Bundesrat will zur Not Preisbindung für ausländische Zeitschriften

Seit Jahren verkaufen ausländische Verlage ihre Zeitschriften in der Schweiz zu überhöhten Preisen. Der Preisüberwacher versuchte bislang vergeblich, die Verlage zu Preisabschlägen zu bewegen.

Kommt keine Bewegung ins Preisgefüge, erwägt der Bundesrat nun gesetzgeberische Massnahmen. Wie der Bundesrat in einer am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf eine Interpellation schreibt, erachtet er ein Spezialgesetz zum Zeitschriftenvertrieb, etwa mit der Möglichkeit, maximale Preisdifferenzen gegenüber dem Ausland festzulegen, zwar als «ultima ratio». Je nach der weiteren Entwicklung sei ein solches Gesetz aber vertieft zu prüfen, schreibt er.

Zurzeit sieht er für den Bund keine Möglichkeit zu intervenieren. Er unterstütze aber ausdrücklich die Bemühungen von Preisüberwacher Stefan Meierhans, die ausländischen Verleger zu Preissenkungen zu bewegen, hiess es.  Denn die Preisdifferenzen seien im aktuellen Ausmass «kaum zu rechtfertigen».  Gemäss einer Auswertung des Preisüberwachers bestand im Herbst 2010 in der Schweiz gegenüber Deutschland eine Preisdifferenz von 53 Prozent. Gegenüber Frankreich waren es 62 Prozent und gegenüber Italien gar 110 Prozent. Aufgrund des seither stark abgewerteten Euros sind die Differenzen heute noch deutlich grösser.

Der Preisüberwacher sieht kaum Spielraum, daran etwas zu ändern. Bislang führten die Gespräche mit den Verlegern zu wenig Resultaten. Er sei auf deren Goodwill angewiesen, sagte Meierhans letzten Februar anlässlich der Präsentation seines Jahresberichts. Instrumente, sie zu Preisreduktionen zu zwingen, stünden ihm nicht zur Verfügung. (sda)

 

Goldbach Award 2012: Die Kompassrosen sind vergeben

An der Goldbach Award Night im Zürcher Kaufleuten wurden die besten Crossmedia und Social Media Kampagnen mit dem Goldbach Award 2012 ausgezeichnet.

Insgesamt 41 Arbeiten wurden dieses Jahr in der Kategorie Crossmedia eingereicht. Die Fachjury hat sie unter der Leitung von Jurypräsident Marco Taborelli in einem zweistufigen Prozess beurteilt und diskutiert. Mit Gold zeichnete sie die Kampagne «IKEA – Eröffnung Rothenburg» von Wirz Werbung aus. Silber geht an Advico Young & Rubicam für «HEKS – Hilfe schenken». Bronze gewinnt «Terra Chips» ebenfalls von Wirz Werbung, realisiert im Auftrag von Bischofszell Nahrungsmittel.

Die Fachjury in der Kategorie Social Media hat unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Leila Summa insgesamt 14 Arbeiten bewertet. Ausgezeichnet wurden Folgende:

Gold für «Obermutten» von Jung von Matt/Limmat im Auftrag von Graubünden Ferien. Silber geht beim diesjährigen Goldbach Award zum zweiten Mal an Advico Young & Rubicam und die Kampagne «Zweifel Snacketti Onion Rings», die im Auftrag von Zweifel Pomy-Chips umgesetzt wurde. Bronze erhält die Kampagne «Schweiz Tourismus – Ferien ohne Internet», für die Spillmann/Felser/Leo Burnett und Shortcuts Agency verantwortlich zeichnen.

Mit derselben Kampagne gewinnen Spillmann/Felser/Leo Burnett und Shortcuts Agency auch den kategorienübergreifenden Spezialpreis «Best in Video», der dieses Jahr erstmals vergeben wurde. Der zweite Spezialpreis «Best in Mobile» geht an die «Lenzerheide Wetterböcke» von Jung von Matt/Limmat, realisiert im Auftrag von Lenzerheide/Graubünden Ferien.

Die Auszeichnungen sind alle unter Goldbachaward.ch zu einzusehen.

> Gewinnerliste 1. Teil
> Gewinnerliste 2. Teil

> Eine Auflistung der Gewinner finden Sie auch in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche: Goldbach Award 2012 – die Gewinner

 

> Goldbach Awards 2012: Shortlist

 

Umbauen auf eigene Faust kann ins Auge gehen

Oft möchten Mieter ihre Gewerberäume selber an ihre Bedürfnisse anpassen. Doch aufgepasst: Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters kann das finanziell kräftig danebengehen. Von Patrick Strub, lic. iur., Rechtsanwalt, Jurist und Redaktor beim Beobachter-Beratungszentrum.

Oft möchten Mieter ihre Gewerberäume selber an ihre Bedürfnisse anpassen. Doch aufgepasst: Ohne schriftliche Zustimmung des Vermieters kann das finanziell kräftig danebengehen.

