Hochschul-Zertifikate für Social Media Management verliehen

Am 14. März 2012 wurde in Zürich den elf Absolventinnen und acht Absolventen der zweiten Durchführung des CAS Certificate of Advanced Studies in Social Media Management der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich ihr Zertifikat überreicht.

Somit gibt es in der Schweiz derzeit 42 Social Media Manager mit Abschluss auf Hochschul-Niveau, wie es in einer Mitteilung der HWZ heisst. Die Auszeichnung für den besten Studienabschluss erhielt Markus Pfister mit einer Gesamtnote von 5.7. Die dritte Durchführung hat Mitte Februar 2012 begonnen und diejenige im August ist in Planung und bereits gut belegt.

Die Absolventinnen und Absolventen des CAS Social Media Management sind: Sibylle Augsburger, Manuela Brunner, Adrian Ehrbar, Eva Feuz, Justyna Grund, Rebekka Häberli, Michael Kunz, Peter Kuster, Anita Meier, Marc Mouci, René Müller, Markus Pfister, Katja Sauerwein, Christine Schlittler, Silver Schlittler, Bernhard Schweizer, Désirée Strassmann, Daniela Wallner Kern, Regula Wysling.

Die Studierenden des CAS Social Media Management werden in 21 Studientagen befähigt, aus der Perspektive der integrierten Kommunikation eine Social-Media-Strategie für ihr Unternehmen zu entwickeln, zu implementieren und zu führen. Angesprochen sind insbesondere Marketing- und Kommunikationsprofis, die ihre Kompetenzen mit den neusten Entwicklungen im Bereich der interaktiven digitalen Medien ergänzen und so ihre Beratungs- und Umsetzungsfähigkeiten zeitgemäss halten wollen.
 

OMD: Zum Vortragabend in der Labor Bar geladen

Unter der Marke «OMD lädt ein …» organisierte Optimum Media Direction Schweiz am Mittwoch, 14. März 2012 bereits zum dritten Mal einen Vortragabend in der Zürcher Labor Bar.

Rund 170 Gäste folgten den Ausführungen von Managementforscher Hans A. Wüthrich zum Thema «Erfahrung – das Ende aller Fantasie?», wie OMD in einer Mitteilung schreibt. Die vorgestellten Beispiele von musterbrechenden Managemententscheidungen dürften wohl die meisten Anwesenden dazu angeregt haben, die eigenen Führungsstrukturen kritisch zu überdenken. Gute Ideen und Anwendungen wurden auch im anschliessenden von OMD-CEO Manfred Strobl moderierten Podiumsgespräch mit Lisa Feldmann, Chefredaktorin Annabelle, Thomas Truttmann, Marketing & Communications Director Switzerland & Head of Sports Europe McDonald's Suisse Restaurants und Patrick Warnking, Country Director, Google Switzerland aufgezeigt und diskutiert.

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Manfred Strobl.

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Hans A. Wüthrich.

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Podiumsdiskussion.

 

Glatte Spielereien mit der Zukunft

Das Glatt hat schon mehrmals neue Wege zum Shoppen als Erlebnis aufgezeigt. Jetzt wird im umsatzstärksten Einkaufszentrum der Schweiz der erste Ausprobier-Store der Branche getestet. TNC Network hat den Try Store entwickelt und holt mit einem Mix aus neuer Technologie und Game-Elementen etwas Shoppingzukunft ins Glatt.

Die Gesellschaft ist getrieben von Veränderungen. Aktuell unübersehbar tiefgreifend ist die neue Mobilität. Wir alle sind immer und überall mit dem Smartphone oder iPad unterwegs. Diese können immer mehr für beinahe alles eingesetzt werden. Wir können mit dem Smartphone spontan ein Plakat fotografieren und damit einen Einkauf auslösen. Wir können im Zug über das iPad die passenden Wanderschuhe für die kommenden Ferien suchen – die wir natürlich von zu hause aus über das Internet gebucht haben.

Wie wird eine solche Entwicklung schon bald auch unser alltägliches Einkaufsverhalten verändern? Wie werden wir morgen einkaufen? Welche Auswirkungen werden immer mehr mobile Möglichkeiten und Ablenkungen auf unsere Lust haben, zum Beispiel auch in Zukunft weiterhin ein Shopping-Center besuchen zu wollen?

Antworten auf diese Fragen von morgen werden bereits heute im Einkaufszentrum Glatt gesucht. Im Oktober 2011 wurde im führenden Einkaufszentrum der Schweiz der erste Ausprobier-Store dieses Landes eröffnet. Seither stehen neugierige Kunden dort täglich Schlange, um ein bisschen zwischen den «Gestellen» der Zukunft schmökern zu können.

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Mit einem gewohnten Shoppingerlebnis hat der Besuch im Glatt Try Store wenig gemein. Einkaufswagen, herkömmliche Regale oder Kassen sucht man hier vergeblich. Der Try Store ist architektonisch im Stil eines Pariser Concept-Store aufgebaut. Auf eleganten Podesten werden in grosszügigen Abständen möglichst dekorativ ausgestellte Produktneuheiten präsentiert. Eine noch entscheidendere Neuerung ist aber die futuristische Technologie. Neben jedem einzelnen Produkt ist ein iPad greifbar. Das mit einem Kabel gesicherte Gerät enthält eine innovative Shopping-Applikation, die Produktauswahl, Empfehlfeatures und Spielerlebnis miteinander verbindet.

«Das Glatt als führendes Einkaufszentrum der Schweiz ist immer bestrebt, seinen Kunden ein besonderes Einkaufserlebnis zu bieten. Mit dem Glatt Try Store haben wir Neuland betreten und mit einem Shoppingkonzept, das ganz im Zeichen der Innovation steht, ein Stück Zukunft ins Einkaufszentrum geholt», freut sich Stefan Gross. Der CEO vom Glattzentrum hat ein «enormes Interesse der Glatt-Besucher» feststellen können. «Das ausgesprochen positive Feedback zeigt uns, dass wir mit dem Try Store den Nerv getroffen haben. Als Shoppingcenter-Betreiber sammeln wir mit dem Try Store sehr wertvolle Erfahrungen zum veränderten Konsumentenverhalten und zum Einsatz neuer Kommunikationstechnologien in den Einkaufslandschaften von morgen.»

Entwickelt und umgesetzt wurde das Konzept von Bruno Beusch und Tina Cassani mit ihrer Agentur TNC Network. Diese berät Firmen zu den Themen Replay-Value, Kunden-Engagement sowie Einbindung neuer Kommunikationstechnologien und Gamestrategien im Shopping der Zukunft. TNC Network leitet Innovationsseminare und produziert seit 2003 in Paris, Kalifornien, Zürich und Köln die Kongressreihe und den Thinktank «Gamehotel» zum wachsenden Einfluss von interaktiver Unterhaltung und mobilen Lifestyle- und Kommunikationsplattformen auf die Konsumgewohnheiten heutiger Kunden.

Consumer, Trysumer und Playsumer

Es wird im «Zeitalter des Engagements» immer stärker darum gehen, Formate anzubieten, mit denen Konsumenten erreicht werden, die eine aktive und spielerische Mitwirkung in Marken- und Shoppingumgebungen fordern. Als «Trysumer» und «Playsumer » wollen die Consumer die Trends selber aufspüren, Neuheiten vor dem Kauf ausprobieren und ihre Meinungen mit Freunden austauschen.

