Uvek konzessioniert drei digitale Radioprogramme für die Westschweiz

Das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) hat drei digitalen Radioprogrammen eine Konzession für die Verbreitung in der Westschweiz erteilt. An den Start über DAB+ gehen Radio Rhône, Radio Fribourg/Freiburg und ein Sender aus dem Jura.

Die Konzession garantiert den drei Anbietern einen Platz im noch aufzubauenden dritten Sendernetz für digitale Radioprogramme. Wie das Uvek am Montag mitteilte, hat auch die SRG das Recht erhalten, auf dem neuen Sendernetz zwei Radioprogramme in den Äther auszustrahlen. Wer das dritte digitale Sendernetz betreiben wird, ist noch offen. Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) wird die Funkkonzession dazu in den nächsten Wochen erteilen.
Heute gibt es bereits zwei DAB-Sendernetze. Das erste wird sei 1999 von der SRG betrieben und verbreitet ausschliesslich SRG-Programme. Es sendet im ursprünglichen DAB-Standard. Seit Herbst 2009 verbreitet zudem Swiss Media Cast als zweiter Funkkonzessionär auf einem Sendernetz zehn Programme von Privatanbieten und 4 Programme der SRG in DAB+-Qualität.
Alle drei für die Westschweiz konzessionierten Programme stützen sich auf bestehende Lokal-Radios. Im Gegensatz zur analogen UKW-Konzession muss das digitale Angebot aber auf die gesamte Sprachregion ausgerichtet sein.

Studie: Print- und TV-Werbung erreicht die meisten Konsumenten

Traditionelle Werbemittel haben noch immer einen starken Erinnerungs- und Wahrnehmungswert bei Verbrauchern. Konsumenten erinnern sich am häufigsten an TV- und Printwerbung sowie an Werbung auf Plakatwänden, Schildern und Postern. Dies zeigt eine vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Taylor Nelson Sofres (TNS) publizierte Studie.

Die höchste Erinnerungsquote bei «Werbung im TV» geht bei den meisten Befragten mit einer hohen wahrgenommenen Intensität einher. Über die Hälfte fühlt sich durch TV-Werbung jedoch gleichzeitig gestört. Die gefühlte Intensität von Werbemassnahmen im traditionellen Printbereich mit Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen ist ebenfalls hoch. Im Gegensatz zur Fernsehwerbung wird sie aber als weniger aufdringlich eingestuft.
Als Vertreter der neueren Werbekanäle sind unter den Top 10 bezüglich Erinnerung E-Mail-Werbung, Internet-Banner und Pop-Up-Werbung vertreten. An Erwähnungen in Blogs und Foren, Online-Empfehlungen oder Werbung per MMS erinnern sich hingegen nur die wenigsten.

Telefonwerbung schneidet besonders schlecht ab
Belästigt fühlen sich die Umfrageteilnehmenden speziell durch Werbung oder Verkäufe am Telefon. Ebenfalls als aufdringlich empfinden die Befragten neben TV-Werbung auch Internet-Pop-Up-Werbung und E-Mails. Weniger störend sind gemäss Studie hingegen Online-Empfehlungen, Werbung in Geschäften sowie Produktproben.
Bezüglich Vertrauen konnten vor allem Empfehlungen von Freunden oder Bekannten (offline), Onlineempfehlungen sowie Produktproben punkten. Nur wenig Vertrauen äusserten die Studienteilnehmer allerdings gegenüber Werbung per SMS und MMS, Internet Pop-Up-Werbung sowie Werbung in Videospielen. Werbung oder Verkäufe am Telefon schnitt auch hier äusserst schlecht ab.

Erinnerung an „Advertising Touchpoints“ – Top 10

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Hohe Intensität der „Advertising Touchpoints“ – Top 10

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Zur Studie
Für die Studie wurden Personen zu ihrer Wahrnehmung und Meinung zu 33 verschiedenen Berührungspunkten mit Werbung befragt. Dafür wurden im Juni 2010 über 7‘000 Online-Interviews in sieben europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, England und Russland) durchgeführt.

BaZ-Holding zieht nach Zug und heisst neu Watt Capital Holding

Die Besitzer der Basler Zeitung, Tito Tettamanti und Martin Wagner, haben den Sitz der BaZ-Holding AG nach Zug verlegt. Zudem nennen sie die Gesellschaft neu Watt Capital Holding AG.

