Wapico gestaltet Bildwelt für AOC-IGP

Die Werbe- und Kommunikationsagentur in Bern und Freiburg, Wapico, hat für die Schweizerische Vereinigung der AOC-IGP acht Filme realisiert, eine neue Bildwelt kreiert und fotografiert, und ist daran, sämtliche Inserate und Drucksachen zu überarbeiten.

27 Produkte, davon 19 AOC (Appellation d’origine contrôlée oder Geschützte Ursprungsbezeichnung) und acht IGP (Indication géographique protégée oder Geschützte Geografische Angabe), sind in der ganzen Schweiz zertifiziert. Vertreten werden sie von der Schweizerischen Vereinigung der AOC-IGP in Bern.

Wapico hat letzten Sommer und Herbst acht Filme für einzelne Produkte respektive Produktegruppen konzipiert und realisiert. Zu sehen waren diese erstmalig am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld 2010. Zurzeit laufen sie im TV, und zwar auf allen nationalen Sendern. Das Konzept ist es, Herkunft, Herstellung und Produkt zu zeigen, aber anders zu benennen; Wurzeln, Handwerk und Charakter. Für diese drei Elemente hat Wapico je einen Film gedreht, derjenige der Hersteller in schwarzweiss. Im Print wird dieses Trio ebenfalls eingesetzt. Überarbeitet werden zurzeit nebst den Inseraten sämtliche PR-Auftritte, Produkteblätter und andere Drucksachen.

Verantwortlich bei der Schweizerischen Vereinigung AOC-IGP: Alain Farine (Geschäftsführer) und Ramona Cattaneo (Kommunikation). Verantwortlich bei Wapico: René Walker (CD), Olaf Pilleri (Beratung). Film und Produktion: Peter Guyer (Rec TV, Bern). Foto: Charlotte Walker (Freiburg).
 

Die ganze Schweiz kann erben

Seit 2008 ist die Bahnstrecke der Rhätischen Bahn von Thusis bis Tirano Weltkulturerbe der UNESCO. Nun will die RhB dieses Erbe mit den Schweizern teilen. Konkret werden über 3'000 Vereine angesprochen, sogenannte Erbgemeinschaften zu bilden.

Die Spielregeln sind einfach: ein Gruppenfoto in Vereinskleidung oder sonst auffallender Montur auf der Seite www.rhb.ch/erben hochladen. Dann gilt es, für das eigene Foto abzustimmen und bei anderen für die Aktion kräftig die Werbetrommel zu rühren. Auch inoffizielle «Vereine» sind herzlich zur Teilnahme eingeladen – vom Klub der kochenden Männer bis zu den «Freunden der extrem Sauna». Die zwei Gruppen mit den meisten Stimmen reisen gemeinsam ins UNESCO-Welterbe zu einem Fotoshooting für die kommende RhB-Werbekampagne. Begleitet von einem professionellen Kamerateam, werden die Gewinner mitten in den Bündner Bergen abgelichtet – Erlebniswochenende für die ganze Gruppe inklusive. Dazu gewinnen die Sieger 3'000 Franken für die Vereinskasse. Bereits beim Lancieren soll eine hohe Verbreitung erreicht werden und viele Vereine und Freundeskreise dazu bewegt werden, eine Erbgemeinschaft zu bilden. Der Wettbewerb wird in diversen Off- und Onlinekanälen kommuniziert. Für den Kampagnenstart hat Erd¬mannpeisker einen Teaserfilm realisiert, in dem die Gramper der Rhätischen Bahn die Hauptrollen spielen und zum Mitmachen aufru¬fen. Dazu hat Goldbach diverse Online-Tools entwickelt und unterstützt die Kampagne durch gezieltes Suchmaschinenmarketing. pan

Personeller Wechsel und Verstärkung bei Publica Data

Die Publica Data erhält mit Thomas Zesiger einen neuen Key Account Manager Radio/TV. Er tritt am 1. Juli 2011die Nachfolge von Richard Blatter an, welcher per August 2011 eine neue Aufgabe in der Zentralschweiz antreten und die Unternehmung Publica Data Mitte Juli 2011 verlassen wird.

Richard Blatter leitete bei Publica Data während sechs Jahren das Key Account Management, war Kadermitglied der Gruppe und fungierte bis November 2010 als stellvertretender Geschäftsleiter sowie ab Dezember als stellvertretender Leiter Marketing und Verkauf. Thomas Zesiger mit Diplomausbildung am MAZ verfügt über ein breites Wissen als Radiomacher, da er unter anderem bei Radio Pilatus tätig war und momentan als Mitglied der Programmleitung bei Radio Sunshine arbeitet, wie Public Data am Donnerstag vermeldet.

Zudem verstärkt Publica Data mit Nico Gurtner als neuen Leiter Kommunikation sein Team. Gurtner wird in seiner Aufgabe als Leiter Kommunikation für die Mediapulse Gruppe tätig sein und somit für Publica Data und Mediapulse tätig sein. Dies ebenfalls auf Anfang Juli. Nach seinem Studium in Medienpsychologie an der Universität Bern und einer weiteren Ausbildung zum Qualitätsassessor ist Nico Gurtner zurzeit Verantwortlicher Kommunikation und Qualität an der Privatklinik Wyss in Münchenbuchsee.
 

