch in diesem Jahr die Kommunikation für das mobile Internet. Jung von Matt/Limmat hat hierfür eine Kampagne entwickelt. ¬Diese richtet sich in erster Linie an Konsumenten, die das mobile Internet noch als zu kompliziert empfinden. Dabei lässt sich gerade das mobile Internet besonders einfach über Apps nutzen. Daher stehen die Apps neben den praktischen Endgeräten im Mittelpunkt der Kommunikation. Als Testimonials bediente sich das Team um CD Alexander Jaggy historischer Persönlichkeiten, deren wegweisendes Schaffen heutzutage mithilfe des mobilen Internets ein Kinderspiel wäre. In pointierten Copys werden die Apps und ihre Funktionen dem Leser aus Sicht der Persönlichkeiten dargestellt und ihre einfache Nutzung nähergebracht. So erklären unter anderen Mahatma Gandhi, Christoph Kolumbus, Wolfgang Ama¬deus Mozart und Giacomo Casanova das mobile Internet. Die Motive sind als Anzeigen, Plakate, am POS und als Internetbanner seit Ende Mai in der ganzen Schweiz on air. Pan
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Fan-Ansturm im Internet-TV legt Internet lahm

Diverse Internet-TV-Anbieter konnten ihr Versprechen nicht einhalten, per Knopfdruck Live-WM-Fussball in perfekter Qualität auf dem Bildschirm zu servieren. Anbieter wie Zattoo oder Wilmaa konnten den Grossandrang nicht ohne Pannen bewältigen.

Mit dem Anpfiff zum Eröffnungsspiel der Fussball-WM am letzten hielten die Server der enormen Nachfrage von Fans nicht stand und stiegen teilweise aus. Bei Zattoo.com, dem Pionier für Fernsehen via Netz, konnten sich viele User gar nicht mehr einloggen. Auch beim Konkurrenten Wilmaa.com blieb das Bild teilweise minutenlang stehen. Man habe man mit Hochdruck an der Lösung des Problems gearbeitet und sei damit erfolgreich gewesen, räumt Nick Brambring von Zattoo gemäss Handelsblatt ein. Die Nagelprobe folgt nun mit dem Spiel Schweiz gegen Spanien, für welches Zattoo mit Spitzenkapazitäten von bis zu 100‘000 Zuschauern rechnet.
Ohne Zwischenfälle sei der WM-Start hingegen für das Live-Streaming-Angebot des Schweizer Fernsehens SF verlaufen, wie der Leiter Multimediazentrum, Walter Bachmann, sagt. Deren Zuschauerzahlen waren jedoch auch geringer. Den bisherigen WM-Höhepunkt mit 120‘00 zeitgleichen Usern erreichte das Internet-TV-Angebot von SF bislang beim Spiel zwischen Dänemark und den Niederlanden.
www.handelszeitung.ch

Schweizer Ideen auf allen Kanälen

Die SRG SSR idée suisse hat ihren aktuellen Geschäftsbericht erstmals in einer gedruckten und einer digitalen Version veröffentlicht. Konzipiert und realisiert hat das doppelte Blattwerk die Zürcher Agentur Heusser Communicates.