Der Mieter muss die Sache in dem Zustand zurückgeben, der sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt», so will es das Gesetz. Aber gehören zum vertragsgemässen Gebrauch auch bauliche Veränderungen? Sofern vertraglich nicht anders geregelt, heisst die Antwort: nein. Nun sind aber gerade gewerbliche Mieter oft darauf angewiesen, dass sie nicht nur die Einrichtung bestimmen, sondern auch selber ein-, aus- oder umbauen können. Ohne entsprechende Zustimmung des Vermieters kann dieser bei Mietende – oder im Extremfall schon während des Mietverhältnisses – den Rückbau in den Originalzustand verlangen. Deshalb sollten Mieter vorgängig – also gegebenenfalls bereits vor der Vertragsunterzeichnung – das Einverständnis des Vermieters einholen – und zwar schriftlich! Das ist nicht nur aus Beweisgründen wichtig: Das Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass nur die schriftliche Vermieterzustimmung verbindlich ist. Nur wenn eine solche vorliegt, dürfen die Mieter ihre Änderungen bei Mietende belassen. Zudem steht % ihnen dann eine Mehrwertentschädigung zu, sofern die Investition bis zum Auszug noch nicht vollständig amortisiert ist.

Über die Höhe des Mehrwerts lässt sich naturgemäss gut streiten. Daher verfasst man die Vermieterzustimmung am besten in Form eines beidseitig unterzeichneten Vertrags, der auch gleich die Berechnung der Entschädigung vorwegnimmt. Beispielsweise kann darin festgelegt werden, dass sich die Entschädigung für die bewilligten Mieterinvestitionen – ausgehend von einer durchschnittlichen Lebensdauer von 20 Jahren – mit jedem Jahr um fünf Prozent reduziert.

Gefährlich ist es, anstelle der Zustimmung des Vermieters einfach darauf zu vertrauen, dass ein nachfolgender Mieter die Investitionen schon übernehmen werde. Ob und wie viel er zu bezahlen bereit sein wird, steht noch in den Sternen. Vor allem aber: Selbst wenn sich bisherige und neue Mieter einig sind, kann der Vermieter verlangen, dass die Änderungen rückgängig gemacht werden, wenn er sie nicht bewilligt hat.

Nur in zwei Ausnahmefällen hat der Vermieter nichts dazu zu sagen. Erstens: Ein Ersatzmieter übernimmt den bestehenden Mietvertrag ausserterminlich. Nur: Er hat keinen Anspruch darauf, tatsächlich in den Vertrag einsteigen zu können. Will der Vermieter ihn nicht akzeptieren, obschon er zumutbar und zahlungsfähig wäre, muss der bisherige Mieter zwar keine weiteren Mietzinsen mehr bezahlen. Aber der Vermieter muss die unbewilligten Änderungen nicht entschädigen und kann sogar verlangen, dass sie rückgängig gemacht werden. Zweitens: Geschäftsmieter können das Mietverhältnis auf einen Dritten übertragen – der Vermieter darf das nur aus einem «wichtigen Grund» ablehnen. Nach der Übertragung haftet der bisherige solidarisch mit dem neuen Mieter bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin, maximal zwei Jahre lang. Mit dieser Übertragung geht das Mietverhältnis eins zu eins auf die neue Mieterschaft über. Der Vermieter kann daher erst verlangen, dass die Änderungen zurückgebaut werden, wenn der neue Mieter auszieht. Darauf zu vertrauen, dass man einen Nachfolger findet, mit dem man einig wird, ist aber riskant – absolute Sicherheit bringt nur die Vermieterzustimmung.

Buchtipp
Mietrecht Umzug, Kosten, Kündigung – alles, was Mieter wissen müssen 256 Seiten, Fr. 34.– 7., erweiterte und aktualisierte Auflage, 2010 ISBN 978 3 85569 429 7 Beobachter-Buchverlag.

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Generalversammlung der ZPRG

An der 26. ordentlichen Generalversammlung der Zürcher Public Relations Gesellschaft ZPRG wurde der Präsident Christian Wick (Wick PR) für die Amtsdauer von einem Jahr wiedergewählt. Nach 5 Jahren Vorstandstätigkeit ist Peter Müller zurückgetreten.

Die anderen Vorstandsmitglieder, Pascale Lehmann, Lehmann Horat Partners, Eva-Maria Bauder, Spitäler Schaffhausen, Grazia Grassi, Denner, Nathaly Kratzer, Antalis, Dominik Allemann, BernetPR, Holger Rungwerth, Michael Loss, Wilmaa, sowie Dr. Matthias Wipf, Speakers.ch, wurden für ein weiteres Jahr wiedergewählt. Ausserdem wurde ein Antrag zur Erhöhung der Mitgliederbeiträge einstimmig von der GV bestätigt. Diese Erhöhung ist die zweite in den letzten 20 Jahren in der Geschichte der ZPRG, sagt Präsident der ZPRG, Christian Wick. 

Die ZPRG ist eine Regionalgesellschaft der Dachorganisation PR Suisse, Schweizerischer Public Relations Verband SPRV, mit rund 600 Mitgliedern.

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Gruppenbild ZPRG-Vorstand 2012: (v.l.n.r.) Michael Loss, Matthias Wipf, Eva-Maria Bauder, Vizepräsidentin, Dominik Allemann, Nathaly Kratzer, Pascale Lehmann, Christian Wick, Präsident, Grazia Grassi und Holger Rungwerth.

Saure Äpfel für Publisher

Bis Ende nächsten Jahres wird sich die garantierte Sichtbarkeit bei der Online-Werbung allgemein durchgesetzt haben – offen ist, mit welchen Auswirkungen.

Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss, sagt das Sprichwort – und so war bislang die Frage, ob denn ausgespielte Online-Werbung überhaupt auf den Bildschirmen der User angezeigt wird, kein Thema, respektive es wurde ein gewisser Schwund als unvermeidliche Tatsache hingenommen. Nicht länger: Hersteller von Ad-Server und Analytics-Lösungen rüsten auf und bieten Zusatzmodule zur Erhebung der Sichtbarkeit ausgelieferter Werbemittel an. Und offenbar ist dafür die Zeit reif, und so entwickelt sich darum ein Rummel, so dass alle Anbieter auf diesen Zug aufspringen und natürlich ihre Kunden in Zugzwang bringen. So verwundert es denn nicht, dass in einer Umfrage der Werbewoche unter Publishern, Vermarktern, Agenturen und Auftraggebern alle (so sie denn geantwortet haben…) sich mit dem Thema befasst haben. Doch es werden unterschiedliche Reifegrade deutlich. Am weitesten sind Agenturen (wie bereits der Beitrag in der Werbewoche vom 13.4.2012, S. 31 aufgezeigt hat). «Das gehört bei uns zum Standard», freut sich Philipp Semmler, Head of Interactive bei Mediaschneider, denn er sieht in den Sichtbarkeitsauswertungen einen Marktvorteil: «Wir erreichen somit eine garantierte und unabhängig geprüfte Sichtbarkeit – auch im sonst sehr kritischen Performance-Bereich.» Und auch Hans-Georg Bardohl, Head of Digital Buying bei der OmnicomMediaGroup, spricht davon, neue Möglichkeiten und Technologielösungen zu pushen und damit proaktiv auf die Kunden zuzugehen. Die Nachfrage sei «sehr gut», denn immerhin gehe es unter dem Strich ja darum, «dem Kunden ein Maximum an Effizienz zu garantieren, wie auch immer diese im Einzelfall definiert wird».

Schon merklich weniger enthusiastisch fallen die Einschätzungen bei Vermarktern aus. Bei Admazing sagt Leonardo Kopp, man sei «schon länger in der Lage», die Sichtbarkeit von Displays-Ads zu messen. «Allerdings führen wir das nicht standardmässig durch – die Werbeauftraggeber können dies aber jederzeit dazu buchen. Bisher hatten wir aber wenig konkrete Einsätze.» Alexander Horrolt, Managing Director Goldbach Audience (Switzerland) AG, spricht davon, mit den eigenen Adserver-Anbietern «umfangreiche Leistungsnachweise über die Auslieferung von Ads» anbieten zu können. Doch für «einzelne Bereiche wie Visibility» kann er derzeit einzig auf «Gespräche mit Spezialanbietern» verweisen.

Und auch Ueli Weber, COO der Publimedia, bekundet: «Wir werden jetzt mit Kampagnen starten, bei denen wir die Sichtbarkeitswerte messen.» So die Publisher auf die drei grossen Medienhäuser auf dem Platz Zürich eingeschränkt werden, hat man den Eindruck, das Thema der garantierten Sichtbarkeit gehöre noch nicht zu den zwingenden Strategiethemen. «Wir sind gerade daran, verschiedene Instrumente zu prüfen», meldet Remo Baumeler, Leiter Werbemarkt NZZ-Netz. Und bei Ringier geht Mediensprecher Edi Estermann zwar nicht konkret auf das Thema Visibility ein, weiss aber zu berichten: «Wir beobachten die technischen Möglichkeiten, die Werbewirkung zu messen, und haben auch schon Tests gemacht, aber wir setzen noch kein Tool vollumfänglich ein.» Konkreteres kann Christoph Zimmer, Unternehmenssprecher von Tamedia, vermelden: «Wir haben dieses Jahr erste Tests durchgeführt, bei denen die Sichtbarkeit verschiedener Werbeformate erhoben wurde.» Dabei seien sowohl die reine Sichtbarkeitsrate als auch weitere qualitative Indikatoren wie beispielsweise die Dauer der Sichtung gemessen worden. Doch: «Eine standardmässige Einführung ist bisher nicht geplant.» Immerhin hätten die internen Tests «sehr hohe Sichtbarkeitsraten» ergeben, womit gezeigt werde, «dass Display-Werbung wahrgenommen wird».

Keine Schweizer Standards

Geht es um die Standardisierung der Sichtbarkeitsmessung, betonen viele der Gesprächspartner für diesen Artikel, einheitliche Standards seien für die Entwicklung des Marktes wichtig, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Aber es gibt auch andere Stimmen. Wie etwa Philipp Semmler: «Standards sind nicht nötig, weshalb auch? Wenn ich auf dem System X above-thefold einkaufe und mein unabhängiger Adserver die Prüfung macht und mein Resultat bei 95-97 Prozent liegt, brauche ich keine neuen Standards. Die Visibilität kann ganz simpel in Prozent zu den insgesamt gelieferten Impressions angegeben werden.» Und Hans-Georg Bardohl gibt zu bedenken, man habe ja nicht auf allen Einsätzen die gleichen Parameter und Zielsetzungen und werde insofern durch Standards eher eingeschränkt. Im Sinne der Vergleichbarkeit fände er es hilfreich, wenn man sich im europäischen oder internationalen Raum auf gewisse Kennzahlen einigte. Seitens des IAB Schweiz verweist Präsident Ueli Weber darauf, dass ein solcher De-facto-Standard sich bereits in Deutschland etabliert habe: Ein Werbemitel müsse mindestens eine Sekunde lang sichtbar sein, und dabei müssten mindestens 60 Prozent der Werbefläche angezeigt werden. Und er betont: «Es ist nicht Aufgabe des IAB Schweiz, einen andern Standard zu definieren, wenn damit im Ausland gearbeitet wird.»