Neuer PR- und Kommunikationsleiter bei Ikea Schweiz: David Affentranger

David Affentranger leitet seit Anfang April die PR- und Kommunikationsabteilung von Ikea Schweiz. Er ist Mitglied der Geschäftsleitung und steht den Bereichen interne Kommunikation, externe PR und Soziales Engagement & Umwelt vor.

David Affentranger arbeitete in den letzten sechs Jahren als Pressechef für das Schweizer Fernsehen, wo er für die gesamte Programmkommunikation und die Beratung aller Redaktionsleitenden und Moderatoren zuständig war. Vor seiner Tätigkeit bei SF hat Affentranger als Kommunikationsberater und Mediensprecher für die Baudirektion des Kantons Zürich gearbeitet. Während dieser Zeit schloss er die Management-Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten PR-Berater ab. Das PR-Handwerk von Grund auf erlernte er bei den beiden Kommunikationsagenturen Trimedia Communications Zürich und L&W Marcom.
 

Pensionskassen: Like

Von Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ..

Was mich an der ganzen Social-Media-Idee so fasziniert, ist die Tatsache, dass man über diesen Weg auch schwierigere Themen interessant rüberbringen kann. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Pensionskasse. Bis zehn Jahre vor unserem Rentenalter beschäftigen sich die meisten von uns mit der Pensionskasse nur so weit, dass wir Geld einzahlen, um uns später einmal ein einigermassen angenehmes Leben leisten zu können. Denkt man jedoch erst mit 55 an das Rentenalter und dessen Unterhalt, kann es finanziell knapp werden. Das Thema besitzt also definitiv Relevanz. Ist aber für viele (verständlicherweise) irgendwie unsexy. Wie macht man so was zugänglich? Wie spricht man die Generation «Digital Natives» an?

Durch meinen Auftritt am Podium des SKO Leader Circle bin ich auf eine Internetseite gestossen, die es schaffen könnte, auch jungen Leuten schmackhaft zu machen, mal über ihre Zukunft als «Oldie but Goldie» nachzudenken. Die Seite heisst www.mit-uns-fuer-uns.ch/blog und gibt wichtige Inputs in einer spannenden, kommunikativen Art.

Die Seite ist als WordPress Blog aufgebaut. Da findet man Briefe (und Anfragen) von angehenden Rentnern (sind das nicht alle?), die wissen wollen, wie es mit ihren Boni aussehen würde, wenn sie trotz Rentenalters weiterarbeiten. Und gleich dar¬unter die Antwort eines Zuständigen, der dem Pen¬sionär seine Möglichkeiten darlegt. Die Posts sind knapp und werden so bestimmt auch gelesen. Die Tabs und die Kategorien machen die Suche einfacher und schaffen Ordnung.

Nebst dem (mittlerweile obligaten) «Like-Button» verfügt die Seite (welche übrigens in einem beruhigenden und frischen Grün gehalten wird) über Facebook-, YouTube- und Twitter-Links. Ich habe mir (natürlich) diese Präsenzen mal angeschaut. Hier ein paar Gedanken.

Facebook wirkt eher pro forma. Nur knapp 42 Fans sind da zu finden. Und die Posts sind da eher wiederverwendete Tweets. Ein paar Bilder und et¬was mehr Dialog würden hier sicherlich nicht schaden. Twitter hingegen wird (wenn auch nicht täglich) bewirtschaftet. Das zahlt sich aus. 206 Followers und 7 Listungen. Vergessen wir nicht, dass es sich um Pensionskassen handelt und nicht um Konsumgüter.

Was ich aber hervorragend finde, ist der YouTube-Channel. Das Sharen des ECO-Beitrags mag Pflicht sein. Das lässige «Die 2. Säule in Kürze»-Video ist nicht Pflicht, sondern eher Kür. Richtig webbig und 2.0-like erklärt der Film in 2.21 Minuten, was die Pensionskasse ist: Ein Must-See.

Fazit: Die Seite spricht mich an, weil es ihr gelingt, das Thema zu einem Interessensmittelpunkt zu machen, weil sie mich (spielerisch) im Dialog dazu auffordert, mir ernsthafte Gedanken über meine Zukunft als Rentner zu machen und weil sie mir den Zugang zum Thema auf eine mir bekannte Art erlaubt.

 

Likers an der Marke teilhaben lassen – und davon profitieren

Der Social-Media-Auftritt von Ovomaltine als Beispiel für einen zeitgemässen Dialog mit den Kunden.

Es war nicht die Wander AG in Neuenegg vor den Toren vor Bern, die für Ovomaltine eine Facebook-Seite einrichtete. Das war die Initiative einer Privatperson und so musste das Ovo-Team für seine ersten Gehversuche auf «Ovomaltine Schweiz» ausweichen, was kaum beachtet wurde. Der Kontakt wurde gesucht und bald konnte die richtige Seite übernommen werden. Brand-Managerin Sandra Stirnemann findet es «super» wenn Fans so vorspuren, und sieht darin ein Zeichen für die Stärke der Marke. Denn auch ohne dass es damals auf der Seite viel Aktivitäten gab, hatten sich darauf schon 17'000 Fans versammelt und so vorgezeigt, welches Potenzial damit vorhanden ist.

