Baidu, Tencent und Alibaba

China ist der grösste Internet-Markt – wann werden die fernöstlichen Schwergewichte sich bei uns breit machen?

Auch wenn sich Chinas Online-Wirtschaft gleich oder ähnlich wie im Westen entwickelte, gibt es doch interessante eigenständige Entwicklungen. Gut möglich, dass die chinesischen Internet-Giganten längerfristig in die westlichen Märkte expandieren werden. Deshalb ist es nützlich, sich schon heute mit den wichtigsten Playern vertraut zu machen.

Wir sagen Google, die Chinesen sagen Baidu. Der chinesische Suchmaschinen-Gigant gleicht tatsächlich in Vielem seinem westlichen Ebenbild: Neben der Suche werden zahlreiche weitere Produkte angeboten, darunter ein Suchdienst für MP3-Musikda¬teien und für Bilder sowie etwa ein Weblog- und ein Lexikon-Dienst. Gleich wie Google wurde Baidu von zwei talentierten Jungunternehmern gegründet, die zuvor in den USA tätig waren. So hat Robin Li schon Mitte der 1990er-Jahre für den Wirtschaftsnachrichtendienst IDD die Suchmaschine RankDex entwickelt und dabei ähnliche Vorgehensweisen zum Bewerten von Websites angewandt wie die beiden Google-Gründer mit ihrem Algorithmus.

Beide Unternehmen haben vergleichbare Ertragsmodelle in der Online-Werbung, die für bestimmte Suchbegriffe selber gebucht werden kann und bei passenden Suchanfragen oder auf Partner-Sites mit eingebunden werden. Baidu wirbt für sein Angebot mit dem Argument, so 95 Prozent aller chinesischen Internet-Benutzer erreichen zu können. Während Google stark von einem Ingenieur-Denken getrieben ist, stehen bei Baidu Produkt-Manager im Vordergrund, die sich vorab am Kundennutzen orientieren. Für das Gesamtjahr 2010 meldete Baidu einen Umsatz von knapp 2 Milliarden Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung um 78 Prozent entspricht. Der Betriebsgewinn vervielfachte sich gar um 147 Prozent auf knapp 600 Millionen Dollar.

Baidu ist vor allem deshalb gewachsen, weil Google sich im Frühling 2010 nach Hongkong zurückgezogen hatte, um sich so den Auflagen der chinesischen Behörden zu entziehen, die verlangen, staatskritische Treffer herauszufiltern. Entspre¬chend sank Googles Marktanteil von 30 Prozent im Jahr 2009 auf 26 Prozent, und es wird erwartet, dass die Amerikaner im Reich der Mitte weiter Terrain verlieren werden. Doch der Rückzug von Google gereicht Baidu nicht zur Freude: Nicht nur gibt es Vorwürfe wegen Missbrauchs seiner dominanten Stellung im Markt, sondern im Februar ist mit Panguso ein neuer Konkurrent auf den Plan getreten. Diese Suchmaschine ist ein Joint-Venture der beiden Staatsbetriebe China Mobile und der Nachrichtenagentur Xinhua, wobei noch offen ist, wie dieses Angebot beim Publikum ankommen wird.

Den chinesischen Internet-Markt kann nur verste¬hen, wer Tencent QQ kennt. Anders als Baidu ist Tencent ein rein chinesisches Phänomen, zugleich das grösste Internet-Unternehmen in China und hinter Google und Amazon das drittgrösste weltweit. Ge¬gründet 1998, ging Tencent als Instant-Messaging-Dienst an den Start, und dieses Merkmal bleibt bei seinen weltweit 636 Millionen aktiven Benutzern (Stand: September 2010) weiterhin wichtig. Denn seither sind weitere Dienste, wie ein umfassendes News-Portal, Foren und Chatrooms, Blogs und Micro-Blogs, Dating und vor allem Games dazu gekommen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass Tencent sich nur zum kleinsten Teil (8 Prozent der Einnahmen im 2009) über Werbung finanziert. Denn Tencent ist Meister im Verkauf von Zusatzdiensten: Mehr als drei Viertel der Erträge werden so im Internet und die rest¬lichen 15 Prozent im Mobile-Bereich erwirtschaftet.

Damit sind die Chinesen Vorbild für Online-Dienste im Westen, die bei der Suche nach Ertragsmodellen bis zu Werbeeinnahmen und nicht weiter gekommen sind. Doch werden sich wohl nicht alle Erfolgsrezepte aus dem Osten einfach übernehmen lassen: Werden auch bei uns virtuelle Kleider und Accessoires für den eigenen Avatar (visueller Repräsentant etwa in On¬line-Games oder im Chat) zum Renner? Immerhin ist das Geschäft mit virtuellen Gütern auch in anderen asiatischen Märkten am Boomen, wie etwa die Bei¬spiele der zwei grössten sozialen Netzwerke in Japan, Gree und DeNA, zeigen. Konsequenterweise hat Ten¬cent mit der Q-Münze eine eigene virtuelle Währung eingeführt. Diese ist derart populär, dass sie längst auch in weiteren Online-Shops zum Bezahlen akzeptiert wird, weshalb die chinesische Zentralbank Bedenken angemeldet hat. Doch auch in der realen Welt macht Tencent dank der grossen Bekanntheit seiner QQ-Marke Geschäfte: In über 200 Q-Gen-Läden wer¬den Merchandising-Artikel wie Taschen, Uhren, Klei¬der und Pinguine als Markenmaskottchen verkauft. Seit 2008 expandiert Tencent in ausländische Märkte, hat dazu eine internationale Version seines Mittei¬lungs-Portals geschaffen und arbeitet mit Partnern in Asien (Indien, Vietnam) und in den USA (mit America Online) zusammen. Gleich wie Facebook, die in China nicht erreichbare amerikanische Konkurrenz, will Tencent künftig seine Plattform Dritten für den Ver¬trieb von Apps öffnen, wie Tencent-Chef Martin Lau unlängst in einem Interview offen legte. Dabei sprach er auch davon, gleich wie Facebook, künftig auch auf benutzerspezifische (targeted) Werbe-Einblendungen zu setzen, die in China noch nicht sehr weit entwickelt seien.

