Wirz: Neue animierte Schadenskizze für die Mobiliar realisiert

Wirz hat für Mobilar einen neuen Spot im Schadenskizzen-Stil kreiert. Dieses Mal wird der Film «Troja» auf die Schippe genommen, dessen Story durch einen ungeschickten Soldaten eine ganz neue Wendung erhält.

Die animierte Schadenskizze ist gemäss Mitteilung ab März schweizweit in den Kinos on air.

Verantwortlich bei der Mobiliar: Marianne Sterchi (Projektleiterin Werbung), Christoph Ott (Leiter Werbung & CI/CD). Verantwortlich bei Wirz Werbung: Hanning Beland, Raul Serrat (Art), Bianca Kury (Text), Philipp Skrabal (CD), Yves Rückert, Stefan Schmid (Beratung). Little Green Bag (Produktion). Jingle Jungle (Vertonung).

 

Aufgefallen

Eine Tragtasche feiert das Zehnjährige.

Es kommt sehr selten vor, dass ein Werbemittel mehr als ein, zwei Jahre lang eingesetzt wird. Umso erstaunlicher, wenn eine Idee über 10 Jahre hinaus aktuell bleibt. Geschehen bei den Non-Food-Tragtaschen der Migros, welche seit 2002 unverändert im Einsatz sind. Lanciert hat sie Weber Harbeke Partners.

Diese Konstanz spricht für die Qualität der Idee. Der strategische Ansatz: Das positive Image der Migros im Food-Bereich wird auf den (damals noch) weniger profilierten Non-Food-Bereich übertragen. Dazu wurden die Non-Food-Artikel wie Lebensmittel dargestellt. Auf den ersten Blick sieht man Scampi, Glace, Roulade oder Salat, auf den zweiten entdeckt man aber einen Dübel, einen Tennisball, Frotteetücher und ein grünes T-Shirt. Mit dieser starken Bildidee sind die Taschen auch ohne Sprachwechsel von Basel bis Lugano und von Genf bis Romanshorn einsetzbar. 

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Mehr als nur Imagetransfer

Vor einem Jahr hat die Zürcher Agentur Branders das Online-Magazin The Brander lanciert. Ein erfolgreiches Tool für Eigenwerbung. Eine «Blattkritik» mit der Chefredaktorin Olivia El Sayed.

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WW: Ein Jahr flirrt jetzt The Brander durch das Netz. Was ist hängen geblieben?
Olivia El Sayed: Wir haben The Brander im März 2011 lanciert, damals mit 15 Reportagen, die wir im Voraus produziert hatten. Dieser Anfangsbestand wurde seither regelmässig mit neuen Artikeln ergänzt, und inzwischen finden sich 47 grosse Beiträge online. Einmal erfasst, bleiben die Geschichten auch da. So entsteht mit der Zeit eine Art visuelles Nachschlagewerk über Marken und ihre Macher.

Wie ist die Resonanz beim Publikum?
Wir bekommen viel Feedback, und das ist das Schöne am Online: Die Rückmeldungen erfolgen sehr direkt. Wir stellen fest, dass wir neben der Schweiz auch sehr viele Leser in Deutschland erreichen. Die bereits zweitgrösste Zielgruppe findet sich in den USA, gefolgt von England. Unser Magazin ist ja sowohl in deutscher wie in englischer Sprache verfügbar. Auffallend viele Abonnenten meldet uns die Statistik aus Los Angeles und New York. In beiden Städten haben wir inzwischen Korrespondenten.

Was können Sie über Klickraten verraten?
An einem Tag, an welchem wir eine neue Geschichte aufschalten, erreichen wir ungefähr 4000 Leser, und aktuell verzeichnen wir pro Monat ca. 30 000 Seitenaufrufe. Das ist nicht die Welt, aber repräsentiert eine interessierte, markenaffine und vor allem wiederkehrende Leserschaft. Auffällig ist vor allem die Verweildauer auf der Site. Diese ist vermutlich deshalb überdurchschnittlich hoch, weil sowohl die Texte, als auch die Bildstrecken sehr ausführlich sind. Und dank unserer noch jungen Geschichte wachsen wir immer noch monatlich.

