Brainfood: Mit der richtigen Energie an die Prüfung

Fallstudien durchackern, Kennzahlen memorieren, Konzepte sauber aufbauen – das alles erledigen clevere Marketers vor der Prüfung mit Akribie. Etwas anderes geht dabei oft vergessen: Wie man sich ernährungstechnisch auf die Höhe bringt, um während der Prüfung optimal zu performen. Swiss Marketing startet deshalb jetzt die Brainfood-Initiative.

Den Spruch hatten schon unsere Grossmütter im Repertoire. Und er stimmt immer noch: Man ist, was man isst. Übersetzt in die Welt der technologischen Revolution und bezogen auf eine Situation, in der höchste physische und psychische Fitness gefordert ist, könnte man auch sagen: Spitzenmässiger Output gelingt nur, wenn der Input clever genug erfolgt ist. Angewandt auf die mehrstündigen Prüfungen von Swiss-Marketing-Kandidaten kann dies nur heissen: Der Ernährung vor und vor allem während dem grossen Test muss eine Spitzenpriorität zukommen. Was leider noch längst nicht allen Talenten, die sich einer Prüfung stellen, klar ist, sagt Claude Dubois: «Auf den Tischen unserer Absolventen sehen wir auch heute noch viel zu oft ganze Türme von Schokolade und anderen Süssigkeiten – eine Form von Ernährung, die während der Prüfung ganz bestimmt nicht optimale Leistungsfähigkeit garantiert. » Dem Bereichsleiter Prüfungswesen bei Swiss Marketing ist es ein grosses Anliegen, dass die Prüflinge in jeder Hinsicht gut vorbereitet sind auf ihre grossen Tage. «Und dazu», sagt Dubois, «gehört in hohem Masse auch die Ernährung.» Dass eine Prüfungsorganisation ein solches Thema priorisiert, mag zunächst erstaunen. Aber Swiss Marketing ist es ernst – aus gutem Grund, sagt Dubois: «Wir pflegen dieses Gebiet nicht aus irgendwelchen esoterischen Gründen, sondern weil es ganz direkt Einfluss hat auf die Performance an der Prüfung.»

Brainfood-Tipps im Prüfungsaufgebot

Um die künftigen Prüfungskandidaten besser auf dieses Thema zu sensibilisieren, wählt Swiss Marketing neue Mittel. Zum einen ist in Zusammenarbeit mit der Bernerin Corinne Spahr – die ehemalige Weltcup-Skirennfahrerin ist heute diplomierte Ernährungsberaterin HF – ein Flyer zu dieser Problematik ausgearbeitet worden. Unter dem Titel «Mit Brainfood leistungsfähig in die Prüfungsvorbereitung » wird informiert über alle Aspekte dieser Angelegenheit. Im Konzentrat liest sich das so: «Man kann sich nicht gescheiter essen als man bereits ist. Aber die richtige Auswahl von Essen und Trinken bietet die ideale Voraussetzung für konzentriertes Denken und coole Köpfe.» Dubois kann sich gut vorstellen, dass diese Informationen vor allem bei jüngeren Teilnehmern der so genannten «Generation Red Bull» Einfluss haben wird: «Wir denken, dass unser Input hauptsächlich bei jungen Talenten Anklang finden, die sich für die Marke- tingfachleute- oder Verkaufsfachleute-Prüfung vorbereiten.» Damit die Prüflinge früh genug auf das Thema eingestimmt werden, soll der Flyer jetzt auch dem Prüfungsaufgebot beigelegt werden. Damit dies auch, das wäre das angestrebte Ziel, die Gewohnheiten auch schon in der Zeit vor der Prüfung beeinflussen würde. Das wäre auch im Sinne von Corinne Spahr: «Die Ernährung ist einer der relevanten Puzzlesteine, wenn es darum geht, möglichst leistungsfähig zu einer Prüfung anzutreten.»

Best practice im Food-Bereich

Der Flyer gibt nicht nur Hinweise auf die Funktionsweise wichtiger Bausteine wie Eiweiss, Kohlenhydrate und Omega3-Fettsäuren, sondern er schafft es auch, ganz konkrete Tipps zu vermitteln. Dinge, die wohl jeder Prüfling irgendwann einmal gehört hat – aber es vor der Prüfung längst wieder vergessen hat und sich wider besseren Wissens darauf verlegt, auf die vermeintlichen Performance-Booster Kaffee, Energydrinks und Zuckerbomben zu setzen. Die wichtigsten Bausteine für den Erfolg:

– Flüssigkeit für den Transport der Nährstoffe ins Gehirn. Best practice: Wasser, Wasser aromatisiert mit Sirup, verdünnte Fruchtsäfte, Kräuterund Früchtetees.
– Omega3-Fettsäuren als Schmiermittel für die Datenübertragung. Best Practice: Öle wie beispielsweise Rapsöl, Fisch, Nüsse, Leinsamen.
– Eiweiss für das Gedächtnis und den Informationsfluss: Best Practice: Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Tofu, Soja oder Hülsenfrüchte
– Kohlenhydrate für die Energieversorgung des Gehirns. Best Practice: Dunkle Brotsorten, Polenta, Kartoffeln, Pasta usw.

Mit einer eigentlichen «Checkliste für den Prüfungstag » wird im Flyer konkret vorgeschlagen, wie man sich denn nun fitmachen soll am Tag der Tage. Lustfeindlich kommt die Checkliste, die auch als Einkaufszettel verwendet werden kann, überhaupt nicht daher. Neben den Empfehlungen, die sich aus den vier hauptsächlichen Stossrichtungen ableiten, kommen auch – in wohldosierter Form – ewige Konsumentenlieblinge wie Nutella, Schoggidrinks oder Getreideriegel vor. Es mag für einen Berufsverband ungewöhnlich sein, seinen Leuten Ernährungstipps zu geben. Aber im Bestreben, das Beste für seine Community zu tun, ist das Thema Brainfood eine wichtige Angelegenheit, die Priorität verdient. Denn wenn es um den beruflichen Erfolg geht, sollten Marketers – gestandene und zukünftige – nichts dem Zufall überlassen. Neben sauberen Marketingkonzepten gehört ein Konzept für die eigene Ernährung zwingend dazu.
 

Aufgefallen

Im Papiersaal in Sihlcity, Zürich, ist die World Press Photo 11 eröffnet worden. Präsentiert wird die Wanderausstellung in der Schweiz von Keystone. CEO Jann Jenatsch freut sich auf ein echtes Forum.

WW: Rund um die Ausstellung World Press Photo stellt Keystone auch das neue Portal Emphas.is vor. Um was geht es hier?
Jann Jenatsch: Mit der Ausstellung mit den besten Pressebildern wollen wir nicht nur ein möglichst breites Publikum erreichen, sondern gleichzeitig die Möglichkeit für eine Auseinandersetzung mit Fotografie bieten. An der Vernissage war Jodi Bieber unser Gast, um persönlich über die Hintergründe zu ihrem Siegerbild von Bibi Aisha zu sprechen. In der Fotonacht am 28. Mai wird die frühere Preisträgerin Nina Berman über ihr letztes Projekt sprechen. Der dritte Event am 18. Mai ist dem Launch von Emphas.is in der Schweiz gewidmet. Emphas.is ist die erste Plattform für Fotojournalismus durch «Crowdfunding». Die Weltpresse, von der New York Times bis Le Monde und BBC, bezeichnet Emphas.is als radikale Innovation für die Finanzierung von Fotojournalismus. Das geht so: Ausgewählte fotojournalistische Projekte werden von Emphas.is vorgestellt, man kann sich informieren und – wenn das Projekt gefällt – die Reportage allenfalls unterstützen. Bereits mit einer kleinen Investition von 10 Franken bin ich als Privatperson dabei und werde Teil der Projekt-Community. Ein Hochglanzmagazin kann das Projekt auch unterstützen und sich damit beispielsweise das Vorabdruckrecht sichern. Sobald der budgetierte Betrag erreicht ist, wird das Projekt umgesetzt. Wird der erforderliche Betrag jedoch nicht erreicht, wird das Projekt nicht umgesetzt. Es ist also diese Projekt-Community – und nicht die Redaktion eines Hochglanzmagazins –, das darüber entscheidet, ob das Projekt realisiert wird oder nicht. Wir haben also nicht mehr die Medien allein, die bestimmen, was die Leser sehen wollen, sondern eine grössere Community, Menschen eben, die interessiert sind an dieser Fotografin oder an diesem Thema.

