Nationalratskommission: Kein Zwang zur Hochsprache in Radio und TV

Diskussionen in der Politsendung «Arena»sollen nicht auf Hochdeutsch geführt werden müssen. Die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats (WBK) hat es abgelehnt, Radio- und Fernsehsendern vorzuschreiben, in Informations- und Diskussionssendungen in der Regel Hochdeutsch zu sprechen.

Mit 14 zu 9 Stimmen empfiehlt die WBK ihrem Rat, der parlamentarischen Initiative von Antonio Hodgers (Grüne/GE) über den Sprachgebrauch in den audiovisuellen Medien keine Folge zu geben. Hodgers verlangt, dass in allen Sendungen zur Wissensvermittlung in der Regel die Standardsprache zu verwenden ist. Der Genfer Politiker Hodgers hatte letztes Jahr mehrheitlich in Bern gewohnt, um seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Dass in der Deutschschweiz der Alltag in der Regel in Dialekt bewältigt wird, stellte ihn vor Kommunikationsprobleme. Um Angehörigen anderer Sprachgruppen den Zugang zur deutschsprachigen Schweiz zu erleichtern, forderte Hodgers mittels 3 Initiativen Massnahmen.
 
Die WBK lehnt alle ab. Mit 15 zu 6 Stimmen bei 4 Enthaltungen gibt sie dem Vorstoss keine Folge, der verlangt, dass als erste Fremdsprache eine Landessprache zu unterrichten sei. Gar keine Chance hatte die Forderung, dass sich die Mitglieder des Bundesrats sowie die Bundeskanzlerin oder der Bundeskanzler in der Schweiz vor breitem Publikum immer in einer Amtssprache äussern müssen.
 
 
 

Flop der Woche: Opfiker Lokalposse

Die Stimmberechtigten müssen voraussichtlich über die Zukunft ihres Stadt-Anzeigers abstimmen: Die örtliche SP hat Unterschriften gesammelt, um zu verhindern, dass der Stadt-Anzeiger weitere vier Jahre offizielles Amtsblatt bleibt.

Ein SP-Vorstandsmitglied sagte auf Anfrage der SDA, dass deutlich mehr als die nötigen 300 Unterschriften zusammengekommen seien. Man sei deshalb zuversichtlich, dass das Referendum nach der Beglaubigung der Unterschriften zustandekomme. Auslöser für den Widerstand war der Verkauf des Blattes an SVP-Vizepräsident und Autoimporteur Walter Frey, der mit seiner Firma Lokalinfo bereits fünf Quartierblätter in der Region Zürich herausgibt. Die SP befürchtet, dass sich der Stadt-Anzeiger unter dem neuen Besitzer zum «SVP-Anzeiger» entwickelt. Man sei naiv, wenn man glaube, dass Walter Frey nur aus rein finanziellen Motiven im ganzen Kanton Zürich Zeitungen kaufe, schreibt die SP in einer Mitteilung. Sollte das Referendum zur Abstimmung kommen und angenommen werden, kommen für die SP zwei Lösungen infrage: Entweder suche die Stadt nach einem neuen Anbieter für die amtlichen Publikationen. Oder die Zeitung müsse an einen parteipolitisch unabhängigen Eigentümer weiterverkauft werden.

Edipresse: Romandie Online profitiert von mobilen Internetkampagnen

Romandie Online verzeichnet einen neuen Umsatzrekord. Die Tochtergesellschaft von Edipresse und Virtual Network hat im Geschäftsjahr 2010 die Umsatzgrenze von zehn Millionen Franken überschritten.

