Energiedusche am Expertenseminar

Von künftigen Marketingfachleuten wird viel erwartet. Da ist es nur richtig, wenn sich auch die Experten ständig auf den neusten Stand bringen. Gegen 70 Marketingfachleute-Experten des Fachs «Präsentations- und Kommunikationstechniken» besuchten ein Auftrittskompetenz-Expertenseminar. Referentin Brigitt Walser verblüffte, vermittelte – und lebte das Thema selber begeisternd vor.

Wer von der Referentin Antworten erwartet hatte, musste gleich zu Beginn umlernen. Denn Brigitt Walser, Business-Coach und TV-Moderatoren-Trainerin, hatte zuerst einmal einen Strauss von Fragen ans Publikum: «Was denken Sie, ist meine Ausbildung? Was ist wohl mein Lieblingssport? Bin ich single, geschieden oder verheiratet? Mit einem Mann oder einer Frau?» Dass Walser zu Beginn ein ungewöhnliches Interrogativ in den Mittelpunkt rückte, ergab durchaus Sinn: «Jedermann macht sich blitzschnell ein Bild von seinem Gegenüber oder von einem Botschafter», erklärte die Kommunikationstrainerin, «und nur wenn Botschafter und Botschaft zusammenpassen, entsteht Kongruenz. Alles andere irritiert.»

Schlüsselwerte Authentizität

Ebenso blitzschnell, wie wir uns vom neuen Gegenüber ein Bild machen, hatte Walser das Thema lanciert. Ein Thema, sagte Peter Gilli, dem allerhöchste Relevanz gebührt: «Auftrittskompetenz und die damit verbundene Authentizität – das sind Schlüs¬selwerte bei jeder Präsentation. Was nützt schon eine Hochglanz-Präsentation, wenn sie wenig glaubhaft und ohne Energie vorgetragen wird?» Für die Marketingfachleute-Prüfer des Fachs «Präsentations- und Kommunikationstechniken» also eine Sache mit Vorrang. Gegen 70 Experten waren gekommen, um sich einen Update auf diesem Sektor verpassen zu lassen.

Nachdem Walser die von ihr aufgegebenen Rätsel aufgelöst hatte – sie war 15 Jahre lang Schauspielerin, mag Yoga und Biken und ist verheiratet (mit einem Mann) – wandte sie sich dem Thema Energie zu. Und hob zuvor noch ein Manko in Corporate Switzerland hervor: In den Firmen in unseren Breitengraden habe man in den letzten Jahren wohl gewaltige Fortschritte gemacht in den Sektoren Technik und Struktur, dabei aber den Menschen – das schwächste Glied der Kette – eher vergessen. Wenn eine Walser das Thema «Energie» behandelt, geschieht das nicht in passiver Weise. Kaum ein Moment, in dem nicht sie selber auf einem Stuhl stand oder die Besucher selber aktiv werden mussten. Brigitt Walser – ein Red Bull_Energiebündel auf zwei Beinen. Mit ersten Übungen wurde der Energiepegel im Raum schon einmal merklich erhöht. Etwa, als man sich paarweise zuerst genau studieren musste, sich danach den Rücken kehrte, drei Dinge an sich selber veränderte und dann das Gegenüber aufforderte, nach den Veränderungen zu suchen. Der Effekt: Wer sich beim Bemustern auf alle Details konzentrierte, konnte danach oft grössere Veränderun¬gen nicht mehr benennen.

Das innere Smile aktivieren

Mit den anwesenden Experten hatte Brigitt Walser ein leichtes Spiel. Statt Skepsis gegenüber der manchmal ungewöhnlichen Methoden der Kommunikations-Fachfrau aufzubringen, machten die sechs Dutzend Anwesenden beherzt mit und liessen sich die Chance nicht entgehen, zu neuen Insights zu kommen. Walsers Botschaft war derjenigen des Stimmtrainers nicht unähnlich, der letztes Jahr ein Seminar für die Marketingfachleute-Prüfer abhielt. Die Botschaft selber ist ein Teil, wie sie stimmlich überbracht wird, ist aber genau so wichtig – das war Michael Berndonners Message 2010. Brigitt Walser knüpfte 2011 an: Der Inhalt der Botschaft ist eine Sache – aber das Wesen des Überbringers, dessen Energie, Engagement und Emotion – die viel wichtigere. «The messenger is the message» – diesen Merksatz nahm bestimmt jede und jeder mit nach Hause aus. «90 Prozent der Kommunikation zwischen Menschen passiert rein auf der Energie-Ebene», rief Walser den Anwesenden in Erinnerung.

Aber woher nimmt man die Energie, die es braucht, um überzeugend und begeisternd zu kommunizieren? Wie schafft man es trotz den vielen kleinen Ärgerquellen eines Arbeitstages, sein inneres Smile verlässlich und erfolgreich aufglimmen zu lassen? Einerseits durch eine ganze Reihe von körperlichen Übungen, andererseits aber auch dadurch, das man sich selber kennt und gut einschätzen kann. Man kann sich etwa in eine positive Gedan¬kenwelt versetzen, indem man an seine letzte Ferien denkt. Oder sich ausmalt, wie man sich nach der Präsentation belohnen wird. Oder indem man vor seinem Auftritt Musik hört, die einem beflügelt. Was Brigitt Walser ebenfalls wichtig war: Die stille Macht der Komplimente. In der Wirtschaftswelt gehe man viel zu oft davon aus, dass keine Nachricht eine gute Nachricht sei. Wird aber mal ein ehrlich gemeintes und präzis formuliertes Kompliment überbracht, «dann ist das ein Tür- und Herzensöffner». Selbstredend wurde auch das gleich geübt im Saal, der sich mit jeder Minute mehr der Aussentem-peratur von gefühlten 24 Grad annäherte.

Persönliche Peak-Performance abrufen

Was aber, wenn zu gewissen Zeiten die Energie nie so will, wie der Kopf gern möchte? Dafür kann es lohnenswert sein, seinen eigenen Energie-Rhythmus besser kennen zu lernen. Die Prüfer, für einmal Probanden ihrer selbst, füllten Energie-Charts für sich selber aus. Und erkannten: kaum jemand hat die gleiche Energie-Kurve wie sein Gegenüber. Wie geht man um damit? Indem man sich selber besser kennen lernt und eher monotone Arbeiten wie etwa das Checken von Mails in jene Tagesphasen legt, die energetisch unterdurchschnittlich aufgeladen sind. Kreativ-konzeptionelle Tätigkeiten wären demnach in Phasen hoher Energie zu verlegen. «Energiekompetenz heisst auch», sagte Walser, «seinen Arbeitstag trotz persönlicher Energieschwankungen gut überstehen zu können.» Dazu gehöre auch, einmal kurz die Augen zu schliessen, weil heute der allergrösste Teil der Arbeit auf dem visuellen Kanal laufe und es Sinn machen könne, zwischendurch auch seine anderen Sinne zu aktivieren.

Fazit der Walserschen Energie-Dusche: Vielmals geht man zu unbewusst in eine Präsentation. Es gilt, die emotionale Stimmigkeit im Auge zu behalten – und sich darauf vorzubereiten. Wer etwa mit einem Speech motivieren will, der soll auch Motivation ausstrahlen. Wer heikle Botschaften zu übermitteln hat, muss glaubwürdig rüberkommen. Der interak-tiv gestaltete Workshop machte klar, wie man durch ganzheitliche Vorbereitung zur persönlichen Peak-Performance, zur Hochform auflaufen kann, wie man das erreichen kann, was in Sportlerkreisen so oft erwähnt wird: Seine Bestleistung abrufen.