Seit Januar 2010 wird die Seite nun regelmässig im Hause betreut, was gegenüber einer externen Vergabe «viel mehr Potenzial» habe, da man so spüre, dass die Marke dahinter präsent ist. Etwa dreimal pro Woche stelle man etwas Neues auf die Seite und versuche daneben immer, auf Postings der Fans einzugehen und zu reagieren. Im Vordergrund steht die Kundenbindung, vor allem der Kontakt zwischen Marke und den Likers oder auch zwischen Likers, was man zu fördern versuche, berichtet Stirnemann. Auf Fragen und Kommentare müsse so rasch geantwortet werden, denn gerade damit könne authentisch Präsenz gezeigt werden. Wichtig sei auch, den Likers einen Mehrwert zu geben, etwa mit Mustern, Coupons und Hintergrundinformati¬onen, etwa damit diese noch vor anderen Konsumenten wissen, dass es ein neues Produkt gibt. Gerade Musterabgaben kommen bei den Likers gut an und «da möchten wir in Zukunft mehr machen», denn so erreiche man ein Publikum mit einem Bezug zur Marke. Über Social-Media-Kanäle könne auch der Kundenservice einfach und effizient abgewickelt werden, was bei der Wander AG auch als Teil der Kundenbindung begriffen wird, aber allein nicht im Vordergrund steht.

Den Aufwand zur Pflege und Weiterentwicklung der Social-Media-Präsenz schätzt Stirnemann auf rund 15 Stellenprozent. Die meiste Arbeit falle bei ihr selbst an, variiere stark und betreffe auch Samstage und Sonntage, denn man müsse immer ein Auge darauf haben, was auf der Seite läuft. Doch wird längst nicht nur spontan reagiert. Ein tägliches Brand-Monitoring im Netz zeigt, was auf Twitter, in Blogs und Foren über Ovomaltine geredet wird und mitunter werden Blogbeiträge Dritter über¬nommen und auf der Seite gepostet. Beim Finden immer neuer Themen hilft ihr das Marketingteam, wo auch andere Produkte und andere Projekte betreut werden. Um auch Themen abzudecken, die nicht nur aus dem Marketing kommen, trifft sich alle zwei Monate ein bereichsübergreifendes Social-Media-Redaktionsteam, in dem etwa Forschung und Entwicklung und die Produktion vertreten sind, zu einem halbstündigen Brainstorming. Die allermeisten Posts erscheinen in Deutsch und Französisch, Unterschiede gibt es bei gewissen regionalen Aspekten. Sie werden durch einen Ovo-Fan bei einer Texting-Agentur übersetzt, der einfache Anfragen gleich selber beantwortet, und alles übrige wird ebenfalls über Facebook mit Neuenegg koordiniert.

Besonders wichtig sei, die Likers an der Marke teilhaben zu lassen und dann vom Input und Feedback profitieren zu können, berichtet Sandra Stirnemann und erwähnt dazu zwei Beispiele: Beim Projekt einer Schokolade für den Touristik-Bereich war man sich intern uneinig, welches die bessere Verpackung sei. So wurden die Fans im Ausland gefragt, welche von zwei Verpackungen sie kaufen würden und weshalb. Das Feedback lieferte nicht nur ein eindeutiges Resultat, sondern fiel mit einer Response-Rate von knapp einem Prozent im deutschsprachigen Raum (59 Kommentare) und von fast zwei Prozent in Frankreich (13 Kommen¬tare) sehr gut aus. Ähnlich gut war die Response-Rate, als die Ovo-Fans um ihre Meinung zur «Allez Didier»-Schokolade gefragt wurden, mit der die Ovo-Marketer ihren bekanntesten Markenträger, Skistar Didier Cuche, unterstützten wollten. «Auf solche kleine Fragen erhält man auf Facebook ein schnelles und ehrliches Feedback», bringt Stirne¬mann ihre Erfahrungen auf den Punkt.

Geht es um Kennzahlen, ist klar: «Ich gewichte die richtigen Fans mehr als die gesamte Fanzahl». Wichtiger als die Liker- oder Follower-Zahlen ist ihr die Interaktion: Wie intensiv reagieren die Fans auf einen Post und wie interagieren sie mit der Marke? Um das einschätzen zu können, liefere Facebook gute Statistiken. Diese sind ihr «sehr, sehr wichtig», weil sie damit ein gutes Gespür dafür erhalte, welche Art von Post besser und welche weniger gut funktionieren, und das sei ein wichtiger Hinweis für das künftige Vorgehen.

Die demografischen Angaben der Facebook-Fans stimmen sehr genau mit der für Ovomaltine anvisierten Zielgruppe der 15–35-Jährigen überein. Rund zwei Drittel der Likers wohnen in der Schweiz, der Rest im benachbarten Ausland, wo die Marken¬präsenz geringer ist und nicht alle Produkte verfüg¬bar sind. Weil das die Arbeit auf den Social-Media-Plattformen erschwert, wird überlegt, die verschiedenen Länder über getrennte Auftritte anzusprechen. Denn: «Wenn man sich allzu oft auf Kompro¬misse einlassen muss, kann man schlussendlich fast nichts mehr kommunizieren».

Seit einem halben Jahr wird der Facebook-Auf¬tritt konsequent crossmedial beworben. So werden Marken-Aktivitäten wie etwa Promotionen aus an¬deren Kanälen auch auf Facebook gepostet und in allen Print-Inseraten wird der Facebook-Button in¬tegriert. Auch auf Twitter, obwohl klare Nummer zwei unter den Social-Media-Kanälen, möchte Stir¬nemann nicht verzichten. Sie arbeitet hier häufig mit Retweets und veröffentlicht hier nur etwa jeden zehnten Post, das, was auf Facebook funktioniere, nicht zwangsläufig auch auf Twitter ankomme. Dafür werden Preisaktionen nur auf Twitter angekündigt, da es auf Facebook darauf keine Reaktionen und keinen Dialog gebe. Oft gebe es auf Twitter Fra¬gen zur Distribution und zu Produkten und so habe man die Chance, darauf reagieren zu können.
Christoph J. Walther

Die aktuellen Social-Media-Überflieger
Wer in der Social-Media-Hitparade auf WEmad.org in den letzten zwei Wochen* am meisten dazugewonnen hat.