In China weit verbreitet sind Blogging-Plattfor¬men, die von allen grossen Portalen, neben Tencent etwa von Sina, NetEase oder Sohu, angeboten werden. Da der Zugang zu Twitter in China gesperrt ist, gibt es eigene Gegenstücke, vorab das Monster-Portal Sina mit seinem Weibo-Dienst, bei dem sich derzeit über 100 Millionen Benutzer registriert haben. Kürzlich haben die Chinesen das westliche Pendant über¬trumpft und einen Instant-Messaging-Dienst sowie mit Voicemail-Tweets und direkten Video-Uploads weitere zeitgemässe Multimedia-Merkmale hinzugefügt. Auch wurden für ortsbezogene Dienste mit Check-in-Funktionen ein öffentlicher Testbetrieb gestartet. Bei der Promotion seiner Angebote setzt Sina stark auf Prominente, denen spezielle Accounts ange¬boten werden.

Besonders heiss umkämpft ist der eCommerce-Markt in China. Dangdang ist zwar der erste, wenn auch nicht dominante B2C-Player, der 1999 gegründet und als eine der ersten Websites durch Venture-Captial finanziert wurde. 2004 übernahm Amazon Joyo.com, und gleichzeitig trat 360buy.com auf den Plan. Vorab im Büchermarkt liefern sich diese drei Grossen einen regelrechten Preiskrieg: Im Kampf um Marktanteile werden Preise hemmungslos unterboten. Noch ist ein Ende nicht abzusehen, denn die Kriegskassen werden weiter gefüllt: Amazon wird vom amerikanischen Mutterhaus unterstützt, und Dangdang ist im letzten Dezember erfolgreich an die New Yorker Börse gegan¬gen, während der amerikanische Einzelhandelskonzern Wal-Mart kürzlich bei 360buy.com mit 500 Mil¬lionen USD eingestiegen ist und ein Börsengang eben¬falls erwartet wird.

Der Optimismus der Investoren und der Kampfes¬wille der Unternehmen ist verständlich, wenn etwa die Prognosen der Credit Suisse in Betracht gezogen werden, die in einer Studie vom Januar dieses Jahres bis 2015 eine Vervierfachung des chinesischen e-Commerce-Marktes vorausgesagt hat. Dieser soll dann jährlich 311 Milliarden Dollar gross und somit wahrscheinlich grösser als der vergleichbare US-Markt sein. Allerdings wird der Löwenanteil dieser Geschäfte weiterhin auf dem C2C-Portal Taobao erfolgen, über das heute 80 Prozent des chinesischen eCommerce-Handels abgewickelt werden. So haben etliche grosse Marken, wie etwa Procter & Gamble, Motorola, Nike und Adidas, anstatt eigene Online-Shops aufzuziehen, es vorgezogen, ihre Angebote auf Taobao zu verkaufen, das besonders unter jungen Chinesen populär ist. Anders als beim westlichen Gegenstück, eBay, werden die allermeisten Waren auf Taobao zu Festpreisen angeboten und nicht auk¬tioniert. Dabei kommt allerdings ein besonders Merkmal von Taobao zum Einsatz: Käufer und Ver¬käufer kommunizieren vor dem Kauf häufig über das in der Site eingebaute Chat-Programm namens Ali¬WangWang. So werden Kunden beraten und Preise verhandelt. Zahlungen werden über das eigene Online-Bezahlsystem AliPay abgewickelt. Beachtenswert ist das Projekt, Käufer in einem eigenen Sozialen Netzwerk zusammenzuführen, um so das Ge¬schäft mit Mund-zu-Mund-Promotionen und gezielter Werbung anzukurbeln. Dieser riesige Online-Basar gehört ins Reich des oft als charismatisch und elfenhaft beschriebenen Milliardärs und früheren Lehrers Jack Ma, dem auch die B2B-Plattform Aliba¬ba.com gehört, über die viele Exportgeschäfte abgewickelt werden.

Hintergrund

Ende letzten Jahres gab es in China 457 Millionen Internet-Nutzer, ein Zuwachs von 73,3 Millionen innerhalb eines Jahres. Die Inter¬net-Verbreitung liegt nun bei 34,3 Prozent oder 5,4 Prozent höher gegenüber dem Vorjahr. Angesichts dieser Wachstumsraten wird erwartet, dass bis Ende 2015 weitere 365 Millionen Chinesen im Netz sein werden. Wie aus den halbjährlich veröffentlichten chinesischen Internet-Statistiken weiter hervor¬geht, stieg die Zahl der mobilen Internetnutzer im letzten Jahr um 69,3 Millionen auf 303 Millionen.

Damit wird China für Internet-Unternehmen zu einem sehr lukrativen Markt, der allerdings wegen der staatlichen Kontrollen stark abgeschottet ist. Nicht zuletzt deshalb hat eine eigenständige Online-Branche entstehen können, die von den drei Schwerge¬wichten Baidu, Tencent und Alibaba dominiert wird. Wären Twitter und Facebook nicht vom Markt ausgeschlossen, hätten einhei¬mische Unternehmen sich wohl kaum so entwickeln können, dass viele von ihnen heute erfolgreich in den USA an die Börse gehen. Zwar werden sie in den eigenen Märkten noch ausgiebig wachsen kön¬nen, doch erscheint eine Expansion ins Ausland zumindest mittel- und längerfristig nahe liegend. Yu Yongfu, CEO von UC Technology, Hersteller eines Web-Browsers für mobile Geräte, brachte es kürzlich selbstbewusst so auf den Punkt: «Sind die USA das Zentrum für das Computer-basierte Internet, so wird China zum Welt-Leader beim mobilen Internet.»