Direkte Anwendbarkeit

Den Fachexperten, die ganz gewiss alle schon jede Menge Präsentationen erlebt haben, wurde ein gehöriger Energy-Splash verabreicht. Was ganz im Sinne von Peter Gilli war. Der verantwortliche Fachvorstand des Marketingfachleute-Prüfungsfachs «Präsentations- und Kommunikationstechniken» zeigte sich zufrieden über die bewegungsaktive, in-formative und manchmal auch etwas unorthodoxe Art und Weise, mit welcher Referentin Brigitt Walser ihre Message verbreitete. Der energetische Anlass, der alles andere als ein «Wiederholungskurs» sondern vielmehr ein Seminar mit erfrischendem und auffrischendem Charakter war, passt in Gilli's Linie und die Art, wie er die Berufsprüfung für Marketingfachleute mit eidg. Fachausweis und deren Prüfungs-Profis sieht: «Es ist wichtig, dass sich die Experten – genauso wie die Kandidaten – intensiv auf diese eidg. Berufsprüfung vorbereiten, welche durch Swiss Marketing (SMC) unter der Aufsicht des Bundesamts für Berufsbildung und Technologie BBT durchgeführt wird. Heute konnten sich die Ex-perten einmal mehr professionell auf die gewünschte Flughöhe bringen, haben Neues gelernt und wichtige Insights erhalten, die an den Prüfungen direkt anwendbar sind. Genau so soll es sein.»

Bevor der Seminarraum zu dampfen begann, begab man sich ins Freie. Dort wartete ein Apéro, der zum Genuss und zum Networking befeuerte. Für einmal hatten wohl alle Höchstwerte erreicht auf der persönlichen Energiekurve an jenem lehrreichen Tag.

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Auf gute Zusammenarbeit: Peter Gilli, verantwortlicher
Fachvorstand des Marketingfachleute-Prüfungsfachs
Präsentations- und Kommunikationstechniken mit Referentin
Brigitt Walser.
 

Fragen sind erwünscht

Euro RSCG hat für die Neue Aargauer Bank (NAB) einen frischen Auftritt etwas abseits der ausgetrampelten Pfade für Bankenwerbung kreiert. Im Zentrum aller Ideen und Kommunikationsmassnahmen steht ein Fragezeichen.

Die Neue Aargauer Bank (NAB) geht mit einem frischen Auftritt und einer breit abgestützten Kampagne von Euro RSCG in die Werbeoffensive. An der Spitze dieser Aktion dient als neue Symbolfigur ein blaues Fragezeichen. Dieses steht repräsentativ für alle möglichen Finanzfragen, welche die Kunden beschäftigen. Kompetente Antworten darauf bietet die NAB und verspricht dies mit dem Claim: «Wir lösen das.» Ein paar weitere Fragen rund um die Idee hat uns Beat Ruch beantwortet, der Leiter Marketingkommunikation bei der NAB.

WW: Wie kann man mit einem Fragezeichen als Werbefigur Vertrauen aufbauen?
Beat Ruch: Die Strategie der Kampagne gründet auf der Einsicht, dass am Anfang eines Bedürfnisses eine Frage steht. Beispielsweise: Wie finanziere ich mir meinen Wohntraum? Wie sorge ich richtig vor? Gestellt werden diese Fragen allerdings nicht von Menschen, sondern von einem Schlüsselsymbol, welches für die drei Kernkompetenzen der NAB steht: Lösungsführerschaft, Beratungskompetenz und Innovationskraft. Um sich in der Bankenwerbung zu differenzieren, hat die Agentur eine Werbefigur kreiert. Ein Fragezeichen, das die Bedürfnisse der Zielgruppe verkörpert. Es stellt Finanzfragen, die sich auch der Normalbürger stellt.

In den letzten Monaten mussten sich diverse Banken unbequeme Fragen gefallen lassen. Kann es nicht gefährlich sein, mit einem Fragezeichen Werbung für eine Bank zu machen?
Ganz im Gegenteil. Wir freuen uns auf den täglichen Kontakt mit unseren Kunden. Denn so können wir unser Leistungsversprechen «Wir lösen das» in der Praxis unter Beweis stellen. Sicherlich wird der neue Auftritt für eine gewisse Polarisierung sorgen. Mit dem Keyvisual «Fragezeichen» kommuniziert die NAB auf eine sehr innovative und in einer eher untypischen und somit stark differenzierenden Sprache in der Bankenwelt. Gerade darin sehe ich die Chance, denn nur Werbung, welche gesehen wird und auch relevante Botschaften vermittelt, bewegt etwas im Markt. Und diese Regel gilt mit Sicherheit auch in der Bankenkommunikation.

Ein Fragezeichen statt zufrieden lächelnder Kunden: Was gefällt Ihnen persönlich an diesem Konzept?
Der Prozess von der strategischen Kampagnenentwicklung bis zur kreativen Umsetzung dauerte fast zwölf Monate. Eine intensive Zeit des täglichen Wechselspiels zwischen Kopf- und Baucharbeit und von rationaler und auch emotionaler Überzeugungsarbeit, den «gelernten» Weg der klassischen Banken- und Dienstleistungskommunikation zu verlassen. Basierend auf dem Resultat bin ich sehr stolz darauf, dass die Neue Aargauer Bank sich für diesen mutigen und differenzierenden Schritt in aller Konsequenz entschieden hat. Konsequent in jeder Beziehung, denn das Fragezeichen wurde auch gleich in den neuen Internetauftritt www.nab.ch voll und ganz integriert. Die positiven, ja teilweise gar euphorischen internen und externen Reaktionen direkt an die Geschäftsleitung geben uns recht und gefallen mir persönlich ziemlich gut.

Wird das Fragezeichen längerfristig eingesetzt?
Das Fragezeichen prägt aktuell alle unsere Kommunikationsmassnahmen – crossmedial und voll integriert. Im Verlaufe des Jahres werden weitere Ideen folgen, welche die Dienstleistungen und Events der NAB im Kanton Aargau ins Gespräch bringen. Auch bei denen werden wir in Zukunft auf den schnellen Erkennungswert des Fragezeichens setzen. Interview: Andreas Panzeri

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Fragen zum Arztzeugnis

Wie schnell darf ein Arbeitgeber von seinem Angestellten ein Arztzeugnis verlangen, was sagt es aus und was ist zu tun bei Unklarheiten? Antworten auf häufige Fragen zum Arztzeugnis. Von Gabriela Baumgartner (lic. iur., LL. M.), Juristin für das Beobachter-Beratungszentrum und Arbeitsrechtspezialistin. Neben dieser Tätigkeit doziert sie Arbeitsrecht für Führungskräfte im Gesundheitswesen.

Ist ein Arbeitnehmer wegen Krankheit an der Arbeitsleistung verhindert, hat er laut Gesetz einen Anspruch auf Lohnfortzahlung für eine beschränkte Zeit. Allerdings muss der Arbeitnehmer auf Wunsch seines Arbeitgebers belegen, dass er krank ist. In den meisten Fällen verlangt ein Unternehmen dazu ein Arztzeugnis. Laut Gesetz darf der Arbeit-geber vom ersten Tag an ein Arztzeugnis verlangen. In vielen Einzel- oder Gesamtarbeitsverträgen fin¬det sich die Regelung, wonach das Zeugnis erst nach 3 oder 5 Tagen einzureichen ist. Trifft das zu und hat der Arbeitgeber in dieser Zeit Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit seines Angestellten, so muss er seine Bedenken begründen können.