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Mini-Case-Studies
Themen rund um den professionellen Einsatz sozialer Medien sind allgegenwärtig. Vieles ist neu und erprobte Erfolgsrezepte sind Mangelware. Deshalb veröffentlicht die Werbewoche eine Serie von Mini-Case-Studies, um Einblicke in die alltägliche Arbeit mit Social-Media-Kanälen zu geben und so die reinen Zahlenstatisti¬ken rund um Fans und Followers zu kontrastieren.

In der Social-Media-Porträt-Serie sind bisher diese Beiträge erschienen:
«Slow down. Take it easy»: Werbewoche 06/1.4.2011,Seite 31
 

Media Focus: Hervorragender Werbemarkt-Trend im März

Der Werbemarkt Trend sieht nach Abschluss des ersten Quartals 2011 hervorragend aus. Mit über einer Milliarde Schweizer Franken Bruttowerbedruck schloss Q1/2011 auf hohem Niveau und übertraf damit die Vergleichsperioden der Vorjahre.

Im Monat März 2011 wurde gemäss der Statistik von Media Focus ein Werbevolumen von über 403 Millionen Franken gemessen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat stellt dies einen leichten Rückgang von 2.3 Prozent und ein Minus von 9.7 Millionen Franken dar. Gesamthaft, über die ersten drei Monate des Jahres 2011, erzielten die Top 3 Branchen Fahrzeuge, Nahrungsmittel und Detailhandel rund einen Drittel des Werbedrucks. Dies schreibt Media Focus in einem Pressecommuniquè vom Donnerstag,

Verglichen mit 2010 wurde der Werbedruck in den Bereichen Fahrzeugwerbung und branchenübergreifende Sortiments- und Imagewerbung im Detailhandel um 17.4 Prozent respektive 20 Prozent erhöht. Der gemessene Werbefranken für Nahrungsmittel konnte den Vorjahresstand knapp halten. Im ersten Quartal 2011 kamen die Kleinwagen ganz gross raus. Innerhalb des Bereiches PKW (NEU) verdrängten sie mit einem Werbedruck von knapp 14 Millionen Franken die Geländewagen + SUV‘s auf Rang 2. Den tiefsten Werbedruck verzeichnete die Luxusklasse mit einem Minus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In der Branche Detailhandel machte Werbung für Versandhandel, Einkaufszentren, Einzelhandel, Warenhäuser und Kiosks + Shops lediglich knapp einen Drittel des Branchentotals des ersten Quartals aus. Über 57.6 Millionen Franken, beziehungsweise über 73 Prozent flossen in Werbung für Grossverteiler.

Interessant ist, dass der Werbedruck für die branchenübergreifende Sortiments- und Imagewerbung der Grossverteiler im Vergleich zum ersten Quartal 2010 um knapp 30 Prozent erhöht wurde, mit einem Plus von 13 Millionen Franken, die Werte für die anderen Bereiche der Branche jedoch nahezu identisch geblieben sind.

Per 31.3.2011 übertraf die Tages-, regionale Wochen- + Sonntagspresse die Mediengruppe TV um knapp 10 Millionen Franken. Während sich die beiden Mediengruppen im Januar und Februar noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten, setzte sich die Tages-, regionale Wochen- + Sonntagspresse im März ab und schloss den Monat mit einem Bruttowerbedruck von knapp 129 Millionen Franken. TV rapportierte im Monat März 2011 rund 118 Millionen Franken.
 

Kombiniert statt entweder – oder

EGL macht die Jahresberichterstattung mit einem integrierten Online-offline-Konzept optimal zugänglich.

Online oder Print? Viele Kommunikationsleiter stehen jedes Jahr neu vor dieser Frage. Als integriertes Online-offline-Konzept, entschied der europaweit tätige Energiehändler EGL. Portrait eines massgeschneiderten Erfolgskonzepts. 

EGL ist als Energiehändler täglich am Puls des Marktgeschehens – und weiss um die Wichtigkeit von rasch verfügbaren Informationen. Um das Zielgruppenbedürfnis Zugänglichkeit optimal einzulösen, will EGL die Berichterstattung vermehrt online und als Arbeitsinstrument verfügbar machen.

Initialaufwand refinanziert

Das Neukonzept von schneiter meier fokussiert deshalb auf den Online-Geschäftsbericht, statt aus dem gedruckten Geschäftsbericht eine Online-Adaption zu entwickeln. Der Mehraufwand für den Kunden hielt sich in Grenzen, da am bestehenden Texterstellungsprozess festgehalten wurde. Die Inhalte wurden für eine mediengerechte Umsetzung verdichtet und in eine neue Leserführung, Inhaltsstruktur und -dramaturgie überführt. Der finanzielle Initialaufwand wurde zudem weitestgehend durch die Reduktion der Druckkosten refinanziert.

