Montreux Jazz Festival wirbt mit nacktem Mann

Das Montreux Jazz Festival hat am Donnerstag das Plakatsujet der 46. Ausgabe des Musikfestivals enthüllt: Einen nackten Mann - fotografiert vom US-Starfotografen Greg Gorman.

Das diesjährige Montreux Jazz Festival findet vom 29. Juni bis zum 14. Juli statt. Das Musikprogramm ist noch nicht bekannt, dafür sorgen die Organisatoren bereits mit dem Plakat für Gesprächsstoff.

Zum zweiten Mal in der Geschichte des Montreux Jazz Festivals seit 1967 erhielt ein Fotograf eine «Carte Blanche» für die Gestaltung des Plakats. Der Amerikaner Greg Gorman inszenierte in schwarzweiss einen skulptural anmutenden männlichen Akt vor einer Sanddüne, wie die Festivalleitung mitteilte.

Greg Gorman, geboren 1946 in Kansas City, veröffentlichte neun Bücher und realisierte hunderte von Film- und Werbekampagnen in den Sparten Kino, Musik und Sport. Er fotografierte unzählige Musiker, darunter Michael Jackson, Frank Zappa, David Bowie, Nina Hagen oder Crosby, Stills and Nash. (SDA)

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«Die Festanstellung ist (nicht) antiquiert» – Ein Disput

Trendforscher wie Matthias Horx oder David Bosshart sehen für ein Arbeitsmodell der Zukunft mehr Flexibilität und weniger feste Anstellungen. Pascal Geissbühler von Branders nimmt ihre Ideen unter die Lupe.

WW: Was wollen Sie den Theorien von David Bosshart entgegenhalten?
Pascal Geissbühler: Die Kernthese, dass die Festanstellung antiquiert ist, fand ich einen sehr spannenden Aufhänger, um ein bisschen genauer zu schauen, ob das auch in unserer Branche zutrifft. Ich beziehe mich dabei weniger auf die Werbebranche als auf meine Arbeitswelt im Branding und Corporate Design. Die aktuelle Trendforschung mit David Bosshart prognostiziert für die Zukunft der Arbeit einen tiefgreifenden Wandel: Der Wandel von der Industrie- zur Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft lasse die Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitswelt verwischen, Mobilität und Flexibilität ersetzen die Vorstellung vom physischen Arbeitsplatz. Die Lebensanstellung verschwindet bei Bosshart ebenso wie die feste Anstellung überhaupt. Eine eingängige These, die aktuelle Realität erlebe ich aber anders.

Wie konkret anders?
Ein Blick in die zehn grössten Branding- und Design- Agenturen mit jeweils zwischen 20 und 40 Mitarbeitenden in der Schweiz zeigt: Viele Unternehmen zählen nach wie vor mehrheitlich auf Festanstellungen. Dabei sind diese Branding- und Design- Agenturen alles Unternehmen an der Schnittstelle von Wirtschaft und Kreativität. Sie sind Wissensunternehmen und machen Strategien visuell und kommunikativ erlebbar. Wir sind also genau die Vertreter dieser Wissensgesellschaft, die Bosshart und auch andere Trendforscher ansprechen. Trotzdem ist die Festanstellung bei uns mitnichten antiquiert. Auch Teilzeit ist bei uns nur teilweise verbreitet.

Wo orten Sie die Gründe?
Der Tenor lautet in den meisten Fällen: Unter 60 bis 80 Prozent ist das Entwickeln und Führen von anspruchsvollen Kundenprojekten nur bedingt zu gewährleisten. Steigende Kundenanforderungen fordern mehr Präsenz und erlauben es den Unternehmen nur in einem beschränkten Umfang, Teilzeitstellen zur Verfügung zu stellen. Die Praxis mag beim einen oder anderen Unternehmen variieren. Vom Modell der Festanstellung scheint die Mehrheit der Anbieter aber nach wie vor überzeugt. Es braucht auch einen guten Stock an Festangestellten, um überhaupt die Qualität in der geforderten Zeit liefern zu können – bei steigendem Wettbewerb.