Eine nun konkrete Anwendung mit dem Try Store im Glatt basiert darauf, dass interessierte Konsumenten auf spielerische Weise neue Produkte entdecken können. «Bei 100 verschiedenen Sorten von Softgetränken, täglich neuen Kosmetikprodukten und schier unzähligen Variationen von Naschereien ist es für Konsumenten im breiten Angebot immer schwieriger geworden, noch etwas Neues zu entdecken», meint Bruno Beusch. Im von ihm entwickelten Try Store werden nun jeden Monat eine wechselnde Kollektion von 15 bis 20 neuen Produkten übersichtlich und «anmächelig» inszeniert in einem sehr schön gestalteten Showroom.

Ein neuer Fair-Trade-Sirup der Migros, ein Softdrink nach altem russischem Rezept, ein Shampoo oder Sushi in der Box eines amerikanischen Labels sind Neuheiten, die eben erst auf den Markt gekommen sind. Diese finden im Try Store ihr Testpublikum. Wer sich auf dem iPad neben den Auslagen als Interessent für das Ausprobier-Angebot registriert, wird zum «Trystorista» und darf zwei Produkte gratis auswählen. Diese kann der Schnupper-Kunde direkt im Laden über das iPad bestellen. Dabei gibt er auch an, ob er die Waren sofort am Pick-up-Schalter abholen will oder erst nach einem weiteren Rundgang im Shopping-Center. Wer seine zwei Produkte bezogen hat, muss vier Tage pausieren. Dann ist sein Konto wieder offen für ein neues Kontingent mit zwei Artikeln.

Ausgewählte Gamedynamiken prägen dieses Shopping-Erlebnis. Dem Glatt Try Store liegt eine mehrstufige Engagement-Architektur zugrunde, die auf bewährten Spielmechanismen basiert. Im Zentrum steht das Konzept des Replay-Value. «Dieser Wert garantiert durch die Verbindung von Spielfreude, aktiver Teilnahme, Belohnungssystemen und Status-Upgrades eine hohe Erlebnisqualität auch bei häufiger Nutzung und ermöglicht so, positiven Einfluss auf das Konsumverhalten und die Kundenloyalität zu nehmen», erklärt Bruno Beusch.

Social Shopping und Tryvertising

Der Glatt Try Store verbindet verschiedene Impulse aus Social Shopping, Concept-Stores, Freemium-Modellen und dem Prinzip des Tryvertising – «try before you buy». Und in einer solchen Umgebung müssen auch die Elemente des Social Media zum Spielen kommen. Über einen integrierten Facebook-Button können «Trystoristas» ihre Beute an ihre Freunde vermelden und weiterempfehlen. Dazu findet sich auf dem iPad auch eine Spielarchitektur, über welche ganz einfache Games gespielt werden können. Das sind Einminutenspiele, die dazu da sind, «dass die Leute Spass haben beim Einkauf», erklärt Beusch. Denn er ist überzeugt: «Wenn wir heute Konsumenten ansprechen wollen, müssen wir sie bei der Spiellust und der Entdeckerfreude abholen. Das ist unser Ansatz.»

Ist somit der Try Store eine verspielte Form von Marktforschung? – Bei TNC sieht man es eher als eine neue Marketing-Plattform. Statt des in einer anderen Umgebung «billig» wirkenden Waschmittels bekommt der Anbieter mit der eleganten Präsentation in der Architektur eines Concept-Stores eine Aufmerksamkeit für seine Produkte, die er sonst nicht erreichen könnte. Dazu kommt ein sehr überdurchschnittliches Shopping-Vergnügen mit den verschiedenen Spielelementen.

Die Spielmechanismen sind so eingebracht, dass es bestimmte Levels gibt. Je aktiver ein «Testkäufer» Produkte auswählt und weiterempfiehlt, desto höher steigt er im Membership-Level. Mit einem möglichst interessierten Engagement kann man vom «Trystorista Trendsetter» zum «Trystorista Royal» aufsteigen. Entsprechend seinem Level bekommt ein Kunde seine zwei Produkte in einem differenzierenden Shopping-Bag ausgeliefert. «Eine augenzwinkernde Status-Ansprache, die Spass machen soll», erklärt Beusch. Und es funktioniert.

Oft würden Angestellte über Mittag im Try Store kurz etwas shoppen und dann mit einem Level-3-Bag ins Büro zurück kehren – um dort ihre Kolleginnen zu provozieren, die kurze Zeit später ebenfalls im Try Store auftauchen. Um dann mit einem Level-4-Bag triumphierend die Kollegen überboten zu haben. «Das ist ein Spass, der nicht darauf hinausläuft, dass ich Punkte für spätere Vergünstigungen sammle. Deshalb kommen auch keine Schnäppchen-Jäger, sondern interessierte Kunden, die neugierig auf neue Produkte sind», schätzt Beusch.

Die Besucher des Try Store wollen spielerisch mit Markenumgebungen umgehen und sich einbringen können. «Ich bin überzeugt, dass Spielmechanismen überall eine wichtige Rolle spielen, wo es darum geht, einen Konsumenten ansprechen und einbinden zu können», ist das Credo von Beusch. Eine solche Shopping-Technik macht das Erlebnis nachhaltig und spannend. 

Sichtbaren Spass am Try Store im Glatt zeigen Kunden aus den verschiedensten Zielgruppen. «Das Ganze ist so designt, dass es eine gewisse Wertigkeit ausstrahlt», betont Beusch. Das Experiment ist mitten im Zentrum der Mall eingerichtet. Im Try Store sind permanent drei Store-Agents präsent, die sich um die Kunden kümmern. Das Bedürfnis nach einem möglichst menschlichen Shopping-Erlebnis wird auch am Pick-up-Schalter bedient. Dort konversiert das Personal mit den «Trystoristas» nach wenigen Besuchen bereits angeregt über die neuen Produkte wie mit alten Stammkunden. Die Angebote stammen von marktführenden Partnern. Dazu gehören Unternehmen der Migros-Industrie und andere prominente Schweizer Brands wie Emmi, Wander, Zweifel, Rausch, Hug. Aber auch internationale Marken wie Kraft Foods, Reckitt Benckiser, Palmolive, General Mills, Guhl und kleinere Labels für Nischen-Entdeckungen.

Und der Gewinn für die Hersteller? Diese bekommen von TNC natürlich wertvolle Daten und Feedback rund um ihre neuen Produkte. «Die Partnerunternehmen erhalten von uns aber absolut keine Kundendaten », betont Beusch. Wer sich bei dem Try Store registrieren lässt, kann auf vollständige Anonymität vertrauen. «Das ist auch einer der Erfolgsfaktoren.» Die verlangte E-Mail-Adresse dient nur dazu, dass niemand mehr als einen Account führen kann.

Bruno Beusch geht davon aus, dass dieses Produkte-Entdecken im gehobenen Game-Ambiente besser ankommt als das simple Verteilen von Samplings. «Der Kunde wählt zwei Produkte von einem gewissen Wert. Als Gegenleistung muss er nicht seine Daten preisgeben. Er schenkt den Produkten dafür seine volle Aufmerksamkeit. Das ist in der Unübersichtlichkeit heutiger Konsumlandschaften von unschätzbarem Wert.»