Modular und multimedial erweiterbar

Sämtliche rechtlich relevanten Informationen des Geschäftsberichts stehen weiterhin als PDF auf der EGL-Website zum Download bereit. Eine weitere Stärke des Konzepts liegt darin, dass es über die nächsten Jahre mit Mulitmediamodulen effizient weiterentwickelt werden kann. Der schrittweise Ausbau beispielsweise mit CEO-Interviews kann zudem den Grundstein zur multimedialen Verbreiterung der Unternehmenskommunikation legen.

Solche Geschäftsberichte werden gelesen

«Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass das Konzept den Nerv der Zeit getroffen hat – in der Sprache, in der Leserführung, im Design und in der Ästhetik», erklärt Philip Meier, CEO von schneiter meier. Die abwartende Zurückhaltung der letzten Jahre ist nun vorbei und die Kunden merken, dass eine stärkere Online-Orientierung realisierbar und sinnvoll ist. Denn die medienge¬rechte Aufbereitung und Dramaturgie von Online-Geschäftsberichten verbessert die Zugänglichkeit enorm.

Zielgruppenbedürfnisse als Ausgangspunkt

Schneiter meier verfolgt in der Konzeption kein Standardrezept, im Gegenteil: Ausgangspunkt sind immer die Ziele des Kunden und die Bedürfnisse der Leserinnen und Leser. Auf Basis dieser Analyse entwickelt schneiter meier külling jeweils eine kunden¬spezifische Lösung.
Gregor Herbst

Schneiter meier steigert den Unternehmenswert ihrer Auftraggeber: Als einer der führenden Anbieter für Markenentwicklung und -führung in der Schweiz schafft schneiter meier für ihre Kunden seit über 20 Jahren mit strategisch fundierter Markenberatung und Designleistungen national und international erfolgreiche Marken.

 

Werbeanstalt: Kampagne für Burger und Meatballs von Bell

Die Werbeanstalt Schweiz bewirbt die Burger und Meatballs von Bell, die es neu auch mit Geflügelfleisch gibt. Optisch und verbal auffällig soll die Kampagne Konsumenten auf den Geschmack bringen, die gerne Burger essen und diese am liebsten zu Hause zubereiten.

Mit Zutaten, die ihrem ganz persönlichen Geschmack entsprechen. Was also liegt näher, als ihnen genau das zu sagen? «Mach deinen Burger selber» steht deshalb als Aufforderung auf den Sujets von Burger- und Meatball-Kreationen mit Namen, welche Anlehnung an bekannte Burger-Anbieter finden. Die Kampagne mit vier verschiedenen Sujets von Burger- und Meatballkreationen kommt Schweiz-weit zum Einsatz.

Die Sujets werden während zwei Wochen als Bus- und Tramhängern und während vier Wochen in verschiedenen Printmedien mit Anzeigen zu sehen sein. Ein OnPack-Leporello auf allen Burger- und Meatball- Produkten weist auf den Wettbewerb auf Facebook und die ganze Sortimentsbreite hin.

Für die Umsetzung und Programmierung des Online-Auftritts zeichnet Maxomedia verantwortlich. Der Wettbewerb unter dem Motto «Mach dir deinen Burger selber und gewinne» findet auf Bell.ch statt und wird auf allen Werbemitteln kommuniziert. Konsumenten sollen dabei ihren eigenen Burger kreieren,fotografieren und auf Facebook stellen. Die Facebook Community und die Bell-Jury wählen zusammen den Gewinner.

Verantwortlich bei Bell: Davide Elia (Leiter Marketing/Kommunikation), Ramona Baumer (Projektleiterin Werbung Marketing/Kommunikation), Micha Roth (Projektleiter Marketing), Renato Zeller (Webmaster). Verantwortlich bei der Werbeanstalt Schweiz: Reto Dürrenberger (Strategie), Melanie Nolte (Beratung), Sarah Hiltebrand (CD), Mike Surovka, Daniele Pucci (Art Direction), Beat Fedier, Claude Catsky (Text), Andi Laub (DTP). Verantwortlich bei Maxomedia:  Christian Achter (Technische Leitung), Patrick Lauterburg (Frontend), René Schwarz (Beratung). Fotografie: Eugen Leu & Partner. Bildbearbeitung: Felix Schregenberger.
 

Urs Wyss fotografiert für Besi Esec

Urs Wyss, der international tätige Schweizer Fotograf, realisierte für den Industriekonzern Besi Esec Keyfotos, welche in verschiedenen Medien international zum Einsatz kommen.

Der Industriekonzern beauftragte den Fotografen mit der Aufgabe, Bilder mit Bewegung und Dynamik zu realisieren. Dabei durften gewisse für die Konkurrenz interessante Bereiche nicht ersichtlich sein. Zusammen mit den Verantwortlichen der Besi Esec entschied sich Urs Wyss für die Motion Blur Technik, einer gezielt eingesetzten dynamischen Bewegungsunschärfe. Erlangt wird diese durch eine Kamerabewegung, welche den definierten Teil des Bildausschnittes im „ «Blur» verschwinden lässt.

Ebenfalls mit der Motion Blur Technik rückte Urs Wyss das Management bei einem Portraitshooting ins rechte Licht. Besi Esec startete seine Zusammenarbeit mit Urs Wyss im Jahre 2007 und realisierte mit dem aktuellen Projekt bereits das vierte Shooting.

Verantwortlich bei Besi Esec: Frida C. Hirt (Communications Manager).
 

