Teilzeitarbeit: Was gilt es zu beachten?

Mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Frauen sowie rund 13 Prozent der Männer arbeiten Teilzeit – Tendenz steigend. Teilzeitarbeit ist aber nicht nur bei Arbeitnehmenden beliebt – sie bringt auch für Arbeitgeber Vorteile, da sie einen flexibleren Einsatz der Arbeitskräfte ermöglicht. Von Irmtraud Bräunlich Keller, lic.rer.pol., Redaktorin und Arbeitsrechtsexpertin beim Beobachter-Beratungszentrum.

Teilzeitarbeit ist teuer – so könnte man meinen. Denn viele Personalkosten fallen an, unabhängig davon, wie viele Stellenprozente ein Mitarbeiter leistet. Dies ist aber nur auf den ersten Blick so. Denn Teilzeitkräfte bieten auch Vorteile, welche die Zusatzkosten mehr als kompensieren. Teilzeitarbeitende sind erfahrungsgemäss sehr produktiv und machen weniger Pausen, da sie ohnehin zwischedurch Distanz zu ihrer Arbeit haben. Die berufsfreien Tage erhöhen die Motivation und Kreativität und verringern Fehlzeiten. Studien haben gezeigt, dass Teilzeitbeschäftigte häufig mehr arbeiten, als ihr Pensum vorsieht. Und mit den modernen Kommunikationsmitteln lässt sich auch die Erreichbarkeit der Teilzeitler befriedigend organisieren.

Folgendes ist zu beachten, wenn Sie Teilzeitangestellte beschäftigen:

– Sie können frei wählen, ob Sie Ihr Teilzeitpersonal im Stunden- oder Monatslohn beschäftigen wollen. Der Unterschied: Beim Stundenlohn variiert der ausgezahlte Lohn naturgemäss jeden Monat. Kurzabsenzen (wie Behördengänge, Beerdigungen) und auch Feiertage müssen nicht bezahlt werden (Ausnahme 1. August, sofern er auf einen Arbeitstag fällt). Ferien und Krankheitsabsenzen hingegen schon. Dann ist genau diejenige Zeit zu bezahlen, die gearbeitet worden wäre.

– Die Arbeitszeit kann frei vereinbart werden. Hat man sich aber auf ein festes Pensum geeinigt oder hat sich ein solches über längere Zeit eingespielt, ist dies verbindlich. Auch Stundenlöhner dürfen Sie dann nicht einfach unbezahlt nach Hause schicken, wenn es mal nichts zu tun gibt. Arbeitet die Teilzeitkraft mehr als die abgemachte Stundenzahl, leistet sie Überstunden, die entsprechend zu vergüten sind (Art. 321c OR).

– Bei unregelmässiger Teilzeitarbeit ist es erlaubt, den Ferienlohn als Zuschlag zum Stundenlohn auszuzahlen. Vier Wochen Ferien entsprechen einem Lohnzuschlag von 8,33 Prozent, bei fünf Wochen sind es 10,64, bei sechs Wochen 13,04 Prozent. Der Ferienlohn muss sowohl im schriftlichen Vertrag wie auch in jeder Lohnabrechnung separat ausgewiesen werden. Ein Pauschallohn «inklusive Ferien» genügt dieser Anforderung nicht.

– Teilzeitbeschäftigte müssen Sie wie die anderen Angestellten bei den Sozialversicherungen anmelden. Nur Jahreslöhne unter 2300 Franken können von der AHV-Beitragspflicht ausgenommen werden. Wer weniger als acht Stunden wöchentlich bei Ihnen arbeitet, ist nur gegen Berufsunfall versichert. Und dem Pensionskassenobligatorium unterliegen nur Angestellte, die mindestens 20 880 Franken pro Jahr verdienen.

– Teilzeitbeschäftigte werden häufig als Aushilfen bezeichnet. Was darunter zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht geregelt. In der Fachliteratur ist mit Aushilfs- oder Gelegenheitsarbeit eine Beschäftigung gemeint, die nur kurze Zeit dauert, in der Regel nicht länger als drei Monate. Bei so kurzen Arbeitsverhältnissen gibt es kein PK-Obligatorium, und auch eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ist nicht geschuldet. Im Übrigen haben aber auch so genannte Aushilfen grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie andere Teilzeitbeschäftigte.

