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Abonnenten des Bund erhalten ab Herbst 2012 die Sonntagszeitung
Der Bund und die Sonntagszeitung lancieren ein neues Angebot: Abonnentinnen und Abonnenten des Bund erhalten ab Herbst 2012 zusätzlich die Sonntagszeitung.
Damit könnten die Abonnentinnen und Abonnenten des Bund am siebten Tag der Woche von der aktuellen und vertiefenden Berichterstattung der Sonntagszeitung profitieren, heisst es in einer Mitteilung von Espace Media. Innerhalb des Sonntags-Frühzustellgebietes wird die Sonntagszeitung den Bund-Abonnentinnen und Abonnenten vor 8.30 Uhr in die Briefkästen zugestellt. Zusätzlich ist die Sonntagszeitung weiterhin an mehr als 400 Kiosken, Bäckereien und weiteren Einzelverkaufsstellen im Kanton Bern erhältlich. Nach einer kostenlosen Einführungsphase wird der Abonnementsbeitrag der Sonntagszeitung transparent auf der Abonnementsrechnung ausgewiesen. Diejenigen der 44'000 Abonnentinnen und Abonnenten des Bund, die das Angebot nicht nutzen möchten, können davon zurücktreten. Über die detaillierte Angebotsausgestaltung werden die Abonnentinnen und Abonnenten während der Einführungsphase persönlich informiert.
Die Verlage des Bund und der Sonntagszeitung wollen mit dem neuen Angebot die Attraktivität des Bund als Tageszeitung und die Reichweite der Sonntagszeitung im zweitgrössten Wirtschaftsraum der Schweiz stärken, wie es in der Mitteilung weiter heisst.
Neben den Abonnentinnen und Abonnenten profitieren auch die Werbekunden der SonntagsZeitung von einer interessanten Erweiterung der Reichweite. Dies gilt auch für den führende Kaderstellenmarkt Alpha, der wöchentlich als Beilage in der SonntagsZeitung erscheint. Über Anpassungen in der Tarif- und Angebotsstruktur werden die Kunden und Werbeauftraggeber in den kommenden Monaten informiert.
Advico Y&R: Doppelt im Lürzer’s Archive vertreten
Die Agentur Advico Young & Rubicam hat es mit den Arbeiten für die Sonntagszeitung und den Tierpark Goldau ins Lürzer’s Archive geschafft.
Die Fachzeitschrift präsentiert regelmässig kreativ herausragende Arbeiten aus aller Welt. Advico Young & Rubicam ist doppelt in der aktuellen Ausgabe vertreten, mit folgenden Arbeiten für den Tierpark Goldau und die Sonntagszeitung:


SLK: Stiftung und Kommission mit neuen Präsidenten
Die Stiftungsratsmitglieder der Schweizerischen Lauterkeitskommission haben Filippo Lombardi und Christine Bulliard-Marbach als Vorsitzende der Stiftung sowie der Kommission gewählt.
Die Schweizerische Lauterkeitskommission besteht seit 1966, wie es in einer Mitteilung vom Freitag heisst. Als privates Selbstkontrollorgan der kommerziellen Kommunikation hat sie die Aufgabe, unlautere Sachverhalte in der Werbung festzustellen und mit Hilfe der Medien zu unterbinden. 1981 ist sie in einer Stiftung verselbständig worden. Sowohl Stiftung als auch Kommission werden von einem Präsidenten respektive einer Präsidentin geführt. Anlässlich ihrer Jahressitzung haben die Stiftungsratsmitglieder diese Posten neu besetzt. Den Vorsitz der Stiftung hat Alt-Ständerat Carlo Schmid an den Tessiner Ständerat Filippo Lombardi übergeben, und als Präsidentin der Kommission wurde die Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach (CVP Freiburg) gewählt. Sie löst die Aargauer Ständerätin Pascal Bruderer ab, welche das Amt 2007 übernommen hatte.
3D aus dem Untergrund
3D-Drucken – was in der Industrie und Architektur schon seit langem bekannt ist, entdeckt nun auch die Werbebranche für sich. Ein Besuch bei der Firma 3D-Model Zürcher Langstrassenquartier zeigt, welches Potenzial im 3D-Druckverfahren steckt.
