Media Trend Journal: Lokalinfos auf allen Kanälen

Mediennutzer wollen ihre Infos jederzeit und überall abholen können. Ein Anspruch, der vor allem Verleger von Lokalzeitungen vor Probleme stellen kann. Seit einiger Zeit gibt es eine Lösung, die nicht nur bestechend einfach, sondern auch günstig ist. Ueli Custer

Gerade die nicht täglich erscheinenden Lokalzeitungen sind in der schnelllebigen, digitalen News-Welt bezüglich Aktuali¬tät hoffnungslos ins Hintertreffen geraten. Deshalb ist heute praktisch jeder dieser Titel in irgendeiner Form im Netz vertreten. Geld zu verdienen war damit aber bisher nicht – weder auf dem Leser- noch auf dem Werbemarkt. Zusatzpräsenz war bis anhin gleichbedeutend mit Zusatzkosten. Mit dem Konzept LocalPoint der Consenda AG in Saanen haben sich diese Voraussetzungen deutlich verbessert, denn damit werden die zusätzlichen Kos¬ten mittelfristig auch wieder amortisiert.

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Online für einmal noch im Hintertreffen

Am Geschäftsberichte-Rating 2011 gewinnt erstmals Swisscom Gold.

Der HarbourClub, verantwortlich für die Preisverleihung und die Durchführung des Ratings, hat auf den vielerorts verkündeten Trend der Verlagerung der Geschäftsberichte ins Web reagiert und den Bereich der Online-Jurierung massiv ausgebaut. Wie auch die gedruckten Berichte beurteilten die Jurys zuerst getrennt Value Reporting und Design aller 249 Berichte, bevor eine Schlussjury die besten nochmals detailliert beurteilte. Sieger im Bereich Online wurde Nobel Biocare. Bei den gedruckten Geschäftsberichten belegte Swisscom den ersten Platz.

Nach dem diesjährigen Rating ist eines klar: Die Verlagerung von Print zu Online dauert wohl länger, als viele gedacht haben. Noch sind es keine zehn Prozent der kotierten Firmen, welche im Netz mehr bieten als nur ein PDF des Geschäftsberichts. Zu einem überzeugenden Online-Auftritt braucht es mehr. Bernhard Schweizer, Präsident der Online- Abschlussjury, fordert: «Mehr Vitalität und Schnelligkeit, Videointerviews mit CEO oder Verwaltungsratspräsident, Web-2.0-Aufbereitungen, interaktive Grafiken, Analyse-Tools, Customizing des Geschäftsberichts ». Dazu kommt noch Kompatibilität mit Smartphone oder iPad. Das Wirtschaftsmagazin Bilanz konstatiert: «Der grosse Online-Sprung ist vertagt – vorerst. Corporate Switzerland bewegt sich typisch schweizerisch – Schritt für Schritt.» Die Gesamtjury Online weiss jedoch, wo die Frontrunner zu finden sind. Neben den Medaillengewinnern Nobel Biocare, Roche und Georg Fischer gehören auch Actelion, die ABB, Credit Suisse, Sulzer, Swiss Re, Xstrata, Kuoni, Swisscom und UBS dazu. Online scheint auf viele Unternehmen lähmend zu wirken. Man geht Online zwar zaghaft an, gleichzeitig führt die Verunsicherung in der Wahl der Kanäle dazu, dass im Bereich der gedruckten Berichte nicht mehr viel Innovatives geht. So fasst Stephan Howeg, Mitglied der Abschlussjury Print und Kommunikationschef der Adecco, die Situation folgendermassen zusammen: «Die Geschäftsberichte des diesjährigen Ratings bringen viel Solides, Gutgemachtes und seit Jahren Erprobtes, aber wenig Überraschendes, Richtungsweisendes.» Siegerin bei den gedruckten Berichten wurde dieses Jahr Swisscom. Sie legt einen runden Geschäftsbericht vor mit Hintergrundinformationen, Angaben zu wichtigen Non-Financials, Trendanalysen, Risikoinformationen, Informationen zur wertorientierten Führung und Aspekten der Nachhaltigkeit. Den Ausschlag zum Sieg hat aber zweifellos die dem Geschäftsbericht beigelegte Broschüre «Solar Impulse» gebracht. In dieser Publikation geht es um die Partnerschaft mit Bertrand Piccard und seinem Projekt, welches viele Werte mit Swisscom teilt.