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Steve Jobs ist gestorben

Steve Jobs starb am Mittwoch im Alter von 56 Jahren. Der Mitbegründer des Computerherstellers Apple litt seit langem an Krebs.

Auf der Apple-Homepage haben die üblichen, bunten Links zu den Produkten (Mac, iPod, iPhone, iPad) einem Schwarz-Weiß-Porträt aus besseren Zeiten Platz gemacht. Der US-Präsident hat ihn als einen der grössten US-Erfinder gewürdigt. Die Welt habe einen Visionär verloren, erklärte Obama in einer Stellungnahme.

Steve Jobs hatte erst im August die Führung der Apple-Geschäfte abgegeben. Er könne seine Aufgaben nicht länger erfüllen, schrieb Jobs damals. Er blieb dem Konzern aber als Chef des Aufsichtsrates erhalten.


Schwer kranker Apple-Chef Steve Jobs zurückgetreten – Neuer CEO Tim Cook

Ringier Print: Neuer Leiter Marketing und Verkauf

Thomas Akermann wird ab 1. November 2011 neuer Leiter Marketing und Verkauf und Mitglied der Geschäftsleitung von Ringier Print. Akermann ist Nachfolger von Michael B. Norton.

Michael Norton hat nach über sieben Jahren Tätigkeit bei Ringier Print das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hat. Dies schreibt Ringier Print am Mittwoch. Norton werde seine Erfahrung in einer neuen Herausforderung ausserhalb des Unternehmens einbringen.

Thomas Akermann verfügt über Erfahrung in der Verlags- und Printbranche. Er ist ausgebildeter Betriebsökonom mit Fachausrichtung Marketing und schliesst dieses Jahr seine Executive MBA-Weiterbildung ab.
 

Feuchtgebiete am Arbeitsplatz

Die Werbeanstalt hat Oxymount als Frischwasser-Anbieter kommunikativ erfrischt.

Oxymount ist ein führendes Schweizer Unternehmen für die Aufbereitung von Trinkwasser am Arbeitsplatz. Die Werbeanstalt hat sich bei einer Agenturevaluation gegen fünf Agenturen durchgesetzt und den Auftrag für den kommunikativen Relaunch erhalten. So strahlt das Unternehmen ab sofort nicht nur in einem neuen Logo und einem ebenfalls neuen strategisch richtigen Claim, sondern glänzt nun auch mit einem rundum neuen Kommunikationsauftritt.

Passend zum Claim «Kein Wasser ist frischer» wurde das Wort Erfrischung wortwörtlich genommen. Es werden Menschen im Arbeitsumfeld abgebildet, die im Wasser arbeiten und durch ihre Frische längeren Atem für leistungsfähiges Arbeiten besitzen. Die Bilder wurden von Tobias Stahel fotografiert und die Bildbearbeitung von Felix Schregenberger vorgenommen. Auf Plakaten, Anzeigen, in einer Firmenbroschüre, auf den Firmenfahrzeugen und bald auch auf der Website ist die Unterwasserwelt konsequent umgesetzt. pan

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Weber erweitert Team

Weber hat Katharina Dunigan per 1. September 2011 als Verantwortliche der Kommunikationsagentur engagiert. In dieser neuen Funktion wird sie auch die Firmenleitung entlasten und nebst Beratungs- und Führungsaufgaben, Verlagsmandate betreuen.

Katharina Dunigan bringt als Marketingleiterin eine breite Erfahrungspalette an Dienstleistungs- und Produktemarketing ein. Ihre Karriere wurde von Schweizer Grossfirmen wie Ascom, Manor und diax (heute Sunrise) geprägt. Das vertiefte multikulturelle und globale Verständnis habe sie dank 10jähriger Geschäftsführung in den USA erworben, so die Agentur in einer Mitteilung.
 

Slogan aus dem Dornröschenschlaf

Ammarkt lanciert ein Revival der Traditionsmarke Happy.