«Papa, druckst du mir ein Auto? Mama, machst du mir eine Ente?» Keine Vision, sondern Alltag bei Philipp Binkert und Christiane Fimpel von 3D-Model. Ist der vierjährige Gabriel bei seinen Eltern in der Werkstatt zu Besuch, drucken die ihm schon Mal eine neue Rakete, eine Star-Wars-Raumschiff oder ein Spielzeugauto aus.
Der gelernte Architekt und die Kommunikationsmanagerin haben sich in einem Keller, den sie liebevoll «Underground» nennen, eingerichtet. Abgeschirmt von Raum und Zeit entstehen hier Gegenstände mit Digital Fabricating, auch Fabbing genannt. In einer Kombination aus Laser-Cutting und 3D-Drucken bringt 3D-Model die Ideen für Kunden in eine reale Gestalt. Während der Laser-Cutter Formen aus Holz, Glas, Plastik, Metall oder Gummi schneidet und graviert – vom Firmenschild über den Pokal bis hin zu Laptops und iPhones –, erstellt der 3D-Drucker anhand von CAD-Daten die dreidimensionalen Modelle. Das gewünschte Material wird dazu in den Drucker gefüllt und per Tastenbefehl, analog zum gewöhnlichen 2D-Drucker, mithilfe von Pulver und eines Bindemittels schichtweise ausgedruckt. Heraus kommen Architekturmodelle, Prototypen oder Design-Objekte aus Kunststoff, in verschiedensten Grössen und Formen.

Vor dem Durchbruch
Alles begann als Pilotprojekt nach Binkerts Architekturstudium. Der Drang zum Selbermachen trieb ihn zum Modellbau. Vor rund vier Jahren mietete er sich schliesslich in der Werkstatt nahe des Helvetiaplatzes ein und stellte neben seinem Job als Architekt mit einem Laser-Cutter die ersten Gegenstände her. Schnell kamen weitere Maschinen hinzu, der erste Pulver-3D-Drucker stand bald im Keller. Binkerts Begeisterung für das Fabbing wurde immer grösser, und so entschied er sich, ganz auf diese Karte zu setzen.
Während Architekten für ihre Baumodelle oder Grossunternehmen für die Prototypenherstellung seit geraumer Zeit auf die 3D-Drucktechnik setzen, konnte sich das breite Publikum bis vor Kurzem unter 3D-Drucken nur wenig vorstellen. Dies war zu Beginn eine grosse Hürde für die junge Printerbude. Um sein Projekt bekannt zu machen, holte der Raum- und Objektexperte seine Freundin an Bord, die er vor sieben Jahren, als er in New York für den Architekten Daniel Libeskind arbeitete, kennen und lieben lernte. Christiane Fimpel, die Journalismus, Kommunikation und PR studierte und unter anderem bei der Lufthansa im Bereich Corporate Communications tätig war, hilft Binkert beim Aufbau der jungen Firma. Sie zeigt, was mit 3D-Drucken möglich ist, und stösst damit bei vielen Unternehmen auf Interesse. Seit letztem Sommer können sich Fimpel und Binkert über die gestiegene Nachfrage freuen, und seit ein paar Monaten ist auch die Kommunikationsmanagerin zu 100 Prozent ins junge Unternehmen involviert. «Es ist ernst geworden», meint Fimpel. «It’s kicking», bestätigt ebenso Binkert, der als Sohn zweier Schweizer in New York aufgewachsen ist und vor fünf Jahren in die Schweiz kam.
Neben Architekten setzen Unternehmen wie Geberit, Elektrolux, Agenturen wie Wirz Werbung und Notch Interactive auf 3D-Model, um ihre virtuellen Ideen in Form zu bringen. Für Electrolux entstand ein Firmensignet, die Online-Agentur Notch Interactive entwickelte zusammen mit den Objektexperten den Number One History Award, einen rund 35 Zentimeter hohen Kunststoff-Pokal, der Roger Federer vergangenen November bei den Swiss Indoors in Basel verliehen wurde. Für Wirz Werbung ist derzeit ein Projekt in Bearbeitung, und Geberit engagierte Binkert und Fimpel für eine neue WCBetätigungsplatte mit der Herstellung eines Lichtleiters, bei dessen Umsetzung die beiden geholfen hatten.
Generell tritt 3D-Model bei Projekten nicht nur als Ausführer auf, sondern ist in den gesamten Entwicklungsprozess miteinbezogen. «Wir sind Entwicklungsbeschleuniger», so Binkert und Fimpel. «Die Kunden haben Ideen, wir haben die Maschine und das Know-how, wie man die einzelnen Verfahren am besten zusammensetzt. Wir betreuen sie vom Anfang bis zum Ende.»