Wie wird das Magazin promoted?
Wir verschicken immer einen Newsletter an unsere Abonnenten, wenn wir eine neue Geschichte aufschalten. Darüber hinaus nutzen wir Social Media. Im Laufe des letzten Jahres haben wir The Brander ausserdem mit einer Art Blog im Magazin ergänzt. Dort teilen wir mit unserer Leserschaft täglich Ideen, die Spass machen, und Inspirationen aus der Welt des Branding. Dies gibt uns die Möglichkeit, aktiv mit unseren Lesern im Dialog zu sein.

The Brander als Fach-Portal: Was ist daraus geworden?
The Brander kombiniert den Lifestyle von Marken mit der inhaltlichen Branding-Perspektive. Theorie und Praxis werden auf neue Weise kombiniert und das Thema Marke wird durch die Art der Texte und die Bildstrecken zum Erlebnis. Wir können feststellen, dass unser Magazin einen enormen Image-Transfer mit sich bringt. Wir verzeichnen zum Beispiel mehr internationale Bewerbungen für Stellen in der Agentur. Und auch die Qualität der Bewerbungen ist gestiegen: Es sind vermehrt Bewerber und Bewerberinnen dabei, die unser Verständnis von Branding teilen und schätzen.

Wie geht es weiter?
Wir wollen die Qualität halten und weiter steigern und auch weiterhin unabhängig bleiben. Wir porträtieren Marken, deren Geschichten oder Macher uns überzeugen, und sind keine PR-Plattform. Anfragen diesbezüglich gäbe es zwar viele, aber The Brander würde so an seinem Wert und Charakter verlieren.

Interview: Andreas Panzeri
 

Kinder, Krieg und cleveres Medienkalkül

«Kony 2012» ist die erste echte Blockbuster-Kampagne des 21. Jahrhunderts. Das virale 30-Minuten-Video bläst zur Jagd auf einen Massenmörder, polarisiert durch konsequenten  Populismus und zeigt dabei schonungslos die neue mediale Rollenverteilung, meint Oliver Classen, Pressesprecher der entwicklungspolitischen Organisation Erklärung von Bern.

Zunächst war da bloss dieser Name, der durch alle meine interaktiven Kanäle echote: Kony. Eine neue üble chinesische Ausbeuterfirma oder das Kürzel für ein besonders cooles Campaigning- Tool? Erst als die ersten Mainstream-Medien auf den Social-Media-Hype aufsprangen, klickte auch ich auf dieses meisterhaft manipulative Machwerk, das bis Redaktionsschluss dieser Nummer weltweit mehr als dreimal so viele Menschen gesehen haben, als Uganda Einwohner zählt. 90 Millionen Augenpaare folgten einem US-Filmemacher und Selfmade-Entwicklungshelfer in jenes zentralafrikanische Land, wo der seit 2005 international gesuchte Kriegsverbrecher Joseph Kony mit seiner Kinderarmee lange Jahre sein bestialisches Unwesen trieb. 

Unabhängig davon ob die hollywoodeske Inszenierung eines Massenmörders mit dessen Ergreifung ihr erklärtes Ziel tatsächlich erreicht: Ein Welterfolg und Benchmark für künftige Kampagnen auf Youtube (75 Mio. Views), Facebook (3 Mio. Followers für die verantwortliche NGO «Invisible Children») und Twitter (tagelanges Top-Topic) ist das virale Video heute schon. Jetzt macht Joseph Kony und damit das kollektiv verdrängte, weil fast unerträgliche Thema «Kindersoldaten» endlich jene Schlagzeilen, die es längst verdient hätte, und zeigt dabei «en passant» die moralische Pervertierung unserer Aufmerksamkeitsökonomie: Die entscheidenden Nachrichtenwerte unseres Mediensystems sind nicht kindliches Leid oder himmelschreiende Verbrechen gegen die Menschlichkeit, sondern emotionale Nähe und persönliche Betroffenheit. 

So weit, so banal – besonders für Medienschaffende (womit auch PR-Leute gemeint sind). Zynismus gehört hier ja, wie Klappern, leider längst zum Handwerk. Gerade aus dieser Optik erscheint es atemberaubend konsequent, wie die Kony-Kampagne jene situative Relevanz schafft, die den Betrachter fesselt und während einer halben Stunde bei der Stange hält, was nebenbei noch alle Unkenrufe einer gegen null tendierenden Aufmerksamkeitsspanne im Netz Lügen straft. Der Hauptkunstgriff besteht in der immer wiederkehrenden Thematisierung der Situation, in welcher sich die meisten Zuschauer im Rezeptionsmoment befinden: Sie sind auf Facebook. Die Solidarität der Netzgemeinde wird also jener mit Konys Opfern dramaturgisch so vorgeschaltet, dass man am Schluss fast nicht anders kann, als seine Friends und Follower auf diesen epochalen Social-Media-Event hinzuweisen – und damit hilft, die Kernbotschaft «Fangt Kony!» zu verbreiten. 

