Neue Leitung in der Redaktion von Landliebe

Die Leitung des Magazins Landliebe wird in neue Hände gegeben. Urs Heller, der als Geschäftsführer Zeitschriften Ringier Schweiz LandLiebe entwickelt und im Frühling 2011 lanciert hat, übergibt die Redaktionsleitung ab der aktuellen Ausgabe an Ingrid Schindler und André Frensch.

 

Ingrid-Schindler
Ingrid Schindler wird das Textressort leiten. Sie hat als Chefredaktorin unter anderem die Saisonküche (Migros geführt und war als freie Journalistin unter anderem für die NZZ am Sonntag, den Tages-Anzeiger, die Basler Zeitung tätig.
 
Andre-Frensch
André Frensch soll als Art die Optik des Magazins prägen, wie es in einer Ringier-Mitteilung heisst. Er zeichnete als AD bei der Schweizer Illustrierten und Creative Director beim SonntagsBlick und beim SonntagsBlick-Magazin für deren optischen Auftritt verantwortlich und hat die Landliebe mitentwickelt.

Das Heft wurde im April 2011 lanciert und erscheint seit diesem Jahr sechs Mal jährlich. Ab 10. Mai ist die Juni/Juli-Ausgabe der Zeitschrift am Kiosk erhältlich. Sie ist 196 Seiten dick. Laut Ringier-Mitteilung handelt es sich dabei um ».

 

KSB realisiert Bell Barbecue Kampagne 2012

Die Kreativen von KSB haben sich Anfang Jahr in einer Konkurrenzpräsentation für Bell Barbecue erfolgreich durchgesetzt. Jetzt ist die neue Kampagne on Air.

Mit einem Augenzwinkern nimmt diese sich eines Phänomens an, das in den letzten Jahren besonders deutlich wurde: Die Männer vergessen immer mehr, wer sie sind: Sie rasieren sich die Brust, trinken Grüntee, tragen rosa Pullover, gehen shoppen und tragen Hausschuhe, so die Agentur in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das alles passe aber nicht zum starken Geschlecht und so mahnt Bell heiter und mit unmissverständlicher Parole zur Umkehr: «Männer, zurück an den Grill». Dies mache aber nicht nur die Männer glücklich, sondern auch die Frauen. Denn die lieben männliche Männer und diese Kampagne bringt sie ihnen wieder zurück, so das Motto der Kampagne.

In den drei neuen Bell Barbecue TV-Spots werden exemplarisch ein Zumbatänzer, ein Brustrasierer und ein Karaokesänger auf den Pfad der Tugend zurückgeholt und wieder zu dem gemacht, wozu sie geboren wurden: «Wahre Männer». Die Spots sind auf allen Schweizer TV-Kanälen zu sehen, die Anzeigen erscheinen in der Tages- und Sonntagspresse.

Verantwortlich bei Bell: Davide Elia (Leiter Marketing/Kommunikation), Micha Roth (Projektleiter Marketing), Nicole Schaad (Projektleiterin Werbung), Urs Graf (Kulinarik). Verantwortlich bei KSB: Uwe Schlupp, Samuel Knaus (Creative Direction), Samuel Knaus (Text/Konzept), Andrea Reinhart (Art Direction), Dany Kielholz (Beratungsleitung), Flavia Salvisberg, Kristin Enzler (Beratung), Michèle Seligmann (Agency Producing). Verantwortlich bei Stories: Christian Aeby (Regie), Michael Krautter (Kamera), Angelika Götz (Ausstattung), Yves Bollag (Producer), Jonathan Heyer (Foto), Karin Frey (Foodstyling).

 

Ruf Lanz macht für Hiltl den Panther zum Vegetarier

Ein angeblicher Panther in Kestenholz im Kanton Solothurn sorgte am Mittwochmorgen für Schlagzeilen in der Presse.  Die Raubkatze ist als erste dem Revierförster aufgefallen, der daraufhin Alarm geschlagen hat.

Berichtet wurde darüber unter anderem in 20 Minuten, Blick, Tagi. Ruf Lanz hat fürs Haus Hiltl schnell reagiert und zeigt den von einer neuen Seite: als genussvollen Vegetarier. «Denn in Zürich isst jeder gern vegetarisch», so das Motto der Kampagne. Das Sujet wird aktuell viral verbreitet.

 

Century on the rocks

Im Eis des Jungfraujochs wurde der Century Swiss Highland Malt Ice Whiskey vorgestellt.

Der Fachjournalist aus Deutschland reklamiert einen so engen Terminkalender, dass er es nur mit dem Helikopter zur «Taufe» des Swiss Highland Single Malt Whiskey Ice Label Century auf das Jungfraujoch schaffen könne. Die Schar der weniger gehetzten Medienleute erlebt ohne Extrawurst die atemberaubende Fahrt mit der Jungfraubahn inmitten japanischer Touristen aufs Joch. Dort reift der Century bei minus vier Grad in einem uralten Eichenfass im noch älteren Gletschereis auf 3454 Meter über Meer seiner Vollendung entgegen. «Als wir von der Reifung im Eis hörten, dachten wir, es handle sich um einen Marketing-Gag», sagt Sonja Petignat, Fachfrau der Eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope, «doch jeder einzelne Jahrgang dieses Whiskys hat sein eigenes Bouquet, das auch stark vom jeweiligen Fass aus amerikanischer Eiche abhängt. Die Kälte und die Luftfeuchtigkeit bewirken einen besonderen Reifungsprozess, den wir nicht voll erklären können; doch das Resultat ist frappierend und überzeugt!» Das Interview mit der Expertin mit ETH-Studium findet in einer verwunschenen Höhle des Eispalastes statt. Als Kulisse dienen mehrere Fässer mit Swiss Highland Single Malt Whiskey Ice Label, der im Gletschereis zum vollen Bouquet erblüht.

