SF sucht Sponsor für «Giacobbo/Müller»

Seit Anfang November weiss das Schweizer Fernsehen, dass die Versicherung Mobiliar ihren Sponsoringvertrag mit «Giacobbo/Müller» nicht verlängert. Bislang wurde noch kein Nachfolger gefunden.

Seit Beginn der neuen Staffel Ende Januar muss die Satire-Sendung ohne den bisherigen Sponsor Mobiliar auskommen, wie Blick.ch schreibt. Zuvor begann und endete die Show mit den animierten Schadenskizzen der Versicherung. Den Markenexperten Daniel O. Schindler erstaunt dies – wer da prominent und witzig werbe, habe einen hohen Wiedererkennungswert, wird er zitiert. Er sei überzeugt: Würde man eine Umfrage machen, wüsste mindestens jeder Dritte, wer die Sendung präsentierte. Als möglicher Sponsor sieht Schindler beispielsweise «eine Kaffeemarke»; schliesslich mache Mike Müller Woche für Woche «in George-Glooney-Manier» einen Espresso.

(Bild: Sf.tv)

Analoge Verbreitungspflicht soll schrittweise aufgehoben werden

Die Schweiz setzt mittelfristig auf die Digitalisierung der Kabelnetze. Das Departement von Bundesrätin Doris Leuthard will Betreiber von Kabelnetzen, die heute ein analoges und digitales Angebot haben, von der analogen Verbreitungspflicht entbinden.

Damit sollen die Digitalisierungsbestrebungen der Kabelnetzunternehmen unterstützt und die Möglichkeit geschaffen werden, die Verbreitungsverpflichtung im analogen Bereich längerfristig abzuschaffen, wie das Uvek gemäss SDA mitteilte. Die Verbreitungspflicht im analogen Bereich soll dann schrittweise reduziert werden, wenn ein hoher Anteil der Haushalte mit digitalen Endgeräten ausgerüstet ist und das analoge Programm nur noch marginal genutzt wird.

Ein analog verbreiteter Fernsehkanal benötigt die Kapazität von zehn digitalen TV-Sendern. Laut Uvek verhindert die Aufrechterhaltung eines analogen Netzes deshalb die Entwicklung neuer digitaler Angebote. Zudem würden Kabelnetzbetreiber gegenüber jenen Konkurrenten benachteiligt, die nicht gezwungen sind, ihre Programme analog zu verbreiten – wie beispielsweise Swisscom TV.

Schrittweise Einstellung der analogen Verbreitung

Je nach Region besteht heute für knapp zwanzig in- und ausländische Fernsehprogramme eine Verbreitungspflicht: neben den SRG-Programmen sind dies die regionalen Fernsehprogramme mit Konzession in ihrem Versorgungsgebiet sowie acht ausländische Fernsehprogramme (Arte, TV5, 3Sat, ARD, ORF 1, France 2, Rai Uno, Euronews).

Gemäss dem Uvek wäre ein realistisches Szenario, zuerst die analoge Verbreitungspflicht für die ausländischen Fernsehprogramme aufzuheben. Danach könnte auf die analoge Verbreitung der zweiten SRG-Programme verzichtet werden, bevor die Verbreitungspflicht vollständig aufgehoben würde.

Vor der Umsetzung muss das Uvek noch Grenzwerte festlegen – zum Beispiel jenen für die Anzahl der Haushalte, die bereits über ein digitales Endgerät verfügen. In seinem Bericht zur Vernehmlassung erwähnte das Departement, dass mindestens 80 Prozent der Haushalte digitales Fernsehen empfangen müssten, damit es zur Umsetzung kommt. Dieser Wert wird laut Branchenkennern im Jahr 2014 erreicht sein. Momentan zählt die Schweiz 2,8 Millionen Haushalte mit einem Kabelanschluss, 1,1 Millionen davon haben einen digitalen Zugang.

Im Weiteren möchte das Uvek regionale Fernsehsender mit einem Service-public-Auftrag in Zukunft finanziell entlasten. Der Eigenfinanzierungsgrad der TV-Sender soll von 50 Prozent auf 30 Prozent gesenkt werden.

Bis am 30. März können betroffene Kreise ihre Stellungnahme zum Änderungsentwurf der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) einreichen.