Die gegenteiligen Thesen stammen von Trendforschern. Bewegen sich Design-Agenturen somit gegen den Trend?
Nein. Es geht auch nicht darum, die These total zu widerlegen, sondern die Trendthese auch einmal an der Realität zu spiegeln. Die beschriebenen Entwicklungen sind in der Grundtendenz nicht falsch. Aber man sollte nicht vergessen, dass neben den Schlagworten wie Mobilität und Flexibilität wir am Ende des Tages auch festen Boden unter den Füssen brauchen. So ist das Modell der Festanstellung für die Mehrheit unserer Branche immer noch die Realität und ein dominierendes Element. Klar gibt es viele Unternehmen, die mit freien Mitarbeitenden arbeiten. Gerade um auf die Volatilität der Branche zu antworten. Da hilft man sich mit Freelancern aus. Aber langfristig ist das nur bedingt interessant für ein Unternehmen.

Ist es nicht auch eine wirtschaftliche Überlegung, dass es günstiger ist, einen festen Lohn zu bezahlen als teure Freelancer einfliegen zu müssen?
Viel wichtiger ist: Es ist für ein Unternehmen unglaublich aufwendig, Wissen aufzubauen. Da wird viel Zeit und Aufwand investiert. Bis neue Mitarbeitende gut «on board» sind, ist mit rund einem Jahr zu rechnen. Darum ist man interessiert, dass dieses Wissen und damit die Mitarbeitenden behalten werden können. Das ist ein Hauptgrund, wieso die Festanstellung nach wie vor interessant ist.

Was spricht weiter für eine Festanstellung?
Standards und Qualität. Man spricht dieselbe Sprache. Die Qualität verdankt sich auch einer gewissen Kontinuität in der Zusammenstellung von Teams. Dies lässt sich nicht immer wieder aufs Neue und über nur kurze Zeit etablieren. Dazu leben Unternehmen nicht nur von ihren Services, sondern auch mit und dank gelebter Werte, die von den Mitarbeitenden geteilt werden. Eine Festanstellung erleichtert es, Identifikation mit dem Unternehmen zu schaffen. Nur mit Freischaffenden kann keine Unternehmenskultur entstehen. Auf der Ebene der Projekte helfen Festanstellungen schliesslich, die operative Leitung einfacher zu gewährleisten. Die Leute sind vor Ort und präsent. Man hat einen schnelleren Infofluss. Zudem präferiert der Kunde Leute als Gegenüber, die bei seinem Partner fest zum Team gehören.

Ist es bei Werbeagenturen anders?
Dort hat sich das Zusammenarbeiten mit Freelancern schon lange etabliert. Auch bei Werbeagenturen hat das Modell Festanstellung aber noch lange nicht ausgedient.

Google hat feste Leute – aber in einem völlig freien Umfeld. Ist das ein Modell der Zukunft?
Das ist ein spannendes Modell: Freiheit wird dort als Teil der Arbeitsgestaltung zelebriert. Es ist aber auch ein anderes Business. Es geht um viel Forschung, Entwicklung und neue Technologien. Wogegen wir als People-Business viel im unmittelbaren Kundenkontakt stehen.

Wo können Freelancer sinnvoll sein?
Sie sind sinnvoll, wenn es darum geht, spezifische Aufgaben zu lösen und man das Know-how nicht im Haus hat. Bei Aufgaben, die nicht alltäglich sind und wo es Spezialwissen braucht. Oder bei einem kurzfristigen Peak an Aufträgen.