 

Jung von Matt/Limmat: Erfrischung mit Michael Mittermeier

Zum ersten Mal in seiner Karriere wirbt Michael Mittermeier für ein Produkt, und zwar ausgerechnet für das Schweizer Nationalgetränk Rivella. Der deutsche Komiker spinnt damit Emil Steinbergers erfolgreiche Deutschland-Kampagne weiter.

Ab Ende März wird Michael Mittermeier im Fernsehen, Kino, Radio und auf Plakaten für Rivella werben und dabei mit der offensichtlichsten Schweizer Eigenart, der Sprache, spielen. Die Kampagne wurde in München produziert und wird am 20. März in Deutschland gestartet. «Bei der Kampagne war uns wichtig, dass Michael Mittermeier authentisch wirkt und auch eigene Ideen einbringt», sagt Axel Kuhn, Leiter des Auslandgeschäfts bei Rivella.

Michael Mittermeier habe bisher noch nie für ein Produkt Werbung gemacht, sagt Rivella-Chef Franz Rieder. «Um so bemerkenswerter ist es, dass er als Deutscher sich ausgerechnet für das urschweizerische Rivella in Szene setzt». Den Grund nennt Mittermeier selber: «Rivella kenne ich von früher, von den Skiferien. Da hat mich Rivella getröstet, wenn‘s keinen Kaiserschmarrn gab. Ich finde seitdem, die Eidgenossen haben einen guten Geschmack».

Das Ergebnis ist eine integrierte Kampagne mit Kino- und TV-Spots, Social- und Digital Media, Print, Radio und POS-Massnahmen unter dem Kampagnenmotto und Markenclaim «Rivella. Erfrischung mit Schweizer Akzent». Auf Youtube und auf der Facebook-Fanseite von Michael Mittermeier tauchten mutmassliche Amateuraufnahmen auf, die Michael Mittermeier im Alltag zeigen, wie er ein eigenartiges pseudoschweizerdeutsches Kauderwelsch plappert. Auf dem Höhepunkt der Spekulationen auf der mit über 150.000 Fans breiten Facebook-Site, sorgte ein dokumentarischer Selbstversuch für die Auflösung. Daran schliesst sich der erste Film der Kampagne «Polizeikontrolle»an, der zeigt, was mit Michael beim Genuss von Rivella passiert.

Insgesamt spielen vier Kino- und TV-Spots, fünf Internetfilme, sechs Radiospots, diverse Anzeigen und Plakate, Online-Banner und Onlinemassnahmen wie der automatische Sprachübersetzer sowie POS-Materialien den Kampagnengedanken auf allen Kanälen. Die Kampagne ist ab 20. März in Deutschland on air.

In seiner deutschen Rivella-Kampagne tritt Mittermeier in die Fussstapfen von Emil Steinberger, den er selber als sein Idol bezeichnet. Während dreier Jahre machte Emil mit seinen Spots Rivella in Süddeutschland und in Berlin bekannt. Die Kampagne war ausserordentlich erfolgreich. In dieser Zeit konnte der Absatz von Rivella in Deutschland verdreifacht werden. Inzwischen findet man Rivella nicht nur vielerorts im Handel, sondern auch auf Getränkekarten von Bars, Szenelokalen und Restaurants.

Die Kampagne von Michael Mittermeier für Rivella läuft ausschliesslich in Deutschland. Für Schweizer Fans stehen der erste TV-Spot, die Radio-Beiträge sowie der Making-Of-Film ab sofort auf Rivella.de bereit.

Verantwortlich bei Rivella International: Axel Kuhn (Head of International Department), Guido Nydegger (Product Manager International). Verantwortlich bei Jung von Matt/Limmat: Michael Rottmann, Alexander Jaggy (Creative Director), Alexander Holtz (Text), Inken Rohweder (Art Director), Wim Roelfs (Online Art Director), Adrian Merz (Grafik), Alexander Schradt (Screendesign), Fabian Röthlisberger, Michèle Gutmann, Daniel Nessler, Christian Brütsch (Beratung), Ilonka Galliard (Agency Producer), Erasmo Palomba (Art Buying) Martin Haerlin (Regie), Pumpkin (Filmproduktion), Ralf Noack (Kamera), Jingle Jungle (Sound), Affonso Gavinha (Fotograf).

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Flop der Woche: Feinde des Internets

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat anlässlich des dritten «Welttags gegen Internetzensur» vom 12. März zehn Länder auf die Liste der «Feinde des Internets» gesetzt.

Auf der Liste stehen wie in den beiden Vorjahren Burma, China, Kuba, Iran, Nordkorea, Saudi-Arabien, Syrien, Turkmenistan, Usbekistan und Vietnam. Diese Staaten zensieren gemäss ROG-Bericht das Internet durch massive Filterungen und Sperrungen von Websites, verfolgen kritische Internetnutzer systematisch und instrumentalisieren das Netz für propagandistische Zwecke. Tunesien und Ägypten gehören nach den revolutionären Umwälzungen nicht mehr zu den «Feinden des Internets», stehen aber weiterhin «unter Beobachtung». Neben Tunesien und Ägypten stellt ROG 14 weitere Staaten «unter Beobachtung». Es handle sich um Länder, die «beunruhigende Zensurmassnahmen ergriffen haben, die leicht missbraucht werden könnten». Neu «unter Beobachtung» stehen Frankreich, Libyen und Venezuela. Frankreich steht aufgrund des im Februar 2011 verabschiedeten neuen Online-Gesetzespakets «Loppsi 2» («Loi d'orientation et de programmation pour la performance de la sécurité intérieure») auf der Liste.