«Kony2012» bedient diese Mechanik der Selbstverstärkung fast schon beängstigend perfekt und zeigt exemplarisch, wie sich mit einem Minimum an Informationen innert Tagen ein Maximum an Menschen manipulieren und mobilisieren lassen. Deutlich wird zugleich auch die aktuelle Aufgabenteilung klassischer und neuer Medien: Erst wird im Echoraum der sozialen Kanäle gnadenlos emotionalisiert und wirkungsvoll sensibilisiert, dann wird dieses virtuelle Grundrauschen in Mainstream-Medien analysiert und kritisiert. Natürlich kann man den Kony-Campaignern politische Naivität, postkoloniale Arroganz oder blosse Spendenmacherei vorwerfen. Wichtiger scheint mir jedoch, dass hier offenkundig Frustration über opportunistische Interessenspolitik (in diesem Fall der USA) und machtlose Justizapparate (hier das Weltstrafgericht in den Haag) in moralische Motivation verwandelt wird. Und zwar nicht nur beim interaktiven Fussvolk. Angela Merkels Regierungssprecher etwa zwitscherte vor ein paar Tagen.

«#Kony – DEU hat das Thema in den UN-Sicherheitsrat eingebracht. Wir unterstützen Afr. Union im Kampf gegen diese Verbrechen.»

 

Ruf Lanz: Sebastian Durband ist neuer Beratungsleiter

Ruf Lanz verstärkt die Beratung: Die Agentur hat Sebastian Durband als Beratungsleiter an  Bord geholt.

Nach der Matura und dem Teilstudium der Publizistik an der Universität Zürich stieg Sebastian Durband in die Werbung ein. Er reiste mit dem bekannten Kreativitätsforscher Hermann Vaske ein Jahr lang um die Welt, um Koryphäen wie Dennis Hopper, Michel Houellebecq, Harvey Keitel, Damien Hirst, Steven Spielberg, Johnny Depp oder Steven Soderbergh zu interviewen. Danach liess er sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing BAW in München zwei Jahre lang zum Werbe- und Marketing-Fachmann ausbilden. Es folgten zwei Jahre als Berater bei Serviceplan in München, der grössten inhabergeführten Agentur Deutschlands. Nach seiner Rückkehr in die Schweizer Heimat folgten weitere kreative Agenturen. Zuletzt betreute Durband bei Jung von Matt/Limmat über vier Jahre lang die Mandate von Swisscom, Panasonic und Vögele Shoes.

Markus Ruf und Danielle Lanz freuen sich über die Verstärkung: «Mit seinem breiten kulturellen und werberischen Hintergrund ist Durband die ideale Ergänzung für uns Kreative.»

 

«Man muss Kinder heute stärker in die Geschichte hereinziehen.»

Hans Schödel, Chefredaktor des Spicks, im Gespräch mit der Werbewoche. 

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WW: Sie schreiben als Chefredaktor des Spicks für Kinder- und Jugendliche. Haben Sie selber Kinder?
Ja, zwei. Der grössere ist 19, der kleinere 11 und liegt damit in der Zielgruppe des Spicks. Er ist schon seit Jahren ein aktives Redaktionsmitglied. Immer wieder bringe ich Titelseitenentwürfe nach Hause und frage ihn: Welchen findest du am coolsten? Welches Poster sollen wir machen? Selbst Kinder zu haben ist für den Job schon nützlich.

Kinder lesen heute wenig, so das Klischee. Mit welchen Themen holen Sie die Jungen ab?
Die Themen im Spick sind heute nicht viel anders als vor 30 Jahren. Solche, die man pädagogisch wertvoll oder anspruchsvoll nennen könnte. Wir sind keine Bravo, keine Micky-Maus. Zwar haben wir Szeneseiten, auf denen wir Stars zeigen, auch Comics, Witze und Rätsel. Aber die langen Beiträge, in denen es um Themen geht wie «Kinder aus fernen Ländern» oder «Das Leben der Indischen Tiger», gibt es nach wie vor. Abholen kann man die Kinder vor allem mit der richtigen Umsetzung.