Peter Rothwell, CEO und Kommunikator

Der 24. Schweizer Geschäftsberichte-Rating-Anlass wurde auch dieses Jahr an der Zürcher Hochschule der Künste durchgeführt. Die gut 200 Besucherinnen und Besucher konnten dank einer 270-Grad- Projektion in die Welt der Geschäftsberichte eintauchen. Dirk Schütz, Chefredaktor der Bilanz, führte zügig und ohne Schnörkel durch die Veranstaltung, präsentierte die Gewinner, interviewte Kommunikationschefs und die Verantwortlichen der Jurys. Als Gastreferent sprach der CEO von Kuoni, Peter Rothwell, zur integrierten Kommunikation seines Unternehmens. Und das ja mehr als zu Recht. Der Gesamtsieger des Vorjahres konnte auch dieses Jahr in den Kategorien Design Print und Design Online Gold erobern. Der Abend schloss traditionell mit einem Apéro riche, bei dem die erfolgreichen Geschäftsberichte- Macher ihre Netzwerke weiter stärkten. Das Schweizer Geschäftsberichte-Rating wird durch die Sponsoren KPMG, Linkgroup, Papyrus und Swiss Smart Media ermöglicht.

Welche Geschäftsberichte wurden bewertet?

In das Geschäftsberichte-Rating 2011 aufgenommen wurden die Geschäftsberichte aller kotierten Unternehmen, die im SPI vertreten sind. Zusätzlich die 50 umsatzstärksten Unternehmen des Jahres 2010, die 15 Versicherungen, die im Jahr 2009 die höchste Bruttoprämie hatten, und die 25 Banken, die 2009 die höchste Bilanzsumme aufwiesen (Sample von 249 Berichten).

Wie wurde gekürt?

Prof. Alexander Wagner, Projektleiter Florian Eugster und Studierende des Instituts für Banking und Finance an der Universität Zürich bewerteten die Geschäftsberichte Print wie Online nach festgelegten inhaltlichen Kriterien für das Value Reporting. Parallel dazu beschäftigten sich Fachleute unter der Leitung von Peter Vetter, Zürcher Hochschule der Künste, mit allen Aspekten des Designs der gedruckten Geschäftsberichte und erstellten eine Rangliste für Print und Online. Die Addition beider Ratings nach Rangpunkten ergab die Gesamtbesten. Daraus erkoren die Abschlussjurys Print und Online schliesslich die Gesamtsieger des Geschäftsberichte- Ratings 2011. Andreas Jäggi

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Like: # Stormporn

Manuel P. Nappo, Studienleiter CAS Social Media Management HWZ.

Als Ende August der Tropensturm Irene an der Ostküste Amerikas erwartet wurde, war das Interesse von Millionen betroffener Menschen riesig. Die Angst vor einer neuen «Kathrina» war gross. Auf Schritt und Tritt konnte man ihren Verlauf auf praktisch jedem TV-Sender und im Internet rund um die Uhr live mitverfolgen.

Besonders aktiv waren dabei die klassischen Medien. Trotz Syrien- und Libyen-Krise wurde um den Tropensturm ein richtiger Hype aufgebauscht. Kaum ein Sender, der seine Reporter nicht in Gummistiefel steckte und in eine überflutete Strasse stellte. Alle Register wurden gezogen.

Blogger @jeffjarvis nannte es #stormporn – eine neue Form der Aufgeilung der Medien an Naturkatastrophen. Er sagte dazu, dass dieses ständige Wiederholen von immergleichen Floskeln und immergleichen Bildern und diese Panikmacherei ohne Informationsgehalt niemandem diene. Am wenigsten den Bürgern. Selbstverständlich sei ein Sturm eine ernste Sache, aber die Coverage erinnere mehr an «Der Junge, der Wolf schrie» als an seriösen Journalismus. Als Gegenpol dazu konnte man den Austausch in den Social Media beobachten. Auch hier wurde getwittert, was das Zeug hielt. Auch hier wurden die Vorbereitungen, die Ankunft, die Durchreise und die Verwüstungen als Foto oder Video fleissig gepostet und geshared (entstanden sind dabei zum Teil spektakuläre Bilder, http://bit.ly/qtGVB0 ist eins meiner Lieblinge). Aber irgendwie war es hier anders. Ehrlicher. Direkter.