Es war uber Jahre ein Klassiker der Schweizer Werbung: ≪I wett i hett es happy Bett≫. Doch in den vergangenen Jahren ist es ein bisschen ruhig geworden um die Traditionsmarke. Jetzt meldet sich Happy Systems zuruck. Nach einer Agenturevaluation ist Ammarkt in St. Gallen mit dem Revival und einem umfassenden Kommunikationspaket betraut worden. Die Kreativen um CD Martin Fuchs und Sascha Fanetti setzten auf aktuelle Trends und hoffen sogar etwas scherzhaft, mit ihrer Idee einer zukunftigen Mode zur Geburt zu verhelfen. Erst war das Massenphanomen ≪Planking≫ in aller Munde, dann ≪Owling ≫ und ≪Batmaning≫. Was kommt jetzt? Ammarkt glaubt an das ≪Sleeping≫! Denn in der neuen Verkaufsforderungskampagne von Happy schlafen die Protagonisten an den ungewohnlichsten Orten. Doch das offentliche Tagschlafen ist nicht bloss eine augenzwinkernde Hommage an den Zeitgeist. Schliesslich hat die Schweiz ein echtes Problem, wie Berater Marcel Odermatt weiss: Jeder dritte schlaft nachts schlecht – und traumt darum tagsuber nur noch von einem erlosenden Nickerchen. pan

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Der Impact-Check der Werbewoche

Wir zeigen, wie aktuelle Kampagnen bei den Konsumenten abschneiden.

Bei der Awareness liegt die Anzeige für Migros délifit der Werbeagentur Wirz an der Spitze, gefolgt von der Credit-Suisse-Anzeige von Euro RSCG und der Manor-Anzeige von Rod Kommunikation. Die Anzeige für Ikea von Wirz siegt beim Kriterium Uniqueness vor dem Sujet Rhätische Bahn von Erdmannpeisker und der Anzeige für die Schweizer Bauern der Agentur Jung von Matt. Beim Kriterium Brand Fit gewinnt die Anzeige der Schweizer Bauern vor Nescafé Gold der Werbeagentur Publicis und dem Sujet Modissa von Cavegnwerbung. Die Schweizer Bauern liegen auch beim Kriterium Likeability an der Spitze, gefolgt von der Anzeige für die Rhätische Bahn und der Ikea-Anzeige.

> Zu den Ergebnissen im Überblick (PDF)

> Zu den detaillierten Ergebnissen (PDF)

Fragestellung und Methodik

Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI).
Instrument: Online-Interviews über die Marketagent.com-reSEARCH-Plattform.
Zielgruppe: webaktive Personen aus der Deutschschweiz zwischen 14 und 65 Jahren.
Sample-Grösse: n = 502 Netto-Interviews, Random Selection nach Quoten.
Erhebungszeitraum: 16. 09. 2011–25. 09. 2011.

Fragen:
– Wir haben Ihnen zu Beginn der heutigen Befragung einige Anzeigen vorgestellt. An welche dieser Anzeigen können Sie sich erinnern? Bitte nennen Sie uns die werbenden Unternehmen bzw. die beworbenen Marken. (Awareness)
– Inwieweit heben sich diese Anzeigen Ihrer Meinung nach von anderer Werbung in Zeitungen, Magazinen und Zeitschriften ab? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= hebt sich überhaupt nicht ab) bis 6 (= hebt sich sehr stark ab). (Uniqueness)
– Inwieweit passen diese Anzeigen zu dem Bild, das Sie von den jeweiligen Marken/ Unternehmen haben? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= passt überhaupt nicht zu meinem Bild von dieser Marke) bis 6 (= passt sehr gut zu meinem Bild von dieser Marke). (Brand Fit)
– Inwieweit gefallen Ihnen die folgenden Anzeigen? Bitte bewerten Sie jeweils von 1 (= gefällt mir überhaupt nicht) bis 6 (= gefällt mir sehr gut). (Likeability)

Bei den abgedruckten Werten handelt es sich jeweils um die Top-Box-Bewertungen «hebt
sich sehr stark ab», «passt sehr gut zu meinem Bild der Marke», «gefällt mir sehr gut».

Verfasserin der repräsentativen Studie «Werbelieblinge der Schweiz» ist die auf Online-
Marktforschung spezialisierte Marketagent.com Schweiz, die über ein registriertes Panel von
20 000 befragungswilligen Personen in der Deutsch- und der Westschweiz verfügt. Marketagent.com Schweiz ist ein Tochterunternehmen des führenden österreichischen
Marktforschungsunternehmens Marketagent.com online reSEARCH GmbH und der
Schweizer Kommunikationsagentur Contract Media AG.
 