Darüber hinaus vermittelt 3D-Model an Workshops und Seminaren das Wissen rund ums Thema Digital Production – sowohl in der Werkstatt als auch auswärts, zum Beispiel am Gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum St. Gallen (GBS). Neugierig sind dabei nicht nur Profis, sondern auch Privatpersonen, die die Faszination des Selbermachens zu den Druckern bringt. Solche, die mit Stift und Zettel oder auf dem iPad einen Buddha gezeichnet haben und diesen als Form mit nach Hause nehmen wollen. Begleitet haben Binkert und Fimpel daneben zwei junge Kunden, die ein Holzcover für das iPhone herstellten. Ein Produkt, das sich mittlerweile kaufen lässt.
Jeder ein Drucker
«Wir bekommen die verrücktesten Anfragen», so Fimpel weiter. Gerade für die Werbe- und Kommunikationsbranche sieht sie viele Möglichkeiten. Mit Broschüren, Beschriftungen, Bildchen und verstaubten Werbegeschenken sei es fast nicht mehr möglich, sich abzuheben, so Fimpel. Die Digitalproduktion biete dagegen endlose Formmöglichkeiten, «individualisierte Kommunikation in der Totalen». Wie wäre es beispielsweise mit dem Firmenlogo als Weihnachtsguetzli? Ganz einfach liesse sich mit dem Drucker die entsprechende Guetzliform ausdrucken.
Neben der Schnelligkeit – per Knopfdruck hält 3D-Model selbst die komplizierteste Form für ein Konzeptmodell in den Händen – liegt der Nutzen im Kostenbereich. So wurde beispielsweise Federers Pokal mit einem Drucker hergestellt, der für den Heimgebrauch gedacht und bereits ab 2500 Franken zu haben ist. Wenngleich die Auflösung nicht so hoch ist wie bei einem professionellen Drucker, der um die 20 000 Franken kostet, lässt sich das Endergebnis – selbst ohne nachträgliche Bearbeitung – sehen. 3D-Model ist denn auch nicht nur Dienstleisterin für Digitalproduktionen, sondern ebenso Importeurin und Verkäuferin für 3D-Drucker der Marke 3D Systems. Mit der Vision, dass in absehbarer Zeit jeder den eigenen 3D-Drucker auf dem Schreibtisch stehen hat. Fimpel spricht von einer industriellen Revolution. 3D-Druck gebe es schon lange, aber jetzt werde es zum Massenprodukt.
Tatsächlich eröffnet ein 3D-Drucker zu Hause viele Möglichkeiten. Benötigt der Hobbyheimwerker einen neuen Plastikbecher, holt er sich die entsprechende Datei aus dem Internet und druckt den Gegenstand einfach aus. Baupläne sind schon heute auf Plattformen wie Thingiverse.com oder Shapeways. com zu finden. Aber auch viele Dienstleister wie Autowerkstätten müssten nicht mehr ein grosses Lager führen, sondern drucken sich die Ersatzteile bei Bedarf einfach aus.
Eine Technik, in der viel Potenzial schlummert. Schliesslich funktioniert das Prinzip nicht nur mit Kunststoff oder Keramik, sondern mit allerlei Materialien. Selbst Kleider lassen sich ausdrucken, wie die Designerin Iris van Herpen an der Fashion Week Paris zeigte. Stetig ist Binkert daran, neue alternative Materialien auf ihre Eignung zu testen und herauszufinden, welche Materialien sich für welche Produkte eignen.
Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Fimpel schwebt vor, den Drucker mit Lebensmitteln zu füllen. Zum Beispiel für individualisierte Giveaways. Zu Ostern könnten Unternehmen anstelle eines gewöhnlichen Schoggihasen das Firmenmaskottchen oder das eigene Logo in Schokolade ausdrucken. «Es ist so viel Potenzial da», schwärmt Fimpel. Gelegentlich steht 3D-Model.ch dazu im Austausch mit dem Raplab der ETH, in dem Studenten an 3D-Drucken für Modell- und Prototypenbau tüfteln, sowie dem Fablab der Hochschule Luzern, einem Werkplatz, der Jugendlichen, Studierenden, Forschenden, aber auch Unternehmen offensteht, um Modelle herzustellen und mit 3D-Druckern zu experimentieren. Ist das Fablab als offene Werkstatt auf Basis einer Open Source Community organisiert, geht es bei 3D-Model um kommerzielle Ideen, bei denen Vertraulichkeit einen wichtigen Stellenwert einnimmt. «In dem Moment, wo es um Geheimhaltung geht, sind die Leute bei uns im Underground », so Fimpel.