Mit der neutralen Namensgebung und dem neuen Sitz soll das Unternehmen für Beteiligungen ausserhalb Basels geöffnet werden, sagte Martin Wagner am Montag zur Nachrichtenagentur SDA. Die National-Zeitung und Basler Nachrichten AG – sie ist die Herausgeberin der Basler Zeitung – bleibe in Basel. Der Name Watt setzt sich zusammen aus den Namen der Holding-Besitzer, bestätigte Wagner einen Bericht vom Nachrichtenportal Onlinereports.

SF: Giacobbo/Müller wehren sich gegen Werbung

Die Haussatiriker des Schweizer Fernsehens SF, Viktor Giacobbo und Mike Müller, haben sich bei ihrer eigenen Pressestelle beschwert. Diese erlaubte einem Elektronikfachmarkt, Werbung mit ihrer Sendung «Giacobbo/Müller – Late Service Public» zu machen.

Die SF-Pressestelle hatte Giacobbo und Müller allerdings nicht gefragt, ob die beiden damit einverstanden sind. Stein des Anstosses war eine Werbung eines Elektronikfachmarktes, die kürzlich mehreren Tageszeitungen beigelegt wurde. In den abgebildeten TV-Geräten wurden dabei Bilder der Satiresendung integriert.
Es habe deswegen intern einige Irritationen gegeben, sagte SF-Sprecher Marco Meroni zu einer Mitteilung, die der Sender am Montag verschickte. «Die beiden Satiriker wollen aus Prinzip für gar niemanden Werbung machen, damit ihre Unabhängigkeit nicht gefährdet wird», so Meroni. Man habe es aber leider unterlassen, die beiden zu fragen.
Dass der Elektronikfachmarkt SF-Bilder verwenden darf, ist nichts Ungewöhnliches. Das Fernsehen stellt ihm regelmässig Aufnahmen ihrer Sendungen zur Verfügung und kommt so zu einer zusätzlichen Werbeplattform.

Medienkritik Schweiz: Verein lädt zur Jahrestagung

Der anfangs Jahr neu gegründete Verein Medienkritik Schweiz macht auf seine erste Jahresveranstaltung vom 25. November 2010 aufmerksam. Der Verein lanciert an der Tagung seine Idee einer medienkritischen Schweizer Plattform in einer breiten Öffentlichkeit.

Durchgeführt wird der Anlass unter dem Titel «Qualitätsmedien in der Krise. Wo bleibt die Medienkritik? Eine Standortbestimmung» am 25. November 2010 an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich. Referieren werden Gottlieb F. Höpli, Präsident des Vereins Medienkritik Schweiz, Prof. Vinzenz Wyss, Institut für Angewandte Medienwissenschaft Winterthur, sowie Oswald Sigg,
alt Vizekanzler und Bundesratssprecher. Danach folgt eine Podiumsdiskussion mit Dominique von Burg, Präsident Schweizer Presserat, Kurt Imhof, Professor am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich, Nationalrätin Natalie Rickli, Vizepräsidentin Aktion Medienfreiheit, Daniel Römer, Präsident Arbus Schweiz, Vereinigung für kritische Mediennutzung, Hermann Suter Präsident Stiftung Wahrheit in den Medien sowie Patrik Tschudin, Medienblogger.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Weitere Informationen und Programm: Medienkritik-schweiz.ch.
Um Anmeldung wird gebeten auf [email protected].

Ubi rügt «Cash TV» wegen einseitiger Berichterstattung

Die SF-Sendung «Cash TV» hat einseitig über eine Abstimmungsvorlage berichtet. Das stellt die unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (Ubi) des Bundes fest. Es ging um die Senkung des Mindestumwandlungssatzes in der berufliche Vorsorge.