TKF geht mit Rüdisüli in die Oper

Zum 20. Jubiläum bringt der Verein Open Opera das Musiktheaterstück «Rüdisüli in der Oper – etwas Fabelhaftes» auf die Bühne. Für die Bekanntmachung der Opernproduktion besann sich die Agentur TKF auf die ursprüngliche Natur des Druckens und produzierte ein Wood-Type-Plakat alter Schule.

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Das Stück ist aber nicht einfach ein Musiktheaterstück, sondern besteht aus vier Kurzopern. Vier grundverschiedene Geschichten und Kompositionen, die nur eines gemeinsam hatten – ein fabelhaftes Personal: Fräulein Bär, Herr Wolf, Frau Fuchs, Herr Fink und «Rüdisüli», der in vier unterschiedlichen Rollen ganz der Natur und den Fabelfiguren ausgesetzt war.

Verantwortlich beim Verein Open Opera: Markus Gugger und Hansueli Trüb. Verantwortlich bei TKF Tachezy Kleger Fürer, St.Gallen: Ivan Sedleger (Beratung), Alexander Fürer (Konzept), Rosario Florio (Art Direction), Ladina Bischof, Eveline Graf (DTP). Druck: Martin Amstutz (Point Jaune, St.Gallen)

Crossmedia für 15’000 Jesus

Aufgespiesst: Kommen und Gehen

Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier über Babypausen und Namenwechsel.

In der letzten Werbewoche hat sie sich an dieser Stelle in ihre wohlverdiente Babypause verabschiedet. Die Rede ist von Anne-Friederike Heinrich, die am 1. Dezember 2008 – damals noch unter ihrem ledigen Namen Wilhelm – in der Redaktion der Werbewoche begann. Friederike, eine Vollblutjournalistin, die neben ihrem handwerklichen Können und einer unbändigen Neugier auch über eine gewaltige Portion Humor verfügt. Sie liebt es zu schreiben, zu formulieren, mit der Sprache zu spielen. Sie liebt es auch, neue ungewöhnliche Themen zu finden, mit Themen zu spielen und im Gegensatz zu vielen unserer Berufskollegen hat sie auch keine Berührungsängste mit den neuen Medien. Sie führte die Werbewoche ins Twitter-Zeitalter und ermahnte uns immer wieder, die Möglichkeiten, die Kooaba bietet, auch wirklich zu nutzen. Friederike hat sich auch zusammen mit unserer Art-Direktorin intensiv um das Layout ihrer Artikel gekümmert. Auch unseren Online-Redaktorinnen war sie ein geschätzter Tippgeber und Gesprächspartner. Friederike wird uns fehlen. Mir persönlich auch, weil man ausserhalb fachlicher Diskussionen wunderbar politisch unkorrekt frotzeln konnte.

Glück muss der Mensch haben. Während meiner Sommerferien erhielt ich ein Mail einer ehemaligen Kollegin, die während fünf Jahren bei der Werbewoche tätig war. Begonnen hatte sie im Jahre 2000 als Redaktionsassistentin, dann wechselte sie als Stagiaire in die Redaktion, später war sie dann Redaktorin. 2005 verliess sie uns, um ihr grosses Hobby Reisen mit dem Journalismus zu verbinden. Zuletzt war sie dann Redaktionsleiterin des Magazins Traumhaus.

Es handelt sich um Simone Fankhauser, die zu ihren Werbewoche-Zeiten noch Keller hiess. (Immer diese Namenwechsel!) Treue Leser mögen sich noch an sie erinnern. Simone fragte mich, ob ich eventuell einen Job für sie hätte, weil sie nach ihrer Babypause (sic) wieder journalistisch tätig sein möchte. Ein glücklicher Zufall!

Am 1. September startete Simone bei uns. In der letzten Nummer verfasste sie schon einige Artikel zu neuen Kampagnen. Diese Woche nun ihr erster grösserer Artikel über Schweizer Politikwerbung. Wir möchten Simone ganz herzlich in der Werbewoche- Redaktion begrüssen und freuen uns auf eine neue alte Zusammenarbeit.
 