New York Times: Korrespondent in Syrien gestorben

Der mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Korrespondent der US-Zeitung The New York Times, Anthony Shadid, ist im Osten Syriens ums Leben gekommen.

Der 43-jährige Amerikaner mit libanesischen Wurzeln sei offenbar am Donnerstag an einem Asthmaanfall gestorben, teilte die New York Times mit.Shadid befand sich nach Angaben der Zeitung in Syrien, um über den Widerstand gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad zu berichten. Shadid wurde für seine Berichterstattung über den Irak-Krieg zwei Mal mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet, 2004 und 2010. Im vergangenen März wurde er in Libyen von Truppen Muammar al-Gaddafis festgenommen und sechs Tage festgehalten. (SDA/DAPD)
 

FBM Communications: Nachhaltigkeitsbroschüre für Wipf entwickelt

Wipf ist seit bald 100 Jahren in der Verpackungsbranche tätig und hat seit 2003 die Firma umweltgerecht optimiert. Dies will das Unternehmen den Kunden und Partnern in einer Broschüre aufzeigen.

Die Illustrationen für die 20-seitige Nachhaltigkeitsbroschüre seien aus einer Zusammenarbeit von Wipf mit der Küsnachter Lakeside School hervorgegangen, schreibt die Zürcher Agentur FBM Communications in einer Mitteilung. Denn nachhaltig gewirtschaftet werde vor allem im Hinblick auf zukünftige Generationen. So hätten Schüler von zwei Klassen der Schule über mehrere Wochen das Thema Nachhaltigkeit behandelt und in diesem Rahmen auch das Werk von Wipf besucht.

Als Abschluss des Projektes hielt jeder Schüler seine Botschaft zur Nachhaltigkeit in einer Zeichnung fest, wie es weiter heisst. Diese Bilder wurden auf T-Shirts gedruckt, sodass jedes Kind mit seinem Motiv fotografiert werden konnte. Die Nachhaltigkeitsbroschüre und ein Poster mit dem Sieger-T-Shirt von Alyssia Matter wird in einer Mappe mit dem Titel «Man ist nie zu jung, der Umwelt Sorge zu tragen» an Partner und Kunden von Wipf versendet.

Verantwortlich bei Wipf: Karin Weidmann (Marketing). Verantwortlich bei FBM Communications: Carmen Schiltknecht (Gesamtverantwortung/Text), Daniel Käser (Art Director), Marianne Kieser (Graphic Design), Kim Unholz (Auftragsabwicklung), Nathalie Blumer (Public Relations)
 

Cannes: Die Schweizer Jurymitglieder sind gewählt

Die international besetzte Jury der Cannes Lions erhält auch in diesem Jahr wieder Verstärkung aus der Schweiz. Die Schweizer Jurymitglieder werden die Kategorien «Media», «Direct» und «Promo&Activation» bewerten.

Cosima Giannachi, Country Leader und CEO von Mindshare Switzerland, Karin Lang, Managing Director & Head of Dialog von Publicis Communications Schweiz und Andreas Mädler, Creative Director & Member of the Board von JWT/Fabrikant, werden diesen Sommer nach Cannes reisen und die eingereichten Arbeiten bewerten. Von den 15 Kategorien, welche dieses Jahr juriert werden, wird Cosima Giannachi als Jurymitglied die Kategorie «Media», Karin Lang die Kategorie «Direct» und Andreas Mädler die Kategorie «Promo&Activation» bewerten.

Publicitas Cinecom ist Schweizer Repräsentantin des «International Festival of Creativity» in Cannes und unterstützt unter anderem die Festival-Teilnehmenden während den Vorbereitungen und die Organisatoren in der Umsetzung. Das diesjährige Festival findet vom 17. bis 23. Juni 2012 statt.

> Mehr Informationen zu den Einreichungen von Arbeiten und zum Festival gibt es hier.
 

Lass dich mal ausklinken

Publicis hat für Nescafé ein paar der besten Apps vom Netz in die reale Welt geholt. Mit der Kampagne «Get unplugged!» wurden in kürzester Zeit rund eine Viertelmillion junger Leute angesprochen.