Interview: Andreas Panzeri

Ist die Festanstellung ein Auslaufmodell? Kommt bald der «Patchworkarbeitgeber»?
In verschiedenen Referaten hat David Bosshart, seit 1999 CEO des Gottlieb-Duttweiler-Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft in Rüschlikon, schon interessante Thesen rund um unsere Arbeitswelt präsentiert. «Internationale Einflüsse verändern unsere Arbeitswelt, Flexibilität und Mobilität, aber auch ein Ineinanderfliessen von Beruf und Freizeit prägen die Zukunft der Arbeit», meint Bosshart zum Beispiel. «Wir haben uns von einer Industrienation zu einer Laptop-Gesellschaft gewandelt. Mehr Menschen denn je verrichten heute ihre Arbeit mobil und sind nicht mehr von einem physischen Arbeitsplatz abhängig», prophezeite Bosshart auch an einer Jubiläumsveranstaltung des Angestelltenverbandes KV Schweiz. In einer solchen Laptop-Gesellschaft werden die Grenzen zwischen Wohn- und Arbeitsort, zwischen Freizeitaktivitäten und der physischen Präsenz am Arbeitsplatz zunehmend verschwimmen. Bereits heute flexible Arbeitszeitmodelle werden noch variabler. Laut Bosshart wird der Anteil Menschen, die ein Leben lang denselben Job ausüben oder sehr lang am gleichen Arbeitsplatz tätig sind, abnehmen. «Wir werden künftig mehrere Jobs haben, und zwar nicht hintereinander, sondern parallel. Es gibt nichts Antiquierteres als zu sagen, man habe eine feste Anstellung», war auch in einem Artikel in der Zeitung «Der Arbeitsmarkt» zu lesen.

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Pascal Geissbühler, Strategy Director beim Beratungsunternehmen Branders in Zürich, ist viel mit Personalfragen konfrontiert und macht sich deshalb Gedanken in die verschiedensten Richtungen über mögliche Arbeitsmodelle.
 

Profeta: Zwei Mailings für Novasol kreiert

Im Rahmen eines CRM-Konzepts für Novasol Schweiz hat Profeta Kommunikation zwei spezifische Mailings realisiert.

Kunden, die in den lezten fünf Jahren eine Buchung realisiert haben, sind mit einem Direct Self Mailer kontaktiert worden. Um die Response-Aktivitäten zu intensivieren, wurde zusätzlich ein Wettbewerb integriert. Das Hauptziel bestand darin, die kontaktierten Kunden – ganz gleich ob online, per Telefon oder via Reisebüro – zu einer Buchung zu bewegen. Das Mailing wurde zusätzlich in verschiedenen Zeitintervallen versandt. Die erste Welle vor Weihnachten und danach zwei Wellen im Januar.

Im Rahmen einer Co-Marketing Aktion mit Kinder Max wurde eine spezifische Direct Response Card entwickelt die an ungefähr 20‘000 Adressen versandt. Ziel dieser Aktion war, Familien mit Kindern zu einer Reaktion zu stimulieren. Einerseits konnten diese das Abonnement von Kinder Max zu einem reduzierten Preis bestellen und andererseits Ferienhauskataloge von Novasol anfordern. Diese Aktion wurde übrigens durch Inserate in der Kinder Max Broschüre sowie durch Online-Buttons und einem e-Newsletter flankiert.

Verantwortliche Personen: Eugen Profeta (Konzept und Beratung), Corina Eberhard (Fotos), Jeannette Schade (Texte), Othmar Gübeli (Layout/Gestaltung/Litho), (Studiotextart, Conrad Müller (Studiotextart, Lektorat/Korrektorat), Mike Kypreos (Gesamtverantwortung bei Novasol).

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Aufgefallen: Grün ist eine Farbe der Hoffnung

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Das sagt man sich regelmässig bei der Berner Agentur Formel 3.

Nach weissen Pantoffeln, einem Pingpong-Schläger und einer ziemlich schrägen Mütze haben uns jetzt in der Redaktion drei grüne Krawatten überrascht. Sollen wir damit etwas andere Farben in das allgemein modische Schwarz der Werbebranche bringen? Auf Nachfrage bei der Agentur klärt man uns auf: Mit der Beilage eines 3-D-Artikels hat ein Mailing einfach mal grundsätzlich mehr Chancen, vor dem Entsorgen gelesen zu werden. Zudem findet man bei Formel 3, dass man mit einem solchen Halsbinder auch eine bessere Gattung bei den Kunden macht. Selbst wenn der angelieferte Schlips nur mit einem Gummizug getragen werden kann. «Bei uns kann niemand den richtigen Knopf», will sich Formel 3 rechtfertigen.