Das spricht einen neuen Konsumententyp an, der in der Marktforschung nichts von seiner Privatsphäre preisgeben will – aber trotzdem Lust hat, etwas zu bekommen. Bei TNC weiss man: Zentral wird in Zukunft auch die Wertschätzung sein, die dem Kunden entgegengebracht wird. Im Try Store werden die Kunden persönlich und individuell angesprochen und in einen positiven Feedbackloop eingebunden. «Wir zeigen diesem Kunden, dass wir ihn als Konsumenten ernst nehmen. Wir geben ihm etwas. Seine Meinung ist uns wichtig und es ist erwiesen, dass er die Produkte, die er in einem inspirierenden Umfeld entdeckt hat, positiv in Erinnerung behält und auch kaufen wird.»

Viele der im Try Store angebotenen Produkte finden sich parallel zur Test-Präsentation oder kurze Zeit später in den Regalen der Läden im Glatt. Ob und wie die Erfahrungen aus dem Try Store das Verhalten auch zwischen diesen Regalen in Zukunft noch kreativ verändern werden, kann heute niemand orakeln. Konkrete Resultate hat das Experiment aber bereits gezeigt: «Wir sind überwältigt vom anhaltenden Erfolg, der unsere Erwartungen weit übertroffen hat. Nach fünf Betriebsmonaten liegt die Mitgliederzahl weit im fünfstelligen Bereich. Wir haben in diesen Monaten mit 30 Partnern aus dem Kosmetik- und Lebensmittelbereich zusammengearbeitet und im Glatt Try Store bereits über 130 Produktneuheiten präsentiert», fasst CEO Stefan Gross den Erfolg zusammen.

Der Try Store im Glatt wird noch bis Ende März geöffnet bleiben. Dann wird die Idee auf Tour gehen. Bereits im Herbst folgt für einen Kunden aus dem Shopping-Center-Bereich in Deutschland ein weiteres Konsum- und Erlebnis-Format, bei dem erprobte Gamestrategien von TNC zum Einsatz kommen.

Andreas Panzeri
 
Das Glatt
Das Glatt hat das Jahr 2011 mit einem Gesamtumsatz von 634 Millionen Franken abgeschlossen, was leicht schwächer ist als im Vorjahr. Das Jahr 2011 war von den umfangreichsten Ladenerneuerung seit 20 Jahren geprägt, wobei durch die insgesamt 30 Umbauten in den ersten zehn Monaten zwischen 5 und 10 Prozent der Verkaufsfläche geschlossen waren. Die Besucherzahlen zeigen mit 8,3 Millionen deutlich nach oben (+5,3 Prozent), was von der Leitung der grösseren Attraktivität und verbesserten Erreichbarkeit zugeschrieben wird.

In Kürze
TNC Network (www.tnc.net) wurde 1995 in Paris gegründet. Die Agentur von Geschäftsführer Bruno Beusch ist spezialisiert auf die Anwendung von Gamestrategien und neuen Kommunikationstechnologien in Konsum- und Erlebniswelten. TNC Network entwickelt für internationale Kunden innovative Handels-, Erlebnis- und Marketingformate, denen eine übergreifende Engagement- Architektur zugrunde liegt. 

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Russische Zeitung mit Karlsmedaille für Medien ausgezeichnet

Die russische Zeitung Nowaja Gaseta (Neue Zeitung) erhält die Karlsmedaille für Medien 2012. Die mutige Arbeit der Redakteure ungeachtet persönlicher Konsequenzen verdiene Anerkennung und Respekt, teilte das Kuratorium am Donnerstag mit.

Trotz staatlicher Restriktionen setze sich die Zeitung für die demokratischen Grundwerte der Meinungs- und Pressefreiheit und für die Sicherung der Menschenrechte ein. Die 1993 gegründete Zeitung sei ein unabhängiges, meinungsbildendes Presseorgan in Russland, stellte die Kuratoriums-Vorsitzende Frauke Gerlach in der Mitteilung fest. «Die Redaktion arbeitet unter schweren Bedingungen.» Die Zeitung, die unter anderem in Deutschland, England, Frankreich und Spanien erhältlich ist, leiste einen wichtigen Beitrag zur europäischen Vernetzung Russlands.

Schon mit der Preisträgerin im vergangenen Jahr, der italienischen Verlegerin Inge Schönthal-Feltrinelli, hatte das Kuratorium die Presse- und Medienfreiheit als zentrales Thema in Europa unterstrichen. Die Verleihung findet am 10. Mai in Aachen statt. Die Auszeichnung wird in Anlehnung an den Karlspreis für einen herausragenden Beitrag zur europäischen Integration im Medienbereich vergeben. (SDA/DPA)

(Bild: Wikipedia.org)

SRF: Marius Born übernimmt die Redaktionsleitung «Dok»

Marius Born, bisher Redaktionsleiter «Eco», wird ab 1. August 2012 neuer Redaktionsleiter «Dok». Er übernimmt die Nachfolge von Christoph Müller, der die Redaktion «Dok» seit 2008 leitet. Christoph Müller geht in Pension und wird in Zukunft als freier Filmschaffender tätig sein.

Marius Born arbeitete als freier Mitarbeiter schon für verschiedene Redaktionen des Schweizer Fernsehens («10vor10», «Reporter», «Eco»), wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. In dieser Funktion begleitete er im Herbst 2007 den Sendestart von «Eco» und war seither freier Autor beim Wirtschaftsmagazin. Am 1. Dezember 2009 übernahm er die Redaktionsleitung «Eco». Die Stelle Redaktionsleiter «Eco» wird ausgeschrieben.

 

Schweizer Illustrierte: Stefan Regez wird neuer Chefredaktor

Der neue Chefredaktor der Schweizer Illustrierten heisst Stefan Regez. Der 40-Jährige ist seit April 2010 bei der SI tätig und hatte deren Leitung interimistisch bereits seit dem 1. September 2011 inne. Neu in die Chefredaktion wechseln zudem Ueli Walther und Monique Ryser.

Stefan Regez (Bild) studierte Geografie, Geschichte und Geologie an der Universität Bern, wie Ringier in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Seine journalistische Laufbahn begann er 1995 als freier Mitarbeiter der Handelszeitung. Von 1999 bis Ende 2006 war er in der Geschäftsleitung von Gossweiler Media, fünf Jahre davon als Chefredaktor der Jungfrau Zeitung. 2007 wechselte er als Kommunikationsberater nach Zürich, wurde im Dezember 2007 zuerst Nachrichtenchef, später Chefredaktor der Pendlerzeitung News. Seit 1. April 2010 war er Nachrichtenchef und Stellvertretender Chefredaktor der Schweizer Illustrierten.

Neuer Stellvertretender Chefredaktor der SI wird Ueli Walther. Der 52-Jährige studierte Schweizer Geschichte, Ethnologie und Journalistik an der Universität Bern, begann seine journalistische Karriere beim Der Bund, der Berner Zeitung, war Chef der Inlandredaktion der Schweizerische Politische Korrespondenz SPK in Bern und Nachrichtenredaktor der Sonntagszeitung. 1995 kam er zu Ringier, wechselte zuerst zu Cash, war ab 2000 Stellvertretender Chefredaktor des Blick. Ab 2004 arbeitete Walther als Stellvertretender Chefredaktor der Sonntagszeitung – und seit Januar 2011 ist er Nachrichtenchef von
20 Minuten Online. Das Datum seines Stellenantritts ist noch offen.

