DD Com zielt mit Swissness für Skoda aufs Familienglück

Mit dem Claim «Made for Switzerland!» präsentiert sich Skoda seit mehreren Jahren als schweizerischste aller Automarken. Dass dieser nationale Ansatz familienkompatibel ist, soll nun mit der neuen Kampagne von DD Com unterstrichen werden.

Im Zentrum des Keyvisuals steht die First Family der Schweiz, also Herr und Frau Tell samt Kind und Kegel. Mit Schalk und Augenzwinkern statt technischem Schnickschnack leben sie vor, wie Skoda das helvetische Familienglück in Schuss hält. Eingesetzt wird das Motiv in allen relevanten Kommunikationskanälen, unter anderem in nationalen und regionalen Anzeigen, in Mailings und am POS.

Verantwortlich bei Amag Schweiz: Carol Hochuli, Mario Montanari. Verantwortlich bei DD Com: Daniel Müri (CD), Florian Brand (AD), Matteo Ferrari (Grafik), Peter Gehrig (Text), Jean Pierre Kuhn, (Beratungsleitung) und Sara Renzi (Beratung), Noë Flum (Fotografie).
 

Like: Züri 2.0

Von Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ.

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Social Media ist in der öffentlichen Verwaltung angekommen. Anfang 2011 startete der Kanton Zürich eine einjährige E-Government-Pilotphase: der Kanton auf Facebook (http://www.facebook. com/KantonZuerich) und Twitter (@kantonzuerich). Der Kanton erhofft sich, durch diese beiden Auftritte einen besseren Zugang zur Bevölkerung zu erlangen – auf einer Ebene, auf der die Bürger sich bereits rege austauschen. Auf diese Weise will man uns Bürger schnell und einfach erreichen, da viele von uns sich ein Leben ohne die sozialen Netzwerke gar nicht mehr vorstellen können und sie mehrmals täglich besuchen. Ich bin da bestimmt nicht der Einzige. Vor allem um auf Veranstaltungen hinzuweisen, wurde mit Facebook und Twitter eine Erleichterung geschaffen. Medienkonferenzen werden online live geschaltet. Medienmitteilungen werden online gestellt. Abstimmungen werden angekündigt und erklärt, auch die dazugehörigen Unterlagen kann man online finden. Regierungsratsbeschlüsse werden bekannt gegeben, sodass man darüber stolpert, auch wenn man sich sonst kaum dafür interessieren würde. Anfragen oder Anregungen können einfacher eingebracht werden. Die spannendste Idee in diesem Projekt ist aber, dass die Social-Media-Tools auch in komplexeren Situationen eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei Krisen oder Notfällen, bei denen man die Geschwindigkeit und Aktualität als Stärke nutzen kann. Wichtig ist, dass der Kanton in diesem Fall eine durchdachte Strategie hat.

Zürich will als zukunftsoffener und moderner Kanton auftreten und sich attraktiv für Tourismus und Wirtschaft präsentieren. Deshalb – und auch für die multikulturelle Bevölkerung – kann man zwischen den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch wählen. In dieser Pilotphase soll sich herausstellen, ob die Netzwerke genutzt werden und ob es sich lohnt, auf diesen Ebenen weiterzuarbeiten oder sie gar auszubauen.

Nun, nur schon, dass ein derartiger Pilot gestartet wurde, finde ich lobenswert. Wie man den Auftritt noch webbiger machen könnte? Indem man den beiden Accounts ein Gesicht gibt. Wie man es zum Beispiel in New York macht. The Big Apple hat nämlich seine eigene Social-Media-Managerin, eine hübsche siebenundzwanzigjährige namens @Rachel- Sterne. Sie ist vom Bürgermeister mit dem Ziel eingesetzt, die Regierung userfreundlicher zu gestalten, d. h. die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bevölkerung zu verbessern. Miss Sterne arbeitet eng mit den verschiedenen Bereichen der Verwaltung zusammen und will – ihren eigenen Worten zufolge – die tollste Stadt der Welt zur online innovativsten Stadt machen, durch mobile Technologien, welche die Qualität der Dienste verbessern und den Bürgern helfen.

Deshalb liebe Zürcher, followen, twittern und posten Sie mit, damit wir diese Chance wahrnehmen können! Denn was für NYC gilt, gilt auch für uns. Und das meine ich jetzt keineswegs ironisch. Die Online-Demokratisierung als Unterstützung für die Offline-Demokratie.
 

Zur Sache: Sibyllen im Hoch

Ein immer wieder beliebtes Ratespiel in der Medienbranche sind Fragen zu den effektiven Eigentümern von Medienhäusern oder aber auch zu den eventuellen Hintermännern möglicher Käufer.

Da geht die Post ab und es kann so richtig spekuliert werden. Damit das Spiel wirklich attraktiv ist, braucht es einige Grundvoraussetzungen. Zuerst einmal ein Medium, das die Diskussion überhaupt anstösst. Dass es sich dabei meistens um eines handelt, das am Sonntag erscheint, mag nur den absoluten Amateur erstaunen. Geht es doch darum, spätestens am nächsten Montag überall zitiert zu werden. Noch besser, wenn man es mit der Geschichte in die elektronischen Medien am Sonntagabend schafft.