Inwiefern?
Man muss Kinder heute stärker in die Geschichte hereinziehen als vor 30 Jahren, als die Konkurrenz durch andere Medien wie Fernsehen, Internet oder Playstation noch nicht so gross war. Viele Medien werden immer kleinteiliger und kurzatmiger. Das Internet bietet Häppchenkost an, mit einem Klick bin ich wieder weg. Diesem medialen Umfeld muss der Spick gerecht werden.

Wie tun Sie dies konkret?
Ich muss zusätzlich zu den langen Texten auch kurze Häppchen anbieten. In der aktuellen Ausgabe haben wir eine Geschichte zum Thema Klimawandel. Es gibt nach wie vor lange Textpassagen, aber ebenso versuchen wir, über die Bildtexte eine Geschichte in der Geschichte zu erzählen. Wir arbeiten mit Kästchen, Infoboxen, Störern oder kleinen Badges, in denen Dinge stehen, die man auf dem Pausenplatz seinen Freunden erzählen kann: «Wusstest du schon, dass …?»

Welche Themen begeistern Sie, wenn Sie für Kinder schreiben?
Ich bin von Haus aus Biologe. Bevor ich für den Spick geschrieben habe, arbeitete ich lange Zeit für den Tierfreund. Tiergeschichten, naturwissenschaftliche Geschichten oder Experimente, das sind nach wie vor die Themen, die mir Spass machen. Genauso die kleinen kuriosen Entdeckungen.

Woran denken Sie?
Zum Beispiel an den weltweiten Tag der Kissenschlacht. Oder für die Mai-Ausgabe habe ich einen Ungarn entdeckt, der aus Obst, Gemüse und Bürli kleine Figürchen schnitzt. Die schauen wahnsinnig lustig aus.

Sie faszinieren skurrile Dinge?
Absolut. Das, was wir im Spick unter der Rubrik «Kurios» finden.

Ihre Zielgruppe sind Kinder zwischen 8 und 15 Jahren. Wie gelingt es Ihnen, gleichzeitig verschiedene Altersgruppen zu erreichen?
Unsere Zielgruppe ist ja nicht zwischen 8 und 15 gleichmässig verteilt, sondern es gibt einen Peak zwischen 10 und 12 Jahren. Vor allem an diese Altersgruppe denke ich beim Schreiben. Zudem streben wir eine Mischung innerhalb eines Hefts sowie zwischen verschiedenen Ausgaben an. Etwas für die Jungen, für die Älteren, für Mädchen und Buben. Es ist klar, dass nicht jeder Basteltipp den 9-jährigen Knaben genauso anspricht wie das 14-jährige Mädchen.

Sie schreiben für die Generation der Digital Natives – Kinder, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Wie setzen Sie neue Medien ein?
Die sind natürlich immer präsent. Im Spick haben wir die Rubrik «Total digital» etabliert, in der es um diese Themen geht. Wir begleiten die Kinder aktiv, nehmen sie an die Hand und zeigen ihnen Dinge, die sie so vielleicht noch nicht wissen. In der aktuellen Ausgabe haben wir zum Beispiel das Cloud-Computing. Wer den Spick gelesen hat, weiss, worum es geht. Zudem hat es in jeder Ausgabe viele crossmediale Elemente. Das Webvoting lösen wir jeweils im Heft auf. Texte in der Rubrik «Englisch» kann man sich als MP3 im Internet anhören …

Wie wichtig sind Ihnen diese Elemente?
Auf die multimedialen Inhalte als Ergänzung zum Heft bin ich stolz. Die sind eine grosse Bereicherung. Selbst dann, wenn man sie nie anklickt.

Das verstehe ich nicht. Weshalb?
Na ja, ich finde, nur schon zu signalisieren, dass es solche Elemente gibt, bereichert das Heft. Eines meiner Lieblingsbücher in der Kindheit war ein Experimentier- und Bastelbuch. Das hiess «Spiel, das Wissen schafft», ein Klassiker. Zwar habe ich nie eines dieser Experimente ausprobiert. Aber ich war immer sicher: Irgendwann mache ich die Geheimtinte. Die Möglichkeit fand ich toll.