Monique Ryser wird per sofort Mitglied der SI-Chefredaktion. Die 49-Jährige arbeitete ab 1982 für die Berner Zeitung, war von 1989 bis 1993 akkreditierte Bundeshausjournalistin für Associated Press AP und von 1993 bis 1998 Bundeshausjournalistin für den Blick. 1998 wurde Ryser Nachrichtenchefin der SI und gründete 2004 ihre eigene Beratungsagentur. Sie hat bislang bereits die redaktionelle Leitung des viermal jährlich erscheinenden Sonderheftes Grün der Schweizer Illustrierte inne. Ihr Teilzeit-Mandat in der Chefredaktion ist befristet bis Ende Jahr.

 

Wir befinden uns auf dem richtigen Kurs

Die Webrepublic in der Zürcher Mühle Tiefenbrunnen ist eine Agentur für effizientes Online-Marketing und Digitale Strategie, spezialisiert auf Search-Engine-Marketing. Das Start-up von Tom Hanan zählt bereits über 20 Mitarbeitende und verfügt über Google-Know-how, das im Schweizer Markt einzigartig ist.

Die Mitarbeitenden wussten nicht, wohin es geht. Nur eine Prognose für die zu erwartenden Temperaturen wurde verraten. Dazu der Hinweis: den Reisepass mitnehmen. Und Kleider für vier Tage. Hoch über den Wolken wurde dann klar: Das gesamte Team der Webrepublic fliegt für ein verlängertes Weekend nach Kos. Dort wurden die Kajüten bezogen. Der Segeltörn führte zu verschiedenen Inseln. Auf jeder gab es ein neues Thema zum Erarbeiten. «Vision Cruise» lautete das Motto der Mitarbeiterschulung. «Segeln ist ein kreatives Umfeld, wo man nicht nur seine Seele baumeln lassen, sondern auch gute Gespräche führen kann», freut sich Tom Hanan über den Erfolg. Eine halbe Woche im gleichen Boot hat aus über 20 Mitarbeitenden eine Crew gemacht.

«Firmenkultur» ist für den Managing Director der Webrepublic ein zentrales Anliegen. «Man ist umgeben von Leuten, die mit Begeisterung, Herz und Seele ihre Arbeit machen.» Dazu gehört auch eine sehr offene Kommunikation. «Was wir im Kern unserer Agentur für Online-Marketing leisten, ist die absolute Speerspitze von Innovation in Sachen Kommunikation und Distribution im Internet. Da gibt es noch kein Buch, wo man nachschlagen kann. Wir machen immer das Neueste. Die Innovation ist einfach zu schnell», analysiert Hanan. Diese Stimmung hat auch etwas Abenteuerliches. Deshalb ertönt nach einem Anruf bei der Webrepublic auch die Musik von «Indiana Jones» in der Warteschlaufe. «Wir interpretieren uns als der Entdecker, der sich mit der Machete durch den Dschungel kämpft.» Ein noch besseres Bild wäre vielleicht ein Laserschwert.

Der «Indiana Jones» des Schweizer Suchmaschinen- Marketings hat seine Berufung bei Google gefunden. Bevor Tom Hanan 2003 der erste Mitarbeiter von Google Schweiz wurde, ist er als Skipper ein halbes Jahr lang um die Welt gesegelt.

Vor seiner Abreise hat Tom Hanan noch kurz eine Bewerbung an [email protected] gemailt. In seinen Referenzen stand: Aufgewachsen in Zürich als Sohn einer Schweizerin und eines Amerikaners. Studium der Astrophysik sowie BWL und Marketing in den USA. Eingestiegen in die Berufswelt 1998 bei Multimedia Development. Das war die erste Online- Media-Agentur der P, aus der später Real Media wurde. Anschliessend wirkte Hanan drei Jahre für den Aufbau von Yahoo Schweiz.

Die Zusage von Google hat ihn auf hoher See in der Karibik erreicht. Zuerst von seiner eigenen Wohnung in Erlenbach aus, dann kurz im Seefeld und schon bald nach dem Start im Zürcher Hürlimann- Areal, hat Tom Hanan in einem rasant wachsenden Unternehmen von bald einmal 700 Internet-Spezialisten aus aller Welt das Grosskundengeschäft von Google in der Schweiz und Österreich aufgebaut. In den letzten zwei seiner acht Jahre beim Suchmaschinen- Giganten war Hanan verantwortlich für die Agenturlandschaft. «In dieser Zeit habe ich gesehen, dass es in diesem Bereich noch Platz hat für eine Agentur, die sich im Umfeld vom Suchmaschinenmarketing spezialisiert», fasst er den logischen Schritt zu seinem ersten eigenen Unternehmen zusammen. Die Webrepublic ist stark beeinflusst von Hanans Zeit bei Google und Yahoo.

Im Kerngeschäft erstellt und betreut die Agentur Suchmaschinen-Marketing-Kampagnen. Als Startup im Jahre 2009 von Tom Hanan gegründet, ist die Webrepublic in der Zürcher Mühle Tiefenbrunnen «organisch aber schnell mit den Kunden und ihrer Grösse gewachsen». In diesem sich rasant wandelnden Umfeld hat die junge Agentur die Bedürfnisse des Marktes immer wieder neu identifiziert. «Wir haben schnell gesehen, dass die beste Kampagne nichts bringt, wenn die Website nicht optimal stimmt. Also boten wir an, auch noch die Website zu optimieren.»
Bei der Webrepublic schaut man nicht nur effizient, wie der User auf die Site kommt, sondern analysiert auch sehr schnell: Was er macht, wenn er auf der Seite ist? Woher kommt er geografisch? Mit welcher Sprache kommt er auf die Site? Wie effizient kann die Site die Fragen des Users beantworten? «Damit können wir den ganzen Kreislauf so effizient wie möglich gestalten. Von der Frage des Users bis zur sogenannten Conversion – einem Kauf oder einer Registrierung.»

Bei der Webrepublic wird an einem Scheitelpunkt gearbeitet, wo Werbe- oder Medienbudgets immer stärker von Kunden nach deren Effizienz hinterfragt werden. Hier können Facts and Figures geliefert werden. «Unsere Kunden bekommen eine Kampagne, die hochgradig effizient ist», verspricht Hanan. Suchmaschinen- Kampagnen basieren auf der Analyse, wie der User nach Produkten sucht. Die Eingabe des Keywords «last minute» im Suchfeld von Google beispielsweise ist nur ein erster Schritt im Entscheidungsfindungsprozess beim Buchen einer Reise.

Nach einer ersten Sichtung der Suchergebnisse geht man wieder zurück zu Google und spezifiziert die Suche durch «last minute mit Strand». Darauf folgt möglicherweise «last minute mit Strand Kleinkindbetreuung ». So umfasst eine durchschnittliche Recherche 20 bis 30 Suchanfragen. «Hier müssen wir verstehen: An welchem Punkt ist jemand in der Entscheidungsfindung? » Dort muss die richtige Botschaft kommuniziert werden. Auf der anderen Seite analysieren die Spezialisten bei der Webrepublic auch, was passiert, wenn der User auf der Website ist. «Eine Kampagne ist nur 50 Prozent der Story. Die anderen 50 Prozent passieren, wenn der User effektiv auf der Site ist. Das heisst, wir müssen es schaffen, dass diese Site wirklich die Sprache der User spricht. Ich sage deshalb oft: Ob eine Website gut oder schlecht ist, entscheidet weder die Agentur noch der Marketingchef, sondern der User. Wir müssen analysieren und verstehen, wie der User mit dieser Website interagiert.»