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Twittern war gestern, Pinnen ist heute

Vor allem wegen der ansprechenden Ästhetik ist die Social-Media-Innovation Pinterest in den USA der grosse Hit – hierzulande versuchen Klone das Phänomen zu wiederholen.

Die Site macht süchtig: Mühelos lässt sich in einem nimmer endenden Bilderstrom surfen, der von Benutzern des Dienstes laufend zusammengestellt wird. Wer einmal angefangen hat, kommt für ganze 15 Minuten und 40 Sekunden nicht mehr davon los, will man den Daten des Doubleclick Ad-Planner von Google für eine durchschnittliche Sessionlänge glauben. Nicht nur die aussergewöhnlich hohe Benutzungsdauer ist bemerkenswert, sondern auch, dass Frauen den Grossteil der User ausmachen.

Sobald eine Browser-Erweiterung installiert ist, genügt es, ein visuelles Element einer Website auszuwählen, um es auf einer virtuellen Pinnwand bei Pinterest zu verewigen. Es können Kurzkommentare und Schlagworte (Tags) hinzugefügt werden und vor allem ist das Bild einer Kategorie zuzuweisen (bemerkenswert: Das Publikum kuratiert Inhalte). Und vieles funktioniert gleich oder ähnlich wie bei anderen sozialen Netzen: Wer an der Sammlung einer Benutzerin zu einem Thema Gefallen findet, kann diese abonnieren, kann die einzelnen Inhalte kommentieren und vor allem selber auf einer eigenen Pinnwand weiterverbreiten. Per iPhone-App können mit der Kamera auch Bilder von unterwegs (etwa mit Inspirationen vom Einkaufsbummel) gepinnt werden. Und um so die Reichweite der eigenen Pinn-Aktivitäten zu steigern, können neue Pinns über Facebook oder Twitter weiterverbreitet werden. Weil’s so einfach und spielerisch geht, sehen viele Pinnen als das neue Twittern.

Längst hat die Site zahlreiche Anwendungen gefunden: Künstler (wie kreative Werber) organisieren so inspirierende Bilder, Profi- wie Hobby-Köche führen so eine Rezeptsammlung, Einkaufslisten können so visuell geführt werden ebenso wie etwa Ideen zur Dekoration verschiedener Räume einer Wohnung. So ist es bei Brautpaaren in den USA bereits üblich, die Hochzeitsplanung anstatt mit dicken Ringbüchern per Pinterest elegant im Netz abzuwickeln und so mit Freunden und Familie zu teilen. Einzelne Pinnwände können von mehreren Benutzern gemeinsam betreut werden, womit der Dienst für die Zusammenarbeit in Projekten genutzt werden kann. Im 21. Jahrhundert dominiert die visuelle Kommunikation, zumal wenn damit mühelos umzugehen ist: Pinterest ist ein einfacher und vergnüglicher Zeitvertreib für Menschen, die sich gern von Ausflügen in Bilderwelten inspirieren lassen. Damit ist es eine wohltuende Alternative zur wortreichen Informationsflut, der wir uns im Netz allenthalben (Newssites, Twitter, Facebook etc., etc.) aussetzen. Das erleichtert vor allem das Mitmachen, denn Pinnen genügt – ergänzende Kommentare sind zwar nützlich, aber optional. Pinterest beruht auf visuellen Eindrücken und spricht, populär-psychologisch betrachtet, Menschen mit einer dominanten rechten Gehirnhälfte an, die für emotionale, kreative, bildliche, musische Aspekte zuständig ist. Und das erklärt auch, weshalb nicht jedermann Pinterest toll findet: Wo die Welt vor allem mit der linken Gehirnhälfte (logisch, analytisch, sprachlich) begriffen und gehandhabt wird, erzeugt das weitgehende Fehlen abstrakter Informationen nur ein ratloses und ablehnendes Kopfschütteln.