Welche Funktion hat Keystone in diesem Prozess?
Mein Verständnis von Fotografie ist es, im Rahmen von World Press Photo eine Plattform zu bieten, um dort möglichst spannende Projekte und Arbeiten vorstellen zu können. Nach dem bereits erfolgreichen internationalen Launch von Emphas.is haben wir jetzt das Patronat für die Schweiz übernommen. Wir bieten den Rahmen, um hier auf das innovative Projekt aufmerksam zu machen. Dies gelingt jedoch nur dank dem Engagement von unseren Sponsoren. Es freut mich, dass wir beispielsweise die Bank Baumann & Cie. Banquiers als Sponsor für ein langfristiges Engagement gewonnen haben.

Die Landschaft der professionellen Fotografie ist in einem grossen Wandel. Was sind die Tendenzen?
Es ist gleich wie in anderen Bereichen und sogar in der Gesellschaft: Der Mittelstand stirbt aus oder wird verdrängt. Die Entwicklung zeigt auf der einen Seite in eine extrem professionelle Richtung mit höchst anspruchsvoller Fotografie. Auf der anderen Seite boomt eine Art Gebrauchsfotografie, bei der immer mehr Leute mit ihren Digitalkameras die Bilder selber machen. Das ist oft mehr ein Abbilden als eigentliche Fotografie und spiegelt sich auch in einem extremen Preiszerfall. Das beschäftigt nicht nur uns, sondern auch viele freie Fotografen. Viele arbeiten zu Bedingungen, die nicht mehr kostendeckend sind. Nur noch die guten und die besten setzen sich durch. Wir sind in einer Phase, wo noch einmal die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Wie kann Keystone auf die Entwicklung reagieren?
Wir versuchen in beiden Sektoren tätig zu sein. Wir setzen viel ein, um hochstehende Fotografie anbieten zu können – sowohl bei den eigenen Bildern wie beim Vertrieb, wo wir mit den besten Partnern zusammenarbeiten. Wir wollen mithelfen, dass die fotografische Sprache sich entwickeln kann. Grosse Player wie Getty Images wachsen schnell und drängen immer stärker in den Markt. Solche Agenturen tragen auch den Preiszerfall mit. Ihr Einfluss ist global. Wir halten dem entgegen, dass wir uns als schweizerische Agentur verstehen, eine Art Nischenplayer sind.

Wie bedeutend ist inzwischen Video im Portfolio von Keystone?
Wir sind eingestiegen, weil wir uns als visuelle Anbieter verstehen. Heute braucht es Video. Wir haben eine sehr tolle Partnerschaft als Joint Venture mit AWP Finanznachrichten. Zusammen haben wir es geschafft, in den letzten 18 Monaten das Angebot auf dem Markt etablieren zu können mit den beiden Standbeinen News und Wirtschaftsinterviews. Wir sind ein ernst zu nehmender Player auf gutem Weg und per Ende 2012 wollen wir schwarze Zahlen schreiben. Interview: Andreas Panzeri
 

Allaccess bringt Always Alldays an die Frau

Seit mehreren Jahren führt Allaccess für Procter & Gamble POS Promotionen durch. Das Konzept wurde unter dem Namen «Multi-Marken-Promotion» weiterentwickelt, so dass die Promoterinnen von Allaccess die potenziellen Käufer in den Migros Filialen nun auf bis zu 8 Marken beraten und vom Kauf der Produkte überzeugen können.

Mit Fachberatungen für Gillette und Pantene konnten die Promoterinnen erste fundierte Erfahrungen sammeln. Anfang Jahr wurde, unabhängig der bestehenden Multi-Marken-Promotion, ein Bahnhofsampling von Always Alldays aufgegleist. An sechs Standorten verteilten Promoterinnen innert sieben Stunden 100‘000 Slipeinlagen.

Ziel der Promotion ist eine kompetente Beratung und die Förderung von Verbundverkäufen. Ausserdem sollen die Promoterinnen von Allaccess den Filialauftritt von Procter & Gamble durch die Abgabe von Produktmustern unterstreichen.

Verantwortlich bei Procter & Gamble Schweiz: Nina Cheval (Shopper Marketing Schweiz). Verantwortlich bei Allaccess: Pamela Gemperli (Project Manager).

Werden mit HTML5 Apps überflüssig?

Vor allem im mobilen Bereich wird die neue Version der Web-Sprache, HTML5, die Online-Werbung tiefgreifend beeinflussen.

Schon bevor Online-Werbung auf mobilen Geräten ein Thema wurde, war dieses Gebiet mit seinen zahlreichen Werbeformen eine komplizierte Angelegenheit. Und bald wurde klar: Was auf den Desktop-Bildschirmen funktioniert, kann nicht ohne weiteres auf die mobilen Geräte übertragen werden. Also entstanden Sonderlösungen, Apps, um optimierte Progrämmchen auf die Smartphones und Tablet-PCs zu laden. Doch das Apps-Fieber der letzten Monate ist nur auf den ersten Blick eine Erfolgsgeschichte. Wer sich anschickte, eine App zu lancieren, musste diese (oft ausser Haus) entwickeln lassen und anschliessend auf die Freigabe im App- Store von Apple warten. Wer nicht nur auf den Apple- Geräten, sondern auch auf Android-Geräten (und Windows Mobile, Blackberries etc.) präsent sein wollte, musste dieses Prozedere mehrfach wiederholen. Und zwar auch dann, wenn es nur um kleine Änderungen ging – auf die man dann pragmatischerweise oft verzichtete. Erst recht mühsam und aufwändig wurde es, wenn Rich-Media-Lösungen mobil zum Einsatz kommen sollten. Denn Flash- Plugins für Web-Browser, dank denen solches auf dem Desktop leidlich funktioniert, hat Apple von seinen mobilen Geräten verbannt, nicht zuletzt, weil sie die Rechner zu stark unter Dampf setzen, was zu schlechten Batterielaufzeiten geführt hätte.

Ein Wundermittel?

Als Wundermittel gegen solcherlei Kalamitäten wird in Technikerkreisen schon lange HTML5 gehandelt. Diese neue Version der Web-Sprache gilt bei den Entwicklern als «Living Standard», wird also in nächster Zeit nicht offiziell verabschiedet, sondern laufend weiterentwickelt werden. So liefern sich die Entwickler-Teams der verschiedenen Web-Browser ein Wettrennen, wer am meisten der zahlreichen neuen Merkmale bereits implementiert hat. Die Nase vorn haben Google und Apple, die HTML5 nicht nur auf ihren Desktop-Browsern (Chrome resp. Safari), sondern auch auf ihren mobilen Plattformen (Android resp. iOS) im Einsatz haben. Viele der Features, die bisher mit Apps nur in Zusammenarbeit mit Software-Entwicklern zu haben waren, werden damit für Web-Entwickler zugänglich, womit schneller und leichter vorgegangen werden kann. Nicht zum ersten Mal geistert in der Informatik das Versprechen von «einmal entwickeln und überall laufend lassen» (write once, run anywhere) umher. Und weil mit HTML5 nicht wenige daran glauben, wird oft das Ende der Apps vorhergesagt. So hat schon vor einem Jahr ein amerikanisches Marktforschungsinstitut den Höhepunkt der Apps- Welle auf das Jahr 2013 veranschlagt. Und das Beratungsunternehmen McKinsey&Company sagte in einem jüngst veröffentlichten Bericht voraus, innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre würde die Hälfte aller mobilen Anwendungen auf HTML5 gewechselt haben.