Ein Herz, ein Brand

Die Swisscom fährt seit drei Jahren eine One-Brand-Strategie. Saatchi & Saatchi hat dafür im Juni 2011 den Lead in einem Pitch gewonnen. Jetzt ist die erste Dachkampagne on Air. Olivier Quillet, Head of Strategic Marketing bei der Swisscom, erklärt ein paar Hintergründe.

WW: Die SBB fährt seit Jahren mit dem gleichen Namen. Die Produkte Ihres Unternehmens wurden bisher unter PTT, Swiss Telecom, Swisscom, Bluewin und jetzt wieder Swisscom angeboten. Ist es schwierig, eine Markenführung zu machen für ein Produkt, das sich so schnell wandelt wie Kommunikationsmöglichkeiten?
Olivier Quillet: Es wird eigentlich immer einfacher, weil die Technologie die Konvergenz fördert. Es gab eine Zeit, wo wir klar unterscheiden konnten zwischen Fernsehen oder Telefon. Mit dem Internet denken die Leute immer weniger in Technologie- Kategorien, sondern an den Zugang zur digitalen Welt. Egal, was nachher dort konsumiert wird – TVSendung oder Telefongespräch: Die Technologie erleichtert die ganze Arbeit.

Die One-Brand-Strategie gibt es seit drei Jahren. War das ein guter Zeitpunkt oder hätte man früher damit anfangen sollen?
Schwierig zum Beantworten. Man hätte das kaum früher lancieren können. Die Technologie war noch nicht so weit. Erst in den letzten paar Jahren hat die reelle Konvergenz stattgefunden. Vorher sind wir noch auf unterschiedlichen Schienen gefahren. Da wäre die Zusammenführung unter eine Dachmarke eine sehr grosse Herausforderung gewesen.

Bluewin ist eine sehr beliebte und gut eingeführte Marke. Wie geht es damit weiter?
Im Moment hat Bluewin offiziell keinen Bestand mehr. Die Marke ist noch bei den E-Mail-Adressen und beim Bluewin-Portal ersichtlich. Was in Zukunft passieren kann, weiss ich noch nicht. Es gibt zwei Möglichkeiten: Man forciert den Tod dieser Marke oder man hält sich die Möglichkeit für eine spezifische Aktivität weiterhin offen. Für viele Leute in der Schweiz ist Bluewin nach wie vor eine starke Marke. Man könnte sie allenfalls wieder für etwas Neues beleben, wenn das einen Sinn machen könnte oder sich als nötig erweist. Vielleicht, wenn noch einmal ganz neue Medien kommen …

Für die aktuelle Kampagne ist Saatchi & Saatchi bei einem Pitch neue Lead-Agentur geworden. Wie geht es mit den bisherigen Contexta und Jung von Matt weiter?
Wir sind der Ansicht, dass es wegen der Breite unserer Aktivitäten nötig ist, dass wir mit mehreren Agenturen zusammenarbeiten. Das ergibt auch eine gesunde Belebung vom kreativen Potenzial. Das heisst: Wir werden nach wie vor mit Contexta und Jung von Matt/Limmat arbeiten – aber auf den gleichen kreativen Ansätzen aufbauend.

Zum One Brand hat Saatchi & Saatchi auch eine einzige Plattform für die Kommunikation entwickelt. Was bietet diese für Möglichkeiten?
Ich hoffe alle! Ziel der Übung ist, dass wir eine Plattform und nicht nur eine Kampagne haben, die uns erlaubt, die ganze Vielfalt der Swisscom zu kommunizieren. Diese ist vor allem bei den Privatkunden noch zu wenig bekannt. Wir sind die Firma im Digitalbereich, welche die grösste Palette anbietet – von IT-Services für die Industrie, über Produkte bis hin zu Telefon und TV für Privatkunden. Ob IT-Service im Büro oder Swisscom-TV zuhause: Es ist am Schluss die gleiche Person, der gleiche Kunde, der von unseren Diensten profitieren kann. Deshalb wollen wir in unserer Werbung diese angestrebte Durchgängigkeit sichtbar machen.

