Herr Tännler, Sie sind kein grosser Freund des Rückblicks. Machen wirs also kurz: Welche Saat von 2010 wird 2011 so richtig aufgehen?
Wegweisend war letztes Jahr bestimmt die Umsetzung unserer neuen Corporate Identity, mit der zeitgleich auch der Relaunch der Swiss-Marketing-Website gezündet worden ist. Diese Saat wird nun tatsächlich weiter aufgehen. Unter Swissmarketing.ch können wir unseren Mitgliedern – die Zahl ist 2010 übrigens um 15 Prozent auf nun über 3700 Members gestiegen – jetzt einen wirklich zeitgemässen Web-Auftritt bieten, der die Kernelemente Aus- und Weiterbildung, Know-how-Transfer und Community abbildet.
Community ist ein gutes Stichwort: Schon in den ersten Tagen des neuen Jahres hat man gehört von einer Kooperation mit dem Business-Netzwerk Xing. Was läuft da genau?
Da ist uns in der Tat in dickes Ding gelungen. Noch im ersten Quartal des neuen Jahres werden wir eine Community-Plattform auf Xing launchen, die unseren Mitgliedern und auch Alumnis die Kontaktpflege, den Erfahrungsaustausch und die Information zu marketingbezogenen Events ermöglicht. Xing als hoch professionelle technologische Plattform vernetzt weltweit über zehn Millionen Mitglieder und ist auch in der Schweiz der massgebliche Player. Jetzt wird unsere Community auch online richtig stark. Xing ist in Sachen Wissenstransfer ein unschätzbares Tool.
Man hätte die Community auch über die eigene Website aufbauen und organisieren können?
Das wäre möglich gewesen, ja. Aber wir wollten das Rad in dieser Hinsicht nicht neu erfinden. Es ist für Swiss Marketing und vor allem für die Mitglieder besser, sich auf einem derart akzeptierten Karriere-Portal zu vernetzen.
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Xing?
Das war eine sehr spontane Sache. Ich habe im November in der Handelszeitung gelesen, dass Robert Beer neuer Länderverantwortlicher von Xing Schweiz wird. Also habe ich ihn einfach einmal angerufen. Man hat sich getroffen, sich gut und inspirierend unterhalten – und innert zwei Wochen war die Sache klar. Xing hat übrigens auch für drei Jahre den Status eines offiziellen Verbandspartners erhalten.
Wenn man heute von Technologie spricht, kommt nach dem Stichwort «Community» bald einmal das Schlagwort «App». Was hat Swiss Marketing da im Köcher?
Das iPhone und das iPad sind heute schon sehr weit verbreitete Endgeräte in unserer Gemeinschaft. Deshalb werden wir auf den Schweizerischen Marketing-Tag vom 8. März hin tatsächlich eine Swiss-Marketing-App lancieren. Natürlich auch hier mit den Schwerpunkten Wissenstransfer, Bildung, Community und einigen innovativen Features. Unser Online-Partner Webgearing.com legt sich da ganz schön ins Zeug.
Stichwort Schweizerischer Marketing-Tag: Wie läuft es mit den Anmeldungen für den 8. März im KKL Luzern?
Aktuell liegen wir auf Vorjahreskurs. Die bereits jetzt rege eintreffenden Anmeldungen zeigen mir, dass dieser Tag seine Akzeptanz gefunden hat. Der 8. März ist vielerorts bereits rot in den Agenden eingetragen. Natürlich wird es auch dieses Jahr wieder viele kurzfristige Anmeldungen geben.
Rund um den Schweizerischen Marketing-Tag herum haben Firmen und Personen die Gelegenheit, eigene Kunden-Events oder Workshops zu organisieren. Wie kommt das an?
Wir haben das bereits 2010 angeboten, pushen es aber dieses Jahr stärker. Konkret ist es so, dass 2011 eine namhafte Firma – den Namen darf ich leider noch nicht nennen – erstmals prominent davon Gebrauch machen wird. Überraschung – kommen Sie nach Luzern, Sie werden staunen.
Wird es Neuerungen geben im Look & Feel des Schweizerischen Marketing-Tages?