Weiter braucht es Informanten, die nicht genannt sein wollen, aber dennoch alles wissen, und Experten, die sehr wohl genannt sein wollen, aber gar nichts wissen. Gut ist immer auch, wenn mögliche Verschwörungstheorien mit einbezogen werden. So nach dem Motto «wer hat schon mal mit wem» und «wer will auf keinen Fall mehr mit diesem, weil der andere schon immer».

Ganz wichtig sind dann auch die Reaktionen der Direktbetroffenen. Da geht es dann wirklich zur Sache: O-Ton im Print. Fein raus sind diejenigen CEOs, die über einen Pressesprecher verfügen. Denen kommt die Aussage «zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung» leicht über die lächelnden Lippen. Schwieriger wird es, wenn die hohen Herren direkt antworten müssen. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einen meinen äusserst aussagekräftig, dass «ein solches Engagement/Interesse weder bestätigt noch dementiert werden könne».

Oder aber man will «die Sache gegenüber der Zeitung XY nicht kommentieren». Man kann auch auf Tauchstation gehen. Dann heisst es halt, dass «bis zum Redaktionsschluss leider niemand für eine Stellungnahme erreichbar war». Nicht ganz unproblematisch dieses Schweigen, denn so kann die Geschichte skrupellos weitergedreht werden. Nun braucht es aber neue Komparsen: gute Bekannte, verfeindete Konkurrenten, ehemalige Geschäftspartner oder Kollegen aus Zunft, Verband, Guggenmusig. Es spielt eigentlich keine Rolle, woher sie kommen und wie sie heissen, ihren Namen wollen diese sowieso nicht in der Zeitung lesen. Umso prägnanter darum die Formulierungen: «er wollte schon immer» und «ich kann mir das gut vorstellen». Mit diesen neuen Aussagen kann man dann auch wieder die Experten konfrontieren – vielleicht gibt es ja neue Aspekte. In den nächsten Wochen werden wir einiges hören: TeleZüri steht zum Verkauf und am Rheinknie harren auch noch einige Geheimnisse der Enthüllung.

Da freuen wir uns doch.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

Es schlummert in jedem von uns

An der Hammerstrasse beim Hegibachplatz in Zürich gibt es aktuell Kunst statt Plakate zu sehen.

Nach einer gerne zitierten Statistik prasseln täglich 3'000 Werbebotschaften auf uns ein. 5 davon waren eindeutig zu viel für Sarah Vetsch und Steffen Lemmerzahl. «Wir ärgerten uns immer wieder über die unkreativen Plakate, die an der Mauer unseres Hauses hingen.» Vor allem die künstlerisch bedenklichen Botschaften der SVP waren dem jungen Paar aus der Film- und Kunstszene ein Dorn im Auge. Statt die Faust im Sack machten sie aber den Griff zum Telefon und handelten mit Clear Channel einen Deal aus: Dreimal zwei Wochen pro Jahr dür- fen Sarah und Steffen jetzt ihre Plakatwand für eigene Ansichten nutzen. Im Januar überraschten sie die Passanten erstmals mit zeitgenössischer Kunst anstelle der Plakate. Am Montag dieser Woche folgte nun die zweite Vernissage. «Werbung ist Kunst» lautete das Motto der Ausstellung unter freiem Himmel. Nachdem die Hausbesitzer von der Hammerstrasse «ein paar Werbeagenturen» angeschrieben hatten, waren die Kreativen bei Publicis, Contexta, Euro RSCG, Wirz und Walker «sofort Feuer und Flamme» für die künstlerische Herausforderung. Frank Bodin himself pinselte das Werk «Hommage » mit unübersehbaren Anspielungen an die Campbell-Büchsen von Andy Warhol. Die Serie mit den vier Budget-Dosen kann auf der Website der Stern-Agentur gekauft werden. Der Erlös geht an das SOS-Kinderdorf. Gleich zwei Agenturen haben sich für eine Kunst mit Typo entschieden. Pius Walker deklariert «Kunst ist Werbung» und Urs Fürer mit Iwan von Rickenbach bei Wirz zeigten am Beispiel ihrer Mobiliar, was von einer Idee noch bleibt, wenn die Kunst weggelassen wird. Andreas Panzeri

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Die Budget-Büchsen von Frank Bodin laufen unter dem Titel «Hommage». Aufgehängt sind sie in einer Serie von vier Stück (oben links). Contexta hat die Appenzeller Sennen mittels Rahmen zur Kunst aufgewertet. Von Publicis stammen die Sprechblasen aus Schokolade.

Nichts Genaues weiss man nicht

Seien es aggressive Bakterien oder brünstige Männer, seien es politische Szenarien oder wirtschaftliche Prognosen: Verfolgt man in den Medien die öffentlichen Debatten, dann bleibt der Eindruck, spekulieren geht über studieren. Gastkommentar von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut.