Bierbrauer auf neuen Wegen

Wie kommt die Rugenbräu, die traditionsreiche Bierbrauerei in Interlaken, darauf, überhaupt Whisky zu brennen? «Unser Unternehmen war immer innovativ», erklärt Bruno Hofweber, CEO und Mitbesitzer des Familienunternehmens. «Als die revidierte Alkoholverordnung 1999 das Brauen von Whisky in der Schweiz erlaubte, machten wir sofort Versuche. Dabei half uns das Know-how für die Bierproduktion; denn die Grundstoffe Gerstenmalz, Wasser und Hefe sind gleich.»

Die erste Edition des Swiss Highland Single Malt Whiskey im Jahr 2008 war in einer Auflage von 3500 Flaschen und zum stolzen Preis von 129 Franken bald ausverkauft. Prämierungen und Medaillen belohnten die Anstrengungen. Der Aufwand für das Qualitätsprodukt ist gross, und die Quantitäten sind verglichen mit den Whiskys internationaler Brennereien klein.

Doch warum ein Eis-Whisky? «Im Gespräch mit einem renommierten schottischen Whiskybrenner sagte dieser, das nahe Meer trage viel zur Qualität des Scotch bei», erklärt Hofweber. «Wir haben kein Meer, aber am Jungfraujoch ein Eismeer.» So reifte das Projekt, das Rugenbräu in Zusammenarbeit mit der Jungfraubahn realisiert.

Der «Century» also ist der Geburtstags-Whisky der Jungfraubahn, die am 1. August 1912 den Betrieb aufnahm. 1291 Flaschen des Century Ice Label werden in spezielle Flaschen abgefüllt – dies als Erinnerung an das Gründungsjahr der Eidgenossenschaft. Reichlich viel Zahlenmagie für ein Malzdestillat! Auch Adolf Guyer-Zeller (1839-1899) wird für die Lancierung aufgeboten. Im zeitgenössischen Frack entsteigt der Erbauer der Jungfraubahn, gemimt von einem Schauspieler, unter dem Applaus der Gäste einer künstlichen Nebelbank und lässt Bahn und Whisky mit träfen Sprüchen hochleben. Auch Urs Kessler, CEO der jubilierenden Alpenbahn, klatscht freudig mit.

Bruno Hofweber und Silvia Mettler, seine ebenfalls in Interlaken domizilierte Kommunikationsberaterin, machen die Lancierung des Century Ice Label zum informativen Top-Event mit eindrucksvollen Schauplätzen in der Destillerie in Interlaken und oben auf dem Jungfraujoch.

Fachlyrik im Eispalast

Die Degustation im kristallklaren, hochalpinen Naturkeller zaubert ein geniesserisches Lächeln auf alle Gesichter. «Dunkel bernstein- bis eichenfarbig, mit einem Hauch goldener Bergsonne» wird der Whisky charakterisiert, «mit einem Körper von angenehm weicher Textur».

Die Whisky-Lyrik erreicht ihren Höhepunkt, als ein Kenner beschreibt, wie die «leicht holzige Aromen und herbe Noten mit Vanille und Karamell zu einem schönen Wechselspiel und einer beeindruckenden Balance kombiniert werden».

Nach soviel Fachpoesie versteht das von innen erwärmte Publikum auch, dass jede der Flaschen des im Eis gereiften «Century» stolze 345.40 Fr. kostet (die Zahl bemisst sich an den Höhenmetern der Eisgrotte – freilich mit einer verschobenen Kommastelle). Verpackt in handgefertigte Holzkisten, versehen mit Zertifikat und begleitet von einem Lederbeutel mit Originalsteinen aus dem Ausbruchmaterial vom Bau der Jungfraubahn. Das Jubiläums-Destillat kommt so edel daher, dass manche der kostbaren Flaschen wohl nie geöffnet, sondern in Whisky- Sammlungen für die Nachwelt aufbewahrt werden. Der vielbeschäftigte Fachjournalist aus Deutschland verpasste im Übrigen den Event auf dem Jungfraujoch, denn der Jahrhundertföhnsturm verunmöglichte den Helikopterflug ins ewige Eis. Darauf einen «Century» on the Rocks! Werner Catrina

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«Die journalistische Unabhängigkeit ist ganz zentral»

Christoph Hartgens, CEO von cash zweiplus ag (l.), und André Michel, COO, äussern sich im Gespräch mit Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier zum Fifty-fifty-Joint-Venture Ringier und bank zweiplus.

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WW: Cash war einmal eine bekannte wöchentliche Wirtschaftszeitung, mutierte dann zu einem täglichen Gratistitel, um schliesslich ein Onlineportal ohne Printunterstützung zu werden. Jetzt kommt der Zusammenschluss mit einer Bank. Was bezwecken Sie damit?
André Michel: Die meisten Onlinemedien mussten in den vergangenen Jahren feststellen, dass es nicht einfach ist, Online-Aktivitäten zu refinanzieren. Die meisten Verleger mussten mit grosser Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass der Verkauf von Inhalten nur beschränkt funktioniert. Gleichzeitig sinken die Preise für Onlinewerbung stetig. Dazu kommt, dass ganze Bereiche im Online-Marketing, so z.B. die Searchwerbung, von Firmen wie Google beherrscht werden. Aus diesem Grunde hat sich nicht nur cash, sondern Ringier grundsätzlich überlegt, wie man online sonst noch Geld verdienen kann. Wir sehen die Lösung in den transaktionsgebundenen Einnahmequellen.