Kick-Backs für Auftraggeber

«Wer zahlt, befiehlt»: Soll dieses Sprichwort gelten, werden sich alle Marktteilnehmer auf neue Spielregeln einstellen müssen. So stellt etwa David Burst vom Migros-Genossenschaftsbund in Aussicht: «Die Sichtbarkeitsmessung wird bei uns künftig ein fixer Bestandteil bei der Post-Bewertung von Kampagnen sein. Zudem werden die Ergebnisse auch in die Bewertung der Preis/Leistung der einzelnen Angebote mit einfliessen.» Einer, der als Auftraggeber zum Thema Sichtbarkeit Klartext spricht, ist Boris Jacklowsky, Head Digital Business bei AXA Winterthur. Für ihn ist wichtig, dass «schnellstmöglich im Schweizer Online- Werbemarkt Klarheit geschaffen wird, wie hoch die Verlustraten nicht ausgelieferter oder nicht sichtbarer Ads tatsächlich sind». Dabei wolle er keine Aussagen akzeptieren wie etwa «Das war schon immer so», «Nicht alle Werbemittel können gleich gut gesehen werden» oder «Etwas Schwund ist immer». Als Auftraggeber wünscht er sich nicht nur, dass «eine Vermarkter- und Agentur-unabhängige Instanz diese Effizienzverluste aufzeigen kann», sondern auch, dass «Werbetreibende nach Abschluss einer Kampagne einen entsprechenden Kick-Back über eben diesen Verlustwert erhalten».

Messergebnisse des Migros-Genossenschaftsbunds belegen auch für den Schweizer Markt, dass Sichtbarkeitsverluste markante Grössen erreichen (vgl. Kasten 71%), und geben einen Hinweis darauf, dass Publisher nicht um Preisanpassungen herum kommen. Entsprechende Preis- oder Verrechnungsanpassungen sind für Leonardo Kopp «denkbar». Allerdings gibt er zu bedenken, es gebe schon heute oft platzierungsabhängige Preise, die quasi eine reduzierte Sichtbarkeit vorwegnehmen und einrechnen. Und Edi Estermann zeigt auf, wo die Argumentationslinie der Publisher verlaufen dürfte: «Die qualitative Verbesserung der Produkte dient natürlich dazu, das Preis-Leistungs- Verhältnis zu verbessern, und zwar für beide Partner.» Christoph J. Walther

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Rembrand lanciert Kundenmagazin für Grand Resort Bad Ragaz

Als Leadagentur des Grand Resorts Bad Ragaz hat Rembrand das Magazin 36.5° initiiert, konzipiert und umgesetzt - von der Namensfindung über die Gestaltung bis hin zum redaktionellen Inhalt.

Das Magazin wurde lanciert, um Gästen und Interessenten die Philosophie des Grand Resorts Bad Ragaz näherzubringen. Der Name bezieht sich auf das Ragazer Thermalwasser, so die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Inhaltlich erwarten den Leser Geschichten und Fachbeiträge über Menschen und Möglichkeiten im und ums Grand Resort Bad Ragaz. Die auf geschichtlichen Fakten und realen Personen basierende Kurzgeschichte «Sehnsucht nach 36.5°» stammt aus der Rembrand-Redaktion. Genauso «Der Raumflüsterer», ein Beitrag über den Hoteldesigner Claudio Carbone.

Verantwortlich bei Grand Resort Bad Ragaz: Kathrin Börger (Director of Marketing & Business Excellence), Annette Fink (Marketing Manager). Verantwortlich bei Rembrand: Andreas Felder (Konzept, Beratung), Daniela Hugelshofer (Projektleitung, Beratung), Jörg Stöckigt (Senior Art Director), Valentina Künzler (Grafik), Suzana Cubranovic (Redaktion).

 

Seeländer Marketing-Event: Mobile Revolution

In Biel fand am 26. April der 12. Seeländer Marketing-Event statt. Die Mobile Revolution war Thema des Anlasses mit über 300 Teilnehmern, der vom Swiss Marketing Club Biel-Seeland organisiert wird.

Nils Hafner schaute 30 Jahre zurück, als Empfehlungen, Produkt- und Preisvergleiche aufwendig zu beschaffen waren. Es folgte die Zeit, in der der Konsument mit Kaufbotschaften überhäuft wurde.

Revolution dank Mobile

Heute kombiniert das soziale Netzwerk Marketing mit Empfehlungen. So zückt Nils Hafner im beratungsfreien Fachmarkt das Smartphone, um seine Facebook-Kontakte nach dem besten Fernsehern zu befragen. 7 seiner 700 Freunde reagieren und geben innert 10 Minuten eine Empfehlung ab. Die Statistiken bestätigen, dass nur 1 Prozent der Nutzer aktiv Beiträge liefert. 9 Prozent bewerten, und die überwältigende Mehrheit von 90 Prozent besteht aus Zuschauern.

Mit den mobilen Geräten entwickelten sich neue Gewohnheiten: Die Anwender nutzen mehrere Medien gleichzeitig. So twittern 1,3 Millionen «Tatort»- Zuschauer bereits während der Sendung.

Schnell, einfach – und persönlich!

Anhand des mobilen Geschäftsmodells My Taxi und einer überraschenden Idee der Fluggesellschaft KLM bewies Nils Hafner eindrücklich: «Die neuen Medien ermöglichen eine sehr persönliche Ansprache.»

Daniela Enke stellte die preisgekrönte Marketing- Kampagne vor, die zum 150-jährigen Bestehen der Mammut Sports Group lanciert wurde. Man motivierte Kunden, ein eigenes Gipfel-Projekt zu organisieren und auf der Website darüber zu berichten. Eine Community erzählt ihre Abenteuer und bewirkt, dass die Marke Mammut in aller Munde ist.

