Musikhandys: Swico wehrt sich gegen Urheberrechtsgebühren

Swico wehrt sich dagegen, dass für Mobiltelefone mit MP3-Funktionen Urheberrechtsgebühren fällig werden. Der Schweizerische Wirtschaftsverband der Anbieter von Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik hat sich ans Bundesverwaltungsgericht gewandt.

Die Eidgenössische Schiedskommission für die Verwertung von Urheberrechten und verwandten Schutzrechten hatte die Gebühren, welche geringer sind als jene für MP3-Player, gemäss SDA im vergangenen März verfügt. Der Tarif beträgt 30 Rappen pro Gigabyte. Für ein iPhone mit 16 Gigabyte beträgt die Gebühr einmalig 4.80 Franken beim Kauf.
Swico wehrt sich gegen die Abgaben. Einerseits würden Komponisten und Musiker über die Suisa-Gebühren ausreichend entschädigt, andererseits belasteten die neuen Urheberrechtsabgaben die Konsumenten. Swico hat darum beim Bundesverwaltungsgericht in Bern am 29. Juni eine Klage eingereicht. Die Klage hat aufschiebende Wirkung. Die Gebühren können deshalb noch nicht erhoben werden; geplant gewesen war das ab dem 1. Juli.
Den neuen Handytarif lehnt Swico auch deshalb ab, weil durch die Multifunktionalität der Geräte, die als Mobiltelefon, PDA, Kamera, Radio-, Audio- und Videoplayer und so weiter verwendet werden können, das Kriterium der Massennutzung für das Speichern und Abspielen von MP3-Dateien nicht gegeben sei.
Die Definition der Urheberrechtsgesellschaft Suisa für den Begriff Musikhandy sei ungenügend und nicht praktikabel, schreibt Swico. Die Suisa hat bis 15. September Zeit, dem Bundesverwaltungsgericht seine Sicht der Dinge darzulegen, wie ihr Vizedirektor Vincent Salvadé am Donnerstag der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Schreibszene sucht die besten Claims/Slogans

Mit der Goldenen Tastatur prämiert Schreibszene/Texterausbildung.ch die besten Slogans und Claims im ganzen Land. Gesucht sind Slogans/Claims mit maximal 8 Wörtern, die nach dem 1. September 2008 im Umlauf waren.

Als Preise locken ein iPad – gesponsert von Supertext.ch – ein edler Pelikan-Füllhalter und ein Schreibszene-Gutschein. Einsendeschluss ist der 1. September 2010. Die Jury besteht aus Paul Girard (Girardtext), Stefan Meier (Direktmeier) und Fatima Vidal, der Geschäftsleiterin von Schreibszene/Texterausbildung.ch

www.schreibszene.ch
www.textin.ch

Viel Bewegung bei den Medienvermarktern

Seit dreizehn Jahren vergibt das Media Trend Journal den Media Trend Award an den besten Medienanbieter und den besten Medienvermarkter. Die Beurteilung der Medienunternehmen erfolgte im Rahmen der online durchgeführten Werbemarkt-Studie der Media.Research.Group.

Befragt wurden neben sämtlichen Top-500-Werbeauftraggebern die 50 umsatzstärksten Werbeagenturen sowie zusätzlich 30 grössere Agenturen ausserhalb des Wirtschaftsraums Zürich sowie 22 Mediaagenturen. Wer dieses Jahr die begehrte Auszeichnung erhalten hat und welches Unternehmen in welchen Teilbereichen am besten abgeschnitten hat, lesen Sie im Folgenden Artikel.
Zum Media Trend Award

GFS Communications: 8 Einkaufszentren auf einen Schlag

GFS Communications geht als Siegerin aus dem Agenturwettbewerb der Migros Ostschweiz hervor. Die St.Galler Agentur nimmt per sofort die Arbeiten auf für einen einheitlichen Auftritt der acht Einkaufszentren.