Nutzen die Spick-Leser das crossmediale Angebot ebenso wenig?
Es nutzen verdammt wenige Leser diese Elemente.

Auch nicht die Internetsite?
Diese schon. Wichtig sind dort aber vor allem die witzigen Elemente und die Community, die Kinder chatten miteinander. Meine persönliche Meinung ist: Der Spick tut gut daran, sich auch als ein Gegengewicht zu elektronischen Medien zu positionieren.

Sie wollen den Spick als Printmedium stärken?
Genau, als Printmedium, als haptisches Medium, als Medium mit langen Texten, wo man dabeibleiben kann. Vielleicht wird es irgendwann auch eine iPad-Ausgabe vom Spick geben, aber ich finde: Die Kinder dürfen durchaus lernen, wie es sich anfühlt, eine Seite umzublättern und nicht nur mit dem Finger zu wischen. Ich glaube, dies ist auch im Sinn der Erwachsenen, die den Spick bezahlen.

Arbeiten Sie mit Pädagogen zusammen, wenn es um einzelne Artikel geht?
Nicht institutionalisiert. Aber einige der freien Autoren sind Lehrpersonen oder kommen aus der pädagogischen Ecke. Und natürlich gibt es auch Feedback aus den Schulen.

Der Spick positioniert sich als Heft, bei dem Schweizer Themen im Fokus stehen. In der Jubiläumsausgabe liest man von Madagaskar und Indien. Wo sind die Schweizer Themen?
Wir wollen nicht nur aus der Schweiz berichten, aber wir schaffen mit Hinweisen immer einen Bezug zur Schweiz. Wenn wir über Kinder aus der Südsee berichten, sind es natürlich keine Schweizer. Aber: Wenn wir über einen Blinden berichten, der sich trotz fehlender Sehkraft seinen Weg durch die Stadt bahnt, dann ist der in Zürich und nicht in Berlin. Wenn wir eine Schulklasse besuchen, ist die in St. Gallen oder Basel. Sie lesen über Madagaskar, bekommen aber noch den Ausflugstipp für die Masoala-Halle im Zoo Zürich. Auf den Szeneseiten sind Tipps, die sich auf Schweizer Veranstaltungen beziehen. Ausserdem pflegt der Spick die Schweizer Rechtschreibung. Hierfür haben wir extra eine Schweizer Korrektorin eingesetzt. Wir schreiben von der Baumnuss und nicht von der Walnuss, vom Velo und nicht vom Fahrrad.

Zu Ihren Plänen für den Spick: Was wollen Sie noch verändern?
Um ehrlich zu sein, ich bin ganz zufrieden, wie es ist. Ich wünsche mir, dass wir mit diesem gedruckten Heft bestehen können und wir es schaffen, die Kinder auch noch in zehn Jahren mit einem gedruckten Produkt abzuholen. Ich hoffe, dass wir mit dem, was wir machen – mit anspruchsvollem Journalismus für Kinder –, auch in zehn Jahren noch ankommen.

Wie lange bleiben Sie noch Chefredaktor beim Spick?
Gute Frage. Die stelle ich mir auch manchmal …

Haben Sie noch nicht genug?
Langweilig ist mir noch lange nicht. Natürlich kennt man langsam die Witze, die eingesendet werden. Aber es macht mir immer wieder von neuem Spass. Will man diesen Job machen, muss man schon mit Leidenschaft und Herzblut dabei sein. Zum Beispiel lasse ich für jedes Editorial ein neues Foto von mir schiessen. Dafür ist mir nichts zu blöd, da mache ich mich auch gerne mal zum Deppen. In der Februar-Ausgabe habe ich mir zum Beispiel eine Froschmaske aufgesetzt. Sollte ich irgendwann zu alt sein, diese Fotos zu machen, ist es Zeit, mit dem Job aufzuhören.

Isabel Imper

> Zum Artikel über das Spick-Jubiläum: Mit 30 noch kein bisschen erwachsen.

In Kürze
Nach Studienabschlüssen in Biologie und Journalismus arbeitete Hans Schödel sechs Jahre beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt und war daneben als freier Autor für verschiedene Kindermedien, unter anderem beim Tierfreund, und als Texter für Werbeagenturen tätig. Seit 2003 ist er beim Sailer-Verlag in Nürnberg als Chefredaktor der Schweizer Kinderzeitschrift Spick angestellt.