Nutzen und Spass verbinden

Alexander Sollberger von swiss smart media GmbH stellte als Spezialist in crossmedialem Marketing die Frage: «Wie kann eine Firma ihre Inhalte am besten transportieren?» Das Beispiel der frechen Bündner Wetterböcke zeigt, wie virales Marketing funktioniert: Etwas Nützliches ist mit so viel Spass verbunden, dass man es allen weitersagt!

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Migros-Medien bauen Corporate-Publishing-Aktivitäten aus

Per 1. Juni bündeln die Migros-Medien ihre Corporate-Publishing-Kompetenzen. Der dafür neu geschaffene Bereich wird geleitet von von Susanna Heim, Chefredaktorin «Vivai», und Christine Kunovits, Chefredaktorin «Saisonküche».

«Mit dem im letzten Herbst aufgebauten Online-Kompetenzzentrum und dem neuen Corporate-Publishing-Bereich haben wir uns nun optimal auf die Zukunft ausgerichtet», sagt Lorenz Bruegger, Leiter Migros-Medien. Die neue Abteilung werde nicht nur Corporate-Publishing-Publikationen für Migros-Unternehmen umsetzen, sondern vermehrt auch für externe Kunden.
 

«Der Kreis» sucht den Weg ins Kino

In Zürich schlummert ein fast vergessener Stoff für das grosse Kino. Jetzt soll die Geschichte der Repression gegenüber Homosexuellen mit einem ziemlich neuen Finanzierungsmodell verfilmt werden.

WW: Contrast Film hat zu einem Kick-off-Event ins Zürcher Stadthaus geladen, um private Gönner und Investoren für einen Spielfilm zu gewinnen. Wie waren die Reaktionen auf diese Idee?
Ivan Madeo: Durchs Band positiv. Aber so sehr das einen freuen mag, mit Komplimenten macht man noch keinen Film.

Was soll diese Aktion bringen?
Wir erhoffen uns zwei Sachen. Erstens, dass wir das Interesse von möglichst vielen Leuten für die praktisch unbekannte Geschichte vom «Kreis» gewinnen können. Dies, um den letzten Filmstellen, die ihre Förderzusagen im Sommer noch sprechen müssen, die Wichtigkeit und Dringlichkeit des Films zu zeigen. Zweitens, dass wir möglichst viele Spenden sammeln, damit wir gegenüber diesen Ämtern ein finanzielles Statement setzen können.

Gibt es bereits erfolgreiche Vorbilder für ein derartiges Finanzierungsmodell?
Unser Finanzierungsmodell ist grösstenteils klassisch, mit einer atypischen Ergänzung im PR- und Sponsoring-Bereich. Die letzten Jahre ist man in der Filmfinanzierung kreativer geworden. Es werden Crowdfunding- Plattformen im Web, aber auch neue Event-Möglichkeiten wie Fundraising- Ausstellungen, Spendenkonzerte, Lancierungen von literarischen Ergänzungen zum Film genutzt, um die Projekte zu finanzieren. Und das muss man auch. Einerseits, weil die zur Verfügung stehenden Fördermittel nicht parallel zur Quantität der herausgebrachten Filme steigen, also der Kampf um denselben «Topf» grösser geworden ist. Andererseits, weil die heutigen Produktionsbedürfnisse, also das Arbeitstempo oder die Internationalisierung der Projekte, das herkömmliche Schweizer Finanzierungssystem überholt haben.

«Der Kreis» erzählt eine wahre Geschichte. Wie haben Sie diese entdeckt?
Ich habe vor rund fünf Jahren Röbi Rapp und Ernst Ostertag zufällig kennen gelernt. Als ich von ihrem damaligen Engagement im Kreis, aber auch von den absurden polizeilichen Repressionen gegenüber Homosexuellen im Zürich der 60er-Jahre hörte, wusste ich auf der Stelle: Das ist ein Stoff für die grosse Leinwand. Es ist doch verrückt, dass hier in Zürich, direkt vor unserer Tür, vor nicht einmal 50 Jahren eine so systematische Schwulenhatz stattgefunden hat. Von der Stadt nicht nur geduldet, sondern gar initiiert: rechtlich absolut haltlose Verbote, Drohungen, Razzien, Verfolgungen, Verhöre, Registrierungen und Verhaftungen. Und dass das heute fast keiner mehr weiss, ist noch viel verrückter. Die Story musste unbedingt erzählt werden.

Wie lange sind Sie schon schwanger mit der Idee?
Kaum hatte ich Urs Frey, meinem heutigen Filmpartner bei Contrast Film, vom Kreis sowie von Röbi und Ernst erzählt, haben wir uns an ein erstes Exposé und dann an ein Treatment herangewagt. In den letzten fünf Jahren sind – auch wegen des komplizierten Filmfördersystems – rund 20 Fassungen des Drehbuches entstanden.

Fünf Jahre Arbeit am Buch: Welche Stolpersteine mussten im Verlauf der Entwicklung umgangen werden?
Das Schwierigste war das Finden der richtigen Produktions- und Finanzierungsform. Zuerst war der Film als grosse internationale Koproduktion mit Deutschland, eine Zeit lang sogar als Tripartie mit Österreich angelegt. Den deutschen Förderstellen und Koproduzenten zuliebe sind dann etliche Versionen geschrieben worden, die den deutschen Strang der Schmuggelgeschichten der verbotenen Kreis- Hefte in den Vordergrund gestellt haben. Aber Deutschland hatte für unsere Story keinen müden Cent übrig. Also mussten wir eine rein nationale Finanzierung ins Auge fassen und dementsprechend auch den Film günstiger machen. So haben wir uns in Absprache mit den Schweizer Filmförderstellen auf das Genre der Dokufiction geeinigt – was sich im Nachhinein auch dramaturgisch als grossen Gewinn für unseren Film herausgestellt hat.