Wann begannen die diesbezüglichen Überlegungen?
AM: Als ich nach der Einstellung von cash daily die Geschäftsleitung übernahm, merkte ich schnell, dass es sehr schwierig wird, die ehrgeizigen Businesspläne mit dem damaligen Geschäftsmodell zu erreichen. Ich fand deshalb, dass man versuchen sollte, den cash-Nutzern – das sind zu 95 Prozent Anleger – die Möglichkeit zu geben, auf unserem Portal auch Wertschriften zu handeln. Immerhin sind 70% unserer Nutzer aktiv im Online-Trading. Die User kommen zu uns, weil sie offenbar unsere Informationen mehr schätzen als jene der Banken, bei denen man online traden kann. Da wir aber bis anhin über kein entsprechendes Angebot verfügten, mussten unsere User den Handel anderswo abwickeln. Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass cash an Attraktivität gewinnen würde, wenn wir den Anlegern, welche Online-Trading machen und sich heute schon auf cash informieren, eine eigene Trading-Lösung anbieten würden. Wir wollten einen starken Partner finden für ein neues Geschäftsmodell, das mehr einbringt als eine reine Entschädigung über den Tausendkontaktpreis. An den Bankkunden, die wir in einer Partnerschaft gewinnen, wollten wir mitverdienen.

Wen haben Sie dann kontaktiert?
AM: Wir haben mit verschiedenen möglichen Partnern Gespräche geführt. Christoph Hartgens, damals CEO von Trade-Jet, und Alfred Moeckli, CEO der bank zweiplus, kennen cash seit Jahren. Sie wussten davon, dass wir auf der Suche nach einem Partner sind, und sind mit einem sehr konkreten Vorschlag auf uns zugekommen. Dieser hat sehr gut gepasst, obwohl wir bei cash ursprünglich nicht unbedingt ein so weit gehendes Joint Venture angedacht hatten.

Eine Zwischenfrage: Wem gehört die bank zweiplus?
Christoph Hartgens: Der Bank Sarasin und der Falcon Private Bank. Die Bank hatte genau das umgekehrte Problem. Wir hatten 30 000 Kunden, die eigentlich gar nicht wussten, wo sie Kunde waren. Die bank zweiplus war keine etablierte Marke bei den Privatkunden. Im Vertriebskundengeschäft hingegen mit Partnern wie Swisslife, AWD und AXA hat sie sehr wohl einen Namen. Aus meiner früheren Tätigkeit kannte ich cash. Die angedachte Zusammenarbeit war also eine klassische Win-win-Situation.

Inwiefern?
CH: Cash hat umfassende News, die Reichweite und eine gut positionierte Marke. Wir haben das Banking und ein motiviertes Beratungsteam. Wir ergänzen uns deshalb gut. Für mich war immer klar, dass man den Kunden nicht einfach nur einen Computer hinstellen kann, sie müssen Vertrauen haben und sie müssen jemanden kontaktieren können, um sich beraten zu lassen. Deshalb haben wir bei cash zweiplus ein Team von rund 30 Beratern. Darin unterscheiden wir uns von unseren Mitbewerbern.

Ist cash jetzt eine Bank mit einer Zeitung oder eine Zeitung mit einer Bank?
AM: Weder noch! Wir sind eine integrierte Finanzplattform. Erstmalig versucht jemand in der Schweiz, Finanzinformations- und Bankdienstleistungen zusammen anzubieten, ein Geschäftsmodell, mit welchem Dinge zusammengeführt werden, die auch zusammengehören. Ein Beispiel: Swissquote war bei cash einer der besten Werbekunden. Warum hat Swissquote bei uns so viel Werbung gemacht? Ganz klar, wir hatten viele Nutzer, die sich bei uns informierten und dann traden wollten. Jetzt bieten wir diesen Nutzern eine Alternative an.

Was meinen Sie genau mit integriert?
AM: Der User kann auswählen, was er nutzen will. Er kann, wie vor dem Joint Venture, auf cash.ch alle Informationen kostenlos nutzen, und wenn es unbedingt sein muss (lacht), irgendwo seinen Trade machen oder er kann eben alles komfortabel auf der gleichen Plattform haben.

Erhält ein Kunde, der bei ihnen auch ein Konto hat, mehr Informationen als der Nur-Info-User?
CH: Im Moment hat er die gleichen Informationen mit einem grossen Unterschied: Er bekommt die Aktienkurse kostenlos in Echtzeit. Der Nichtbankkunde zahlt dafür 120 Franken im Jahr (Basis Schweizer Aktien). Das sogenannte Orderbuch, in dem man die laufenden Aufträge zu einer bestimmten Aktie sieht, erhält er ebenfalls kostenlos. Für den Nichtbankkunden kostet dies 890 Franken im Jahr. Das sind die Vorteile, die der Bankkunde durch das Joint Venture erlangt.