Der Westschweizer Onlinevermarkter erzielte 2010 eine Umsatzsteigerung von 2,4 Millionen Franken, was einer Entwicklung von plus 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der wichtigste Wachstumsmotor sei die explosionsartige Entwicklung von Kampagnen auf dem Mobilen Internet gewesen, heisst es in einer Medienmitteilung vom Donnerstag. Das Volumen der Werbekampagnen sei in diesem Bereich um 700 Prozent gestiegen, was einem Wert von einer viertel Millionen in 2010 entspricht. Für die nächsten fünf Jahren erwarte Romandie Online zudem ein Wachstum von jährlich 20 bis 30 Prozent, so Stefan Renninger, Gründer und Geschäftsleiter des Unternehmens. Positive Wirkungen erhofft man sich zudem durch kommerzielle Synergien mit Tamedia. Dies werde der Fall sein, sobald die Fusion mit Edipresse abgeschlossen sei.
 
Romandie Online wurde 2007 von Stefan Renninger gegründet und ist je zur Hälfte eine Tochtergesellschaft von Edipresse und Virtual Network. Das Angebot umfasst derzeit 25 Portale, darunter 24heures.ch, Yahoo.com, Allocine.com, Dailymotion.com, Femina.ch, TDG.ch, Romandie.com und Lematin.ch.

 
 
 

 

So vielseitig kann unsere Erde sein

Walder, Werber keierte ein neues Verpackungsdesign für Wyss Samen und Pflanzen.

Alles begann mit einer Idee: Die Wyss Samen und Pflanzen AG mit sieben Gartencenters in der ganzen Schweiz wollte ihre Eigenmarken an den Verkaufspunkten besser positionieren und auffälliger sichtbar machen. Den Auftrag für das neue Verpackungsdesign bekam Walder, Werber. Die Agentur um Sandro Walder bewirbt bereits seit über zwei Jahren regelmässig Aktionen von Wyss und liefert kommunikative Ideen für dieses führende Unternehmen der grünen Branche. In 150 Jahren ist Wyss auf 280 Mitarbeitende angewachsen. Reifezeit deshalb wieder einmal für ein Rebranding. Für die Basisgestaltung der neuen Verpackungen legte Walder, Werber eine Auswahl an Design-Vorschlägen vor – von bodenständig bis blumig. Inklusive der Gestaltung eines Qualitätslabels, das auf allen Eigenmarken-Produkten in Zukunft eingesetzt werden kann. Wyss wählte daraus ihren Favoriten und erteilte den Auftrag zur konkreten Ausgestaltung von 14 verschiedenen Erdensäcken – «wie man sie noch nie gesehen hat», freut sich Geschäftsführer Ulrich Wyss. pan

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Informierte Jugend – auch dank Facebook

71 Prozent der jungen Leute im Alter zwischen 16 und 25 Jahren informieren sich täglich oder sogar mehrmals täglich über das Tagesgeschehen. Und insgesamt 87 Prozent tun dies mindestens mehrmals wöchentlich.

Die Legende von der nicht bzw. schlecht informierten Jugend lässt sich also nicht halten. Oder mindestens nicht so generell. Dem erstmals erhobenen Jugendbarometer der Credit Suisse (siehe Kasten) kann auch entnommen werden, was denn am meisten interessiert. Unter den Nennungen in der Grafik «Interessantes am Tagesgeschehen» sticht vor allem die bereits auf Rang drei platzierte regionale Aktualität hervor. Sie steht sogar noch knapp vor dem Sport und auf fast gleicher Höhe wie die Musik. Für Politik interessiert sich dann allerdings nicht einmal mehr die Hälfte der jungen Leute. Andererseits sind von den Facebook-Mitgliedern unter den Befragten 17 Prozent Anhänger in einer politischen Facebook-Gruppe. Bezüglich Wirtschaft kann man die Sache aus zwei Blickwinkeln sehen: Nur gerade vier von zehn interessieren sich für dieses Thema. Oder: Es interessieren sich dafür immerhin gleich viele wie für Prominews oder für Informationen zu Anlässen, Partys und das Ausgehen.

