«Leise war gestern»
Die Eventagentur.ch feierte im Razzia das fünfjährige Bestehen und gleichzeitig den Start als umfassende Kommunikationsagentur unter dem neuen Namen Quade & Zurfluh.

WW: Wieso ein neuer Name für die allseits bekannte Eventagentur.ch?
Elmar Schäfer: Im Lauf der Jahre wird man erwachsener, man reift mit den Projekten. Wir sind schon lange keine reine Eventagentur mehr, sondern eine Boutique-Agentur im Bereich Kommunikation. Damit das auch für Neukunden sichtbar wird, befreien wir uns im Branding von der Schublade «Event». Wir realisierten bereits einige Projekte mit klassischer Werbung basierend auf einer Idee. Der Event war immerzu nur die letzte Konsequenz. Wir haben immer nach neuen Wegen gesucht. Was wir jetzt umsetzen, ist eine logische Weiterentwicklung.
Eine Reaktion auf neue Trends?
Alle reden von Medienkonvergenz. Neue Technologien, neue Medien und neue Ideen verlangen immer mehr crossmediale Ansätze. Da ist eine Entwicklung im Gange. Das spüren nicht nur wir, sondern die ganze Branche. Es ändert sich etwas: Wo setzt man den Fokus an?
Kann das an konkreten Aufgaben aus Ihrem Portfolio gezeigt werden?
Für die in Zürich ansässige Jacobs-Foundation, eine Stiftung im Bereich der Kinder- und Jugendförderung, organisieren wir nicht nur das Szenische der Preisverleihung, sondern auch die Aussenwirkung rund um diesen sehr hochrangigen Preis von 1,2 Millionen Franken. Für Swisscom arbeiten wir regelmässig im Bereich Livekommunikation und betreuen unter anderem auch das Projekt «Jeder Rappen zählt». Da organisieren wir nicht nur den Sponsoring-Auftritt vor Ort, sondern lassen unsere Ideen auch in die Kampagne mit PR und Werbung einfliessen. Ebenfalls wurde die Ausstellung «Körperwelten » von uns umfassend mit allen kommunikativen Aufgaben betreut. Mit all diesen Aufträgen sind wir gereift. Wir wissen, wie klassische Werbung funktioniert, kennen die Mechanismen von PR und fühlen uns auch im Online Bereich zuhause. Deshalb positionieren wir uns jetzt neu.
Werden Sie damit zu Konkurrenten der klassischen Agenturen, für welche sie bisher die Events betreuen durften?
Überhaupt nicht. Bei grossen Projekten zählt nur die Erfahrung und dann reduziert sich das schnell auf ein paar Namen. Deshalb wird man weiterhin für Events mit uns zusammenarbeiten. Umgekehrt nehmen wir diesen führenden Agenturen keine grossen klassischen Kampagnen weg. Zu uns kommt man, wenn ein Kunde aus einer Idee heraus etwas kommunizieren will und dabei vielleicht noch gar nicht weiss, über welche Kanäle er diese Kampagne fahren will.
Wie gross ist Quade & Zurfluh?
Wir sind acht Mitarbeitende. Die meisten davon im Bereich Beratung und Projektleitung. Für die Grafik arbeiten wir je nach dem verlangten Stil schon lange mit einem externen Pool zusammen. Das gilt auch für andere Spezialisierungen. Das Wissen zur Beratung ist aber in allen Disziplinen inhouse vorhanden. Und wir sind auch überzeugt, dass wir noch in diesem Jahr wachsen können. Wir sind schon länger beim Pitchen aktiv und haben bereits mehrmals auch gegen klassische Agenturen gewonnen.
Woher kommt eigentlich der neue Name?
Schäfer & Hediger wäre kein Bekenntnis zu etwas Neuem gewesen. Unter diesen Namen sind wir bei unseren Kunden schon lange bekannt. Einen Fantasienamen wollten wir nicht. Quade & Zurfluh sind die Mädchennamen unserer Mütter. Die bisherige Bezeichnung Eventagentur.ch werden wir im Untertitel beibehalten. Aber wir arbeiten für umfassende Kommunikationsprojekte unter Quade & Zurfluh.
Sie haben die neue Entwicklung mit dem Slogan «Leise war gestern» gefeiert. Was heisst das?
In den letzten Jahren ist die ganze Branche durch turbulente Zeiten gegangen. Jetzt geht es den meisten wieder besser. «Leise war gestern» ist jedenfalls ein Motto, das wir bei unseren Aufträgen täglich mehr zu hören bekommen. Bei unserer Jubiläumsparty zusammen mit dem PUNKTmagazin haben wir dies im Seefeld-Razzia zelebriert. Vom Razzia, wo wir jetzt zwei Jahre lang Kultur präsentiert haben, müssen wir uns zwar verabschieden, da die Location nun definitiv zu einem Restaurant umgebaut wird. Trotzdem wollten wir feiern, denn wir sind überzeugt, dass es weiterhin aufwärts geht, obwohl wir alle wildere Jahre kennen. Wir müssen jetzt den richtigen Stil für die Zukunft finden. Im Razzia haben wir uns dazu für Champagner mit Bratwurst entschlossen.
Interview: Andreas Panzeri