Was gilt bei Uneinigkeit zwischen Vertrauens- und Hausarzt?

Umstritten ist nach wie vor die Frage, ob der Arbeitgeber das Recht hat, einen Angestellten zum Vertrauensarzt zu schicken, wenn er Zweifel an einem Arztzeugnis hat. Um Konflikten vorzubeugen, empfiehlt es sich, diese Pflicht im Arbeitsvertrag oder im Betriebsreglement verbindlich zu regeln. Die Kosten für einen vertrauensärztlichen Untersuch trägt der Arbeitgeber. Kommt der Vertrauensarzt nach der Begutachtung des Patienten zu einem anderen Resultat als der Hausarzt, so stehen sich rechtlich gesehen zwei sogenannte Parteibehauptungen gegenüber. Dann ist es die Aufgabe des Richters, diese Beweismittel zu würdigen. In der Praxis kann es hilfreich sein, den Hausarzt mit dem anders lautenden Befund des Vertrauensarztes zu konfrontieren und ihn um eine Stellungnahme zu bitten. Zu beachten ist, dass beide Ärzte, der Vertrauensarzt und der Hausarzt, bezüglich Diagnose und Behandlung der Schweigepflicht unterstehen. Sie dürfen einzig Auskünfte erteilen, die mit der Erfüllung des Arbeitsvertrages in Zusammenhang stehen, zum Beispiel, ob der Angestellte eingeschränkt oder an einer anderen Aufgabe einsatzfähig ist.

Häufig schreiben Ärzte ihre Patienten teilweise arbeitsunfähig. Was aber bedeutet nun «50% arbeitsunfähig»? Ohne anders lautende Angabe des Arztes darf der Arbeitgeber davon ausgehen, dass mit der Prozentzahl die zeitliche Einschränkung bei gleicher Leistung gemeint ist und nicht die reduzierte Leistung bei gleich langer Arbeitszeit. Die im Zeugnis genannte Prozentzahl bezieht sich laut einem Urteil des Zürcher Obergerichts immer auf ein Vollzeitpensum. Eine Teilzeitangestellte mit einem 70% Pensum ist also bei fünfzigprozentiger Arbeitsunfähigkeit in der Lage, 50% eines Vollpensums zu leisten.

Wenn kranke Angestellte trotzdem arbeiten oder Zeugnisse spät einreichen

Was aber, wenn ein zu hundert Prozent krankgeschriebener Arbeitnehmer trotzdem zur Arbeit erscheint? Hat er dadurch bewiesen, dass er entgegen dem ärztlichen Attest dennoch arbeitsfähig ist? Nicht in jedem Fall, sagt das Bundesgericht. Sondern nur dann, wenn es sich nur um eine «unbedeutende Beeinträchtigung der Gesundheit» handelt. In allen anderen Fällen gilt der Arbeitnehmer als arbeitsunfähig, was bedeutet, dass ihm während dieser Zeit bis zum Ablauf der Sperrfristen nicht gekündigt werden darf. Laut Obligationenrecht ist eine Kündigung nichtig, wenn sie erfolgt, während ein Arbeitnehmer krankgeschrieben ist, und muss nach Ablauf der Sperrfrist erneut ausgesprochen werden. Ähnlich verhält es sich, wenn ein Arbeitnehmer ein Zeugnis zu spät einreicht. Auch hier gilt: Massgebend ist, ob der Angestellte zur Zeit der Kündigung nachweislich arbeitsunfähig war. Kann er dies beweisen, ist eine Kündigung nichtig, auch wenn das Arztzeugnis erst später vorgelegt wird.

Benötigen Sie eine Rechtsberatung?

Das Beobachter-Beratungszentrum bietet Ihnen und Ihren Mitarbeitern eine telefonische Expertenberatung zu Rechtsfragen Ihrer Firma an – 6 Monate für nur Fr. 99.–. Bestellen Sie das Beratungs-Package für KMU unter www.beobachter.ch/kmu oder 0800 83 0800.

Buchtipp

Arbeitsrecht, vom Vertrag
bis zur Kündigung, 11., erweiterte und aktualisierte Auflage, März 2011, Beobachter Verlag, CHF 36.–, ISBN 978-3-85569-440-2

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Leserbrief: Der Motz von Butz vom 1. April 2011

Sehr geehrter Herr Butz Ihren letzten Motz haben wir gelesen. Dabei dachten wir als Erstes an einen Aprilscherz. Beim zweiten Lesen kamen wir zum Schluss, dass es sich, falls überhaupt, um einen schlechten Scherz handelt.

Dies zugegebenermassen aus subjektiver Sicht, als Vertragungsorganisation/Mitglied von swissdirectmail und SwissMail – die private Post und damit auch im Sinne unserer Auftraggeber.

In Ihrem Beitrag regen Sie sich über unadressierte, schlecht gemachte Werbung auf und verkünden, dass Sie Kunden schon vor 20 Jahren empfohlen hatten, besser einen Werbespot fürs Fernsehen zu produzieren statt Prospekte verteilen zu lassen. Eine Aussage von einem ehemaligen Starwerber, die doch sehr erstaunt, da Sie mit diesem «Schrott», wie Sie es despektierlich nennen, sicher auch gutes Geld verdient haben!

Sie sollten eigentlich wissen, dass sich Fernsehwerbung nicht für alle Produkte eignet und sich kleinere und mittlere Unternehmen diese gar nicht leisten können. Viel wichtiger noch: Als Werber ha¬ben Sie es ja in der Hand, die unadressierte Werbung für Ihre Kunden peppig, interessant und spannend zu gestalten, statt sie zu verteufeln. Dazu kommt, dass Sie vielleicht nicht in die Zielgruppe von Vögele, Lidl und Möbel Märki gehören, viele andere Mit¬bürger jedoch schon. Generell lässt sich jedoch auch sagen, dass die unsäglichen und langen Werbeunterbrechungen am Fernsehen viele Zuschauer nerven und deshalb weggezappt werden! Unadressierte und adressierte Werbesendungen haben im Gegensatz dazu den unschlagbaren Vorteil, dass sie angeschaut werden, wenn der geneigte Leser Zeit und Lust dazu hat. So viel zu Ihrem Vorschlag «unterhaltsame Wer¬bung im TV mit Flip und Erfolg».

Bekanntlich hat ja alles im Leben zwei Seiten. Die andere Seite der Werbewurfsendungen ist, dass daran sehr viele Arbeitsplätze hängen – angefangen beim Auftraggeber über Werbeagenturen, Drucke¬reien, die Papierindustrie und Vertragungsorganisa¬tionen. Mit Ihrem Aufruf zum Boykott von Streu¬werbung werden in der Folge zahlreiche Arbeitsplät¬ze in der Schweiz verloren gehen. Was kaum im Sinne aller involvierten Parteien sein wird.

Zu guter Letzt noch ein Wort zu Ihren eingepflanzten Tulpenzwiebeln, die sich nun hoffentlich zu ausgewachsenen Tulpen entwickelt haben und Ihnen viel Freude bereiten. Statt diese im Internet (direkt aus Holland?) zu bestellen, schlagen wir Ih¬nen vor, nächstes Mal in der Gärtnerei oder einem Fachmarkt in Ihrer Nähe vorbeizuschauen und da¬mit Anbieter der Region zu unterstützen, die übri¬gens ihr Angebot zum Teil auch per Streuwerbung kundtun.