PIN-Daten: Ratlosigkeit und neue Verzögerung

Die Umstellung der TV-Planung auf die sogenannten Personen-individuellen Nutzungsdaten (PIN-Daten) ist schon dreimal verschoben worden, letztmals auf 2012. Nun steht fest: Mit dem Entscheid der Mediapulse, das dafür notwendige Tool nur in abgespeckter Form zu verkaufen, erfährt die Marktumstellung eine weitere Verzögerung bis mindestens 2013.

Ich bin ratlos», «Ich will mich dazu nicht äussern», «Ich verstehe diesen Entscheid nicht» – so lauteten die Reaktionen bei den Mediaagenturen, wenn man diese in den letzten Tagen und Wochen auf das Thema PIN-Daten ansprach. Tatsächlich war man weitherum überrascht, als die Publica Data AG (PDAG), die Datenvermarktungstochter der Media-pulse, am 25. Februar mitteilte, sie werde zwar die PIN-Daten wie vorgesehen ab April 2011 zusammen mit dem Tool EvoAd anbieten, das Tool aber nur in abgespeckter Form abgeben. EvoAd werde zwar ein Reportingmodul enthalten, doch die noch im November in Aussicht gestellten Prognose- und Pla¬nungsmodule würden vorderhand nicht fertigge-stellt. Im April werde die PDAG dem Markt mitteilen, was der Bezug der Daten und die Lizenz für EvoAd kosten würden.

In vielen Agenturen fragte man sich aber schon jetzt, was dies zu bedeuten hat. Ein Reportingmo¬dul, mit dem bloss die Vergangenheitswerte der TV-Programme vertiefter ausgewertet werden können, bringt wenig, wenn man aufgrund dieser Analysen nicht auch eigene Prognosen, Planungen, Optimie¬rungen und Kontrollen durchführen kann. «Ich neh-me an, dass wir deshalb mit denselben Tools wie bisher weiterarbeiten werden», mutmasst ein Agenturinhaber, der nicht genannt werden will. Ein anderer wähnt nun die grossen Netzwerkagenturen im Vorteil: Diese könnten die PIN-Daten mit EvoAd auswerten und dann mit ihren eigenen Tools, die sie schon im Ausland benützen, Prognosen und Planungen ausführen. Das Nachsehen hätten die kleinen Agenturen. «Wir haben dann genau die Zweiklassenlösung, die man mit EvoAd eigentlich verhindern wollte», befürchtet er.

Dem widerspricht nun aber Stephan Küng, Prä¬sident der Interessengemeinschaft Elektronische Medien (IGEM). An einer Sitzung des IGEM-Vorstandes am 14. März habe man die neue Situation besprochen und sei einhellig zum Schluss gekommen, «dass wir an einer Marktlösung für Prognose und Planung festhalten». Wie diese aussehe, wisse man zwar noch nicht, «doch in dieser leidigen Geschichte will die IGEM nun eine aktivere Rolle über¬nehmen», sagt Küng. Offen sei noch, ob ein zukünftiges Tool alle Prozesse der TV-Planung einbeziehen und abbilden werde. Denkbar sei, EvoAd künftig für Auswertungen einzusetzen und zusätzlich ein oder zwei Tools für Prognose und Planung zu evaluieren. «Eines aber lässt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen», hielt der IGEM-Präsident fest: «Die Umstellung des TV-Marktes auf PIN-Daten ist somit wohl frühestens auf Herbst 2012 (Buchungseröffnung 2013) verschoben.» Die Übergangslösung sei zwar noch offen, das Beibehalten des Status quo mit Telecontrol-Advertiser und Media-Optimizer wäre aber vor allem aus Sicht der Agenturen sicherlich wünschenswert.

Das aber funktioniert nur, wenn auch die beiden TV-Vermarkter Publisuisse (SRG) und Goldbach Me¬dia (Private und Werbefenster) mitmachen und ihre Angebote weiter bis mindestens 2013 beim Media Optimizer eingeben. «Die Agenturen haben das den beiden Vermarktern sehr ans Herz gelegt, ihre Antwort steht aber noch aus», sagt Küng dazu. Gegenüber der Werbewoche wollten sich die beiden Vermarkter ebenfalls (noch) nicht festlegen. Publisuisse-Marketingleiter Markus Hollenstein signalisierte aber Kooperationsbereitschaft: «Auch wir evaluieren derzeit, wie es weitergeht. Selbstverständlich ist der Media-Optimizer als ein vom Markt akzeptiertes TV-Planungstool die naheliegendste Ersatz-Option.» Bei der Goldbach Group hingegen war auf verschiedenen Ebenen keine Auskunft erhältlich.

Dass die PDAG EvoAd nur in reduzierter Variante auf den Markt bringt, hat übrigens mit Tests im letzten Dezember zu tun. Agenturen, die daran beteiligt waren, berichteten, dass das Reporting-Tool als Ein¬ziges wie gewünscht funktioniere, die anderen Module wurden hingegen als «unbrauchbar bis «wenig benutzerfreundlich» eingestuft. Auch Küng selbst schwankt je nach Anwendung «zwischen Begeisterung und Frust». Dennoch zollt er Mediapulse und PDAG einigen Respekt. «Es braucht viel Mut, eine Sache, die kurz vor dem Abschluss stand und in welche enorme Zeit und Mittel investiert wurden, doch noch zu stoppen.» Die PDAG selbst hatte allerdings den Ball der Branche zugespielt: «Die Erfahrungen der letzten Monate haben deutlich gezeigt, dass die Erwartungen und Anforderungen der potentiellen Abnehmer dieser Software nicht nur sehr komplex, sondern auch uneinheitlich sind», hiess es in der Mitteilung. Markus Knöpfli

 

Unsittenbild der Medienbranche

Seine Rich-Hagiographie «King of Oil» hat Daniel Ammann das Prädikat Schweizer «Wirtschaftsjournalist des Jahres» eingebracht. Eine Wahl, die abgrundtief blicken lässt und mich veranlasst, hiermit öffentlich aus der dafür verantwortlichen Jury auszutreten. Von Oliver Classen, Pressesprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern, zuvor Medienredaktor.