haas

Zuerst waren die Gurken schuld, und erst noch diejenigen aus Spanien. Klar doch, schloss auch ich, hatte ich nicht vor kurzem einen erschütternden Bericht von der Massenproduktion in El Ejido gesehen. Die Katastrophe hatte für einen Moment etwas Versöhnliches: Es lohnt sich, beim Einkauf auf die Herkunft des Gemüses zu achten und saisonales Einheimisches vorzuziehen. Und am nächsten Tag schmeckte der Gurkensalat mit stolzem Kleber «Schweizer Produkt» besonders gut. Zu den schönsten Aha-Erlebnissen gehört die Genugtuung, wenn eine Bedrohung uns nicht betrifft, weil wir ja klar denken, rational entscheiden und allen, die es wissen wollen, einfach erklären können, weshalb dieses gut und jenes schlecht ist. Diese Freude verschaffen sich auch die Redaktionen, wenn sie ihren Leserinnen und Lesern, oder den Nutzern, die digital und multimedial unterwegs sind, schnell Antworten liefern können: Der ist schuld. Die können helfen. Und so müssen Sie sich verhalten. So hat man schnell wieder alles unter Kontrolle. Ungewissheit ist hingegen sehr unangenehm und wird deshalb mit Vorliebe vermieden. Offenbar ist keine Katastrophe beängstigender als das Bekenntnis, dass man (noch) nichts weiss. Dank der Forschung scheint uns eine Bedrohung nach der anderen aus dem Weg geschafft worden zu sein. Dank dem Internet können wir uns jederzeit über alles informieren. Und haben wir eine Frage, dann wird diese dank der Schwarmintelligenz mit Sicherheit schnell beantwortet.

In Lausanne will ein ganz Schlauer sogar unser Gehirn entschlüsseln und nachbilden. Bald soll also bekannt sein, was den Menschen zum Menschen macht und was die Welt im Innersten zusammenhält. Der Mensch ist das neugierigste Lebewesen der Welt. Deshalb kommt er nicht zur Ruhe: Kaum hat er eine Tür der Erkenntnis aufgestossen, verschliesst sich gleich eine weitere vor ihm. Kein Wunder also, stresst ihn Unwissenheit und ist er rastlos auf der Suche nach Antworten.

Die Medien dürfen sich über die Neugierde und das Kontrollbedürfnis der Menschen freuen. Sie sorgen täglich, und inzwischen auch sekündlich, für die Nachfrage nach weiteren Fakten und Meinungen. So darf Professor XY von der Universität XY spekulieren, was die Ursache für das EHEC-Bakterium sein könnte. Verantwortlich für den Erreger könnten der mangelnde Regen, Sprossen, Biogasanlagen oder gar Terroristen sein. Bei jedem Abfragen der Nachrichtenseiten auf dem Internet werden neue Erklärungsversuche präsentiert. Schnell geht dabei der feine Unterschied zwischen einer These und einem belegten Sachverhalt verloren. Diese Spekulationen haben leider nicht nur harmlose Konsequenzen wie beispielsweise Gurkenwitze, sondern drastische wirtschaftliche. Wer haftet künftig für Verunglimpfungen von Gurken?

Wie die Medien profitieren auch zahlreiche Expertinnen und Experten von der Kunst des Tappens im Dunkeln. Besonders Gewiefte nutzen eine Rhetorik, die bei der historischen Rückschau ihre Aussagen auf jeden Fall als korrekte Prognose erscheinen lassen. Wer sich hier weiterbilden möchte, befasst sich am besten mit der Kunst des Kartenlesens, wie sie Mike Shiva und seine Kolleginnen und Kollegen vorführen. Besonders wendig sind auch gewisse Spin-Doctors, die politischen und wirtschaftlichen Wendehälsen argumentativ so zur Seite stehen, dass sie sich dabei nicht den Hals brechen und schlussendlich selber glauben, sie hätten von Anfang an gewusst oder gar gesagt, was Sache ist.

Trotzdem: Wir müssen uns damit abfinden, dass gewisse Rätsel nicht gelöst werden. Auch wenn die Medien dabei die Rolle des Allwissenden übernehmen wollen, der auf jede Frage eine Antwort hat, hilft uns selbst Google nicht immer weiter. Sollte kein Schuldiger für die EHEC-Bakterien gefunden werden, können wir uns noch mit der Erklärung trösten, dass sie sich aus reinem Spass an der Freude mutiert haben. Mit Karl Valentin bleibt uns die Erkenntnis: «Nichts Genaues weiss man nicht.»
 

Alles beginnt beim Dialog

Der Schweizer Dialogmarketing-Preis des Direktmarketing-Verbandes (SDV) ist erstmals in neuer Form über die Bühne gegangen. Präsidiumsmitglied Erik Neumann erklärt die Ziele und die Hintergründe für die neue Struktur.

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WW: Der Schweizer Dialogmarketing-Preis präsentiert sich mit einem neuen Konzept. Was war die Motivation für diese Veränderungen?
Erik Neumann: Sechs Jahre lang hat der Schweizer Direktmarketing-Verband (SDV) seinen Award durch einen externen Lizenznehmer ausrichten lassen. 2009 haben wir uns entschieden, den Award wieder etwas näher an den Verband zu holen. Schliesslich ist der Dialogmarketing-Preis die wichtigste Veranstaltung unseres Verbandes, mit der wir uns in der Öffentlichkeit darstellen können. Wir wollten die Veranstaltung neu positionieren, weil wir feststellen mussten, dass sich der Award in eine Richtung entwickelt hat, die uns und damit auch dem Dialogmarketing in der Schweiz nicht mehr gerecht wurde. Wir hatten einen Glaubwürdigkeitsverlust und sind in eine Ecke abgerutscht, wo nicht mehr so intensiv über unsere Anliegen diskutiert wurde.