Ihre
AWZ AG
Die Schweizer Direktwerber seit 1895
 

Zu guter Letzt: Sind Medien die neuen Zigaretten?

Die meisten Studenten rund um den Globus sind anscheinend süchtig nach Medien. Ein Entzug der Medien Handy, Facebook und MP3 führte zu einer Gefühlskatastrophe. Dies ergab eine Studie der Salzburg Academy on Media & Global Change von der Universität Maryland.

Um dies zu erforschen, verzichteten 1‘000 Studenten aus zehn Ländern während gerade mal 24 Stunden auf Handy, Laptop, Fernsehen und MP3-Player. Sie schrieben dabei ihre Erfahrungen nieder. Der Medienentzug führte bei Studenten zu einem Gefühlschaos, das mit den Adjektiven« verärgert, ängstlich, unsicher, durchgedreht, einsam, unfrei, nervös und deprimiert bis paranoid» beschrieben wurde, wie Pressetext der Studie entnimmt. Die Studienleiterin Susan D. Moeller berichtete, dass das überraschendste daran sei, dass trotz Unterschieden in Kulturen, Wirtschaftslage und politischen Systemen die Folgen des Medienentzugs überall dieselben sind. Durchgeführt wurde die Studie in den Ländern Argentinien, Chile, China, England, Hongkong, Libanon, Mexiko, der Slowakei, Uganda oder den USA. Die meisten Teilnehmer waren gelangweilt und hatten Probleme damit, leere Stunden anderwärtig zu füllen. Einige wenige berichteten von positiven Effekten der Online-Abstinenz, wie etwa bessere Selbstreflexion, höhere Qualität direkter Begegnungen bis hin zu Rückbesinnen auf einfache Vergnügungen.

Es scheint so, als wäre nun ein neues Zeitalter angebrochen: weg von der Stigmatisierung aller Raucher, hin zu der Bekämpfung der Neuen Medien – der neuen Sucht. In Deutschland, und im Web, hat sich auch schon ein Verein gebildet, um die Sucht zu bekämpfen. Er nennt sich «Aktiv gegen Mediensucht». Im Interview mit Pressetext beschreibt Christoph Hirte von diesem Verein das Problem folgendermassen: Der Missbrauch elektronischer Medien sei längst zum Flächenbrand und zur Volkskrankheit einer ganzen Generation geworden. Nicht nur raube er die Konzentration für alles Übrige und verschlechtere Schreib- und Redekompetenzen. Er lasse auch nachweislich bei jedem Dritten die Arbeitsleistung sinken. Die Gesellschaft verdränge das Problem, so Hirte. Dies aufgrund wirtschaftlicher Interessen. Obwohl doch jede Familie davon betroffen sei.

Armin Koeppe von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen sieht den Sucht-Begriff bei Medien in erster Linie bei Onlinespiel-, Onlinesex- und Onlinewettsüchtigen angebracht, während bei der Alltagsnutzung Abhängigkeiten schwer zu beurteilen seien. Wie er gegenüber Pressetext sagt, seien immerhin selbst Studenten im Urlaub froh darüber, nicht immer erreichbar zu sein. Sinnvoll sei es jedoch allemal, regelmäßig die eigene Beziehung zu Medien durch bewussten Verzicht zu überprüfen, ähnlich wie bei Süßigkeiten in der Fastenzeit.
 

Fukushima: Mit und ohne Experten

Eine Katastrophe verändert die Welt. Menschen haben Fragen und wollen Antworten. Zuerst dürfen Experten die Lage erklären, dann verschwinden sie. Braucht es sie überhaupt? Gastkommentare von Hans Stutz, freier Journalist.

An einem Freitag, genau zwei Wochen nach dem Tsunami, treffe ich eine Freundin. Sie ist beunruhigt: Die Fukushima-Katastrophe, viele Aktualitätshäppchen, ein nur tröpfchenweise informierender AKW-Betreiber und Experten, denen man doch nicht trauen könne.

Dagegen kann ich wenig einwenden: Viele Redaktionen haben – bei den verschiedenen Sparrunden der vergangenen Jahre – die Erklärung der Hintergründe an Experten ausgelagert, und bei den Debatten sind alle von ihnen Interessenvertreter – entweder befürwortet einer den Bau von Atomkraftwerken oder er lehnt ihn ab. Die Ausdünnung der Redaktionen führte aber auch zu einem Verlust von Fachwissen, im Thema Atomtechnik und Atomwirtschaft eingearbeitete Kollegen fehlen meist.

Meine Freundin berichtet dann, Fukushima habe ihr keine Ruhe gelassen, sie habe im Netz recherchiert und sei auf Aufnahmen gestossen, alle Reaktorgebäude seien weitgehend zerstört. (Das war zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich bekannt.) Sie sei überzeugt, bald werde viel radioaktives Material austreten, vor allem auch ins Meer.

Ich insistiere, sie solle mir doch die Quellen nennen. Ich weiss, in Zeiten unsicherer Nachrichtenlage gedeihen Gerüchte und Verschwörungsfantasien. Die folgenden Tage bestätigen die meisten ihrer Befürchtungen.

Haben die Schweizer Medien also versagt?

Blenden wir zurück. In den ersten Tagen der Fukushima-Katastrophe berichten auch Schweizer Medien ausführlich und ausdauernd und aktuell. Zwar ist die Nachrichtenlage dürftig, dies überrascht bei einer grossen Katastrophe aber nicht. Auch können unabhängige Medienschaffende nicht vor Ort arbeiten.

Doch bald wird dem Beobachter deutlich: Sowohl der AKW-Betreiber Tepco wie auch die japanischen Behörden informieren abwiegelnd oder übertrieben hoffnungsvoll, wenn es um beabsichtigte Rettungsmassnahmen geht. Gestützt auf wenige Informationen müssen Experten daraufhin Einschätzungen abgehen, sie tun dies meist vorsichtig, manchmal auch abwiegelnd. Vor allem in der Schweiz sind es vorwiegend Männer, die in der Atomwirtschaft arbeiten oder diese grundsätzlich wohlwollend kontrollieren.

Doch allmählich verschwinden die Experten aus den Nachrichtensendungen. Die Medien verbreiten zwar noch die täglichen Agenturberichte, gelegentlich auch Texte von Korrespondenten. Sie alle resümieren nicht viel mehr als die japanische Nachrichtenlage: Die Katastrophe schreitet voran, beschwichtigend dargelegt durch das «Kartell aus Regierung und Medien». Denn, so der Korrespondent Martin Kölling, im Bestreben, keine Panik aufkommen zu lassen, hätten die japanischen Medien «in freiwilliger Gleichschaltung» mitgespielt.

Im Klartext: Die gewollte japanische Desinformation spiegelt sich – kaum hinterfragt – in den Schweizer Medien. Grundtenor: Es gibt in Fukushima zwar grosse Probleme, aber für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Das ins Meer geleitete radioaktive Wasser werde dort schnell verdünnt, kein Grund zur Sorge also. Wie häufig soll Ruhe die erste Bürgerpflicht sein.