Was ist für die Zukunft geplant?
AM: Es ist denkbar, dass wir noch das eine oder andere neue Angebot entwickeln, welches wir den Bankkunden gratis oder vergünstigt abgeben werden. Zudem werden wir unseren Bankkunden gewisse Dienstleistungen, die heute bei cash kostenpflichtig sind, zu einem vergünstigten Preis oder sogar zum Nulltarif anbieten. Es besteht aber nicht die Absicht, Inhalte, die heute kostenlos sind, nun plötzlich kostenpflichtig zu machen, um die bestehenden User zu zwingen, auch die Bankdienstleistungen in Anspruch zu nehmen.

Wie wollen Sie neue Kunden gewinnen?
CH: Indem wir ihnen gute Storys liefern! Für mich ist das ganz wichtig. Wenn zu einer Firma nichts geschrieben wird, dann passiert auch im Trading nichts.

Besteht dann nicht die Gefahr, dass über bestimmte Firmen mehr geschrieben wird?
CH: Die journalistische Unabhängigkeit ist ganz zentral. Wenn ich anfange, die Storys zu steuern, merkt das der Kunde, unsere Glaubwürdigkeit schwindet und wir verlieren den Kunden.

Hatten Sie Reaktionen auf das Joint Venture?
AM: Anfänglich waren die Reaktionen einiger Mediaagenturen, aber auch Werbekunden eher negativ. Die Agenturen befürchteten mangelnde Unabhängigkeit im journalistischen Bereich. Die Werbekunden aus der Finanzindustrie sahen uns plötzlich als Konkurrenten. Wenn man den Kunden dann aber das Konzept im Detail präsentierte, wendete sich die Meinung bei praktisch allen. Die Werbetreibenden merkten, dass sie neu direkt Bankkunden ansprechen können, das konnten sie bis jetzt nirgends. Für die Werbekunden aus der Finanzbranche ist vor allem die Unabhängigkeit wichtig. Die bank zweiplus hat weder eigene Anlagefonds noch strukturierte Produkte. Nicht mal die Vermögensverwaltung kommt von der Bank selbst. Es sind also immer Drittbanken, die das anbieten. Einer unserer sehr grossen Finanzwerbekunden, ein Herausgeber von Anlagefonds, war anfänglich sehr negativ. Bis er merkte, dass er künftig cash als Vertriebskanal nutzen kann. Für den User andererseits ist es interessant, dass er aus einem breiten Angebot verschiedener Banken aussuchen kann, was er will. Wir haben keine eigenen Produkte, die wir ihm aufschwatzen müssen.
CH: Die neutrale produktunabhängige Plattform ist eine coole Sache. Das Problem für den Kunden ist aber, das richtige Produkt zu finden. Und da ist der unabhängige neutrale Journalismus wichtig. Er hilft dem Kunden, das richtige Produkt zu finden.
AM: Die Glaubwürdigkeit unserer Marke cash muss so bleiben, wie sie war, sonst wäre das Joint Venture aus der Sicht der Bank ein Fehlinvestment gewesen. Ohne Unabhängigkeit würden wir unser Geschäftsmodell kaputt machen.

Wie gross ist die Redaktion?
AM: Sieben Festangestellte plus zwei ständige freie Mitarbeiter. Für den Wirtschaftsbereich doch eine relativ grosse Redaktion.

Haben Sie schon erste Erfolgszahlen?
CH: Wir sind gut gestartet und gewinnen täglich neue Kunden. Da wir aber unsere Werbekampagne soeben erst gestartet haben, ist es noch etwas früh, um eine Bilanz zu ziehen.

Eine letzte Frage: Wird es cash wieder als Printprodukt geben?
AM: Wir geben viermal pro Jahr ein Magazin unter dem Namen cash Value heraus. Ich kann mir hingegen nicht vorstellen, dass wir jemals wieder eine Wochen- oder Tageszeitung herausbringen werden. Dieser Markt ist in der Schweiz immer noch übersättigt und das Informationsverhalten hat sich gerade im Finanzbereich stark in Richtung Online verändert.

Wo stehen Sie in einem Jahr?
CH: Wir wollen, dass sich cash als Onlinebank durchsetzt und wir eine klare Alternative zu anderen Bankbeziehungen werden. Die Nummer- 1-Position im Bereich Finanzinformationen wollen behalten.

Interview: Pierre C. Meier
 

Top der Woche 1: Tamedia und Basler Zeitung Medien setzen Kooperation fort

Die Unternehmen kooperieren seit bald zwanzig Jahren. Die Fortsetzung der «erfolgreichen Zusammenarbeit» stärke die beiden Medienhäuser und das Medienangebot in den Regionen Basel, Bern und Zürich.

Dies schrieben Tamedia und die Basler Zeitung Medien in einer gemeinsamen Mitteilung. Die beiden Medienunternehmen bieten gemeinsam die Werbekombination Metropool von Basler Zeitung, BZ Berner Zeitung, Der Bund und Tages-Anzeiger an und arbeiten beim Nachrichtennetzwerk Newsnet zusammen. Zudem verlegen Basler Zeitung, Berner Zeitung, Der Bund und Tages-Anzeiger gemeinsam die Wochenendbeilage Das Magazin. Nach dem Eigentümerwechsel bei den Basler Zeitung Medien im vergangenen Dezember hatten die beiden Medienunternehmen eine Überprüfung ihrer Zusammenarbeit vereinbart. Die Fortsetzung der Zusammenarbeit, die bei der Werbekombination bis ins Jahr 1993 zurückreicht, stärke die beiden Medienhäuser und das Medienangebot in den Regionen Basel, Bern und Zürich, heisst es in der Mitteilung weiter.