Webrepublic macht kein Webseiten-Design. «Aber wir analysieren den Effizienzgrad der Webseiten und haben einen Partner, der dann kleine Elemente auf der Website verändert. Man kann mit kleinen Elementen herumspielen und diese immer wieder testen.» Dazu leiten die Suchmaschinen- Werber einen Teil des Traffics auf die Version A und den anderen auf Version B. Dann wird live gemessen, wo mehr passiert. «Bei uns geht es im Kern darum, so effizient wie möglich die Sprache des Users zu sprechen.»

Hat eine solche Arbeit bereits mehr mit Statistik als mit herkömmlicher Werbung zu tun? Hanan nennt es «data driven innovation». Die Kommunikationsmassnahmen werden ganz klar gemessen. Schliesslich sehen die Werber genau, was das Resultat ist. In diesem Sinn haben 90 Prozent der Kampagnen, die bei Webrepublic gefahren werden, ganz klar die Zielsetzung «Abverkauf zu generieren».

Tom Hanan ist aber überzeugt: Die klassischen Werbewerte wie Branding, Image und Emotionen werden nach wie vor ihre Daseinsberechtigung in der digitalen Kommunikation haben. Aber dann mehr im Bereich der Banner und grafischen Elemente. Wenn von der Webrepublic grafische Elemente platziert werden, kommen jeweils umgehend die Rechner zum Zug. «Wir messen den gesamten Weg von der grafischen Anzeige bis zu den Suchanfragen, welche aufgrund dieser Anzeige ausgelöst wurden, und folgen dem Kunden dann weiter bis schliesslich zum Kauf.» Für einen grossen Kunden konnte man anhand von Suchvolumen- und Keyword-Analysen wertvolle Informationen für die Produktentwicklung des Unternehmens generieren. Für die Kunden der Webrepublic können so gezielt Trends analysiert und aufgedeckt werden.

Webrepublic ist entstanden «aus der Emotion heraus, eine Agentur zu gründen, die einen anderen Weg gehen und alte Strukturen herausfordern will – ich suchte einen Namen, der das widerspiegelt.» Im Logo fällt ein kleiner Stern auf. Dieser soll andeuten, dass man in der Webrepublic auch eine kleine Web-Revolution voranstossen will. «Wir wachsen mit unseren Kunden und, wo es enden wird, sehen wir extrem flexibel.» Und weil das Internet mit Garantie noch weiter wachsen wird, sind in der Mühle schon mal vorsorglich Arbeitsplätze für 35 Leute reserviert. «Ich will aber nicht die Identität verlieren und schneller wachsen, als mich die Beine tragen können», meint Hanan.

Die Webrepublic hat einen sehr stringenten Ansatz, wie Leute rekrutiert und ausgebildet werden. «Im Umfeld, in dem wir uns bewegen, ist es schwierig, die richtigen Leute zu finden. Wir werden oft von Kunden angefragt, ob wir ihnen jemanden vermitteln können, der im Onlinebereich den Durchblick hat.» Deshalb unterstützt Hanan auch mit zielgerichteten Kampagnen die Rekrutierung neuer Mitarbeiter für seine Kunden.

Für die Migros hat die Webrepublic inhouse eine eigene Abteilung aufgebaut. «Wir wollten ein Team, das sich intensiv mit der Migros, ihrer Marke und ihrer Botschaft assoziieren kann. Wenn wir die Anzeigentexte für die AdWords-Kampagne schreiben, sollen diese auf die Sprache und Emotionen der Migros Rücksicht nehmen.»

Wie Google arbeitet auch die Webrepublic von Zürich aus international: «Wir sehen es nicht als Swiss Wide Web, sondern World Wide Web», meint Hanan. Er ist überzeugt «think global act local» ist im Internet ganz zentral wichtig. «Aber eine Kampagne, die wir in der Schweiz aufsetzen und für Österreich oder Deutschland adaptieren wollen, müssen wir so anpassen, wie der lokale Markt tickt.» Möglich wird das aufgrund der Analyse der lokalen Suchgepflogenheiten. «Weil wir einen solchen Ansatz fahren, ist unser Ziel auf jeden Fall, dass wir internationalisieren werden und können.» Bei der Webrepublic finden sich im Team bereits Muttersprachler, welche Französisch, Italienisch, Spanisch, Englisch und Russisch sprechen. Zudem verfügen alle Webrepublic-Mitarbeiter über das Google-Ad- Words-Professional-Zertifikat, von der Office-Managerin bis hin zum Software-Entwickler.

Auch Technologie ist ein wichtiges Thema im Umfeld der Webrepublic. So findet sich auch ein ETH-Entwickler an Bord des Teams und im Advisory Board steht den Zürchern mit Abhay Puri einer der ersten 20 Google-Mitarbeiter weltweit mit Rat und Tat zur Seite. «Abhay Puri ist einer der Ur-Ingenieure von Google und liefert uns immer wieder Ideen für neue Produkte, mit denen wir unsere Kunden noch effizienter bedienen können.» In der Folge hat die Webrepublic jetzt als erste Agentur eine Warehouse API programmiert. Das ist ein Programm, welches automatisch und dynamisch die Suchmaschinenkampagnen mit dem aktuellen Stand des Lagers synchronisiert. Das ist interessant für alle Kunden mit Online-Shops, welche mehrere 100 000 Produkte im Angebot haben. Sobald ein Produkt ausverkauft ist, wird das Keyword in der Kampagne pausiert.

Und was wird als Nächstes kommen? Auch Skipper Tom Hanan kann nicht über den Horizont hinaus blicken. Aber: «Ich kenne den Kurs, den wir steuern müssen. Auf dem Weg dorthin wird noch sehr oft der Wind wechseln. Dann müssen wir dementsprechend unseren Kurs anpassen oder die Segel trimmen.»

Andreas Panzeri

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Beim viertägigen Segeltörn der Webrepublic im September haben die 20 Mitarbeitenden Workshops in wechselnden Teams absolviert. In antiken Kulissen in der Ägäis wurden Filme gedreht, in denen zum Beispiel «Kundenservice» in diesen Ruinen neu interpretiert wurde. Jeder musste ein Logbuch führen und darin seine Visionen festhalten, wohin die Reise aus Sicht der Mitarbeiter gehen soll. Diese Visionen sind inzwischen in die Planung der Geschäftsleitung eingeflossen, damit sich in der Entwicklung der Webrepublic das ganze Team einbezogen fühlt.
 

Vertragsänderungen korrekt durchführen

Wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, Aufträge zurückgehen und der Umsatz sinkt, sind Agenturen gezwungen, Kosten zu sparen. Da die Löhne einen grossen Teil der Betriebskosten ausmachen, liegt es nahe, beim Personal Abstriche zu machen. Dabei sind aber gewisse Regeln zu beachten, schreibt Irmtraud Bräunlich Keller, Arbeitsrechtsexpertin beim Beobachter-Beratungszentrum.