Die Markenbildner

Mode ist die Passion von Stefan Andorfer und Denise Ender. Gemeinsam leiten sie die Werbeagentur Davilla, die auf Printwerbung für Mode, Lifestyle und Sportbekleidung spezialisiert ist. Bei Davilla dreht sich alles um die Marke – denn die allein macht bei vergleichbaren Angeboten den Unterschied. Darum muss jede Werbemassnahme hundertprozentig zum Brand passen. Dafür sorgt Davilla.

kdw
Mode ist nichts für konfliktvermeidende, harmoniesüchtige Werber.» Das Credo von Davilla knallt. Stefan Andorfer (47) und Denise Ender (37) wollen mit dieser Aussage aber nicht provozieren. Sie sind einfach überzeugt davon, dass Modewerbung klare Abgrenzung und radikale Wege braucht, weit weg vom Kuschelkurs, auf dem Durchschnittswerber mit ihren Kunden navigieren. «Eine Marke aufzubauen und zu führen ist eigentlich ganz einfach», sagt Andorfer. «Die Quintessenz einer echten Marke kann man in drei Sätzen wiedergeben. Diese muss man immer wieder rekapitulieren, um zu prüfen, ob geplante Aktivitäten zur Marke passen.» Wenn sich die Modemacher viertel- oder halbjährlich auf ihre Kollektionen konzentrieren und über Farben und Schnitte diskutieren, versteht Davilla sich als Hüter der Marke. «Viele, die versuchen, ein Brand zu sein, zerstören sich durch unpassende Aktionen immer wieder selbst», weiss Andorfer. Natürlich wirkt Davilla nicht auf die Kollektionen seiner Kunden ein. Aber Andorfer und Ender sorgen dafür, dass im Mittelpunkt einer Kampagne nicht ausschliesslich neueste Entwürfe stehen, dass die Marke im Zentrum bleibt. Mit diesem Fokus liefert Davilla seinen Auftraggebern die komplette Gestaltung von Kampagnen, Broschüren oder Magazinen vom Konzept über das Shooting bis zum fertigen Produkt. Die Agentur wäre auch der richtige Partner für einen jungen Designer, der seine Marke erst aufbauen möchte. «Auch da bieten wir Unterstützung», betont Ender. «Wir kennen uns mit Marken aus und wissen, was es bedeutet, ein Start-up auf den Weg zu bringen.»

Davilla wurde 1991 von Andorfer in Bregenz gegründet. «Davilla heisst Andorfer auf Italienisch», erklärt der Gründer den Namen der Agentur. «Mein Vater ist Südtiroler und dort übersetzte man früher deutsche Namen ins Italienische. So hiessen wir vierzehn Tage lang Davilla. Als Kind habe ich diese Geschichte oft gehört und mir gefiel der Name einfach.» 15 Jahre lang war Davilla eine ganz normale Werbeagentur ohne Spezialisierung. Andorfer warb sehr erfolgreich für Kunden wie Swatch, ABB, die Vorarlberger Landesregierung und die Migros. 2005 stiess Ender zum Team. Sie brachte umfangreiche Erfahrun¬gen aus der Modebranche mit und so beschlossen Andorfer und Ender 2006, sich vom Bauchladensystem zu verabschieden und in Zukunft auf Printwerbung für Mode, Lifestyle und Sport zu setzen. Einzig ABB als langjähriger Kunde verblieb in ihrem Portfolio. «Wir hatten bereits einige Kunden aus der Mode-branche, für die wir schon tolle Projekte managten», erzählt Ender. «Da bot es sich an, sich auf dieses Me¬tier zu spezialisieren, statt nach dem Giesskannenprinzip alle zu bedienen. In der Modewerbung gibt es so viele Nuancen und Feinheiten, ständig verändert sich etwas. Wir fanden es sinnvoll, sich darauf zu konzentrieren.» Heute arbeitet Davilla in Deutschland für Ara Shoes, das Fashion- und Lifestylehaus Breuninger, Burlington und Hudson, Romano Accessoires sowie für den Strumpfhersteller Kunert. In Österreich wirbt Davilla für Estebe Menswear, Hefel Bettdecken, Huber Wäsche, Revital und das Modehaus Strolz und in der Schweiz für L'hommage Herrenkosmetik und Schlossberg Bettwäsche.

Standbein Bregenz, Spielbein Schweiz

Davillas Expansion nach Zürich erfolgte 2005. «Bregenz ist weit vom Schuss und nicht besonders gut angeschlossen», erklärt Andorfer. «Wir haben beide ein gutes Verhältnis zur Schweiz und Zürich ist eine tolle Stadt, die kleinste Grossstadt der Welt. Wir fanden: Ein optimaler Ausgangspunkt.» Nicht nur die Schweizer Davilla-Kunden, auch die deutschen und die österreichischen begrüssten die Wahl des Standorts.