HTML5 bringt nicht nur Vorteile

Der neue Web-Standard bietet nicht nur Vorteile, der Teufel steckt im Detail. Nicht alle Merkmale sind in jedem Browser gleich und gleich vollständig implementiert. Ein besonderes Augenmerk verdienen also vor allem diese Merkmale: Video und Audio: Gleich wie heute etwa Bilder können diese beiden Medienformen einfach im Browser angezeigt werden. Es müssen dafür nicht länger separate Plug-ins installiert und unterhalten werden. Doch derzeit ist kein Videoformat definiert, das von allen Browsern unterstützt werden muss. Als Mindeststandard wurden Formate diskutiert, die lizenzfrei implementiert werden können. Doch damit können nicht alle vom Markt verlangten Merkmale umgesetzt werden (z. B. beim Rechteschutz), weshalb es künftig wohl weiterhin verschiedene Lösungen, darunter proprietäre und lizenzpflichtige, geben wird. Auch weil Online-Video-Werbung, etwa mit Pre- und Post-rolls, heute auf Flash aufgebaut ist, wird es weiterhin nötig sein, mehrere Videoformate zu unterstützen. Gestaltung: Wo heute, etwa für 3D-Darstellungen und Animationen, auf Flash von Adobe zurückgegriffen werden muss, können viele Gestaltungsvarianten mit dem neuen Web-Standard direkt im Browser umgesetzt werden. Online-Spiele können so direkt im Web-Browser laufen und entsprechend einfach verteilt werden – vor allem auch auf Mobilgeräte. Formulare: Es wird einfacher, Formulare zum Eingeben komplexer Daten einzusetzen, die einfacher und flüssiger zu bedienen sind. Lokale Datenspeicherung: Mit HTML5 können Web-Browser auch lokal Daten in eigenen Datenbanken speichern. Gleich wie heute Apps, kann man Web-Anwendungen so etwa Preislisten oder Fahrpläne einfach im Browser ablegen, diese können dann auch ohne Verbindung ins Netz genutzt werden. Datenschützer befürchten, diese Möglichkeit könnte benutzt werden, um weit mehr nutzerspezifische Daten zu speichern, als dies mit den heute verfügbaren Cookies bewerkstelligt werden kann. Es wird klar: Neue Webstandards, die unter dem Kürzel HTML5 zusammengefasst werden, können auf mobilen Geräten das Geschäft mit Inhalten und die Online-Werbung beflügeln. Gleichzeitig werden verwandte Branchen wie die Telekomm- und die Geräteindustrie davon profitieren, wenn es zunehmend einfacher und attraktiver wird, unterwegs Datenkommunikationsdienste zu nutzen. Für die strategische und taktische Planung ist es deshalb ratsam, die Entwicklung von HTML5 zu beobachten und entsprechend zu berücksichtigen. Bei künftigen Entscheiden über die Lancierung von Apps wird die Frage zu stellen sein, ob sich der heute übliche Aufwand dafür noch rechtfertigt oder ob bereits auf eine Lösung mit HTML5 gesetzt werden kann. Damit solche Entscheide kompetent angegangen und dann umgesetzt werden können, ist das Gebot der Stunde, entsprechendes Know-how aufzubauen. Sind die entsprechenden Fähigkeiten einmal vorhanden, können Anwendungen mit HTML5 einfacher und schneller umgesetzt und in den Markt gebracht werden. Und weil solche Anwendungen gleich wie andere Web-Inhalte ausgegeben werden, ist es zum Beispiel einfach, mit A/B-Test neue Varianten bei bestimmten Zielgruppen in Echtzeit auszutesten. Als weiterer wichtiger Vorteil kommt hinzu, dass es so einheitliche Analytics-Daten gibt und nicht länger Nutzungszahlen verschiedener Apps-Plattformen möglichst sinnvoll zusammengerechnet werden müssen. Wer auf dem Handy eine solche HTML5-Anwendung im Schnellzugriff haben will, speichert einfach ein Icon mit der entsprechenden Verknüpfung ab.

Die Spielverderber-Faktoren

Doch es wäre nicht das erste Mal, dass Techniker sich ein neues Wunderland ausgedacht haben, das am Markt durchfällt. Es sind vor allem diese möglichen Spielverderber-Faktoren zu beachten: Wo HTML5 drauf steht, muss nicht unbedingt HTML5 drin sein. Zwar heben alle neuen Browser-Versionen derzeit ihre HTML5-Fähigkeiten hervor, doch sind nicht überall die gleichen Merkmale immer identisch und vollständig implementiert. Sind HTML5-fähige Browser verfügbar, heisst dies noch lange nicht, dass diese überall im Einsatz sind. Dies dürfte vor allem im Desktop-Bereich ein nicht unwesentliches Hindernis darstellen, denn gar viele Zeitgenossen scheinen sich vor Software-Updates so zu fürchten wie der Teufel vor dem Weihwasser. Bei mobilen Geräten finden Software-Updates häufig OTA (over the air) und somit weitgehend schmerzlos statt. Auf Mobilgeräten gibt es sodann weiterhin Argumente, die für Apps sprechen: Sie können über die App-Stores einfach verkauft werden. Sie sind weniger abhängig von guten Datenverbindungen, als dies bei HTML5 häufig der Fall ist, wo oft der Netzzugriff für die Datenspeicherung und für Berechnungen (sog. Cloud-Computing) nötig ist. Und Apps können ohne weiteres auf Gerätekomponenten wie die Kamera, das Mikrofon oder Neigungs- und Beschleunigungssensoren zugreifen, was im HTML5-Standard nicht vorgesehen ist und wofür es zusätzliche Software-Pakete braucht. Allerdings wird kaum ein Weg an HTML5 vorbei führen: Denn nur so können Videoinhalte auf den weit verbreiteten Mobilgeräten von Apple angezeigt werden – ein Benutzersegment, auf das kaum jemand wird verzichten wollen. So bindet die New York Times Videoclips auf ihren Webseiten ein, ohne auf Flash zurückzugreifen. Und bei YouTube gibt es seit letztem Sommer Videos für mobile Geräte mit einem HTML5-fähigen Browser. Zwar sind Apps derzeit bei Unternehmen und Agenturen gleichermassen en vogue, doch künftig braucht es vor allem eine gute Website, die gemäss den neusten Web- Standards für die mobile Nutzung ausgelegt und optimiert ist. Christoph J. Walther
 

Top der Woche 1: Goldbach feiert Jubiläum

Die Goldbach Group feiert ihren 10. Geburtstag. «Den Markt der elektronischen Medien entwickeln und prägen» - mit diesem Versprechen ist Goldbach vor zehn Jahren in Küsnacht gestartet.

Das Küsnachter Unternehmen gestattet sich für einmal einen Blick auf die vergangenen Jahre, so eine Goldbach-Mitteilung: «Gestartet ist Goldbach zu Beginn des neuen Jahrtausends mit der bereits langjährigen Erfahrung des Zürcher Privatradios Radio Z aus den 80er-Jahren. In den 90er-Jahren kamen solche als Vermarkter der ersten Schweizer Werbefenster auf deutschen und französischen TV-Kanälen hinzu. Radio- und Fernsehwerbung waren also schon beim Start von Goldbach Kernkompetenzen.» Heute ist Goldbach ein börsenkotiertes Vermarktungsunternehmen im Bereich der elektronischen, mobilen und interaktiven Medien in der Schweiz und in weiteren Ländern Europas. Allein in der Schweiz arbeiten 245 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, in der ganzen Gruppe sind es heute rund 550 Personen in zehn Ländern. Auch zum 10. Mal findet die Mediarena mit Referenten über Social Media, Mobile und bewegte Bilder statt.

Kreatives Biotop

Neun Tage Musik vom Feinsten und spannende Kunst gibt es ab 22. Juli in Luzern. Urs Leierer präsentiert sein 19. Blue Balls Festival.