Gratismedien sind die Informationskönige

Die gute Position der regionalen Aktualität müsste eigentlich der klassischen, bezahlten Tageszeitung eine gute Ausgangslage verschaffen. Dies ist aber nicht der Fall. Nur gerade 30 Prozent der jungen Leute im Alter von 16 bis 25 Jahren informieren sich in der bezahlten Tageszeitung (siehe Grafik «Informationsmedien für das Tagesgeschehen»). Aber immerhin gut die Hälfte nutzt dafür Newssites von Zeitungen. Ob sie das auch tun würden, wenn diese Infos nicht mehr gratis wären, muss offen bleiben, denn die unschlagbaren Informationskönige sind die Gratismedien. Sieht man von den Gebührengeldern ab (die bei den Jüngeren von den Eltern bezahlt werden), sind die auf den Rängen eins bis fünf platzierten Medien jedenfalls durchwegs gratis. Beachtlich ist die starke Position von Facebook, das offenbar für gut einen Drittel ein Medium für die Information über das Tagesgeschehen darstellt. Fokussiert man allerdings auf die wichtigste Informationsquelle, büsst Facebook deutlich an Bedeutung ein. Es wird dann nur noch von fünf Prozent genannt. Dazu kommen noch zwei Prozent, die andere soziale Netzwerke als ihr wichtigstes Informationsmedium bezeichnen. Auf den ersten vier Rängen ändert sich dagegen nichts. Die Gratis-Tageszeitungen werden von knapp einem Viertel als wichtigste Informationsquelle genannt. Dahinter folgen TV mit 21, Newssites/Zeitungssites mit 18 und das Radio mit 11 Prozent.

Facebook stehen die Befragten durchaus kritisch gegenüber. Fast drei Viertel sind der Meinung, dass es oberflächlich ist. Auch die Nutzung von Facebook muss als eher oberflächlich bezeichnet werden. Fast zwei Drittel geben nämlich an, dass sie zum gleichen Zeitpunkt auch andere Medien wie TV, Internet oder Videospiele nutzen. Bringt man das in Zusammenhang mit den Informationsmedien für das Tagesgeschehen, zeigt sich offenbar eine Vorliebe für oberflächliche Informationen. Dies ist ja auch ein Charakteristikum der Gratis-Tageszeitungen und der elektronischen Medien (mit Ausnahme von bestimmten Angeboten der SRG). Immerhin 87 Prozent sind sich bewusst, dass ihre Daten auf Facebook in falsche Hände geraten können. Sie lassen sich dadurch aber nicht von einer Mitgliedschaft abhalten. Denn Mitglied bei Facebook sind nicht weniger 85 Prozent aller Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 16 bis 25 Jahren. Von denen finden aber 76 Prozent, dass es durchaus eine Rolle spielt, wie viele ihrer privaten Daten über Facebook sichtbar sind. Probleme wie Mobbing oder lästige Anmache hatten aber bisher nur gerade 13 Prozent.

Bestätigt wird durch die Studie auch die starke Mobilitätskraft von Facebook. 56 Prozent sagen, dass sie wegen Facebook schon an Anlässe oder Partys gegangen seien. Geht es allerdings um den Kauf von Produkten, sieht es völlig anders aus. Der Aussage «Ich haben wegen Facebook schon Produkte gekauft», stimmen nur gerade 7 Prozent zu. Uneinig ist sich die Facebook-Community über die Bedeutung ihrer digitalen Sozialwelt. Während 47 Prozent der Meinung sind, dass Facebook die Welt verändere, sind 41 Prozent der Meinung, dass Facebook ein Trend sei, der vorbeigehen wird.