Zu guter Letzt: Der «Shareville-Approach»

«Mit dem Internet wird die Welt zum Dorf», hiess es noch vor ein paar Jahren. Heute ist dieses Dorf längst eine Stadt. Die Zürcher Agentur «Notch Interactive» hat diese Stadt zusammen mit dem Social Web-Experten Sam Steiner (Alike.ch) und dem Geschichtenmacher Sämi Weber (Bauchtreffer.ch) erforscht und gemeinsam mit den beiden Partnern den «Shareville-Approach» entwickelt.

Er soll Firmen helfen, das Trendquartier «Social Web» besser zu verstehen und sich erfolgreich darin zu bewegen. Das Internet hat die Welt verändert, könnte man sagen. Bis vor wenigen Jahren genügte es, wenn ein Unternehmen mit einer Webseite in der Stadt präsent war. Heute ist ein solches Schaufenster nur noch ein kleines Teilchen. Die Zukunft heisst «Social Web», so die Gründeragentur des  «Shareville-Approach». Ob «Social Web» neben dem Internet auch gleich die ganze Weltwirtschaft demokratisiert, sei dahingestellt. Auf jeden Fall handelt es sich dabei nicht um ein Werbemittel wie TV, Radio oder Print, das einfach dem Mediamix hinzugefügt werden kann.

Der «Shareville-Approach» zeigt, wie sich Unternehmen schrittweise dem Trendquartier «Social Web» nähern und sich nach der Ankunft erfolgreich darin bewegen. Auf dem Weg vom «Shareville Visitor» zum «Shareville Native» unterscheidet der «Shareville-Approach» fünf verschiedene Stufen. Die «Shareville-Checkliste» ermöglicht interessierten Unternehmen eine Selbsteinschätzung.

 

Die Wüste lebt!

Zum Glück gibt es Persönlichkeiten, die Klartext reden oder etwas tun, was man nicht erwartet. Solange es solche gibt, ist der Print-Journalismus nicht tot. Von Karl Lüönd, freier Publizist und Buchautor.

Ein für allemal: Den allgemeinen Kulturpessimismus der Medienbranche soll der Teufel holen! Zum Glück wird er immer wieder durchbrochen, wenn Persönlichkeiten sich tapfer hinstellen und Klartext reden, weil sie zuvor nachgedacht haben. Oder – besser noch – etwas tun, was «man» nicht erwartet hat, etwas Verrücktes, möglichst Undenkbares. (Und wenns dann noch politisch unkorrekt ist, umso besser …)

Preis an Markus Somm, den Schweizer Chefredaktor mit den besten Nerven. Seit er die Basler Zeitung macht, bin ich wieder neugierig auf dieses Blatt. Mehr als eine Handvoll Kollegen, darunter auch brillante, sind ihm davongelaufen, weil sie voreilig von Somms politischer Papierform auf dessen Arbeits- und Kommunikationsverhalten geschlossen haben. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele miese kleine Intrigen hinter all den «exklusiven» Geschichten stecken, die in den feindlichen Zürcher Blättern genüsslich ausgebreitet werden. Sie gehen alle vom Unfehlbarkeitsanspruch des linken journalistischen Mainstreams aus und von dessen unumstösslichen Überzeugungen: Ein Liberaler, ein Rechtsintellektueller gar, kann journalistisch gar nicht gut und interessant sein. Markus Somm versucht, seiner Redaktion Sauerstoff zuzuführen, indem er einen interessanten Quereinsteiger namens Claudio Zanetti an eine Schlüsselposition setzt. Das ist ein Experiment, ein Wagnis meinetwegen. Aber so etwas muss gestattet sein, weil es gescheiter ist, dann und wann etwas zu riskieren als nur immer «more of the same» zu produzieren. Ich bin ja auch skeptisch, aber lasst diesen Zanetti doch erst mal seine ersten Stücke schreiben.

Preis an Constantin Seibt, der uns am Tag nach dem Tag der Arbeit mit der Ankündigung eines eigenen Blogs auf Newsnet und einer fulminanten Startproduktion überrascht (blog.tagesanzeiger.ch/ deadline). Seibt ist einer jener Print-Journalisten, deretwegen einem um die Zukunft des Journalismus nicht bange sein muss, denn er ist ein Querdenker, sperrig, überraschend und nie langweilig. Seine «15 Thesen zum Journalismus im 21. Jahrhundert » sind teils ätzend («Wir haben bisher Gewohnheiten verkauft»), teils zum Niederknien treffend («Bravheit und Effizienz sind tödlich.») Und er hat Rezepte, dieser Seibt. Für mich das einleuchtendste: «Stil ist eines der letzten Tabus und eine der grossen unerschlossenen Ressourcen im Journalismus. » Dabei ist der Ton einer Geschichte die Hälfte der Botschaft – und der Ton der Mehrheit aller Zeitungs-Storys ist gleich. Und hinterlässt den gleichen monochromen Eindruck – egal, was und worüber der Journalist gerade schreibt. (Es läuft mit den Inhalten dieser Artikel dann sehr ähnlich wie der Witz mit dem Haarschneidehelm, wo man dessen Erfinder fragte: «Aber sind die Köpfe nicht verschieden gross?» Worauf dieser antwortete: «Ja, aber nur beim ersten Mal.»)