Gigaom.com ging sogar so weit zu behaupten, dass Twitter an Stelle von TV als Werkzeug für Information und Hysterie getreten sei. Wobei dies natürlich einige Fragen aufwirft. Als gut empfinde ich zum Beispiel, dass sich die Betroffenen selbst mit Posts integrieren und austauschen konnten. So konnten sich Leute aus der gleichen Gegend online helfen und beraten. Suboptimal ist, dass Posts oft ohne Kontrolle weitergeshared werden und sich Unwahrheiten sehr schnell verbreiten können (wobei hier festzuhalten ist, dass die Schwarmintelligenz und eine durchdachte Informationspolitik der Behörden in diesem Fall Wunder wirken).

Besonders gefallen hat mir in diesem Zusammenhang der offizielle Twitter Account vom NYCBürgermeister Bloomberg, der laufend wichtige Informationen zu Irene bekannt gab. Zeiten, an welchen der Sturm in New York erwartet wurde und mit wie vielen Meilen pro Stunde er dann unterwegs sein würde, wurden gepostet. Das @NYCMayorsOffice kündigte auch an, welche Brücken gesperrt wurden, dass die Staten Island Ferry nicht mehr fuhr und dass Schulen und Altersheime geschlossen wurden.

Gleichzeitig gab es auch Ratschläge, dass man Nahrungsmittel auf Vorrat kaufen sollte, und erstellte eine Liste von Orten, die Obdach für die Evakuierten boten. Genau das ist die Macht und die Einzigartigkeit der Social Media gegenüber den traditionellen Medien: Die unmittelbare, ehrliche, direkte Berichterstattung, welche Behörden, Bürgern, Augenzeugen, Datenerhebern und -nutzern die Möglichkeit bietet, ohne «Zwischenhändler» direkt zu kommunizieren. Jeff Jarvis’ Frage «So the question the journalists should ask is how they can add value to that» ist in Zeiten der Demokratisierung der Information berechtigter denn je. Nicht nur in Krisensituationen, sondern auch im Alltag.
 

Zieht Euch warm an… und stellt den Champagner kühl!

Der Herbst 2001 erforderte starke Nerven: 9/11, Swissair-Grounding, Attentat in Zug und eine grosse Ungewissheit. Im Herbst 2011 ist die Unsicherheit wiederum gross. Die Strippenzieher von Politik und Wirtschaft haben die Fäden aus der Hand verloren. Gesucht sind Strategien fürs sorgenfreie Überwintern. Wir lassen uns von Traditionen inspirieren für einen medialen Rettungsschirm. Von Josefa Haas, Leiterin Medieninstitut.

In diesen Tagen wird fleissig an den Budgets gefeilt. So sieht es das Geschäftsjahr vor. In einem fein orchestrierten Ping-Pong fliessen Zielvorgaben, Marktanalysen, Konjunktureinschätzungen in Tabellen, welche 2012 den Takt in den Unternehmen angeben sollen. Das Unterfangen wird allerdings immer schwieriger: Eine Krise jagt die andere, Wirtschaftsverantwortliche lassen sich von Hoffnungsträgern bluffen, Politiker tappen im Dunkeln. Das Prinzip Hoffnung flackert zwar immer wieder auf den News-Plattformen auf, beispielsweise in Person eines Scheichs aus Katar, der in Griechenland investieren soll. Doch mehrheitlich berichten die Medien von Rettungsschirmen, die vom nächsten Windstoss weggeweht werden. Und was heisst das für Medienanbieter: Können sie sich im nächsten Jahr auf die Erträge im Nutzerund Werbemarkt verlassen? Weil uns die Sonne des wunderschönen Altweibersommers gerade so schön blendet, bleiben wir optimistisch. Da es in jeder Krise Verlierer und Gewinner gibt, schliessen wir uns selbstbewusst Letzteren an. Nach einem lockeren Brainstorming dürfen wir gleich mehrere Erfolgsstrategien präsentieren:

1. Erntedankfest: Unsere Vorfahren wussten schon, die Früchte darf man nicht einfach ernten, horten und verspeisen. Damit wir weiterhin reichlich ernten können, müssen wir der Natur unseren Dank aussprechen. Das empfiehlt sich auch im Markt: Erweisen wir doch unsere Referenz an all die freundlichen Kundinnen und Kunden, die unsere Produkte schätzen. Und vergessen wir dabei die fleissigen Hände nicht, dank denen der Acker reichlich Früchte trägt.