Man redete mehr von der Show?
Die Award-Night ist ja nur der Höhepunkt in einem Prozess, der sich über das ganze Jahr erstreckt. Es geht los mit einer Bewerbung für die Einreichung, ein Thema wird definiert, das man bespielen will, dann kommen die Einreichungen, die Vernissage, die Ausstellung, die Zusammenarbeit mit den Sponsoren. Die strukturellen Veränderungen haben nun das Ziel, Dialogmarketing das ganze Jahr hindurch besser sichtbar in den Mittelpunkt des Engagements unseres Verbandes zu rücken. In der Award-Night müssen wir dann eine gute Balance finden zwischen dem Gala-Abend und der Preisverleihung. Die Präsentation der besten Dialogarbeiten der Branche muss dabei wieder in den Vordergrund rücken. Dazu haben wir auch die Jury mit Top-Spezialisten neu aufgewertet.

Der Preis wird jetzt von einem Verein getragen?
Das hat nur organisatorischen Charakter. Der Verein «Schweizer Dialogmarketing Preis» bedeutet eine rechnerische Abgrenzung zum Verband, damit der SDV abgesichert ist. Wir haben unser eigenes Budget, das wir dann über die Sponsoren und Dialogfreunde sammeln. Am Jahresende muss eine schwarze Null rausschauen.

Welche Agenturen gestalten den Event?
Wir haben 2009 ein Screeningverfahren eingeleitet. Ein Gremium mit Vorstandsmitgliedern hat sich dann für die Eventagentur Standing Ovation entschieden. Diese hat jetzt an der Award-Night mit einem sehr professionellen Job überzeugt. Das Kommunikationsmotto sowie die Massnahmen haben wir zusammen mit Ogilvy One erarbeitet.

Was erwartet der SDV von dieser neuen Orientierung?
Wir haben uns verschiedene quantitative und qualitative Ziele gesetzt. Die qualitativen zielen auf das Thema Image. Wir wollen wieder wahrgenommen werden im Markt. Wir wollen auch, dass Dialogmarketing wieder ins Kreativ-Ranking der Werbewoche zurückkommt. Das ist Ausprägung der Relevanz im schweizerischen Markt, wenn die Topkreativen auch sagen: Okay, das ist ein Preis, der ist wichtig. Ein Preis, der wirklich die wichtigsten Dialogmarketing-Arbeiten auszeichnet. Es gibt viele Preise mit unterschiedlichen Gewichtungen und wir beanspruchen für uns, dass wir eine Balance suchen in der Preisgestaltung zwischen kreativer Leistung, Markenfit, Markenaussage, Kampagnenfähigkeit, aber auch Effizienz. Die wirtschaftliche Relevanz einer Kampagne ist für uns sehr wichtig. Daneben haben wir quantitative Ziele definiert. Wir wollen den Negativtrend der Einreichungen stoppen und sogar umkehren.

Wie kann Qualität erreicht werden?
Ein wichtiger Faktor bei unseren qualitativen Zielen ist, dass wir uns international anpassen und orientieren. Deswegen haben wir uns auch mit internationalen Jurierungskriterien und internationalen Standards bezüglich Kategorie beschäftigt. Das bedeutet: Wir haben uns Cannes angeschaut, London International, Clio Miami oder Caples Award sowie den Dialogmarketing Award in Deutschland und Österreich. An diesen Wettbewerben orientieren wir unser Benchmarking. Sie zeigen uns, an welchen Schrauben wir drehen müssen, um die gewünschte Relevanz wirklich erreichen zu können.greichsten beim Award 2011: Agentur am Flughafen. Vorstand SDV.

Verglichen mit dem Ausland: Wo stehen die Schweizer Arbeiten qualitativ?
Wir haben dieses Jahr einen sehr guten Jahrgang sehen können. In der Vergangenheit wurden wir teilweise belächelt. Ich glaube, damit hat man der Schweiz Unrecht getan. Der Verband hat es nicht geschafft, die besten Kampagnen auch tatsächlich für den Wettbewerb gewinnen zu können. Die Agenturen haben die Relevanz nicht gesehen und wollten deshalb nicht einreichen. Somit gab es viele tolle Sachen, die gar nie bis zur Jury vordringen konnten. Das ist aber das, was man in der Öffentlichkeit dann wahrnimmt. Mittlerweile bekomme ich auch vom Feedback meiner Kollegen in Deutschland und Österreich bestätigt, dass wir in der Schweiz sehr gut sind. Es gilt jetzt abzuwarten, wie die soeben prämierten Arbeiten in anderen Award-Shows abschneiden. Schweizer Agenturen haben beim DMPreis unseres Schwesterverbandes in Deutschland bereits gut abgeschnitten. Jetzt warten wir auf die grosse Show in Cannes. Dort geniesst ja Dialog einen sehr wichtigen Stellenwert.