Preis an Heribert Prantl, den ehemaligen Staatsanwalt und Richter, der jetzt der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung angehört. Sein neues Buch beeindruckt durch glasklare Logik und einem darauf beruhenden grossen Optimismus («Die Welt als Leitartikel: Zur Zukunft des Journalismus», Picus Verlag Wien). Prantl sagt dem Qualitätsjournalismus eine glänzende Zukunft voraus – nicht, weil Qualitätsjournalisten wie er das so gerne hören, sondern weil es eigentlich logisch ist. Die Kernkompetenz des Qualitätsjournalismus besteht nach Prantl darin, Hilfe beim Einordnen des durch das Internet noch vervielfachten Fakten-Wusts zu leisten. Sein Credo lautet: «Die grosse Frage lautet nicht, wie man Klicks, Reichweite und Auflage schafft. Die grosse Frage lautet: Wie schafft man Vertrauen? Dann kommen auch Klicks, Reichweiten und Auflage. » Dies freilich setzt Journalisten voraus, die durch Konzentration auf bestimmte Kerngebiete (Dossiers) Spezialistenstatus erlangen und damit in der Lage sind, das Vertrauen ihrer Kundschaft zu gewinnen. Und es setzt Verleger voraus, die diese Überzeugung teilen und in Qualität investieren, statt das Textingenieurwesen zu fördern, das eh nur Meterware produziert, für die über kurz oder lang niemand mehr wird bezahlen wollen. Somm, Seibt, Prantl – drei Namen in einer Woche. Spannende Taten und Worte – und das alles für eine angeblich tote Sportart wie den Print-Journalismus! Walt Disney hat doch Recht gehabt: Die Wüste lebt!
 

Goldbach Award 2012 – die Gewinner

Am 10. Mai 2012 wurden an der Goldbach Award Night im Zürcher Kaufleuten die besten Crossmedia- und Social-Media-Kampagnen mit dem Goldbach Award ausgezeichnet. Zudem wurden erstmals Spezialpreise für die beste Einbindung von Mobile und Video vergeben sowie besonders innovative Projekte erwähnt.

Unternehmen Design

Michael Volkart und Michael Hinderling haben in nur fünf Jahren aus einem lockeren Start-up eine 20-köpfige Digitalagentur geschaffen. Sie gehören mit Hinderling Volkart heute zur Spitze der Branche.

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Mehr als 400 Einreichungen beim kürzlichen «Best of Swiss Web» Award 2012 bedeuten eine Steigerung um 30 Prozent. Die Branche boomt. Und an vorderster Front dieser Entwicklung ist die Zürcher Digitalagentur Hinderling Volkart. Das kaum mehr als fünf Jahre bestehende Unternehmen konnte sich im stark wachsenden und hart umkämpften Markt der kreativen Online-Agenturen beim wichtigsten Award der Branche bereits im vierten Jahr hintereinander die goldene Auszeichnung im Bereich «Creation» entgegennehmen. Dies ist vorher noch keiner Agentur gelungen. Die breit abgestützte Kompetenz der Agentur spiegelt sich auch in zusätzlichen Auszeichnungen in den Kategorien «Innovation», «Public Affairs» und «Digital Branding Campaigns». Neben dem Goldgewinn 360°Langstrasse für das Schweizer Radio und Fernsehen wurde auch Westnetz.ch für die Zürcher Verkehrsbetriebe (VBZ) mehrfach ausgezeichnet. Die Website zur Dokuserie des Schweizer Fernsehens über die Langstrasse wurde von der Jury als ein «in allen Belangen exzellentes, richtungweisendes Projekt» gelobt. Dass dies bei 360°Langstrasse zutrifft, hat auch die internationale Jury der AWWWARDS befunden und das Projekt zur «Site of the year» gekürt. Als Krönung erreichte das Projekt für SRF auch den zweiten Platz beim «Master of Swiss Web», direkt hinter dem diesjährigen Gewinner SBB. Der Erfolg hat der Agentur Hinderling Volkart inzwischen fünf weitere Aufträge rund um neue Sendungen des Schweizer Fernsehens eingebracht.

Michael Volkart erklärt den Erfolg der jungen Zürcher Agentur mit der Tatsache, Kunden zu haben, «die auch bereit sind, neue Wege zu beschreiten ». Michael Hinderling ergänzt: «Damit aus kreativen Ideen begeisternde User-Erlebnisse entstehen, braucht es hoch professionelle und top motivierte Mitarbeiter, gute Partner und grosse Freude und Begeisterung an der Arbeit. Wir haben das grosse Glück, all das zu haben.»