In der Sendung vom 7. Februar 2010 befragte der Moderator von «Cash TV» einen Befürworter der Vorlage. Es war der Leiter der Abteilung Vorsorge bei Swisscanto, welche auch Hauptsponsor von «Cash TV» ist. Der Befragte hatte vier Minuten lang Zeit, seine Argumente für einen tieferen Umwandlungssatz darzulegen. Der Moderator habe es unterlassen, kritische Rückfragen zu stellen, teilte die Ubi am Montag mit. Auch vermittelte der sachliche Ton des Gesprächs den Eindruck, es handle sich bei dem Befragten um einen Sachverständigen und nicht um einen Interessenvertreter. Dieser war als «Pensionskassenexperte»
vorgestellt worden.

Beschwerde von Privatperson
Das Gespräch sei auch nicht im Rahmen einer Serie von Beiträgen zum Umwandlungssatz ausgestrahlt worden, bemängelte die Ubi weiter. Die Abstimmung fand einen Monat später statt: am 8. März 2010. Sendungen, die bevorstehende Abstimmungen thematisieren, seien heikel, weil sie die Meinungsbildung beeinflussen können, hielt die Beschwerdeinstanz fest. Deshalb sei – auch von privaten Fernsehveranstaltern – eine erhöhte Sorgfaltspflicht zu erwarten. Im Falle dieses Interviews habe der Sender das Sachgerechtigkeitsverbot verletzt.
Die Beschwerde kam von einer Privatperson, wie es bei der Ubi auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA hiess. «Cash TV» muss die Ubi nun innert 30 Tagen über getroffene Verbesserungsmassnahmen unterrichten. Die Verantwortlichen der Sendung können den Entscheid aber auch beim Bundesgericht anfechten.

Ruf Lanz für die VBZ: Christoph Mörgeli und Daniel Jositsch zueinander gesetzt

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Springer: Russisches Newsweek-Magazin eingestellt

Nach sechs Jahren hat der Axel Springer Verlag das verlustreiche kremlkritische Nachrichtenmagazin Russki Newsweek wieder eingestellt. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

Diese Lizenzausgabe des US-Nachrichtenmagazins Newsweek galt seit ihrem Erscheinen Mitte 2004 als Flaggschiff eines unabhängigen Journalismus in dem sonst stark von Staatsmedien dominierten Markt in Russland. Zuletzt hatte die liberale Zeitung Kommersant in Moskau berichtet, dass der russische Multimilliardär Michail Prochorow mit Springer über die Übernahme verhandle. Dem Vernehmen nach lehnte die russische Führung das Geschäft aber letztlich ab.
Die Auflage von Russki Newsweek lag zuletzt bei knapp über 50’000. Medienanalysten hatten dies als gering bezeichnet. Sie sahen darin ein Indiz, dass das Interesse in Russland an aufwendig und kostspielig recherchiertem Journalismus gering ist. «Leider ist es uns nicht gelungen, den Titel dauerhaft auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen und ihm eine entsprechende Perspektive zu geben», sagte der Präsident von Axel Springer International, der Schweizer Ralph Büchi, laut einer Mitteilung. Unter Berufung auf Experten hatte Kommersant den jährlichen Verlust mit umgerechnet rund 480’000 Franken pro Jahr angegeben. Axel Springer Russland verlegt auch die russischsprachigen Zeitschriften Computer Bild, Forbes und OK!.

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Ringier löst Vertrag mit Samuel Stutz auf

Ringier trennt sich vom TV- und Zeitschriften-Arzt Samuel Stutz. Der Grund: Stutz habe beim Bundesamt für Kommunikation gegen den Verlag intrigiert.