Schon der rote Play-Button auf der Titelseite des SRG-Geschäftsberichts 2009 macht klar: Weitere Informationen warten nach dem Klick. Wer die Printfassung des 156-seitigen Berichts in der Hand hält, bekommt nach einem bilderreichen Einstieg wichtige und spannende Informationen über das Radio-, Fernseh- und Multimedia-Angebot der SRG und über das soziale und gesellschaftliche Engagement des Unternehmens. Dann folgt der obligatorische Zahlenteil. Die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten hat die Agentur noch einmal in einem handlichen Extraheft für die Westentasche zusammengefasst, das in die Printversion eingeklebt ist und in die Online-Fassung als PDF integriert wurde.
Die Online-Fassung ist ein Abbild der gedruckten, wartet aber mit einigen Gadgets auf: In der Printversion informiert beispielsweise eine Doppelseite über das Open-Air Lumnezia, online kann der Leser auf der gleichen Seite auf einen Button klicken und sich eine SF-Reportage über das Festival anschauen. Vom Online-Inhaltsverzeichnis kann der Leser direkt in die gewählten Kapitel springen, ausserdem hat er die Möglichkeit, nach Begriffen zu suchen. Die Tabellen, die im Print klassisch daherkommen, sind im Online animiert und bauen sich erst vor den Augen des Lesers auf. Und im Fliesstext der Online-Version sind Links platziert, die direkt auf die Angebote ausserhalb des Geschäftsberichts führen, um die sich der Text dreht. Durchblättern können Leser die Online-Fassung genauso wie den gedruckten Geschäftsbericht: Statt des benetzten Zeigefingers nehmen sie allerdings die Maus zur Hilfe. In der gedruckten Fassung wiederum geben Play-Buttons auf Bildern sowie farbig markierte Links das Signal, dass die Online-Fassung an den entsprechenden Stellen Zusatzmaterial bereithält.
Verzahnung in Perfektion
«Die SRG wollte nicht auf den gedruckten Geschäftsbericht verzichten, aber auf jeden Fall eine Online-Fassung anbieten – denn das Unternehmen steht schliesslich für Medienkonvergenz», erläutert Thomas Heusser, Geschäftsführer von Heusser Communicates. «Wir haben uns dagegen entschieden, eine extra Website für den Geschäftsbericht aufzubauen, weil das ein völlig anderes Konzept von Gestaltung, Struktur und Navigation bedeutet hätte. Der Kosten- und Zeitaufwand wäre demzufolge stark gewachsen. Stattdessen haben wir ein konvergentes Konzept für Print und Online entwickelt, das die Vorzüge beider Medien verbindet.» Einfach einen analogen Geschäftsbericht zu produzieren und diesen zu digitalisieren, hätte den Ansprüchen der SRG und der Agentur jedoch nicht genügt. Die Verzahnung von Analog und Digital musste von Anfang an mitgedacht werden.
«Wir haben die Online-Fassung des SRG-Geschäftsberichts animiert und verlinkt, Videos und Ton eingebunden. Natürlich gibt es etliche weitere Möglichkeiten, den Online-Bericht mit Gadgets zu versehen», sagt Heusser. «Man könnte zum Beispiel die Bilder der Geschäftsleitungsmitglieder, die im hinteren Teil vorgestellt werden, mit kurzen Videostatements unterlegen. Man muss allerdings aufpassen, dass man die Online-Version eines Magazins oder eines Geschäftsberichts nicht überfrachtet», warnt Heusser. «Es ist nicht immer gut, alles umzusetzen, was geht.»
Das doppelte Blattwerk konnte mit Mehrkosten von rund 15 Prozent realisiert werden. Sie entstanden hauptsächlich durch die Programmierung und Implementierung der Online-Fassung. Da die SRG aus einem grossen Fundus von Video- und Audiomaterial schöpfen konnte, fielen keine weiteren Kosten für die Erstellung von multimedialen Inhalten an. Die SRG bedient mit den beiden Versionen perfekt ihre breit gefächerte Zielgruppe und stellt auch allen Gebührenzahlern spannendes Material zur Verfügung. Die Online-Fassung ist bereits öffentlich zugänglich, die Printfassung wird in den nächsten Tagen verschickt.
Anne-Friederike Wilhelm
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Kassensturz löst Zusammenarbeit mit K-Tipp auf

Das Schweizer Fernsehen SF arbeitet nicht mehr mit der Konsumentenzeitschrift K-Tipp zusammen. Das SF habe die Partnerschaft in den letzten Monaten überprüft und sei zum Schluss gekommen, dass sie nicht mehr zeitgemäss sei.

Der Kassensturz sei im Internetzeitalter nicht mehr auf die Zusammenarbeit mit einem Printprodukt angewiesen, so SF-Chefredaktor Hansruedi Schoch in der Mitteilung. Eine vereinzelte Zusammenarbeit sei hingegen immer noch möglich und auch erwünscht.
www.sda.ch

Die Werbewoche auf Star TV: «KARGO und Krebsliga Schweiz – Die schöne Sonne und der Sonnenschutz»

Heute Donnerstag, um 19:45 Uhr bringt Star TV die Sonne an den Tag. In Gestalt einer schönen Blondine, kann man(n) der Versuchung kaum widerstehen. Die Berner Kommunikationsagentur KARGO macht im Auftrag der Krebsliga Schweiz, mit einem erfrischenden Präventions- Spot auf die Gefahren der UV- Strahlung aufmerksam.

Der Blick hinter die Kulissen verspricht spannende Bilder und Action.
Die Werbewoche auf Star TV: Jeden Donnerstag um 19:45 Uhr auf Star TV oder als Stream auf Startv.ch.
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Personelle Veränderungen bei Media Focus

Reto Feurer wird neuer Verkaufsleiter bei Media Focus der in seiner neuen Position direkt an Jens Windel, Geschäftsführer bei Media Focus, berichtet. Michel Bächtiger komplettiert neu den Bereich Produkt Management.

Reto Feurer hat per 1. Mai 2010 die Verantwortung für den Verkauf übernommen. Der zum eidgenössischen Verkaufsleiter ausgebildete Zürcher arbeitete unter anderem über 4 Jahre bei der Migros Presse – zuletzt in der Funktion des stellvertretenden Verlagsleiters – und bringt Erfahrung aus den Bereichen Kundendienst, Akquisition und Verlagsprojekte in seine neue Funktion ein.
Michel Bächtiger komplettiert seit Anfangs Juni im Team von Marketing Manager Kevin Schnell den Bereich Product Management. Er wird sich vor allem mit medienspezifischen Fragestellungen in der Betreuung der Werbedaten und –Kreationen auseinandersetzen. Bächtiger kennt die Medienbranche seit seiner Lehre bei der damaligen Micom Carat.
www.mediafocus.ch
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