Schulfreunde an der F+F

Wer die Agentur im Zürcher Kreis 3 besucht, kann diese Stimmung auf Anhieb spüren. Ein ideenreich eingerichtetes Grossraumbüro, das aber in keinem Moment an die Käfighaltung von Kreativhennen erinnert. Grosszügige Möblierung, eine Lounge zum Chillen und Besprechen, ein lauschiger Garten für Brainstormings und ein Chefbüro, das sich ohne Trennwand den Spielfeldern von Kreation, Beratung und Technik anfügt. Im Untergeschoss der Loft finden sich ein Fotostudio sowie die technischen Anlagen von zwei befreundeten Betrieben – Edge5 von Stephan Meier und Lauschsicht von Kevin Blanc –, die je nach Projekt eng mit Hinderling Volkart zusammenarbeiten. Erstmals zusammengekommen sind Michael Hinderling und Michael Volkart während ihrer Ausbildung an der F+F. An der Zürcher Schule für Kunst und Mediendesign haben beide 1999 den Vorkurs besucht und anschliessend die Fachklasse mit dem erst zum zweiten Mal durchgeführten Lehrgang für Mediendesign. Bei dieser erweiterten Ausbildung zur Kunst wurden auch klassische Techniken wie Bleisatz und Typografie weiterhin unterrichtet. «Das klassische Gestalten mit Raum und Bild ist wichtig und hat uns geprägt», meinen die beiden Designer. Mit dem Web und seinen Möglichkeiten haben sich beide bereits während der Mittelschule intensiv auseinandergesetzt. Michael Volkart hat für das Schweizerische Bankinstitut, wo sein Vater als Professor wirkte, noch während der Gymnasialzeit eine der ersten Websites für die Zürcher Uni realisiert. Die Referenz hat ihm sehr schnell auch weitere Aufträge eingebracht.

Michael Hinderling durfte aufgrund seiner Schulprojekte nach dem Realgymnasium in Luzern ein Praktikum bei der Motion-Design-Agentur Regardez absolvieren. Dort hat man zu jener Zeit das Erscheinungsbild für die TV-Sender ZDF, 3+ sowie MTV Pop gestaltet. Inzwischen ist aus dem Unternehmen die Agentur Le Mob geworden, die ihr Studio gleich um die Strassenecke von Hinderling Volkart betreibt und oft mit diesen zusammenarbeitet. Zum Team von damals hat auch Jürg Steudler gehört, der heute als Produzent von Encore Pictures wirkt und ebenfalls zum Netzwerk der spezialisierten Zulieferer von Hinderling Volkart zählt.

Der weitere Weg von Michael Hinderling nach diesem Praktikum führte ihn zu ROSA, einer damals sehr angesagten Webagentur von Theophil Butz. Diese arbeitete zum Beispiel für das Schweizer Fernsehen oder Cablecom. Später kam Hinderling als AD zur Webagentur Eykom. Dann klickte er sich aus für eine Weltreise. Michael Volkart hat sich nach der Schule weiter darauf spezialisiert, Webseiten für Freunde und kleine Unternehmen zu machen. Ab 2001 gab es viele Start-ups und alle mussten natürlich eine Website «zu erschwinglichen Preisen, aber auf hohem Level» haben. Mit solchen Aufträgen haben sowohl Hinderling wie Volkart schon früh gelernt, «das Bedürfnis von Kunden abzuholen».

Als Hinderling nach seiner Weltreise wieder in Zürich als Freelancer einstieg und der Bedarf für Webseiten zum neuen Goldrush wurde, reifte schliesslich bei den Schulfreunden drei Jahre nach ihrem gemeinsamen Abschluss die Idee: Wieso werfen wir nicht alle Aufträge in einen Topf und machen es gleich richtig? So wurde im Januar 2007 Hinderling Volkart gegründet.

Rasantes, aber natürliches Wachstum

Noch bevor die Visitenkarten gedruckt waren, hat sich das Duo an einem Pitch beteiligt und als ersten grossen Auftrag eine Website für den Schweizerischen Schauspielerverband gewonnen. Ein Kunde, der bis heute geblieben ist. Dafür musste bald ein erster Mitarbeiter zu 80 Prozent als Entwickler angestellt werden. Seither ist Hinderling Volkart «kontinuierlich gewachsen» – allerdings ziemlich schnell, denn die Mitarbeitendenzahl haben sich alle Jahre knapp verdoppelt. «Wir hatten immer zu viel Arbeit und wollten keine Projekte ablehnen. Also haben wir ständig neue Leute gesucht. Wir haben uns schwergetan mit Nein-sagen.»

Bei diesem kontinuierlichen Ausbau der Firma kam bei acht Mitarbeitenden erstmals der Punkt, wo Hinderling und Volkart nicht mehr alles selber im Griff haben konnten. Wenn sie weiter persönlich an der Gestaltung kreativ mitarbeiten und gleichzeitig neue Kunden akquirieren wollten, mussten sie auch Verantwortung delegieren können. So wurde ein Projektmanager gesucht. «Das brauchte viel Vertrauen. Wir mussten erstmals auch Kundenbeziehungen aus der Hand geben. Vorher hatten wir nur Designer und Programmierer angestellt.» Inzwischen wurde der Bereich Beratung und Projektleitung auf fünf Leute ausgebaut. Insgesamt wirken damit bei Hinderling Volkart über 20 Spezialisten vom Backend unter der Leitung von Michael Bischof über die Beratung mit Remo Brunner bis zum Frontend mit Severin Klaus. Michael Hinderling hat als CD den Bereich Kreation unter sich. Michael Volkart hat die Geschäftsführung übernommen. «Ich durfte realisieren, dass ich nicht mehr auf dem hohen Niveau unserer Gestaltung mithalten kann», scherzt er. Deshalb hält er jetzt die Fäden zusammen und kümmert sich um strategische Fragen. «Aber alle wichtigen Entscheidungen fällen wir zusammen», meinen die beiden.