WW: Nach welchem Konzept wird das Blue Balls Festival beworben?
Urs Leierer: Wir machen das Konträre zum Werbekonzept anderer Festivals. Diese bringen die Stars ihrer grössten Acts auf das Plakat. Wir haben einen anderen Ansatz und wollen vielversprechenden Talenten eine Plattform geben. Wir featuren einen Künstler, der noch nicht so bekannt ist. In diesem Jahr ist es Lenka, eine junge australische Popkünstlerin. Beda Achermann liess sie in New York fotografieren und hat daraus das Plakat und das Cover des Programms gestaltet. Diese Zusammenarbeit hat vor über zehn Jahren angefangen. Er liefert bis und mit Layout, den Rest mache ich selber mit der Infrastruktur von Lesch + Frei. Wir arbeiten werbetechnisch in der gesamten Deutschschweiz mit einer Plakatkampagne in den fünf grossen Agglomerationen sowie Inseraten bei unseren Medienpartnern 20 Minuten, SonntagsZeitung und Das Magazin. Dort wird in einem Teilsplit auch das Programmheft beigelegt.

Welche Rolle spielen die Sponsoren?
Sie spielen eine tragende und existenzielle Rolle. Gerade mit unserem Konzept, wo wir Einzelshows verkaufen und ein grosses Rahmenprogramm haben. Bei diesen Kunstevents wird kein Eintrittsgeld verlangt. 30 Prozent unseres Budgets sind demnach Sponsorengelder, die das Festival stützen. Axa ist presenting Sponsor, weitere Basispartner sind Heineken, Trojka und Smart.

Wie ist Blue Balls im Vergleich zu Montreux positioniert?
Wir kommen wie Montreux auch vom Blues und haben uns entwickelt mit weiteren Musikstilrichtungen. Somit sind wir sehr ähnlich im Charakter. Unsere Abgrenzung ist mehr gegen die anderen Festivals. Wir sind ein Comestible-Laden, ein Boutique- Festival im Gegensatz zu den grossen Open Airs. Das sind mehr die Grossisten. Dort werden an drei Tagen ganz viele Bands durchgepeitscht, zu einem Package-Preis. Wir sind eher gepflegter. Gegenüber Montreux sind wir ein bisschen kleiner. Wir bewegen uns auch mehr Richtung jünger und heben uns ab, indem wir nicht nur Musik bringen. 70 Prozent ist Live-Musik. Dazu haben wir jedes Jahr unsere Fotoausstellung mit einem Starfotografen. In diesem Jahr Ben Watts aus New York. Weiter produzieren wir mit jungen bildenden Künstlern Kunstwerke live auf der Bühne. Wir haben eine grosse Video- Lounge auf der Dachterrasse des KKL. Shantell Martin wird dort ihre Sketch-Projektionen zeigen. Jedes Jahr gibts auch einen Musikfilm. Der ganz aktuelle Streifen «Upside Down – The Creation Records Story» erzählt die Geschichte von Englands genialster und chaotischster Plattenfirma. Der Label- Manager wird in Luzern anwesend sein und kommt in unserer Talksendung «Meet the Artist».

Ein Festivalradio?
Radio ist nicht ganz richtig. Wir arbeiten crossmedial und laden via 20 Minuten täglich 200 Fans als Zuschauer ins Auditorium ein. Dazu versuche ich möglichst viele interessante Künstler vor das Mikrofon zu bringen. Der «Creative Talk» wird moderiert von Hannes Hug. Wir zeichnen es auf und präsentieren den Clip am nächsten Tag auf der Online- Plattform von 20 Minuten sowie auf Youtube.

Werden auch Konzerte aufgezeichnet?
Das Schweizer Fernsehen und Radio sind Medienpartner. Die zeichnen ein paar ausgewählte Konzerte auf. Es ist nicht mehr so einfach wie in den Anfängen von Montreux vor 45 Jahren. Da fanden das die Künstler super geil, wenn sie vor einer Fernsehkamera spielen durften. Heute wollen sie die totale Kontrolle über ihren Auftritt. Es läuft alles über Geld. Ich bezahle aber nicht jeden Preis.

Wie hat sich das Budget des Festivals entwickelt?
Der erste Event vor 19 Jahren war noch ein Insider- Gimmick. 40 Musiker haben gratis gespielt, 300 Besucher zu 49 Franken haben 14 700 Franken eingebracht. Inzwischen erwarten wir 100 000 Leute und spielen neun Tage lang rund um das Seebecken. Das Budget beträgt 7,5 Millionen, inklusive der Umsätze Dritter.

Ist damit der Plafond erreicht?
Blue Balls heisst Art first, Money second. Ich muss nicht wachsen um jeden Preis. Wir brauchen eine gute Grösse, um die Acts zu bekommen. Ich will aber unbedingt auf dieser Grösse bleiben und nur noch weiter in Kunst und Künstler investieren.
Interview: Andreas Panzeri

Urs Leierer

blueballs

Der frühere Werber hat 1992 in Luzern den ersten Event ins Leben gerufen. Inzwischen ist daraus eines der grössten Musik- und Kunst- Festivals der Schweiz geworden. Das Ambiente rund um das Luzerner Seebecken mit dem KKL, dem Pavillon Open Air und den Late- Night-Shows im Hotel Schweizerhof machen Blue Balls einzigartig. Das internationale Festival präsentiert an neun Tagen 120 Events: Blues, Jazz, Soul, Funk, World, Rock und Pop. «Eine wichtige Wende, wo es grösser und professioneller geworden ist, war der Punkt, wo ich mich Ende 1998 entschlossen habe, das Festival vollberuflich zu machen und den Werberjob an den Nagel zu hängen. Das war auch der Punkt, wo Reini Weber mir Domizil geboten hat und wir zusammen die Blue Balls Music GmbH gegründet haben. Ich konnte damals in der WHS als Einzelmaske in einem Büro arbeiten», erzählt Leierer, der inzwischen jährlich 7,5 Millionen Franken in Kunst und Unterhaltung für 100 000 Fans umwandelt. Stimmungsbilder vom Festival mit Kunst am See und Konzerten auf mehreren Bühnen. Seebecken wird neun Tage zum Biotop kreativen Schaffens.
 

Der Spieler

Thomas Küng ist der Herr der Rätsel. Schon als Kind liebte er das Knobeln, heute produziert der gelernte Lehrer Schweizer Kreuzworträtsel, Sudoku und Co. für Blick, Beobachter, Schweizer Illustrierte und den Tages-Anzeiger. Ausserdem verlegt er 30 Rätselmagazine und -bücher in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland und vermittelt Cartoons renommierter Zeichner an die Medien.

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Weshalb Thomas Küng (54) mit seiner Rätselagentur und seinem Rätselbuchverlag Erfolg hat, ist nicht wirklich ein Rätsel. Denn zum einen macht er seinen Job mit Leidenschaft, was immer eine gute Voraussetzung ist. Zum ande-ren ist Denksport wieder gross in Mode: Galten Kreuzworträtsel in den 1980er-und 1990er-Jahren als Metier von Grosi und Grosspapa, sieht man heute Bankangestellte und Schülerinnen, Verkäufer und Handwerker, Mütter und Studenten im Tram, auf dem Pausenhof, im Hörsaal oder in der Mittagspause kniffeln und knobeln. «Ich habe auch schon Punks beobachtet, die als Zeitvertreib ein Sudoku oder ein Kreuzworträtsel lösten», sagt Küng. «Mich erstaunt das, aber ich freue mich sehr darüber. Das Image des Rätselns hat sich in den letzten 30 Jahren komplett verändert.» Zur neuen Rätselleidenschaft haben nicht zuletzt die Pendlerzeitungen beigetragen, bei denen Kreuzworträtsel und Kakuro, Sudoku und Bimaru zum täglich gern verspeisten Kurzmenü gehören.