In einem mehrstufigen Agenturwettbewerb hat sich GFS Communications gegen anfangs fast 50 und zuletzt noch vier namhafte Mitbewerber durchgesetzt. Das von den St. Gallern präsentierte Centerpoint-Konzept hat strategisch wie grafisch überzeugt.
Der Pitch-Gewinn beinhaltet die Umsetzung des präsentierten Konzeptes, mit welchem ein einheitlicher Auftritt für alle acht Einkaufszentren der Migros Ostschweiz erzielt werden soll. Dazu gehören unter anderem der Pizolpark in Mels/Sargans, der Rheinpark in St. Margrethen, der Rosenberg, der im Frühjahr 2011 in Winterthur eröffnet wird, der Säntispark im st.gallischen Abtwil mitsamt dem Freizeit- und Wellnessbereich sowie dem Hotel Säntispark.
Die Kommunikationsarbeiten werden per sofort aufgenommen und Anfang 2011 der Öffentlichkeit präsentiert.

www.gfscom.ch

Die Werbewoche auf Star TV: «Best of Werbewoche: Red Bull Mobile- Sebastian Vettel»

Am Donnerstag, um 19:45 rüstet sich Star TV für den Endspurt. Für die letzte Ausgabe des Sommer-Specials, schickt die Werbewoche keinen geringeren als den Formel 1 Superstar, Sebastian Vettel ins Rennen.

Sein Team, Red Bull, zählt zu den beliebtesten unter den Fans und Journalisten. Sie sorgen für aufregende Aktionen und gute Unterhaltung, was freilich nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass hinter den Kulissen hart gearbeitet wird.
Was der junge deutsche Shootingstar abseits der Rennstrecke in einem Flugzeug-hangar zu suchen hat, sehen Sie in der Werbewoche auf Startv.ch.
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Das Rennen um Zielgruppe eins

Follow-up zur Werbewoche-Umfrage über Online-Werbung.

Unter dem Titel «Macht Google Netmetrix überflüssig?» haben wir vor den Sommerferien (vgl. Werbewoche 10, S. 26) drei Thesen zur Reichweitenmessung im Internet zur Diskussion gestellt und damit die weiterhin dynamische Entwicklung im Online-Markt thematisiert. Die Kommentare und Einschätzungen, die WW-Leser in unserer Online-Umfrage (für eine quantitative, nicht aber für eine qualitative Auswertung war der Rücklauf dann doch zu gering) beigetragen haben, lassen eine Skepsis gegenüber Google erkennen, wobei vor allem die fehlende Transparenz bei der Datenaufbereitung des Online-Werbegiganten bemängelt wurde. Zudem seien die Werte, die mit dem Gratis-Tool gemessen werden, kaum zwischen verschiedenen Sites vergleichbar, da jeder Website-Betreiber das Gratis-Tool nach eigenem Ermessen einsetzen kann. Derweil hat gerade hier Netmetrix ihr Alleinstellungsmerkmal, wie Geschäftsführer Rolf Schmitz im Interview (vgl. …) gleich mehrmals betont. Wir haben das Thema weiter vertieft und bei Google nachgefragt (vgl. …), aber auch eine Stimme in der Verlagswelt gefunden, die auf Google-Analytics anstatt auf Netmetrix setzt: Barbara König, Verlagsleiterin der Hotel Revue, sagt: «Oft sind für uns die Vergleiche mit den offiziellen Reichweitenlisten eher hinderlich (vgl. …)». Dafür setzt die Bernerin alles daran, die Stärken ihrer Medien in ihren Zielgruppen zu verkaufen.