Wie kann man diese Plattform umschreiben?
Wir wollten den Leuten vor Augen bringen, wie eigentlich unersetzbar und wertvoll unsere Dienste sind im Alltag. Da sehe ich ganz stark eine Entwicklung seit 30 Jahren. Früher konnte man einen ganzen Tag ohne Telefon verbringen. Die Zeiten sind vorbei, unsere Dienste sind heute unersetzbar geworden. So wollen unsere Kunden immer und überall erreichbar sein und die technischen Möglichkeiten nutzen können. Mit unserer Werbung wollen wir erreichen, dass bei den Kunden dieser Wert unserer Dienste wieder stärker in den Vordergrund rückt. Die Leute sollen nicht mehr nur immer an den Preis denken, sondern verstehen: Ich kann mich dank diesen Diensten wirklich mit meiner Welt in Verbindung setzen – sei es im Business oder in meinem Privatleben, weil ich immer und überall auf die Swisscom vertrauen kann. Das war der Ansatz und wir haben daraus die ersten Säulen entwickelt für unsere Plattform. Die überdimensionalen Objekte wie das Herz oder das Windrad symbolisieren den emotionalen Mehrwert des Produkts oder der Dienstleistung, die wir unseren Kunden bieten. Für die Kampagne haben wir zudem auch unsere Mitarbeitenden eingesetzt, dies zeigt den Beitrag, den jeder Einzelne von uns jeden Tag für unsere Kunden erbringt.

Welche Rolle spielt Swissness in diesem Konzept?
Als dritte Säule ist die Swissness für mich absolut wichtig. Das wurde in den letzten Jahren vielleicht ein bisschen aus den Augen verloren. Swissness ist unser stark differenzierender Faktor gegenüber der Konkurrenz. Wir haben eine mit der Schweiz eng verbundene Geschichte und sind eine der wenigen Firmen, welche die ganze Schweiz physisch verbindet und die Leute in ihrer ganzen Vielfalt zusammenbringt. Und das seit rund 150 Jahren. Qualität, Zuverlässigkeit und Kundenservice stehen absolut im Vordergrund. Das spielen uns die Kunden wieder zurück und auf dem wollten wir aufbauen. Dazu kommt auch die Tatsache, dass wir enorm viel in der Schweiz investieren. Jedes Jahr über eine Milliarde Franken in unser Netz und die Infrastruktur. Soviel investiert hier keine andere Firma in diesem Bereich. Das ist unser Beitrag zur Schweiz. Der Wirtschaftsstandort Schweiz ist auch dank unserer Leistung international gesehen so attraktiv.

Bei der neuen Kampagne ist nicht zu übersehen, dass Publicis in der letzten grossen Image-Kampagne auch ein Casting mit Mitarbeitenden von Orange durchgeführt hat. Diese durften dann Lichteffekte in den Himmel zaubern. Bei Saatchi & Saatchi dürfen die Swisscom-Mitarbeiter nun Symbole durch die Landschaft tragen. Ist es schwierig, für eine fast identische Produktpalette wie die Möglichkeiten der Kommunikation eine eigenständige Bildsprache zu finden?
Es ist allgemein schwierig, in der Werbung wirklich eigenständig zu sein. Es gibt nichts, was es nicht schon gegeben hat. Bei uns ist im Vordergrund gestanden – und das ist eine persönliche Überzeugung: Mitarbeitende sollten die besten Botschafter einer Marke sein. Man muss stark daran arbeiten, dass diese ganz überzeugt hinter dieser stehen können – auch inklusive Kommunikation. Ein Weg dazu ist, dass die Mitarbeitenden wirklich physisch mitwirken können, involviert werden und dadurch eine viel grössere Identifikation bekommen. So ist die Idee entstanden.

Wird dieses Kapital der Mitarbeitenden auch noch anders eingesetzt werden?
Mit unserer neuen Kommunikationsplattform und mit diesem Ansatz werden wir immer wieder neue Möglichkeiten haben – sei es klassisch mit Werbespots, aber auch im Online-Bereich. Hier bieten sich viele Möglichkeiten. Wir haben zum Beispiel eine sehr lebendige Online-Support-Community, in der unsere Mitarbeitenden etwas beitragen können. Der Einbezug unserer Mitarbeitenden wird sicher ein wichtiges Standbein bei vielen zukünftigen Massnahmen sein.