Private Kontaktpflege vor allem mit dem Handy

Dessen ungeachtet nimmt Facebook vor allem in der persönlichen Kommunikation eine wichtige Rolle ein. Für rund einen Drittel der Facebook-Mitglieder stellt es das wichtigste Kommunikationsmittel mit dem Freundes- und Kollegenkreis dar. Bezogen auf alle 16- bis 25-Jährigen, sind es dagegen nur 11 Prozent. Weitaus wichtiger ist allerdings das Handy (sie-he Grafik «Wichtigste Medien für die private Kontaktpflege»). Es ist für 39 Prozent das wichtigste und weitere 37 Prozent das zweitwichtigste Kommunikationsmittel. Und für 34 Prozent ist das via Handy verschickte SMS am wichtigsten und für weitere 25 Prozent am zweitwichtigsten. Festnetztelefon, Mail sowie Chat/Messenger-Dienste spielen dagegen nur bei je 4 Prozent die Hauptrolle.

Gefragt wurde auch nach der Dauer der Mediennutzung – allerdings fokussiert auf Online, Bewegtbild und Games. Die Grafik «Mediennutzung pro Tag» zeigt auf, dass 80 Prozent der jungen Leute in der Schweiz pro Tag mindestens eine Stunde im Internet verbringen. Insgesamt tummeln sich 96 Prozent jeden Tag im Netz. Über 80 Prozent sehen auch täglich auf einem eigenen TV-Gerät fern, sehen sich bewegte Bilder auf dem Computer an oder nutzen (wie oben gesehen teilweise gleichzeitig) Facebook. Gamen sowie Blogs, Chats oder Dating-Plattformen gehören dagegen für weniger als die Hälfte zum täglichen Medienrepertoire.
Ueli Custer

In Kürze
Die Befragung zum Jugendbarometer wurde durch gfs Bern durchgeführt. Das Jugendbarometer soll Einblick in die Lebensweise und Ansichten der 16- bis 25-jährigen Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz geben. Lebensstile, Hoffnungen, Trends, Beruf und Zusammenleben und vertieft das Kommunikationsverhalten sind Teil der ausführlichen Fragestellungen. Wegen der hohen Online-Affinität der Jungen wurde die Befragung nach vorgängiger telefonischer Kontaktnahme online durchgeführt. Die Online-Befragung fand zwischen August und Oktober 2010 statt. Die Auswertung umfasst 1011 Befragte zwischen 16 und 25 Jahren aus allen drei Landesteilen. Die Ergebnisse wurden bezüglich Geschlecht, Ausbildung und Sprachregion gewichtet. Details sind zu finden auf www.credit-suisse.com/jugendbarometer.

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Unic: Caotina im Web präsentiert

Unic hat für die Marke Caotina von Wander einen Webauftritt realisiert. Ziel ist es, die Marke und ihr Versprechen bei der relevanten Zielgruppe noch besser zu positionieren.

Unic hat in enger Zusammenarbeit mit Wander eine Design-Idee entwickelt und umgesetzt. Das Design erinnert an besondere Verwöhnmomente, die mit dem Markenversprechen verbunden sind: Stimmungs- und genussvolle Augenblicke, die man sich in einem hektischen Alltag gönnt. Abhängig von der Tageszeit präsentiert sich der Webauftritt stimmig in einer Morgen- oder Abendversion. Alle Produktinformationen finden Kunden an einem Ort und können die Caotina-Produkte online im Shop bestellen. Die Website wurde in das bestehende CMS-Gefüge von Livelink integriert.
 

Zur Website: www.caotina.ch.

 

Zu guter Letzt: Werbewoche mit hochkarätiger Besetzung

Nicht jeder Schreiberling hat das Zeug zum Bestsellerautor. Nur wenigen wurde das Talent in die Wiege gelegt. Sich auf das Urteil von Freunden und Familie zu verlassen, zu riskant! Die ungeschminkte Wahrheit liefert einzig die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Mit dem FAZ-Stiltest.