Bei dieser Verschiebung vom Gestalten zum Managen haben die Designer viel Know-how über Betriebsführung mittels «learning by doing» erworben. Ihre neue Rolle – die Gesamtqualität im Auge behalten und Abläufe steuern – sehen sie als eine spannende «Erweiterung des Horizonts». Dankbar zeigen sich beide, dass ihre Väter – ein Physiker und ein Wirtschaftsprofessor – ihnen beim Aufbau der Firma als Verwaltungsräte viele wertvolle Erfahrungen mitgeben konnten. Was heute Hinderling Volkart als Webagentur auszeichnet, sehen die beiden Gründer als die Verbindung von Konzeption, Kreation, Design und Umsetzung. «Wir haben extrem hohe Qualitätsansprüche – insbesondere auch im Frontend, welches ein Design erst zum Leben erweckt.» In ihrer Grösse gibt es wenige, die das alles inhouse vereinen. Aber genau aus diesem Grund «entstehen die innovativen und guten Projekte, weil alles so verzahnt ist», sind die beiden überzeugt. Andreas Panzeri
 

«Die journalistische Unabhängigkeit ist ganz zentral»

Christoph Hartgens, CEO von Cash Zweiplus (l.), und André Michel, COO, äussern sich im Gespräch mit Werbewoche-Chefredaktor Pierre C. Meier zum Fifty-fifty-Joint-Venture Ringier und Bank Zweiplus.

WW: Cash war einmal eine bekannte wöchentliche Wirtschaftszeitung, mutierte dann zu einem täglichen Gratistitel, um schliesslich ein Onlineportal ohne Printunterstützung zu werden. Jetzt kommt der Zusammenschluss mit einer Bank. Was bezwecken Sie damit?
André Michel:
Die meisten Onlinemedien mussten in den vergangenen Jahren feststellen, dass es nicht einfach ist, Online-Aktivitäten zu refinanzieren. Die meisten Verleger mussten mit grosser Enttäuschung zur Kenntnis nehmen, dass der Verkauf von Inhalten nur beschränkt funktioniert. Gleichzeitig sinken die Preise für Onlinewerbung stetig. Dazu kommt, dass ganze Bereiche im Online-Marketing, so z.B. die Searchwerbung, von Firmen wie Google beherrscht werden. Aus diesem Grunde hat sich nicht nur cash, sondern Ringier grundsätzlich überlegt, wie man online sonst noch Geld verdienen kann. Wir sehen die Lösung in den transaktionsgebundenen Einnahmequellen.

Wann begannen die diesbezüglichen Überlegungen?
AM:
Als ich nach der Einstellung von cash daily die Geschäftsleitung übernahm, merkte ich schnell, dass es sehr schwierig wird, die ehrgeizigen Businesspläne mit dem damaligen Geschäftsmodell zu erreichen. Ich fand deshalb, dass man versuchen sollte, den cash-Nutzern – das sind zu 95 Prozent Anleger – die Möglichkeit zu geben, auf unserem Portal auch Wertschriften zu handeln. Immerhin sind 70% unserer Nutzer aktiv im Online-Trading. Die User kommen zu uns, weil sie offenbar unsere Informationen mehr schätzen als jene der Banken, bei denen man online traden kann. Da wir aber bis anhin über kein entsprechendes Angebot verfügten, mussten unsere User den Handel anderswo abwickeln. Daraus haben wir den Schluss gezogen, dass cash an Attraktivität gewinnen würde, wenn wir den Anlegern, welche Online-Trading machen und sich heute schon auf cash informieren, eine eigene Trading-Lösung anbieten würden. Wir wollten einen starken Partner finden für ein neues Geschäftsmodell, das mehr einbringt als eine reine Entschädigung über den Tausendkontaktpreis. An den Bankkunden, die wir in einer Partnerschaft gewinnen, wollten wir mitverdienen.

Wen haben Sie dann kontaktiert?
AM:
Wir haben mit verschiedenen möglichen Partnern Gespräche geführt. Christoph Hartgens, damals CEO von Trade-Jet, und Alfred Moeckli, CEO der bank zweiplus, kennen cash seit Jahren. Sie wussten davon, dass wir auf der Suche nach einem Partner sind, und sind mit einem sehr konkreten Vorschlag auf uns zugekommen. Dieser hat sehr gut gepasst, obwohl wir bei cash ursprünglich nicht unbedingt ein so weit gehendes Joint Venture angedacht hatten.

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Printausgabe der Werbewoche.

 

Publicis: Kampagne für Nescafé kreiert

Publicis hat für Nescafé eine Plakatkampagne realisiert, die Tasse und Löffel in Kombination mit Nescafé zur smartesten Kaffeemaschine erklärt.

In den Sujets, deren Gestaltung die 3-D-Ästhetik der Website Get-unplugged.ch weiterführt, werden die Vorzüge des Kaffees textlich ausgelobt: sein unvergleichlicher Geschmack, seine Umweltfreundlichkeit, seine unbegrenzt flexible Dosierbarkeit, sein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis oder auch seine flexible und stromunabhängige Verwendbarkeit.

Die Plakate in den Formaten F4 und F12 sind vor allem in und um Coop und Migros in der Deutsch- und Westschweiz zu sehen.

Verantwortlich bei Nestlé: Nicolas Huillet (Business Executive Manager), Peter Hatzfeld (Marketing Manager Soluble Beverages and Ambient Dairy), Pascale Kremer (Senior Brand Manager Nescafé), Stephanie Nägeli (Marketing Nescafé). Verantwortlich bei Publicis: Sacha Moser (CD), Nicolas Vontobel (AD), Jan Krohn (Text), Mischa Müller (Grafik), Kristijan Sessa (3D), Ester Elices (Strategie), Muriel Asté, Olivier Pasche, Diana Kübler und Christine Rainford (Beratung).

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