Gibt es bei der Swisscom ein internes Mitarbeiter-Branding?
Ich würde sagen: Ja – aber ich gehe noch einen Schritt weiter. Es sollte eigentlich keinen Unterschied geben zwischen internem und externem Branding. Es muss eine einzelne Marke sein. Eine Marke, die sowohl intern wie extern absolute Kohärenz und Konsistenz ausstrahlt. Wenn man intern etwas anderes leben würde als gegenüber den Kunden, wird das in der heutigen Kommunikationswelt sofort aufgedeckt. Die Welt ist viel transparenter geworden.

Wie ist die Kampagne intern angekommen?
Sehr gut. Mit dem internen Casting haben wir grosses Interesse geweckt. Sehr viele Mitarbeitende haben sich angemeldet. Jeder hat in seinem Umfeld darüber berichtet. Die Dreharbeiten sind zu einem einzigartigen Erlebnis geworden. Zudem haben wir die neuen Werbespots zuerst intern gezeigt, bevor sie öffentlich erschienen sind.

Wie echt sind die ziemlich spektakulären Szenen, zum Beispiel in den Bergen?
Die sind alle echt. Wir haben tatsächlich Leute gefunden, die das Herz bis auf den Gipfel des Titlis getragen haben. Das war im August bei minus 10 Grad in diesem verregneten Sommer. Aber alle haben mit viel Spass mitgemacht.

Zur Technik: Wo steht die Swisscom mit der Entwicklung im Vergleich zur Konkurrenz?
Die Swisscom steht gegenüber ihrer Konkurrenz sehr gut da und verfügt über ein sehr gutes Netz, im Mobile- und im Festnetzbereich. Um unseren Kunden auch künftig die beste Qualität, den besten Service und das beste Netz bieten zu können, bauen wir unser Netz laufend aus. So investieren wir laufend in unsere Mobilfunkinfrastruktur und treiben den Glasfaserausbau weiter voran. Damit sind wir für künftige Dienstleistungen gerüstet. Wir haben zudem den Vorteil, dass wir unseren Kunden alles aus einer Hand bieten können, von Mobilfunkangebot über den Festnetzanschluss bis hin zu Internet und Fernsehen.

In welchem Bereich wird am meisten investiert oder was ist das Kernbusiness: Telefon, Internet, TV, B2B?
Man kann es nicht mehr so strikt unterscheiden. Wir werden immer in die Qualität der Verbindung investieren. Die Konvergenz wird dazu führen, dass ein Kunde zum Schluss nur noch eine Verbindung braucht. Wichtig wird für uns deshalb der Service sein. Hier können wir als Schweizer Unternehmen in der Schweiz eine einmalige Qualität liefern, welche die Swisscom im Vordergrund positionieren wird.

Bietet die Marke Swisscom auch international Potenzial?
Die Swisscom steht als traditionelles Schweizer Unternehmen mit ihrer Marke für Qualität und Service. Die Stabilität der schweizerischen Politik, die Rechtssicherheit und die hohen Anforderungen an Datensicherungen bieten auch international Potenzial, gerade bei Cloud-Services ist Swissness mit seinem Vertrauensbonus sehr wichtig, wenn beispielsweise ausländische Firmen ihre Daten in der Schweiz bei der Swisscom hosten wollen.

Interview: Andreas Panzeri

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Media Trend Journal: Attraktive Mauerblümchen

Als Mediengattung werden sie kaum wahrgenommen, doch bei ihren Lesern finden sie eine hohe Beachtung – und auch bei der Werbung haben sie noch Potenzial. Christoph J. Walther

Zusammengezählt kommen die rund 50 Lokalblätter in der deutschsprachigen Schweiz auf eine wöchentliche Auflage von rund 500'000 Exemplaren – damit überflügeln sie die drei sprachregionalen Sonntagszeitungen. Und auch die Reichweite ist gut, denn die Blätter sind seit Generationen in der Bevölkerung verankert und erreichen oft zwei und mehr Leser. Diese lokalen Wochenblätter funktionieren häufig auch als amtliche Publikationsorgane, haben jedoch eigene Redaktionen und werden vor allem in eher ländlichen Gegenden vorwiegend an Abonnenten vertrieben.

> Zum Artikel (PDF)

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