Der Test geht auf einen russischen Softwareentwickler aus Montenegro zurück, der vor ein paar Monaten die Internetseite «I write like» ins Leben rief. Das Angebot fand bei der Faz-Redaktion Anklang und so liess die Zeitung kurzerhand eine deutsche Version anfertigen: Einfach Text schreiben, auf Faz.net/ichschreibewie eingeben und schon wird der Schreibstil mit demjenigen berühmter deutschsprachiger Schriftsteller verglichen. Eine «absolut sichere und unbestechliche Messmethode», wie die Zeitung versichert.
 
Natürlich wollten auch wir wissen, wie es um unsere Redaktion bestellt ist. Es erfüllt uns mit Stolz, folgende Namen bekanntgeben zu dürfen: Franz Kafka, Sigmund Freud, Friedrich Nietzsche, Thomas Mann und Theodor Fontane. Für dieses Zu guter Letzt zeichnet übrigens Johann Wolfgang von Goethe verantwortlich.
 
 
 
 

Erfolgsgeschichten

Testimonials zeigen für E-Balance, wie viel sie abgenommen haben.

Zwei Millionen Menschen in der Schweiz sind übergewichtig. Davon haben 400'000 Personen einen Body Mass Index (BMI) von über 30. Bei einem 1 Meter 80 grossen Mann wären dies 97 Kilo und mehr. Bei einer Frau von 1 Meter 60 rund 77 Kilo. Die Tendenz von stark Übergewichtigen ist steigend, weiss die Schweizerische Adipositas-Stiftung. Hier suchen täglich zehn Personen Rat. «Die Schweiz hat offenbar ein Gewichtsproblem.» Das war auch ein Thema im «Club» auf SF1 in dieser Woche. So schlimm wie in den USA sei es allerdings noch nicht, war dort der Tenor. Die Schweiz sei im Kampf gegen Übergewicht auf einem guten Weg. Eine dieser Möglichkeiten zum Abnehmen ist E-Balance. Schon 72 000 Menschen haben mit dem führenden Schweizer Online-Programm ihr Gewicht reduziert. Zum 5-Jahre-Jubiläum von E-Balance geht eine Testimonial-Kampagne in eine neue Auflage, die mit einem freien Kreativteam entstand. Die Gewichtsreduktion von E-Balance-Mitgliedern wird veranschaulicht anhand von ganz alltäglichem Ballast, den jede und jeder kennt. In sechs Motiven zeigen die authentischen Botschafter stolz, wie viel Übergewicht von 12 bis 38 Kilo sie konkret abgenommen haben. Andreas Panzeri

Freies Kreativteam: Valentina Herrmann von Art & Creative Direction ist verantwortlich für die Kreationen zusammen mit Konzepter Wolfram Scherer, AD Reto Zollinger, Nik Hunger (Foto), Markus Graf (Bildebearbeitung) und Marc Rinderknecht (Interactive Design). Zu sehen sind sechs Sujets in den Online- und Printmedien der NZZ sowie der Affiliate-Partner Annabelle, Blick, Tagblatt plus, Zisch und Zürichsee-Zeitungen.

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Murdoch will Myspace abstossen

Nach der Halbierung der Belegschaft will der Murdoch-Konzern News Corp das soziale Netzwerk MySpace loswerden. Gemäss einer Sprecherin des Unternehmens stehen ein Verkauf, eine Fusion oder eine Abspaltung zur Debatte.

Kreisen zufolge ist eine Abspaltung die wahrscheinlichste Option. In diesem Fall müssten Privatinvestoren oder Risikokapitalgesellschaften einsteigen, damit würde sich die Eigentümerstruktur ändern. Als Interessent für eine Übernahme gilt der Internet-Konzern Yahoo.
 
Der Konzern des Medienmoguls Medienmogul Rupert Murdoch hat einen Tag zuvor angekündigt, die Zahl der Mitarbeiter von MySpace zu halbieren. News Corp bezahlte vor gut fünf Jahren 580 Millionen Dollar für den Pionier der sozialen Netzwerke, der längst von Facebook überrundet wurde.