Küng hat eine gute Nase für die Wünsche seiner «Löserinnen und Löser», das hat er schon mehrfach bewiesen: Mit der Kreation schweizspezifischer Rätsel für den Schweizer Markt, mit dem Angebot des Zahlenspiels Sudoku, das vom Basler Mathematiker Leonhard Euler erfunden wurde, und mit Bimaru, wie Küng sein Schiffe-Versenken für eine Person getauft hat. Seine Rätsel produziert und vermarktet Küng mit grossem Erfolg nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Österreich und Deutschland. Und wenn doch mal etwas nicht so läuft, wie Küng es sich vorgestellt hat, tröstet er sich mit dem Gedanken: «Es war ein Versuch wert.» Diese Einstellung hat Küng bisher auch vor dem weit verbreiteten Montagmorgenfrust bewahrt. «Was ich mache, mache ich sehr gern, sagt er. «Ich hatte schon lange nicht mehr das Gefühl, dass ich arbeite.

Die Rätselagentur ist im Schweizer Rätselge¬schäft seit 14 Jahren tonangebend. Küngs wichtigster Konkurrent auf dem Schweizer Markt ist einer seiner ehemaligen Geschäftspartner: René Lehner. Seit der Trennung der Partner im Dezember 2007 führt Lehner die Zürcher Rätsel-Factory. Wie Küng verkauft er Rätsel an Zeitungen und Zeitschriften und produziert eigene Rätselmagazine.

Karriere mit Rätseln

Küng wird 1956 in Zürich geboren. In seinen kühnsten Träumen will er Eishockey-Goalie werden, weil ihm Goalies als Spielentscheider und Helden gelten. Doch Küng spielt nicht einmal Eishockey. Also absolviert er nach der Matura eine Lehrerausbildung, einfach weil es am schnellsten geht. Drei Jahre arbeitet Küng in diesem Beruf. 1980 ergibt sich für den jungen Lehrer die Möglichkeit, als Rockmusikjournalist zu arbeiten. Er tauscht Tafel und Kreide gegen Block und Stift und tourt von Konzert zu Konzert. Küngs Interviews, Konzertberichte und CD-Rezensionen erscheinen beispielsweise in der NZZ, im SonntagsBlick oder in der Annabelle. «Diese Zeit war von purer Begeisterung bestimmt», erinnert sich Küng. «Ich habe viele geniale Konzerte erlebt, Joe Jackson, Paul Simon, Tina Turner, habe Mick Jagger interviewt und ein Buch über Polo Hofer geschrieben. Für die Buchtaufe haben sich die Rumpelstilz sogar nach langem Streit wieder vereint.

Ab 1995 verfasst Küng auch Hörspiele. Sie werden mit Schauspielern wie Mathias Gnädinger, Ueli Jäggi oder Sabina Schneebeli produziert und laufen im Schweizer Radio DRS oder sind im Buchhandel zu kaufen. Parallel gründet Küng in Zürich das Unternehmen Cartoon Pool, das die Arbeiten von Comiczeichnern an Magazine, Zeitungen oder Werbeagenturen vermittelt, eine Art Künstleragentur also, die Küng auch heute noch leitet. Auf die Idee, eine Cartoonvermittlung zu betreiben, kommt Küng durch seinen Freund, den Karikaturisten Peter Gut. «Peter hat Comicstreifen gezeichnet, die klasse waren, aber nur in einer Zeitung abgedruckt wurden, erzählt Küng. «Ich fand das schade und habe sie in weiteren Zeitungen untergebracht. Das hat sich bei anderen Zeichnern herumgesprochen und so entwickelte sich der Cartoon Pool sehr gut.

Die Person, die in den Zeitungs-,und Magazinredaktionen für die Comics zuständig ist, kümmert sich oft auch um die Rätsel. «Ich habe dem Blick einen Comic verkauft und wurde gefragt, ob ich auch Kreuzworträtsel hätte, erzählt Küng. «Da habe ich gesagt: ‹Noch nicht – aber Ihr habt sie in zwei Wochen.›

Die gewünschten Rätsel importiert Küng aus Deutschland, denn in der Schweiz stellt zu dieser Zeit niemand im gewünschten Umfang Kniffelaufgaben her. Mit der Qualität der Rätsel ist Küng jedoch nicht zufrieden: «Sie enthielten kaum Schweizer Begriffe und die Fragen waren mir häufig nicht clever genug»-, sagt er. «Trotzdem musste ich natürlich die Verantwortung für die gelieferte Ware übernehmen. Das war der Grund dafür, dass ich nach einiger Zeit beschloss, eigene Rätsel zu machen, die dem Anspruch ‹Schweizer Rätsel› entsprechen.Für grosse Verlage ist dieses Segment zu klein und damit uninteressant. Aber eine Agentur mit bereits bestehenden Kontakten zu den Medien hat Chancen, im Rätselgeschäft zu reüssieren. Kontakte hat Küng durch seine Arbeit als Journalist und Cartoonagent en masse. Und er besetzt die Marktlücke.

Natürlich denkt Küng sich nicht alle Fragen und Antworten, die er in seinen Rätseln verarbeitet, selbst aus. Er kauft eine Software, die bereits ein Kontingent an Fragen und Begriffen beinhaltet. Doch was noch einfach klingt, ist schon mit Arbeit verbunden: «Ich musste den ganzen in der Software enthaltenen Wortschatz, Tausende von Begriffen und Umschreibungen, eigenhändig überarbeiten. ist, wie ein Lexikon zu schreiben. Es gilt nicht nur, typisch deutsche durch typisch schweizerische Begriffe zu ersetzen, sondern auch, inhaltliche Fehler und Vertipper auszumerzen. Denn je grösser das Medium ist, an das Küng seine Rätsel verkauft, desto heikler sind Fehler: «Sie glauben nicht, was los ist, wenn im Migrosmagazin in einem Kreuzworträtsel ein Fehler auftaucht – besonders, wenn es etwas zu gewinnen gibt. Dann laufen dort in der Redaktion die Telefone heiss.» Das kann Küng sich nicht leisten. Anderthalb Jahre bearbeitet er die Software, bis sie seinen Ansprüchen entspricht.

Schräg und flexibel

Für den Verkauf seiner Rätsel hat Küng ein schlagendes Argument: Ein Schweizer Medium, das deutsche durch Schweizer Rätsel ersetzen kann, ohne mehr bezahlen zu müssen, ist schnell im Boot. Seit 14 Jahren produziert Küng nun Schweizer Rätsel für die meisten grossen Schweizer Printmedien. Die Ansprüche dieser Publikationen sind ganz unterschiedlich. Das eine Medium wünscht sich ein sehr kompliziertes Rätsel, das andere eines, das in wenigen Minuten lösbar ist, Pendlerzeitungen zum Beispiel. «Aber man darf sich nicht täuschen, sagt Küng. «Einfache Rätsel sind oft schwieriger zu erstellen als komplizierte, weil wir nur einen kleinen Wortschatz verwenden können. Doch dank unserer gut aufgestellten Redaktion können wir sogar auf Sonderwünsche eingehen. Für den SonntagsBlick hat die Rätselagentur zum Beispiel kurzfristig ein Rätsel zur Prinzenhochzeit kreiert, um des Lesers kurzzeitige Lust auf königliche Details zu stillen. «Medien können mit Wettbewerben nur Geld verdienen, wenn viele Löser mitmachen, sagt Küng. «Und das tun die natürlich nur, wenn die Themen sie interessieren und die Fragen eindeutig lösbar sind.

