Die Digitalisierung beschreibt, je länger desto mehr, nicht mehr nur neue Möglichkeiten, sondern bringt vor allem auch eine tiefgreifende Umwälzung unseres Alltags. Der Digital Life Index (DLI) setzt sich aus fünf erfassten Bereichen zusammen: Einkauf, Kommunikation, Information, Wertschätzung & Unterhaltung. Seit Beginn der Erhebung steigt der DLI konstant an. Gegenüber der letztmaligen Messung ist der Digital Life Index um 7 Prozent angestiegen und befindet sich momentan bei knapp 36 Prozent.
Am eindrücklichsten äussert sich dabei die Digitalisierung im Alltag der Jüngsten: Bei den 15-19 jährigen Jugendlichen beträgt der Gesamtindex über sämtliche Bereiche hinweg 49 Prozent. Das ist im Vergleich mit den über 50-jährigen (23 Prozent) ein mehr als doppelt so hoher Digitalisierungsgrad.
Verzeichnete in der letzten Messperiode noch die Informationsbeschaffung die höchste Zunahme, so besitzen aktuell die Bereiche Online-Einkaufen und -Kommunikation die grössten Wachstumsraten. Im Vergleich zur letzten Befragung im Herbst 2009 ist der Anteil der Personen, die im letzten Monat übers Internet eingekauft haben, um knapp 20 Prozent gewachsen. Damit steht der Teilindex «Digitales Einkaufen» heute bei 44 Prozent. Massgeblich verantwortlich für diesen Anstieg sind insbesondere die 30-49-Jährigen. Bereits deutlich mehr als die Hälfte in dieser Altersgruppe hat in den 4 Wochen vor der Befragung zumindest etwas übers Internet eingekauft, dies entspricht einem Wachstum von 24 Prozent gegenüber der letzten Befragung. Bei den über 50-jährigen sind es immerhin bereits rund ein Viertel, die im Vormonat online eingekauft haben.
Aus der Studie wird ebenfalls ersichtlich, welche Produktkategorien heute hauptsächlich online erworben werden. Führend ist hier, wie schon bei den vorherigen Erhebungen, die Sparte Unterhaltung (Musik, Ringtones, Filme, Games etc.): Knapp ein Sechstel aller Befragten hat entsprechende Käufe übers Internet getätigt, gefolgt von Kleidung, elektronischen Geräten und Reisen sowie Flug- und Bahntickets. Den grössten Zuwachs verzeichnete dabei das Online-Shopping von Kleidung: Waren es in den ersten beiden Erhebungen noch je um die 5 Prozent der Befragten, die Kleider übers Internet kauften, hat sich dieser Wert mittlerweile auf 10 Prozent verdoppelt.
Zeitungen und Fernsehen informieren die Älteren, Junge verlassen sich aufs InternetIn der Gesamtbevölkerung sind Zeitungen vor Fernsehen, Internet und Radio nach wie vor die wichtigste Informationsquelle für das tägliche Zeitgeschehen, jedoch gibt es zwischen den Altersgruppen deutliche Unterschiede. Sind bei den über 50-Jährigen Zeitungen und TV noch ganz klar die Informationsmittel der Wahl, wird das Internet bei den 15-19-Jährigen bereits praktisch gleich oft wie Zeitungen (nämlich von 50 Prozent) und damit häufiger als das Fernsehen (28 Prozent) als die wichtigste Informationsquelle genannt. Bei den 20-29-Jährigen hat das Internet in diesem Zusammenhang zwar heute bereits den gleich grossen Stellenwert wie das Fernsehen (38 Prozent), Zeitungen bleiben in dieser Altersgruppe jedoch vorerst noch die wichtigste tägliche Informationsquelle (52 Prozent).
Deutliche Unterschiede zwischen Einkommensklassen und Geschlechtern Über alle Bereiche des DLI weisen Männer einen deutlich höheren Digitalisierungsgrad auf als Frauen. Am deutlichsten sind die Unterschiede bei der Betrachtung des Geschlechter spezifischen Informationsverhalten (für zwei von fünf Männern ist heute eine digitale Informationsquelle das wichtigste Medium, um sich über das tägliche Zeitgeschehen zu informieren, bei den Frauen ist dies nur bei rund einem Viertel der Fall).
Besonders knapp fallen die Geschlechtsunterschiede im Bereich Unterhaltung aus. Dort zeigen die Männer nur gering grössere Vorlieben für das Digitale als die Frauen. Ebenfalls deutlich ist die Abhängigkeit des Digitalisierungsgrades vom Einkommen. Wenig überraschend ist dabei der Anteil an Personen, die über das Internet einkaufen, bei Einkommensstarken höher. Auffallend ist jedoch der entsprechende Trend in den Bereichen Kommunikation und Information. So haben beispielsweise fast doppelt so viele Personen in der Gruppe mit über 9‘000 Franken. Haushaltsbrutto-Einkommen am Tag vor der Befragung über digitale Hilfsmittel kommuniziert (82 Prozent), wie in der Gruppe der Personen mit einem Einkommen bis 6‘000 Franken (45 Prozent).
Für Junge sind Social Networks wichtiger als EmailGegenüber 6 Prozent in der ersten und 10 Prozent in der zweiten Erhebung, haben in der aktuellen Studie bereits 12 Prozent aller Personen am Tag vor der Befragung sogenannte «Social Networks» für die Kommunikation genutzt. Dabei sind es insbesondere die jüngsten Schweizerinnen und Schweizer, aus deren Leben Social Networks nicht mehr wegzudenken sind: Knapp die Hälfte der 15-19-Jährigen gibt an, am Tag vor der Befragung über Social Networks kommuniziert zu haben. Das sind fast doppelt so viele, wie am Vortag Email genutzt haben. Dies entspricht einer Wachstumsrate von 60 Prozent gegenüber der letzten Befragung. Bei den älteren Altersgruppen bleibt Email vorerst das digitale Kommunikationsmittel der Wahl.
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