2. Strickabende: Wenn es kühler und dunkler wird, ist es Zeit, einen neuen Pullover, einen Schal oder Socken zu stricken. Immer das gleiche Muster mit derselben Wolle zu verarbeiten, macht aber weder den Strickerinnen und Strickern noch den Beglückten Spass. Deshalb gilt es, kreativ in das Bewährte kleine Überraschungen einzuflechten. In diesem Sinne freuen wir uns als Leser, Zuschauer und Hörer auf bestrickende Medienereignisse.

3. Holz und Vorräte bunkern: Falls der Winter gar zu eisig wird, Transportwege blockiert und Grenzen geschlossen sind, dann zeigt sich, wer sein Haus gut bestellt hat. Keine Sorgen machen muss sich, wer die Vorratskammer gefüllt und viel Holz im Trockenen hat. So lässt es sich überwintern, ohne abzuspecken. Für die Medien gilt es, Ressourcen von nachhaltigem Wert zu horten: starke Geschichten und Menschen, die sie erzählen können.

4. In Form bleiben: Fit ist nur, wer über genug Ausdauer und Reserven verfügt. Allzu Magere wurden deshalb früher bemitleidet. Man wusste, dass sie in stürmischen Zeiten schnell die Kräfte verlieren würden. Deshalb dürfen die Medien gerne jetzt zum ausgiebigen Futtern animieren. Dies hebt die Laune und fördert dazu den Konsum. Die Medien sollten es vormachen, indem sie nicht am falschen Ort sparen und fleissig für sich werben.

5. Garten räumen: Nach der Ernte braucht die Erde Ruhe, damit sie im Frühjahr wieder einen guten Nährboden bietet. Zurücklehnen, reflektieren und geniessen schaffen Raum für Neues. Die Medien sollten auch das Bedürfnis nach immer neuen Angebotsformen nicht überschätzen. In der kälteren Jahreszeit will man einfach nur von guten Geschichten gepackt, in angeregte Gespräche verwickelt und von starken Bildern beeindruckt werden.

6. Familie und Freunde pflegen: Mit einem starken Beziehungsnetz lassen sich Krisen leichter überstehen. Die Nahestehenden spenden Trost, erteilen mehr oder weniger gute Ratschläge, sorgen für Speis und Trank, notfalls auch für substantielle materielle Unterstützung. Die Medien konnten sich auf ihr traditionelles Beziehungsnetz von Abonnenten und Werbeauftraggebern verlassen. In der digitalen Welt sind diese Freundschaften fragiler. Wenn es ums Zahlen geht, lassen sie gerne andere die Rechnung begleichen, von Konkurrenten im Netz lassen sie sich leicht zur Untreue verführen. Die Medien setzen deshalb am besten auf wahre Freundschaft und erhalten sie in der kälteren Jahreszeit mit kleinen Geschenken.

7. Lesen und Lernen: Werden die Tage kürzer, ist es Zeit, den Horizont mit einem guten Buch, einer anregenden Zeitung oder unterhaltenden Zeitschrift zu erweitern. Lesen ist zwar eine einsame Tätigkeit, sie macht aber viel mehr Spass, wenn die neuen Erfahrungen anderen erzählt und angeregt diskutiert werden können. Die Wenigsten wollen immer nur hören: Spannend, was ich gerade gelesen habe! Deshalb suchen sie ihrerseits nach interessantem Lesestoff. Und so werden aus einzelnen Lesern grosse Lesekreise.

Eigentlich ist doch alles ganz einfach, wenn wir mal kurz den Computer ausschalten und die Berater vor der Tür lassen. Unsere (wahren) Freunde sind aufgerufen, kreativ Ideen beizusteuern. Selber schuld, wer in einer Krise nicht auf der Gewinnerseite steht. Wir holen deshalb bereits den warmen Mantel vom Estrich und stellen den Champagner kühl!
 

Aufgefallen: Die Werbewoche verlost ein Digitalradio

Von Mittwoch, 19., bis Freitag, 21. Oktober, finden in München die 25. Medientage statt. Die Medienmesse mit Kongress steht unter dem Motto «Mobile – Local – Social».