Schlecht dazu passt eine Meldung aus Bayern: Viele Wildschweine müssen entsorgt werden. Sie sind radioaktiv verseucht, da der Boden Cäsium-137 enthält und sich in Pilzen anreichert, die von den Wildschweinen gerne gefressen werden. Die atomare Wolke nach Tschernobyl hat über Süddeutschland viel Abfall in den Böden abgelagert.

Wie ist es nun mit den Strömungsverhältnissen im Pazifischen Ozean? Und wie läuft das dort mit der Nahrungskette? Gibt es überhaupt einen Experten dafür? Oder wird die Fukushima-Katastrophe nun zu einem grossflächigen naturwissenschaftlichen Versuch, über den Experten erst in einigen Jahren gesichert berichten können.

Das Fazit ist widersprüchlich. Fukushima-Nachrichten ohne weitere Erklärungen durch Experten machten Schweizer Medien zu Lautsprechern der Verharmlosungsstrategie der japanischen AKW-Betreiber und der Regierung. Allerdings hat die Katastrophe inzwischen ein Ausmass erreicht, dass noch kein Experte die langfristigen Folgen einigermassen zuverlässig abschätzen kann.

 

Übermenschliche Kräfte

Ochsner Sport, der Branchenführer im Schweizer Sportfachhandel, wird 50 Jahre jung und feiert das Jubiläumsjahr 2011 mit einer rekordverdächtigen Kampagne von Wirz.

Zum 50. Geburtstag feiert Ochsner Sport das Jahr der Rekorde. Mit «rekordverdächtigen Angeboten und Aktionen» haben auch die Kunden 2011 immer wieder etwas zu feiern. Für die dazu passende Kampagne zeigen die Schweizer Skistars des Ochsner Sport Racing Team, dass nicht nur Ochsner Sport im Jubiläumsjahr alles gibt. Die Kampagne von Wirz umfasst eine Vielzahl an Massnahmen von Anzeigen und Prospekten bis zu POS und TV-Spots. Zwar standen die Protagonisten Carlo Janka, Daniel Albrecht und Didier Défago in der letzten Wintersaison nicht auf jedem Podest. In der Kampagne kann das Team aber voll überzeugen. Dazu hat Wirz die bisher verwendete Idee «Kampf gegen sich selber» in eine neue Dimension transponiert. «Das Erlebnis Sport wurde dazu ins Extreme dramatisiert», wie CD Thomas Kurzmeyer erklärt. Zu sehen sind die von Ochsner gesponserten Skistars bei ganz neuen, aber «garantiert wirkungsvollen» Trainingsmethoden.

Jahr der Rekorde

«Die Skistars neu, auch losgelöst vom Skisport mit Ochsner Sport in Verbindung zu bringen, ist ein Schritt in eine neue Richtung und zudem ein grosser Gewinn für die Kampagne, da unsere Athleten das Jubiläumsmotto perfekt verkörpern», meint Patrice Dupasqier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dosenbach-Ochsner. Für die Sportler selbst bietet die neue Kampagne eine einmalige Plattform, da sie während des ganzen Jahres in der Ochsner-Sport-Kommunikation präsent sein werden. Die ersten schweizweit ausgestrahlten TV-Spots von Ochsner wurden in diesem Winter in Mallorca gedreht. Für die Szene, wo Albrecht seinen Kollegen Janka im Rucksack einen Berg hinauftragen musste, wurde extra ein Kran beigezogen. Doch Albrecht hat den 95 Kilo schweren Janka auch ohne dieses Hilfsmittel problemlos getragen. Wie die rekordverdächtige Trainings-Szene mit dem Wasserskifahren entstanden ist, wollte bei den Kreativen von Wirz niemand verraten. Andreas Panzeri

Geschichte

Seit der Eröffnung der ersten Ochsner-Sport-Filiale 1961 hatte Gründer Max Ochsner dieselbe Idee wie alle leidenschaftlichen Sportler: Sieg um Sieg holen und eines Tages an der Spitze stehen! In den ersten drei Jahrzehnten gewann das Unternehmen mit sechs neuen Verkaufsstellen zwar Respekt im Markt, doch Ochsner Sport wollte mehr. In den Neunzigern folgte der Zusammenschluss mit Dosenbach und Deichmann. Heute gehört die Dosenbach-Ochsner AG zur Deichmann-Gruppe mit Stammsitz in Essen (Deutschland). Diese sind grösster Schuheinzelhändler sowohl in Deutschland als auch in Europa. International verkaufte die Deichmann-Gruppe 2010 in 19 europäischen Ländern und den USA rund 152 Millionen Paar Schuhe. Ende 2010 betrieb die Gruppe weltweit 2939 Filialen.

In der Schweiz ist Ochsner Sport der grösste Sportartikelhändler mit über 90 Fachgeschäften. Rund 1500 ausgebildete Sportartikelverkäufer «geben alles für eine persönliche, kompetente Beratung sowie erstklassige Serviceleistungen». Für 2011 sind bereits 5 Neueröffnungen in allen Landesteilen der Schweiz geplant.

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Publisuisse mit erfolgreichem Geschäftsjahr 2010

Publisuisse schloss das Geschäftsjahr 2010 mit einem Betriebsertrag von 311 Millionen Franken, was einem Plus von 12 Prozent zu Vorjahr entspricht, und einem Jahresgewinn nach Steuern von 1.4 Millionen Franken sehr erfolgreich ab.

Den frankenmässig grössten Anteil an dieser Ertragssteigerung trägt die Fernsehwerbung in den Programmen der SRG bei. Insgesamt resultierte aus der Vermarktung der TV-Werbung ein Nettoumsatz von rund 300 Millionen Franken, was einer Zunahme von 33 Millionen Franken und 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dies schreibt die Publisuisse in einem Mediencommuniqué.

Das TV- und das Radio-Sponsoring verzeichnete mit plus 13 Prozent relativ betrachtet sogar ein noch leicht grösseres Wachstum. Der Nettoumsatz aus diesem Geschäftsfeld beträgt rund 21 Millionen Franken. Total erwirtschaftete Publisuisse im Geschäftsjahr 2010 einen Nettoumsatz von 322 Millionen Franken. Hauptverantwortlich für die Umsatzsteigerung sind der starke wirtschaftliche Aufschwung nach der Weltwirtschaftskrise sowie die Live-Übertragungen der zwei attraktiven sportlichen Grossereignisse Olympische Winterspiele in Vancouver und FIFA Fussball-Weltmeisterschaften in Südafrika, wie es in der Mitteilung heisst. Zudem hatte die intensive Marktbearbeitung, insbesondere im Bereich der Neukundengewinnung, positive Auswirkungen auf die Umsatzentwicklung von Publisuisse.

Die Generalversammlung nahm Kenntnis vom Austritt von Gérard Tschopp, Leiter Gesamtprojekt Konvergenz & Effizienz SRG SSR, aus dem Verwaltungsrat. Er wird nicht ersetzt.
 

Flop der Woche: Affichage-Aktionäre fordern Sonderprüfung

Bei der Aussenwerbegruppe Affichage setzen sich nach der verlustreichen Expansion in Griechenland Aktionäre zur Wehr. Eine Gruppe um die Anlageberater Max Müller und Antoine Spillmann hat den Verwaltungsrat auf 150 Millionen Franken verklagt und fordert eine Sonderprüfung.