Wieso dann trotzdem diese stiefmütterliche Behandlung beim Schweizer ADC?
Ich glaube, dass Direktmarketing in der Schweiz auch durch die Vergangenheit geprägt ein sehr technisch orientiertes Thema war. Technik ist für Technik- Verliebte. Wir haben viel Potenzial verschenkt in kreativer Kommunikation. Weil sich in der Schweiz extrem spezialisierte Direktmarketing- Agenturen heraus gebildet haben, die auch den Begriff des Direktmarketings für sich besetzt haben, sind wir in diese Technik-Ecke abgedrängt worden. Um dem entgegenwirken zu können, bezeichnen wir unseren Award bewusst als Dialog-Marketing-Preis. Dialog-Marketing ist etwas wichtiges im Rahmen des Direktmarketings und wie das Wort schon sagt, geht es dabei um den Dialog, den wir initiieren und führen wollen. Insofern ist Dialogmarketing viel weniger eine Disziplin als eine kommunikative Haltung. Diese spielt ja auch in vielen anderen Disziplinen der Klassik und vor allem im Onlinebereich eine ständig wichtigere Rolle. Ich glaube, dass man uns in der Vergangenheit in der Schweiz deswegen so stiefmütterlich behandelt hat, weil wir das Thema Dialog – diese Haltung in der Kommunikation – vernachlässigt haben zugunsten des Direktmarketings. Und das Direktmarketing hat halt sehr viel Verkäuferisches, Promotionales, Vertriebsorientiertes. Diese Massnahmen gibt es immer noch, aber eine Kampagne, die auf einen Dialog aufbaut, hat sehr viele andere und zusätzliche Facetten. Da müssen wir hinkommen und da haben wir einen guten Schritt getan. Wir werden ja im Ranking bereits als variable Kategorie aufgenommen und das finden wir auch gut und interessant.

Man nähert sich an?
Bei unseren Einreichern fällt auf, dass unter den Top 5 mit der Y&R-Gruppe sowie Spillmann Felser Leo Burnett zwei eher klassische Agenturen dabei sind. Wenn man sich die Top 10 anschaut, sind bereits die Hälfte klassische Werbeagenturen. Auf der Shortlist sind unter den Top 7 drei klassisch orientierte Agenturen. Als Sahnehäubchen hat die Nummer 2 aus dem Kreativranking, SFLB, auch bei uns als zweitbeste Agentur hinter der Agentur am Flughafen abgeschnitten. Das bedeutet: Originäre Direktagenturen wurden von den klassischen hinter sich gelassen. Das zeigt ein bisschen die Veränderung, die sicher sehr stark durch den Onlinebereich geprägt ist, aber auch durch Ambient-Massnahmen, die wir bewerten.

Interview: Andreas Panzeri

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Aus Uko Audioproduktion wird Uko – The Audio Suite

Uko Audioproduktion hat sich einen neuen Namen verpasst: Ab sofort will das Birmensdorfer Unternehmen als «Uko - The Audio Suite» für Agenturen und Filmproduktionen Audioproduktionen konzipieren und realisieren.

Uko hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich entsprechend neu aufgestellt. Unter dem Label Uko – The Audio Suite vereint das Unternehmen sämtliche relevanten Disziplinen der Audioproduktion mit einem fundierten Verständnis der kommerziellen Kommunikation. Im Zuge dieser Neupositionierung hat das Unternehmen seine Services neu strukturiert und auch die Homepage entsprechend überarbeitet. «Ob Corporate Sounds, Komposition oder Sprachproduktion: Uko sorgt dafür, dass Botschaften und Ideen richtig ankommen. Und so nachhaltig verankert werden.»
 

Aufgespiesst: Fronkreisch, Fronk-«kreisch!»

Werbewoche-Redaktorin Anne-Friederike Heinrich über verständliche Sprachprobleme im Nachbarland.

Die spinnen, die Römer!», heisst es immer bei Asterix. Spätestens jetzt ist klar: Die Franzosen spinnen auch. Dass die Herrschaften aus der Grande Nation, sagen wir, ein wenig eigen sind – vor allem wenn es um ihre Kultur (Sie wissen schon: «Jeanette, Baguette, Cigarette») und ihre Sprache geht –, mussten schon viele von uns am eigenen Leib erfahren. Beim Versuch, ein Stangenweissbrot zu kaufen zum Beispiel. Oder bei der Frage nach dem Weg in nicht ganz perfektem Französisch. Es ist, als spräche man mit Schwerhörigen. Oder Tauben. Aber jüngste Ereignisse zeigen, dass die (Sprach-) Macke der Franzosen noch viel schlimmer ist, als bisher gedacht. Seit 1994 wacht das Sprach-FBI «Délégation générale à la langue française (DGLF)» darüber, dass für Werbung, Beschriftungen und Bedienungsanleitungen aller in Frankreich angebotenen Produkte sowie für Publikationen, im Fernsehen und im Radio Französisch verwendet wird. Und zwar Französisch-Französisch. Wer lebendig spricht und es zulässt, dass sein französischer Wortschatz durch Fremdwörter bereichert wird, muss per Gesetz mit drakonischen Strafen rechnen. Vor allem die durch viele technische Neuerungen eingeschleppten Anglizismen haben die Grenouilles auf dem Kieker. Man munkelt, in den Gemächern der DGLF sei eine Köpfmaschine (franz. «Guillotine») aus Robbespierres Privatsammlung aufgestellt. Bereits einige Freisprecher seien nach einer Vorladung bei der Behörde spurlos verschwunden …

So viel Zeit muss sein

Jetzt mal im Ernst: Natürlich haben die Franzosen recht. Klingt doch «fournisseur d'accès à l'internet» einfach schöner als «Internetprovider», «accès sans fil à l'internet» besser als «wireless Internet Access», «informatique en nuage» aparter als «Cloud-Computing», «l'ordinateur» hochwertiger als «Computer» und selbst «bloc» hat einen edleren Touch als «Blog» (weitere Begriffe: http://franceterme.culture.fr). Das französischfranzösische Sprechen ist zwar ein wenig komplizierter und dauert ein wenig länger – aber entschuldigen Sie mal, das Französische hat Jahrhunderte für seine Entstehung gebraucht. Da wird ja wohl genug Zeit für ein paar längere Sätze sein!