Das Programm mit zahlreichen Top-Referenten findet sich unter www.medientage.de. Garantiert spannend wird zum Beispiel Panel 9.5 über die Zukunft des digitalen Radios sowie Panel 9.6 über «DAB+ für die mobile Gesellschaft». Die Werbewoche verlost dazu ein DAB-Radio. Es genügt ein Mail an [email protected].

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«Wir arbeiten nicht gegen andere, sondern mit den anderen»

Patrick Zanello ist Anzeigenleiter Ringier Romandie. Auf seine Initiative hin vermarktet Ringier seit Kurzem das TV-Werbefenster des französischen Senders TF1. Als Projektleiter war er für die Vorbereitungsarbeiten und den Aufbau eines Verkaufsteams zuständig.

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WW: Herr Zanello, Sie haben bei Ringier die Vermarktungs-Unit für das TV-Werbefenster von TF1 aufgebaut . Wie lief das Geschäft seit dem 5. September an?
Patrick Zanello: Sehr gut. Im September hatten wir um die 60 Spots – in der ersten Oktoberwoche waren es bereits 30 mehr. Es war eine grosse, aber spannende Arbeit, sowohl für uns als auch für TF1. Für den Sender ist es das erste Ausland-Werbefenster.

Wie haben die Kunden reagiert?
Sie haben es begrüsst, denn TF1 ist in der Romandie kein kleiner Sender. Der Marktanteil TF1 ist, wenn man es mit der Deutschschweiz vergleicht, so gross wie jener von Sat.1 und RTL zusammen – also etwa 13 Prozent. Die Mediaagenturen haben geradezu auf einen neuen Player gewartet. Weil TF1 ein qualitativ hochstehendes Umfeld bietet, konnten wir zudem Branchen ansprechen, die bisher in der Westschweiz kaum TV-Werbung machten. So sind wir mit der Automobil-, der Uhren-, der Schmuck- und der Kosmetikbranche im Gespräch. Ein weiterer Grund: Es hat nicht viel freien Platz bei TSR und den von Goldbach Media vermarkteten Sendern, bei uns hingegen ist es noch möglich, den ersten oder sogar einzigen Werbespot im Werbeblock zu buchen. Das gefällt den Kunden.

Wie viel Werberaum haben Sie zur Verfügung?
Im September standen uns Werbeblöcke bei etwa 60 Prozent des Programms am Vorabend und in der Primetime zur Verfügung. Der Werberaum wird im Oktober noch grösser und erhält auch später am Abend noch Potenzial. Es gibt aber Sendungen, in deren Umfeld wir keine Blöcke anbieten – so etwa bei Rugby, weil wir dafür in der Schweiz keine Rechte haben. TF1 hält sich sehr genau an die Senderechte und Werberichtlinien.

Wie füllen Sie die Werbeblöcke, wenn sie nicht voll sind? Indem Sie Freespace gewähren?
Erstens öffnen wir Werbeblöcke nur auf Kundenwunsch. Zweitens unterstützt TF1 Non-Profit-Organisationen und kann diesen Spezialkonditionen anbieten.

> Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche

Neuer Kreativdirektor bei Trio

Ab sofort übernimmt Fabian Echeverria die Kreativdirektion von Agence Trio und wird Mitglied des Direktionskomitees. Vor zwanzig Jahren hat der Südamerikaner den Atlantik überquert und seine Ausbildung an der Ecole des Arts Déco in Genf begonnen.

Mit einer Auszeichnung für die beste kreative Gestaltung in der Tasche, fängt er 1996 als Grafiker bei Hermès Communication an. Bald wird er AD, dann Mitglied der Kreativdirektion und gestaltet nationale Kampagnen für Henniez, La Vaudoise oder Nestlé. Die Welt der Luxusgüter prägt seine weitere Karriere, zuerst auf Auftraggeberseite bei Van Der Bauwede, dann als Freelancer für Procter & Gamble. Daraufhin lernt er lernt deutsch und wirkt als AD bei Studer Partner für Mandate wie Mercedes Benz, Milus oder Provins Valais. 2008 kehrt er als CD von Angebault and CO in die Westschweiz zurück.
 

Jahrbuch der Werbung 2012 verlängert Einsendeschluss

Das Jahrbuch der Werbung hat den Einsendeschluss bis zum 14. Oktober 2011 verlängert. Die Megaphonsieger werden auf der Preisverleihung am 2. Februar 2012 in Berlin bekanntgegeben.