Nescafé wird ganz ohne Maschine zubereitet – eben unplugged. «Get unplugged!», heisst auch das Motto einer neuen Kampagne für den beliebtesten löslichen Bohnenkaffee der Schweiz. Nescafé will Menschen dazu motivieren, sich ab und zu aus dem hektischen Alltag auszuklinken, um gemeinsame Kaffeepausen zu geniessen. Dabei galt es, den beliebten Evergreen für eine junge Zielgruppe attraktiv zu machen. «Eine Herausforderung, die auf klassischem Weg nicht zu lösen war», wie CD Sacha Moser meint. Da Digital Natives am ehesten auf dem Internet ansprechbar sind, wollte Publicis der Zielgruppe genau dort beweisen, dass die digitale Welt analog noch viel spannender sein kann.

Dazu wurden unter dem Motto «Nescafé. Get unplugged! » die erfolgreichsten Apps unplugged und noch aufregender gemacht – für einen Event, der die Zielgruppe weg von Blackberry, iPhone und Co lockte, um das Unplugged-Versprechen live einzulösen. Für das Unplugged-Fruit-Ninja-App zum Beispiel wurde der aufregendste Ninja-Kämpfer der Welt gesucht. Beim Casting in L. A. traten 70 Kandidaten vor die Kamera, um ihr Können als Fruit-Ninja zu beweisen. Abstimmen konnte das Publikum dann auf der Website Get-unplugged.ch Das Echo übertraf alle Erwartungen: Innerhalb weniger Tage verdoppelte sich die Anzahl Likes der Nescafé-Facebook- Seite. Diese neue Community wurde an den «Apps unplugged»-Event geladen, wo sie sich selber davon überzeugen konnte, dass Apps unplugged um einiges unterhaltsamer sind als online. Der Anlass im Zürcher Sihlcity wurde vom ZSC-Kommentator Walter Scheibli kommentiert und gleichzeitig für den Dreh eines Webfilms genutzt, der noch einmal veranschaulicht, dass die digitale Welt real umgesetzt noch mehr Emotionen wecken kann. (pan)

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Der Webfilm auf der Facebookseite von Nescafé Schweiz wurde bis jetzt über 200 000-mal aufgerufen, die Anzahl Likes verdoppelte sich innerhalb einer Woche und die Media-Coverage des Events erreichte über eine halbe Million Menschen.
 

Der Motz von Butz: Das Niveau der Autowerbung ist abgesackt

Am 8. März geht der Autosalon wieder los. Also muss auf Teufel komm raus die Werbetrommel gewirbelt werden. Was ich aber bis jetzt so sehe, ist es eher ein auf Engel-schlaf-ein-Geblablaplapper.

Um was geht es heute: Keiner der vielen Automobilhersteller hat den Mut, sich auf eine einzige Kernaussage zu konzentrieren. Alle reden von allen Vorteilen und alle von den gleichen Eurorabatten, Leasing-Möglichkeiten, Umweltfreundlichkeit, Modellvielfalt und endlosen Inklusiven. Ausser, dass auch noch ein Autoradio dabei ist, wird alles in die Kommunikation gepackt. Nur ein Markenimage wird vergessen. Der Teaser-Spot von VW für den Superbowl haben an einem Tag 3,6 Mio. Menschen auf Youtube angeklickt. Warum wohl? Die versuchen in diesem Spot mit den bellenden Hunden mir nicht zu erzählen, dass der VW 4 Räder und sogar noch ein Steuerrad aufweist. Sondern wie geil VW ist.

Meine Theorie: Die Autos sind sich in den letzten Jahren alle ähnlicher geworden. Macht einer eine neue Scheinwerferform, wird diese sofort von vielen anderen kopiert. Diese Problematik wird von den Werbern und Marketingspezialisten nicht erkannt. Dies wäre nämlich die Aufgabe der Kommunikation, die so ähnlichen Modelle unterschiedlich zu positionieren. Seat versucht mir wenigstens spanisches Feuer zu verkaufen. Als wir seinerzeit Lexus auf dem Schweizer Markt eingeführt haben, verwendeten wir die optische, klangliche und perfektionistische Welt des Zen-Buddhismus. Heute ist nichts mehr davon übrig. Alles sieht gleich aus und die Werbeversprechen sind alle rational. Die emotionalen Aspekte sind alle auf der Strecke geblieben. Dass ein Auto auch Fahrspass bietet und einen Imagetransfer auf den Besitzer abgeben kann, ist anscheinend vergessen gegangen. «Wir machen hier keine schönen Bildchen. Die Werbung muss verkaufen und jeder Millimeter muss auf dem Papier ausgenutzt werden. 1 Hauptmodell, mindestens 6 Nebenmodelle, der Eurobonus, die Garantie, usw.», so oder ähnlich spricht wahrscheinlich der Werbe-Verantwortliche. Volvo bittet mich anhand des Bildes XL60 (von hinten) einzusteigen. Oder: Ich bin die Giulietta. Teste mich. Mit Bild des Alfa auch von hinten. Aber überhaupt nicht sexy. Oder: BMW soll in Bestform sein. Chevrolet hat den Winterbonus anzubieten, aber nur noch bis Ende Februar. Alles unprofilierter Schwachunsinn.