Die zahlreichen Entwicklungen in der digitalen Welt, von sozialen Medien bis zu Video-Streaming, haben die Art und Weise, wie Medien konsumiert werden, nachhaltig verändert, doch ironischerweise hat sich bei der Medienmessung nicht viel bewegt. Um vor allem soziodemografische Erkenntnisse über das Online-Publikum zu gewinnen, setzt Netmetrix Methoden der Panel-Forschung ein, die inzwischen gut und gern 70 Jahre alt sind und ursprünglich entwickelt wurden, um den Radio-Werbekunden aufzuzeigen, wie viele Hörer ihren Kampagnen ausgesetzt waren.
Doch wer Online-Medien mit Denkansätzen aus dem 20. Jahrhundert angeht, hat kaum Aussicht, auf einen grünen Zweig zu kommen. Denn in der Online-Werbung wird die Zielgruppe eins immer wichtiger: Anders als bei herkömmlichen Medien kann im Netz der einzelne Benutzer immer besser identifiziert und angesprochen werden, so verschwinden Streuverluste und der Mitteleinsatz (ROI) wird besser. Vorab in den USA sind Entwicklungen zu beobachten, verschiedene Datensätze so zu kombinieren, um klar definierte Zielgruppen besser zu erreichen und zu messen. Dazu werden Daten aus dem Surf-Verhalten, aus Suchmaschinen-Anfragen und aus Transaktionen so zusammengeführt, dass der einzelne Benutzer zunehmend besser definiert und verstanden werden kann. Dazu kommen Offline-Daten wie Einzelhandelstransaktion und haushaltsbezogene Demografiedaten. Wer die Zielgruppe eins effektiv bedienen will, braucht solche Informationen jederzeit, und zwar innert Sekundenbruchteilen. Kommt ein User auf die Site eines Anbieters, muss dieser sofort erkennen, welche Werbebotschaften nun am profitträchtigsten genau diesem Benutzer angezeigt werden.
Es wird klar: Im 21. Jahrhundert werden nicht mehr Medien bei Werbekunden zu Markte getragen, sondern die eigene Fähigkeit, darüber bestimmte Nutzer möglichst genau erreichen zu können. Im Rennen um Zielgruppe eins hat die Nase vorn, wer die Daten-Alchemie am besten beherrscht, und der wird sich dabei kaum von anderen in die Töpfe gucken lassen. Deshalb verlieren branchengemeinschaftlich erhobene Daten mit generellen Aussagewerten tendenziell an Bedeutung, werden aber mindestens ihren folkloristischen Unterhaltungswert («grösste Website der Schweiz») behalten. So können zwar im Netmetrix-Audit scheinbar genaue Zahlen erhoben werden, doch der einzelne User lässt sich in all den PIs und Sessions nicht erkennen. Und so verlieren Standard-Metriken wie Klicks oder Seitenaufrufe an Bedeutung.
Dafür kann man auf neue Allianzen gespannt sein: Wer tauscht mit wem Nutzerdaten aus und vor allem zu welchen Bedingungen? Wer etwa kann auf die Datenbestände (streng anonymisiert, natürlich) der Supercard von Coop oder von Migros‘ Cumulus zugreifen? Denn gerade mit Daten aus Transaktionen können User-Profile so geschärft werden, dass damit Werbebotschaften tatsächlich bei affinen Zielgruppen und nur dort ankommen. Nach welchem Schema dann abgerechnet wird, ob per TKP oder Performance-orientiert, ist dabei zweitrangig. Hauptsache ist: Wer sein Publikum kennt und es in den jeweiligen Nischen verkaufen kann, wird immer bessere Preise erzielen können. Wenn, wie Anfang Jahr an einem Branchenanlass geschehen, der Verlegerpräsident über den grössten Verlag im Lande frotzelt, dieser verkaufe nun lieber Büstenhalter als Zeitungen, zeigt dies, dass der eine die Spielregeln des künftigen Online-Geschäftes offenbar verstanden hat und der andere nicht.