Myspace: Entlassungen geplant
 

Presserat zum Fall Hirschmann: Auch Boulevard-Prominente sind nicht Freiwild

Auch Boulevard-Prominente sind nicht Freiwild. Journalisten haben auch ihnen gegenüber gewisse Regeln einzuhalten. Dies schreibt der Schweizer Presserat im Zusammenhang mit einer Beschwerde des Zürcher Millionenerben und Nachtclubbetreibers Carl Hirschmann.

Generell dürfen Medien durchaus auch «in weniger angenehmem Zusammenhang»über Boulevard-Prominente berichten und deren Namen nennen, schreibt der Presserat in seinen am Donnerstag veröffentlichten Erwägungen. Grund der Prominenz und Gegenstand der Berichterstattung müssten allerdings zusammenhängen.
 
Die Berichterstattung über solchen Prominente sei zwar kaum mit öffentlichem Interesse zu rechtfertigen, rechtfertige sich aber durch eine «sehr weit gehende generelle Einwilligung» der Betroffenen. Wer «sich im öffentlichen Scheinwerferlicht exponiert, bei jeder Gelegenheit vor Mikrofone und Kameras drängt oder sich zumindest bereitwillig ablichten und zitieren lässt», müsse damit rechnen.
 
Auch eine Flut von Medienberichten nach einem Ereignis wie etwa einer Verhaftung verstösst nach Auffassung des Presserates nicht von vorneherein gegen die Unschuldsvermutung. Die Berichte müssten aber darauf hinweisen, dass noch keine rechtskräftige Verurteilung vorliege.
 
 
Tatsachen und Fairness
 
Medienschaffende dürften sich durch den Druck, täglich Neuigkeiten zu einem «Fall»zu veröffentlichen, nicht dazu verleiten lassen, «blosse Gerüchte und Verdächtigungen ungeprüft zu veröffentlichen». Diese könnten nur Ausgangspunkt einer Recherche sein. Resultieren müsse eine «hieb-und stichfeste Tatsachenaussage».
 
Und auch die Anhörungs-Regel dürften Journalisten nicht vergessen, schreibt der Presserat: Sie sind verpflichtet, vor der Publikation von schweren Vorwürfen die davon Betroffenen anzuhören und deren Stellungnahme «zumindest kurz und fair» im Bericht wiederzugeben. Ist ein Betroffener und auch dessen Vertreter – etwa ein Anwalt – nicht erreichbar, so ist dies im Bericht ausdrücklich festzuhalten.
 
 
Verantwortliche Auswahl
 
Und schliesslich sind Journalisten laut Presserat auf jeden Fall verpflichtet, ihre Informationen in verantwortlicher Weise auszuwählen und auch «die Wirkung zu berücksichtigen, welche eine Medienlawine für die Betroffenen hat». Gerade beim so genannten «Rudeljournalismus» drohe die Gefahr, dass berufsethische Regeln häufig verletzt würden.

 
Insgesamt bedauert der Presserat, dass in den letzten Jahren Boulevardthemen «zunehmend auch in Qualitätsmedien ein überproportionales Gewicht erhalten». Gleichzeitig werde die «Funktion der Medien als 'Wachhunde' der Demokratie» tendenziell zurückgedrängt.

Orange mich

Das Unternehmen Orange hat mich damals bei der Einführung durch seinen Mut, sich einen solch farbigen Namen zu verleihen, sehr beeindruckt. Hingegen hat mich die laufende, gross angelegte «Orange mich»-Kampagne sehr enttäuscht.

Von Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

Zuerst muss ich erklären, worum es geht: Orange fährt im Moment eine multimediale Werbeattacke mit einem Mehrmillionen-Budget und allen Werbesünden.

Ein Beispiel aus meinen Werbegrundregeln: Werfen Sie jemandem fünf Orangen gleichzeitig zu, kann er keine einzige fangen. Werfen Sie nur eine Orange, kann auch ein ungeschickter Konsument sie fangen und hat diese Message zumindest wahrgenommen. Er müsste sie aber auch noch verstehen.