Es gäbe sicher auch ein paar lobende Worte zu schreiben. Aber ich bin nun mal für den Motz zuständig. Der Aufsteller war, dass die Geschwister Cruz und Till Schweiger – so wie ich es als Fehltestimonial für Vögele angekündigt habe – nun doch verabschiedet wurden.

Theophil Butz, einst Starwerber (Ringier), heute Inspirator und ab jetzt auch noch Motzer. «Nicht eine einfache, aber eine notwendige Rolle, die ich hier alle 14 Tage wahrnehme.» Sachdienliche Hinweise bitte an [email protected].

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Symbolisch für das Niveau der Autowerbung präsentiert sich Smart. Aber ob das «Mehrdrin» so viel Gewicht hat? Könnte auch als sinkende Marktanteile interpretiert werden.
 

Neuer Auftritt der Silverspotrecording Studios

Silverspotrecording Studios heisst seit 1. Februar 2012 Silverspot.ch Productions und hat ein neues Logo.

Seit 1. Februar 2012 tritt Silverspotrecording Studios unter dem Namen Silverspotrecording Studios auf.  Der neue Markenauftritt sei Teil einer strategischen und operativen Neuausrichtung, heisst es in einer Mitteilung. Das alte Logo mit Mikrofon werde durch das neue  Schriftlogo mit .ch ersetzt. Der Ausdruck «Productions» umfasse die ganze Angebotspalette von Silverpot.ch:

silverspot

 

Der Computer: Velo oder Hamsterrad?

Die allgegenwärtige Zerstreuung durch Tablets und Smartphones hilft uns weder beim Denken noch beim Arbeiten – sie kostet uns nur Zeit. Zum digitalen Traum: Oliver Reichenstein, Informationsarchitekt, lebt und arbeitet in Tokio.

Werkzeuge sind Verlängerungen des Körpers: Die Brille ist eine Verlängerung des Auges, der Hammer eine Verlängerung der Hand, der Hut eine Verlängerung des Kopfhaars. Was ist ein Computer? Die Verlängerung unseres Geistes? Steve Jobs meinte, der Computer sei ein Fahrrad für den Geist. Eine schöne Vorstellung. Wenn man aber schaut, was insbesondere das Mobiltelefon mit uns macht, dann wirkt der zeitgenössische Computer eher wie ein Hamsterrad.

Der Lieblingstrick der alten Skeptiker war, einen zum Beweis aufzufordern, dass das Leben mehr als ein Traum sei. Mit diesem Trick kann man nämlich alles hinterfragen, und das ist das Ziel des Skeptikers. Nicht die Wahrheit zu finden, sondern immer alles zu hinterfragen.