Christoph J. Walther
[email protected]
Mobile-Umfrage
cjw. Bei vielen, gerade in der Verlagsbranche, haben ­iPhone und iPad mit ihren Apps grosse Hoffnungen geweckt, damit mit Bezahl­inhalten im Online-Lesermarkt zu Einnahmen zu kommen. Aber jetzt scheint doch alles wieder gratis. Wir versuchen mit einer Situationsanalyse herauszufinden, was heute im Schweizer Mobile-Markt und bei Bezahlinhalten im Netz läuft und was nicht. Nehmen Sie an unserer Online-Umfrage unter Wemad.org/umfrage teil. Zum einen geht es dabei um eine Marktübersicht, zum andern um Erwartungen, Erfahrungen und Einschätzungen.

Aufgefallen

Aufgefallen ist der Werbewoche-Redaktion diesmal die Kommunikation für den kleinsten Vogel der Welt sowie für den Edi.

Edi, die Erste
Ab sofort können wieder Filme für den Edi eingereicht werden. Um das Schweizerische zu kommunizieren und gleichzeitig die jährliche Dramatik der Duelle der Filmproduktionsfirmen und Regisseure um diese wichtige Trophäe zu dramatisieren, hat sich Cavegnwerbung der Analogie der grossen Schwingerkämpfe bedient. Denn auch hier geht es um die grossen Fragen, welcher Regisseur bodigt welchen Konkurrenten, wer schafft es in die Kränze und wird König des Abends?
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Zwitschern für einen guten Zweck
Zunzúncito wird in Kuba der kleinste Vogel der Welt genannt. Das zierliche Tier gilt auch als Sinnbild für die Verletzlichkeit des Kindes. Zunzún ist deshalb auch der Name eines neuen gemeinnützigen Vereins in der Schweiz. Unterstützt werden Jugendliche aus Kuba. Hesskisssulzersutter macht dazu die Kommunikation.
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Zu guter Letzt: iPad im Flug

Sky Work Airlines bietet Gratis-iPads für alle Passagiere an. Kunden der Berner Fluggesellschaft haben ab sofort auf allen Strecken die Möglichkeit, mit dem iPad Magazine zu lesen, Filme anzuschauen oder Spiele zu spielen.

Doch noch ist die Airline kein iPad-Lager: Gerade mal neun iPads stellt die Fluggesellschaft in einer Testphase ihren Passagieren zur Verfügung. Die Fluggäste können die Geräte kostenlos nutzen. Sie müssen dafür lediglich ihre Identitätskarte oder Pass abgeben. Allerdings darf aus Sicherheitsgründen mit den iPads nicht im Internet gesurft werden.

www.netzwoche.ch

Matthias Graf wird neuer CCO von Ringier

Matthias Graf wird neuer CCO Head of Corporate Communications der Ringier Gruppe. Er löst Marco Castellaneta ab, der sich ab 1. September 2010 voll auf die Geschäftsleitung von Ringier Entertainment konzentriert.

Matthias Graf übernimmt die Stelle als CCO der Ringier am 1. September 2010 und wird gleichzeitig neuer Mediensprecher des Ringier Konzerns. Er rapportiert direkt an Ringier CEO Christian Unger. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Zuletzt war Graf bei Google als Leiter Corporate Communications Switzerland und als Head Engineering Communications Europe, Middle East & Africa tätig. Dabei leitete er den Aufbau der Kommunikationsaktivitäten von Googles Technologiezentrum in der Schweiz und war massgeblich für den Erfolg des Employer Branding von Google als einem der beliebtesten Arbeitgeber Europas verantwortlich. Graf studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Zürich und verfügt über einen Abschluss als Master of Science in Communications Management der Universität Lugano. Er war mehrere Jahre als Redaktor und freier Journalist tätig und arbeitete nach seinem Wechsel in die Unternehmenskommunikation in führender Position für Sony Overseas und Dow Europe.
Matthias Graf folgt auf Marco Castellaneta, der seit 2005 Head of Corporate Communications der Ringier war und wie bereits im März mitgeteilt als Leiter des Geschäftsbereichs Ringier Entertainment vollständig in die Geschäftsleitung von Ringier Schweiz wechselt.
www.ringier.com

Mit Fingerspitzengefühl die App-Welt erobern

Das iPad scheint die Medienwelt zu revolutionieren. So könnte man meinen, wenn man die zum Teil euphorischen Artikel zum Thema liest. Kann damit aber auch Geld verdient werden? Und wer verdient es? Gastkommentar von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut.