Diese Kampagne versucht möglichst viel Orangen zu werfen, mittels einer Statistik, einer Headline, einem einzigartigen Kaufangebot, einem Sparkleber und möglichst gross dem Logo und möglichst klein das Kleingedruckte.

Damit komme ich zur Analyse: Ein Produkt für junge Menschen, das man individuell wählen kann, hat es total verpasst, mit kreativen und unterhaltsamen Botschaften auf sich aufmerksam zu machen. Auch eine verpasste Chance, Werbung für die Werbung zu machen. Grauenhaft.
Yves Martin, Vice President Consumer von Orange, hat meiner Tochter (29), die seit 10 Jahren nicht mehr an meiner Adresse wohnt, mit der Anrede «Herr Burt» an meine Adresse geschrieben. Geöffnet habe dieses textlich überladene, unjugendlich gestaltete und auch unverständliche Mail letztendlich ich.

Auch darin versucht man, den Leser zu orangen: Orange Me. Meinten die Werber wirklich «orange mich», also so werbestylisch in oder meinten die «orange mehr», also schwitzerdütsch «me»? Das würde ja noch «me» Sinn machen.

Stutzig an dieser Orange-Me-Kampagne machen mich auch die seltsamen Menschen, die so einzigartig wie ich sein sollen. Sind das Look Alikes? Und wen sollen sie darstellen? Bei demjenigen mit dem Jacket habe ich an Jack Nicholson gedacht. Ein anderer, jüngerer sollte vielleicht einen berühmten Seeräuber darstellen. Der schaut zumindest so aus wie ein Depp. Lieber Herr Martin, klären Sie mich darüber auf, was dieses Matteo-Online-Casanova-Abo wirklich erzählen will.

Nebst diesem ideenlosen, uninspirierten Layout des unerklärten Diagramms sollte man auch noch die 4 Zeilen Kleintext in 5-Punkt-Schrift nachlesen, was doch noch was kostet und wann dieses Angebot nicht gültig ist.

Eine Kampagne mit dieser Vielzahl von Kommunikationsfehlern und sehr hohen Einschaltkosten ist ein gutes Beispiel für einen Motz von Butz.

Aufgestellt hat mich aber diese Woche, dass der Schuhhersteller Nebuloni (Milano) für mich einen grünen linken und einen roten rechten Golfschuh mit einer Selbstverständlichkeit und ohne Aufpreis produziert und pünktlich geliefert hat.

 

Trends bei Geschäftsberichten

Der Trend zur elektronischen Form zeigt sich auch bei Geschäftsberichten.

Börsenkotierte Schweizer Unternehmen orientieren sich heute an weltweiten Kunden und Finanzmärkten. Für die Kommunikation bedeutet dies, sich auf die strategisch wichtigsten Märkte zu konzentrieren und diese möglichst wirkungsvoll zu bearbeiten. Die Kommunikation mit globalen Interessensgruppen hat sich in den letzten Jahren wesentlich weiterentwickelt. Dennoch könnten einige Firmen den Bedürfnissen noch besser entsprechen, auch mit Hilfe des weiterhin zentralen Geschäftsberichtes.

Befragung von 50 Unternehmen

Im vergangenen Herbst hat ckdt consulting fünfzig zufällig ausgewählte börsenkotierte Schweizer Firmen aller Grössen befragt. In der elektronischen Umfrage wurden sieben gezielte Fragen zu Form und Inhalt von Jahresberichten gestellt und von deren direkt Verantwortlichen beantwortet. Die Rücklaufquote betrug beachtliche zwei Drittel.

Digitale Trends

Ein zentraler Kommunikationstrend ist die fortschreitende Migration von der gedruckten zur elektronischen Form: Alle befragten Firmen produzieren inzwischen sowohl eine Print- wie auch, zu je 50 Prozent, eine PDF- oder mediengerecht aufbereitete e-Version.