Bereits wird Geld verdient
Gestartet ist Pinterest schon im Dezember 2009 und war anfänglich als Empfehlungssite fürs Shopping (sog. Social Shopping) gedacht. Obwohl die Site im¬mer noch nicht frei öffentlich, sondern nur per Einladung (sog. private beta) zugänglich ist, verzeichnet sie in den USA seit dem Sommer des letzten Jahres steile Zuwachsraten. Genaue Zahlen gibt es nicht, doch im Dezember berichtete das Online-Marktforschungsunternehmen Hitwise, Pinterest erreiche wöchentlich 11 Millionen Visits und reihte damit den Start-up unter den zehn grössten Social-Media-Netzwerken ein. Für Aufmerksamkeit sorgte kürzlich ein Report von Shareaholic (ein führender Anbieter eines Tools für Online-Sharing), wonach über Pinterest im Januar mehr Web-Traffic vermittelt worden sei als von Google Plus, Youtube und LinkedIn zusammen.

Während die drei Pinterest-Gründer mit ihrem Unternehmen Cold Brew Labs, einem Start-up im Silicon Valley bei Palo Alto in Kalifornien, bei Wagnis-kapitalgebern zuerst 10 Millionen Dollar und im Oktober weitere 27 Millionen gewinnen konnten, setzte bei Branchenbeobachtern das Rätseln darüber ein, wie die Site je Geld abwerfen soll. Herumgeboten wurden die üblichen Rezepte: Möglichst lange gratis und ohne störende Werbung bleiben, um so eine möglichst grosse Reichweite zu erzielen, die dann vermarktet werden kann. Oder: Einnahmen mit Werbung und Sponsoring und als Gegenleistung Einträge besonders hervorheben. Oder: Verkauf von Apps und Premium-Features. Oder: Verkauf aufbereiteter Nutzungsdaten zum Targeting. Eine besonders pfiffige Variante kam nun kürzlich ans Licht: Pinterest verdient bereits heute Geld, indem die Pins der User verändert werden. Hat ein Pinnwand-Eintrag einen Link auf ein Produkt, was sehr häufig der Fall ist, wird dieser Link ausgetauscht gegen eigene Links mit einem Affiliate-Tracking- Code. Somit wird der Start-up mit Provisionen an allen Verkäufen beteiligt, die so zustande kommen. Die Idee ist nicht auf dem eigenen Mist gewachsen und auch nicht neu, sondern ist ein Angebot der Firma Skimlink, die sich auf diese Form der Website-Kommerzialisierung spezialisiert hat. So wird es denn spannend zu beobachten sein, ob Pinterest allein mit solchen Social-Commerce-Aktivitäten auf einen grünen Zweig kommen wird. Auch bleibt abzuwarten, wie das Unternehmen mit Vorwürfen zu Urheberrechtsverletzungen zu Rande kommen wird.

Denn andere sind überzeugt, dass mit diesem Konzept Geld zu verdienen ist. Bereits mehrfach ist das Pinterest-Konzept kopiert worden, mitunter mit einer frappant identischen Aufmachung. Weil das Original vor allem ein weibliches Publikum anzieht, gibt es etwa Gentlemint, wo es vor allem um «männliche Dinge» gehen soll. In Deutschland ist Pinspire an den Start gegangen und viele deutsche Inhalte gibt es auch auf Openpin. Diese Klone machen es sich zu Nutze, dass die Techniken hinter Pinterest allgemein verfügbar sind. Denn ein Teil des Erfolges von Pinterest lieg darin, dass zwei unabhängig entstandene Methoden hier kombiniert angewendet werden: Zum einen die Technik des endlosen Scrollens, da neue Inhalte laufend vom Server nachgeladen werden, ohne dass der Benutzer immer wieder einen Link anklicken muss, um auf eine neue Seite zu gelangen. Zum anderen Lösungen, für ein sog. Mauerwerk-Layout (Masonry-Layout), da unterschiedlich grosse Bildelemente so zusammengestellt werden, dass immer eine lückenlose Darstellung entsteht. Bereits gibt es Stimmen, die diese Spielart des Webdesigns für zukunftsweisend halten.

