Der Negativtrend setzt sich fort: Wie bereits bei der letzten Erhebung haben auch zwischen April 2009 und April 2010 weniger Personen die auflagenstärksten Titel der Deutschschweiz gelesen. So haben namentlich der Tages-Anzeiger, die Mittelland Zeitung, die Berner Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung zwischen 7‘000 und 11’000 Leser verloren. Den Tagi lesen noch 472’000 Personen regelmässig, die NZZ 306’000. Durchzogen ist die Bilanz bei den grösseren regionalen Tageszeitungen. Während Neue Luzerner Zeitung und St. Galler Tagblatt weniger gelesen wurden, machten Südostschweiz, Zürcher Landzeitung und Basler Zeitung Boden gut.
Zu den Verlierern in der Lesergunst gehört die Pendlerzeitung 20 Minuten. Nach jahrelangem Aufwärtstrend hatte die Gratiszeitung bereits in der Vorperiode erstmals 54’000 Leser verloren. Die aktuelle Erhebung weist nun erneut einen Verlust von 47’000 Lesenden aus. Allerdings lässt sich dieser Rückgang mit einer bewussten Reduktion der verteilten Auflage begründen. 20 Minuten bleibt denn auch mit 1’318’000 Lesern die meistgelesene Tageszeitung der Schweiz.
Mehr Leser in der Romandie
Von den bezahlten Tageszeitungen behauptet sich der Blick an der Spitze – er wird von 628’000 Personen gelesen. Dieser Wert ist jedoch mit demjenigen der letzten Erhebung (613’000) methodisch nicht vergleichbar, da die Boulevardzeitung seit rund einem Jahr in verändertem Format erscheint und daher die Medienwerte angepasst wurden. Ähnliches gilt für die Gratiszeitung Blick am Abend. Weil ihr Streugebiet vor einem Jahr vergrössert wurde, ist die aktuelle Leserzahl von 495’000 nicht direkt mit der zuletzt erhobenen (401’000) vergleichbar.
Der allgemein negative Trend gilt allerdings nicht für die Romandie. Von den auflagenstärksten Titeln büsste einzig die Tribune de Genève an Reichweite ein – sie wird noch von 140’000 Personen gelesen (-13’000). Le Matin, 24 Heures und Le Temps dagegen sind in der Lesergunst gestiegen – ebenso wie Le Nouvelliste und La Liberté.
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(Darstellung: Media Trend Journal)
Verwechslungen am Sonntag
Bei der Sonntagspresse steht nur eine Zeitung auf der Gewinnerseite: der Sonntagsblick. Er wird neu von 870’000 Lesenden konsumiert, was einem Plus von 2‘000 entspricht. Die anderen Titel haben alle verloren, am deutlichsten die Sonntagszeitung. Deren Wert von 771’000 Lesern kann jedoch nicht mit demjenigen der letzten Erhebung verglichen werden (797’000 und demnach Verlust von 26’000), da die Abfrage der Wemf zur Sonntagspresse präzisiert wurde. Offenbar hatten die Befragten in früheren Erhebungen die verschiedenen Sonntagstitel zum Teil verwechselt.
Die Zentralschweiz am Sonntag, die erstmals in der Statistik auftaucht, erreichte auf Anhieb 174’000 Leser. Bei den Wirtschaftsblättern mussten alle Titel Einbussen hinnehmen. Am stärksten getroffen hat es die Finanz und Wirtschaft, die noch 121’000 Leser hat (-14’000).
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(Darstellung: Media Trend Journal)
Grosse Einbussen bei den Illustrierten
Bei den Illustrierten und Magazinen liegen nach wie vor die Zeitungen der beiden Grossverteiler an der Spitze. Zudem sind sie recht stabil: Während die Coop-Zeitung wenige tausend Leser einbüsste und neu von 2’649’000 Personen gelesen wird, machte das Migros-Magazin um wenige tausend Leser vorwärts. Es erreicht jetzt 2’315’000 Lesende.
Am meisten Leser gewonnen haben Ktipp und Beobachter, am meisten verloren haben die Annabelle (neu 304’000 Lesende, minus 42’000) und die Schweizer Familie (neu 720’000 Lesende, minus 34’000).
Für die neueste Wemf-Studie wurden 23’702 Personen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein befragt, davon 17’042 in der Deutschschweiz.