Apple gehört zu denjenigen, welche über grosses Fingerspitzengefühl verfügen, wenn es um die Entwicklung von verführerischen digitalen Plattformen geht. Technologische Innovation allein begeistert nur Techniker. Soll eine breite Konsumentenschicht erreicht werden, dann zählt das Erlebnis als Ganzes: Von der Ankündigung über den Erstkontakt, den Kaufentscheid, das Kennenlernen, den erfüllten und den unerfüllten Wünschen bis zur Abwendung, weil ein neues Gerät weitere Möglichkeiten eröffnet. Apple beherrscht diese Kunst mit Meisterschaft.
Das iPad erfüllt mir als Nutzerin viele meiner Ansprüche. Es ist eine tragbare Mediathek, Büchergestell und Magazin-Ablage, Audio- und Videothek. Die Konvergenz der verschiedenen Medienformen kann hier wie auf kaum einem anderen Gerät erlebt werden. Es begleitet mich auf meinen Sommerreisen mit den runtergeladenen Büchern, Zeitungen und Podcasts. Am besten gefallen mir Anwendungen, welche die Annehmlichkeiten der analogen Medienwelt mit denjenigen der digitalen verbinden. Übersichtlichkeit schaffen klassische Architekturen wie Ressorts, nummerierte Seiten, gepflegtes Layout sowie Tablare für die Archivablage. Dabei will ich nicht auf Hyperlinks, Videos oder Sharing-Möglichkeiten verzichten. Ein interessantes Beispiel dafür ist die App der Coop-Zeitung.
Als zahlende Kundin macht mir das iPad das kommunikative Leben einfach und ärgerlich zugleich. Die Aktualisierung der Apps und der Mails durch schnelles Antippen gehört schnell zum Morgenritual. Einmal bei iTunes registriert, genügt ein Tippen mit dem Finger, um mir alle Wünsche zu erfüllen. Die Bildqualität verlangt nach einer entsprechenden Graphik und letztlich nach anspruchsvollen Inhalten.
Wer mit dem iPad arbeiten will, wird allerdings immer wieder in die Steinzeit zurückversetzt: Selbstverständlichkeiten müssen entweder über verschiedene Apps oder Zubehör einzeln erworben werden. Einiges wird erst noch entwickelt. An die Tastatur kann man sich gewöhnen. Diesen Text konnte ich dank meiner kleinen Hände direkt eintippen, auch wenn meine Fingerfertigkeit stark gefordert war.
Unangenehm ist der Gedanke an all die Informationen, welche Apple über meine Vorlieben, Interessen und Kontakte sammelt. Steve Jobs spannt das Netz um seine Kunden sehr eng: Wer eines seiner Geräte erworben hat, verpflichtet sich dazu, sein Spiel mitzuspielen. Jobs macht damit dieselben Fehler, die er Microsoft vorgeworfen hat: Er nutzt seinen Markterfolg bis an die Grenzen aus.
Die Medienproduzenten sind ebenfalls den Spielregeln von Apple ausgeliefert. Wer wie seine App aufschalten kann ist offenbar für Verleger nicht einfach Verhandlungssache. Streitpunkt sind die Abonnement- und Einzelverkaufsformen. Die beiden folgenden Fragen stehen im Zentrum: Wer verdient wie viel an den App-Kunden und wer verfügt über deren Daten?
Selbst iPad-Partner der ersten Stunde wie Time Inc. konnten offenbar noch keine befriedigende Lösung finden. Wie All Things Digital berichtet, verhinderte Apple die Lancierung eines Magazins, das über iTunes runtergeladen werden kann, das Abonnement hingegen direkt mit dem Verleger abgerechnet wird. Wo eine Vereinbarung getroffen werden konnte, wie zwischen Apple und Amazon, schaltet sich die Wettbewerbsbehörde ein. Magazin-Apps können offenbar erfolgreich verkauft werden: Wired soll gemäss Branchenberichten rund 100 000 Exemplare seiner Juni-Ausgabe über das iPad verkauft haben zum Einzelverkaufspreis von 4.99 Dollar. Bereits wird denn auch spekuliert, Steve Jobs wolle im Magazin-Geschäft stärker mitmischen.
Apple lässt Fingerspitzengefühl vermissen. Der amerikanische Ökonom Richard Reich erinnerte kürzlich daran, dass BP keine Person, sondern ein Bündel von Verträgen sei. Dies gilt auch für Apple, selbst wenn sich Steve Jobs gerne als iGod präsentiert. Es ist jetzt die Aufgabe aller Marktpartner und auch der Behörden, hart zu verhandeln. Bereits heute steht Apple bezüglich Arroganz der Macht Microsoft und Google in nichts nach. Die Konkurrenz ist herausgefordert, alternative Angebote auf den Markt zu bringen.
Eine Alternative zum iPad sind heute immer noch die gedruckten Medien. Immer, wenn ich mich vertieft mit einem Text beschäftigen wollte, griff ich diesen Sommer zum Buch oder zur Zeitung. Ob das auch nächsten Sommer im gleichen Masse der Fall sein wird, hängt vom Fingerspitzengefühl ab, mit dem alle Markteilnehmer ihre Angebote weiterentwickeln.

Bei SFLB wird der Sunrise-VIP-Pass zum Handy-Pass

SFLB hat eine Kampagne für das Musik-Sponsoring von Sunrise entwickelt. Sunrise unterstützt diesen Sommer drei Musik-Festivals in der Schweiz.