Während Binkert an neuen Druckmaterialien herum tüftelt, schaut sich die Kommunikationsmanagerin nach grösseren Räumlichkeiten um. Zwar versprühe der Keller seinen eigenen Charme. «Es hat etwas Mysteriöses an sich, wenn Kunden zu uns herunterkommen. Wir sind wie Bill Gates im Keller», sagen die beiden. Allerdings sei man jetzt an einem Punkt angelangt, wo es etwas Grösseres sein soll. Für den Start sei der Keller optimal gewesen. «Ein gutes Fundament», meint der Architekt dazu. 3D-Model ch will aber als Unternehmen wachsen und steht dazu mit Investoren in Kontakt. Binkert und Fimpel wünschen sich mehr Licht und vor allem mehr Platz, um neben der Werkstatt einen Showroom einzurichten. Damit Kunden die 3D-Drucker in Produktion erleben können.

Website 3d-model.com
Flop der Woche
Nationalrat will staatliche Presseförderung
SRG-Immobilie an der Giacomettistrasse in Bern ist verkauft
Die SRG hat das Gebäude der Generaldirektion an der Giacomettistrasse 1 in Bern veräussert. Neue Eigentümerin per 1. April 2012 ist die Mobiliar. Die SRG wird das gesamte Gebäude langfristig zurückmieten.
Der Standort Giacomettistrasse in Bern bleibt somit als Konzernhauptsitz erhalten, wie die SRG in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Über die Details des Vertrages haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Die SRG binde die frei werdende Liquidität in neue Produktionsmittel ein und nutze sie für den Schuldenabbau, heisst es weiter. Der Entscheid, das Gebäude zu veräussern entspreche der vom Verwaltungsrat genehmigten Immobilienpolitik SRG. Diese siehe vor, Verwaltungsgebäude, die für die unmittelbare Produktion von Radio- und Fernsehsendungen nicht betriebsnotwendig seien, zu verkaufen. Die SRG bezwecke eine auf Dauer kostengünstigere Bewirtschaftung der Immobilien.
Alle Macht den Machern
Marcel Weibel vom Berufs- und Fachverband Swiss Marketing berichtet über den Schweizerischen Marketing-Tag, der dieses Jahr über 900 Zuschauer ins KKL Luzern lockte.
Glücksspiel soll nicht Trauerspiel werden
16 Kantone haben mit cR Basel zusammen eine Präventionskampagne lanciert. «SOS: Spielen ohne Sucht» will ohne Mahnfinger bei möglichen Gefahren helfen.
Mit insgesamt acht Sujets wird die Botschaft «Spielen ohne Sucht» ab Mitte März vornehmlich über Leuchtplakatstellen sowie auf dem Internetportal von SOS-Spielsucht übermittelt. Ziel ist es, die Bevölkerung zu sensibilisieren, dass es eine solche Spielsucht gibt und was Betroffene und Angehörige dagegen unternehmen können. Finanziert wird die Kampagne durch Einnahmen aus der Landeslotterie. Erfreulich für Thomas Fux, der zusammen mit Daniel Bürgi für Strategie und Beratung der Kampagne verantwortlich zeichnet, ist der Konsens, welchen hier 16 verschiedene Kantone für eine gemeinsame Idee aufbringen konnten.
Plakat als Basismedium
Gemeinsam mit cR Basel wollte man keine «Schockkampagne », welche die Betroffenen mit dem Mahnfinger anspricht. «Wir wollten die Angst vor Beratung abbauen», erklärt Fux. Weil das Zielpublikum sehr heterogen und mit Casinobesuchern, Internet- Gamern, Lotto-Junkies oder weltmännischen Pokerspielern in den verschiedensten Gesellschaftsschichten verteilt ist, musste man nicht nur eine überall verständliche Ansprache finden. Es galt auch, das beschränkte Budget nicht über zu viele Medienkanäle zu verzetteln – und trotzdem alle erreichen zu können. Natürlich wäre zum Beispiel In-Game- Werbung attraktiv gewesen. Allerdings nur für eine der Zielgruppen.