Eines vorweg: Was Arbeitgeber nicht tun dürfen, ist, Angestellte, die sie im Moment nicht beschäftigen können, einfach nach Hause zu schicken und die Löhne entsprechend zu kürzen. Dies ginge nur bei Personen, die ausdrücklich auf Abruf eingestellt sind und die auch in der Vergangenheit nur unregelmässig und nach Bedarf eingesetzt wurden. Für alle anderen gilt: Verträge sind einzuhalten. Betriebe, die jemanden nicht mehr oder nur noch in geringerem Masse beschäftigen können, bleiben nach Obligationenrecht trotzdem zur üblichen Lohnzahlung verpflichtet. Nachholen müssen die Angestellten die unfreiwilligen Minusstunden nicht. Dies gilt solange, bis das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäss aufgelöst ist (Art. 324 OR).

Natürlich können Sie Verträge Ihrer Angestellten an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen anpassen. Das heisst, Sie können Lohnkürzungen A420310vornehmen, das Pensum einzelner Angestellter reduzieren oder allzu üppige Spesenregelungen, Gratifikationen oder Dienstaltersgeschenke auf ein realistisches Mass zurechtstutzen. Freiwillige Leistungen können Sie auch ganz abschaffen. Allerdings geht dies nicht von heute auf morgen – es sei denn, die Mitarbeiter sind einverstanden. Ist eine gütliche Einigung nicht möglich, können Sie die Verträge nur unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfrist abändern (so genannte Änderungskündigung). Dabei genügt es, wenn Sie Ihren Mitarbeitern die Vertragsänderung zur Unterschrift vorlegen und dabei festhalten, dass die Neuerungen erst nach Ablauf der geltenden Kündigungsfristen gelten sollen. Wird beispielsweise die Vertragsänderung im April mitgeteilt, werden die neuen Bedingungen bei dreimonatiger Kündigungsfrist auf den 1. August wirksam. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die bisherigen Verträge ausdrücklich zu kündigen, den Mitarbeitern aber gleichzeitig einen neuen Vertrag zu veränderten Bedingungen anzubieten. Dieses Vorgehen empfiehlt sich, wenn nicht nur einzelne Punkte geändert werden, sondern völlig neue Vertragsbedingungen gelten sollen.

Laut Bundesgericht sind Änderungskündigungen zulässig. Ausnahmsweise kann eine Änderungskündigung allerdings missbräuchlich sein, wenn sie eine erhebliche Verschlechterung der Arbeitsbedingungen mit sich bringt, für die es keine sachliche Rechtfertigung gibt. Den Missbrauch beweisen muss allerdings der Arbeitnehmer. Klar missbräuchlich wäre es jedoch, einem Mitarbeiter mit der Kündigung zu drohen für den Fall, dass er einer sofortigen Vertragsänderung nicht zustimmt.

BUCHTIPP
Arbeitsrecht: Vom Vertrag bis zur Kündigung
Dieses Handbuch der Beobachter-Arbeitsrechtsspezialistin verschafft den Durchblick. Was gehört in einen Arbeitsvertrag? Was tun bei einer Lohnkürzung? Wie läuft es mit Überstunden? Wie kündige ich korrekt? Wie kann ich mich wehren? Hier finden Sie kompetente Antworten auf Ihre Fragen, wegweisende Gerichtsurteile und viele praktische Tipps. 272 Seiten, Fr. 36.–
11., überarbeitete und aktualisierte Auflage, 2011.
ISBN 978 3 85569 440 2
Beobachter-Buchverlag
 

Gratistarif für Daten?

Netzbetreiber bieten zwar zuverlässige und leistungsfähige Mobilfunknetze, doch darüber hinaus kaum Angebote für die Werbetreibenden – und verweisen dabei auf mangelndes Interesse der Werbebranche.

Längst ist es beim Telefonieren üblich, den Kontakt zu den Kunden über Gratisnummern abzuwickeln, wenn es um konkrete Bestellungen oder Aufträge geht. Ist es auch beim Datenverkehr auf Smartphones und Tabletts ein Vorteil, wenn der Absender von Werbebotschaften die Transportkosten übernimmt? Die amerikanische Telefongesellschaft AT&T sieht hier ein Marktbedürfnis, und am Mobile World Congress in Barcelona Ende Februar kündigte der zuständige Bereichsleiter an, bis im nächsten Jahr ein Pendant zu 0800-Nummern beim Datenverkehr zu haben. App-Betreiber sollen damit werben können, wer ihre mobile Anwendung benütze, werde von Kosten verschont. Doch es geht nicht nur um Apps: Neuste Handys mit hinreichend grossen Bildschirmen laden Werbetreibende ein, ihre Produkte in hochauflösenden Videos den Kunden auch unterwegs vorzuführen. Werden Video-Spots in einer guten Bildqualität auf mobile Endgeräte gestreamt (schnelle und leistungsfähige Datennetze machen dies möglich), kann es rasch um grössere Datenmengen gehen. Da könnte es dann auch hierzulande zum guten Ton gehören, dass der Absender die Frachtkosten übernimmt, was vom Publikum sicher positiv aufgenommen und bestenfalls mit reger Nachfrage honoriert werden wird.

Sowohl für Swisscom wie für Orange sind die Pläne des amerikanischen Telefongiganten kein Neuland: «Solche Ideen haben wir bereits vor einigen Jahren geprüft, beispielsweise für SMS-Kosten», sagt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze und konstatiert: «Bisher spüren wir aber keine Nachfrage von Werbetreibenden. » Und Therese Wenger, Director Media, PR & Political Affairs bei der Orange Communications SA, verweist auf Tests für ein mobiles Werbekonzept im Jahr 2008, mit dem Orange-Kundinnen und -Kunden Gutschriften erhielten, wenn sie Werbung akzeptierten. Und auch sie stellt fest: «Auf das Einführen eines diesbezüglichen Angebotes haben wir bisher verzichtet.» Tobias Kistner, Unternehmenssprecher der Sunrise Communications AG, berichtet, es gebe in diesem Bereich immer wieder Versuche mit Drittanbietern, «aber wirklich durchgesetzt haben sich solche Modelle bisher nicht».

Die Schweiz ist ein Pauschaltarifland

In anderen Märkten sind solche Gutschriftsmodelle längst umgesetzt und werden bei Werbekampagnen erfolgreich eingesetzt. So wird Werbung auf Mobilgeräten nicht nur besser akzeptiert, vor allem kann damit ein Belohnungselement in eine Kampagne als zusätzlicher Anreiz eingebaut werden. Denn Mobilgeräte gelten als sehr persönliche Gegenstände, und entsprechend unbeliebt sind darauf eintreffende Werbebotschaften. «Die Akzeptanzgrenze für Werbung auf mobilen Endgeräten liegt ziemlich tief», sagt dazu Tobias Kistner. Doch in der Schweiz riskieren Werbetreibende bisher kaum, beim Publikum auf Unmut zu stossen, wenn sie Smartphone- User und Tablett-Benutzerinnen den Datenverkehr zum Herunterladen ihrer Botschaften aufbürden. Anders als in anderen Ländern sind bei uns Pauschaltarife zum mobilen Surfen verbreitet, und auch Prepaid-Kunden nutzen immer häufiger Datenpakete, so dass die durch Werbebotschaften beanspruchten Daten kaum ins Gewicht fallen. «Pauschaltarife sind sicherlich die Zukunft«, ist sich Kistner sicher und begründet: «Wir machen die Erfahrung, dass Kunden Datenservices gar nicht erst nutzen, da ein Preis pro MB überhaupt nicht einschätzbar ist. Bei Telefonie ist die Abrechnung pro Minute berechenbar, und der Kunde weiss, was ein Gespräch von 30 Minuten kosten wird. Bei mobilen Geräten laufen zum Teil sogar im Hintergrund Prozesse, die für den Kunden völlig intransparent sind und zu grosser Verunsicherung führen können, falls nicht pauschal abgerechnet wird.» Bei der Swisscom wird dies anders eingeschätzt: «Wir gehen davon aus, dass sich auch in Zukunft die Bedürfnisse unserer Kunden bei der Nutzung des mobilen Internets stark unterscheiden werden. Kunden wollen wählen können, was sie mit ihrem Handy nutzen wollen. Wir sehen zwar einen Trend zu mehr Datenvolumen, gehen aber nicht davon aus, dass es rasch unbegrenzte Flat-Datenangebote geben wird», führt Olaf Schulze aus. Derweil kommt Therese Wenger zum Schluss, das von Orange zum Pauschalpreis angebotene Datenvolumen von 1 GB sei «für den weitaus grössten Teil der Kundinnen und Kunden eine De-facto-Flatrate».