Kant bereitete dem skeptischen Trick ein vorläufiges Ende, indem er erläuterte, dass es in uns etwas gibt, was man auch als radikaler Skeptiker nicht vernünftig hinterfragen könne: Die Mathematik. Die Mathematik, so Kant, basiere auf zwei Prinzipien, die man nicht mehr wegzweifeln kann: Raum und Zeit. Alles, was wir denken, stellen wir uns in Raum und Zeit vor. Und alles, was in Raum und Zeit passiere, so Kant, würden wir in Kausalzusammen hänge, Analogien und gegenseitige Verhältnisse setzen. Mit anderen Worten: Wirklichkeit findet im Kontinuum von Raum und Zeit statt. Die Zustände, durch die wir in dieser Kontinuität hindurchgehen, sind miteinander verbunden. Ob sich das alles genau so und nicht anders verhält, kann ich nicht beurteilen, aber Kant hat damit einen recht sicheren Hebel gefunden, um Traum und Wirklichkeit zu unterscheiden. In Träumen können wir, aufgrund der fehlenden Kontinuität, nicht klar denken. Träume sind nicht vernünftig miteinander verbunden. Sobald wir uns fragen: Wo bin ich? Wie bin ich hierhergekommen? Wo geh ich hin?, werden wir entweder aus dem Traum gerissen, oder, wie Idioten, in einen nächsten wirren Zustand versetzt, der uns die Frage nur scheinbar beantwortet oder vergessen lässt. Das Dumme ist, dass dieser Test nur funktioniert, wenn wir wach sind.

Warum interessiert mich das als Informationsarchitekt? Weil wir uns vor dem Bildschirm oft genau so verhalten wie in Träumen. Sobald wir in die Tiefen von Computer, Betriebssystem, Browser hinabgestiegen sind und in den Parallelwelten Google, Facebook, Twitter hin und her reiten, rauf und runter rollen, verlieren wir, ganz wie im Traum, den Boden unter den Füssen, fangen an, mit Leuten in anderen Gegenden und Zeiten zu kommunizieren, klicken hier, klicken da und vergessen, wo wir sind, wo wir herkamen und wo wir hinmöchten.

Das Perfide dabei ist, dass wir das Vergessen der Zeit für ein Zeichen des Vergnügens oder des Glücks halten. Wir suchen den Verlust der Wirklichkeit, wenn wir uns vergnügen: vergessen, wo wir sind, wo wir herkamen und wo wir hinwollen.

Perfid ist diese Verwechslung vom digitalen Traum mit herkömmlichem Vergnügen, weil wir uns vor dem Computer oft nicht richtig vergnügen, uns also nicht anspannen und entspannen wie beim Schach, im Film oder im Konzert, sondern uns bloss verzetteln. Unser inzwischen bald 24-stündiges Traumprogramm kann dadurch zum Albtraum werden. Wer nur noch auf den Bildschirm schaut, tritt in Konflikt mit der Wirklichkeit. «Zuerst formen wir unsere Werkzeuge, danach formen sie uns», so McLuhan. Deutlich wird das spätestens, wenn man die Orientierung verliert und der Backbutton fehlt. Und warum interessiert mich das als Informationsarchitekt? Weil ich die generelle Orientierungslosigkeit nicht als Ende der Gesellschaft oder als digitale Notwendigkeit, sondern als ein Zeichen für die Prädominanz schlecht strukturierter Programme lese. Das Irrwitzige ist, dass der Computer, das Tablet, und vor allem die Mobiltelefonie deshalb so erfolgreich sind, weil sie allgegenwärtige Zerstreuung bieten. Dabei vergessen wir aber, was das ursprüngliche Versprechen war: Der Computer soll uns beim Denken und Arbeiten helfen. Er soll uns Zeit sparen, nicht Zeit kosten. Wir sollen ihn beherrschen, nicht umgekehrt. Vielleicht ist das aber, wie so oft bei Technologien, die wir nicht ins Verhältnis zu unserem Körper setzen können, selbst nicht viel mehr als ein dummer Traum. Steve Jobs war ein Verkäufer, kein Designer.
 

Farner: Roman Geiser übernimmt operative Führung

Christian König wird im Herbst die Aktienmehrheit und die operative Führung von Farner Consulting an Roman Geiser übertragen. König übernimmt an der kommenden Generalversammlung das VR-Präsidium von Niklaus Knüsel.

Christian König führt die Agentur seit Jahren zusammen mit den Partnern Jacqueline Moeri, Daniel Heller und Urs Knapp, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Der 44-jährige Roman Geiser ist zurzeit Chief Operating Officer EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) von Burson-Marsteller International und amtierender Präsident des Bundes der PR-Agenturen der Schweiz (BPRA). Bis vor Kurzem war er zudem VR-Präsident von Burson-Marsteller (Schweiz) sowie Vizepräsident der Young & Rubicam (Schweiz). Vor seiner internationalen Karriere leitete Geiser Burson-Marsteller Schweiz in den Jahren 2003 bis 2009. Roman Geiser wird sein Amt als CEO und Delegierter des Verwaltungsrates von Farner Consulting am 1. Oktober 2012 antreten.