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Eigentlich müsste man dem Schweizer Journalist (SJ) zu fünf Jahren ebenso unbequemer wie unterhaltsamer Nabelschau gratulieren. Ausgerechnet die aktuelle Geburtstagsausgabe des Branchenblatts publiziert jedoch zwei Peinlichkeiten, mit denen es sich selbst und, weit wichtiger, dem Schweizer Journalismus ein vernichtendes Qualitätsurteil ausstellt. Das erste Verdikt stammt immerhin «nur» von den 1 550 Teilnehmenden an der diesjährigen Internet-Abstimmung zum «Journalisten des Jahres», welche die beiden Mamablog¬gerinnen von Tagesanzeiger.ch aufs – zumindest bis anhin – prestigeträchtige Podest hievten. Bei allem Respekt für die zum Teil erfrischenden Einsichten in Glanz und Elend der Elternschaft: Angesichts der auch nominierten Recherchecracks, Edelfedern und Reportageprofis gewiss eine windelweiche Wahl, die Krippenklatsch und Familienfunk mehr gesellschaftliche Relevanz andichtet als etwa politischen Enthüllungen und deren Einordnung.

Der ungleich grössere Affront lauert aber in einer der acht von einer so genannten Fachjury beurteilten Unterkategorien. In der Sparte «Wirtschaft» hat das 25-köpfige Gremium, zu dem bis heute auch der Schreibende zählte, Daniel Ammann prämiert. Ausgezeichnet wurde der vormalige Ressortleiter von Weltwoche, Magazin und Facts explizit für seine, gelinde gesagt, unkritische Biografie des Rohstoffhändlers Marc Rich. Keine Frage: Drei exklusive Audienztage beim wohl verschwiegensten und flüchtigsten Wirtschaftsmagnaten der Welt mit einem süffigen Bestseller zu versilbern ist durchaus legitim. «King of Oil», so der Titel des von Rich autorisierten Heldenepos, rehabilitiert jedoch einen der skrupellosesten Dealer und schamlosesten Profiteure des 20. Jahrhunderts – mit moralischem Weichzeichner und fachlichen Fehlern.

Das Magazin als medialer Erfüllungsgehilfe

Zur Illustration von Richs «geschäftlichem Innovationsgeist» etwa kolportiert Ammann die Legende, dieser habe den Spotmarkt im Ölhandel eingeführt. Dabei geht diese Handelstechnik auf die amerikanischen Phillip Brothers zurück. Als Weg¬bereiter für den globalen Rohstoffplatz Schweiz war «Phibro», wo auch Rich sein Handwerk lernte, mindestens so wichtig wie der Pate der Zuger Rohstoff-Rambos. Dass Ammann sich von seinem Kronzeugen in eigener Sache instrumentalisieren lässt, zeigt auch der Titel der nach wie vor einzig relevanten Rich-Recherche in Buchform: «Handels-genie oder Gesetzesbrecher? Eine unerwünschte Biographie» des US-Journalisten Craig Copetas hatte nicht umsonst viele juristische Nachspiele. Wer autorisiert über Rich schreibt, verrichtet zwangsläufig Auftragsarbeit.

Zum Skandal wird diese im Grunde harmlose, weil bloss rapportierte statt recherchierte Homestory indes erst durch jene, die daraus einen Bestseller gemacht haben: Ammanns Kollegen in den meinungsbildenden Medien. Das Magazin zum Beispiel war sich nicht zu schade für eine Titelgeschichte mit lobhudelndem Edito, sechsseitigem Vorabdruck und einem Cover, dessen feistes Rich-Grinsen identisch ist mit jenem auf dem Buchumschlag. Dass dieser eklatante Fall von redaktioneller Gratiswerbung für News-arme Non Fiction nicht vor den Presserat kam, ist mindestens so empörend wie die Verharm¬losung von Richs geldgeiler Gewissenslosigkeit.

Nun also ist Ammann auch noch Schweizer Wirtschaftsjournalist des Jahres, ausgezeichnet von einer willfährigen oder ahnungslosen Truppe, deren Mitgliederliste von App, Rolf (Medienredaktor St. Galler Tagblatt) bis Zwyssig, Toni (Ex-SF-Ausbildner) reicht. Trotz dieser B-Jury kommt die Krönung des Hofnarren Ammann einem Offenbarungseid der ganzen Branche gleich und spricht zudem all jenen Nominierten Hohn, deren weniger glamourö¬se Arbeit ungleich mehr Erkenntniswerte darüber lieferte, was die Wirtschaftswelt im Innersten zusammenhält. Grund genug, mich aus diesem er¬lauchten Gremium zu verabschieden.

PS: In Island wurde grad der dortige WikiLeaks-Sprecher zum«Journalisten des Jahres» gekürt. Andere Länder, bessere Sitten.

 

Graubünden unterstützt Marketingverein Alpinavera

Der Verein Alpinavera vermarktet regionale Produkte aus dem Alp- und Berggebiet nach Ansicht der Bündner Regierung erfolgreich. Daher beschloss die Exekutive, Aplinavera von 2012 bis 2016 mit insgesamt 700‘000 Franken zu unterstützen.

Der Verein wurde 2006 gegründet und bietet Verarbeitern und Direktvermarktern aus dem Berggebiet ein gemeinsames Marketing. Alpinavera will so die Wertschöpfung vor Ort steigern, wie die Regierung am Mittwoch mitteilte. Der Kanton förderte den Aufbau der Organisation bereits mit 1.1 Millionen Franken.