Sie sind gleichzeitig Produzent und Autor: Wie kam es zu dieser unüblichen Rollenverteilung?
So unüblich ist das nicht. Es gibt einige Autoren und Regisseure, die ihre Filme selber produzieren. Ganz besonders im Dokumentarfilmbereich. Ausserdem sieht man an internationalen Produzententreffen und Filmfestivals die «kreativen Produzenten» immer häufiger. Ein höchst prominentes Beispiel dafür war Bernd Eichinger. Und hier in der Schweiz denke ich etwa an den Filmemacher Samir. Bei uns war es so, dass wir anfänglich einfach die auf wahren Begebenheiten basierende Story vom «Kreis» recherchieren und als Drehbuch schreiben wollten. Als dann die Drehbuchauszeichnungen und Förderbeiträge folgten, war klar, dass wir das wertvolle Buch nicht aus den Händen geben und die Verfilmung anderen Produzenten überlassen wollten.

Wer hat das Projekt bis jetzt gefördert?
Ideell am meisten Röbi Rapp und Ernst Ostertag, die zu den letzten Zeitzeugen des Kreis gehören. Die beiden waren in der Organisation stark engagiert und haben sich auch da kennen und lieben gelernt. Uns haben sie geholfen, die ganze Geschichte wieder zu rekonstruieren. Finanziell haben wir bei der Entwicklung von allen grossen Schweizer Filmförderstellen Unterstützung bekommen: vom Bundesamt für Kultur BAK, dem Schweizer Fernsehen SRF, von der Zürcher Filmstiftung, der Société Suisse des Auteurs SSA, der Suissimage und von einigen privaten Stiftungen.

Wieso macht Ivan Madeo mit seiner Erfahrung nicht selber Regie?
Ich hab das am Anfang, während meines Studiums, probiert. Klar, wer will das schon nicht. Aber nach den ersten eher peinlichen Kurzfilmen habe ich gemerkt, dass ich die Regie lieber Leuten überlasse, die ein grösseres Talent dafür haben. Ich bin nützlicher, wenn ich schreibe und produziere.

Was waren bisherige Erfolge im Bereich Film?
Die bisherigen Filme von Contrast sind ganz unterschiedlich gelaufen. Mit unserem letzten Kurzfilm «Down this Road» unter der Regie von Vinz Feller haben wir einen der erfolgreichsten Schweizer Kurzfilme aus dem Jahre 2011 realisiert. Der Film ist an fast 90 internationalen Festivals rund um den Globus aufgeführt und mit mehreren Awards prämiert worden. In wenigen Monaten kommt Urs Freys Dokumentarfilm «Child’s Dream – Zwei Banker auf Sinnsuche» heraus.

Was erhoffen Sie sich vom Film «Der Kreis»?
Bei «Der Kreis» geht es um ein dunkles Kapitel in der Geschichte unseres Landes, ähnlich wie beim stark beachteten Kinofilm «Der Verdingbub». Ich wünsche mir deshalb, dass wir mit unserem Projekt ein ähnliches mediales Interesse für den beinahe vergessen gegangenen Skandal erreichen.

Sie arbeiten auch noch als Texter bei Euro RSCG Zürich: Wie ist der Job in einer Werbeagentur mit Drehbuchschreiben kompatibel?
Wenn man das Pensum im Werbejob frei wählen kann, sehr kompatibel. Nur ist das äusserst selten der Fall. Sonst finde ich den Ausgleich grundsätzlich sehr inspirierend und befruchtend.

Was haben Sie von der Werbung für die Gestaltung eines Films lernen können?
Ich bin überzeugt, dass das heutige Schweizer Kinofilmschaffen von der Professionalität und Arbeitsgeschwindigkeit der Werbung viel profitieren kann. Ich mag mich erinnern, dass wir bei unseren ersten Filmpräsentationen den viel besseren Eindruck hinterlassen konnten als die gestandenen Produzenten, weil Urs und ich einfach die grössere Erfahrung im Kommunizieren und Verkaufen von Ideen haben. Zudem erlangt man durch die regelmässige Realisierung von Werbefilmen die viel grössere Routine im Entwickeln und Umsetzen von Geschichten, als wenn man alle drei Jahre einen Spiel- oder Dokfilm rausbringt. Andersrum profitiert die Werbung von der Leidenschaft und dem Talent, die im nichtkommerziellen Filmschaffen stecken. Deshalb arbeiten auch viele Schweizer Autoren, Regisseure, Kameramänner, Musikkomponisten und Techniker in beiden Branchen.

Wieso wollen viele Texter etwas Literarisches oder in diesem Fall Filmisches hinterlassen?
Das ist eine uralte und schwierige Frage. Warum will jeder Art Director eine eigene Foto- oder Kunstausstellung haben? Warum liegen in der Schublade jedes Texters irgendwelche Ideenfetzen für einen Roman? Die Hassliebe zwischen Kunst und Werbung ist so alt wie die beiden Sparten selbst. Und es ist nichts als legitim, wenn man sich nach etlichen Jahren des Kreierens von vergänglichen und oft vergeblichen Botschaften wenigstens einmal mit der Frage auseinandersetzt, ob es nicht auch was Substantielleres gäbe. Und zwar ganz unabhängig davon, wie erfolgreich oder «legendär» die Werbekampagnen sind, die man kreiert hat.