Die Lösung liegt nun im Plakat als Basismedium. Darauf können die Botschaften gezielt im Umfeld von einschlägigen Orten platziert werden. Für die Gestaltung hat das Team um CD Gabriel Heuberger die leuchtende Illusionswelt der Neonreklamen gewählt, wie man sie aus dem Spielerparadies Las Vegas kennt. Mit einer solchen Typografie sowie den Schlagworten «Game over» oder «Rien ne va plus» hofft man, unterschwellig bei den Spiel-Affinen sofort die nötige Aufmerksamkeit erreichen zu können. Die durchgängige Gestaltungsweise soll der Kampagne auch einen «Marken- Charakter» verleihen. Das Produkt ist in diesem Fall ein «Angebot zur Freiheit vor Zwängen». Kommuniziert wird das mit dem Claim «Spielen ohne Sucht».
Andreas Panzeri

Zur Sache: Zwängerei
Es gibt Themen, die in regelmässigem Abstand immer wieder aufs Tapet kommen. Sie sind so lästig wie ein Rülpser mit Knoblauchgeschmack, aber eben – genau so regelmässig stossen sie hoch.
Eines dieser Themen ist die Presseförderung. Letzte Woche war es wieder einmal so weit. Die staatspolitische Kommission des Nationalrates sieht die demokratiepolitischen Funktionen der Medien «zunehmend infrage gestellt». Der Bundesrat soll also bitte bis in zwei Jahren ein Förderkonzept und den Entwurf rechtlicher Grundlagen für die indirekte und direkte Medienförderung vorlegen.
Der Bundesrat stellte sich schon letztes Jahr gegen das Anliegen. Medienministerin Doris Leuthard meinte, dass es nicht sinnvoll sei, mitten im Prozess der Neuorientierung der Medien gegenüber dem Internet zu intervenieren. Pragmatisch meinte sie, dass staatliche Eingriffe nur dann zu erwägen seien, wenn die Branche Probleme nicht selbst lösen könne. Möglich wären etwa die staatliche Förderung der Aus- und Weiterbildung von Journalistinnen und Journalisten oder Erleichterungen bei der Mehrwertsteuer.
Die eigentlichen Betroffenen – die Medien – sind auch dagegen. Sie befürchten, dass Direktzahlungen einhergehen mit Eingriffen in die unternehmerische oder publizistische Freiheit. Ist ja auch verständlich. Niemand kann so blauäugig sein, zu glauben, dass der Staat einfach Geld gibt. Die geförderten müssten automatisch gewisse Kriterien erfüllen. Es gäbe Vorschriften und Kontrollen. Nicht gerade das, was man sich unter Medienfreiheit vorstellt.
Auch die Aktion Medienfreiheit ist dagegen. Der freie Markt könne nur stattfinden, wenn die Medienunternehmen unternehmerische Freiheit hätten und in einem lebendigen Wettbewerb zueinander stehen würden. «Die Medien müssen den Staat und die Politik kontrollieren, nicht umgekehrt», so Filippo Leutenegger, Präsident der Aktion Medienfreiheit. Recht hat er. Was soll denn die Zwängerei?
Die Befürworter verwiesen auf das Zeitungssterben. Im Jahr 2000 habe es 45 unabhängige Zeitungen gegeben. Heute seien es noch 32, sagte Andreas Gross (SP, ZH) im Namen der Kommission. Das entspreche einem Rückgang von 25 Prozent in zehn Jahren. Nun müsse gehandelt werden. Das ist Mumpitz. Der Rückgang der Anzahl Zeitungen wird nicht aufgehalten durch direkte finanzielle Unterstützung und gleichzeitig verstärkter Kontrolle von irgendwelchen Vorschriften.
Der Staat soll einfach dafür sorgen, dass gewisse Rahmenbedingungen besser werden. Es geht um Posttaxen, Mehrwertsteuersätze und gleiche Spiesse zwischen der SRG und privaten Medienunternehmen, sprich ein Onlinewerbeverbot für die SRG.
Pierre C. Meier, Chefredaktor
[email protected]
Jedes fünfte Unternehmen sagt Bewerbern aufgrund von Social Media-Profil ab
Bereits jedes fünfte Unternehmen sagt Bewerbern aufgrund ihres Social Media Profils ab. Das ergab die jährliche Technologie-Umfrage von Schwartz Public Relations zusammen mit dem weltweiten PR Netzwerk Eurocom Worldwide.