2001, nach sechs Jahren als Rätselmacher für Schweizer Medien, besetzt Küng eine weitere Marktlücke. Er gründet den Küng-Verlag, der seine Rätsel in Heft- und Buchform vertreibt. «Ich dachte, wenn nun die Schweizer Zeitungen Schweizer Rätsel drin haben und das gut läuft, dann müsste doch auch ein Schweizer Rätselmagazin Erfolg haben, erzählt Küng. «Ich habe am Kiosk geschaut und konnte nur deutsche Rätselmagazine finden. Natür¬lich wusste ich nicht, ob es keine Schweizer Hefte gibt, weil es noch niemand probiert hat oder weil Konkurrenten damit längst Schiffbruch erlitten hatten.Küngs Marktforschung am Kiosk reicht aus: Sein erstes Produkt, das «Schweizer Rätsel-Heft, verkauft sich gut. In den folgenden Jahren konzipiert der Verleger weitere 29 Kniffel-Hefte und -Bücher, nicht nur für die Schweiz, sondern auch für Österreich und Deutschland. Die Publikationen enthalten Sudoku, verschiedene Arten Bilderrätsel wie zum Beispiel Nonogramme, Logikaufgaben, Hashi, Bimaru, Kakuro sowie Kreuzworträtsel, die für Ös-terreich wiederum mit landesspezifischen Spracheigenheiten bestückt sind. Dafür beschäftigt Küng ein kleines Team freier Mitarbeiter in Österreich, die den Wortschatz entsprechend bearbeiten. Nur Sudokus, Nonogramme und andere visuelle Rätsel produziert Küng nicht selbst, sondern kauft sie von Fachleuten. Denn bei den beliebten Zahlenrätseln gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede, Nono¬gramme sind reine Handarbeit. Selbst stricken ist also nicht angeraten oder wäre viel zu aufwendig. «-Wir beliefern mit unseren Sudokus und Nonogrammen auch den deutschen Markt und müssen uns dort gegen viel Konkurrenz durchsetzen, sagt Küng. «Nun haben wir uns als Anbieter der besten Sudokus und Nonogramme positioniert. Das hat am Kiosk und im Buchhandel natürlich seinen Preis, aber das Geschäft läuft gut.

Qualität als bestes Rezept

In der Rätselagentur beschäftigt Küng drei Vollzeitmitarbeiter, im Küng-Verlag sechs. Für Spezialrätsel greift er zusätzlich auf einen Pool freier Rätselautoren zurück. Mit dieser Besetzung kann er auch die Qualität der Knobelaufgaben sicherstellen: Jedes Rätsel wird zur Kontrolle noch einmal per Hand gelöst, bevor es an den Kunden rausgeht oder in einem der Magazine abgedruckt wird. «Rätselautoren zu suchen ist fast unmöglich, betont Küng. «Dafür ist Kreuzworträtsel-Herstellen eine zu ausgefallene Tätigkeit. Man kann niemanden animieren, sich doch mal mit Rätseln zu beschäftigen. Darum muss ich warten, bis sich Leute bei mir melden, denen Rätsel im Blut liegen, die eine Leidenschaft für das Metier haben.So wie Küng selbst, der schon als Kind gerne gerätselt hat und Gesellschaftsspiele liebt – obwohl er ein schlechter Verlierer ist.

Küngs Zielgruppe sind «alle»: «meisten Menschen interessieren sich für» Rätsel, sagt er. «Allerdings rätseln sie aus verschiedenen Gründen. Dadurch haben wir eine sehr gemischte Zielgruppe. Für ältere Leute ist Rätseln oft eine Art Gedächtnistraining, Kinder rätseln aus Neugier. Manche suchen eine intellektuelle Herausforderung, wollen etwas gewinnen oder einfach ihre Zeit vertreiben. Andere lösen Rätsel, um nach dem Arbeiten abzuschalten. Dafür ist zum Beispiel Sudoku perfekt. Wie ein Rätsel bei den Leuten ankommt, merkt Küng vor allem, wenn es fehlt: Als der Tages-Anzeiger einmal das Bimaru durch ein zweites Sudoku ersetzte, beschwerten sich bei der Redaktion über 200 Schiffeversenken-Fans. Diese Resonanz überraschte auch den Rätselproduzenten.

Küngs jüngster Coup sind Online-und iPad-Versionen der beliebtesten Rätsel. «Man kann sich Bimaru nun aufs iPad holen, sagt er. «Und die iPad-Fassung von Kreuzworträtseln und Sudoku lässt sich auch in andere Apps integrieren. Wir erarbeiten gemeinsam mit verschiedenen Printmedien iPad-Versionen für Kreuzworträtsel, Sudoku und Bimaru, die als interaktive Lösungen in deren iPad-Layout eingebunden sind. Man kann das Rätsel also nicht nur anschauen, sondern direkt am Bildschirm lösen.»D- Mit der Digitalisierung seiner Knobeleien reagiert Küng auf den aktuellen App-Boom und die rapide Verjüngung seiner Zielgruppe. Eine Applikation fürs iPhone existiert zwar ab Juni erst einmal nur für Bimaru, aber mit den anderen Rätseln wird Küng bald nachziehen müssen. Rätselgemeinde wartet.
Anne-Friederike Heinrich

In Kürze
Thomas Küng
*14.10.1956 in Zürich
1972–1977 Lehreraus-bildung, Kanton Zürich
1980–1992 Freier Rock-
musikjournalist, Zürich
1992–1995 Hörspiel- und Fachbuchautor, Zürich
seit 1995 Geschäftsführer Cartoon Pool, Zürich
seit 1997 Geschäftsführer Rätsel Agentur AG, Zürich
seit 2001 Geschäftsführer Küng Verlags AG, Zürich

www.raetsel.ch
www.cartoon.ch
www.kuengverlag.ch
 

Rocket bastelt Riesen-Einkaufswagen für Pilatusmarkt

Mit einem über drei Meter hohen Einkaufswagen wird Zentralschweizer Pilatusmarkt künftig auf sich aufmerksam machen. Aufhänger des neuen below-the-line Promotionskonzeptes bildet ein riesiger Einkaufswagen.

Er steht neben dem Haupteingang des Shopping-Centers. Oft kommt er jedoch bei ganz unterschiedlichen Events zum Einsatz. Soeben war der Einkaufswagen für eine Aktion an der Luzerner Gewerbeausstellung Luga ausgestellt. Dabei galt es, die Anzahl der sich im Wagen befindenden Bälle zu schätzen. Als Preise lockten Einkaufsgutscheine des Pilatusmarktes Kriens. Über 18‘000 Personen, nahmen am Wettbewerb teil. Die gesammelten Adressen dienen im Anschluss als Basis für eine Direktmarketingaktion.

Ausgeheckt wurde die neue Promotionsidee von der Luzern Werbeagentur Rocket – Powerful Advertising. Sie setzte sich in einer Konkurrenzpräsentation gegen mehrere Agenturen durch und gewann den Pilatusmarkt-Kriens-Etat für alternative Werbeformen.

Verantwortlich bei Pilatusmarkt Kriens: Philipp Arnold (Centerleiter) Jasmin Adam (Marketing). Verantwortlich bei Rocket – Powerful Advertising: Mathias Schürmann (Beratung), Beat Niggli (Creative Director), Désirée Luginbühl (Grafik).
 

Bundesrat zum SRG-Internetauftritt: «Bund muss der SRG den Spielraum gewähren»

Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann ist dagegen, die SRG bei ihren Internetaktivitäten zu beschneiden. Damit erteilt der Bundesrat den Zeitungsverlegern eine Absage, die verlangt hatten, die SRG müsse ihren Online-Auftritt massiv herunterfahren, da dieser aufgrund der Gebührenfinanzierung zu einer Wettbewerbsverzerrung führe.

An der Eröffnung des ersten Swiss Media Forum im KKL Luzern sagte Schneider-Amman, dass der Bund der SRG den Entwicklungsspielraum gewähren müsse, den sie brauche, um gegen die internationale Konkurrenz bestehen und den Service Public erbringen zu können. Er argumentierte, dass die Medienunternehmen in der Schweiz sich vermehrt der ausländischen Konkurrenz stellen müssen, so eine Swiss Media Forum-Mitteilung. Zwar hätten ausländische Programme schon seit einiger Zeit etwa 60 Prozent Marktanteil im Fernsehmarkt. Die Präsenz der ausländischen Medienkonzerne habe sich vor allem durch das Internet akzentuiert, sagte der Wirtschaftsminister. Dieser Wandel könne nicht aufgehalten werden. Es sei eine Illusion zu glauben, man könne bisherige Marktabgrenzungen quasi politisch festlegen.