Interview: Andreas Panzeri

Der Film
Zürich, 1958. Der schüchterne Lehrer Ernst Ostertag verliebt sich unsterblich in den Variété-Künstler Röbi Rapp – und muss sich zwischen bürgerlicher Existenz und Bekenntnis zur Homosexualität entscheiden. Ernst Ostertag wird Mitglied der Schweizer Organisation «Der Kreis» und erlebt Blütezeit und Zerschlagung dieses europaweit einzigartigen Wegbereiters der schwulen Emanzipation. Der auf wahren Begebenheiten basierende Spielfilm schildert den Kampf zweier ungleicher Männer um ihre Liebe vor dem Hintergrund einer historisch wie politisch interessanten Epoche der Schweizer Geschichte. Ausgegraben wurde diese Story von Ivan Madeo aus Zürich und Urs Frey aus Biel. Im August 2007 haben die beiden Werber und Auftragsfilmer am Internationalen Filmfestival Locarno für ihre Idee ein Stipendium von 25 000 Franken für die Entwicklung eines Drehbuchs erhalten. Dieses Geld wird von der Schweizerischen Autorengesellschaft SSA jedes Jahr an drei erfolgversprechende Spielfilmprojekte vergeben. Seither ist das Drehbuch mit weiteren Fördergeldern von total 100 000 Franken unterstützt worden. Eine schöne Summe, die aber relativiert wird, wenn man weiss, dass inzwischen drei Leute bald fünf Jahre am Projekt gearbeitet haben. Als Garant für die Regie ist inzwischen Stefan Haupt dazu gekommen. Aber einen Kinofilm zu stemmen, ist ein harter Kampf, auch wenn Crew und Story Potenzial haben. Die Liebesgeschichte von Ernst Ostertag und Röbi Rapp ist mehr als eine private Romanze. Ihr Zusammenleben spiegelt auch die bisher nur Insidern bekannten Hintergründe einer schillernden Epoche aus der Stadt Zürich. Der Kreis hat weltweit Furore gemacht Nach einer wechselvollen Entwicklung, die von Mitgliedern im Cabaret Cornichon bis zu einer Abstimmung 1938 zur Straffreiheit von homosexuellen Akten unter Erwachsenen reicht, wurde 1943 schliesslich die Zeitschrift «Der Kreis» gegründet. Diese kämpfte nicht nur gegen die Verfolgung von Schwulen in der Hitler-Zeit, sondern gab später auch entscheidende Impulse zur Gründung von neuen Homosexuellen-Organisationen in ganz Europa und sogar in den USA. Dort wurde zum Beispiel 1950 in Kalifornien ein noch heute existierender «Kreis» gegründet. Aus diesen «Kreisen» reisten jährlich über 1000 Männer zu den in den 50er-Jahren legendären Ballveranstaltungen nach Zürich. Diese «weltweit grössten derartigen Anlässe» für Homosexuelle haben dem «Kreis» die nötigen Einnahmen garantiert, um als Zeitschrift kompetent über die damals aktuellen Kulturtrends berichten zu können. In jene Zeit fallen aber auch zwei Morde von Strichjungen an Homosexuellen. Damit beginnt eine rasch zunehmende Hetze gegen diese Minderheit. Die Zürcher Polizei agiert im Graubereich, um vermutete Homosexuelle zur Registrierung zu zwingen. Der Kreis wird als Treffpunkt von Freiern und Strichern verleumdet. 1960 erlässt die Stadt ein «Tanzverbot für Männer». Es gibt Grossrazzien in gewissen Bars, Restaurants und Parkanlagen. Diese Jahre der Repression dauern bis 1969. Im geplanten Film wird diese Epoche in einer Dokufiction dargestellt. Im Sommer entscheiden diverse Gremien und das EDI über das Produktionsbudget. Dieses beträgt rund 1,8 Millionen Franken. Pan

Ivan Madeo
Nach seinem doppelten Hochschulabschluss mit Filmjournalismus hat Ivan Madeo in diversen Kreativabteilungen von führenden Schweizer Werbeagenturen gearbeitet und dabei zahlreiche Auftragsfilme realisiert. Noch heute konzipiert und textet er für Euro RSCG Schweiz. Als Regisseur und Produzent hat er mehrere Dokumentar- und Kurzfilme geschaffen und bei einer Reihe von Kinofilm- und Musikvideo-Produktionen mitgewirkt. Ivan Madeo ist sowohl für seine Werbe- wie auch für seine Filmarbeiten mehrfach prämiert worden.

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Towers Watson vergibt Mandat an Open Up

Die Kommunikations- und PR-Agentur Open Up hat vor kurzem das Madant des weltweit tätigen Beratungsunternehmens Towers Watson gewonnen. Die Agentur unterstützt das Unternehmen Schweiz-weit in der Medienarbeit und berät es bei strategischen Kommunikationsfragen.

Nach Prüfung mehrerer Agenturen entschied sich Towers Watson für Open Up, weil die Zürcher Agentur über Erfahrung in den Themen Vorsorge und Finanzkommunikation verfüg, wie die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Open Up unterstützt das Beratungsunternehmen in der Medienarbeit und der mittel- und langfristigen Positionierung in der Schweiz. Towers Watson ist in der Schweiz mit Niederlassungen in Zürich und Lausanne präsent.