Wichtiger Wachstumsmotor

Im Markt für mobile Werbung sind die Netzbetreiber deshalb interessant, weil sie mit ihren Netzen dieses Geschäft überhaupt erst ermöglichen. Weil Kundinnen und Kunden das mobile Internet immer intensiver nutzen, ist es längst zu einer Ertragsperle geworden. Sagt etwa Therese Wenger von Orange: «Der mobile Datenverkehr ist für uns von zentraler Bedeutung und ein wichtiger Wachstumsmotor.» So erzielte das kürzlich von der britischen Beteiligungskapitalgesellschaft Apax Partner übernommene Unternehmen im letzten Jahr rund ein Drittel des Netzwerkumsatzes mit mobilen Datendiensten. Das Datenvolumen, das über das Mobilfunknetz übermittelt wird, habe sich in den letzten zwei, drei Jahren verdreissigfacht. Bei der Swisscom hat sich das Datenvolumen gemäss Angaben von Unternehmenssprecher Olaf Schulze innert Jahresfrist verdoppelt. Dies bringe den Anbietern zwar Mehreinnahmen, erfordere aber sehr hohe Investitionen in das Netz, um die Datenmenge bewältigen zu können. Dennoch seien die Preise, die Kunden pro MB bezahlen, innerhalb von vier Jahren um 96 Prozent gesunken. Swiss-com will im laufenden Jahr 1,7 Milliarden Franken in den Netzausbau investieren, und Orange hat für die nächsten fünf Jahre ein Investitionsprogramm von über 700 Millionen Franken lanciert, wobei der weitaus grösste Teil der Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Mobilfunknetzes fliesst. Der Anstieg des Datenverkehrs ist auf den Boom der Smartphones (iPhone & Co.) zurückzuführen. Bei Orange sind heute rund acht von zehn der verkauften Mobiltelefone so genannte Smartphones. Und bei Swisscom sind zwei von drei neu verkauften Handys Smartphones. Auch die Zahl der aktiven Smartphones im Swisscom-Netz hat sich in einem Jahr um 63 Prozent auf 2 Millionen massiv erhöht. Beide Netzanbieter (bei Sunrise waren zu diesem Themenbereich keine Angaben erhältlich) gehen davon aus, dass sich dieser Trend weiter fortsetzen wird.

Swisscom verkauft eigene Spot-Plätze

Geht es darum, die Werbewirtschaft bei der Umsetzung mobiler Werbung zu unterstützen, sind die Netzbetreiber bescheiden. «Orange führt keine Angebote für mobile Werbung», sagt Therese Wenger, derweil Sunrise und Swisscom vor allem auf Tools für den SMS-/MMS-Versand, Mobile Display Banners und Werbung in mobilen Applikationen verweisen. Erst recht verneint werden Fragen nach der Weiterleitung Benutzer-spezifischer Angaben, obwohl dies für die Netzanbieter lukrativ sein könnte. Etwa wenn es um Angaben über den Standort eines Handy-Benutzers geht, die sich aus dem Mobilfunknetz erheben lassen, womit Standort-basierte Werbung weit einfacher und besser als mit GPS-Information umgesetzt werden könnte. Dafür ist Swisscom daran, eigene Angebote im mobilen Werbemarkt zu lancieren: Bei der Gratisversion von Swisscom TV air, also dem TV-Angebot, das via Handy oder Tablett-PC empfangen werden kann, sollen beim Senderwechsel spezielle Spots eingeblendet werden können. (Entsprechende Angebote gibt es bei Online-Videodiensten wie Zattoo oder Wilma). Derzeit gebe es dazu einen Testbetrieb, verrät Olaf Schulze. Die Nachfrage sei bereits so gross, dass es bald ein entsprechendes kommerzielles Angebot für Werbetreibende geben soll. In der Schweiz verwende man dazu bisher die klassischen TV-Spots, doch in anderen Ländern wie UK oder USA gebe es bereits speziell auf die mobilen Endgeräte abgestimmte Spots, die auch eine Interaktion zulassen. «Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch in der Schweiz auf Dauer durchsetzen wird», prophezeit Schulze.

Christoph J. Walther

WEITERGEDACHT: DAS WERBE-HANDY
Smartphones sind voll im Trend, aber vergleichsweise teuer. Eine Marktsättigung ist absehbar, und längerfristig ist nur mit neuen Tarifmodellen ein Wachstum möglich – zum Beispiel mit dem Werbe-Handy. Anstatt mit Geld wird das Werbe-Handy mit Aufmerksamkeit und mit Angaben zum Konsumverhalten bezahlt. So bietet in den USA das Online-Versandhaus Amazon.com seinen Kindle e-Reader in einer verbilligten Version an, auf der dezent Werbeeinblendungen auf eigene Angebote angezeigt werden. Dieses Prinzip gilt auch für das Werbe-Handy: Bevor es benutzt werden kann, muss eine Werbeeinblendung weggeklickt werden. Diese erscheinen bei Nichtgebrauch ständig neu und verleiten zu einer sofortigen Reaktion. Das kann eine Online-Bestellung sein, aber auch ein Coupon, der im Laden eingelöst werden kann. Dafür gibt es jedes Mal eine Gutschrift aufs Handy-Konto. Besonders einträglich, und recht eigentlich der Clou des Werbe-Handys, sind Umfragen. Drei Fragen zu den eigenen Kaufpräferenzen bei Orangensaft beantworten und dafür fünf Minuten telefonieren oder surfen können. So lernt das Werbe-Handy die Vorlieben seines Benutzers kennen und kann künftige Werbeeinblendungen entsprechend optimieren. Marketer erhalten mit dem Werbe-Handy eine einzigartige Plattform zur Marktforschung. Darüber können in Windeseile Befragungen abgewickelt werden, und die Datenlage zum Panel besitzt eine einmalige Tiefe. Geht es um die so gewonnenen Daten, ist das Werbe-Handy schonungslos transparent. Nicht nur wird der Grundansatz, anstatt mit Geld mit Information zu bezahlen, klar kommuniziert, auch die Erkenntnisse fliessen an den Benutzer zurück: «Wer den gleichen Orangensaft bevorzugt, trinkt am liebsten Sowieso-Kaffee.» Das Werbe-Handy wird vor allem bei Schnäppchen-Jägern und -Jägerinnen gefragt sein, weil die coolsten Deals und Aktionen darüber zu haben sind. Und das Werbe-Handy ist in die Social-Media-Welt eingebunden und trägt so zu seiner viralen Verbreitung bei: «Habe im #Superladen soeben 3-für-2 Orangensaft gekauft, dank meinem #Werbe-Handy», twittert das Gerät auf dem Account des Benutzers nach dem Einlösen eines Mobile-Coupons, der nach vollendeter Orangensaft-Umfrage eingetroffen ist. cjw

 

Hollystar: Bitch, Angel oder Lover?