Alpinavera haben die gesteckten Ziele mehrheitlich erreicht und teilweise übertroffen, so die Exekutive. Mittlerweile sind rund 270 Unternehmen eingebunden. Mehr als 500 Produkte, die einen Umsatz von etwa 70 Millionen Franken erzielen, werden von Alpinavera zertifiziert. Auch die Kantone Glarus und Uri haben sich der Organisation angeschlossen.

 

Mode statt Lifestyle

Cavegnwerbung setzt den neuen Markenauftritt des Zürcher Modehauses Modissa fort und zieht die Blicke an mit unübersehbaren Akzenten auf dem Megaposter.

Wie die Marke soll auch ihr Auftritt klassisch und kontinuierlich sein. Um sich von der Welt der schnelllebigen Trends abzusetzen, baut Modissa weiterhin auf das Motto «Mode statt Lifestyle». Denn Frauen ab Mitte dreissig ändern ihren Geschmack nicht mit jedem Trend, sondern suchen den Stil grosser Mode. Und bei Modissa geht es genau um diese grosse klassische Welt der Mode. Die Kundinnen des Labels schätzen Stilberatung, Haltung und Qualität. In der Kampagne von Cavegnwerbung wird dies weiterhin zum Ausdruck gebracht durch grossflächige und plakative Motive. Die Bildumsetzungen inszenieren den Weg klassischer Mode von der Entwurfsskizze bis zum Kleid, das Saisons überdauert. Ich weiss, was ich will. Der Claim bringt die selbstbewusste Haltung der Kundinnen zum Ausdruck. Das selbstbewusste Bekenntnis wird auch medial abgegeben. Neben einer Plakatkampagne setzen Markus Cavegn und seine Gestalter Christ Burkhard und Daniel Soldenhoff sowie Texter Markus Rottmann und Fotograf Julien Vonier auch auf Megaposter – unübersehbar an der Fassade der Modissa-Hauptfiliale sowie im Zürcher Hauptbahnhof. Andreas Panzeri

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Das Feuerwerk der Neuigkeiten

Eine App für den Marketing-Tag, Interaktion mit dem Publikum, Werber auf dem Thron – am Tag der Taten im KKL Luzern wurden vielversprechende neue Tools eingesetzt.

Der Auftritt von Schweiz-Tourismus-Chef und dessen Haus-Werber Peter Felser war eines der Highlights des Schweizerischen Marketing-Tages. Wie Auftraggeber und externe Kreative zusammen¬arbeiten, konnte man so für einmal live miterleben. Und man konnte es live kommentieren. Wenn sich das Publikum mittels Handheld-Geräte gleich ein¬schalten und über Fragen abstimmen kann, dann entsteht ein höherer Grad an Verbundenheit, kann ein Anlass an Tempo und Intensität zulegen. Wie etwa an diesem 8. März 2011, als das Publikum in einem «Live-Case» Ideen einbringen konnte, wie der Samariterverein zu mehr Spendengeldern kommen könnte. Die vom Publikum erkorene Sieger-Idee: Bei jedem Einkauf in einer Migros- oder Coop-Filiale sollte es möglich sein, Restbeträge automatisch auf den nächsten Frankenbetrag aufzurunden und direkt dem Samariterverein zu spenden. Ob es die Idee in Zukunft tatsächlich bis an die Kassen unserer Detailhandels-Platzhirsche schaffen wird?

Externe Leistungsbeschleuniger

Wie sehr der Schweizerische Marketing-Tag schon in der Zukunft angekommen ist, konnte man bereits im Vorfeld des 8. März 2011 erleben. Mit der kostenlos zu installierenden App war man jederzeit auf dem aktuellen Stand der Dinge, konnte eigene Bilder hochladen und so dem Anlass den eigenen Stempel aufdrücken. Oder sich gleich anschliessend in der neu gestalteten Networking-Area austauschen.

Auch die Marketing-Trophy erhielt ein cleveres Facelifting. Mit dem neu geschaffenen Sonderpreis ist es möglich, Firmen auszuzeichnen, die in den konventionellen Kategorien möglicherweise nicht reüssieren würden. Weil die Preisgewinner oft in substanziellem Masse von externen Kreativen zu Spitzenleistungen angespornt werden, ist es zudem gut nachvollziehbar, dass neu auch die ausserhäusigen Agenturen in einem Atemzug mit den Gewinnern genannt werden und sich mit den Siegern auf der Bühne zeigen. Auf der Bühne übrigens, die – mindestens gedanklich – bereits vorbereitet wird für den Schweizerischen Marketing-Tag 2012.

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«Social Media» und Stress am SWA Jahres-Meeting

Im vollbesetzten Stage One in Oerlikon fand am Mittwoch das Jahresmeeting des Werbeauftraggeberverbandes SWA statt. Das Meeting hatte die Fragen «Kommunikation im rasanten Wandel - wo werben wir morgen? Wo treffen wir unsere Kunden?» zum Thema.

SWA-Präsident Roger Harlacher konnte am diesjährigen Meeting mehr Gäste denn je begrüssen, dazu wiederum eine ganze Reihe neuer Mitglieder – Sanofi-Aventis, Helvepharm, Bico, Schuler St. Jakobskellerei, Tchibo, Bank Vontobel, Estée Lauder, Hug und Zürich Tourismus. Was alle derzeit wissen wollten, seien die Auswirkungen der «Social Media» auf das Kommunikations- und Konsumverhalten, heisst es in einer SWA-Mitteilung vom Donnerstag. Im Mittelpunkt des Meetings standen daher Fragen wie: «Wie nutzen wir die neuen Möglichkeiten effizient? Und ist der Erfolg überhaupt messbar? Sind sie das Heil oder nur ein Hype?»