Andorfer und Ender beschäftigen acht Mitarbeiter, sieben in Bregenz und einen in Zürich, sogar einen eigenen Illustrator leistet sich die Agentur. Reinzeichner, Fotografen oder Texter allerdings engagieren Andorfer und Ender nach Bedarf. Und auch wenn es um die Programmierung von Websites geht, holen sich die beiden Spezialisten ins Haus. So können sie immer auf professionelle Arbeit State-of-the-Art setzen. Andorfer pendelt zwischen der Bregenzer und der Zürcher Filiale hin und her, Ender arbeitet überwiegend in Bregenz. Und natürlich sind sie beide viel unterwegs, vor allem wenn Shootings anstehen. Die Fototermine finden häufig in Studios in Wien, Luzern, Zürich, Hamburg, München, Berlin, London oder Mailand statt, ab und zu aber auch unter freiem Himmel, zum Beispiel auf Mallorca, in Kapstadt oder Lech am Arlberg, wo die Crew im April 2010 bis zum Kra¬gen einschneite, noch bevor sie die ersten Bilder auf¬nehmen konnte. «Für uns sind nicht nur Locations im fernen Süden wichtig, sondern auch solche in den Regionen, in denen unsere Kunden verwurzelt sind», betont Andorfer. «Gerade bei Schweizer Kunden ver¬suchen wir, mit den Shootings in der Schweiz zu bleiben. Der regionale Bezug hat hier hohe Bedeutung.»

Etwa 25 Shootings mit zwölf verschiedenen Fotografen wickeln Andorfer und Ender pro Jahr ab. Bei den Fototerminen legt ein Storyboard jeweils detailliert fest, wie das Make-up und die Frisuren sein müssen, welche Farben und Accessoires verwendet werden dürfen, welche Positionen das Modell einnimmt und auf welche Weise es fotografiert werden muss. Jeder Schritt wird penibel vorbereitet, damit es am Set möglichst wenig Überraschungen gibt. Dennoch gibt es die regelmässig. Ender: «Bei den Shootings sind immer einer oder mehrere Vertreter des Kunden dabei und jedes Mal fällt mindestens einem von ihnen vor Ort noch etwas Kreatives ein.» Beispielsweise kam ein Sportartikelanbieter bei einem Shooting im Maggiatal auf die grandiose Idee, ein paar Ski auf einem Fels zu fotografieren. Das mag schön aussehen. Doch wer selbst Ski fährt, weiss, dass es kaum etwas Schlimme¬res gibt, als mit den Ski über einen Stein zu schrammen. «Manchmal sind Shootings wie ein grosser Kin¬dergarten, in dem es schwierig ist, die besprochene Linie durchzuhalten», sagt Ender. «Das aber ist für die Markenführung entscheidend. Wir nehmen auch Rei¬bungen mit unseren Kunden in Kauf, denn wir haben schliesslich den Auftrag, das Erscheinungsbild der Marke zu sichern. Wenn nicht einer vom Team immer wieder alle auf den Weg riefe, gäbe es ein Chaos.» Im Ernstfall beruft sich Ender auf das von allen Seiten abgesegnete Storyboard. So konnte sie bisher noch jeden ideensprudelnden Kunden wieder einfangen.

Natürlich brauchen Andorfer und Ender für das Feintuning mit ihren Kunden viel Fingerspitzengefühl. Oft wenden sie einen einfachen Trick an, um Auftraggeber von ihrer Herangehensweise zu überzeugen: Sie fotografieren Sujets nicht nur so, wie sie es sich vorstellen, sondern versuchen parallel auch, die Ideen des Kunden ins Bild zu bannen. «Das machen wir bei der ersten Aufnahme, bei der zweiten auch noch und bei der dritten droht dann bereits die Zeit davonzulaufen, weil am gleichen Tag noch weitere sieben Aufnahmen erledigt werden müssen …», sagt Andorfer. «Oft erkennt der Kunde aber erst durch diesen konkreten Vergleich des geshooteten Materials, welcher Ansatz der bessere ist.» Manche Auftrag¬geber werden auch ungeduldig, wenn Davilla für mehrere aufeinanderfolgende Shootings die gleiche Bildsprache wählt. Sie wollen ständig etwas verändern, innovativ sein, neue Accessoires platzieren. «Achtung», warnt Andorfer. «Bis die Bildsprache und die Botschaft einer Kampagne beim Konsumenten ankommen, dauert es mindestens drei Jahre. Ein Unternehmen braucht also ein bisschen Geduld, bis seine Kampagne Wirkung zeigt, bis Vertrauen in eine Marke und ihre Produkte gewachsen ist.»

Auch ihre Fotografen müssen die beiden Werbeprofis fest im Griff haben. Andorfer: «Wenn man einem Fotografen nach dem ersten Bild sagt, das sei ja schon super, dann fotografiert er die nächsten Bilder genau nach diesem Modus runter und es sieht wirklich immer alles gleich aus. Wir sind diejenigen, die sagen: ‹Stop, das geht noch besser, das kann es noch nicht gewesen sein.›» Und nicht zuletzt müssen sich Andorfer und Ender auch um das Wohl ihrer Models kümmern. Als in Lech die gesamte Crew einschneite, bekamen einige der Models ob des vier Meter hohen Schnees Panik. Da war es Aufgabe von Denise Ender, zu beruhigen und zu trösten. «Ein toller April in Lech», sagt sie im Rückblick lachend.