Beim «Das Festival» in Schaffhausen als Presenting Partnerin, am «Rock OZ’ Arenes» in Avenches und an den «Summer Days» in Arbon als Hauptsponsorin. Für seine Kunden hat Sunrise VIP Packages zusammengestellt. Diese beinhalten unter anderem eine Fahrt mit der Sunrise Limousine, einen Welcome Apéro mit anschliessendem Dinner, Zugang auf die VIP-Tribüne, Backstageführung und ein Meet&Greet mit den Künstlern. Dafür hat SFLB ein Sujet kreiert, welches der lokalen Bevölkerung die Chance auf den Gewinn eines der VIP-Packages ermöglicht. Das Handy, welches wie ein VIP-Pass des jeweiligen Festivals an einem Bändchen um den Hals eines Besuchers hängt, wird in der lokalen Presse und online zu sehen sein.
Verantwortlich bei Sunrise: Bettina Singeisen (Projektleiterin Sponsoring & Events), Simone Marzoll (Projektleiterin Brand Management). Verantwortlich bei SFLB: Sebastian Krayer (AD), Christian Schäfer (Text), Peter Brönnimann (CD), Dominik Mätzener, Flurin Hardt, Rebecca Krausse (Beratung). Fotografie: Mathias Zuppiger
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Der süsse Sound des Erfolgs

604 neue Marketingfachleute wurden im Berner Kursaal geehrt. Nach der international gültigen Devise «Work hard, play hard» stieg nach der entbehrungsreichen Zeit des Lernens die wohlverdiente Party. Höhepunkt der rauschenden Gala, die von Melanie Winiger mit Witz und Biss moderiert wurde: Der Soulsänger aus Deep Aargau, der die insgesamt 1200 Gäste mit Seven-Meilen-Stiefeln heiss machte.