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Evoq: Frühlingskampagne für Shoppi Tivoli kreiert

Evoq hat für das Einkaufszentrum Shoppi Tivoli eine medienübergreifende Kampagne mit dem Leadmedium TV und weiteren Schwerpunkten wie Radio-, Online- und Inhouse-Werbung realisiert.

Zudem gestaltete Evoq die zweite Ausgabe des hauseigenen Shoppi Tivoli Fashion Magazins sowie die Key Visuals für die Fashion Events «Night-Shopping» und «Miss Schweiz Casting».

Verantwortlich bei Shoppi Tivoli Management: Patrick Stäuble (Centerleiter), Renato Blösch, Kevin Zimmerli (Marketing), Barbara Gasser (Public Relations). Verantwortlich bei Evoq: Christian Sutter (Mandatsleitung), Priska Krummenacher (Beratung, Projektleitung), Christoph Stalder (CD), Yves Bachmann (Design).

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Mit 30 noch kein bisschen erwachsen

Der Spick, das «schlaue Schülermagazin» aus dem Künzler Bachmann Verlag, wird 30. Gefeiert wird der runde Geburtstag mit zahlreichen Jubiläumsaktionen, Wettbewerben und einer Neulancierung.

Eine ausgestanzte 30, die den Blick auf alte Spick-Hefte freigibt, ziert die Titelseite der aktuellen Jubiläumsausgabe. «So alt sind wil schon?», fragt Flitz Flosch, der Frosch mit dem kleinen Sprachfehler, der seit der Gründung des Spicks zusammen mit Karl Kiebitz als «diplomierter Redaktionsberater » durchs Heft führt. Frech, kreativ, anders – kurz «spickig» – will die Kinderzeitschrift sein. Sie will «klug» machen und die Lesekompetenz von Kindern und Jugendlichen fördern, gleichzeitig aber auch unterhalten – mit Reportagen über Tiere, Technik, Sport, Natur und Umwelt , mit Witzen, Rätseln und Comics.

Mit einer Auflage von 35 000 Exemplaren ist der Spick nach wie vor die Nummer 1 unter den Schweizer Kinder- und Jugendzeitschriften. Vieles hat sich seit der Lancierung aber verändert: Das Design wurde dem Zeitgeist angepasst, neue Rubriken wie zum Beispiel «Total Digital» kamen hinzu, über die Website Spick.ch inklusive Newsletter werden die Leser heute auf dem Laufenden gehalten und auf dem Spick-Blog diskutiert die Community über Themen wie Verliebtsein, Klimaschutz, Atomkraft oder Apps. Seit der Künzler Bachmann Verlag den Spick herausgibt, wird das Schülermagazin ausserdem nicht mehr per Abheftung gesammelt, sondern in einer Box aufbewahrt.

Das Angebot rund um den Spick wird dabei stetig ausgebaut. In Zusammenarbeit mit der Sprachorga- nisation Lia Rumantscha und subventioniert durch die Sprachförderung des Kantons Graubünden, erscheint die Zeitschrift seit letztem September probeweise für ein Jahr auch auf Rätoromanisch. «Wir sind gut gestartet und ziemlich sicher, dass wir das Projekt weiterführen können», kommentiert Verlagsleiter Roger Hartmann die Lancierung. Seit vergangenem Jahr gibt es zudem das «Best of Spick», ein kostenloses Extraheft, das jeweils der November- Ausgabe beiliegt sowie am Kiosk erhältlich ist. Des Weiteren bringt der Spick zweimal jährlich Sommer- und Winterguides heraus. Dieses Jahr wird in Zusammenarbeit mit Sarasani, der Mitgliederzeitung der Pfadibewegung Schweiz und den SAC-Hütten, ein rund 72 Seiten starker Sommerguide produziert, ein «Überlebensbüchlein», bei dem typische Pfadfinderthemen im Zentrum stehen.

Um das Jubiläumsjahr gebührend zu feiern, sind für 2012 zusätzliche Aktionen geplant: Neben grossen Wettbewerben stehen Games und Gratis-Apps zum Download bereit. So zum Beispiel die App «Witzemixer », die den Kindern die Leserwitze in neuer Form präsentiert. Über die Facebook-Seite können Eltern, Grosseltern, Göttis und Gotten dem Magazin gratulieren, und um in den Schulen das Interesse an der Kinderzeitschrift zu wecken, wurde eine Lese-WM gestartet.