Nach den Social Networks, die logischerweise in Frankreich nur «les réseaux sociaux» genannt werden dürfen, geht es jetzt auch Twitter und Facebook an den Kragen. Schliesslich sind beides Marken, ihre Nennung ist Schleichwerbung und die ist seit 1992 – ein weiteres Gesetz – auch verboten. Darauf kam kürzlich die französische Regulierungsbehörde für Fernsehen und Rundfunk «Conseil supérieur de l'audiovisuel». Stimmt eigentlich. Pardon, correctement complètement! Im Radio oder im Fernsehen darf also nicht mehr auf Facebook- oder Twitter-Accounts hingewiesen werden, jedenfalls nicht mit den bösen F- und T-Worten. Allerhöchstens ein Verweis allgemeiner Art ist gestattet, etwa so: «Suivez-nous sur réseaux sociaux.» Na prima. Womit telefonieren die Franzosen eigentlich? Sicher nicht mit dem iPhone. Und mit dem Smartphone wohl auch nicht. Merde! Dagegen ist der Kampf gewisser Parteien um Schweizerdeutsch im Kindsgi ja geradewegs harmlos. Immerhin sind bei der Kinderbetreuung alle Schweizer Dialekte gestattet. Sogar Walliserdiitsch.

Abschaffung der Lebendigkeit

Von wegen Grande Nation. «Kreisch», kann ich da nur kommentieren. Verrate bloss keiner den Franzosen, dass viele Elemente und Begriffe ihrer Sprache dem Germanischen, dem Fränkischen und gar dem Keltischen entstammen, zum Beispiel die Zählweise im Zwanziger-System, die das Standardfranzösische bis heute beibehält. Sonst kommen die Seine-Söhne glatt auf die Idee, sich selber abzuschaffen. Obwohl, vielleicht sollte es ihnen mal jemand sagen …
 

Erdmannpeisker: Ein neues Kapitel für den Lötschberger

Die Agentur Erdmannpeisker hat für die BLS jetzt auch für seine jüngsten Fahrgäste diverse Off- und Online Massnahmen lanciert. Die Kampagne läuft unter dem Motto «Lötschberger, einfach tolle Ausflüge».

Der Illustrationsstil soll eine homogene und kinderfreundliche Erlebniswelt schaffen. Ausmalbücher waren gestern – im Lötschberger Malbuch können die Kinder weitermalen, selber malen, Bilder- und Worträtsel lösen, Poster aufhängen, Abziehbilder aufkleben oder an Wettbewerben teilnehmen. Zu diesem Malbuch haben alle Destinationen der Region ihre Inhalte geliefert und werden nun so beworben. Ein Memory, Farbstifte und ein Malbogen runden das Offline-Angebot ab.

Online wurde ein Extrabereich für Familien mit spezifischen Angeboten, monatlichen Rätseln und Newsletter eingerichtet. Bei den Malwettbewerb winken Preise, wie eine Party auf einem Dampfschiff, eine Statistenrolle in den Tellspielen oder ganz einfach ein Lötschberger-Memory.

Verantwortlich bei BLS: Damian Pfister (Marketingleiter), Martin Gäggeler (Projektleiter). Verantwortlich bei Erdmannpeisker: Gabriel Peisker (CD), Christina Schmid/Jenny Caparelli (AD), Thomas Blumer (Text), Selina Helbling/Miriam Kolly (Beratung), Felix Reidenbach (Illustrationen).
 

60 Sekunden im Internet

Was geschieht in diesem Moment im Internet? Was tun die Menschen, die sich in dieser Minute gerade im Netz aufhalten? Die Shanghai Web Designers haben sich diese Fragen gestellt und daraufhin die Aktivitäten im Internet innerhalb einer Minute dargestellt.

Die Infografik soll veranschaulichen, was alles in einer Minute im Internet passiert. In 60 Sekunden tut sich vor allem im Bereich der sozialen Dienste sehr viel. Facebook allein verzeichnet in dieser Zeit schon mehr als 695‘000 Statusmeldungen, 79‘364 Pinnwand-Einträge und 510‘040 neue Kommentare. Linked In verzeichnet 100 neue Mitglieder in der Minute und bei Youtube werden in 60 Sekungen 600 neue Videos online gestellt, wie Derstandard.at aus der Infografik entnimmt. Auf Twitter werden in der Minute gar 320 neue User registriert und über 98‘000 Tweets geschrieben. Während 6‘600 Bilder auf Flickr hochgeladen und 694‘445 Abfragen werden bei Google gestartet werden, wird Firefox 1‘700 Mal runtergeladen.
 

