Ringier habe den Vertrag mit Samuel Stutz per 31. Oktober 2010 aufgelöst, wird Edi Estermann, Kommunikationschef bei Ringier, in der NZZ am Sonntag zitiert. Über die Gründe der Vertragsauflösung sei Stillschweigen vereinbart worden. Was der Medienkonzern seinem Mitarbeiter vorwirft und was Auslöser für die Kündigung war, steht gemäss der Sonntagspublikation in einer E- Mail, die Hans Jürg «Fibo» Deutsch im September an Geschäftspartner von Ringier verschickt hat. Deutsch ist verantwortlich für die Sendung «Gesundheit Sprechstunde», und in seiner E-Mail heisst es: «Es hat sich inzwischen bestätigt, dass verschiedene Verfahren des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) gegen unsere Sendung durch Initiativen des ehemaligen Moderators, Dr. Samuel Stutz, ausgelöst worden sind. Aufgrund dieser Vorkommnisse verzichtet Ringier künftig auf die Mitarbeit von Dr. Stutz bei der Schweizer Illustrierten.» Das Bakom führt seit Dezember 2009 ein Aufsichtsverfahren gegen «Gesundheit Sprechstunde», und zwar wegen Verdachts auf Verletzung von Sponsoring- und Werbe-Bestimmungen im Radio- und TV-Gesetz (RTVG). Bereits 2009 und 2005 hatte das Bakom Verfügungen gegen die Sendung wegen Verstössen gegen das RTVG erlassen.
Der 49-jährige Stutz, der seit zwanzig Jahren für den Verlag arbeitet, wehrt sich gegen den Vorwurf. Er stehe mit dem Bakom regelmässig in Kontakt, da er für neue Fernsehsendung, die er plane, klären müsse, was erlaubt sei und was nicht. In diesem Rahmen habe er mit dem Bakom auch konkrete Sendungen besprochen, wie er gegenüber der NZZ am Sonntag sagte. «Wenn man daraus ableitet, ich hätte Ringier und ,Gesundheit Sprechstunde angeschwärzt, ist das ein plumpes Ablenkungsmanöver von einem wegweisenden Aufsichtsverfahren wegen Schleichwerbung.»
Das Bakom bestätigt, mit Samuel Stutz wegen dessen neuer Sendung in Kontakt gewesen zu sein. Allfällige Informationen von ihm seien aber für die Eröffnung des Aufsichtsverfahrens nicht ausschlaggebend gewesen. Das Bakom habe die Sendung von sich aus kontrolliert. Allerdings: Allfällige Informanten würde das Bakom auch in keinem Fall öffentlich machen.