Aber sicher, wir bleiben unserem innovativen Ruf treu. Insbesondere der ganze Networking-Bereich erlebt ein eigentliches Upgrade. Die im Lounge-Stil neu gestaltete Networking-Area hat viel mehr Stil und lädt für ungezwungene Treffen ein. Das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung: Den Schweizerischen Marketing-Tag zu einem Hotspot für inspirierende Begegnungen werden zu lassen. Natürlich auch mit einem attraktiven kulinarischen Angebot.
Apropos Kulinarik: Gehen Sie übrigens gern auch mal zum Asiaten?
Gerne mal ins japanische Restaurant oder zum Chinesen, sicher. Weshalb fragen Sie?
Weil Swiss Marketing auch noch etwas mit dem Stichwort «Wok» am Köcheln hat.
Das hat seine Richtigkeit. Wobei Wok hier nicht für eine chinesische durchgehend gewölbte Pfanne steht, sondern für «wheel of knowledge», das Rad des Wissens, wenn Sie so wollen. Auch wenn wir jetzt noch in einem frühen Stadium sind, so kann ich doch sagen, dass wir hier an einer «Marketing-Wikipedia» arbeiten. Entstehen wird ein Wissens-Pool, der alle Bereiche des modernen und zukunftsgerichteten Marketings abdeckt. Lassen Sie sich überraschen!
Was wird sonst noch neu im 2011?
Dieser Tage werden erstmals Member Cards an unsere Mitglieder versandt. Diese bieten den Vorteil, dass man sich mit einem One-Time-Code direkt in den geschützten Member-Bereich auf der Website einloggen kann. Diese Karte bietet noch einiges an Potenzial. Als Ausbauschritte könnte ich mir vorstellen, dass man via Member-Card Zutritt an Events erhält oder dass man dieses schlaue Stück Plastik dereinst als Kreditkarte nutzen könnte. Einen guten Move können wir 2011 zudem im Tessin machen, wo wir heute bereits rund 140 Mitglieder haben. Die cari amici werden nun die relevante Zeitschrift Ticino Management erhalten, was unsere Angebotskraft im Tessin zusätzlich stärkt und es uns erlauben könnte, in der Südschweiz neue Mitglieder zu gewinnen. Neu arbeiten wir 2011 zudem mit der Stiftung Theodora zusammen. Wir waren lange auf der Suche nach einem passenden Charity-Partner und haben nun mit dieser Stiftung, die Kindern im Spital das Leben erleichtert und versüsst, eine sehr sinnvolle Sache aufgleisen können.
Was läuft ansonsten noch auf der technologischen Ebene?
Erwähnenswert ist hier die Zusammenarbeit mit den beiden Firmen Emarsys und Nemuk. Diese E-Mail-Dienstleister sind neue Verbandspartner, sie bringen unser E-Mail-Marketing auf einen höheren Level. Das verhindert Spam und erlaubt eine zielgruppengerechtere Ansprache. Emarsys/Nemuk erbringen diese Dienste auch für das weltgrösste Auktionshaus Ebay – da ist die Firma als Partner für Swiss Marketing also gerade gut genug.
Sie strotzen ja vor Optimismus.
Aber sicher. Pessimismus ist ein Fremdwort für mich.
Viele Auguren sehen 2011 ein paar Stürme aufkommen. Der Wabbel-Euro, der unsere Exporte schwächt. Oder die Krisenstaaten im südlichen Europa. Oder die Konjunktur in den USA, die man nicht recht einschätzen kann.
Angst kenne ich in dieser Hinsicht keine. Es geht einfach darum, sein Schiff auf Kurs zu halten und damit durch Wind, Wellen und Wetter zu segeln. Natürlich kann es nicht jedes Jahr möglich sein, zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum zu erzielen, da muss man realistisch bleiben.
Was hören Sie diesbezüglich von den Mitgliedern?
Ärmel hochkrempeln und jetzt erst richtig Gas geben. In schwierigen Jahren sind Praktiker gefragt, nicht Theoretiker. Praktiker, wie sie etwa bei unseren Schulungsinstituten ausgebildet und dann von Swiss Marketing mit einem der nun dank Europa-Zertifikat auch international anerkannten Titeln ausgezeichnet werden. Das höchste Gut für mich als Unternehmer ist immer das Personal. Wer seine Leute richtig fordert und fördert, kann Top-Leistungen abrufen. Das galt schon 2010. Und es gilt 2011 erst recht.