Die ausländischen Sender seien stark im Internet präsent. Wenn die Konkurrenten der SRG ihre Programme mit einem Internetauftritt verbinden, müsse dies auch der SRG möglich sein, sagte Schneider-Ammann weiter. Allerdings dürfe diese Entwicklung nicht unkontrolliert erfolgen. Der Bundesrat sei sich durchaus bewusst, dass die gebührenfinanzierten Online-Angebote der SRG die privaten Medienhäuser konkurrieren. Es bestehe die Gefahr einer Marktverzerrung. Der Medienwandel müsse nachhaltig sein, und auch die Printmedien müssten sich darauf einstellen können.

Weiter äusserte sich der Bundesrat zur Qualitätsdebatte. Und er stellte den Schweizer Medien ein gutes Zeugnis aus, anders etwa als Ueli Maurer am Verlegerkongress. Die Medien ihre Verantwortung als vierte Macht im Staat ehrlich wahr nehmen, so Schneider-Amman.

Die Debatte um die SRG-Internetstrategie wird am Swiss Media Forum weitergeführt. Am Freitag sprechen unter anderem SRG-Generaldirektor Roger de Weck, die CEOs der vier privaten Medienhäuser, Christian Unger (Ringier), Martin Kall (Tamedia), Albert P. Stäheli (NZZ-Gruppe) und Christoph Bauer (AZ Medien), so eine Swiss Media Forum–Mitteilung.

 

«NZZ volgt speter»

Die wichtige Rolle, die die unzähligen Zeitungsverträger und Zeitungsverträgerinnen für die abonnierte Presse spielen, geht oft vergessen. Gastkommentar von Karl Lüönd, freier Publizist und Buchautor.

Es war am Sonntagmorgen nach der Umstellung auf die Sommerzeit. Wie immer bin ich kurz nach sieben Uhr an den Briefkasten gegangen, um die Sonntagszeitungen zu holen. Eine hat gefehlt, dafür lag ein Zettel obenauf, und auf dem Zettel stand, mit Bleistift hingekritzelt: «NZZ volgt speter». Etwa um halb neun war das Versprechen erfüllt. Der Zeitungszustelldienst funktioniert auch in ländlichen Gebieten einwandfrei. Es kommt höchstens zwei, dreimal im Jahr zu Unregelmässigkeiten.

Den Zettel muss dieser freundliche junge Mann aus Serbien oder Montenegro geschrieben haben, dem ich ein paar Wochen zuvor bei gleicher Gelegenheit zufällig begegnet bin: einer von weit über zehntausend Kolleginnen und Kollegen, an die man nie denkt, die aber wichtiger sind als manche Zeitungsleute mit klingenden Namen: die Zeitungsverträger. Der treue Kolporteur, sofern er bei der Post-Firma Presto angestellt ist, erhält für seine morgendliche Tour bei jedem Wetter einen Betrag von durchschnittlich Fr. 22.10 brutto pro Stunde, wobei ihm aber die Leistung vorgegeben wird. Am Sonntag sind es Fr. 30.70. Die regionalen, Post-unabhängigen Frühzustellorganisationen zahlen zum Teil markant weniger. Die Bräuche sind hart. Der Tourenchef ist mit dem Verträger die Tour abgelaufen und hat mit der Stoppuhr den Richtwert festgelegt. Wenn die Abonnentenzahl zurückgeht, was in letzter Zeit regelmässig der Fall ist, werden auch die vergüteten Zeiten gekürzt. Im Touren-Journal sind die Eigenheiten und Kundenwünsche aufgelistet: Frau Huber will ihre Zeitung im Milchkasten; Herr Hugentobler hat einen nervösen Hund, also Gartentor leise schliessen. Manche Zeitungsverträger geniessen so viel Vertrauen, dass sie Hausschlüssel erhalten, um die frühmorgens sonst nicht erreichbaren Briefkästen in den Hausfluren bedienen zu können.

6.30 Uhr am Werktag, 7.30 am Sonntag sind die spätesten Zustellzeiten für Zeitungen. Ohne die Frühzustellung hätten sie es noch viel schwerer als ohnehin. Wer seine Zeitung nicht frühmorgens zwischen Dusche und Kaffee erhält, ist als Leser für den ganzen Tag verloren: Die Leute pendeln immer weiter, am Bahnhof werden die Gratisblätter angeboten – und auch diese stehen und fallen mit dem Vertrieb. Auf allen Märkten wurde der Kampf der Gratisblätter fast ausschliesslich auf der Vertriebsebene entschieden. Ausschlaggebend war zum Beispiel, dass es 20 Minuten im richtigen Augenblick gelang, für sehr teures Geld das Exklusivrecht für die Verteilung auf den SBB-Bahnhöfen zu kaufen. Der Misserfolg von .ch wiederum hing klar mit dem verfehlten Versuch zusammen, eine frühmorgendliche Zustellung in die Hausbriefkästen zu organisieren. Seit dem nie plausibel erklärten Verkauf der privaten Zustellorganisation Zuvo ist die Frühzustellung der abonnierten Tageszeitungen in den Agglomerationen Zürich, Basel, Bern und St. Gallen das Monopol der Post, die seinerzeit, noch als Staatsbetrieb unter starkem Gewerkschaftseinfluss, die Frühzustellung verschlafen hatte. Zwar ist letztes Jahr ein neuer Gesamtarbeitsvertrag in Kraft getreten, der vor allem die soziale Sicherheit erhöht hat: Lohnfortzahlung bei Krankheit, Unfallversicherung, Altersvorsorge. Aber die Arbeitswelt ist hart geblieben für die Zeitungsverträger. Die Zeitvorgaben sind in letzter Zeit in Tausenden von Fällen gesenkt worden. Und wenn es zum Beispiel schneit, müssen manche Zeitungsverträger frühmorgens eine halbe oder eine ganze Stunde gratis arbeiten. Zeitungsverträger – allein bei der Post sind es deren 10 000 – sind mehrheitlich Menschen, die es im Leben ohnehin nicht leicht haben. Der Typ «sportlicher Rentner», der frühmorgens mit dem Hund an der Leine sein Laufpensum erledigt und sich noch etwas dazu verdient, ist wohl eher die Ausnahme. Die grosse Mehrheit der Zeitungsverträger sind Leute aus bescheidensten Verhältnissen, die auf den kargen Nebenverdienst angewiesen sind. Gewerkschaften haben wiederholt beanstandet, dass nur noch Hilfskräfte in der Landwirtschaft schlechter bezahlt werden.

Eigentlich schäme ich mich ein bisschen vor dem früh aufstehenden Kollegen mit der eigenwilligen Orthografie!
 

Nachwuchswettbewerb best YET 2011: Kreativ im Land der Krawatten

Am Donnerstag und Freitag findet im Kulturzentrum «Arsenal» im kroatischen Zadar der europäische Kreativwettbewerb best YET statt. 43 Teilnehmer unter 29 Jahren kreieren für den Titel «best YET – best Young European Team» um die Wette. Auch zwei Schweizer Teams sind dabei. Die Werbewoche berichtet exklusiv online und auf Twitter von diesem Anlass.

In Zadar, Kroatien, sind ab sofort 43 junge Kreative aus ganz Europa dabei, eine Zeitungskampagne zu gestalten, die für Krawatten wirbt – denn im diesjährigen best YET-Gastgeberland Kroatien wurde der Langbinder einst erfunden. Der Kreativnachwuchs braucht für die Lösung dieser Aufgabe nicht nur gute Ideen, sondern auch flinke Finger. Denn die Entwürfe müssen innert 24 Stunden auf dem Tisch liegen. Morgen, Freitag, 13. Mai (! = Glückstag !), ab 16.30 Uhr, müssen die 22 Teams ihre Arbeiten auf Englisch der hochkarätig besetzten, internationalen Jury sowie den Medienvertretern der elf Teilnehmerländer präsentieren.