Zudem soll die Generalversammlung vom 26. Mai alle Verwaltungsräte mit Ausnahme des erst seit 2008 amtierenden Gilles Samyn ablösen. Die Gruppe schlägt vier neue Kandidaten zur Wahl vor. Es sind dies die Verlagsfachfrau Franziska von Weissenfluh, die Restrukturierungsexperten Jürg Müller und Claude Piccot sowie ein weiterer Kandidat, der noch nicht genannt sein möchte, wie Antoine Spillmann, Chef des Genfer Vermögensverwalters Bruellan, an einer Medienkonferenz sagte. Die von ihm und Max Müller von der Anlagegesellschaft Starlet Investment angeführte Aktionärsgruppe verfügt zusammen über Anteile von 5,27 Prozent an Affichage. Die grössten Aktionäre, die französische JC Decaux und Albert Frère, halten zwar einen Kapitalanteil von 30 respektive 25,3 Prozent, stimmberechtigt sind sie aber nur mit je 5 Prozent. Für die verlangte Sonderprüfung sei eine Unterstützung von 10 Pro¬zent der Stimmrechte ausreichend, so Müller.

PR im Social Web: Vom WWF lernen

Der Pandabär ist als Vertreter einer aussterbenden Tierart und Sympathieträger seit Anbeginn das Wahrzeichen des WWF. Gründervater Sir Peter Scott wählte ihn aber auch aus praktischen Gründen: Er war wie geschaffen für die kostengünstige Schwarz-weiss-Anwendung des Logos. Bis heute hat sich der Panda als Design-Element kaum verändert, wohl aber die Kommunikation. Die ist um einiges bunter geworden. Die Werbewoche hat mit Fredi Lüthin, Leiter Medien des WWF, und Gabriela D'Hondt, Social-Media-Managerin, darüber gesprochen, was PR im Social Web für eine Nonprofit-Organisation bedeutet.

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Während sich viele Unternehmen ob Social Media noch die Augen reiben, muss man dem WWF Schweiz nicht mehr erklären, was Kommunikation im Social Web bedeutet. Die Nonprofit-Organisation nutzt bereits heute Twitter, Facebook, YouTube und Flickr genauso selbstverständlich wie Medienarbeit und Corporate Publishing. Dass der WWF PR im Social Web als langfristiges und sorgfältiges Engagement versteht, geht aus den folgenden vier strategischen Zielen hervor:

Informieren: Die veränderte Mediennutzung führt dazu, dass Menschen immer mehr Zeit in sozialen Netzwerken auf dem Web verbringen. Der WWF liefert ihnen relevante Informationen dorthin, wo sie sind. Und zwar je nach Kanal in adäquater Form. So erzählt der WWF auf Facebook in Form eines Quiz von seinen Erfolgen und lädt dann die Community ein, dem Panda ihr Gesicht zu verleihen.
Emotionale und soziale Erlebnisse bieten: Die User sollen als Teil der Community andere Mitglieder an ihren Erlebnissen teilhaben lassen sowie neben Spass und Unterhaltung ein ideelles Zuhause finden, in dem sie sich wohlfühlen.
Dialog pflegen: Das Web 2.0 lebt von der Interaktion. Es werden Themen diskutiert, welche die Menschen beschäftigen, sie werden in ihrer Meinung bestärkt und der Austausch wird gefördert.
Mobilisieren: Die Web-Community soll die Ziele des WWF unterstützen – sowohl bezüglich Umweltwirkung wie auch beim Fundraising.

Eine besondere Herausforderung ist es, Teil der Welt der Fans zu sein und eine funktionierende Community aufzubauen. Der WWF hat erkannt, dass Unternehmen und Organisationen in einer Gemeinschaft erst einmal zu Gast sind und sich als valable Gesprächspartner beweisen müssen. Das klappt bisher ganz gut, meint Fredi Lüthin: Wir sind stolz auf unsere starke Community sowohl in Twitter wie auch in Facebook.» Für ihn ist klar, dass eine Nonprofit-Organisation getragen werden muss von Freiwilligen, Spendern und anderen zugewandten Orten, damit sie handlungsfähig ist. Obschon der WWF zum Jubiläum fast über Nacht rund 170 neue Fans auf Twitter gewonnen hat und so die 3000er-Marke knacken konnte, bleiben die Verantwortlichen nüchtern. Sie wissen, dass eine grosse Community nicht reicht. Wertvoll wird sie erst, wenn sich diese beteiligt. Zwei Drittel unserer Fans sind aktiv und mit diesem Wert erzielen wir bessere Resultate als manch international tätiges Unternehmen, sagt Gabriela D’Hondt.

Ein Klima, das den Dialog zulässt

Obschon der WWF keine Gesichter zeigt, wirkt das Engagement sehr menschlich. Im Rampenlicht steht der Panda, denn es geht in erste Linie darum, den Auftritt der Organisation zu stärken. Dies hat übrigens den Vorteil, dass das Team je nach Belastung flexibel zusammengesetzt werden kann. Für den Human Touch sorgt ein sehr bewusster Umgang mit der Sprache, die an die Zielgruppe angepasst ist. Bei der Ansprache haben sich die Kommunikationsverantwortlichen für ein konsequentes «»Duentschieden. Zudem achten sie darauf, die Inhalte zielgruppengerecht in einer lockeren, temporeichen Sprache zu vermitteln, wobei ein guter Schuss Humor nicht fehlen darf. Auch wenn sich der WWF profilieren will, steht die Organisation – mit Ausnahme der Jubiläumsaktivitäten – nicht permanent im Mittelpunkt. Verlinkungen auf fremde Seiten sind ebenso selbstverständlich wie der Platz für andere Meinungen. So entsteht auch Raum, um Themen zu entwickeln und zu diskutieren. Gabriela D’Hondt ist überzeugt, dass die Fans engagiert sind, weil sie nicht mit der Marketingkeule erschlagen werden. Wie jede Community hat auch jene des WWF besonders aktive Teilnehmer. Wir kennen die meisten Keyplayer persönlich, denn uns ist es wichtig, Online-Beziehungen durch persönliche Begegnungen zu festigen und zu vertie¬fen, das gehört einfach dazu.

Was macht Social Media attraktiv?

PR im Social Web ist vergleichsweise billig, einzurechnen ist einzig die Manpower. Zudem hat sich der WWF Schweiz zum Jubiläum eine Ratgeber-App für iPhone und Android geleistet. Im Social Web sieht die Organisation die Möglichkeit, Themen zu setzen, meinungsorientiert zu kommunizieren sowie schnell und flexibel auf andere Standpunkte zu reagieren. Zudem ist es möglich, Themenwelten aufzubauen, in die sich die Anspruchsgruppen einleben und in denen sie sich engagieren können. So wird bei allen Aktivitäten das Ziel, Menschen zu mobilisieren, nicht aus den Augen gelassen, sei es mit Online-Petitionen oder spielerisch mit den WWF-Actions auf Facebook.

Die veränderte Mediennutzung bringt es mit sich, dass Menschen immer häufiger online sind und Inhalte auch zunehmend mobil nutzen. So ist für Fredi Lüthin klar: Ich will zu den Leuten, und das heisst heute zunehmend: Ich will auf ihrem Telefon sichtbar werden.Er sagt damit nichts anderes, als dass der WWF dahin geht, wo die Menschen sind, nämlich online. Ein Blog ist für den WWF zurzeit kein Thema, hier greift eher wieder die klassische PR. Die Organi¬sation betreibt mit bis zu 80 Mitteilungen pro Jahr eine äusserst intensive Medienarbeit, das hat sich bewährt und soll so bleiben. Dennoch soll als Nächs¬tes ein Social-Media-Newsroom entstehen, Vorbild ist dabei jener des WWF Deutschland. Ein solcher Newsroom, der alle Online-Aktivitäten zusammenfasst, ist nicht nur für die Redaktionen interessant, sondern auch für Blogger und weitere Interessierte. Neben dem Newsroom steht auch die vermehrte Arbeit mit Videos auf der Wunschliste: Filme erlauben eine sehr emotionale und informative Kommunikation.