Moderator Dirk Schütz, Chefredaktor der Bilanz, stellte als ersten Gastredner Frank Mühlenbeck, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet vor. In seinem Vortrag «Social Media – Perspektiven einer Medienrevolution» erklärte Mühlenbeck den Erfolg der Social Media damit, dass sich innert kurzer Zeit abertausende Menschen erreichen lassen – und dass Menschen anderen Menschen viel mehr vertrauen als Unternehmen und Institutionen. Vor allem werden bei diesen Kontakten nicht nur Informationen übertragen, sondern auch Emotionen. Unternehmen müssen Social Media aber ganzheitlich durch die gesamte Wertschöpfungskette integrieren, wenn sie damit Erfolg haben wollen. Und sie werden es sich nicht mehr leisten können, die Social Media zu vernachlässigen.

Leila Summa, Social Media Director der Migros, sagte in ihrem Vortrag «Im Online-Dialog mit den Kunden – und nun?» ganz offen, dass die Migros bei den Social Media die Kontrolle schon darum aufgegeben habe, weil sie gar nie möglich war. Migros geht bei der Nutzung der Social Media nach dem Lead Prinzip vor: Listen, Experiment, Apply, Develop. Wobei das Zuhören das Wichtigste sei. Gottlieb Duttweiler hatte seine ersten Migros-Wagen bewusst nicht nur als Verkaufsvehikel genutzt, sondern um mit der Kundschaft ins Gespräch zu kommen. Das wurde in einem Grossunternehmen immer schwerer. Heute kommen die Kunden untereinander ins Gespräch und befassen sich intensiver mit den Produkten als dies je zuvor mit Werbung möglich war.

In der Diskussionsrunde zum künftigen Nutzen der TV-Werbung zwischen Martin Krapf von IP Deutschland, Martin Schneider von der Publisuisse und Markus Faschang, CEO von l’Oréal Schweiz hatte Moderator Dirk Schütz mit schärferen Kontroversen gerechnet, als sie effektiv stattfanden. Kein Wunder: Die so oft bald totgesagte TV-Werbung lebt hervorragend – unter anderem darum, weil Social Media ein Kommunikationsmedium aber an sich kein Werbemedium sind. Insofern sind sie auch nicht wirklich eine Konkurrenz zur TV-Werbung. Wichtig wird aber die Interdependenz von Fernsehen und Social Media. Denn Facebooker und Twitterer sind ja auch Fernsehzuschauer. Den klassischen 30“ Werbespot wird es jedenfalls noch sehr lange geben.

Zum Abschluss trat Rapper Stress auf die Bühne. Reto Lazzarotto, Geschäftsführer der Management und Konzertagentur Gadget und Manager von Stress erklärte, wo im Musikleben Geld verdient wird – keineswegs überall. Stress selbst hatte einiges über Brand Management zu sagen – schliesslich hat er Wirtschaft studiert und bei Procter&Gamble gearbeitet, bevor er sich ganz seiner Musik widmete. Er hat 85'000 Facebook-Fans und die sagen ihm laut und deutlich und schnell, was sie gut finden und was weniger. Und an die Werber gerichtet meinte er: «Wenn man Künstler vermarktet, müssen Künstler und Marke zusammenpassen, sonst funktioniert es für beide Seiten nicht.»

SWA-Vorstandsmitglieder gewählt
An der ordentlichen Generalversammlung, welche dem Jahresmeeting unmittelbar vorangegangen war, wurden die beiden Vorstandsmitglieder Werner Bärtschi (Subaru Schweiz) und Stefan Nünlist (SBB) mit Akklamation für 3 weitere Jahre im Amt bestätigt. An Stelle von Frau Danièle Michel (Nestlé), welche aus beruflichen Gründen zurückgetreten war, wurde die Direktorin des ebenfalls zu Nestlé gehörenden Mondo-Verlages, Frau Kim Hoose einstimmig in den Vorstand gewählt. Und ebenso einstimmig nahm mit Herrn Flavio Caligaris, Contry Manager Coca Cola Schweiz » ein Vertreter der Getränkeindustrie im Vorstand Einsitz.
 

Top der Woche: LZ Medien mit Rekordumsatz

Die LZ-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2010 einen Rekordumsatz von 166,4 Millionen Franken erwirtschaftet. Dies sind 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Der operative Gewinn wurde mit 15,6 Millionen Franken fast verdoppelt. Der Konzerngewinn beträgt 12,0 Millionen Franken. Nach dem dramatischen Wirtschaftsabschwung im Jahr 2009 habe sich ab der zweiten Jahreshälfte eine leichte Erholung an den Märkten gezeigt, heisst es in einer Mitteilung der LZ-Gruppe. Alle Geschäftsbereiche hätten dieses Umfeld genutzt, und zusammen mit den 2010 eingeleiteten Kostensparmassnahmen hätten die operativen Ergebnisse deutlich verbessert werden können. Das Umsatzwachstum resultiert hauptsächlich aus höherem Anzeigenertrag und aus den Erträgen des im Berichtsjahr vollständig integrierten Fernsehens Tele 1, wie es weiter heisst. Die konjunkturelle Erholung begünstigte dabei vor allem die Anzeigenerträge. Diese konnten auch dank der Akquisition des Anzeigers Luzern um 3,9 Millionen Franken auf 50,3 Millionen Franken gesteigert werden. Eine Zunahme von 1,3 Millionen Franken (oder 3,1 Prozent ) auf gesamthaft 42,0 Millionen Franken ist beim Abo- und Einzelverkauf zu verzeichnen.

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Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ.

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Ich mag es, wenn ich auf einer Website schnell finde, was mich interessiert. Besonders, wenn es um Social Networks geht. Da bin ich bestimmt nicht der Einzige, sonst wären Facebook, Twitter, YouTube und Co. nicht dermassen populär. Diese Plattformen sind der beste Weg, um mit Kunden einen Dialog zu führen, da sie auf der ganzen Welt jederzeit gleich zugänglich sind und sich Informationen rasch verbreiten lassen.