Für ihre Recherchen und die Planung der Kampagne dürfen die jungen Kreativen Computer oder Smartphones einsetzen. Für die Gestaltung des oder der Sujets sind nur Papier, Schere, Kleber und ein paar Stifte erlaubt – eine echte Herausforderung für die Digital Natives.

Die Aufgabe
Die Aufgabe, die die Jungkreativen in diesem Jahr lösen müssen, kann einem förmlich die Kehle zuschnüren: Sie sollen eine Printkampagne gestalten, die die Krawattenmarke Croata als Premium-Marke für die mehr oder weniger beliebten Herrenbinder positioniert und Krawatten wieder zum unentbehrlichen Styling-Element für Jeder-Mann macht – egal, ob es um den gestandenen Geschäftsmann oder um den grünohrigen Newcomer im Business geht. Eine Krawatte gehört einfach dazu.

In Kroatien und den umliegenden Ländern steht die Marke Croata als Synonym für «Krawatte». Die Croata gehört zur täglichen Grundausstattung von Geschäftsleuten, Diplomaten, Staatsmännern und Celebrities. Auch weltweit ist die Marke für einzigartiges Design, feinste Seide und hohe Verarbeitungsqualität bekannt, allerdings will das Unternehmen seine Position als Premium-Marke im internationalen Markt noch weiter stärken und die Krawatte weltweit wieder zum unverzichtbaren Bestandteil der Business-Herrengarderobe machen. All das soll die Printkampagne transportieren, die es jetzt zu gestalten gilt.

Eng zur Markenbotschaft des Unternehmens gehört die Entwicklungsgeschichte der Krawatte – denn der Langbinder wurde, man höre und staune, in Kroatien erfunden. Der Name «Krawatte» leitet sich vom französischen «à la croate» her, was so viel bedeutet wie «nach Art der Kroaten».

An die Arbeit
Während die Jury und die Delegierten der Länder nun Kaffeepause machen, qualmen die Köpfe und Bleistifte der 43 Nachwuchskreativen bereits über den Krawatten-Sujets.

Klar, beim best YET gewinnen lohnt sich ja auch: Das Sujet des best-YET-Siegerteams wird in ganz Europa publiziert. Ausserdem dürfen die Sieger für vier Tage zum Cannes-Lions-Werbefestival reisen, das in diesem Jahr vom 19. bis 25. Juni in der französischen Metropole stattfindet.

Die Teilnehmer
Am best YET 2011 nehmen zwei Länder und sieben Kreative mehr teil, als am best YET 2010 dabei waren. Die beiden Teilnehmerteams, die für jedes Land am Wettbewerb dabei sind, wurden zuvor in ländereigenen Kreativwettbewerben ausgewählt. Die beiden Schweizer Teams qualifizierten sich für die Teilnahme am best YET 2011 durch den ersten und zweiten Platz bei «Das kann nur ein Inserat» vom Verband Schweizer Medien.

Und das sind diejenigen, die im Moment nur noch Krawatten im Kopf haben:

für Belgien
Team 1: Dries Debruyn & Dennis Vandewalle
Team 2: Jolien Tuyteleers & Kate Bellefroid

für Deutschland
Team 1: Sabine Stromsky & Emilie K. Olsson, Miami Ad School Berlin
Team 2: Dennis Galle, University of Applied Sciences, Aachen

für England
Team 1: Ed Redgrave & David Wigglesworth
Team 2: Poulami Chakraborty & Julia Earthrowl

für Frankreich
Team 1: Anthony Clouet, LEG & Daniel Jacob, LEG
Team 2: Marion Andre, BETC Euro RSCG & Sandra Mac Millan, Publicis Conseil

für Irland
Team 1: Jody Monaghan & Joanne McLaughlin
Team 2: David Bowen & Ross Hardiman

für Kroatien
Team 1: Martina Brkić & Ana Zidar
Team 2: Filip Korić & Ivan Žanetić

für die Niederlande
Team 1: Oscar Flinterman, Ogilvy & Joost van Nistelrooij, Ogilvy
Team 2: Celis Jansen & Joey Boeters

für Norwegen
Team 1: Henrik Berg, Slang Suburbia Advertising Agency & Inge Kvivik, Oktan Apropos
Team 2: Runde Woldsnes, Tropenatt & Eva Wiken, Westerdals School of Communication

für Österreich
Team 1: Anna Beimel & Roman Beck
Team 2: Philipp Röhrich & Marius Grocholewski

für Schweden
Team 1: Hanna Samara & Tommi Lindholm
Team 2: Elisabeth Fischer & Anders Nyberg

für die Schweiz
Team 1: Manuela Aggeler, miux & Isabelle Meyer, Umantis
Team 2: Patrick Ryffel, Contexta AG & Manuel Rohrer, Contexta AG

Aus jedem Land ist auch jeweils ein Jurymitglied mit nach Zadar gereist. Alle Juroren sind Profis aus der Medien-, Werbe- und PR-Branche. Für die Schweiz sitzt Andreas Prokesch in der Jury. Er gehört bereits seit vielen Jahren quasi zur Innenausstattung des Wettbewerbs.

Alle Juroren dürfen alle Teams während ihrer Arbeit beraten und ihnen Tipps zur Umsetzung der Kampagne und zur morgigen Präsentation ihrer Ideen geben. Eine Beeinflussung der kreativen Idee ist allerdings strengstens verboten.

Die Jury
Belgien Frank Marinus, Creative Direktor TBWA Brüssel
Deutschland Daniel Bödeker, DDB Tribal Berlin
England Stef Jones, Inhaber von Big Al’s Creative Emporium
Frankreich Jean Francois Sacco, CLM / BBDO
Irland Martin Wright, Gospel TM
Kroatien Darko Bosnar, Večernji list, Vorsitzender der Jury
Niederlande Arjen de Jong, Animal farm
Norwegen Lin Berge-Stromsheim, BATES
Österreich Vinzenz Stimpfl-Abele
Schweden Cecilia Kusoffsky
Schweiz Andreas Prokesch, Inhaber von Andreas Prokesch Konzepte & Texte

Morgen um etwa 21 Uhr steht fest, wer die Krawattenfrage am ansprechendsten gelöst hat und den Sieg beim internationalen Kreativwettbewerb best YET 2011 für sich verbuchen kann. Gekürt wird der Sieger beim gemeinsamen Dinner aller Teilnehmer.

Auf www.twitter.com/Werbewoche und www.werbewoche.ch lesen Sie dann als erstes die Namen der besten Jungkreativen von ganz Europa.

Anne-Friederike Heinrich

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Die beiden Schweizer Teams bei der ersten Besprechung nach dem Briefing: Manuel Rohrer, Patrick Ryffel, Juror Andreas Prokesch, Manuela Aggeler und Isabelle Meyer (v. l. n. r.)

bestYET 2011 live und exklusiv: Kreativwettbewerb in Kroatien online und auf Twitter verfolgen

Journalist in Honduras erschossen

In Honduras ist ein Journalist in der Nacht auf Mittwoch von zwei Bewaffneten vor seinem Haus erschossen worden. Der Mordanschlag auf den Fernsehjournalisten Francisco Medina ereignete sich in der Stadt Morazan 120 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tegucigalpa.

Zuvor hatte Medina kritisch über die Polizeibehörden sowie von Grossgrundbesitzern finanzierte private Sicherheitsdienste berichtet. Medina habe bereits mehrfach Morddrohungen erhalten und der Anschlag auf ihn stehe im Zusammenhang mit seiner Arbeit. Das sagte Santos Galvez vom Pressebüro der honduranischen Universität für Journalismus.

Medina ist der elfte Journalist, der in den vergangenen eineinhalb Jahren in Honduras getötet wurde. Jeden Tag steige die Gefahr für honduranische Journalisten, umgebracht zu werden, sagte Galvez. (sda)
 

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