So attraktiv das Social Web ist, es kennt auch Grenzen. Insbesondere an Facebook beissen sich die Verantwortlichen immer wieder die Zähne aus: Dauernd ändernde Policies, die Datenkralle von Facebook, der Open Graph, der auch Google den Zugang zu einer Vielzahl von Daten liefert und undurchsichtige, wechselnde Algorithmen bei der Anzeige von Beiträgen können einem Social-Media-Verantwortlichen das Leben schwer machen.

PR im Social Web hat den WWF verändert

Und wie misst der WWF seinen Erfolg? Lüthin: Momentan noch ganz profan über die Veränderung der Fan- und Followerbasis, die Anzahl ‹Likes›, Weiterempfehlungen und, besonders wichtig, Kommentare, die wir erhalten. Wir werten aber auch die Links aus, die wir mit bit.ly verkürzen. Dies erlaubt eine gute Kontrolle, wie oft der Link genutzt wurde. Das reicht uns jedoch nicht: Zurzeit versuchen wir, die für uns wichtigsten Werte für einen aussagekräftigen ROI zu bündeln. Auch Monitoring ist für den WWF wichtig: Durch Monitoring erfahren wir nicht nur, welche Themen aktuell sind und welche Issues sich ankündigen, wir können auch feststellen, welche Wellen wir geworfen haben. In diesem Sinne ist Monitoring für uns Teil der qualitativen Erfolgskontrolle. Zudem machen wir über das Monitoring auch Meinungsführer aus, die wir dann gezielt in die Kommunikation einzubeziehen versuchen.

Die PR im Social Web hat den WWF verändert. Ja, da passiert etwas»«, sagt Lüthin. Uns ist klar geworden, dass alle Bereiche unserer Organisation, insbesondere Marketing, Unternehmenskommunikation und Social Media, viel enger zusammenarbeiten müs¬sen. Das ist vor allem bei unseren Kampagnen matchentscheidend, denn dort wird das Social Web künftig eine sehr wichtige Rolle spielen. Aber auch bei unserem Mitgliedermagazin mit einer Auflage von 220'000 Exemplaren achten wir vermehrt auf die crossmediale Ausgestaltung. Das wirkt sich ebenfalls auf die internen Abläufe aus.

Der WWF versucht, seine Mitarbeiter zur Mitwirkung zu motivieren. Viele WWF-Mitarbeiter stehen der Online-Kommunikation noch eher skeptisch gegenüber. Wir versuchen, ihnen mit unserem Tun zu zeigen, dass es sich lohnt, in diesen Kanal zu investieren, betont Lüthin. Uns ist jedoch klar, dass die Mitarbeiter einen Nutzen erkennen müssen. Den sehen sie dann, wenn Social Media ihre Arbeit erleichtert, sei dies bei der Recherche oder wenn es darum geht, zu erfahren, was die Menschen beschäftigt. Wir haben deshalb ganz klar das Ziel, unsere interne Basis für die Online-Kommunikation zu verbreitern und Mitarbeiter aus den verschiedenen Themenbereichen mit einzubeziehen.

Einsteigen ist einfach, aber dranbleiben ist schwer, hat Lüthin über PR im Social Web gelernt. Wer längerfristig Erfolg haben will, braucht für Social Media zusätzliche Ressourcen, sonst wird das nichts. Es ist deshalb sehr wichtig, dass die Kommunikation im Social Web in die gesamte Organisation eingebettet und in die Abläufe integriert ist.
Marie-Christine Schindler

In Kürze
Die Kommunikationsabtei¬lung des WWF Schweiz umfasst sieben Mitarbeiter, davon je eine Person in der französischen Schweiz und im Tessin. Die Dreisprachig¬keit zieht der WWF auch in Facebook und Twitter auf getrennten Accounts durch. Heute werden 60 Stellenprozent für Social Media eingesetzt, mit steigender Tendenz, wobei Fredi Lüthin primär den Twitter-Account und Gabriela D'Hondt vor allem Facebook betreut. Geplant ist eine breitere Abstützung der Kommunikation in der ganzen Organisation.

Lesetipp:
Marie-Christine Schindler (2011): PR im Social Web. O'Reilly-Verlag; 36.20 Franken.
 

Zur Sache: Online first?

Seit 25 Jahren gab es den BZ-Preis für Lokaljournalismus. Nach der Übernahme der Espace Media durch die Tamedia schien der Preis an Interesse zu verlieren.

Viele betrachteten den Preis als reines Marketing-Tool und so manche Zeitung berichtete gar nicht über den Preis, höchstens dann vielleicht, wenn einer ihrer Journalisten oder Journalistinnen die Auszeichnung gewann. Zu stark ist halt das Konkurrenzdenken und der Futterneid in unserer Branche.

2010 wurde der Preis neu positioniert. Neben der Kategorie Print und der Pressefotografie gab es nun auch die Kategorien Radio, Fernsehen und On¬line. Die Preissumme pro Kategorie wurde auf 20 000 Franken erhöht. Die Auszeichnungen erhielten den Namen Diamant. Als «Schweizer Preis für Lokaljournalismus Print.Online.TV.Radio» lancierte ihn die Fondation Reinhardt von Graffenried mit viel Elan. Eine hochkarätige Jury wurde gesucht und gefunden.

Letzte Woche dann der grosse Tag der Verlei¬hung. Mehr als 700 geladene Gäste fanden sich im Stadttheater Bern ein, um die Preisträger zu feiern. Wie Guido Albisetti, Stiftungsratspräsident der Fondation Reinhardt von Graffenried und CEO der Von-Graffenried-Gruppe, in seiner Begrüssungsansprache ausführte, sei der Lokaljournalismus die Königsdisziplin des journalistischen Schaffens. Es war eine richtige Feier mit Glamour und Musik. Nicht zu vergleichen mit der doch eher spiessigen und steifen Verleihung der letzten Jahre. Nachher wurde dann im voll besetzten Kornhauskeller gefeiert bis in die frühen Morgenstunden.

Die stolzen Sieger in den einzelnen Kategorien waren: Sabine Kuster (Aargauer Zeitung) in der Kategorie Print, Stefan Kohler (DRS 1) für Radio und Matthias Achermann (Tele M1) für TV. Der Swiss Press Photo Award ging an Christian Lutz und der bekannte Fotograf René Burri erhielt den Swiss Press Photo Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk.

So weit, so gut. Doch was war mit der Kategorie Online? Hier wurde kein Preis verliehen, weil die journalistischen Kriterien an den Preis nur teilweise erfüllt waren, so die Jury. Schade. In einer Zeit, wo alles von Online spricht und die Online-Redaktionen aufgestockt oder mit den Print-Redaktionen zusam¬mengeführt werden, ist das erstaunlich. Waren die Beiträge wirklich so medioker oder haben sich die Online-Journis etwa gar nicht getraut, Beiträge einzureichen? Oder wurden die guten Geschichten eventuell in die Printausgabe gezügelt? Vielleicht klappt es nächstes Jahr besser, denn ein Preis würde den unter höchstem Druck arbeitenden Online-Journalisten gut tun. Es würde ihre Arbeit aufwerten.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Das «vergessene» Argument Prozessmanagement

Das Prozessmanagement für Corporate-Publishing-Projekte ist so selbstverständlich, dass es oft «vergessen» wird. Dabei kann es für einen Full-Service-Anbieter zum alles entscheidenden Kriterium werden. Das zeigen drei grosse Projekte des Publishing House Infel.