Darüber hinaus steht für diesen Frühling eine Neulancierung an. Mit «Big Spick – das Vätermagazin » richtet sich der Künzler Bachmann Verlag nun an die Väter der Spick-Leser. «Extra für grosse Männer mit einer gewissen Sehnsucht nach dem Kind im Manne», so die Herausgeber. Gestartet wird im Mai mit einer Auflage von gut 53 000 Exemplaren, die zweite Ausgabe ist für November geplant. Während für Big Spick Anzeigen geplant sind, sucht man in der Kinderzeitschrift vergeblich danach. Werbung gibt es beim Spick allerdings in Form von Bannerwerbung auf der Website. Und für Wettbewerbe und Jubiläumsaktionen arbeitet der Verlag mit Sponsoren zusammen. So steht unter dem Namen Jamadu, Coops Eigenmarke für Kinder, ein neues Onlinespiel bereit. «Die Kooperation mit Jamadu besteht, da wir es sinnvoll finden, wenn sich die Kids gesund ernähren», erklärt Hartmann. «Das Label ist eine gute Sache.» Seinen Kooperationspartnern gibt der Verlag eine Plattform, im Gegenzug legen diese den Spick und die Autoguides auf oder präsentieren das Spick-Logo. In finanzieller Sicht fallen Werbung und Sponsoring jedoch wenig ins Gewicht. Der Grossteil der Einnahmen, rund 90 Prozent, stammt aus dem Aboverkauf.

Werbung in eigener Sache ist demgegenüber für den Spick zentral, schliesslich wechselt, da die Leser aus der Zielgruppe herauswachsen, alle paar Jahre die komplette Leserschaft. «Der starke Brand hilft uns, neue Leser zu finden», so Hartmann. «Aber natürlich müssen wir uns im Marketingbereich stark engagieren.» Dazu arbeitet der Verlag mit verschiedenen Agenturen zusammen. Als Berater zur Seite steht ihm die auf Jugendmarketing spezialisierte Agentur Lasso Consulting. Unterstützung erhält der Spick ausserdem durch die St. Galler Agentur Live Minded. Ergebnisse der Zusammenarbeit werden bereits im April zu sehen sein. Dann macht der Spick mit einem TV-Spot auf das Jubilä- um aufmerksam.

Isabel Imper

> Zum Interview mit Chefredaktor Hans Schödel. 

Der Kopf der Spick-Redaktion mit Chefredaktor Hans Schödel sitzt in Nürnberg. Seit die damalige Eigentümerin Tamedia 2003 die Spick-Redaktion auslagerte, zeichnet der Sailer-Verlag, der verschiedene Kinderzeitschriften und Lehrmaterialien herausgibt, für den redaktionellen Inhalt verantwortlich. Zusammengearbeitet wird mit einem grossen Netzwerk an freien Mitarbeitern, die überwiegend in der Schweiz sind. Beim Künzler Bachmann Verlag in St. Gallen, der die Kinderzeitschrift 2005 von Tamedia übernahm, arbeiten zwei fest angestellte Redaktorinnen für den Spick. Für Werbung, Druck und Aboverwaltung ist der Künzler Bachmann Verlag ebenfalls zuständig. 

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Ruf Lanz: Für CKW Männer vom Pikettdienst in Szene gesetzt

Die Agentur Ruf Lanz hat für die Centralschweizerischen Kraftwerke (CKW) ein neues Sujet kreiert – diesmal mit den attraktiven Männern vom Pikettdienst.

Die Centralschweizerische Kraftwerke (CKW) versorgt 80 Gemeinden im Kanton Luzern zuverlässig mit Strom, wie die Agentur in einer Mitteilung schreibt. Seit drei Jahren kommuniziert Ruf Lanz für CKW.  Unter der Schlagzeile «Viele Luzernerinnen würden unsere Männer vom Pikettdienst gerne öfter sehen» wird diesmal die Zuverlässigkeit der CKW-Stromversorgung thematisiert. Bei einer Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent ist die Wahrscheinlichkeit nämlich verschwindend klein, dass frau diese Fachmänner jemals zu Gesicht bekommt.