Hat diese Dame zu Hause Red Bull im Grundwasser? Oder steigen Witz und Biss mit jedem Grad Aussentemperatur? Auf Letzteres konnte Ende Juni im Berner Kursaal mit Sicherheit gesetzt werden. Denn während draussen starke Sonnenstrahlen die Apéro-Terrasse vorwärmten, lief drinnen Melanie Winiger von Beginn weg zur Hochform auf. Die Tessinerin, immer noch der Benchmark im Heer der ehemaligen und amtierenden Missen, führte mit kesser Lippe durch Nachmittag und Abend. «Ihr seid allererste Sahne», rief La Winiger den 604 erfolgreichen Marketingfachleuten zu, die an diesem Event ihre eidgenössischen Fachausweise übernehmen konnten.
Natürlich war an jenem Jubel-Abend auch Platz für etwas gesittetere Töne. Etwa als Andreas Balazs, Präsident der Prüfungskommission, seine Worte an den Marketing-Nachwuchs richtete. Sie sollten, sagte Balazs, ihr fundiertes Wissen im beruflichen Alltag mit persönlichem Einsatz und Kreativität kombinieren. Der eloquente Redner liess sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als schon nach dem zweiten Satz die ersten Korken knallten im Publikum. Eine Klientel, die weiss, was harte Arbeit heisst. Immerhin regierte auf längere Dauer Schule über Ausschlafen, war statt Party Gruppenarbeit angesagt. Und wer hart arbeitet, kann in der Regel auch kräftig feiern. Oder hat mindestens das Recht dazu. Die Kraft, der Durchhaltewille, all das, was während der Weiterbildungszeit so wichtig war, regte Balazs an, müsse nun auch weiter wirken im beruflichen Alltag. Sollte dieser Alltag gar anregen, die Karriere in logischer Art fortzusetzen, so hatte Swiss-Marketing-Präsident Uwe Tännler schon die richtigen Worte parat: «Wer bei Swiss Marketing dabei ist, betritt den Lift nach oben.»
Hockey-Torhüter unter Beschuss
Wenn irgendwo Tessin draufsteht oder gar Tessin drin ist, wird Melanie Winiger – das ist sie nur schon ihrem Ruf schuldig – immer von schärfster Aufmerksamkeit durchzuckt. An jenem Abend im Berner Kursaal hatte sie mehrere Gelegenheiten dazu. Etwa als sie Ivo Soldini, den Schöpfer der Swiss Marketing Awards, zum Interview bitten konnte. Oder als sie mit der Tessiner Equipe feiern konnte, die im vollen Magister-Ornat aus der Sonnenstube angereist kam. Zusätzlich gab es eine Award-Kategoriensiegerin aus Losone zu feiern. Und dass einer der erfolgreichen Absolventen, der Kloten-Flyers-Torhüter Ronnie Rüeger, einst in Lugano spielte, passte der scharfzüngigen Tessinerin natürlich auch bestens ins Konzept. Etwas von der kantonalen Rivalität bekamen die Anwesenden gleich mit, als die Moderatorin Rüeger auf die Bühne bat: «Dass du mal bei Lugano gespielt hast, das war nur wegen des Geldes, oder?» Nun ja, immerhin ist ja der Preis auch eines der vier massgeblichen Elemente im Marketing-Mix. Rüeger gab cool zurück: «Nein, Lugano ist ja auch ein sehr schöner Ort.» Der Klotener, cool wie ein Eis-Nugget, parierte das Fragen-Powerplay von Winiger bestens. Dieser, die es wohl eher mit Ambri-Piotta hat, konnte Rüeger auch erzählen, dass er selber schon den Kasten gehalten habe am Gotthard oben. Der Keeper legte einen kommunikatorischen Shut-out hin – und das Publikum hatte seinen Spass daran, wie Winiger immer wieder neu zum verbalen Slapshot ausholte.
Starke Beats
Die Diplomfeier zu Bern hat sich mittlerweile zu einem echten Must in der Branche gemacht. Sie kombiniert feierliche Elemente mit zirzensischem Flair, etwa wenn die Diplome mit Trockeneis-Einsatz quasi aus der Raummitte hinaus hochwachsen. Sie beflügelt mit einem stilvollen Apéro das in der Branche so wichtige Networking. Und sie setzt natürlich auch musikalische Höhepunkte. Wie im Jahr zuvor trat der Beatboxer ZeDe auf, eine eigentliche vokale Rappelkiste: «So viele Töne aus nur einem Mund», staunte ein etwas älteres Semester, das den Nachwuchs an die Feier begleitet hatte und nächstentags am Stammtisch bestimmt etwas Exklusives zu erzählen hatte. Gegen Schluss der Veranstaltung enterte der Aargauer Soul-Sänger Seven mit seiner Band die Bühne. Und es brauchte wirklich nur ein paar wenige kleine Aufforderungen, bis die ersten ihr Tanzbein lockerten. Bald schon war der Raum vor der Bühne voll mit frischgebackenen Marketingfachleuten, die in kontrollierten Schüttel-Modus übergingen. «Greift nach den Sternen», rief Seven den 604 neuen Marketingfachleuten zu. Die waren schnell im Banne seines süssens Sounds des Erfolgs.
Melanie auf der Combox
Selbstverständlich weiss jeder der frischen (und auch jeder nicht mehr ganz so frischen) Marketer, dass zu einer guten Präsentation nicht nur ein toller Auftakt und eine starke Mitte gehört. Sondern auch ein Ende, das Memorierbarkeit schafft. Ein Schlussbouquet eben, das beflügelt und die Kraft der Botschaft noch weit in den Alltag hineinträgt. Auch das gelang an der Diplomfeier der Marketingfachleute. Und zwar in einer Art, wie sie heute als State of the Art gilt: in der Verquickung von exklusiver Emotion und modernen technischen Hilfsmitteln. Und einem Quentchen von La Winiger.
Tage später nämlich, als der Geist vom Kursaal schon wieder vom Alltag erstickt zu werden drohte, hatten die Teilnehmer der Diplomfeier plötzlich einen Anruf auf ihrer Handy-Combox. «Hallo, hier ist Melanie Winiger», tönte es doch da tatsächlich aus 604 iPhones und Samsungs und Nokias im Lande, «ich möchte dir noch einmal persönlich zu deinem Diplom gratulieren.» Tatsächlich, da sprach La Winiger, mit ihrer berühmten Stimme, die etwas Raues und Aufmüpfiges hat, ein Organ, das irgendwie von Spass und Pferdestehlen kündet. Und von gutem Marketing. Das Voicemailing, das von der Tropa Services aus dem zürcherischen Dänikon lanciert wurde, dürfte voll eingeschlagen haben. Melanie W. auf der Combox – das hat nun wirklich nicht jeder. Exklusivität vermischt mit Emotion – ein toller Angelhaken. Emotion und Exklusivität – ein solches Gefühl, voller Stolz und Zufriedenheit – wurde an jenem Abend auch allen Teilnehmern im Berner Kursaal vermittelt.
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