Auch wenn noch unklar ist, ob das Pinterest-Phä¬nomen als vorübergehender Hype oder beständiger Trend einzustufen ist, stellt sich für Unternehmen die Frage, welche Vorteile hier erzielt werden können und wie dabei am besten vorzugehen ist. Darüber gibt es in den amerikanischen Branchen-Blogs bereits zahlreiche Erkenntnisse und Überlegungen.

Schwierige Schweiz
Nun ist es fraglich, ob Pinterest in der Schweiz, so wie Facebook, den grossen Durchbruch schaffen und ein Massenphänomen werden wird. Ähnlich wie Twitter, mit dem es ja eher verglichen werden kann, ist eher eine zögerliche Ausbreitung zu erwarten, vor allem wegen der US-amerikanischen Herkunft und Ausrichtung. Für weltgewandte Avantgardisten mag dies den Reiz ausmachen, behindert aber einem Massenpublikum den Zugang. Zumal auch der Name der Site quer in der hiesigen Sprachlandschaft liegt, ist zu erwarten, dass helvetische Inhalte nur zögerlich auf Pinterest auftauchen und sich verbreiten werden. So wäre es ein leichtes, einen Klon für die Schweiz zu lancieren. Das ist, wie beschrieben, technisch keine grosse Herausforderung und könnte sogar funktionieren – bis auf die Kommerzialisierung: Da braucht es für unseren kleinen und fragmentierten Marktraum schon ganz aussergewöhnliche Ideen.

Christoph J. Walther

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Top der Woche: Schweizer Grossunternehmen im Social Web

91 Prozent der grössten Schweizer Unternehmen engagieren sich mittlerweile im Social Web. Dies zeigt eine Folgestudie basierend auf der Masterarbeit von Barbara Kunert an der HWZ (Hochschule für Wirtschaft Zürich).

Das Social-Media-Engagement der Schweizer Unternehmen ist gegenüber 2011 um signifikante 29 Prozent gestiegen. Facebook wird am häufigsten gepflegt und hat sich als Spitzenreiter mit 68 Prozent behauptet. Youtube folgt knapp dahinter mit 66 Prozent. Mit einer Zunahme um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr zeigt die Videoplattform die höchste Wachstumsrate aller Social-Media- Kanäle. Twitter hat seine Aktivität auf 53 Prozent verdoppelt. Eine starke Veränderung lässt sich bei den Personalressourcen beobachten. In 68 Prozent der Schweizer Grossunternehmen kümmern sich entsprechende Mitarbeitende um die Social-Media-Aktivitäten (plus 29 Prozent). Insgesamt zeigen 57 Prozent der Geschäftsleitungsmitglieder Social-Media-Engagement. Erstaunlicherweise geben doch 36 Prozent der grössten Schweizer Unternehmen an, dass ihre Geschäftsleitungsmitglieder kein Interesse an einer aktiven Rolle haben.

Media Focus: Werbedruck nur minim unter Vorjahr

Der Werbedruck ist im Januar 2012 mit einem Volumen von 326.4 Millionen Franken leicht tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Die werbestärkste Branche «Fahrzeuge» wies jedoch gegenüber Vorjahr ein Plus von 10.8 Prozent aus.

Mit einer Erhöhung des Werbedrucks von knapp 11 Prozent gegenüber Vorjahr (+4.1 Millionen Franken) legte die Branche Fahrzeuge im Januar 2012 sozusagen einen Kaltstart hin, so Media Focus in einer Mitteilung. Wie in der Liste der Top 10 Produkte zu sehen ist, schafften es mit dem «smart PKW (neu) Leasing» und dem Opel Corsa gleich zwei Automarken unter die meistbeworbenen Produkte des Monats. Beide Marken lockten mit besonderen Angeboten.

