Da die Zahlen der Direktwerbung wieder nach dem identischen Verfahren wie 2010 berechnet wurden, ist das Gesamtergebnis mit dem Vorjahr vergleichbar, wie die Wemf in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Wegen den Umsatzschwankungen der vergangenen Jahre macht es Sinn, die aktuellen Zahlen in Relation zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre zu setzen. Dabei zeigt sich, dass das Gesamtergebnis von 2011 praktisch auf dem Niveau von 2010 liegt (+0.8 Prozent), aber deutlich unter dem 10-Jahresdurchschnitt (-6.4 Prozent). Die starken Werbejahre von 2006 bis 2008 mit Umsatzzahlen bis 5’435 Millionen Franken treiben den 10- Jahresdurchschnitt nach oben.
Werbung und Wirtschaftsentwicklung im Einklang
Gemäss den aktuellsten Zahlen des Seco hat das Brutto-Inlandprodukt im Jahre 2011 und 2.5 Prozent zugenommen – also etwas stärker als die Werbeumsätze. Erfahrungsgemäss wirkt sich das Wachstum der Wirtschaft meistens auch positiv auf die Werbeumsätze aus.
Presse: Kaum Veränderungen gegenüber 2010
Die Inserateeinnahmen der Schweizer Presse liegen mit 2'004 Millionen Franken praktisch auf dem Vorjahresniveau (+0.2 Prozent). Knapp die Hälfte davon entfallen weiterhin auf die Tagespresse. Mit einem Plus von 9.0 Prozent weist einzig die Fachpresse ein überdurchschnittliches Wachstum auf. Bei den Stelleninseraten ist nach dem leichten Aufschwung von 2010 wieder eine rückläufige Tendenz zu beobachten. Die Einnahmen von 188 Millionen Franken bedeuten im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 12.9 Prozent.
Fernsehen: Der Trend zeigt weiterhin nach oben
Mit einer Zuwachsrate von 13.3 Prozent ist die Fernsehwerbung die grosse Gewinnerin von 2011. Vor allem die ausländischen Werbefenster und – etwas weniger spektakulär – die privaten Schweizer Sender haben zu diesem Ergebnis beigetragen. Der 10-Jahresvergleich widerspiegelt die positive Entwicklung der vergangenen Jahre (+24.2 Prozent im Vergleich zum dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre).
Sponsoring als separate Kategorie
Die SRG kann wegen der Restrukturierung der Regionen die Sponsoring-Umsätze für Fernsehen und Radio nicht mehr separat ausweisen. Deshalb wurde in der Werbestatistik die neue Kategorie «Sponsoring von Fernseh- und Radiosendungen» geschaffen. Diese weist für das Jahr 2011 Umsätze von 88 Millionen Franken aus (-3.3 Prozent gegenüber 2010).
Übrige elektronische Medien: Unterschiedliche Entwicklungen
Von den anderen elektronischen Medien weisen Radio (+4.4 Prozent) und Adscreen (+6.6 Prozent) positive Entwicklungen auf. Dagegen liegen die Werte für Kino (-16.4 Prozent) und Teletext (-12.0 Prozent) deutlich unter denjenigen des Jahres 2010 und damit auch unter dem 10-Jahresdurchschnitt.
Aussenwerbung: Umsatzrückgang bei der Plakatwerbung
Für die Kategorien Sport- und Stadionwerbung sowie «übrige Aussenwerbung» sind keine Zahlen mehr verfügbar, welche klar definierte Segmente des Gesamtmarktes abbilden. Deshalb beschränkt sich dieser Bereich nun auf Plakat- Verkehrsmittel- und Neonwerbung. Insgesamt ergab sich für die Aussenwerbung bei Werbeeinnahmen von 515 Millionen Franken ein Minus von 8.5 Prozent. Bei der Plakatwerbung, welche mit 289 Millionen Franken das wichtigste Segment bildet, lag der Rückgang bei 5.9 Prozent.
Adressbücher: Der positive Trend setzt sich fort
Die bereits in den vergangenen Jahren festgestellte Umsatzsteigerung hat sich auch im Jahre 2011 fortgesetzt (+3.7 Prozent).
Direktwerbung: Gleiches Niveau wie im Vorjahr
Mit 1'017 Millionen Franken wurde mit der Verteilung adressierter und nicht adressierter Werbemailings praktisch gleich viele Einnahmen wie im Vorjahr generiert. Der moderate Umsatzrückgang bei der adressierten Werbung von 0.6 Prozent ist auf den Trend der Geschäftskunden, kostengünstigere Versandarten zu wählen, zurückzuführen.
Keine Netto-Umsatzzahlen für Online- Werbung
Die Komplexität der Internet-Branche sowie der Grad der Bereitschaft zur Datenlieferung lassen es leider nicht zu, mit den anderen Mediengattungen vergleichbare Zahlen zu veröffentlichen. Im Bereich der klassischen Internetwerbung weist Media Focus für das Jahr 2011 einen Brutto-Umsatz (Werbedruck) von 176 Millionen Franken (+10.4 Prozent gegenüber 2010).