Nun gibt es Unternehmen, welche den Dialog mit ihren Stakeholders noch nicht so suchen, wie sie könnten. Mag auch ok sein. Time will tell. Wenn aber eine Firma folgende Versprechen von sich abgibt: «Wir verbinden Menschen» und «Wir bereichern und vereinfachen das Leben unserer Kunden», überrascht es mich dann doch, wenn ich mich regelrecht durchklicken muss, bis ich einen Social Link gefunden habe.

So geht es mir auf der Seite der Swisscom, dem wohl bekanntesten Telekomkonzern unseres Landes. Mobile- und Internetanbieter. Bis man Buttons zu den Social Networks findet, über die man sich mit Swisscom unterhalten könnte, sind (je nachdem, was man zuerst versucht) ca. vier Klicks nötig. Tut man dies nicht, was wahrscheinlich eher der Fall ist, kann man sich auf dieser relativ unpersönlichen Homepage schnell verlieren, und es besteht die Ge¬fahr, dass man aufgibt, bevor man sich zum Ziel durchgekämpft hat.

Anyway. Finde ich die Seite und klicke auf den Icon, werde ich endlich weitergeleitet. Wohin? Zur offiziellen Twitter-Seite @swisscomnews. Davon (offizielle Seiten) gibt es aber (wenn man auf Twitter direkt sucht) etwa neun. In allen drei Landessprachen und natürlich für jeden Bereich. Wieso wollen mir immer alle alles aus einer Hand verkaufen, wenn sie separat mit mir reden? Die offizielle Seite spricht übrigens English. Zu mir. Nicht mit mir, denn sie blabblert einfach Medienmitteilungen nach. Von Dialog keine Spur.

Sucht man weiter (auf Twitter), findet man, immerhin, auf @Swisscom_Care so was wie ein persönlicher Kundenservice. «Hilfe einfach und unkompliziert» heisst es, aber auch nur «Mo-Fr (8-17h)». Genau dann, wenn man es braucht. Fairerweise muss man sagen, dass TizianaD^TD, NunoP^NP, SteveD^SD und DennisA^DA relativ schnell antworten und versuchen, kompetent Auskunft zu geben. Ich fände es grossartig, wenn man 24/7 von diesem Service profitieren könnte.

Eine letzte Bemerkung betrifft das malträtierte CI auf den Social Networks. @Swisscom_Care, @swisscom_de, @swisscomnews, @swisscomlabs, @swisscom_fr, @swisscom_it, @JRZ_Swisscom, @swisscom, @swisscomITS, @SwisscomDiv sind die Namen auf Twitter. swisscom, Swisscom, Swisscom Labs, Swisscom TV die auf Facebook. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich zum Anfang auf eine Klein- und Grossschreibung zu einigen. Und auf eine einfach verständliche Namensgebung.

Aus diesen und weiteren aus Platzgründen nicht aufgeführten Beispielen ist festzuhalten, dass die Beziehung Swisscom/Social Media noch viel Optimierungspotenzial hat. Als treuer Kunde wünsche ich mir, dass sie es schafft. Denn wie auch bei den #fail Kommentaren auf Twitter. Manchmal sind sie reines Bashing. Meistens sind sie ein wertvoller Input, um einen Service zu verbessern. Immer lohnt es sich, sie ernst zu nehmen. 1921 L’illustré erscheint am 10. September

Schweiz Tourismus: Neue District Managerin Western USA

Schweiz Tourismus hat die Position der District Managerin Western USA neu besetzt. Alexandra Imhof wechselt von Paris nach Los Angeles.

Schweiz Tourismus ST hat Alexandra Imhof zur neuen Leiterin der ST-Vertretung in Santa Monica/Los Angeles ernannt. Nach vierjähriger Tätigkeit als Marketing Managerin bei ST Paris übernimmt sie am 1. April 2011 als District Managerin die Verantwortung für die Vermarktung des Ferienlandes Schweiz an der Westküste der Vereinigten Staaten.

Alexandra Imhof tritt die Nachfolge von Fausto Zaina an. Dieser verlässt Schweiz Tourismus Ende März 2011, um eine neue Herausforderung bei Swiss Travel System STS anzunehmen. Nachfolgerin von Alexandra Imhof ist Véronique Mayor. Die diplomierte Kommunikationsplanerin mit eidgenössischem Fachausweis hat sich ihre Erfahrung unter anderem während sechs Jahren bei Migros Waadt angeeignet hat. Véronique Mayor übernimmt ihre Funktion als Marketing Managerin in Paris am 21. März 2011.

Alexandra Imhof verfügt über eine jahrelange internationale Berufserfahrung, sowohl im Tourismus als auch in der Konsum- und Luxusgüterbranche, heisst es in einer ST-Mitteilung vom Donnerstag. Nach ihrem Lizenziat in Politischen Wissenschaften an der Sozial- und Politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität Lausanne (SSP) erwarb sie den Master of Commerce an der University of Sydney, Australien. Im Jahr 2006 stiess sie zu Schweiz Tourismus, wo sie sich im Rahmen verschiedener Positionen vertieftes Fachwissen und Erfahrung im Tourismus aneignete. So war sie bei ST Frankreich als Marketing Managerin verantwortlich für die Produkte Winter, Städte, Gourmet-Reisen und Wellness, und sie betreute SWISS International Arlines als Key Account Managerin. Ebenfalls bei ST Frankreich war Alexandra Imhof Campaign Managerin für die Euro 2008. Zuvor war sie als Product Managerin für L’Oréal in Genf und Zürich sowie als Marketing Consultant in einer australischen Agentur tätig.
 

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