Aus DVD Fly ist Hollystar geworden. Unter dem neuen Naming von Numéro 10 und einer breit angelegten Kampagne will der Vermiet-Service für Filme auch die Deutschschweiz erobern.

Es tut sich momentan viel in Sachen neue Fernsehwelt und Pay-TV. Einer der Anbieter, der in der welschen Schweiz zum grossen Player gehörte, als man noch DVD-Kassetten mieten wollte, hat sich jetzt von den Offensiven für Filme auf Abruf seitens Bluewin-TV nicht einschüchtern lassen, sondern kontert ebenfalls mit einer gross angelegten Kampagne. DVD Fly hat die Agentur Numéro 10 aber nicht nur mit einer neuen Werbeidee betraut. Weil der Begriff «DVD» die heutigen Technologien nicht mehr umfassend erfasst, durfte die Agentur auch noch ein neues Naming und damit auch passendes Branding entwickeln. Der neue Name heisst Hollystar. Stratege Gilles Aeby will damit die Welt des Kinos ins Spiel bringen. Kino für zu hause – mit den Mietmöglichkeiten von Hollystar. Der frisch getaufte Brand setzt sich somit aus den Begriffen Hollywood und Star zusammen – was rechtlich ein ziemlich geschickter Schachzug ist. Die Grafik des Logos orientiert sich an alten Neonschildern, wie sie in den besten Zeiten des Films die Kinos schmückten. Bekannt machen will Numéro 10 den Namen mit einem Wettbewerb – natürlich dem Stil der Agentur entsprechend mit einer nicht ganz klassischen Idee. Lanciert wurde diese mit einem
TV-Spot. Dieser spielt mit bekannten Filmgenres und ihren besonderen Charakteren. Bitch, Angel, Lover, Spy, Vampir, Killer: Welche dieser Figuren könnte Hollystar sein?

Auf der Website www.hollystar.ch finden sich dazu verschiedene Fragen, die gleichzeitig das umfangreiche Sortiment von Hollystar bekannt machen. Wer die wahre Identität von Hollystar lüftet, kann mit etwas Glück 10 000 Dollar gewinnen. Mit dieser spielerischen Verlockung auf die Website kann der User schliesslich herausfinden, dass beim neu gestärkten Verleiher nach wie vor über 20 000 DVD zum Mieten warten sowie Filme im Blue-Ray-Format. Dank einem speziellen Deal mit der Post werden diese über Nacht bis zum nächsten Morgen geliefert, wenn sie bis 19 Uhr bestellt werden. Ebenso können sich Abonnenten 2500 attraktive Filme über Streaming ausliefern lassen. pan

 

Hofer: Kampage für Ricoter mit Melanie Oesch

Der Schweizer Erdenproduzent Ricoter setzt im Kampf gegen Importerden auch in der Kommunikation auf einheimische Werte: Für die aktuelle Kampagne konnte Hofer Melanie Oesch als Markenbotschafterin gewinnen. Es ist ihr erstes Werbemandat als Privatperson.

Die Sängerin und Jodlerin passe mit ihrem Lebensmotto «echt natürlich» perfekt zur natürlichen Produktelinie von Ricoter, schreibt Hofer Kommunikation in einer Mitteilung. Ricoter hat sich auf die Herstellung von umweltfreundlichen torffreien Erden spezialisiert.

Die Kampagne ist ab sofort schweizweit zu sehen. Realisiert wurden Plakate, Inserate, Broschüren, LKW-Gestaltungen und Roll-ups.

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Die Kulturmarke

Das Migros-Kulturprozent präsentiert die 13. Ausgabe des Tanzfestivals Steps. Sennhauser Creative Consulting hat dafür einen neuen Markenauftritt geschaffen.

Das Migros-Kulturprozent veranstaltet seit 26 Jahren das Tanzfestival Steps. Als Biennale tourt der Mega-Event alle zwei Jahre durch die Schweiz. In dieser Ausgabe wird in 33 Städten auf 45 Bühnen getanzt. Vor Ort werden die 95 Vorstellungen durch die lokalen Theater übernommen und vermittelt. Steps wird somit nicht wie andere Kulturengagements von der Migros gesponsert, sondern von A bis Z selber organisiert und künstlerisch verantwortet. Das Tanzfestival 2012 unter der Leitung von Isabella Spirig widmet sich dem Thema «Die Weiblichkeit in der Choreografie». Entsprechend stehen bei den 14 beteiligten Truppen Tänzerinnen und international erfolgreiche Choreografinnen im Vordergrund.

Erstmals einheitliche Marke

Eine Premiere ist auch der neue Markenauftritt von Steps. Im Frühling wurde dazu ein Pitch ausgeschrieben. Gewonnen hat Sennhauser Creative Consulting in Zürich. Auf Wunsch des Migros-Kulturprozents heisst Steps damit neu «Migros- Kulturprozent Tanzfestival Steps». Das Erkennungszeichen ist die Typo. Für Christian Zwinggi, Leiter Kommunikation von Steps, bieten diese weissen Buchstaben in einem jeweils schwarzen Feld sämtliche Möglichkeiten für die Kommunikation auch in den verschiedensten Theatern. Früher kannte man das Problem, dass viele Veranstalter als Abnehmer des Programms ihre eigenen Logos einbringen wollten. Mit der Typo können alle Häuser von Genf bis Schaffhausen nun einheitlich auftreten. Mit dem jeweils dem Event-Titel vorgelagerten Block «Migros Kulturprozent» soll auch die Migros «als Absender klarer werden», erklärt Barbara Salm, Leiterin Kommunikation in der Direktion Kultur und Soziales. Ebenso lassen sich mit den Schriftblöcken die verschiedenen Tanztruppen auf den Plakaten und im Programmheft mit einer einheitlichen Grafik choreografieren. Der Look prägt auch die Migros-Tragtaschen, die in ausgewählten Läden Werbung für das Festival machen.

Die breit angelaufene Kampagne baut noch einmal wie beim letzten Festival auf Fotos mit den beteiligten Tänzern. Für Steps 2012 wurden mit zwei Companies im letzten Herbst ein Shooting vor Ort organisiert. Die Solistinnen der Cie Helene Waldmann in Berlin sowie die Tänzer des Ballet National de Marseille wurden aber nicht auf der Bühne fotografiert, sondern tanzen im Alltag ihrer urbanen Umgebung. Dabei wurden auch Filmaufnahmen realisiert. Diese finden sich auf der Website von Steps.ch und sind für das Kino auch zu kurzen Spots montiert worden. Das Bildmaterial realisierten Rene Sennhauser und Stefan Jermann. Neben einem Workshop für 5000 Kids werden mit dem Tanzfestival Steps in diesem Jahr auch erstmals Vorstellungen in Altersheime vermittelt. Dazu gibt es eine Reihe mit Tanzfilmen im Kino.

Andreas Panzeri
 

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