Mehr als Cash und Karriere

Was motiviert Berufstätige, eine Weiterbildung anzutreten? Dieser Frage ist der Marketingfachmann und Erwachsenenbildner Ruedi Schweizer nachgegangen. Seine Masterthesis zum Thema zeigt, dass die berufsbegleitende Weiterbildung in den Bereichen Verkauf und Marketing nicht nur durch Status-Überlegungen getrieben wird.

marketing

Die Entbehrungen sind gross, der Einsatz ist es ebenso: Wenn sich Marketing- und Verkaufstalente für eine berufliche Weiterbildung entscheiden, kommt einiges auf sie zu. Im Geschäftsleben wird meist weiterhin die volle Leistung erwartet, man muss sich daneben wieder auf das Schulleben einstellen, opfert Abende, Wochenenden und oft genug auch Teile der ohnehin knappen Ferientage. Das alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Kunst. Was ist es, das Schweizerinnen und Schweizer motiviert, sich einer solchen harten Phase auszusetzen? Dies herauszufinden, war und ist die Motivation von Ruedi Schweizer. Thema seiner Masterthesis im Rahmen des Masterstudiengangs «Business-Psychologie» an der Fachhochschule Nordwestschweiz Olten: «Motivationale Orientierung in der beruflichen Weiterbildung im Umfeld von Marketing und Verkauf». Oder, etwas verkürzt: Was ist ausschlaggebend für den Weiterbildungsentscheid? Ruedi Schweizer, eidg. dipl. Marketing- und Verkaufsleiter sowie Fachvorstand bei den Höheren Berufsprüfungen beider Titel, erschliesst mit seinem Thema ein neues Feld: «Im deutschsprachigen Raum ist die Weiterbildungsmotivation noch schwach untersucht, es ist bis jetzt eine Randerscheinung geblieben.»

Weiterbildung: Ein Kaufentscheid

Schweizer ist überzeugt, dass das Thema Weiterbildung keinesfalls losgelöst von den üblichen marktwirtschaftlichen Gesetzen angeschaut werden soll. Im Gegenteil – auch im Bereich Wissen steckt eine gehörige Portion Marketing drin. Man sieht das nur schon daran, wie sich Weiterbildungsinstitute seit Beginn des Bologna-Kopenhagen-Prozesses zunehmend offensiver darstellen und sich in der Kommunikation einem breiten Publikum zeigen. Man könne also, sagt Schweizer, das Antreten einer Weiterbildung durchaus als «Kaufentscheid» sehen. Ein Kauf notabene, der in vielen Fällen der Summe eines Kleinwagens entspricht. Wenn also die Weiterbildung beim finanziellen Aufwand einem langlebigen Konsumgut entspricht, lohnt es sich auch für Ausbildungsinstitute, mehr zu wissen über die Motivation ihrer Kunden. Eine weitere Parallele zum Auto: So wie ein neues Modell bei seiner Lancierung noch einzigartig ist und seinem Fahrer eine gewisse Überlegenheit verleiht, kann dieses Alleinstellungsmerkmal im Lauf der Jahre verblassen. Auf die Weiterbildung übersetzt: Diplome und Fachausweise, die zu einer gewissen Zeit Führungsvorsprung geben, können über längere Dauer, wenn sich immer mehr Absolventen diesen Titel sichern, zur Normalität werden. Schweizer hat hier selber grosse Erfahrung gesammelt, immerhin ist seine Teilnahme am Masterstudiengang Business-Psychologie schon seine sechste Weiterbildung.

Vier Motivationsbündel

Für seine 70-seitige Arbeit ging Schweizer in drei Schritten vor. Zunächst einmal führte er Gespräche mit Lehrgangsverantwortlichen von Ausbildungsinstituten. Danach schrieb der Marketingprofi per E-Mail hundert ehemalige Absvolventen von Marketing- und Verkaufslehrgängen an. Diese Referenzzielgruppe bat Schweizer, fünf Gründe zu nennen für die Motivation ihrer beruflichen Weiterbildung. Am meisten genannt wurden dabei «Beruflich weiterkommen, Karriere», «Horizonterweiterung/ Wissen/Neues», «Fachkompetenz», «Höheres Einkommen » und «Persönliche Entwicklung». Diese Ergebnisse – die Nennungen wurden in 37 Untergruppen zur Weiterbildungsmotivation gegliedert – klassifizierte Schweizer aufgrund zweier bekannter Modelle zur Konsum- und zur Weiberbildungsmotivation. Danach erfolgte die hauptsächliche Erhebung. Schweizer ging dieses Frühjahr 1870 ehemalige Absolventen von Berufsprüfungen und höheren Fachprüfungen an. Aus dem Rücklauf der Antworten konnte der Marketing-Profi die hauptsächlichen Motive zur beruflichen Weiterbildung identifizieren. Grundsätzlich ordnet Schweizer die Motive vier unterschiedlichen Gruppierungen von Determinanten zu. Den sozialen, den psychologischen, den persönlichen und den kulturellen Determinanten.

Die Top 5 der Nennungen lässt sich so gliedern:

1. Steigerung der Fachkompetenz (psychologischer
Determinant)
2. Sicherung des beruflichen Weiterkommens,
Karriere (sozialer Determinant)
3. Horizonterweiterung, Streben, Entdecken,
Neugierde (psychologischer Determinant)
4. Höheres Einkommen (sozialer Determinant)
5. Persönliche Entwicklung (persönlicher Determinant)
Für Schweizer war dieser Ausgang teils überraschend:
«Diese Motive hatte ich in etwa erwartet,
möglicherweise aber nicht in dieser Reihenfolge.»