Verantwortlich bei Centralschweizerische Kraftwerke AG (CKW): Simona Gambini (Leiterin Corporate Communications), Dorothea Ditze (Fachverantwortliche Medien). Verantwortlich bei Ruf Lanz: Danielle Lanz, Markus Ruf (CD), Marcel Schläfe (AD), Andreas Hornung (Text), Florian Fleischmann (Grafik), Sabrina Luck (Beratung), Heike Rindfleisch (Beratungsleitung). Foto: Oliver Nanzig. Bildbearbeitung: Patrick Rohner.

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Tilllate.com: Neues Design und mehr Inhalte

Das Nightlifeportal Tilllate.com hat einen neuen Webauftritt. Eine siebenköpfige Redaktion unter Redaktionsleiter David Cappellini liefert dazu neu täglich Stories aus den Bereichen Nightlife, People, Lifestyle und Clubkultur.

Neu wird Tilllate.com zudem auch regelmässig sämtliche 20 Minuten-Titel mit Inhalten zum Thema Nachtleben beliefern., wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Doch nicht nur der redaktionelle Inhalt ist neu: Tilllate.com erscheint neu mit frischem Design und neuer Navigation.

 

Station geht in die Klinik

Wenn Kinder ins Spital müssen, haben sie viele Fragen. Die Antworten darauf soll das Online-Spiel der Klinik für Kinder und Jugendliche des Kantonsspitals Aarau (KSA) liefern.

Zum 125-Jahre-Jubiläum hat sich das KSA zum Ziel gesteckt, die Spitalvorbereitung für Kinder innovativer und attraktiver zu gestalten, wie Station in einer Mitteilung schreibt. Die kleinen Patienten entdecken im Online-Spiel die Klinik und werden so über den Alltag im Spital aufgeklärt.

Das Spiel ist konzipiert für Kinder zwischen 3 und 8 Jahren und kann auch mit Eltern gespielt werden. Das erlaubt den Eltern, Fragen direkt zu beantworten und mögliche Ängste abzubauen. In Zusammenarbeit mit Station wurde ein interaktives Spiel entwickelt, das den kleinen Patienten die Angst nimmt und – mit einem Augenzwinkern – für einen Blick hinter die Kulissen sorgt. Vorbereitung ist ja schliesslich alles.

Verantwortlich bei KSA: Henrik Köhler (Gesamtverantortung), Claudia Penta, Pentacom (Projektleitung & Beratung), Scilla Turla, Daniela Hunziker, Andrea Hopmann, Nora Imbach, Helen Winkler, Raphael Widmann (Projektmitarbeit). Verantwortlich bei Station, Zürich: Patman  (CD), Patrick Stoll (Beratung), Michael Meister, Luisa Low Pew, Nils Oskamp, Natalie Töppe (Illustration), Luisa Low Pew, Osiris Roost, Mike Fischer, Michel Luarasi (Produktion), Dennis Schärer (Inhalte).

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Zu guter Letzt: Der wandelnde Internetzugang

Eine Marketing-Agentur in den USA hatte die lustige Idee, Obdachlose in ein T-Shirt mit der Aufschrift «Ich bin ein Hot Spot» zu stecken und sie auf der Strasse drahtlosen Internetzugang verkaufen zu lassen.

Heute verkaufen Obdachlose und andere Randständige typischerweise Publikationen zum Anfassen – in der Schweiz namentlich das Surprise-Magazin. Nun ist aber gemeinhin bekannt, dass bedrucktes Papier langsam, aber sicher durch Dateien und elektronische Lesegeräte ersetzt wird. Die Zukunft der Strassenverkäufer scheint ungewiss. Nicht so, wenn es nach einer US-Marketingfirma geht. Ihr Projekt «Homeless Hot Spots» macht Menschen zu Hardware: Die wandelnden W-Lan-Verkäufer, die einen Hot Spot mit sich herumtragen, haben T-Shirts mit ihrem Namen, einer Telefonnummer sowie der charmanten Aufschrift «Ich bin ein Hot Spot» an. Schickt man ein SMS, gibt es für zwei Dollar eine Viertelstunde Internet.

Praktisch, wohltätig, diskriminierend oder gar menschenverachtend? Das Projekt dürfte wohl polarisieren. Die wandelnden Internetzugänge würden aber sicher bei der breiten Bevölkerung deutlich besser ankommen, wenn auf dem T-Shirt statt «Ich bin ein Hot Spot» «Ich habe einen Hot Spot» stehen würde …

(Quelle: Spiegel.de)
 

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