Der Werber und die Modeexpertin

Stefan Andorfer wird 1963 in Dornbirn, Österreich, geboren. Als Bub träumt er davon, Flugzeugbauer zu werden, als Jugendlicher möchte er Architektur stu¬dieren. Doch Andorfers Eltern intervenieren: Für Ar¬chitekten stünden die Jobchancen schlecht. Also studiert Andorfer in Innsbruck Wirtschaft, ein leid¬lich interessantes Studium, wie er findet. Die Spezialisierung auf den Schwerpunkt Marketing ist immerhin ein Lichtblick, der dann auch Andorfers weiteren Berufsweg bestimmt. Nach dem Studienabschluss arbeitet er zwei Jahre in einer Agentur, dann, mit 28 Jahren, macht er sich mit seiner eigenen Werbeagentur Davilla selbstständig. Dieses Jahr feiert Davilla also seinen 20sten Geburtstag. «Ich hatte von Anfang an den Anspruch, dass meine Kunden mehr als Werbung von mir bekommen», sagt Andorfer. «Denn Werbung ist in meinen Augen nur dann sinnvoll, wenn sie für die Marke einzahlt.» Andorfers Vorbild ist der New Yorker Star-Werber David Ogilvy. Das macht weitere Erklärungen überflüssig.

Denise Ender wird 1973 in St. Gallen geboren und schon als kleines Mädchen weiss sie: Ich will Grafikerin werden. «Für mich ist Grafik nicht einfach nur ein Job, ich lebe das, das gehört zu mir.» Ender ist fasziniert von der konsequenten, geradlinigen Arbeit des österreichischen Grafikdesigners Stefan Sagmeister, dessen Entwürfe beispielsweise die CD-Cover der Rolling Stones, von Lou Reed oder David Byrne schmücken. Nach der Matura besucht Ender zwei Jahre lang die Werbeakademie in Wien, dann geht sie nach Mailand, zuerst aufs Istituto Superiore di Comunicazione und anschliessend aufs Istituto Europeo di Design, wo sie ihren Master in Grafik macht. Dann arbeitet sie zwei Jahre lang in New York in einer Designagentur, die auf Mode- und Parfümmarken spezialisiert ist. Dort produziert sie Newsletter und Magazine für Clarins, Chanel und DKNY. Nach so viel Ausland ruft 1999 wieder die Heimat: Ender arbeitet sieben Jahre lang in der Werbeagentur ihres Vaters in Au SG und im österreichischen Lustenau, die sie ei-gentlich übernehmen soll. Doch es kommt anders. 2002, bei der Jubiläumsveranstaltung einer Zeit¬schrift, lernt Ender Stefan Andorfer kennen, er ist einer ihrer Konkurrenten. Dennoch: Alles passt. Kurze Zeit später steigt Ender bei Davilla ein.

Der Unterschied zwischen Bikini und Schraube

Davilla hat eine ganz eigene Handschrift. Die Bilder der Agentur sollen sehr ästhetisch und stilvoll sein, dabei aber natürlich und emotional bleiben. «Wir wollen, dass Haut noch nach Haut aussieht, dass nicht alles glatt und künstlich ist, dass man auch feine Här¬chen im Gesicht erkennen kann und dass es trotzdem schön ausschaut», betont Ender. «Wenn Gesichter und Körper zu Tode retouchiert sind, kann sich kein Konsument mehr damit identifizieren.» Davilla will seinen Weg der Spezialisierung auf Modefotografie mit einem fast künstlerischen Anspruch in den nächsten Jahren weitergehen, ein Ausbau der Zürcher Filiale ist angepeilt. Konsequent lehnen Andorfer und Ender Anfragen von Vertretern anderer Branchen ab, denen der Bildstil der Agentur gefällt. «Emotionen sind der¬zeit ‹in› und auch technische Unternehmen wollen Fotos, die ihren Schrauben oder Motoren Gefühle verleihen», sagt Andorfer. «Aber dafür sind wir definitiv nicht die Richtigen.»

Und dann haben die beiden Modeexperten noch einen gemeinsamen Traum, der in zwei bis drei Jahren Wirklichkeit werden soll: «Wir arbeiten schon seit einiger Zeit mit viel Energie an zwei Projekten, die uns sehr am Herzen liegen. Wenn alles so klappt, wie wir uns das vorstellen, sind wir plötzlich unsere eigenen Kunden und nicht mehr darauf angewiesen, unsere Auftraggeber von unserer Definition von Qualität zu überzeugen.» Mehr wollen die beiden im Moment nicht verraten. Aber offenbar sind sie im Begriff, zwei eigene Marken aufzubauen. Bald wird man mehr von ihnen hören.

Andorfer und Ender haben übrigens noch etwas gemeinsam: ihre beiden Kinder Anna (4) und Paul (2). Denn die zwei Werber sind nicht nur geschäftlich ein gutes Team, sie sind auch privat liiert. In ihrer mo¬mentan knappen Freizeit ist zum Skifahren oder Langlaufen keine Zeit. Dafür besuchen sie begeistert Ausstellungen und Vernissagen. Und dann sind auch ihre Kids mit von der Partie.
Anne-Friederike Heinrich

In Kürze
Denise Ender
*16.10.1973 in St. Gallen
1993–1995 Werbeakademie, Wien
1995/1996 Master Grafik, Istituto Superiore di Comunicazione, Mailand
1996/1997 Master Art-Direction, Istituto Europeo di Design, Mailand
1997–1999 Designagentur 360° Degrees, New York
1999–2006 Ender Werbung, Au/Lustenau
seit 2006 Geschäftsführerin Kreation Davilla, Bregenz/Zürich

Stefan Andorfer
*19.4.1963 in Dornbirn (A)
1981–1986 Studium Betriebswirtschaft, Schwerpunkt Marketing, Universität Innsbruck
1989–1991 Konzett, Bregenz
seit 1991 Gründer und Geschäftsführer Beratung Davilla, Bregenz/Zürich
www.davilla.com
 

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