Ein Magazin mit Inhalten füllen und gestalten können viele. Doch nicht alle beherrschen sämtliche Schritte eines Publishing-Projekts bis zur Auslieferung in die Briefkästen der Leser. Dazu bedarf es eines fein abgestimmten Prozessablaufs, der die Redaktion ebenso mit einschliesst wie die Post-Logistik am Ende der Wertschöpfungskette.

Die Redaktion steht am Anfang eines komplexen Prozesses, bei dem alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Sie muss sich punkto Termin- und Themenplanung an die Bedürfnisse der weiteren Dienstleister und Partner anpassen. So gilt es etwa, eine Vielzahl von Stakeholdern innerhalb eines Unternehmens ebenso zu koordinieren wie die Druckdatenabgabe für das gewünschte Medium.

Die drei Fallbeispiele illustrieren, weshalb Corporate Publishing nicht «bloss» auf Redaktion und Design abstellen kann – sondern auch das Manage¬ment einer komplexen Logistik bedingt.

Logistische Herausforderung 1: «1 to 1 energy forum»

Als identitätsstiftendes Kommunikationsinstrument verbindet das Kundenmagazin die Botschaften von rund 140 Schweizer Energieversorgern, die sich unter der Angebotsmarke «1 to 1 energy» vereint haben – vom börsenkotierten Grossunterneh¬men bis zum kleinen Gemeindeelektrizitätswerk. Das Magazin macht etwas möglich, wozu viele kleine Energieversorger allein nicht in der Lage wären: Es transportiert die qualitative Themenführerschaft im Bereich Energie gemeinsam nach aussen. Zur Leserschaft gehören über eine Million Stromkunden der «1 to 1 energy»-Energieversorger – hauptsächlich Privat- bzw. Haushaltskunden.

Das Magazin wird in Deutsch und Französisch in je zwei Basisversionen (24 und 20 Seiten) produziert; zudem realisieren mehrere Partner eine eigene Splitausgabe. Das Heft erscheint in bis zu 22 Sorten. Die Energieversorger individualisieren in ihrer Ausgabe bis zu 8 Seiten oder ergänzen sie mit einem eigenen Umhefter. Dabei werden Texte nicht nur übersetzt, sondern teilweise auch ausgewechselt, inhaltlich an die Region angepasst und von Journalisten in der jeweiligen Muttersprache verfasst. «Mit dieser Regionalisierung erhöhen wir die Relevanz für unsere Leser und verstärken die Kundennähe», sagt Romano Zgraggen. Er ist Geschäftsleiter der Abonax AG, des Verbundes der Ostschweizer «1 to 1 energy»-Partner.

«Das Abstimmungsmeeting mit der Druckerei und der Post ist genauso wichtig wie das Redaktionsmeeting», sagt Andrea Weedon, Leiterin Marketing & Administration der Youtility AG, einer erfolgreichen Kooperation im Schweizer Energiemarkt. Denn die 22 unterschiedlichen Magazinsorten plus eventuell Umhefter, Poster oder Booklet müssen richtig zusammengestellt, die ca. 120 zusätzlichen Partner-Eindrucke auf der Titelseite der Basisversion fehlerfrei produziert und termingerecht zugestellt werden. Dies funktioniert nur, wenn bereits bei Layoutbeginn klar ist, wie in welcher Abfolge dem Redaktionsablauf entsprechend die einzelnen Sorten auf der Druckmaschine und für die Weiterverarbeitung eingeplant sind.

Eine weitere Herausforderung bilden die «Gut zum Druck»-Phasen für jede der 22 Sorten: Das definitive Einverständnis von insge¬samt 25 bis 30 Personen läuft bei Infel zusammen und wird dort entsprechend verarbeitet. Infel übernimmt die Endkontrolle für jede Sorte. Nicht selten kommt es trotzdem in letzter Minute – nach Erteilung des «Gut zum Druck» – zu Korrekturen. «In solchen Momenten ist die Flexibilität aller gefragt und ein optimales Zusammenspiel zwischen uns und der Druckerei unabdingbar», erklärt Denise Liebchen, die das «1 to 1 energy forum» redaktionell betreut. Je nach Prozessfortschritt werden diese Korrekturen direkt vom Drucker ausgeführt und von Infel überprüft. Von der Themenplanung bis zum Briefkastenkontakt vergehen so pro Ausgabe zwei sehr arbeitsintensive Monate.

Logistische Herausforderung 2: Zeitschrift «Strom»

Fast identische Vorzeichen prägen auch die Zeitschrift «Strom» – die Kundenzeitschrift von rund 140 Schweizer Energieversorgungsunternehmen. Die viermal jährlich erscheinende, 32-seitige Basis¬ausgabe kann von sämtlichen Unternehmen fast vollständig individualisiert werden: Sei es, dass sie ein eigenes regionales Titelbild wählen; sei es, dass sie in einzelnen Artikeln Bilder, Grafiken oder Boxentexte austauschen – sei es, dass sie ganze Doppel¬seiten komplett ersetzen. «Die Handhabung dieser logistischen Wertschöpfungskette – Individualisierung vom Inhalt bis zur Distribution – erfordert höchste Prozesskompetenz und aufeinander abgestimmte Schnittstellen. Diese Stärke von Infel gibt dem Kunden die nötige Sicherheit und garantiert eine effiziente und Kosten sparende Produktion», sagt Marcel Maspoli, Leiter Media Services von Infel.

Logistische Herausforderung 3: Magazin «T Magazine»

«T Magazine», ein internationales Magazin des Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst&Young (E&Y), wird in Europa, dem Nahen Osten, Indien und Afrika (EMEIA) verteilt. 30‘000 Exemplare der Vollversion werden an rund 70 E&Y-Niederlassungen in der EMEIA-Region ausgeliefert.

170'000 Exemplare erscheinen in einer reduzier¬ten Form (Booklet) als Beilage der «Financial Times» (FT) . Gedruckt wird in der Schweiz und in Abu Dhabi, ausgeliefert an insgesamt neun Verteilstationen in Grossbritannien, Deutschland, Belgien, Schweden, Italien, Spanien, Singapur und Südafrika. «Wir koordinieren die Versandlisten für die E&Y-Niederlassungen und die FT-Auslieferstationen», sagt Michèle Meissner, stv. Leiterin Media Services von Infel. «Offertwesen, Terminplanung, Beilagenbuchung, Kostenkalkulation, Preisverhandlungen und kurzfristige Umdisponierung bei Auflagenänderungen gehören selbstverständlich dazu», erklärt sie und weist gleichzeitig darauf hin, wie wichtig es ist, mit zuverlässigen Partnern zusammenzuarbeiten: «Druckqualität, Termintreue und Vertrieb sind ebenso entscheidend für den Erfolg wie professionelle Inhalte und grafische Umsetzung», betont sie. «Unser Projektmanagement und die Qualitätssicherung stellen eine Produktion von A bis Z sicher. Weltweit.» Andy Schärer
 

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