Nicht nur in der Kommunikation wird Social Media für Unternehmen immer wichtiger, sondern auch bei der Personalsuche spielt es inzwischen eine zentrale Rolle. Bereits jedes fünfte Unternehmen sagt Bewerbern aufgrund ihres Social Media Profils ab und 40 Prozent der Befragten gaben an, die Social Media Profile der Bewerber zu überprüfen.
Auch in diesem Jahr sollen laut der Umfrage die Ausgaben für Social wieder steigen – das gab knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) an. Interessant ist, dass trotz des wachsenden Budgets 57 Prozent der Führungskräfte anführen, dass sie die Wirkung ihrer Investitionen in Social Media nicht präzise messen können. Gerade einmal 23 Prozent aller Umfrage-Teilnehmer können überhaupt ihre Social Media Aktivitäten messen.
Eine große Veränderung gab es im Vergleich zu 2011 bei der Nutzung von sozialen Netzwerken. Nicht Facebook (64 Prozent), sondern Linkedin liegt nun mit 74 Prozent als meist genutzte Plattform an der Spitze, gefolgt von Twitter mit 67 Prozent und Youtube mit 56 Prozent. Die Inhalte kommen dabei vorwiegend (78 Prozent) aus internen Quellen und am zweithäufigsten aus Agenturen (12 Prozent).
Obwohl sich Social Media immer größerer Beliebtheit erfreut, gab nur die Hälfte der Befragten an, dass ihr Unternehmen Social Media-Guidelines für den Umgang in sozialen Netzwerken besitzt. Daneben stellt die Studie fest, dass 74 Prozent der Befragten Online-PR als sehr oder ziemlich wichtig für die Suchmaschinen-Optimierung (SEO) ihres Unternehmens betrachten – 37 Prozent sogar als sehr wichtig.
57 Prozent der Befragten, deren Unternehmen einen Blog veröffentlicht, sagen, dass dieser das Unternehmensprofil schärfen oder zur Meinungsführerschaft beitragen soll. Fast ebenso viele (55 Prozent) erklären, dass das Bloggen die Interaktion mit den Kunden verbessern soll, während 37 Prozent als Ziel eine verbesserte SEO nennen und 36 Prozent die Absicht verfolgen, sich dadurch an Debatten in der Branche beteiligen zu können. Wie in den früheren Umfragen, ist auch dieses Jahr der Hauptgrund auf einen Blog zu verzichten der Zeitaufwand – das gaben 42 Prozent der Befragten an. Jeder fünfte sieht darin keinen Mehrwert und 14 Prozent fürchten negative Kommentare.
Die Eurocom Worldwide Technology Umfrage wurde im Januar und Februar 2012 von den Mitgliedsagenturen des weltweiten PR-Netzwerkes Eurocom Worldwide durchgeführt. Insgesamt haben 318 Führungskräfte von Technologieunternehmen aus Europa an der Online-Umfrage teilgenommen.

Visionen einer Nachtschicht
Markus Cavegn hat sich Gedanken über sein Wirken als CD gemacht und die Erkenntnisse in einen witzigen Film fliessen lassen.
Nachtschicht in einer Gross-Agentur irgendwo in der Schweiz. Der CD hat in Hut und Mantel noch schnell alle Ideen abgeschossen, die Strategen parlieren am Kreativ-Seminar, die Beratung fragt, wann sie mit der Powerpoint-Programmierung anfangen könne, und ganz allgemein gilt es, das Kreativ- Image der Agentur zu retten, den Kunden zufriedenzustellen und auf den Kreativen zu hoffen. Vor zwei Jahren hat Markus Cavegn «als Selbstbeschäftigung » damit angefangen, Comics zu zeichnen. Dann hat ihm ein treues Herz eine «Schiene» zum Bauen eines «Daumenkinos» geschenkt. Die Zeichnerei nahm seinen Lauf und inzwischen ist mithilfe von Solid & Hallerfilm, S+K Werbefotografie sowie Selmi Tonstudio aus 480 Zeichnungen ein Kurzfilm geworden. Die witzige «Eigenwerbung» findet sich auf der Website von Cavegnwerbung. Zu einer richtigen Premiere kommt der Film am 29. März ab 18 Uhr in der Kronengalerie an der Zürcher Froschaugasse. Dort gibt es eine Ausstellung mit den Filmstills sowie auch neue Werke von Lucrezia Brendel zu sehen. pan