Betrachtet man das Werbevolumen im Januar 2012, so könnte man sagen, dass die Branche «Pharma + Gesundheit» in Bezug auf das Werbeverhalten leicht kränkelte oder vielleicht noch im Winterschlaf war. Gegenüber Vorjahr wurde der Bruttowerbedruck zu Jahresbeginn um 23.7 Prozent auf 12.1 Millionen Franken reduziert (-3.8 Millionen Franken). Der Bereich «OTC Pharma Produkte» reduzierte den Werbedruck im Januar 2012 gegenüber Vorjahr um 3.6 Millionen Franken (-29.2 Prozent) und wies ein Volumen von rund 8.8 Millionen Franken aus. «Husten- und Schnupfenmittel» sowie «Kombi- und Multivitaminpräparate» wurden diesen Januar deutlich weniger intensiv beworben. Der Bereich «Erkältungs- und Grippemittel» hingegen manifestierte sich mit einem Werbevolumen von 1.8 Millionen Franken (+7.4 Prozent) als wichtigstes Segment innerhalb der Produktgruppe «OTC Pharma Produkte».

> Zum Werbemarkt Trend Report 2012/1 (PDF)

Dreipol: App für Appenzeller Käse realisiert

Mit der Talerschwingen-App hält eine aus dem 19. Jahrhundert stammende Tradition aus der sennischen Kultur rund um den Säntis Einzug in den App-Store.

In Auftrag gegeben hat die App Appenzeller Käse, für das Konzept, das Design und die Entwicklung zeichnet die Zürcher Agentur Dreipol verantwortlich. Die App kann ab sofort hier heruntergeladen werden.

Verantwortlich bei Appenzeller Käse: Monika Storchenegger (Leiterin Marketing & Kommunikation), Chris Gatsas (Projektleiter Online Marketing). Verantwortlich bei Dreipol: Nino Cometti (Projektleitung), Philipp Läubli, Nino Cometti, Mario von Rickenbach, Michael Burgdorfer (Idee & Konzept), Alain Groeneweg, Nino Cometti (Design), Gregor Falk, Simon Müller, Philipp Läubli (Game Development).
 

Waldemar Hartmann wird SF-Experte bei der Fussball-EM

Waldemar Hartmann hat bei der ARD schon fünf Fussball-WMs, neun Olympiaden und andere sportliche Grossanlässe kommentiert – jetzt holt ihn SF für die Fussball-EM 2012 ins Boot.

Das berichten die Fernsehzeitschriften Tele und TV-Star in ihren aktuellen Ausgaben. Hartmanns Experten-Auftritte anlässlich der Duelle FC Zürich – FC Bayern München in der Champions-League-Quali im August 2011 haben die Verantwortlichen im Leutschenbach so sehr beeindruckt, dass sie ihn gleich für ein weiteres Engagement anfragten. Bei der Fussball-EM in Polen/Ukraine wird er einige Matches für SF analysieren. Der 63-jährige Waldemar Hartmann ist gebürtiger Nürnberger und lebt seit 2000 in Chur.

(Bild: Keystone)
 

By Heart: Kampagne für Paul Kehl kreiert

By Heart konzipiert jeweils den saisonalen Auftritt von Paul Kehl. Unter dem Titel «Swiss Sports Club» wird Saison für Saison die aktuelle Kollektion in einer männlichen Sportswelt präsentiert, dieses Frühjahr in einer Biker-Welt mit leichtem Vintage-Appeal.

Dabei wurden Bilder für ein neues Brand-Booklet produziert, aber auch ein mehrminütiges Video, welches seinen Einsatz am POS und auf verschiedenen Online-Plattformen finden wird. Die Marke Paul Kehl wird damit auch in der kommenden Saison nochmal einen Gang zulegen.

Verantwortlich bei PKZ Burger-Kehl & Co: Ph. Olivier Burger (Inhaber), Simone Schäfer (Kommunikationsleitung), Nadine Pless (Kommunikationsplanerin). Verantwortlich bei By Heart: Hans Siegwart (CD), Markus Bircher (Strategie/Text), Nonda Coutsikos (AD), Natascha Breu (Realisation), Misha Gambetta (Account Direction). Foto: Romeo Mori. Litho: RTK, Kloten. Video: Simon Jaquemet. Media: Thomas Rüttimann, Zip Media.