Agenturen können ihre besten Arbeiten in folgenden Werbemittelkategorien einreichen: Print, Out of Home, Film, Funk, Direktmarketing, Promotion und Digitale Medien. Zugelassen sind Kommunikationsideen, die 2011 in Deutschland, Österreich oder der Schweiz eingesetzt worden sind oder noch zum Einsatz kommen. Auch Werbemittel, die bereits nach dem Wettbewerbsende 2011 (15. Oktober 2010) zum Einsatz gekommen sind, jedoch nicht am vergangenen Wettbewerb 2011 teilgenommen haben, dürfen eingereicht werden. Die Anmeldung erfolgt online unter Jdw.de.

Alle prämierten Arbeiten werden ausführlich im Jahrbuch der Werbung 2012, Band 49 porträtiert und die Platzierten der Shortlist mit ihren Einreichungen dargestellt. Das Kompendium der Kommunikationsbranche erscheint im März 2012.

Nach 48 Jahrgängen in klassischem DIN-A4 beginnt für das Jahrbuch der Werbung mit Erscheinen des 49. Bandes in Sachen Format eine neue Epoche: Das Jahrbuch geht drei Zentimeter in die Breite. Dadurch vergrößern sich die ins Buch aufgenommenen Abbildungen der Einreichungen um durchschnittlich 30 Prozent.

Flop der Woche: Presserat gegen Bildveröffentlichung

Nach Meinung des Presserat-Präsidenten sollten Zeitungen keine Bilder veröffentlichen, auf denen die Gesichter von Hooligans klar erkennbar sind.

Ein solches Vorgehen gehöre nicht zu den Aufgaben der Presse. Auslöser war ein diese Woche veröffentlichtes Bild eines mutmasslichen FCZ-Hooligans im Blick. Dieser soll während des Zürcher Derbys Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Ein solches Vorgehen duldet Dominique von Burg nicht. Die Medien seien prinzipiell keine Helfer der Polizei, sagte er dazu auf Anfrage der SDA. Es sei nur dann zu rechtfertigen, dass erkennbare Gesichter abgedruckt werden, wenn eine akute Gefahr bestünde. Eine solche Situation wäre etwa ein Terroranschlag. Während von Burg den Abdruck solcher Bilder in den Medien nicht gutheisst, werden im Netz Bilder von gesuchten Männern publiziert. So hatte der FCZ im vergangenen August während weniger Tage Bilder von zwei gesuchten Männern im Internet publiziert, die im Stadion Knallpetarden geworfen haben sollen. Die Fotos waren auf der Club-Homepage zu sehen – auf ausdrücklichen Wunsch des FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa. Diese Aktion wurde von Datenschützern als problematisch bezeichnet.

Draftfcb/Lowe Group spendet ein Lachen für den Global Day of Giving

Die weltweit tätige Agenturgruppe Draftfcb organisiert jedes Jahr den Global Day of Giving. Am 7. Oktober 2011 werden mit dieser Aktion weltweit Organisationen für Kinder unterstützt.

Dabei entwickelt jedes Land mit der lokalen Agentur eine eigene kreative Umsetzung des Fundraisings für eine Organisation nach Wahl. In der Schweiz spendet das Team der Draftfcb/Lowe Group ein Lachen für Kinder. Auf einer speziell für den Global Day of Giving kreierten Facebook-Seite kann ganz einfach per SMS gespendet werden.

Der Erlös geht in vollem Umfang an die Stiftung Theodora, die sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern in Spitälern den Aufenthalt zu erleichtern, so die Agentur in einer Mitteilung. Die Stiftung bilde dazu eigens Clowns aus, die ihre Auftritte ganz auf die kleinen Patienten abstimmen.
 

News Aktuell mit firmeninterner Schulung: «Pitchen – mit Überzeugungskraft Aufträge gewinnen»

News Aktuell hat das firmeninterne Schulungsangebot um das Thema «Pitchen – mit Überzeugungskraft Aufträge gewinnen» erweitert. Das neue Inhouse-Seminar richtet sich an PR- und Werbeagenturen sowie an andere Beratungsunternehmen aus der Kommunikationsbranche.