 

Aufgespiesst: Werbung könnte so schön sein

Anne-Friederike Heinrich, freie Mitarbeiterin der Werbewoche, über Sprachschlampereien, die nicht auszuhalten sind.

Ich will ja nicht pingelig sein, aber ein wenig mehr Achtsamkeit für ihr Arbeitswerkzeug Sprache würde man manchen Werbern und «Marke-Tieren» schon gerne abverlangen. Da wirbt zum Beispiel der Kosmetikkonzern Clinique für seine «Nr. 1 gegen Pigment- und Altersflecken in Europa». Ehrlich, da KRIEGE ich erst Flecken! Denn die meisten Menschen bekommen, soweit ich weiss, Altersflecken im Gesicht oder auf den Handrücken – und nicht in Europa, wo immer diese Körperregion sein mag. Oder sollte das Unternehmen etwa gemeint haben, dass das Wundermittelchen nur die Altersflecken bekämpft, die unter der Sonne Europas entstehen? EU hin oder her – das kann ja wohl auch nicht sein. Also hat einer irgendetwas gemeint, der zweite hat das nicht gewusst und der dritte hat den Text gemacht. Liebe Kosmetikwerber: Manchmal passen nicht alle wichtigen Informationen in einen Satz. Dann dürft Ihr ruhig auch zwei machen. Die Konsumenten könnten Euch dann vielleicht sogar verstehen. Wäre das nichts?

Geschenkt

In die Vollen geht aktuell auch der Versand Verdbaudet mit seinem «Gratis-Geschenk» für eine Bestellung. Ich habe das Wort «geschenkt» bislang immer als Synonym für «gratis» verstanden und verwendet. Demnach wäre ein Gratis-Geschenk so etwas wie ein weisser Schimmel oder eine schlecht frisierte Corine Mauch. Pleonasmus sagen die, die sich damit auskennen. Aber möglicherweise ist die Vorstellung, dass Geschenke gratis sind, eine, die langsam Altersflecken ansetzt. Insbesondere in Europa. Aber das führt uns weg vom Thema. Auch Media Markt haut voll daneben. Dort heisst es dieser Tage «18 Jahre Media Markt Schweiz – Volljährig – Vollbillig!». Klingt dieser Claim im Radio noch einigermassen witzig, und haben die Werbeprofis bei der Entwicklung der Wort-Bild-Marke noch auf Rechtschreibung geachtet, krankt das Auge beim Lesen des schlichten Text-Rectangle im Internet. Volljährig, Vollbillig, Vollmilch? Die Grossschreibung von Adjektiven ausserhalb eines Satzzusammenhangs hat sich ja inzwischen schon durchgesetzt, aber was bitte ist vollbillig? Gibts auch leerbillig? Oder liess das Werbefenster einfach kein Leerzeichen mehr zu? Ich bin doch nicht blöd. Oder vielleicht doch?

Vermurkst

Dem Fass den Boden aus schlägt aber die NZZ am Sonntag. Ausgerechnet als Werbung für ihren Kader- Stellenmarkt leistet sie sich den Satz: «Wo man geeignete Bewerber für Fachspezialisten- und Kaderstellen findet, ist kein Zufall.» Tief durchatmen. Der Satz täuscht vor, zu funktionieren, tut es aber nicht. Fragen wir uns einmal, was wohl gemeint sein könnte. Vermutlich: «Dass man in der NZZ geeignete Bewerber … findet, ist kein Zufall.» Oder, etwas akzentuierter: «Nicht zufällig findet man ausgerechnet in der NZZ …» Woran krankt das Sätzchen der Edelschreiber? Der Texter hat (vermutlich in einem Lokal gesessen und so) lokal mit kausal verwechselt. Und, noch viel schlimmer: Niemand hat es gemerkt. Hoffentlich merken es auch die Fachspezialisten und Kaderanwärter nicht. Es ist schon schlimm genug, wenn sie die Botschaft nicht verstehen und den Halbseiter einfach überblättern. Aber, na ja, werben im eigenen Blatt kostet ja nichts. Wäre abschliessend noch zu fragen, was eigentlich Fachspezialisten sind. Eine Kreuzung zwischen Fachleuten und Spezialisten? Oder einfach eine unschöne Wortblase ohne Sinn. Heiliger Strohsack!
 

Top der Woche 2: Website-Pools in der Schweiz immer populärer

Die aktuelle Studie Net-Metrix-Profile 2012-1 macht deutlich: Schweizer Websites schliessen sich vermehrt zu Netzwerken zusammen, um eine grössere Zielgruppenabdeckung und eine bessere Vermarktung zu erreichen.

«Unsere neuesten Reichweitenzahlen belegen einen klaren Trend zum Aufbau von Website-Pools und so zur gemeinschaftlichen Vermarktung von Online-Angeboten », erklärt Kathrin Kissau, Projektleiterin bei der Internetforschungsorganisation Net-Metrix. Mit 14 publizierten Netzwerk-Reichweiten habe sich erstmals mehr als ein Drittel aller an der Studie teilnehmenden Websites zu solchen Pools zusammengeschlossen. Netzwerke können im Vergleich zu den einzelnen Websites hohe Nettoreichweiten erzielen, insbesondere wenn es eine geringe Nutzerüberschneidung der Einzelangebote gibt. Die reichweitenstärksten Netzwerke in der neuesten Studie Net-Metrix-Profile 2012-1 mit über zwei Millionen Nutzern pro Monat sind das Swiss Services Network und das SRG-Netzwerk.

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