Christian König wird als aktiver VR-Präsident die Entwicklung von Farner über die nächsten Jahre begleiten und weiterhin Beratungsmandate betreuen. Er bleibt Partner der Agentur.

Farner Consulting ist an den Standorten Zürich, Bern, Basel, Lausanne/Genf und Lugano aktiv und seit Jahren die marktführende PR- und Kommunikationsagentur in der Schweiz. International ist Farner Exclusive Affiliate von Fleishman Hillard sowie von Porter Novelli in der Schweiz.
 

Nicht-Werber des Jahres machte beste Werbung für die Branche

Es ist nicht leicht, nur vier Tage nach der grossen ADC-Gala die Branche noch einmal zu Tisch zu bitten. Um so mehr freute sich die Werbewoche, dass am 2. Februar eine illustre Runde im Zürcher Lake Side dem neuen «Werber des Jahres» einen würdigen Empfang bereitete.

Mit «Glanz & Gloria» und vor den Linsen des TV der Stars sowie dem Kamerateam für Action durfte Urs Schneider den Pokal namens Egon in Empfang nehmen. Erstmals in der Geschichte ist 2012 ein Mediaspezialist zum neuen Botschafter der Branche gekürt worden. Wir gratulieren dem verdienten und allseits beliebten Kollegen und sind überzeugt, dass Urs Schneider den Glanz des Titels noch einmal weiter aufpolieren wird.

Die von der Coopzeitung offerierten Gutscheine im Wert von insgesamt 5'000 Franken sind gegangen an: Marco Schmidt, Laura Hutzli, Manuel Cilurzo, Alba Rau, Silvia Peter, Urs Krucker.

Grosses Medienecho
Die Werbewoche als Veranstalter der Wahl zum «Werber des Jahres» darf sich über die Resonanz in den Medien freuen. Insgesamt mehr als 70 Erwähnungen sind uns von Argus gemeldet worden, davon 8 grössere Artikel mit einer Gesamtauflage von 924'000. Im Internet ist über Urs Schneider auf 62 Newsportalen meistens mit Bild berichtet worden. Für das Fernsehen waren Teams von «Glanz & Gloria», Star TV und Action TV im Einsatz. Ein Interview gab es auch im Schweizer Radio 4.

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Regionale TV-Sender sollen finanziell entlastet werden

Regionale Fernsehsender mit einem Service-public-Auftrag sollen in Zukunft finanziell entlastet werden. Der Eigenfinanzierungsgrad der Sender soll von 50 Prozent auf 30 Prozent gesenkt werden. Dies sieht eine Änderung der Radio- und Fernsehverordnung (RTVV) vor.

Am Donnerstag legte das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr und Energie (Uvek) den Entwurf zur Teilrevision der RTVV vor. Bisher durfte der jährliche Gebührenanteil der regionalen Fernsehsender, die eine Konzession mit einem Service-public-Auftrag haben, höchstens 50 Prozent der Betriebskosten betragen. Neu soll dieser Anteil um 20 Prozent reduziert werden.

Die TV-Stationen müssen nun nur noch 30 Prozent ihrer Betriebskosten aus anderer Quellen wie Werbung und Sponsoring finanzieren. Die Revision berücksichtigt damit die immer höher werdenden Produktionskosten, wie das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) am Donnerstag mitteilte.

Diese Anpassung ist nicht mit einer Erhöhung des Gebührenanteils verbunden. Die Voraussetzungen, den in der Konzession vorgesehenen Gebührenanteil zu erhalten, werden aber erleichtert. Weiter soll die Digitalisierung der Kabelnetze durch einen Abbau der analogen Verbreitungspflichten erleichtert werden. Mittelfristig sieht die Teilrevision der RTVV eine vollständige Aufhebung der analogen Verbreitungspflicht vor. Die betroffenen Kreise können ihre Stellungnahme bis zum 30. März 2012 beim Bakom einreichen. Die neuen Bestimmungen sollen dann am 1. Juli 2012 in Kraft treten. (SDA)

Der Änderungsentwurf der RTVV ist online verfügbar: Bakom.admin.ch. 

(Bild: Keystone)

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