 

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Teleboy lanciert Replay-Funktion

Ab sofort können Nutzer des Online-TV-Portals Teleboy auf einen Replay-Speicher zugreifen, in dem ab dem Zeitpunkt der Aktivierung automatisch alle Sendungen der wichtigsten 30 Sender aufgezeichnet und 30 Tage lang gespeichert werden.

Somit stehen dem Nutzer bei vollem Speicher 21‘600 Stunden TV-Programm zur Verfügung – darunter mehr als 1‘200 Spielfilme und mehr als 5‘000 Episoden verschiedenster Serien. Dabei stehen dem Nutzer nebst der Suchfunktion verschiedene intelligente Sortiermechanismen zur Verfügung: Inhalte können nach Genre, nach Sender oder nach redaktionellen Tipps geordnet werden. Zusätzlich stehen weitere Filter zur Verfügung, etwa wenn man Sendungen in einer bestimmten Sprache oder von einem bestimmten Ausstrahlungsdatum sucht. So lassen sich leicht die aktuellsten englischsprachigen Actionfilme, die schönsten Natur-Dokumentarfilme oder die beliebtesten TV-Serien des letzten Monats finden. Interessante Inhalte können in der persönlichen Watchlist gespeichert werden und sind so zu einem späteren Zeitpunkt schnell abrufbar.

Zusätzlich zur Replay-Funktion bietet das für monatlich 7.50 Franken erhältliche Teleboy Plus-Abo die Möglichkeit, 74 Sender in höchster Qualität ohne Werbung beim Kanalwechsel zu empfangen. Alle Sendungen lassen sich für unbegrenzte Zeit im Online-Speicher mit 20 Stunden Kapazität aufzeichnen und stehen anschliessend für den Offline-Gebrauch als Download zur Verfügung.

Die Replay-Funktion ist vorerst auf Teleboy.ch (abrufbar via PC/Mac) verfügbar. Eine Integration in die bestehenden Apps für iPad, iPhone und Android-Smartphone wird in Kürze umgesetzt.

 

Google+: US-Nutzer bleiben nur zwei Minuten

Google+ kommt nicht wirklich in Fahrt. Die Menge der User hat zwar in kurzer Zeit beeindruckende Werte erreicht, die Aktivität lässt aber nach wie vor zu wünschen übrig.

Laut einer Erhebung von Statista lag Google+ im Dezember 2011 in den USA mit einer durchschnittlichen Verweildauer von zwei Minuten mit Abstand an letzter Stelle unter den beliebtesten sozialen Netzwerken. Obwohl dieser Wert auch für Facebook 2011 gesunken ist, bleibt der Rückstand enorm. Hauptprofiteur ist Pinterest, der neue Star am Social-Media-Himmel.

«Google+ hat sich einfach noch nicht durchgesetzt. Der Mehrwert gegenüber der Konkurrenz ist momentan weder für Unternehmen noch für Privatpersonen klar ersichtlich. Facebook hat die Alleinstellungsmerkmale von Google+ auch schnell kopiert. Um die Werbewirtschaft zu überzeugen, reicht quantitatives Wachstum nicht aus. Qualität in Form von aktiven Nutzern ist wichtig», sagt Ed Wohlfahrt von edRelations gegenüber Pressetext.

Die durchschnittliche Verweildauer der Nutzer auf Facebook ist im vergangenen Jahr von über 25 auf unter 20 Minuten gefallen. Pinterest konnte seine Fans im Dezember 2011 im Schnitt etwas weniger als 15 Minuten auf der Seite halten. Das bedeutet eine enorme Steigerung. Zu Jahresbeginn verblieb der durchschnittliche User lediglich fünf Minuten auf der Plattform. Selbst diesen Wert konnte Google+ erst einmal kurzfristig erreichen und zwar kurz nach dem Start im Sommer 2011. Seither dümpelt die Verweildauer auf Google+ vor sich hin, die Tendenz ist eher fallend.
 

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