Seit 1982 werden die Netto-Umsätze von der Stiftung Werbestatistik mittels schriftlicher Umfragen direkt bei den Medien erhoben. Einzig die Zahlen der Direktwerbung basieren auf einer Hochrechnung. Nun ist aber 2010 der Messeverband aus der Stiftung ausgetreten und liefert seine Zahlen nicht mehr. Zudem basieren die Umsätze der Direktwerbung auf einer neuen Berechnungsgrundlage. Aus diesen Gründen fiel das heute von der Stiftung Werbestatistik Schweiz präsentierte Gesamtergebnis um rund 425 Millionen Franken tiefer aus als noch 2009.
Vergleichbare Umsätze stiegen um 5,3 Prozent
Bei den meisten Mediengattungen bleiben die Resultate aber vergleichbar. So stiegen die Netto-Umsätze 2010 der Presse um 4,5 Prozent auf 2,001 Milliarden Franken, das Medium TV legte um 12,4 Prozent auf 669 Millonen Franken zu, die Einnahmen bei der Aussenwerbung wuchsen um 1 Prozent auf 608 Millionen Franken an, Radio blieb stabil bei 135 Millionen Franken, die Adressbücher weisen neu 227 Millionen Franken aus, ein Plus von 5,6 Prozent, und die übrigen Medien (Teletext, Kino, Adscreen) kommen auf 40 Millionen Franken, 8,1 Prozent mehr als 2009. Kurz: Diese weiterhin vergleichbaren Medien kamen 2010 auf Netto-Gesamtwerbeumsätze von 3,68 Milliarden Franken, 5,3 Prozent mehr als 2009. Ein Wermutstropfen aber bleibt: Auch 2010 liegen die vergleichbaren Netto-Gesamtumsätze noch 6.6 Prozent unter ihrem 10-Jahresdurchschnitt von knapp 4 Milliarden Franken.
Bleibt noch die Direktwerbung: Sie kommt nach neuem Berechnungssystem auf 1,019 Milliarde Franken, 2009 wies sie noch 1,215 Milliarden Franken aus. Nach wie vor nicht in der Werbestatistik enthalten sind die Werbeumsätze der Internetbranche. Diese war bisher weder in der Lage noch willens, Daten zu liefern, die mit den anderen Gattungen vergleichbar wären. Als Richtgrösse sind in der Tabelle (siehe unten) deshalb die Bruttoumsätze von Media Focus enthalten.
Print: In allen Kategorien ging’s aufwärts
Nachdem die Netto-Werbeumsätze der Printmedien 2009 einen Rückgang von 20.4 Prozent auswiesen, sind sie also im 2010 wieder um 4,5 Prozent angestiegen. Allerdings liegt die Presse noch immer um 17,5 Prozent unter ihrem 10-Jahresdurchschnitt von fast 2,4 Milliarden Franken. Den grössten Zuwachs im 2010 weist die Spezialpresse aus (primär dank den Kundenzeitungen von Migros und Coop), sie verzeichnet ein Plus von 12,6 Prozent, gefolgt von der Publikumspresse (+7,7 Prozent), der Finanz- und Wirtschaftspresse +6,3 Prozent), der Sonntagspresse (+3,1 Prozent), der Tagespresse (+2.9 Prozent) und der Fachpresse (+2,4 Prozent). Einzig die regionale Wochenpresse blieb mit +0,1 Prozent gerade mal stabil.
TV: Rekordumsätze im 2010
Für Fernsehwerbung und Sponsoring von Sendungen wurden insgesamt 669 Millionen Franken eingenommen. Damit liegt das Medium TV nicht nur um 11,6 Prozent über seinem 10-Jahres-Durchschnitt von knapp 600 Millionen Franken, sondern es verzeichnet gar einen Rekordumsatz. Mit + 16,9 Prozent den grössten Umsatzsprung machten 2010 die privaten Schweizer Sender – 3+ und Schweizer Sportfernsehen (SSF) lassen grüssen. Um 13,9 Prozent konnten die SRG-Sender zulegen, und die ausländischen Werbefenster steigerten ihre Nettowerbeeinnahmen um 12 Prozent.
Kino und Teletext bleiben unter dem Strich
Und wo stehen 2010 die restlichen Medien, wenn man sie am jeweiligen 10-Jahres-Durchschnitt misst? Dem Medium Radio geht es diesbezüglich relativ gut, liegt es doch mit immerhin 1,1 Prozent über seinem langjährigen Mittelwert. Die Aussenwerbung ist mit 0,9 Prozent ebenfalls leicht über dem Strich, wobei hier die Umsätze der Plakatwerbung 8,5 Prozent unter, jener der Verkehrswerbung aber um 22,5 Prozent über dem Durchschnitt liegen. Die Kino-Umsätze dagegen bleiben trotz Zuwachs im 2010 ganze 23,1 Prozent unter dem 10-Jahres-Mittelwert, und jene von Teletext sind sogar 43,7 Prozent darunter.
Markus Knöpfli