Ringier habe den Vertrag mit Samuel Stutz per 31. Oktober 2010 aufgelöst, wird Edi Estermann, Kommunikationschef bei Ringier, in der NZZ am Sonntag zitiert. Über die Gründe der Vertragsauflösung sei Stillschweigen vereinbart worden. Was der Medienkonzern seinem Mitarbeiter vorwirft und was Auslöser für die Kündigung war, steht gemäss der Sonntagspublikation in einer E- Mail, die Hans Jürg «Fibo» Deutsch im September an Geschäftspartner von Ringier verschickt hat. Deutsch ist verantwortlich für die Sendung «Gesundheit Sprechstunde», und in seiner E-Mail heisst es: «Es hat sich inzwischen bestätigt, dass verschiedene Verfahren des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) gegen unsere Sendung durch Initiativen des ehemaligen Moderators, Dr. Samuel Stutz, ausgelöst worden sind. Aufgrund dieser Vorkommnisse verzichtet Ringier künftig auf die Mitarbeit von Dr. Stutz bei der Schweizer Illustrierten.» Das Bakom führt seit Dezember 2009 ein Aufsichtsverfahren gegen «Gesundheit Sprechstunde», und zwar wegen Verdachts auf Verletzung von Sponsoring- und Werbe-Bestimmungen im Radio- und TV-Gesetz (RTVG). Bereits 2009 und 2005 hatte das Bakom Verfügungen gegen die Sendung wegen Verstössen gegen das RTVG erlassen.
Der 49-jährige Stutz, der seit zwanzig Jahren für den Verlag arbeitet, wehrt sich gegen den Vorwurf. Er stehe mit dem Bakom regelmässig in Kontakt, da er für neue Fernsehsendung, die er plane, klären müsse, was erlaubt sei und was nicht. In diesem Rahmen habe er mit dem Bakom auch konkrete Sendungen besprochen, wie er gegenüber der NZZ am Sonntag sagte. «Wenn man daraus ableitet, ich hätte Ringier und ,Gesundheit Sprechstunde‘ angeschwärzt, ist das ein plumpes Ablenkungsmanöver von einem wegweisenden Aufsichtsverfahren wegen Schleichwerbung.»
Das Bakom bestätigt, mit Samuel Stutz wegen dessen neuer Sendung in Kontakt gewesen zu sein. Allfällige Informationen von ihm seien aber für die Eröffnung des Aufsichtsverfahrens nicht ausschlaggebend gewesen. Das Bakom habe die Sendung von sich aus kontrolliert. Allerdings: Allfällige Informanten würde das Bakom auch in keinem Fall öffentlich machen.

Italiens Starmoderator Santoro wehrt sich gegen Suspendierung

Der italienische Starmoderator Michele Santoro kann einen ersten Erfolg in seinem Streit mit dem italienischen Staatsfernsehen RAI feiern.

Der Journalist erhob Einspruch gegen den Beschluss des RAI-Vorstands, ihn für zehn Tage zu suspendieren und ihm in diesem Zeitraum kein Honorar zu zahlen. Mit Santoros Antrag wird die Sendesperre gemäss SDA ausser Kraft gesetzt, bis ein Arbeitsgericht über den Fall entscheidet. Die Sendesperre war als Disziplinarmassnahme für die Beleidigung des RAI-Direktors Mauro Masi während einer Sendung am 22. September verhängt worden.
Zahlreiche Medien gehen davon aus, dass Santoro in Wahrheit für seine Kritik an Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi bestraft worden sei. Santoro hatte angekündigt, in «allen möglichen Instanzen» gegen die Disziplinarmassnahme vorgehen zu wollen.

Zu guter Letzt: Und Bohlen sorgt sich DOCH um sein Image

Dieter Bohlen ist nicht unbedingt dafür bekannt, sich gross um sein Image zu scheren. Anders im Fall des Werbevertrags mit dem Wursthersteller Wiesenhof, dem Tierquälerei vorgeworfen wird.

Einer Gruppe Peta-Aktivisten gefiel es gar nicht, dass Bohlen Werbung für die sogenannten «Bruzzler» macht. Kurzerhand versammelten sie sich vor seiner Villa – mit toten Hühnern und einem drei Meter grossen Spruchband mit der Aufschrift «Wiesenhofs Hühner würden Bohlen den Hintern versohlen». Das Transparent zeigte ausserdem eine Comic-Zeichnung, bei der ein Huhn Bohlen mit einem Teppichklopfer auf den Allerwertesten schlägt. Und siehe da, der Pop-Titan liess sich beeindrucken und kündigte den Werbevertrag mit dem Wursthersteller.
Offenbar hatte er sich vor Vertragsunterzeichnung nicht genau informiert, für wen er sich zur Verfügung stellt – bei Kenntnis dieser Vorwürfe hätte Herr Bohlen den Vertrag nicht abgeschlossen, so sein Anwalt gemäss Welt online. Dabei lernen wir doch schon im Kindergarten: Zuerst denken, dann handeln – und nicht umgekehrt. Auch wenn es um ganz, ganz viel Geld geht.
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