Ausbildungs-Info personalisieren

Etwas nuanciert liessen sich die Top 5 so kommentieren: Nicht nur die Determinanten Karriere und die erwartete Lohnsteigerung prägen das Motivationsbündel, sondern auch Determinanten wie die Steigerung der Fachkompetenz. Und: Auch wenn allgemein angenommen wird, dass bei einer Weiterbildung die sozialen Determinanten die hauptsächlichen Treiber sind, werden in den Top 3 gleich zweimal psychologische Determinanten genannt. In einer ersten noch subjektiven Wahrnehmung könnten sich daraus vor allem für Weiterbildungsinstitute neue Ansätze gewinnen lassen. Heute noch werden in der Kundenansprache oft die Elemente Karriere und/oder Lohnsteigerung prominent herausgestrichen. Eine Garantie für das Eintreten solcher Erfolge kann aber niemand geben. Aufgrund der Ergebnisse der Studie könnten Institute darauf kommen, die Motive ihrer Kunden breiter wahrzunehmen. Wenn die Steigerung der Fachkompetenz und die Horizont-Erweiterung so weit oben stehen, dann könnte vermehrt mit diesen Mehrwerten argumentiert werden. «Optimierungspotenzial », sagt Schweizer, «sähe ich bei den Instituten in der persönlichen Ansprache der Kandidaten. » Neben den generellen Informationsabenden könnte man im persönlichen Gespräch mit den Kunden die jeweilige Motivation besser ermitteln. Motive übrigens, die je nach Alter und Ausbildung unterschiedlich sein können. Der Networking-Effekt etwa, der quasi als kostenlose Beigabe bei Weiterbildungen abfällt, wird je nach Stufe unterschiedlich eingestuft, sagt Schweizer: «Networking wird bei Absolventen von höheren Fachprüfungen wie Verkaufsleitern und Marketingleitern deutlich höher gewichtet.»

Weiterbildung en vogue

Berufliches Wissen wird in der Schweiz hoch geschätzt und ständig weiterentwickelt. Das zeigen auch die Zahlen von Swiss Marketing.

Wer rastet, der rostet. Nirgendwo gilt das so stark wie im Bereich des beruflichen Wissens und der damit verbundenen Fähigkeiten. Globalisierung, stürmische technologische Entwicklung und die generell schnellere Gangart im Business machen es nötig, ständig auf dem neuesten Stand zu bleiben. Wichtiger noch: Keiner kann erwarten, dass einem der Staat oder das Unternehmen aufs richtige Gleis bringt – man muss selber die Weichen stellen. In der Schweiz ist das Allgemeingut, das zeigen auch die Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS). In der Studie «Teilnahme an Weiterbildung», die im Frühjahr 2010 erschienen ist, wird gezeigt: «80 Prozent der ständigen Wohnbevölkerung hat innerhalb der letzten zwölf Monate an mindestens einer Weiterbildungsaktivität teilgenommen.» Wobei «Weiterbildung » weit gefasst ist im BFS-Report und auch Formen wie Teilnahme an Kongressen, computergestütztes Lernen oder «Training on the Job» erfasst. Auffallend: Frauen zeigen höheres Interesse an ausserberuflichen Weiterbildungen als Männer. Und: Die Weiterbildungsquote liegt bei der erwerbstätigen Bevölkerung signifikant höher als bei Erwerbslosen oder Nichterwerbstätigen.

Über 3600 Kandidaten bei Swiss Marketing

Pointiert gesagt, ist das Motto der Schweizer in Sachen Weiterbildung: «Wer schon hat, der will noch mehr.» Denn, schreibt das BFS, «je höher das Bildungsniveau einer Person ist, desto grosser ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich weiterbildet.» Das könnte man so wohl auch von den Talenten sagen, die mit Swiss Marketing in den Bereichen Verkauf und Marketing den Weg der Profis wählen. Was man oft hört bei Prüfungen und Diplomfeiern – «diese Prüfung habe ich bestanden, und jetzt plane ich schon den nächsten Schritt» – lässt sich auch aus den Zahlen von Swiss Marketing ablesen. Die Anzahl der Kandidaten ist, auch durch die Einführung der MarKom-Zulassungsprüfung, in den letzten Jahren stets gestiegen. Waren es im Jahr 2000 noch 1748 Prüfungskandidaten, so kam man zehn Jahre später auf deren 3672.

 

Neue Fricktaler Zeitung: Jubiläumsbeilage zum 150-jährigen Bestehen

Die Neue Fricktaler Zeitung NFZ hat am Donnerstag ihr 150 Jahre Jubiläum gefeiert. Zu diesem Anlass hat die NFZ eine Sonderbeilage lanciert.

Die Verantwortung für die Zeitung liegt seit 133 Jahren bei der Familie Herzog, die das Blatt in der vierten Generation herausgibt. Die Familie hält 58 Prozent der Aktien. Verleger Walter Herzog ist zugleich Chefredaktor. Mit 21 Prozent sind die Basler Zeitung Medien BZM an der NFZ beteiligt und drucken das Regionalblatt. Weitere 21 Prozent hält die Familie Binkert.

Die erste Ausgabe der Volksstimme, der ältesten Vorgängerin der NFZ, war am 5. Januar 1861 erschienen. Die Neue Fricktaler Zeitung kam gemäss SDA als Fusionstitel der Fricktaler Zeitung und des Fricktaler Boten erstmals im Juni 2005 auf den Markt.

Heute erscheint die NFZ als Regionalzeitung drei Mal pro Woche Woche und berichtet über das Geschehen in den Aargauer Bezirken Rheinfelden und Laufenburg. Zwei Mal pro Woche beträgt die abonnierte Auflage der lebendig geschriebenen Zeitung rund 9000 Exemplare. Einmal pro Woche erscheint das Blatt in einer Grossauflage von 37'000 Exemplaren. Der Fokus der Berichterstattung liegt auf dem Regionalen.
 

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