Ein Drittel will den Jahresbericht vor allem aus Kostengründen vermehrt auf die digitale Form verlagern. Ein Viertel verspricht sich dadurch einen höheren Nutzen.

Die meisten Firmen sind sich aber der Tatsache bewusst, dass eine elektronische Form nicht unbedingt günstiger ausfällt als eine rein gedruckte. Deshalb verwundert auch nicht, dass die Hälfte der Befragten nur eine digitale Version auszuführen und Inhalte nicht separat nach Zielgruppen aufzubereiten gedenkt. Ein Drittel wird verschiedene Versionen für persönliche Präsentationen bereitstellen. 80 Prozent geben auch einen Halbjahresbericht in PDF heraus.

Wandelnde Lesergewohntheiten und mobile Plattformen

Der heutige Leser ist geprägt von kurzer Aufmerksamkeitsdauer, tiefer Ablenkungsschwelle und hohem Zeitdruck. Dazu schwenken Informationskonsumenten immer mehr von der textlichen auf die visuelle Kommunikation um.

Dieser Entwicklung wird in der Geschäftsberichterstattung noch zu wenig Rechnung getragen, kommt jedoch online weit mehr zum Tragen. 150 Worte pro Seite sind dort schon viel, und Bildmaterial, oder zumindest eine Grafik, muss auf jeden Fall her. Auch hat das Online-Verhalten eine rückkoppelnde Wirkung auf den Printbereich: weniger Worte, dafür mehr Bilder, Headlines und Leads und wenige, dafür klare, einprägsame Botschaften. Mobile Plattformen ersetzen immer mehr Funktionen, die zuvor Domäne von herkömmlichen Computern waren. Dennoch planen die wenigsten Befragten, diese Technologie im neuen Bericht zu nutzen. 40 Prozent bekannten sich immerhin dazu, erste Schritte in diese Richtung tun zu wollen.

Finanzanalysten und die Top-Etage sprechen wie alle Konsumenten auf dieselben Anreize an. Wichtig dabei ist das kulturelle Verständnis. Schweizer Unternehmen, für die der US oder asiatische Markt von zentraler Bedeutung ist, sollten sich bewusst sein, dass z. B. ein elegant-minimalistisch gestalteter Jahresbericht mit guter Haptik, den wir hier als sehr ansprechend empfinden, dort die erhoffte Wirkung verfehlen könnte und eventuell auf einem iPad weit besser ankommen würde.

Nordamerikanische Trends

Auf zwei weitere in Nordamerika im Trend liegende Aspekte von Geschäftsberichten angesprochen, antworteten die Verantwortlichen wie folgt: Nur ein Viertel der Berichte vermittelt mit ihrem Titelbild sowohl eine visuelle wie auch textliche Botschaft, ein Drittel nur eine visuelle, bei einem weiteren Drittel ist letzteres schon seit Jahren der Fall.

Die Rückseite des Jahresberichtes wird von mehr als der Hälfte überhaupt nicht genutzt, während ein Drittel dort zumindest ein wenig Information platziert. Bald wird sich zeigen, inwieweit die bevorstehende Runde von Geschäftsberichten die obigen Aussagen bestätigt und wie gut Unternehmen ihre Zielgruppen auf erinnerungswürdige und wirkungsvolle Weise abzuholen vermögen.

Stephan Burckhardt, ckdt consulting

Die detaillierten Resultate der Umfrage «Trends bei Geschäftsberichten» sind hier verfügbar: www.ckdtconsulting.ch/gbtrends

Stephan Burckhardt ist als Kommunikationsberater an der Westküste Nordamerikas und, in Partnerschaft mit ViznerBorel, in der Schweiz tätig. Seine frühere Firma ckdt communications war als führendes Unternehmen im Bereich Geschäftsberichte bekannt.
 

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