Im Zentrum der Schulung stehen eine Videoanalyse mit anschliessendem Feedback des Referenten. Ausserdem lernen die Teilnehmenden, wie sie eine klare Botschaft aufbauen, die sich als Leitfaden durch die gesamte Präsentation zieht. Wie man Einwände erfolgreich behandelt und die Kunst der Rhetorik gezielt einsetzt, sind weitere Themenschwerpunkte des Seminars. Die Dozentinnen und Dozenten sind Experten aus der Wirtschaft und der Medienbranche. Sie bringen einen engen Bezug zur Arbeitswelt der Teilnehmenden mit und vermitteln das notwendige Handwerkszeug in einer ausgewogenen Mischung aus Theorie und Praxis.

Mit zunehmender Konkurrenz werde es für die Agenturen immer schwieriger, die eigenen Ideen und Dienstleistungen zu verkaufen, meint Kai Gerwig, Geschäftsführer der SDA-Tochter News Aktuell. Mit dem Inhouse-Seminar wolle man den Agenturen eine Möglichkeit bieten, ihrem Auftritt vor dem Kunden eine höhere Überzeugungskraft und Wirkung zu geben, so Gerwig.
 

Zur Sache: Knapp daneben

Das Zürcher Derby vom vergangenen Wochenende gab und gibt viel zu reden. Nach den gewalttätigen Ausschreitungen und dem Abbruch des Spiels geben die Präsidenten von GC und FCZ eine gemeinsame Medienkonferenz.

Beide sind erschüttert und der Ton ist dementsprechend. Hart, aber ehrlich. GC-Präsident Leutwiler: «Das sind asoziale Elemente, jenseits von Gut und Böse.» Leutwiler weiter: «Man sollte sie am ‹Grind› reissen! Bilder ins Internet stellen! Sofort aburteilen!» Auch FCZ-Präsident Canepa spricht Klartext: «Wir müssen uns dauernd von einer Minderheit auf der Nase herumtanzen lassen. Wenn wir zur Identifizierung von Chaoten ihre Bilder ins Internet stellen, erhalte ich sofort einen Brief eines Datenschutzbeauftragten aus Bern. Das widert mich an! Das ist Wahnsinn! Müssen wir uns von solchen Idioten noch lange terrorisieren lassen?»

Auch die Schlagzeilen in den Schweizer Medien sprechen Bände. Hier ein kleiner Auszug, der – mit Ausnahmen – nicht immer sehr fantasievollen Überschriften: «Die Schande von Zürich, Das schwarze Zürcher Fussball-Derby, Schwarzer Sonntag im Letzigrund, Wüste Szenen im Letzigrund, Hooligans beenden Zürcher Derby, Abbruch und Tiefpunkt im Zürcher Derby, Derby der Schande, Ein tiefschwarzes Derby, Flammendes Inferno statt feuriges Derby, Schwarzer Tag für den Fussball, Jenseits von Gut und Böse, Ein Derby, das Tränen fliessen lässt, Brandherd Super League, Wieder ein schwarzer Tag für den Schweizer Fussball, Letzi-Schande: Derby wegen Hools gestoppt». Politiker melden sich zu Wort – schliesslich ist ja Wahlkampf. Die meisten plädieren für ein härteres Vorgehen. In Diskussionsrunden wird der schwarze Peter hin und her geschoben und in den Leserbriefen und Internetkommentaren geht es hoch zu. Alle sind sich einig, dass es so nicht weitergehen kann und dass man die Täter so schnell wie möglich zu Rechenschaft ziehen muss.

Am Dienstag veröffentlicht der Blick ein Bild eines mutmasslichen Hooligans. Dieser soll Petarden in den GC-Fansektor geworfen haben. Der Hooligan ist klar erkennbar. Und schon erfolgt eine Reaktion. Diesmal ist es nicht der eidgenössische Datenschützer, wie Canepa es befürchtete. Diesmal ist es der Vorsitzende des Presserates, der die Publikation des Bildes geisselt. «Die Medien sind prinzipiell keine Helfer der Polizei», so Dominique von Burg auf Anfrage der sda. Der Abdruck von erkennbaren Gesichtern sei nur dann zu rechtfertigen, wenn eine akute Gefahr bestünde, etwa im Fall eines Terroranschlages. «Dies war hier eindeutig nicht der Fall.» Stimmt! Die akute Gefahr besteht erst im nächsten Spiel.

Die Intervention des Presserates setzt ein falsches Signal.

Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
 

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